#81

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:04
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Hufklaus im Beitrag #80
Auch wenn hier die Ansichtsweise der o.a. Problematik sehr ausführlich und aus verschiedenen Erfahrungen dargelegt wurde, sehe ich im Ganzen keine noch heute, d.h. historisch gerechtfertigte Sichtweise der IM´s des ehem MfS.
Es geht dabei nicht um Einzelfälle, sondern um das Prinzip, der Geheimdienst eines Landes installiert jederzeit berichtsfreudige Alltagsgenossen, um über deren Stimmungsberichte an die Führung die politischen Konsequenzen zu deren Machterhalt verlässlich zu sichern...
Und gerade jene Handlungsweise, wie in der ehem. DDR praktiziert, ist keineswegs typisch für einen Geheimdienst "jedes Staates".
VG Klaus


Grün: Meines Erachtens sind das aber mehr graduelle Unterschiede. In dieser Dichte der IM´s lag der DDR-Geheimdienst sicher recht weit vorn, aber vom Grundsatz her wird sich jeder Dienst in allen nennenswerten Staaten der Welt solcher Leute bedienen. Eine Mitteilung eines BRD-Bürgers an den BND über angenommene staatsgefährdende Umtriebe eines Kollegen oder Mitmieters mit der Absicht, etwas für die Sicherung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu tun, wird dort ganz sicher nicht im Papierkorb landen.



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#82

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:05
von Merkur | 1.021 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #40
Ich habe das schon oft geschrieben und wurde dafür kritisiert,aber ich sage es noch einmal,sie waren Werkzeuge,wurden benutzt von den Handwerkern.


Genau diese (wenigen) gewissenlosen Gesellen mit einer solchen Einstellung haben ab 1989 und danach ihre IM, als sie sie nicht mehr brauchten um Prämien, Beförderungen und sonstige Vergünstigungen einzustreichen, wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen oder schlimmer noch, verraten.
Nur gut zu wissen, dass die große Masse der IM-führenden Mitarbeiter ihre IM nicht als Werkzeug betrachtet hat.



seaman, Ostlandritter, werner, DoreHolm, Alfred, passport und Feliks D. haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.04.2014 20:05 | nach oben springen

#83

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:10
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #81
Zitat von Hufklaus im Beitrag #80
Auch wenn hier die Ansichtsweise der o.a. Problematik sehr ausführlich und aus verschiedenen Erfahrungen dargelegt wurde, sehe ich im Ganzen keine noch heute, d.h. historisch gerechtfertigte Sichtweise der IM´s des ehem MfS.
Es geht dabei nicht um Einzelfälle, sondern um das Prinzip, der Geheimdienst eines Landes installiert jederzeit berichtsfreudige Alltagsgenossen, um über deren Stimmungsberichte an die Führung die politischen Konsequenzen zu deren Machterhalt verlässlich zu sichern...
Und gerade jene Handlungsweise, wie in der ehem. DDR praktiziert, ist keineswegs typisch für einen Geheimdienst "jedes Staates".
VG Klaus


Grün: Meines Erachtens sind das aber mehr graduelle Unterschiede. In dieser Dichte der IM´s lag der DDR-Geheimdienst sicher recht weit vorn, aber vom Grundsatz her wird sich jeder Dienst in allen nennenswerten Staaten der Welt solcher Leute bedienen. Eine Mitteilung eines BRD-Bürgers an den BND über angenommene staatsgefährdende Umtriebe eines Kollegen oder Mitmieters mit der Absicht, etwas für die Sicherung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu tun, wird dort ganz sicher nicht im Papierkorb landen.




Das streite ich auch nicht ab, allerdings bleibt hier die Frage im Vergleich (warum eigentlich?) nach Qualität und Quantität...

Ich würde demzufolge jene "Altbundesbürger" hier im Forum mal auffordern, sich zu äußern, ob sie zu jenen Zeiten derartige Observationsvorgänge bemerkt, bzw. später etwas davon erfahren haben, insbesondere, wenn sich ihre Biographie ohne erkennbaren Anlass in eine unerwartet böse Richtung wandte....

