#341

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 13:02
von seaman | 3.487 Beiträge

Alles klar. Danke.

seaman


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#342

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 13:06
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #314




Ich war von 1981 bis Mitte Januar 1990 beim MfS. Zuerst als HIM bei der Äusseren Abwehr der HA I und ab 1983 bei der Aufklärung der HA I als IM-führender MA.
Die von @B208 hier eingestellten Texte habe ich heute zum ersten Mal gesehen. Ich habe sie also weder auf dem täglichen Weg zur Dienststelle noch auf Lehrgängen, an denen ich reichlich teilnahm, noch auf diversen Dienstversammlungen gesungen und habe auch nicht gehört, dass andere diese Lieder gesungen hätten.
Es mag sie gegeben haben, in der Praxis spielten sie aber nach meiner Erfahrung gar keine Rolle.

andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
werner hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.05.2016 13:11 | nach oben springen

#343

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 13:31
von Ebro | 565 Beiträge

Also ich habe von Liedern überhaupt noch nix gehört.
Stelle mir gerade vor, wie es damals gewesen wäre, wenn 30 Kerle inmitten einer Kleinstadt regelmäßig bei Dienstversammlungen laut gesungen hätten.
Entweder die Polizei oder der Arzt oder beide zusammen hätten vorne beim Wachmann geklingelt.....!
Das einzige Mal, wo ich mich ans Singen erinnern kann, war in einer sowjetischen Kaserne, in einem angrenzenden Waldstück, wo wir nach einer ausgiebigen Feier stinkbesoffen gemeinsam Kalinka "gesungen" haben.
Es gibt Dinge, die vergisst man nicht...!



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#344

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 13:32
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #319

Die haben nur ihre Akte gelesen , das reichte schon !!! Von den eigenen Kameraden , der eigenen Firma , bespitzelt und abgehört . Da hat wohl so manch treuer Genosse einen dicken Hals bekommen .
Aber deine Bewertung sagt auch einiges ! Alle Achtung!
B208


Wer bei einem Geheimdienst wie dem MfS arbeitete sollte sich schon bewusst gewesen sein, dass gerade nach dem Stiller-Vorfall höchster Wert auf die innere Sicherheit gelegt wurde und dementsprechend natürlich auch Sicherheitsüberprüfungen an der Tagesordnung waren. So habe ich regelmäßig bei Telefonaten von meinem privaten Diensttelefon die Genossen der Abt. 26, des BND und der CIA ausdrücklich begrüsst. Passiert ist mir deshalb weder vor noch nach der Wende nichts und ich konnte auch nicht erkennen, dass es sich nachhaltig auf meine "Karriere" als MA ausgewirkt hat.

In westlichen Diensten arbeitete man u.a. mit Lügendetektoren - beim MfS hat man es eben anders gemacht.
Gibt es wirklich jemanden, der sich darüber wundert?

Die Akten des MfS liegen da, wie ein offenes Buch. Da kommen ein AAAHHHH und OOOOHHHH nacheinander.
Ist hier wirklich jemand so naiv zu glauben, dass Sicherheitsorgane welchen modernen Landes auch immer die innere Sicherheit dem Zufall überlassen?


andy


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#345

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 13:39
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Ich möchte mich mal bei allen bedanken, die hier antworten.
tho


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#346

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 13:47
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #337
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #335
Ich finde das schon bemerkenswert, dass das MfS damals so erkannt hat und diese "Betreuung" von Ehemaligen "organisiert" hat. Egal aus welchem Land man in die DDR kam, musste man sich an das neue und andere Leben anpassen und vor allem ein neues Leben aufbauen. Ich stelle mir das nicht einfach vor. Der eine vermag das aus eigener Kraft, der andere brauchte Unterstützung. So etwas nennt man heute Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.

