#1

Fragen zum Transitverkehr

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2014 16:20
von TOMMI | 1.988 Beiträge

Hallo Leute!
Aus meiner Neugierde heraus sind bei mir Fragen zum Transitverkehr aufgekommen, von denen ich hoffe,
dass diese hier durch anwesende kompetente Mitglieder beantwortet werden können.

Nun zum Sachverhalt:

Meine Freundin ist eine Rheinland/Pfälzerin, lebt also in dem Teil unseres Landes, der vor 1989/90 zur anderen Seite gehörte.
Ihr ehemaliger Ehemann hat Verwandte in (West)-Berlin.
1984 unternahmen beide einen Besuch dorthin, mussten also via Transit durch die DDR.
Sie befuhren die Autobahn A2 (Hannover-Berlin). Auf der Höhe Braunschweig überkam meine Freundin ein dringendes menschliches
Bedürfnis, zu gut deutsch, sie musste pinkeln. Ihr Ex meinte: "Lass uns erstmal den Grenzübergang hinter uns bringen..."
Ein aus heutiger Sich naiver Ratschlag, jedenfalls erwies sich dieser als Fehler.
Hinter dem Grenzübergang, also schon auf DDR-Gebiet, fand man einen kleinen Rastplatz.
Auf mein Nachfragen erzählte sie mir, dass dies keine Raststätte, sondern lediglich ein ganz kleiner Rastplatz, war,
"so mit einem Tisch und Bänken."
Diesen Platz fuhren sie an, damit sie sich ihrer Last entledigen konnte.
Kaum hatte sie sich hinter ein Gebüsch gehockt, da kamen, so erzählte sie "zwei Typen und schimpften."
"Was machen Sie da, sie dürfen hier nicht halten! Fahren Sie sofort weiter!"
Ihr Ex: "Aber meine Frau muss doch nur pinkeln..."
"Interessiert nicht, fahren Sie unverzüglich weiter...."
Ganz so unverzüglich ging es dann doch nicht. Das ganze ereignete sich 1984, ist also schon 30 Jahre her.
So hat schon der Teufel des Vergessens zugeschlagen. Dass Transitreisende nicht so ohne weiteres überall
halten durften, war mir klar. So versuchte ich, durch einige Fragen, der Sache auf den Grund zu gehen.
Der Rastplatz muss wohl einer derjenigen Plätze gewesen sein, wie sie sich oft damals an Anschlussstellen befanden.
Also denkbar war der Ort die erste Anschlussstelle nach der Grenze.
Dann fragte ich: "Waren die Leute in Zivil oder in Uniform?"
"Die waren in Uniform."
"Waren das Polizei- oder Militäruniformen, also grün oder grau?"
"Die waren nicht grün. Wie Polizei sahen die nicht aus. Die sahen sportlich und durchtrainiert aus, gar keine Beamtentypen."
"Deren Auto, war das ein ziviles oder ein Polizeiauto, so mit Blaulicht usw.?"
"Das war zivil."
"War es grau und hatte eine Funkantenne?"
"Das weiß ich nicht mehr."
"Was haben die dann noch gemacht?"
"Die haben das Auto kontrolliert und der eine hatte so ein Clip-Board und hat ganz viel aufgeschrieben. Dann haben die uns aufgefordert,
ohne Unterbrechung weiterzufahren.
"

Wie gesagt, das ganze liegt nun schon ein paar Jahre zurück und als damalige Westdeutsche hatte meine Freundin keinen
Einblick in die Gepflogenheiten der damaligen DDR-Behörden.
Nun habe ich an Euch einige Fragen:

- Welchem Organ gehörten diese beiden an?
- Im gröbsten wissen wir alle Bescheid über die Transit-Regeln. Aber wäre es möglich,
nochmal das wichtigste zusammenzufassen?
- Da der eine einiges aufgeschrieben hat, ist es möglich, dass eine Akte angelegt wurde, oder zumindest dieser Vorfall
in einer Meldung irgendeiner Art aufgetaucht wäre?
- Wenn vorherige Frage zu bejahen ist, hätte ein entsprechender Vermerk Einfluss auf eine evtl. spätere DDR-Einreise gehabt?


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#2

RE: Fragen zum Transitverkehr

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2014 17:22
von passport | 2.639 Beiträge

@TOMMI


Das ist das Dienstgebäude auf der Güst Marienborn / A.





