#241

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.05.2014 21:59
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #239
Zitat von steffen52 im Beitrag #235
Zitat von Feliks D. im Beitrag #233
Warum ablenken? Thema der Antwort war IM und bezog sich direkt auf die zuvor gestellte Frage!

@Feliks D., man kann doch einfach mit ja antworten, das gab es! Wen man es will, das setzt es natürlich voraus!
Grüsse steffen52


Davor sollte man vielleicht darüber reden was man als Druck bezeichnen möchte.

XYZ begeht eine Straftat und hat dafür die entsprechenden Konsequenzen zu erwarten. Zufällig bewegt sich XYZ in Kreisen in denen das MfS gewisse Informationen erlangen möchte und erhält nun das Angebot entsprechend der rechtlichen Rahmenbedingungen einen Teil oder die Gesamtsstrafe zu entlassen, als Gegenleistung dafür werden entsprechende Informationen erwartet.

XYZ kann nun JA sagen und auf das Angebot eingehen, oder er kann NEIN sagen und die für seine Straftat zu erwartende Strafe annehmen.

Ist das jetzt für Dich Druck oder ein Angebot? Ich würde es als Angebot bezeichnen, denn für die erwartete Strafe ist ja sein eigenes Verhalten ursächlich und nicht die abgelehnte Werbung als IM, auch wenn sich solche Personen heute gerne als Opfer darstellen würden.


Sehr ehrenvoll war die von Dir beschriebene Variante der Werbung als IM aber nun nicht gerade ,-
heute würde man es zumindest herabwertend als einen Deal bezeichnen.
Nichts gegen IM, die aus ehrlicher Überzeugung ihr Ding durchzogen ,- aber die Vorstellung ,- von einem ( schon ein wenig erpresserisch ) angeworbenen Fast-Knacki ausgehorcht zu werden ,- also einem Menschen - der es nicht aus Überzeugung tut ,- sondern rein- um seine zugesagte Bringeschuld zu erfüllen - das finde ich schon widerwärtig...


....................................
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Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#242

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.05.2014 22:04
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Solche Angebote sollen auch heute noch so üblich sein, nur der IM heißt dann V-Mann.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 07.05.2014 22:05 | nach oben springen

#243

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.05.2014 22:13
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #240
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #237
Kannst du beweisen, dass es nicht so war?


Muss ich nicht, denn für gewöhnlich muss der Ankläger seine Behauptungen beweisen! Das war schon im Sozialismus so und soll auch heute im Rechtsstaat nicht anders gehandhabt werden.