VG Klaus


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#84

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:10
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #81

(....)
Eine Mitteilung eines BRD-Bürgers an den BND über angenommene staatsgefährdende Umtriebe eines Kollegen oder Mitmieters mit der Absicht, etwas für die Sicherung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu tun, wird dort ganz sicher nicht im Papierkorb landen.




Also, wenn schon, müsste die genannte Mitteilung an das BfV gehen. Der BND hat andere Baustellen.

Gruss

icke



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#85

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:10
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #59
Zitat von grenzgänger81 im Beitrag #56
Zitat von ABV im Beitrag #39
Zitat von damals wars im Beitrag #37
Vielleicht sind die gemeint http://de.wikipedia.org/wiki/Offizier_im_besonderen_Einsatz


Nein, dass war eine eigene Kategorie. Das was du meinst, dass waren die "OiBE". Die "HIM" waren etwas anderes.

Gruß Uwe


Kann mir das mal jemand übersetzen ? OiBE,HIM,keine Ahnung !


Ich weiß, Antworten mit internen Links sind verhasst. Aber es haben sich mal ein paar Leute die Finger gebrochen, ein eigenes Foren-Wiki zu erstellen. Und das enthält auch solch wertvolle Informationen, wie eine recht kompakte Abkürzungsliste:
Wiki:Abkuerzungen

Nur mal das Beispiel für HIM:
HIM = Hauptamtlicher Inoffizieller Mitarbeiter - wurde vom MfS langfristig eingesetzt, finanziell und sozial versorgt
HIM/A =Hauptamtlicher Inoffizieller Mitarbeiter/Aufklärung (HV A)
HIMB = Hauptamtlicher IMB
HIME = Hauptamtlicher Inoffizieller Mitarbeiter im besonderen Einsat
HIMS = Hauptamtlicher IMS

Und IMB und IMS kann man zu Übungszwecken mal selbst suchen. Sorry, aber mir schmerzt immer die Seele, wenn gute Arbeit keine Verwendung findet. Viel Spaß beim weiter Stöbern!

ciao Rainman

Danke @Rainman,jetzt bin ich als nichtwissender schlauer


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#86

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:16
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Liebe Forengemeinde.

Nachdem ich mir nun mit Bulgarischen Rotwein ein wenig Mut angetrunken habe, wie auch mir schon oft und längere Zeit -bezüglich mancher Themen- überlegt habe, mehr zu meiner Geschichte zu veröffentlichen,

ich war VERMUTLICH IM des MfS.

Also von wegen keiner hat den Arsch in der Hose, ich habe ihn schon, denn es gibt nichts was ich mir für mein Gewissen vorwerfen müsste, denn ich glaube nicht das durch mich jemand zu Schaden gekommen ist, denn mein Gewissen hat am Ende entschieden was ich dem MfS kund gebe und das war recht wenig und nur allgemeiner -man könnte sagen- Smalltalk.

Gleich, und das möchte ich betonen da es hier Thema war, ich stieg sozusagen lautlos und lustlos aus der Sache aus, ich hatte Ende der 80er kein Interesse mehr, mir waren andere Dinge wichtiger, fing ich doch erst nach der Armeezeit an zu Leben, Dinge zu tun die andere Jugendliche bis dahin längst hatten.
Es gab keine Sanktionen oder sonstige Beeeinträchtigungen in meinem Leben, mir wurden keine Steine gelegt, vermutlich steht sinngemäss in meiner Stasiakte, dass ich unzuverlässig und nicht förderlich bin.

Obendrein ist der Schnee von gestern eh unwichtig, ob hier nun manche sauer sind geht mir am Arsch vorbei, ich will oder muss hier keinen heiraten.
Wer nicht mit mir kommunizieren will weil ich vermutlich IM war, nun ich brech in Tränen aus, keiner ist mir hier so wichtig das mich das tangieren würde.

Meine WessisFrau weis das ich vermutlich IM war, sie weis alles, und nur das ist für mich wichtig, ihr -nicht alle- seid hier "nur" Nummern in einem Forum mit denen ich Gedanken austausche.
Das soll nicht abwertend klingen, ja ich weis das tut es sicher etwas, aber ob ihr nun mit mir böse seid, ist mir völlig Latte, weil erst die Zeit nach der Wende mich hart gemacht hat, zu DDR Zeiten war ich wohl eher ein grüner Waschlappen dem man Schwarz als Weiss verkaufen konnte.
Also Mädels und Jungs, leckt mich.
Hier brauch auch jetzt keiner mein Postfach zuspammen und mich beschimpfen, Sack Reis....kapiert?