Das Bild anklicken, dann sieht man dort 2 Türen mit den gewissen Piktogrammen. Da hätte deine Freundin ohne Probleme ihr Geschäft erledigen können.
Aber wenn man halt Naturverbunden pinkeln gehen möchte kann es auch heute noch Probleme geben. Zumindestens dort wo Rastplätze nicht über Toiletten verfügen.
Ansonsten vermute ich mal das es sich um 2 Polizisten der VK Transit gehandelt hat. PKW im Transit konnten auf jeden Rastplatz der Autobahn halten. Nur Transitbusse hatten vorgeschriebene Busrastplätze anzufahren.


passport


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#3

RE: Fragen zum Transitverkehr

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2014 17:23
von icke46 | 2.593 Beiträge

Als seinerzeitiger Normal-Transitbenutzer kann ich dazu eigentlich nicht viel sagen, für mich hört sich aber das irgendwie so an, als wenn um den Parkplatz herum irgendetwas militärisches (Manöver oder so) abgelaufen ist. Ich hatte nie Probleme, wenn ich einen Zwischenstopp auf Normalparkplätzen (also keine Raststätte) eingelegt habe.

Was ich aber ncht so ganz verstehe: Warum hat sie nicht die Toilette in der GÜST Marienborn genutzt? Wäre mt Sicherheit angenehmer gewesen wie in der freien Natur.

Gruss

icke



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#4

RE: Fragen zum Transitverkehr

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2014 20:37
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Wenn ich heute auf Höhe BS pinkeln müsste, würde meine Blase eine derartige Aktion gar nicht mehr mitmachen. Ansonsten etwas seltsame Sache. Vielleicht haben sich die Kollegen nur daran gestoßen, in gottesfreier Natur zu verrichten. Hat aber eigentlich an diesen Parkplätzen auch nicht viel Sinn. Das deswegen etwas aufgeschrieben wurde, kann ich nicht nachvollziehen.

friedliche Grüße Andreas


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#5

RE: Fragen zum Transitverkehr

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2014 20:47
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Vielleicht haben die versehentlich auf einem Transit-Rastplatz für Busse gehalten? Dort durfte man mit PKW nicht halten. Allerdings gab es auf Bus-Parkplätzen Toiletten.
Ansonsten hat doch jeder auf kleineren Rastplätzen gepinkelt. War eigentlich völlig üblich, sich irgendwo in die Büsche zu schlagen.


zuletzt bearbeitet 01.05.2014 20:48 | nach oben springen

#6

RE: Fragen zum Transitverkehr

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2014 20:48
von Vogtländer (gelöscht)
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Zwischen H und BS kannste heutzutage beim Feiertagsverkehr auch die Leitplanke nutzen.Denn dann ist die Autobahn der Parkplatz!


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#7

RE: Fragen zum Transitverkehr

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2014 20:57
von küchenbulle | 196 Beiträge

Hallo Tommi !

Ja die zwei Kontrollettis auf dem Parkplatz auf der Transitstrecke waren ganz sicher dem MFS zu zuordnen . Da müßt ihr die Herren ja
bei einer wichtigen Amtshandlung irgendwie gestört haben . Die Strecken wurden ständig überwacht ,das da auch mal öfter die Uniform
gwechselt wurde war gehörte auch zum Geschäft . Auf den Transitautobahnen rund um Berlin wurden auch Kräfte der Schutzpolizei eingesetzt .
Ich war 1980 auf der Transitstrecke im Bereich des VPKA Bernau eingesetzt , wir haben aber die Hauptaufgabe gehabt die Transitfahrzeuge
zu beobachten in welche Richtung sie unterwegs waren . Natürlich hatten wir in meinem Bereich auch 13 Haltepunkte die regelmäßig auch
angefahren wurden . Einige hatten auch gute Bedingungen für weitergehende Kontrollen von Fahrzeug und Insassen , bei Verstößen gegen
vorgeschriebene Transitstrecken wurde auch in DM kassiert , es richtete sich immer danach wie weit Verkehrsknotenpunkten abgewichen
wurde . Bis zu 500 Mark konnten an Ort und Stelle gefordert werden von uns Polizeikräften . Zusätzlich sind wir noch mit weißem Koppelzeug
ausgestattet worden das gab dann so den Verkehrspolizistenanstrich . Wir waren dort aber nicht die einzigen die Streife fuhren ,wir mit unseren
1300 Lada (FstW) grün -Weiss und dann gabs noch Honeckers Spezialtruppe die die Regierungsstrecke im Auge hatten . Welche ganz genaue
Abteilung dort wirkte kann ich auch nicht so sagen , bei uns war diese Truppe unter VK 1 bekannt . Aber darüber wurde sich ja auch schon
im Forum drüber gestritten . Die fuhren auf der Protokollstrecke mit dunkelgrünen Ladas 1500 und Wartburgs auf Streifendienst . Die Leute
wechselten auch des öfteren mal die Dienstgrade , wir hatten mit denen zwar nichts zu tun . Aber gelegentliche Schwätzchen an Haltepunkten
kamen auch vor ,aber man war vorsichtig bei den Unterhaltungen . Das war der blanke Wahnsinn was dort an Kräften gebunden wurde .
Aber es war wie überall ,man einer passte auf den anderen auf . Achso da fällt mir noch ein das wir auch öfter die LKW,s im Transit mit
einem Beifahrer kontrollierten , meist waren es aber auch nur Tramper aber es war nicht gestattet .