Bitte schön:
"Zwangsadoption in der DDR:
Kidnapping per Gesetz
Zwei Jahre nach dem Fall der Mauer kommt eines der dunkelsten Kapitel der DDR-Geschichte ans Licht. In Zeitungspapiereingewickelte Schriftstücke aus den Archivkellern des Bezirksamtes Berlin-Mitte beweisen, was Ost- und Westpolitikerjahrelang geleugnet hatten: In der DDR wurden Kinder auf Veranlassung des Staates, ohne Einwilligung der leiblichen Eltern, zwangsadoptiert.
Das Thema war keinesfalls neu. Bereits 1975 berichtete der Spiegel” überdiese Praxis der gewaltsamen Familientrennung wegen Republik Flucht verurteilter und von der Bundesrepublik freigekaufter Eltern”. Die Veröffentlichung führte zu einem Eklat, der die innerdeutschen Beziehungen schwer belastete. Der Spiegel-Korrespondent in Ost-Berlin wurde ausgewiesen, der ständige Vertreter der DDR in Bonn kurzfristig vor seinem Antrittsbesuch ausgeladen. Helmut Schmidt sah die Unterzeichnung des Verkehrsabkommens mit der DDR schwinden, die DDR sprach von einer „groß angelegten Hetzkampagne”.
Die 16 Jahre später in Berlin gefundenen Aktenordner belegen detaillierte Schicksale. In mehreren Fällen wurde von 1971 bis1974 Eltern aus politischen Gründen, meist unter dem Vorwurf der Republik-Flucht oder der Spionage, das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen. Hauptverantwortlich: die damalige Ministerin für Volksbildung Margot Honecker. In der DDR eine mächtige Frau. Das musste auch Petra Köhler erfahren.
Mit den Lebensumständen in der DDR unzufrieden, rebelliert sie, versucht, die DDR auf legalem Weg zu verlassen, stellt mehrere Ausreiseanträge. Und gerät dadurch ins Visier des Staatssicherheitsdienstes. Petra Köhler wird mehrfach vorgeladen, soll die Antragsstellung unterlassen. Belehrungen. Drohungen. Die Stasi weist der jungen Mutter eine Altbauwohnung zu, ohne Bad, an den Wänden wächst der Schimmel. Als sie sich beschwert und den Gang an die Wahlurne verweigert, lernt sie eine der perversen Stasimethoden, die so genannte „Assi-Falle Stufe 1”, kennen: Ihr werden alle Rechte der DDR aberkannt, sie verliert ihren Job und darf nur noch das machen, was die Abteilung Inneres des Kreises Gera ihr zuweist. In ihrem Fall: Kartons kleben.
Die „Assi-Falle” ist auch für Uwe Hilmer von der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstrasse kein Fremdwort: „Das viel gerühmte Recht auf Arbeit hatte auch eine dunkle Seite – die Verplichtung zur Arbeit. Wenn jemand aus seinem Beruf entfernt wurde, dann war es für ihn wichtig, dass er so schnell wie möglich wieder Arbeit fand. Ansonsten hätte unterstellt werden können, dass er asozial lebte. Und Asoziale hatten natürlich auch das Recht zur Erziehung ihrer Kinder verwirkt. War sie nicht beweit, begannen die Mühlen des Apparates zu mahlen.”
Im Fall Petra Köhler mahlen sie besonders gründlich. Da sie sich gegen die „Diktatur des Proletariats” wehrt, greift Stufe II der „Assi-Falle”. Im Februar 1981wird ihr, veranlasst durch den Staat, in der Kinderkrippe Gera ihr Sohn weggenommen. Über die Mauer der Krippe hinweg versucht sie Kontakt mit Enrico aufzunehmen. Eine Kindergärtnerin entdeckt sie, informiert die Stasi. „15 Minuten späterhaben sie mich geholt.” Die 21-Jährige kommt ins Geraer Stasigefängnis. Man verbietet ihr, sich noch einmal in die Nähe der Kindereinrichtung zu begeben, man droht mit Gefängnis, schlägt und tritt sie, auch in den Unterleib. „Das Kinderkriegen würden sie mir austreiben, haben sie gesagt.” Als Petra 1984 ihren zweiten Sohn Sven bekommt, erscheinen zwei Stasibeamte auf der Entbindungsstation. Sie sprechen eine deutliche Drohung aus:„Wenn ich mich dem Staat nicht beugen würde, dann sei er der Nächste.”
Aus Angst, auch ihren zweiten Sohn zu verlieren, zieht sie sich zurück. Sie verhält sich still, bekommt im Laufe der Jahre noch zwei Mädchen, Jeanette und Jaris. Enrico sieht sie nie wieder. Kein Fluchtversuch, kein illegaler Grenzübertritt –im Gegensatz zu vielen anderen hatte sie lediglich versucht, die DDR auf legalem Weg zu verlassen.
Der Fall von Petra Köhler ist keine Ausnahme. „Mir persönlich sind mehrere Fälle bekannt, bestätigt Uwe Hilmer.„Ich glaube, ich begebe mich nicht auf unsicheres Gebiet, wenn ich sage, dass es wohl einige hundert Fälle gewesen sind.”


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#244

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.05.2014 22:22
von passport | 2.626 Beiträge

" Die 21-Jährige kommt ins Geraer Stasigefängnis. Man verbietet ihr, sich noch einmal in die Nähe der Kindereinrichtung zu begeben, man droht mit Gefängnis, schlägt und tritt sie, auch in den Unterleib. „Das Kinderkriegen würden sie mir austreiben, haben sie gesagt.”

Alleine nur diese Aussage macht den restlichen Text genauso unglaubwürdig !


passport


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#245

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.05.2014 22:25
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #242
Solche Angebote sollen auch heute noch so üblich sein, nur der IM heißt dann V-Mann.


Das ist richtig ,-
nur nimmt heutzutage keiner mehr wirklich in Anspruch ,- die Heimstatt aller Werktätigen und die beste Heimat aller guten Menschen zu sein !

Das MfS war Schild und Schwert der Partei und hat angeblich nur den Willen der Partei ausgeführt,- ergo wollte also die SED ,- das die Bürger ihres eigenen Staates abgeschöpft werden wie in jedem x- beliebigen kapitalischen Land auch !