VERMUTLICH IM deshalb, ich weis es bis heute selber nicht, ich war glaube 16 Jahre jung als ich BENUTZT wurde, das ich benutzt wurde weis ich heute, damals war ich der Meinung gutes zu tun, gutes für die Gesellschaft, meine Freunde, Familie, Zukunft, etc.pp..
Ich weis also bis heute selber nicht ob ich tatsächlich als IM geführt wurde und ob das was man mir vorlegte eine Verpflichtungserklärung war.
Irgendwas habe ich unterschrieben, bei einem Offizier auf dem Wehrkreiskommando, ich mochte den nicht, der war so schleimig.

Meine Stasiakte habe ich nie angefordert, Sack Reis, sicher manchmal juckt es mich ein wenig, aber ich lebe nicht im gestern wie manche hier im Forum, mich interessiert das Heute, das Überleben und das Morgen.
Ich war damals viel zu grün hinter den Ohren, ich hatte noch nichtmal ein Mädchen gefickt -ich benutz absichtlich das ordinäre Wort um zu sagen wie grün ich war und wie ich benutzt wurde-.

Soweit erstmal zum Outing, die Beweggründe und der Weg dahin ist eine lange Geschichte, eine Geschichte die auch mit meiner Kindheit und Jugend zutun hat.
Heute fehlt mir die Zeit um ins Detail zu gehn, nur soviel, Rainman2 hat da schon gute Ansätze geliefert, ein gewöhnlicher Denunziant war ich sicherlich nicht.
Meine Zukunft sollte in die Bahnen als Dienender der DDR gehn, die Verpflichtung, die ich dabei vermutlich unterschrieb, war ein Baustein dazu, so wurde es mir von meinem mutmasslichen Führungsoffizier vermittelt, so habe ich das in Erinnerung.

Ich werde mir am 1.Mai die Zeit nehmen und werde den Werdegang mal entsprechend meiner Erinnerungen detailiert aufschreiben.
Nur soviel, das weis ich noch genau, ich war auf die Punkerszene angesetzt, auf einen Kollegen ein Lehrjahr älter, welcher als Punkmusiker aktiv, und auch in der Punkszene aktiv war und einen Namen in der Szene hatte.

Nun dürft ihr euch fetzen, ich werde mich köstlich amüsieren, denn heute zählen andere Dinge damit man in diesem System nicht unter die Räder kommt.

Vielleicht haben nun anderen -falls es sie gibt- auch den Mut sich zu Outen und ihre Gründe offen zu legen.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
EK87II, Damals87, CASI, Adam, Feliks D. und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#87

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:16
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Merkur im Beitrag #82
Zitat von KARNAK im Beitrag #40
Ich habe das schon oft geschrieben und wurde dafür kritisiert,aber ich sage es noch einmal,sie waren Werkzeuge,wurden benutzt von den Handwerkern.


Genau diese (wenigen) gewissenlosen Gesellen mit einer solchen Einstellung haben ab 1989 und danach ihre IM, als sie sie nicht mehr brauchten um Prämien, Beförderungen und sonstige Vergünstigungen einzustreichen, wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen oder schlimmer noch, verraten.
Nur gut zu wissen, dass die große Masse der IM-führenden Mitarbeiter ihre IM nicht als Werkzeug betrachtet hat.


Nur für Dich, @Merkur , weil ich den sprühenden Hass Deines Posts empfunden habe, Dir aber nicht übel nehme!
Allein mein angedachter potentieller Führungsoffizier, ein an sich nach meiner Kenntnis typisch gewissen- und charakterloser Geselle, begegnete mir 2003 unverhofft. Wir haben uns erkannt.
Kein diesbezügliches Wort!
Er war Staatsbürger der Schweiz unter völlig anderer Identität!!!

Ohne Worte!

Klaus.


