#1

Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 07.05.2014 18:16
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Wir haben ja einige Österreicher hier im Forum...

Zitat
Viele Österreicher haben "Führer-Sehnsucht". Knapp ein Drittel demokratiemüde.

Dass die Uhren in der Alpenrepublik bisweilen anders ticken, ist nichts Neues - eine nun veröffentlichte Studie macht aber mehr als stutzig: 29 Prozent aller Österreicher wünschen sich demnach einen "starken Führer, der sich nicht um Wahlen und Parlament kümmern muss".

http://n-tv.de/politik/Viele-Oesterreich...le12786206.html


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 07.05.2014 18:17 | nach oben springen

#2

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 07.05.2014 18:39
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #1
Wir haben ja einige Österreicher hier im Forum...

Zitat
Viele Österreicher haben "Führer-Sehnsucht". Knapp ein Drittel demokratiemüde.

Dass die Uhren in der Alpenrepublik bisweilen anders ticken, ist nichts Neues - eine nun veröffentlichte Studie macht aber mehr als stutzig: 29 Prozent aller Österreicher wünschen sich demnach einen "starken Führer, der sich nicht um Wahlen und Parlament kümmern muss".

http://n-tv.de/politik/Viele-Oesterreich...le12786206.html

Ja, die Ergebnisse der Studie sind erschreckend.
Hier noch ein etwas längerer Artikel dazu: http://derstandard.at/1397522693954/Ein-...starkem-Fuehrer

Fraglich dabei ist aus meiner Sicht, ob das ein österreichspezifisches Problem ist.
Es gibt ja auch hier im Forum manche, die Systemen mit starken Führer(parteien), ohne demokratische Kontrolle und Gewaltentrennung, Positives abgewinnen können.

Cheers matloh


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#3

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 07.05.2014 20:09
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Durchaus, nur glaube ich nicht dass es auf Gesamtdeutschland gesehen in einer repräsentativen Umfrage 29% wären. Hier im Forum toppen wir euch natürlich um Längen, allerdings ist das Forum auch nicht repräsentativ.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#4

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 07.05.2014 20:11
von Schuddelkind | 3.512 Beiträge

Sie können ja Putin mal fragen........


Intellektuelle spielen Telecaster
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#5

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 07.05.2014 20:50
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #3
Durchaus, nur glaube ich nicht dass es auf Gesamtdeutschland gesehen in einer repräsentativen Umfrage 29% wären. Hier im Forum toppen wir euch natürlich um Längen, allerdings ist das Forum auch nicht repräsentativ.
Klar, dass das Forum in keinster Weise hier repräsentativ ist.
Welche Ergebnisse eine derartige Umfrage in Deutschland brächte, wäre natürlich interessant. Ich vermute mal, dass es in den neuen Bundesländern etwas anders aussehen würde, als in den alten.
Abgesehen davon, hängt es vermutlich auch mit den handelnden Personen/Parteien zusammen. In Österreich ist es derzeit die rechtspopulistische FPÖ die hier das gesamte Wählerpotential absaugt und - mehr oder weniger charismatisch - mit einfachen Sprüchen genauso einfache Gemüter begeistert. In Deutschland scheinen diese Rolle zum Teil "Die Linke" und "AfD" zu übernehmen - aber in der politischen Landschaft in D bin ich nicht wirklich bewandert.

cheers matloh


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#6

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 07.05.2014 23:43
von Gert | 12.354 Beiträge

@matloh was mich an der Studie sehr wundert, ist die Haltung eines großen Teils der Österreicher, die sich als Opfer des NS Regimes sehen.
Die "gefühlte" Situation und Nachkriegslage ist, dass ein großer Täterkreis östereichischer Herkunft involviert war in die Aktivitäten des NS Regimes. Das deckt sich auch mit den Gesprächen die ich mit meiner Mutter, aufgewachsen in der ersten österreichischen Republik, führte. Sie sprach stets von einer sehr großen Begeisterung für den Anschluss Österreichs an das deutsche Reich. Also die Opferrolle passt nicht so, da spielt wohl eher Verdrängung eine große Rolle,


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#7

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 07.05.2014 23:54
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #6
@matloh was mich an der Studie sehr wundert, ist die Haltung eines großen Teils der Österreicher, die sich als Opfer des NS Regimes sehen.
Die "gefühlte" Situation und Nachkriegslage ist, dass ein großer Täterkreis östereichischer Herkunft involviert war in die Aktivitäten des NS Regimes. Das deckt sich auch mit den Gesprächen die ich mit meiner Mutter, aufgewachsen in der ersten österreichischen Republik, führte. Sie sprach stets von einer sehr großen Begeisterung für den Anschluss Österreichs an das deutsche Reich. Also die Opferrolle passt nicht so, da spielt wohl eher Verdrängung eine große Rolle,