Ergo ergibt sich für mich die Frage:

Worin bestand eigentlich die moralische Legimitation zum Bestehen dieser Partei , wenn sie sich genau so schäbig wie die feindlichen Parteien in feindlichen Ländern benahm ??

Das konnte ja dann wohl nicht die Partei sein ,- die von sich stets behauptete - sie repräsentiere den Willen der Werktätigen.....


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#246

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.05.2014 22:34
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #243
Zitat von Feliks D. im Beitrag #240
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #237
Kannst du beweisen, dass es nicht so war?


Muss ich nicht, denn für gewöhnlich muss der Ankläger seine Behauptungen beweisen! Das war schon im Sozialismus so und soll auch heute im Rechtsstaat nicht anders gehandhabt werden.



Bitte schön:
"Zwangsadoption in der DDR:
Kidnapping per Gesetz
Zwei Jahre nach dem Fall der Mauer kommt eines der dunkelsten Kapitel der DDR-Geschichte ans Licht. In Zeitungspapiereingewickelte Schriftstücke aus den Archivkellern des Bezirksamtes Berlin-Mitte beweisen, was Ost- und Westpolitikerjahrelang geleugnet hatten: In der DDR wurden Kinder auf Veranlassung des Staates, ohne Einwilligung der leiblichen Eltern, zwangsadoptiert.
Das Thema war keinesfalls neu. Bereits 1975 berichtete der Spiegel” überdiese Praxis der gewaltsamen Familientrennung wegen Republik Flucht verurteilter und von der Bundesrepublik freigekaufter Eltern”. Die Veröffentlichung führte zu einem Eklat, der die innerdeutschen Beziehungen schwer belastete. Der Spiegel-Korrespondent in Ost-Berlin wurde ausgewiesen, der ständige Vertreter der DDR in Bonn kurzfristig vor seinem Antrittsbesuch ausgeladen. Helmut Schmidt sah die Unterzeichnung des Verkehrsabkommens mit der DDR schwinden, die DDR sprach von einer „groß angelegten Hetzkampagne”.
Die 16 Jahre später in Berlin gefundenen Aktenordner belegen detaillierte Schicksale. In mehreren Fällen wurde von 1971 bis1974 Eltern aus politischen Gründen, meist unter dem Vorwurf der Republik-Flucht oder der Spionage, das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen. Hauptverantwortlich: die damalige Ministerin für Volksbildung Margot Honecker. In der DDR eine mächtige Frau. Das musste auch Petra Köhler erfahren.
Mit den Lebensumständen in der DDR unzufrieden, rebelliert sie, versucht, die DDR auf legalem Weg zu verlassen, stellt mehrere Ausreiseanträge. Und gerät dadurch ins Visier des Staatssicherheitsdienstes. Petra Köhler wird mehrfach vorgeladen, soll die Antragsstellung unterlassen. Belehrungen. Drohungen. Die Stasi weist der jungen Mutter eine Altbauwohnung zu, ohne Bad, an den Wänden wächst der Schimmel. Als sie sich beschwert und den Gang an die Wahlurne verweigert, lernt sie eine der perversen Stasimethoden, die so genannte „Assi-Falle Stufe 1”, kennen: Ihr werden alle Rechte der DDR aberkannt, sie verliert ihren Job und darf nur noch das machen, was die Abteilung Inneres des Kreises Gera ihr zuweist. In ihrem Fall: Kartons kleben.
Die „Assi-Falle” ist auch für Uwe Hilmer von der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstrasse kein Fremdwort: „Das viel gerühmte Recht auf Arbeit hatte auch eine dunkle Seite – die Verplichtung zur Arbeit. Wenn jemand aus seinem Beruf entfernt wurde, dann war es für ihn wichtig, dass er so schnell wie möglich wieder Arbeit fand. Ansonsten hätte unterstellt werden können, dass er asozial lebte. Und Asoziale hatten natürlich auch das Recht zur Erziehung ihrer Kinder verwirkt. War sie nicht beweit, begannen die Mühlen des Apparates zu mahlen.”
Im Fall Petra Köhler mahlen sie besonders gründlich. Da sie sich gegen die „Diktatur des Proletariats” wehrt, greift Stufe II der „Assi-Falle”. Im Februar 1981wird ihr, veranlasst durch den Staat, in der Kinderkrippe Gera ihr Sohn weggenommen. Über die Mauer der Krippe hinweg versucht sie Kontakt mit Enrico aufzunehmen. Eine Kindergärtnerin entdeckt sie, informiert die Stasi. „15 Minuten späterhaben sie mich geholt.” Die 21-Jährige kommt ins Geraer Stasigefängnis. Man verbietet ihr, sich noch einmal in die Nähe der Kindereinrichtung zu begeben, man droht mit Gefängnis, schlägt und tritt sie, auch in den Unterleib. „Das Kinderkriegen würden sie mir austreiben, haben sie gesagt.” Als Petra 1984 ihren zweiten Sohn Sven bekommt, erscheinen zwei Stasibeamte auf der Entbindungsstation. Sie sprechen eine deutliche Drohung aus:„Wenn ich mich dem Staat nicht beugen würde, dann sei er der Nächste.”
Aus Angst, auch ihren zweiten Sohn zu verlieren, zieht sie sich zurück. Sie verhält sich still, bekommt im Laufe der Jahre noch zwei Mädchen, Jeanette und Jaris. Enrico sieht sie nie wieder. Kein Fluchtversuch, kein illegaler Grenzübertritt –im Gegensatz zu vielen anderen hatte sie lediglich versucht, die DDR auf legalem Weg zu verlassen.
Der Fall von Petra Köhler ist keine Ausnahme. „Mir persönlich sind mehrere Fälle bekannt, bestätigt Uwe Hilmer.„Ich glaube, ich begebe mich nicht auf unsicheres Gebiet, wenn ich sage, dass es wohl einige hundert Fälle gewesen sind.”