So im Moment fällt mir zu der Zeit auf der Piste auch nichts mehr ein ,aber es war eine spannende Tätigkeit .

Viele Grüße

der Küchenbulle


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#8

RE: Fragen zum Transitverkehr

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2014 20:58
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von ehem. Hu im Beitrag #4
Wenn ich heute auf Höhe BS pinkeln müsste, würde meine Blase eine derartige Aktion gar nicht mehr mitmachen. Ansonsten etwas seltsame Sache. Vielleicht haben sich die Kollegen nur daran gestoßen, in gottesfreier Natur zu verrichten. Hat aber eigentlich an diesen Parkplätzen auch nicht viel Sinn. Das deswegen etwas aufgeschrieben wurde, kann ich nicht nachvollziehen.

friedliche Grüße Andreas


Aufgeschrieben wird doch immer irgendwas, sonst könnten die Vorgesetzten noch meinen, man hätte eine ruhige Kugel geschoben. So was lief doch sicher unter dem Begriff "mündliche Verwarnung ohne Kostenfolge" (oder so ähnlich, gab es sicher auch bei der VP).
Theo


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#9

RE: Fragen zum Transitverkehr

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2014 21:27
von passport | 2.639 Beiträge

Zitat von küchenbulle im Beitrag #7

Hallo Tommi !

Ja die zwei Kontrollettis auf dem Parkplatz auf der Transitstrecke waren ganz sicher dem MFS zu zuordnen . Da müßt ihr die Herren ja
bei einer wichtigen Amtshandlung irgendwie gestört haben . Die Strecken wurden ständig überwacht ,das da auch mal öfter die Uniform
gwechselt wurde war gehörte auch zum Geschäft . Auf den Transitautobahnen rund um Berlin wurden auch Kräfte der Schutzpolizei eingesetzt .
Ich war 1980 auf der Transitstrecke im Bereich des VPKA Bernau eingesetzt , wir haben aber die Hauptaufgabe gehabt die Transitfahrzeuge
zu beobachten in welche Richtung sie unterwegs waren . Natürlich hatten wir in meinem Bereich auch 13 Haltepunkte die regelmäßig auch
angefahren wurden . Einige hatten auch gute Bedingungen für weitergehende Kontrollen von Fahrzeug und Insassen , bei Verstößen gegen
vorgeschriebene Transitstrecken wurde auch in DM kassiert , es richtete sich immer danach wie weit Verkehrsknotenpunkten abgewichen
wurde . Bis zu 500 Mark konnten an Ort und Stelle gefordert werden von uns Polizeikräften . Zusätzlich sind wir noch mit weißem Koppelzeug
ausgestattet worden das gab dann so den Verkehrspolizistenanstrich . Wir waren dort aber nicht die einzigen die Streife fuhren ,wir mit unseren
1300 Lada (FstW) grün -Weiss und dann gabs noch Honeckers Spezialtruppe die die Regierungsstrecke im Auge hatten . Welche ganz genaue
Abteilung dort wirkte kann ich auch nicht so sagen , bei uns war diese Truppe unter VK 1 bekannt . Aber darüber wurde sich ja auch schon
im Forum drüber gestritten . Die fuhren auf der Protokollstrecke mit dunkelgrünen Ladas 1500 und Wartburgs auf Streifendienst . Die Leute
wechselten auch des öfteren mal die Dienstgrade , wir hatten mit denen zwar nichts zu tun . Aber gelegentliche Schwätzchen an Haltepunkten
kamen auch vor ,aber man war vorsichtig bei den Unterhaltungen . Das war der blanke Wahnsinn was dort an Kräften gebunden wurde .
Aber es war wie überall ,man einer passte auf den anderen auf . Achso da fällt mir noch ein das wir auch öfter die LKW,s im Transit mit
einem Beifahrer kontrollierten , meist waren es aber auch nur Tramper aber es war nicht gestattet .

So im Moment fällt mir zu der Zeit auf der Piste auch nichts mehr ein ,aber es war eine spannende Tätigkeit .