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#88

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:18
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Hufklaus im Beitrag #87
[quote=Merkur|p350727][quote=KARNAK|p350653]
Nur für Dich, @Merkur , weil ich den sprühenden Hass Deines Posts empfunden habe, Dir aber nicht übel nehme!
Allein mein angedachter potentieller Führungsoffizier, ein an sich nach meiner Kenntnis typisch gewissen- und charakterloser Geselle, begegnete mir 2003 unverhofft. Wir haben uns erkannt.
Kein diesbezügliches Wort!
Er war Staatsbürger der Schweiz unter völlig anderer Identität!!!

Ohne Worte!

Klaus.



So wie Lotte Ulbricht nach Walter Ulbrichts Tod auch auf einmal Schweizer Eidgenossin wurde.... ( finde ich schon merkwürdig !)


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#89

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:25
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #86
Liebe Forengemeinde.

Nachdem ich mir nun mit Bulgarischen Rotwein ein wenig Mut angetrunken habe, wie auch mir schon oft und längere Zeit -bezüglich mancher Themen- überlegt habe, mehr zu meiner Geschichte zu veröffentlichen,

ich war VERMUTLICH IM des MfS.

Also von wegen keiner hat den Arsch in der Hose, ich habe ihn schon, denn es gibt nichts was ich mir für mein Gewissen vorwerfen müsste, denn ich glaube nicht das durch mich jemand zu Schaden gekommen ist, denn mein Gewissen hat am Ende entschieden was ich dem MfS kund gebe und das war recht wenig und nur allgemeiner -man könnte sagen- Smalltalk.

Gleich, und das möchte ich betonen da es hier Thema war, ich stieg sozusagen lautlos und lustlos aus der Sache aus, ich hatte Ende der 80er kein Interesse mehr, mir waren andere Dinge wichtiger, fing ich doch erst nach der Armeezeit an zu Leben, Dinge zu tun die andere Jugendliche bis dahin längst hatten.
Es gab keine Sanktionen oder sonstige Beeeinträchtigungen in meinem Leben, mir wurden keine Steine gelegt, vermutlich steht sinngemäss in meiner Stasiakte, dass ich unzuverlässig und nicht förderlich bin.

Obendrein ist der Schnee von gestern eh unwichtig, ob hier nun manche sauer sind geht mir am Arsch vorbei, ich will oder muss hier keinen heiraten.
Wer nicht mit mir kommunizieren will weil ich vermutlich IM war, nun ich brech in Tränen aus, keiner ist mir hier so wichtig das mich das tangieren würde.

Meine WessisFrau weis das ich vermutlich IM war, sie weis alles, und nur das ist für mich wichtig, ihr -nicht alle- seid hier "nur" Nummern in einem Forum mit denen ich Gedanken austausche.
Das soll nicht abwertend klingen, ja ich weis das tut es sicher etwas, aber ob ihr nun mit mir böse seid, ist mir völlig Latte, weil erst die Zeit nach der Wende mich hart gemacht hat, zu DDR Zeiten war ich wohl eher ein grüner Waschlappen dem man Schwarz als Weiss verkaufen konnte.
Also Mädels und Jungs, leckt mich.
Hier brauch auch jetzt keiner mein Postfach zuspammen und mich beschimpfen, Sack Reis....kapiert?

VERMUTLICH IM deshalb, ich weis es bis heute selber nicht, ich war glaube 16 Jahre jung als ich BENUTZT wurde, das ich benutzt wurde weis ich heute, damals war ich der Meinung gutes zu tun, gutes für die Gesellschaft, meine Freunde, Familie, Zukunft, etc.pp..
Ich weis also bis heute selber nicht ob ich tatsächlich als IM geführt wurde und ob das was man mir vorlegte eine Verpflichtungserklärung war.
Irgendwas habe ich unterschrieben, bei einem Offizier auf dem Wehrkreiskommando, ich mochte den nicht, der war so schleimig.

Meine Stasiakte habe ich nie angefordert, Sack Reis, sicher manchmal juckt es mich ein wenig, aber ich lebe nicht im gestern wie manche hier im Forum, mich interessiert das Heute, das Überleben und das Morgen.
Ich war damals viel zu grün hinter den Ohren, ich hatte noch nichtmal ein Mädchen gefickt -ich benutz absichtlich das ordinäre Wort um zu sagen wie grün ich war und wie ich benutzt wurde-.