Moskwitschka


Ein z.b. Bundesbürger (Kundschafter), der in wenigen Stunden(womöglich mit Familie),aus seinem sozialen und familiären Umfeld gerissen wurde, war auf diese Integrationshilfe angewiesen. Wohnung, Schule, Beruf, Eingewöhnung an eine andere Staatsform usw. war für den/die Betreffenden unterstützungsbedürftig. Über seine Tätigkeit bisher durfte er aus Geheimhaltungsgründen meist in keiner Form berichten. Es war ein persönlicher Umbruch im bisherigen Leben. Hierbei wurde von der HVA Hilfestellung gegeben.
Das ein "Rückkehrer" auf sein Trabbi nicht 10 Jahre warten musste versteht sich dabei von selbst. Dafür hat er mitunter Jahrzehnte unter Gefahr der Enttarnung für die DDR-Nachrichtendienste im Ausland gewirkt. Lediglich ein Guthabenkonto war sein Startkapital und meist nur was er auf dem Körper trug.Diesen neuen Lebensabschnitt zu meistern ist nicht einfach, mancher scheiterte daran.
Das bei der Eingewöhnung auch Schwierigkeiten auftraten, bis hin zur Rückkehr, liegt in der Natur des Menschen.
Die HVA hatte für die Kundschafter des MfS Fürsorgepflicht und setzte diese bis 1989 bis hin zum Agentenaustausch konsequent durch.
Trotz der hier angeführten missglückten Integrationsbemühungen (Raufeisen,Fülle usw.) sind mehrheitlich die "Rückkehrer" erfolgreich mit der neuen Lebenssituation klar gekommen.

seaman







weil sie sich damit abfinden mussten, in einer Falle zu sitzen aus der kein Weg herausführte ??
Ich meine, welcher Mensch in der westliche Hemisphäre ist denn bei klarem Verstand nach dem Termin 13.August 1961 freiwillig in diesen Staat eingereist um sich dort niederzulassen? Es gab doch auch Alternativen, z.B. in die Schweiz , nach Österreich oder Italien(Provinz Bozen ) umzusiedeln. In den genannten Gegenden fühlt man sich ja auch nicht unbedingt wie in einem fremden Land, Sprache, Kultur ist doch sehr ähnlich.
Bezeichnend für das Scheitern solcher enttarnten Agenten und ihrer Familienangehörigen ist doch der Ausreiseantrag von Pierre Boom, Sohn von Günter Guillaume.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#347

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 13:52
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #344
Zitat von B208 im Beitrag #319

Die haben nur ihre Akte gelesen , das reichte schon !!! Von den eigenen Kameraden , der eigenen Firma , bespitzelt und abgehört . Da hat wohl so manch treuer Genosse einen dicken Hals bekommen .
Aber deine Bewertung sagt auch einiges ! Alle Achtung!
B208


Wer bei einem Geheimdienst wie dem MfS arbeitete sollte sich schon bewusst gewesen sein, dass gerade nach dem Stiller-Vorfall höchster Wert auf die innere Sicherheit gelegt wurde und dementsprechend natürlich auch Sicherheitsüberprüfungen an der Tagesordnung waren. So habe ich regelmäßig bei Telefonaten von meinem privaten Diensttelefon die Genossen der Abt. 26, des BND und der CIA ausdrücklich begrüsst. Passiert ist mir deshalb weder vor noch nach der Wende nichts und ich konnte auch nicht erkennen, dass es sich nachhaltig auf meine "Karriere" als MA ausgewirkt hat.

In westlichen Diensten arbeitete man u.a. mit Lügendetektoren - beim MfS hat man es eben anders gemacht.
Gibt es wirklich jemanden, der sich darüber wundert?

Die Akten des MfS liegen da, wie ein offenes Buch. Da kommen ein AAAHHHH und OOOOHHHH nacheinander.
Ist hier wirklich jemand so naiv zu glauben, dass Sicherheitsorgane welchen modernen Landes auch immer die innere Sicherheit dem Zufall überlassen?


andy



hab ich auch gemacht, andy, obwohl ich kein Geheimer war. Wenn ich aber aus Düsseldorf meine Eltern in Erfurt anrief, war immer ein Gruß an die geschätzte Hörerschaft dabei. ( natürlich aber nicht die von CIA und BND)


.
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#348

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 13:59
von Ebro | 565 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #346
Zitat von seaman im Beitrag #337
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #335
Ich finde das schon bemerkenswert, dass das MfS damals so erkannt hat und diese "Betreuung" von Ehemaligen "organisiert" hat. Egal aus welchem Land man in die DDR kam, musste man sich an das neue und andere Leben anpassen und vor allem ein neues Leben aufbauen. Ich stelle mir das nicht einfach vor. Der eine vermag das aus eigener Kraft, der andere brauchte Unterstützung. So etwas nennt man heute Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.