Verdrängung ist eines der großen österreichischen Kunstwerke.
nachdem die Alleinschuld am 1. Weltkrieg ( bekanntlich ausgelöst von Österreich ) dem Deutschen Reich zugeschrieben wurde ,- und nachdem Österreich sich nach dem II.Weltkrieg ,- an dem es sich willfährig beteiligte- gegen den Preis der immerwährenden Neutralität wiederum vor der geschichtlichen Verantwortung drückte,- gefiel sich die Alpenrepublik in der Opferrolle und behält diesen Status aus wirtschaftspolitischen Erwägungen
offiziel aufrrecht.
Umfragen in der österreichischen Bevölkerung und das Wahlverhalten stehen allerdings ziemlich konträr zur Regierungspolitik !.


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
Harsberg hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#8

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 08.05.2014 05:06
von manudave | 390 Beiträge

Und da beweist sich (wieder), dass nur das Aufarbeiten der eigenen Geschichte - insbesondere als Teil einer Diktatur - enorm wichtig ist, da man sonst die Fehler wiederholt.


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#9

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 08.05.2014 09:25
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #3
Durchaus, nur glaube ich nicht dass es auf Gesamtdeutschland gesehen in einer repräsentativen Umfrage 29% wären. Hier im Forum toppen wir euch natürlich um Längen, allerdings ist das Forum auch nicht repräsentativ.


q.e.d. ?



»Wie hasse ich diese Zeit und dieses Land und diese Menschen.«
Carl Schmitt

http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Schmitt


u3644_Jobnomade.html
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#10

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 08.05.2014 09:27
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Noch einer, ja?
Pause vom Forum (4)


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#11

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 08.05.2014 09:39
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #10
Noch einer, ja?
Pause vom Forum (4)


tja, die Biografie in Wikipedia hat mich schon etwas nachdenklich gemacht......

aber: ich hab ja ein Fragenzeichen hinter q.e.d. gesetzt.


u3644_Jobnomade.html
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#12

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 08.05.2014 09:52
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Es muß nicht gleichein "Führer" sein nach bekanntem Vorbild, es würde schon reichen, eine Persönlichkeit an der
Spitze zu haben, die konsequent führen kann als sich in Alternativlosigkeit über die Jahre zu retten.

Führen heißt nicht, diktatorisch kommandieren, führen heißt für mich, das Land/Volk zielstrebig und konsequent
zu regieren, demokratisch, aber mit festen Zielen vor Augen.
Eine Politik des ständigen Richtungswechsels, je nach EU-Erfordernis und nach Interessen des Kapitals und der Lobbyisten,
wie sie heute betrieben wird, ist eine Katastrophe.
.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#13

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 08.05.2014 09:56
von Freienhagener | 3.860 Beiträge

Ja, die heutigen Politiker hätten gern den "Gestaltungsspielraum" eines SED-Gereralsekretärs - inhaltlich und zeitlich.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
Jobnomade und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.05.2014 09:56 | nach oben springen

#14

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 08.05.2014 10:01
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #7
Zitat von Gert im Beitrag #6
@matloh was mich an der Studie sehr wundert, ist die Haltung eines großen Teils der Österreicher, die sich als Opfer des NS Regimes sehen.
Die "gefühlte" Situation und Nachkriegslage ist, dass ein großer Täterkreis östereichischer Herkunft involviert war in die Aktivitäten des NS Regimes. Das deckt sich auch mit den Gesprächen die ich mit meiner Mutter, aufgewachsen in der ersten österreichischen Republik, führte. Sie sprach stets von einer sehr großen Begeisterung für den Anschluss Österreichs an das deutsche Reich. Also die Opferrolle passt nicht so, da spielt wohl eher Verdrängung eine große Rolle,


Verdrängung ist eines der großen österreichischen Kunstwerke.
nachdem die Alleinschuld am 1. Weltkrieg ( bekanntlich ausgelöst von Österreich ) dem Deutschen Reich zugeschrieben wurde ,- und nachdem Österreich sich nach dem II.Weltkrieg ,- an dem es sich willfährig beteiligte- gegen den Preis der immerwährenden Neutralität wiederum vor der geschichtlichen Verantwortung drückte,- gefiel sich die Alpenrepublik in der Opferrolle und behält diesen Status aus wirtschaftspolitischen Erwägungen offiziel aufrrecht.
Umfragen in der österreichischen Bevölkerung und das Wahlverhalten stehen allerdings ziemlich konträr zur Regierungspolitik !.