Soweit erstmal zum Outing, die Beweggründe und der Weg dahin ist eine lange Geschichte, eine Geschichte die auch mit meiner Kindheit und Jugend zutun hat.
Heute fehlt mir die Zeit um ins Detail zu gehn, nur soviel, Rainman2 hat da schon gute Ansätze geliefert, ein gewöhnlicher Denunziant war ich sicherlich nicht.
Meine Zukunft sollte in die Bahnen als Dienender der DDR gehn, die Verpflichtung, die ich dabei vermutlich unterschrieb, war ein Baustein dazu, so wurde es mir von meinem mutmasslichen Führungsoffizier vermittelt, so habe ich das in Erinnerung.

Ich werde mir am 1.Mai die Zeit nehmen und werde den Werdegang mal entsprechend meiner Erinnerungen detailiert aufschreiben.
Nur soviel, das weis ich noch genau, ich war auf die Punkerszene angesetzt, auf einen Kollegen ein Lehrjahr älter, welcher als Punkmusiker aktiv, und auch in der Punkszene aktiv war und einen Namen in der Szene hatte.

Nun dürft ihr euch fetzen, ich werde mich köstlich amüsieren, denn heute zählen andere Dinge damit man in diesem System nicht unter die Räder kommt.

Vielleicht haben nun anderen -falls es sie gibt- auch den Mut sich zu Outen und ihre Gründe offen zu legen.


Von mir aus einfach Respekt und Achtung vor dem Mut!
Aus meiner Sicht eine sehr wertvolle Bereicherung ehrlich gemeinter Geschichtsaufarbeitung im befreundeten Raum,

nun nur noch ein kleines Glas und Grüße an Deine liebe Frau!

VG Klaus


LO-Wahnsinn und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#90

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:25
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Ich hatte zu DDR-Zeiten einen Lieblings-IM, war mein stellvertretender Abteilungsleiter, der war vorher selbstständig in der Kfz-Branche und dem sind Ermittlungen zum Nachteil des soz. Eigentums rangeschnappt, die weinroten Jungs haben ihn dann wohl mal offeriert eine Unterschrift zu setzen und damit teilweise seinen Kopf aus der Schlinge ziehen zu können.
Der hat dann nebenher eine Schwarz-Werkstatt betrieben und für Kollegen und Bekannte z.B. die sonst halt nicht zu ergatternden Kreuzgelenke für die Pappe besorgt und auch eingebaut.
Der Gag war das eigentlich jeder wusste das er ein informeller war, aber allen war das shitegal.
Also sozusagend IM light, war ja ok


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#91

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:25
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #86
Liebe Forengemeinde.

Nachdem ich mir nun mit Bulgarischen Rotwein ein wenig Mut angetrunken habe, wie auch mir schon oft und längere Zeit -bezüglich mancher Themen- überlegt habe, mehr zu meiner Geschichte zu veröffentlichen,

ich war VERMUTLICH IM des MfS.

............................
.................................
......................
Vielleicht haben nun anderen -falls es sie gibt- auch den Mut sich zu Outen und ihre Gründe offen zu legen.


Wow ,- das ist ein hammerharter Beitrag ,- und der erste richtig mutige dazu !

Dafür würde ich Dir gerne 100 Punkte extra geben ,-
lass Dich jetzt nur nicht von anderen beleidigen - meine Hochachtung hast Du auf jeden Fall !


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
LO-Wahnsinn und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#92

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:26
von Gelöschtes Mitglied
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Also wenn ich hier lese,worüber ihr Euch die Köpfe heiß macht, dann kann ich nur schmunzeln! Für mich zählt nur ein IM als der Verräter an den Bürgern der damaligen DDR, welcher sich als Freund ausgab, mit einen gesoffen hat und bei jeden Scheiß mit dabei war! Aber den guten Freund ans Messer geliefert hatte mit seinen Blödsinn den er weiter gab! Vor allem solcher Schwachsinn, was ,wie viel getrunken wurde und wie schlecht über die DDR oder einzelne Parteibosse gesprochen wurde! Steht alles in meiner Akte und mehr Blödsinn geht nicht! Aber man hat es niedergeschrieben und schön aufs Papier gebracht und diese Leute sind die schlimmsten gewesen und die verdienen keine Achtung für ihr tun!
Grüsse steffen52


turtle, LO-Wahnsinn und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#93

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:33
von Merkur | 1.021 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #92
Für mich zählt nur ein IM als der Verräter an den Bürgern der damaligen DDR, welcher sich als Freund ausgab, mit einen gesoffen hat und bei jeden Scheiß mit dabei war! Aber den guten Freund ans Messer geliefert hatte mit seinen Blödsinn den er weiter gab!
Grüsse steffen52


Ein typisches Beispiel der einseitigen Pauschalverurteilung ohne die Bandbreite der IM-Tätigkeit jemals erfasst zu haben.