Viele Grüße

der Küchenbulle



Aussage von Tommis Freundin :

Was haben die dann noch gemacht?"
"Die haben das Auto kontrolliert und der eine hatte so ein Clip-Board und hat ganz viel aufgeschrieben. Dann haben die uns aufgefordert,
ohne Unterbrechung weiterzufahren."

Unsinn ! MA des MfS kontrollierten auf den Transitstrecken keine Reisenden in Fahrzeugen !


passport


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#10

RE: Fragen zum Transitverkehr

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2014 21:32
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Wer es denn nun war, darum dreht sich ja gerade die Frage.


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#11

RE: Fragen zum Transitverkehr

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2014 23:30
von polsam | 575 Beiträge

Zitat von küchenbulle im Beitrag #7

Hallo Tommi !

Ja die zwei Kontrollettis auf dem Parkplatz auf der Transitstrecke waren ganz sicher dem MFS zu zuordnen . Da müßt ihr die Herren ja
bei einer wichtigen Amtshandlung irgendwie gestört haben . Die Strecken wurden ständig überwacht ,das da auch mal öfter die Uniform
gwechselt wurde war gehörte auch zum Geschäft . Auf den Transitautobahnen rund um Berlin wurden auch Kräfte der Schutzpolizei eingesetzt .
Ich war 1980 auf der Transitstrecke im Bereich des VPKA Bernau eingesetzt , wir haben aber die Hauptaufgabe gehabt die Transitfahrzeuge
zu beobachten in welche Richtung sie unterwegs waren . Natürlich hatten wir in meinem Bereich auch 13 Haltepunkte die regelmäßig auch
angefahren wurden . Einige hatten auch gute Bedingungen für weitergehende Kontrollen von Fahrzeug und Insassen , bei Verstößen gegen
vorgeschriebene Transitstrecken wurde auch in DM kassiert , es richtete sich immer danach wie weit Verkehrsknotenpunkten abgewichen
wurde . Bis zu 500 Mark konnten an Ort und Stelle gefordert werden von uns Polizeikräften . Zusätzlich sind wir noch mit weißem Koppelzeug
ausgestattet worden das gab dann so den Verkehrspolizistenanstrich . Wir waren dort aber nicht die einzigen die Streife fuhren ,wir mit unseren
1300 Lada (FstW) grün -Weiss und dann gabs noch Honeckers Spezialtruppe die die Regierungsstrecke im Auge hatten . Welche ganz genaue
Abteilung dort wirkte kann ich auch nicht so sagen , bei uns war diese Truppe unter VK 1 bekannt . Aber darüber wurde sich ja auch schon
im Forum drüber gestritten . Die fuhren auf der Protokollstrecke mit dunkelgrünen Ladas 1500 und Wartburgs auf Streifendienst . Die Leute
wechselten auch des öfteren mal die Dienstgrade , wir hatten mit denen zwar nichts zu tun . Aber gelegentliche Schwätzchen an Haltepunkten
kamen auch vor ,aber man war vorsichtig bei den Unterhaltungen . Das war der blanke Wahnsinn was dort an Kräften gebunden wurde .
Aber es war wie überall ,man einer passte auf den anderen auf . Achso da fällt mir noch ein das wir auch öfter die LKW,s im Transit mit
einem Beifahrer kontrollierten , meist waren es aber auch nur Tramper aber es war nicht gestattet .

So im Moment fällt mir zu der Zeit auf der Piste auch nichts mehr ein ,aber es war eine spannende Tätigkeit .

Viele Grüße

der Küchenbulle



Soweit mir bekannt, gab es zwischen West-Berlin und der BRD nur 3 Transitstrecken. Die F5 (heute B5) die A2 und die A9 . Dazu natürlich die Zubringer.
Bernau liegt ja nun nicht gerade an diesen Strecken.
Wenn es denn eine Transitstrecke Ost-West gewesen währe, dann hätte es dort auch eine Gruppe der VK-Transit gegeben.
Ich kann mir vorstellen, dass die Hauptaufgabe von euch war, Abweichungen von der Transitstrecke festzustellen und zu ahnden.
Das Abweichen von der Transitstrecke hat ordentlich DM gekostet.
In dem Bereich wo ich tätig war, hatte die Schutzpolizei auf der Transitstrecke ( A 2) nichts verloren. Ausnahmen waren nur Schadensereignisse von großem Ausmaß, bei denen die Kräfte der VK-Transit nicht ausreichten.
Es gab auch hier eine Zeit Anfang der 80er, da musste die Schutzpolizei eine sogenannte Hinterlandstreife fahren, dass heisst, einen autobahnnahen Bereich bestreifen. Konkret waren das Waldgebiete und Strassen die ca. 1-2 Kilometer neben der Autobahn lagen.
Diese Streifen lagen vorrangig in der Zeit zwischen 17.00Uhr bis 22.00Uhr.
Dann gab es noch Komplexeinsätze. Bei denen wurden neben den Kräften der VK-Transit viele Schutzpolizisten mit eingesetzt.
Diese wurden in der Nähe von Autobahnabfahrten, Parkplätzenund Raststätten postiert um Auffälligkeiten wahr zu nehmen.
Auffälligkeiten währen gewesen: Kontaktaufhahmen DDR-BRD-Bürger, Ablegen von Zeitungen oder Gegenständen, Unbegründete Zeichengebung (Hupen, Lichtzeichen), Aufenthalt von DDR-Bürger in der Nähe von Parkplatzen, abgestellte Fahrzeuge in dem Bereich.
Feststellungen dieser Art wurden dann auf einem Vordruck (Transitmeldeschein) festgehalten.