Moskwitschka


Ein z.b. Bundesbürger (Kundschafter), der in wenigen Stunden(womöglich mit Familie),aus seinem sozialen und familiären Umfeld gerissen wurde, war auf diese Integrationshilfe angewiesen. Wohnung, Schule, Beruf, Eingewöhnung an eine andere Staatsform usw. war für den/die Betreffenden unterstützungsbedürftig. Über seine Tätigkeit bisher durfte er aus Geheimhaltungsgründen meist in keiner Form berichten. Es war ein persönlicher Umbruch im bisherigen Leben. Hierbei wurde von der HVA Hilfestellung gegeben.
Das ein "Rückkehrer" auf sein Trabbi nicht 10 Jahre warten musste versteht sich dabei von selbst. Dafür hat er mitunter Jahrzehnte unter Gefahr der Enttarnung für die DDR-Nachrichtendienste im Ausland gewirkt. Lediglich ein Guthabenkonto war sein Startkapital und meist nur was er auf dem Körper trug.Diesen neuen Lebensabschnitt zu meistern ist nicht einfach, mancher scheiterte daran.
Das bei der Eingewöhnung auch Schwierigkeiten auftraten, bis hin zur Rückkehr, liegt in der Natur des Menschen.
Die HVA hatte für die Kundschafter des MfS Fürsorgepflicht und setzte diese bis 1989 bis hin zum Agentenaustausch konsequent durch.
Trotz der hier angeführten missglückten Integrationsbemühungen (Raufeisen,Fülle usw.) sind mehrheitlich die "Rückkehrer" erfolgreich mit der neuen Lebenssituation klar gekommen.

seaman







weil sie sich damit abfinden mussten, in einer Falle zu sitzen aus der kein Weg herausführte ??
Ich meine, welcher Mensch in der westliche Hemisphäre ist denn bei klarem Verstand nach dem Termin 13.August 1961 freiwillig in diesen Staat eingereist um sich dort niederzulassen? Es gab doch auch Alternativen, z.B. in die Schweiz , nach Österreich oder Italien(Provinz Bozen ) umzusiedeln. In den genannten Gegenden fühlt man sich ja auch nicht unbedingt wie in einem fremden Land, Sprache, Kultur ist doch sehr ähnlich.
Bezeichnend für das Scheitern solcher enttarnten Agenten und ihrer Familienangehörigen ist doch der Ausreiseantrag von Pierre Boom, Sohn von Günter Guillaume.


Was ist denn daran nun "bezeichnend"? Der User seaman hatte doch erklärt, dass Manche damit nicht klar kamen, ist doch logisch und menschlich.. Du wärst doch Mitte der 80-er in der DDR auch nicht mehr klargekommen.......!



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#349

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 14:02
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #347

hab ich auch gemacht, andy, obwohl ich kein Geheimer war. Wenn ich aber aus Düsseldorf meine Eltern in Erfurt anrief, war immer ein Gruß an die geschätzte Hörerschaft dabei. ( natürlich aber nicht die von CIA und BND)




Weil Du es nicht gewusst hast oder es vielleicht auch heute noch nicht für möglich hälst?

Auch der Mitschnitt Deiner Telefonate wird sich zumindest temporär in den Akten der NSA befunden haben, ob Du das nun wahrhaben willst oder nicht.
Genauso wie Dein Briefwechsel zwischen Deinen Eltern und Dir von Pullach mitgelesen wurde - ob Du das nun wahrhaben willst oder nicht.



andy


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Gert und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.05.2016 14:04 | nach oben springen

#350

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 14:11
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #349
Zitat von Gert im Beitrag #347

hab ich auch gemacht, andy, obwohl ich kein Geheimer war. Wenn ich aber aus Düsseldorf meine Eltern in Erfurt anrief, war immer ein Gruß an die geschätzte Hörerschaft dabei. ( natürlich aber nicht die von CIA und BND)




Weil Du es nicht gewusst hast oder es vielleicht auch heute noch nicht für möglich hälst?

Auch der Mitschnitt Deiner Telefonate wird sich zumindest temporär in den Akten der NSA befunden haben, ob Du das nun wahrhaben willst oder nicht.
Genauso wie Dein Briefwechsel zwischen Deinen Eltern und Dir von Pullach mitgelesen wurde - ob Du das nun wahrhaben willst oder nicht.



andy



andy die (CIA und Co) brauchten mich nicht mehr abhören, denn sie konnten mich am Anfang life interviewen in Oberursel wenn du verstehst was ich meine.