Das Thema Verdrängung sei mal dahin gestellt. Aber sonst dürfte es das imho ziemlich gut treffen.

cheers matloh


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Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#15

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 08.05.2014 10:07
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #12
Es muß nicht gleichein "Führer" sein nach bekanntem Vorbild, es würde schon reichen, eine Persönlichkeit an der
Spitze zu haben, die konsequent führen kann als sich in Alternativlosigkeit über die Jahre zu retten.

Führen heißt nicht, diktatorisch kommandieren, führen heißt für mich, das Land/Volk zielstrebig und konsequent
zu regieren, demokratisch, aber mit festen Zielen vor Augen.
Eine Politik des ständigen Richtungswechsels, je nach EU-Erfordernis und nach Interessen des Kapitals und der Lobbyisten, wie sie heute betrieben wird, ist eine Katastrophe.

"Demokratisch, aber mit festen Zielen" zu regieren klingt zwar gut, könnte aber ein zweischneidiges Schwert sein - im schlimmsten Fall sogar ein Widerspruch in sich: Wenn sich die Ziele mit denen der Bevölkerung decken, dann geht's ja leicht mit demokratischem Regieren. Was ist aber, wenn die Bevölkerung andere Ziele hat als die Regierung? Gegen den Willen der Bevölkerung regieren? Spätestens zur nächsten Wahl ist's halt dann auch wieder vorbei mit dem Regieren. Manchmal halt auch schon früher (vgl. EuroMaidan).

cheers matloh


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#16

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 08.05.2014 10:12
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #15
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #12
Es muß nicht gleichein "Führer" sein nach bekanntem Vorbild, es würde schon reichen, eine Persönlichkeit an der
Spitze zu haben, die konsequent führen kann als sich in Alternativlosigkeit über die Jahre zu retten.

Führen heißt nicht, diktatorisch kommandieren, führen heißt für mich, das Land/Volk zielstrebig und konsequent
zu regieren, demokratisch, aber mit festen Zielen vor Augen.
Eine Politik des ständigen Richtungswechsels, je nach EU-Erfordernis und nach Interessen des Kapitals und der Lobbyisten, wie sie heute betrieben wird, ist eine Katastrophe.

"Demokratisch, aber mit festen Zielen" zu regieren klingt zwar gut, könnte aber ein zweischneidiges Schwert sein - im schlimmsten Fall sogar ein Widerspruch in sich: Wenn sich die Ziele mit denen der Bevölkerung decken, dann geht's ja leicht mit demokratischem Regieren. Was ist aber, wenn die Bevölkerung andere Ziele hat als die Regierung? Gegen den Willen der Bevölkerung regieren? Spätestens zur nächsten Wahl ist's halt dann auch wieder vorbei mit dem Regieren. Manchmal halt auch schon früher (vgl. EuroMaidan).

cheers matloh


rot mark.
nicht immer @matloh, wenn man z.B. so etwas komfortables wie ein Ministerium für Staatssicherheit hat, geht's weiter trotz vergeigter Wahl


.
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#17

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 08.05.2014 10:20
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #16
Zitat von matloh im Beitrag #15
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #12
Es muß nicht gleichein "Führer" sein nach bekanntem Vorbild, es würde schon reichen, eine Persönlichkeit an der
Spitze zu haben, die konsequent führen kann als sich in Alternativlosigkeit über die Jahre zu retten.

Führen heißt nicht, diktatorisch kommandieren, führen heißt für mich, das Land/Volk zielstrebig und konsequent
zu regieren, demokratisch, aber mit festen Zielen vor Augen.
Eine Politik des ständigen Richtungswechsels, je nach EU-Erfordernis und nach Interessen des Kapitals und der Lobbyisten, wie sie heute betrieben wird, ist eine Katastrophe.

"Demokratisch, aber mit festen Zielen" zu regieren klingt zwar gut, könnte aber ein zweischneidiges Schwert sein - im schlimmsten Fall sogar ein Widerspruch in sich: Wenn sich die Ziele mit denen der Bevölkerung decken, dann geht's ja leicht mit demokratischem Regieren. Was ist aber, wenn die Bevölkerung andere Ziele hat als die Regierung? Gegen den Willen der Bevölkerung regieren? Spätestens zur nächsten Wahl ist's halt dann auch wieder vorbei mit dem Regieren. Manchmal halt auch schon früher (vgl. EuroMaidan).

cheers matloh


rot mark.
nicht immer @matloh, wenn man z.B. so etwas komfortables wie ein Ministerium für Staatssicherheit hat, geht's weiter trotz vergeigter Wahl

Ja natürlich, in Diktaturen mit gut ausgeprägtem Sicherheitsapparat ist's immer einfacher zu regieren...