Was hat das mit IM zu tun? Schau mal hier...
Zitat von steffen52 im Beitrag #232
Immer schön wie man alles so erklären kann, um vom Thema abzulenken! Gelernt ist gelernt, das vergisst man nicht!!
Grüsse steffen52


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#247

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.05.2014 22:49
von 94 | 10.792 Beiträge

Ohne jetzt mal auf konkrete Fälle eingehen zu wollen, den informellen Wert eines unter dermaßen unter emotionalen Streß (Wegnahme der eigenen Kinder) gesetzten Zuträgers halte für eher gering. Eher wurde dieses 'Argument' wohl gebraucht, um Ausreisewillen zu brechen. Oft standen in solchen Fällen, zumindest in den mittleren und späten 80ern dann aber die (leiblichen) Großeltern zur Verfügung. Doch weiter zu diesem Themenkomplex, hatt'mer echt scho lang nimmer, sollte auch das Fenster mal wieder geputzt werden ...
www.forum-ddr-grenze.de/t9858f51-Zwangsa...nderhandel.html


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.05.2014 22:50 | nach oben springen

#248

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.05.2014 02:10
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #246
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #243
Zitat von Feliks D. im Beitrag #240
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #237
Kannst du beweisen, dass es nicht so war?


Muss ich nicht, denn für gewöhnlich muss der Ankläger seine Behauptungen beweisen! Das war schon im Sozialismus so und soll auch heute im Rechtsstaat nicht anders gehandhabt werden.