.
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#351

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 14:13
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Ebro im Beitrag #348
Zitat von Gert im Beitrag #346
Zitat von seaman im Beitrag #337
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #335
Ich finde das schon bemerkenswert, dass das MfS damals so erkannt hat und diese "Betreuung" von Ehemaligen "organisiert" hat. Egal aus welchem Land man in die DDR kam, musste man sich an das neue und andere Leben anpassen und vor allem ein neues Leben aufbauen. Ich stelle mir das nicht einfach vor. Der eine vermag das aus eigener Kraft, der andere brauchte Unterstützung. So etwas nennt man heute Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.

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Ein z.b. Bundesbürger (Kundschafter), der in wenigen Stunden(womöglich mit Familie),aus seinem sozialen und familiären Umfeld gerissen wurde, war auf diese Integrationshilfe angewiesen. Wohnung, Schule, Beruf, Eingewöhnung an eine andere Staatsform usw. war für den/die Betreffenden unterstützungsbedürftig. Über seine Tätigkeit bisher durfte er aus Geheimhaltungsgründen meist in keiner Form berichten. Es war ein persönlicher Umbruch im bisherigen Leben. Hierbei wurde von der HVA Hilfestellung gegeben.
Das ein "Rückkehrer" auf sein Trabbi nicht 10 Jahre warten musste versteht sich dabei von selbst. Dafür hat er mitunter Jahrzehnte unter Gefahr der Enttarnung für die DDR-Nachrichtendienste im Ausland gewirkt. Lediglich ein Guthabenkonto war sein Startkapital und meist nur was er auf dem Körper trug.Diesen neuen Lebensabschnitt zu meistern ist nicht einfach, mancher scheiterte daran.
Das bei der Eingewöhnung auch Schwierigkeiten auftraten, bis hin zur Rückkehr, liegt in der Natur des Menschen.
Die HVA hatte für die Kundschafter des MfS Fürsorgepflicht und setzte diese bis 1989 bis hin zum Agentenaustausch konsequent durch.
Trotz der hier angeführten missglückten Integrationsbemühungen (Raufeisen,Fülle usw.) sind mehrheitlich die "Rückkehrer" erfolgreich mit der neuen Lebenssituation klar gekommen.

seaman







weil sie sich damit abfinden mussten, in einer Falle zu sitzen aus der kein Weg herausführte ??
Ich meine, welcher Mensch in der westliche Hemisphäre ist denn bei klarem Verstand nach dem Termin 13.August 1961 freiwillig in diesen Staat eingereist um sich dort niederzulassen? Es gab doch auch Alternativen, z.B. in die Schweiz , nach Österreich oder Italien(Provinz Bozen ) umzusiedeln. In den genannten Gegenden fühlt man sich ja auch nicht unbedingt wie in einem fremden Land, Sprache, Kultur ist doch sehr ähnlich.
Bezeichnend für das Scheitern solcher enttarnten Agenten und ihrer Familienangehörigen ist doch der Ausreiseantrag von Pierre Boom, Sohn von Günter Guillaume.


Was ist denn daran nun "bezeichnend"? Der User seaman hatte doch erklärt, dass Manche damit nicht klar kamen, ist doch logisch und menschlich.. Du wärst doch Mitte der 80-er in der DDR auch nicht mehr klargekommen.......!

nciht nur Mitte der 80er Jahre, mein Lebensweg beweist doch, dass ich mit denen nie klar kam und kommen würde


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#352

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 14:20
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #344
So habe ich regelmäßig bei Telefonaten von meinem privaten Diensttelefon die Genossen der Abt. 26, des BND und der CIA ausdrücklich begrüsst.


Vermutlich war das weder sonderlich smart noch sonderlich höflich, denn die Überwachung von Telefonaten dürfte auch zu Deinen Zeiten schon in den Händen der NSA gelegen haben. Den Reißer hättest Du wohl erst gemacht, wenn Du DIE begrüßt hättest.
Aber die meisten haben wohl doch erst seit "Enemy of the State" in den späten Neunzigern oder gar erst seit Eddie Snowden von denen gehört.