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#94

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:36
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #93
Zitat von steffen52 im Beitrag #92
Für mich zählt nur ein IM als der Verräter an den Bürgern der damaligen DDR, welcher sich als Freund ausgab, mit einen gesoffen hat und bei jeden Scheiß mit dabei war! Aber den guten Freund ans Messer geliefert hatte mit seinen Blödsinn den er weiter gab!
Grüsse steffen52


Ein typisches Beispiel der einseitigen Pauschalverurteilung ohne die Bandbreite der IM-Tätigkeit jemals erfasst zu haben.


Hmm, in dem Fall habe ich ihn so verstanden dass er jetzt nur jene meinte welche in ihrem unmittelbaren Freundeskreis "horchten", alle anderen Einsatzrichtungen sehe ich da eindeutig ausgenommen?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 28.04.2014 20:43 | nach oben springen

#95

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:37
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #88
So wie Lotte Ulbricht nach Walter Ulbrichts Tod auch auf einmal Schweizer Eidgenossin wurde....

Was für eine Grütze, zurück zu Thema und mal meine Antwort auf die Frage aus #23 ...
Nö @FED, ich hatte ja auch keinen Dreck am Stecken und durfte mich 'bewähren'.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 28.04.2014 20:37 | nach oben springen

#96

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:37
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Hallo LO-Wahnsinn. Erst mal alle Achtung für Deine Offenbarung. Aber in einer Sache schießt Du m.E. etwas über das Ziel hinaus, nämlich, daß Du scheinbar davon ausgehst, daß Du jetzt nach Strich und Faden auseinandergenommen wirst und so ziemlich pauschal darstellst, wie egal Dir die Meinungen der anderen User sind. Das Auseinandernehmen wird, zum Glück, wahrscheinlich nicht eintreten und ich bin sicher, daß Dir überwiegend Sachlichkeit begegnen wird. Zumindest hoffe ich es und die, die es nicht tun, die kannst Du tatsächlich mit Einverständnis aller hier ignorieren.



Damals87 und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.04.2014 20:39 | nach oben springen

#97

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:54
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Merkur im Beitrag #93
Zitat von steffen52 im Beitrag #92
Für mich zählt nur ein IM als der Verräter an den Bürgern der damaligen DDR, welcher sich als Freund ausgab, mit einen gesoffen hat und bei jeden Scheiß mit dabei war! Aber den guten Freund ans Messer geliefert hatte mit seinen Blödsinn den er weiter gab!
Grüsse steffen52


Ein typisches Beispiel der einseitigen Pauschalverurteilung ohne die Bandbreite der IM-Tätigkeit jemals erfasst zu haben.


Das wiederum finde ich nicht, @Merkur !

Nicht eingeweihte Leute wissen bis heute nicht, wo IM´s eingesetzt waren, @Rainman2 hat die Abkürzungen heute dargelegt. Demzufolge ist das geschätzte Outing von @LO-Wahnsinn durch keinen Einwand, wenn auch von Kennern berechtigt, durch nichts zu relativieren!


VG Klaus


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#98

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 20:58
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #91
Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #86
Liebe Forengemeinde.

Nachdem ich mir nun mit Bulgarischen Rotwein ein wenig Mut angetrunken habe, wie auch mir schon oft und längere Zeit -bezüglich mancher Themen- überlegt habe, mehr zu meiner Geschichte zu veröffentlichen,

ich war VERMUTLICH IM des MfS.

............................
.................................
......................
Vielleicht haben nun anderen -falls es sie gibt- auch den Mut sich zu Outen und ihre Gründe offen zu legen.


Wow ,- das ist ein hammerharter Beitrag ,- und der erste richtig mutige dazu !