Bitte schön:
"Zwangsadoption in der DDR:
Kidnapping per Gesetz
Zwei Jahre nach dem Fall der Mauer kommt eines der dunkelsten Kapitel der DDR-Geschichte ans Licht. In Zeitungspapiereingewickelte Schriftstücke aus den Archivkellern des Bezirksamtes Berlin-Mitte beweisen, was Ost- und Westpolitikerjahrelang geleugnet hatten: In der DDR wurden Kinder auf Veranlassung des Staates, ohne Einwilligung der leiblichen Eltern, zwangsadoptiert.
Das Thema war keinesfalls neu. Bereits 1975 berichtete der Spiegel” überdiese Praxis der gewaltsamen Familientrennung wegen Republik Flucht verurteilter und von der Bundesrepublik freigekaufter Eltern”. Die Veröffentlichung führte zu einem Eklat, der die innerdeutschen Beziehungen schwer belastete. Der Spiegel-Korrespondent in Ost-Berlin wurde ausgewiesen, der ständige Vertreter der DDR in Bonn kurzfristig vor seinem Antrittsbesuch ausgeladen. Helmut Schmidt sah die Unterzeichnung des Verkehrsabkommens mit der DDR schwinden, die DDR sprach von einer „groß angelegten Hetzkampagne”.
Die 16 Jahre später in Berlin gefundenen Aktenordner belegen detaillierte Schicksale. In mehreren Fällen wurde von 1971 bis1974 Eltern aus politischen Gründen, meist unter dem Vorwurf der Republik-Flucht oder der Spionage, das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen. Hauptverantwortlich: die damalige Ministerin für Volksbildung Margot Honecker. In der DDR eine mächtige Frau. Das musste auch Petra Köhler erfahren.
Mit den Lebensumständen in der DDR unzufrieden, rebelliert sie, versucht, die DDR auf legalem Weg zu verlassen, stellt mehrere Ausreiseanträge. Und gerät dadurch ins Visier des Staatssicherheitsdienstes. Petra Köhler wird mehrfach vorgeladen, soll die Antragsstellung unterlassen. Belehrungen. Drohungen. Die Stasi weist der jungen Mutter eine Altbauwohnung zu, ohne Bad, an den Wänden wächst der Schimmel. Als sie sich beschwert und den Gang an die Wahlurne verweigert, lernt sie eine der perversen Stasimethoden, die so genannte „Assi-Falle Stufe 1”, kennen: Ihr werden alle Rechte der DDR aberkannt, sie verliert ihren Job und darf nur noch das machen, was die Abteilung Inneres des Kreises Gera ihr zuweist. In ihrem Fall: Kartons kleben.
Die „Assi-Falle” ist auch für Uwe Hilmer von der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstrasse kein Fremdwort: „Das viel gerühmte Recht auf Arbeit hatte auch eine dunkle Seite – die Verplichtung zur Arbeit. Wenn jemand aus seinem Beruf entfernt wurde, dann war es für ihn wichtig, dass er so schnell wie möglich wieder Arbeit fand. Ansonsten hätte unterstellt werden können, dass er asozial lebte. Und Asoziale hatten natürlich auch das Recht zur Erziehung ihrer Kinder verwirkt. War sie nicht beweit, begannen die Mühlen des Apparates zu mahlen.”
Im Fall Petra Köhler mahlen sie besonders gründlich. Da sie sich gegen die „Diktatur des Proletariats” wehrt, greift Stufe II der „Assi-Falle”. Im Februar 1981wird ihr, veranlasst durch den Staat, in der Kinderkrippe Gera ihr Sohn weggenommen. Über die Mauer der Krippe hinweg versucht sie Kontakt mit Enrico aufzunehmen. Eine Kindergärtnerin entdeckt sie, informiert die Stasi. „15 Minuten späterhaben sie mich geholt.” Die 21-Jährige kommt ins Geraer Stasigefängnis. Man verbietet ihr, sich noch einmal in die Nähe der Kindereinrichtung zu begeben, man droht mit Gefängnis, schlägt und tritt sie, auch in den Unterleib. „Das Kinderkriegen würden sie mir austreiben, haben sie gesagt.” Als Petra 1984 ihren zweiten Sohn Sven bekommt, erscheinen zwei Stasibeamte auf der Entbindungsstation. Sie sprechen eine deutliche Drohung aus:„Wenn ich mich dem Staat nicht beugen würde, dann sei er der Nächste.”
Aus Angst, auch ihren zweiten Sohn zu verlieren, zieht sie sich zurück. Sie verhält sich still, bekommt im Laufe der Jahre noch zwei Mädchen, Jeanette und Jaris. Enrico sieht sie nie wieder. Kein Fluchtversuch, kein illegaler Grenzübertritt –im Gegensatz zu vielen anderen hatte sie lediglich versucht, die DDR auf legalem Weg zu verlassen.
Der Fall von Petra Köhler ist keine Ausnahme. „Mir persönlich sind mehrere Fälle bekannt, bestätigt Uwe Hilmer.„Ich glaube, ich begebe mich nicht auf unsicheres Gebiet, wenn ich sage, dass es wohl einige hundert Fälle gewesen sind.”




Was hat das mit IM zu tun? Schau mal hier...
Zitat von steffen52 im Beitrag #232
Immer schön wie man alles so erklären kann, um vom Thema abzulenken! Gelernt ist gelernt, das vergisst man nicht!!
Grüsse steffen52




Och nö. komm mir nicht auf die Tour.....du und ich wissen, wie die Nummer damals gelaufen ist! Willst du nicht oder kannst du nicht?..........ich werde dir jedenfalls hier nicht den Erklärbaren machen..........nur soviel: beim Zusammentreffen der uniformierten Trachtengruppe sind mir schon Worte um die die Ohren gehauen worden, da sagt manchen Polizist, das gibt es nicht......nur weil es nicht in irgendwelcher Akte steht, ist es dennoch so passiert.....


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