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#353

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 17:20
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #350
Zitat von andy im Beitrag #349
Zitat von Gert im Beitrag #347

hab ich auch gemacht, andy, obwohl ich kein Geheimer war. Wenn ich aber aus Düsseldorf meine Eltern in Erfurt anrief, war immer ein Gruß an die geschätzte Hörerschaft dabei. ( natürlich aber nicht die von CIA und BND)




Weil Du es nicht gewusst hast oder es vielleicht auch heute noch nicht für möglich hälst?

Auch der Mitschnitt Deiner Telefonate wird sich zumindest temporär in den Akten der NSA befunden haben, ob Du das nun wahrhaben willst oder nicht.
Genauso wie Dein Briefwechsel zwischen Deinen Eltern und Dir von Pullach mitgelesen wurde - ob Du das nun wahrhaben willst oder nicht.



andy



andy die (CIA und Co) brauchten mich nicht mehr abhören, denn sie konnten mich am Anfang life interviewen in Oberursel wenn du verstehst was ich meine.


War das dort, wo Du so gesungen hast.


seaman und Signalobermaat haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#354

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 17:40
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #353
Zitat von Gert im Beitrag #350
Zitat von andy im Beitrag #349
Zitat von Gert im Beitrag #347

hab ich auch gemacht, andy, obwohl ich kein Geheimer war. Wenn ich aber aus Düsseldorf meine Eltern in Erfurt anrief, war immer ein Gruß an die geschätzte Hörerschaft dabei. ( natürlich aber nicht die von CIA und BND)




Weil Du es nicht gewusst hast oder es vielleicht auch heute noch nicht für möglich hälst?

Auch der Mitschnitt Deiner Telefonate wird sich zumindest temporär in den Akten der NSA befunden haben, ob Du das nun wahrhaben willst oder nicht.
Genauso wie Dein Briefwechsel zwischen Deinen Eltern und Dir von Pullach mitgelesen wurde - ob Du das nun wahrhaben willst oder nicht.



andy



andy die (CIA und Co) brauchten mich nicht mehr abhören, denn sie konnten mich am Anfang life interviewen in Oberursel wenn du verstehst was ich meine.


War das dort, wo Du so gesungen hast.


ne, nicht gesungen, ich hab's in Prosa vorgetragen, wenn du verstehst was ich meine.Ich habe es sehr gerne getan, sage ich auch heute noch. Es waren bestimmt peanuts, aber ich glaube ich konnte etwas helfen diesem Staat zu schaden. Das war mir ein innerlicher Parteitag, @ Rostocker und @ seaman


.
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Mahatma Gandhi
Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.05.2016 17:40 | nach oben springen

#355

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 18:41
von B208 | 1.331 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #344
Zitat von B208 im Beitrag #319

Die haben nur ihre Akte gelesen , das reichte schon !!! Von den eigenen Kameraden , der eigenen Firma , bespitzelt und abgehört . Da hat wohl so manch treuer Genosse einen dicken Hals bekommen .
Aber deine Bewertung sagt auch einiges ! Alle Achtung!
B208


Wer bei einem Geheimdienst wie dem MfS arbeitete sollte sich schon bewusst gewesen sein, dass gerade nach dem Stiller-Vorfall höchster Wert auf die innere Sicherheit gelegt wurde und dementsprechend natürlich auch Sicherheitsüberprüfungen an der Tagesordnung waren. So habe ich regelmäßig bei Telefonaten von meinem privaten Diensttelefon die Genossen der Abt. 26, des BND und der CIA ausdrücklich begrüsst. Passiert ist mir deshalb weder vor noch nach der Wende nichts und ich konnte auch nicht erkennen, dass es sich nachhaltig auf meine "Karriere" als MA ausgewirkt hat.

In westlichen Diensten arbeitete man u.a. mit Lügendetektoren - beim MfS hat man es eben anders gemacht.
Gibt es wirklich jemanden, der sich darüber wundert?