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#18

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 08.05.2014 10:47
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Schön, dass es immer hin zur Stasi führt, andere Ideen gibt es anscheinend nicht.
Entweder BRD-alt als Vorbild oder gar nichts.
Kann es sein, dass eine Führungspersönlichkeit nebst Regierung gewählt wird von einer Mehrheit, wirklich ehrlich dann auch
das macht nach der Wahl, was vorher verspochen wurde, nicht alle Woche die Richtung geändert wird, sondern konsequent
für das Volk regiert wird ?
Dann wäre ein "Führer" auch erwünscht, beliebt.
Keine Marionette der Wünsch dir was - EU, die mich eher an Stasi-Manieren erinnert als die DDR selbst.

Wenn die Bevölkerung andere Ziele als die Regierung hat, war die Wahl verkehrt. Selber Schuld.
Aber das muß erst begriffen werden.
Schlimm, dass es hier im Denken nur schwarz und weiß gibt, nur Stasi oder Demokratie a´la BRD, und nichts dazwischen .
Sind denn so viele Menschen nachhaltig stasi-geschädigt, dass sie keinen klaren Gedanken außerhalb dieser Thematik
fassen können ?
Erschreckend.
Für mich ist das Geschwafel, ich denke nicht an Stasi, aber auch nicht an inkonsequente Politiker.


.
.
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— Aristoteles -

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— Abraham Lincoln –
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#19

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 08.05.2014 11:38
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #18
Kann es sein, dass eine Führungspersönlichkeit nebst Regierung gewählt wird von einer Mehrheit, wirklich ehrlich dann auch das macht nach der Wahl, was vorher verspochen wurde, nicht alle Woche die Richtung geändert wird, sondern konsequent
für das Volk regiert wird?

Mit einer absoluten Mehrheit auf allen Ebenen wäre das vielleicht denkbar. Sobald aber eine Koalition gebildet werden muss, prallen unterschiedliche Wahlversprechen aufeinander. Da diese oft einen Zielkonflikt in sich bergen, gibt es halt zähe Verhandlungen - die nach außen vielleicht auch wirken, als ob sich die Stoßrichtung öfter ändern würde.
Und nicht nur die Koalitionspartner könnten ein Vorhaben zum Scheitern bringen; Es gibt ja auch noch andere Interessensvertreter wie z.B. Gewerkschaften, Berufsverbände usw. mit denen man Gesetzesvorhaben abstimmen muss.
Zusätzlich kommt hinzu, dass vielleicht das eine oder andere Wahlversprechen sich beim Versuch es umzusetzen doch anders dargestellt als ursprünglich vermutet. Das führt natürlich auch dazu, dass es nicht ganz so wie geplant umgesetzt werden kann.

Selbstverständlich könnte man jetzt einwenden, dass man nur solche Wahlversprechen abgeben kann, die sich problemlos umsetzen lassen, die mit allen Interessensvertretern abgestimmt sind und die mit allen potentiellen Koalitionspartner besprochen wurden.
Das würde aber wiederum die Kosten und Aufwände für eine Wahl deutlich in die Höhe treiben und auch mehr "sunk costs" verursachen; Z.B. die Wahlversprechen der Piratenpartei mit allen anderen Parteien, Interessensvertretungen usw. abzustimmen, würde hohen Aufwand bedeuten und wäre letztlich vergebene Liebesmüh (solange sie nicht in der Bundesregierung sind).

cheers matloh


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#20

RE: Österreicher haben "Führer-Sehnsucht"

in Themen vom Tage 08.05.2014 11:55
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Konsequenz ist dann, auf den "Führer" zu verzichten und sich tunlichst aller Wahlen zu enthalten, denn wem ich nicht vertrauen
kann, dem kann ich keine Stimme geben. (Als Beispiel)
Wen wundert dann heutzutage diese sog. Wahlmüdigkeit ? Die Menschen sind nicht wahlmüde, sie sehen keinen Sinn darin.
Die Unterschiede zwischen den Parteien in D, zumindest unter den langjährig etablierten, sind doch so gering im Endergeb-
nis, daß es Haarspalterei wäre, hier zu differenzieren.
FDP ist die Schaumschlägerpartei, CDU konservativ bis zum Tode, CSU revolutionär konservativ seit Seehofer, SPD die
Arbeiterpartei des Verrats, Grüne haben ihr Gedächtnis und damit ihre ursprünglichen Ideen verloren usw.

Fazit : Wahlen sind relativ sinnlos, weil sich doch keiner dran hält, was im Programm steht.
Und wozu eine Regierung, wenn Kanzler/in sagt : Alternativlos bzw. Basta. Siehe Merkel oder Schröder
Das grenzt an einen Führungsstil mit diktatorischer Anhaftung, wenn Diskussionen abgewürgt werden und Parteiraison über
Gewissen geht.
.


.
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