Bei den Hinterlandstreifen mussten wir dann auch feststellen, dass wir als Volkspolizei von einer höheren Macht observiert wurden.
Wir hatten auf Grund von Ausfall von Funkstreifenwagen bunt, einen Funkwagen zivil einer anderen Dienststelle im Einsatz.
Bei einer der Hinterlandstreifen haben wir dann über Funk den Auftrag erhalten einen verdächtigen PKW Wartburg an einem Waldgebiet nahe eines Parkplatzes zu kontrolliern.
Das waren wir selbst.
Schlussfolgerung: Für jeden treuen Staatsbürger gab es einen noch treueren Staatsbürger


zuletzt bearbeitet 01.05.2014 23:32 | nach oben springen

#12

RE: Fragen zum Transitverkehr

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2014 00:01
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von polsam im Beitrag #11
(...)

Soweit mir bekannt, gab es zwischen West-Berlin und der BRD nur 3 Transitstrecken. Die F5 (heute B5) die A2 und die A9 . Dazu natürlich die Zubringer.
Bernau liegt ja nun nicht gerade an diesen Strecken.
Wenn es denn eine Transitstrecke Ost-West gewesen währe, dann hätte es dort auch eine Gruppe der VK-Transit gegeben.
(...)




Ich nehme an, dass alle Transitstrecken polizeilich überwacht wurden.
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co..._Transit041.jpg
wobei ich mir gerade überlege, von wo man kommt und wohin man fährt, wenn man unter Einhaltung der Vorschrift bei Bernau vorbeikommt. CSSR/Polen nach Hamburg oder nach DK?
Theo


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#13

RE: Fragen zum Transitverkehr

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2014 08:55
von elster427 | 789 Beiträge

Hallo Theo, da gab es die Möglichkeit Pommelen Richtung CSSR oder Richtung Hirschberg , Wartha.
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
zuletzt bearbeitet 02.05.2014 08:56 | nach oben springen

#14

RE: Fragen zum Transitverkehr

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2014 19:23
von küchenbulle | 196 Beiträge

Hallo Leute !

Vielleicht hab ich mich nicht ganz korrekt ausgedrückt ,für unseren Bereich Bernau war es die A10 die ja Richtung von nach Hamburg führte .Unser Abschnitt
ging auf der A10 von der alten Bernauer Schleife bis Parkplatz Mühlenbeck . Nach Mühlenbeck haben die Oranienburger Kollegen übernommen .
Auf der A11 fuhren auch genügend Transitreisende Richtung Norden . Es waren PkW,s und Lkw,s , auf einem Klemmblock wurde die wahrscheinliche
Fahrtrichtung der Westfahrzeuge mit Kennzeichen notiert . Bei besonderen Anlässen wurde auch so manch auffälliger Wagen von uns aus auch
während der Fahrt gestoppt . Nochmal zu der Zugehörigkeit der Transitgruppe , wir waren auch direkt als Einsatzreserve vom MdI geführt . Wir
hatten auch eine eigne Dienststelle in Zepernick samt den FstW . Zum VPKA Bernau fuhren wir nur zum Betanken am Ende der Nachtschicht .
Eine direkte Unterstellung zum VPKA hatten wir nicht , es gab auch des öfteren Unstimmigkeiten mit den Angehörigen der Verkehrspolizei .
Aber es war manchmal nur wegen der unterschiedlichen Dienstjahre der VK und der Schutzpolizei . Wenn ich nicht irre waren es 5 Jahre mehr
bis zur Pensionierung der Weissen Mäuse .

Viele Grüße

der küchenbulle


zuletzt bearbeitet 02.05.2014 20:11 | nach oben springen



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