#1

Antisemitismus und Israelfeindschaft in der DDR

in Leben in der DDR 03.08.2009 13:21
von Angelo | 12.396 Beiträge

In der DDR war der Antifaschismus Staatsdoktrin. Die DDR definierte sich selbst entschieden als antifaschistisch. Aber war die DDR wirklich ein antifaschistischer Staat?Nach der Wiedervereinigung ist das Wort vom verordneten Antifaschismus in Mode gekommen. Ich halte nichts davon, denn er war zu Beginn im Osten nicht mehr und nicht weniger verordnet als in Westdeutschland. Hier wie dort waren es einzelne mutige Männer und Frauen, die von sich mit Recht sagen durften: Ich habe gegen den Nationalsozialismus gekämpft. Die Mehrheit der Deutschen war mitmarschiert, hatte geschwiegen, geduldet.Diese Mehrheit war im Mai 1945 erwacht wie aus einem bösen Traum. Erst die Zerstörung des Landes, die Millionen Toten, die Bilder aus den Vernichtungslagern, haben vielen die Augen geöffnet. Im Westen wie im Osten wurde der Wille lebendig, ein besseres Land aufzubauen. Das hat nach der Befreiung den Menschen die Kraft gegeben, neu zu leben, neu zu handeln, neu zu denken. Viele haben sich von dem gelöst, was bisher für sie galt, haben sich gewandelt, sind aus Mitläufern der Nazis und Mittätern zu Antifaschisten geworden. Das muß niemand als verordnet diffamieren.

weiterlesen hier!

http://www.compass-infodienst.de/Konrad_...DDR.1452.0.html


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#2

RE: Antisemitismus und Israelfeindschaft in der DDR

in Leben in der DDR 03.08.2009 13:29
von FSK-Veteran (gelöscht)
avatar

Sehr interessant und lesenswert! Wir hatten ja eine ähnliche Diskussion. Auch dazu passend folgende Feststellung im weiteren Text von Konrad Weiss unter der gleichen, angegebenen Quelle:

In Antwort auf:
In der sowjetisch besetzten Zone und später in der DDR aber kam hinzu, daß die Siegermacht wiederum ein totalitäres System installiert hatte, das nicht minder menschenfeindlich und undemokratisch war als das eben überwundene. Der Stalinismus in der DDR hat wirklichen Antifaschismus unmöglich gemacht. Tapfere Antifaschisten, die eben den Konzentrationslagern entkommen waren, wurden feige Büttel des neuen Systems, wurden zu Schergen, zu Verrätern ihrer Ideale. Ich zweifele nicht daran, daß viele im guten Glauben gehandelt und erst im stalinschen, dann im realen Sozialismus tatsächlich die Alternative gesehen haben. Objektiv aber haben sie daran mitgewirkt, Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit zu verhindern und zerstören. Deshalb war das in der DDR ein gebrochener Antifaschismus. Gebrochen, wie man sein Wort bricht. Gebrochen, wie Ideale zerbrechen.


Hat er Recht! Dem ist von meiner Seite nichts hinzuzufügen....


zuletzt bearbeitet 03.08.2009 13:47 | nach oben springen


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