#201

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.04.2014 22:13
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #199
[quote=Merkur|p350923][quote=Grenzwolf62|p350919]
Möglicherweise eine blöde Frage, aber warum mussten solche Dinge über IMEs abgewickelt werden? Hätte das nicht auch ganz offiziell mit normalen MA des Unternehmens erfolgen können? Man hätte sich doch in diesem Fall den ganzen konspirativen Schmafu doch sparen können, oder?

cheers matloh


Das wäre ja dann schon fast demokratisch und weltoffen gewesen ,- sowas ging nicht in die Betonköpfe rein !

Ich weiss ,- daß die IM´s für Meinungsumfragen benutzt wurden ,- da wurde nicht die Bevölkerung direkt gefragt ,- nein - der Umweg lief über die IM´s , und daraus wurde dann ein Umfrageergebnis gebastelt.


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
zuletzt bearbeitet 29.04.2014 22:13 | nach oben springen

#202

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.04.2014 22:14
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #199
Zitat von Merkur im Beitrag #164
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #160
Da muss ich nochmal nachhaken, wie habt ihr denn die Arbeit dieser geachteten spezialisierten IM, die, nach ihrem freiwillgem Antrag auf Mitarbeit natürlich alle handverlesen und gut ausgebildet waren, für die Hauptlast der konspirativen Arbeit honoriert, ich meine welches Gehalt bezogen die für ihre Dienststellung innerhalb des MfS?


Ich mache es an einem Bsp. deutlich:
In einem Kombinat gab es Experten-IM, die durch ihre technische/naturwissenschaftliche Ausbildung in der Lage waren, bestimmte Muster, Produkte usw., die das MfS im NSW beschafft hatte, zu analysieren und ihre Nutzbarkeit für die DDR-Volkswirtschaft zu bewerten bzw. entsprechende Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen. Diese Experten-IM wurden gezielt geworben und haben ihren Beitrag bewusst für die DDR geleistet. Gehalt bezogen sie von ihrem Betrieb, durch das MfS erfolgte eine geringfügige materielle oder finanzielle Anerkennung.


Möglicherweise eine blöde Frage, aber warum mussten solche Dinge über IMEs abgewickelt werden? Hätte das nicht auch ganz offiziell mit normalen MA des Unternehmens erfolgen können? Man hätte sich doch in diesem Fall den ganzen konspirativen Schmafu doch sparen können, oder?



cheers matloh


Matloh,

vielleicht lag es daran, dass bestimmte Informationen vertraulich beschafft worden und aus diesem Grund eine besondere Vertraulichkeit notwendig war.


nach oben springen

#203

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.04.2014 22:20
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #202
Zitat von matloh im Beitrag #199
Zitat von Merkur im Beitrag #164
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #160
Da muss ich nochmal nachhaken, wie habt ihr denn die Arbeit dieser geachteten spezialisierten IM, die, nach ihrem freiwillgem Antrag auf Mitarbeit natürlich alle handverlesen und gut ausgebildet waren, für die Hauptlast der konspirativen Arbeit honoriert, ich meine welches Gehalt bezogen die für ihre Dienststellung innerhalb des MfS?


Ich mache es an einem Bsp. deutlich:
In einem Kombinat gab es Experten-IM, die durch ihre technische/naturwissenschaftliche Ausbildung in der Lage waren, bestimmte Muster, Produkte usw., die das MfS im NSW beschafft hatte, zu analysieren und ihre Nutzbarkeit für die DDR-Volkswirtschaft zu bewerten bzw. entsprechende Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen. Diese Experten-IM wurden gezielt geworben und haben ihren Beitrag bewusst für die DDR geleistet. Gehalt bezogen sie von ihrem Betrieb, durch das MfS erfolgte eine geringfügige materielle oder finanzielle Anerkennung.


Möglicherweise eine blöde Frage, aber warum mussten solche Dinge über IMEs abgewickelt werden? Hätte das nicht auch ganz offiziell mit normalen MA des Unternehmens erfolgen können? Man hätte sich doch in diesem Fall den ganzen konspirativen Schmafu doch sparen können, oder?



cheers matloh


Matloh,

vielleicht lag es daran, dass bestimmte Informationen vertraulich beschafft worden und aus diesem Grund eine besondere Vertraulichkeit notwendig war.