Dafür würde ich Dir gerne 100 Punkte extra geben ,-
lass Dich jetzt nur nicht von anderen beleidigen - meine Hochachtung hast Du auf jeden Fall !



Danke, auch an Klaus, und keine Bange der heutige Alltag -ich schnitt es im Text an- hat mich vieles gelehrt und mir eine extrem dicke Pelle wachsen lassen.
Das Leben kann man nicht mit dem roten X rechts oben beenden, ein Forum aber jederzeit.

Ein wichtiger Punkt.
Natürlich war ich auch als Soldat der Grenztruppen IM.
Ich hatte aber keinen spezifischen Auftrag, Der "Auftrag" lag lediglich in der "Bürgerpflicht" -wie Rainman2 ihn schon benannte- Dinge zu melden die wirklich wichtig waren.
Heisst, Abwehr von Schaden, im Sinne meines Führungsoffiziers und der 2000 zuerst im Sinne des Staates, wie wir heute wissen auch im Sinne jedes Soldaten der Opfer eines Deserteurs werden konnte.
Ich hörte auch heimlich Radiosender mit die verboten waren, Radio war ja mit eignen Geräten generell verboten.
Dies hätte ich alles melden müssen, ich habs nie getan, die Jungs haben mir doch nichts getan, zumal wir in unserer Hundestube eine Gemeinschaft waren, wo der eine sich auf den anderen verlassen musste, jede Hand war wichtig.
Ich glaub ich habe schon damals erkannt, dass das was man von mir will, und das was ich mit meinem Gewissen vereinbaren kann, gegeneinander läuft.
Allerdings eher unbewusst als bewusst, ich war mit 18 Jahren wirklich noch sehr grün hinter den Ohren, ich war zur Armeezeit noch Jungfrau , noch nie eine feste Freundin, dazu war in meiner Jugend einfach kein Platz denn meinen Weg diktierte mein Umfeld und ich hatte zu wenig Persönlichkeit.
Erst bei der Truppe, neben den Kameraden mit Kind und Kegel, die wöchentlich Post oder Pakete bekamen, merkte ich, was ich doch für eine arme Sau bin.

"Mein Punker" war ein toller Typ, ich mochte ihn, auch wenn Punk nicht mein Ding war, ich hätte ihn nie ans Messer liefern können, das habe ich auch nach meiner Erinnerung nie getan.

Aber wie gesagt, ich habe die Tage noch ein weiten Weg von jetzt Bratislava nach Hörding in Dänemark.
Am 1.Mai habe ich Zeit und werde meinen Weg und meine Informationen die ich der Stasi lieferte mal entsprechend meiner Erinnerungen detailiert aufschreiben.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
Damals87, thomas 48, Ostlandritter, 94, Rostocker und CASI haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#99

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 21:01
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #94
Zitat von Merkur im Beitrag #93
Zitat von steffen52 im Beitrag #92
Für mich zählt nur ein IM als der Verräter an den Bürgern der damaligen DDR, welcher sich als Freund ausgab, mit einen gesoffen hat und bei jeden Scheiß mit dabei war! Aber den guten Freund ans Messer geliefert hatte mit seinen Blödsinn den er weiter gab!
Grüsse steffen52


Ein typisches Beispiel der einseitigen Pauschalverurteilung ohne die Bandbreite der IM-Tätigkeit jemals erfasst zu haben.


Hmm, in dem Fall habe ich ihn so verstanden dass er jetzt nur jene meinte welche in ihrem unmittelbaren Freundeskreis "horchten", alle anderen Einsatzrichtungen sehe ich da eindeutig ausgenommen?


@Feliks D. genau so ist es und ich möchte mich bei Dir bedanken, das Du mich wenigstens verstanden hast!!
Grüsse steffen52


Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#100

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.04.2014 21:31
von manifest 20 | 314 Beiträge

Alle Achtung LO-Wahnsinn
An Aufrichtigkeit fehlts bei Dir nicht.
ich wünche dir Gute Fahrt

gruss andreas


LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
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307 17.12.2013 00:41goto
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Mitarbeiter der Stasi in der DDR
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212 23.08.2009 19:11goto
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Rechtslage zur Benennung von Stasi-Mitarbeitern nicht eindeutig
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43 14.04.2013 22:19goto
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