Die Akten des MfS liegen da, wie ein offenes Buch. Da kommen ein AAAHHHH und OOOOHHHH nacheinander.
Ist hier wirklich jemand so naiv zu glauben, dass Sicherheitsorgane welchen modernen Landes auch immer die innere Sicherheit dem Zufall überlassen?


andy


Moin andy ,
Diese Sicherheitsüberprüfung war und ist sicherlich weltweit Standard . Nicht nur bei Behörden . Die Vorgänge, die MA des MfS dazu bewegt haben ihr Schweigen zu brechen , müssen also etwas intensiver gewesen sein . Der Bundesanwalt sprach ja davon , dass es sogenannte " Opferakten " waren und nicht einfache Personalakten ( Kaderakten ??? ) da gab es wohl qualitativ einen großen Unterschied . Auf alle Fälle hatte keiner der Betroffenen mit einer solchen Bespitzelung in den eigenen Reihen gerechnet . Wie schon geschrieben , sogar die Wohnung von Markus Wolf war mit Abhörtechnik bestückt worden .

Und dass die Akten des MfS wie ein offenes Buch da liegen , naja ? Meine Bücher sind gebunden und haben Seitennummern und liegen nicht in Streifen in Papiersäcken .

B208


Hapedi und lhsecurity haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#356

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 18:48
von Alfred | 6.841 Beiträge

Da hätte der Anwalt auch erwähnen sollen, warum entsprechende Akten angelegt oder entsprechende Maßnahmen eingeleitet wurden. Denn dies geschah ja nicht aus Lust und Laune.


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#357

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 20:58
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #344

[...]

In westlichen Diensten arbeitete man u.a. mit Lügendetektoren - beim MfS hat man es eben anders gemacht.
Gibt es wirklich jemanden, der sich darüber wundert?
[...]

andy


Stimmt nicht ganz. In der HV A IX/L/2 (AG Medium) hat man Übersiedlungs-IM, sowie betreuten und haftentlassenen IM/OG mit durchaus ähnlichen psycho-physiologischen Untersuchungen (z.B. Stimmanalyse) auf den Zahn gefühlt.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 11.05.2016 21:00 | nach oben springen

#358

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 21:03
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #357


Stimmt nicht ganz. In der HV A IX/L/2 (AG Medium) hat man Übersiedlungs-IM, sowie betreuten und haftentlassenen IM/OG mit durchaus ähnlichen psycho-physiologischen Untersuchungen (z.B. Stimmanalyse) auf den Zahn gefühlt.

Gruß Kalubke


In welchem Zeitraum soll das gewesen sein?
Wie muss man sich die Stimmanalyse vorstellen und wofür diente diese?

seaman


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#359

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 21:14
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Das war ab 1980 gem. Dienstanweisung 2/80 der HV A. Soll lt. Eichner/Schramm "Konterspionage" S. 200 sogar effektiver als der Lügendetektor gewesen sein.

Dazu steht dort:

"Die Arbeitsweise [...] beruhte auf wissenschaftlich begründeten Analysen des Stimmenprofils der Probanden. Diese Analysen waren wesentlich konkreter und effektiver als die Tests mit dem Lügendetektor, die von IM des MfS erfolgreich unterlaufen werden konnten."


Vlt. hat man beim Lügen ein leichtes Zittern in der Stimme, was durch spezielle Computerauswertung festgestellt werden konnte.

Gruß Kalubke



seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.05.2016 21:22 | nach oben springen

#360

RE: Kundschaftertreffen 2014

in Spionage Spione DDR und BRD 11.05.2016 21:27
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #359
Das war ab 1980 gem. Dienstanweisung 2/80 der HV A. Soll lt. Eichner/Schramm "Konterspionage" S. 200 sogar effektiver als der Lügendetektor gewesen sein.

Dazu steht dort:

"Die Arbeitsweise [...] beruhte auf wissenschaftlich begründeten Analysen des Stimmenprofils der Probanden. Diese Analysen waren wesentlich konkreter und effektiver als die Tests mit dem Lügendetektor, die von IM des MfS erfolgreich unterlaufen werden konnten."


Vlt. hat man beim Lügen ein leichtes Zittern in der Stimme, was durch spezielle Computerauswertung festgestellt werden konnte.

Gruß Kalubke


Ja, aber diese Stimmenanalyse hat doch nichts mit einem Lügendetektor gemeinsam.
Der angeführte psychologische-physiologische Eignungstest ist qualitativ hochwertig über Tage erfolgt, ohne Kopfhauben, Verkabelung und Suggestivbefragung.
Das lief ganz entspannt ab.

seaman


zuletzt bearbeitet 11.05.2016 21:51 | nach oben springen


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