Und über Geheimhaltungsverpflichtungen (non disclosure agreements) wäre das nicht möglich gewesen? Ach ja... Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser...

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
nach oben springen

#204

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.04.2014 22:22
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #203
Zitat von Alfred im Beitrag #202
Zitat von matloh im Beitrag #199
Zitat von Merkur im Beitrag #164
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #160
Da muss ich nochmal nachhaken, wie habt ihr denn die Arbeit dieser geachteten spezialisierten IM, die, nach ihrem freiwillgem Antrag auf Mitarbeit natürlich alle handverlesen und gut ausgebildet waren, für die Hauptlast der konspirativen Arbeit honoriert, ich meine welches Gehalt bezogen die für ihre Dienststellung innerhalb des MfS?


Ich mache es an einem Bsp. deutlich:
In einem Kombinat gab es Experten-IM, die durch ihre technische/naturwissenschaftliche Ausbildung in der Lage waren, bestimmte Muster, Produkte usw., die das MfS im NSW beschafft hatte, zu analysieren und ihre Nutzbarkeit für die DDR-Volkswirtschaft zu bewerten bzw. entsprechende Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen. Diese Experten-IM wurden gezielt geworben und haben ihren Beitrag bewusst für die DDR geleistet. Gehalt bezogen sie von ihrem Betrieb, durch das MfS erfolgte eine geringfügige materielle oder finanzielle Anerkennung.


Möglicherweise eine blöde Frage, aber warum mussten solche Dinge über IMEs abgewickelt werden? Hätte das nicht auch ganz offiziell mit normalen MA des Unternehmens erfolgen können? Man hätte sich doch in diesem Fall den ganzen konspirativen Schmafu doch sparen können, oder?



cheers matloh


Matloh,

vielleicht lag es daran, dass bestimmte Informationen vertraulich beschafft worden und aus diesem Grund eine besondere Vertraulichkeit notwendig war.


Und über Geheimhaltungsverpflichtungen (non disclosure agreements) wäre das nicht möglich gewesen? Ach ja... Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser...

cheers matloh


Matloh,

1. habe ich geschrieben "Vielleicht" und
2. warum soll man unnötige Risiken eingehen, wenn man spezielle Möglichkeiten nutzen kann.


nach oben springen

#205

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.04.2014 22:30
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Ich finde ein Aspekt fehlt noch, die IM waren doch wirklich arme Kerle, sie konnten für ihre Tätigkeit keine Rentenpunkte einfahren....


LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#206

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.04.2014 22:37
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #180
Aha, und dafür (Anm. ehm. Hu: Experten-IM in der DDR Volkswirtschaft) brauchte man IM's ? Da konnte man nicht einfach zu den Experten gehen und die direkt fragen? Ja wollten denn die Experten sonst nicht mitmachen oder wie.....?

Aus meiner Sicht eine sehr beachtenswerte Frage. Denn gerade in der Linie XVIII (Volkswirtschaft) macht sich das Dilemma der Auswertung der Informationen deutlich: Primäre Informationen, die man auf ganz normalem Wege über Leiter und Funktionäre hatte oder hätte beschaffen können, wurden von entscheidender Stelle (ZK, Mittag) nicht oder kaum zur Kenntnis genommen. Erst recht wurden allumfassende, mit hohem Aufwand gesammelte Sekundärinformationen des MfS nicht zur Kenntnis genommen. Was nützte ein dichtes Netz von Quellen in der Staatlichen Plankommision, man hätte den Schürer direkt fragen können. Aber man hätte ihm oder wenigstens dem MfS überhaupt Glauben schenken müssen.

friedliche Grüße Andreas


nach oben springen

#207

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.04.2014 23:04
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von ehem. Hu im Beitrag #206
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #180
Aha, und dafür (Anm. ehm. Hu: Experten-IM in der DDR Volkswirtschaft) brauchte man IM's ? Da konnte man nicht einfach zu den Experten gehen und die direkt fragen? Ja wollten denn die Experten sonst nicht mitmachen oder wie.....?

Aus meiner Sicht eine sehr beachtenswerte Frage. Denn gerade in der Linie XVIII (Volkswirtschaft) macht sich das Dilemma der Auswertung der Informationen deutlich: Primäre Informationen, die man auf ganz normalem Wege über Leiter und Funktionäre hatte oder hätte beschaffen können, wurden von entscheidender Stelle (ZK, Mittag) nicht oder kaum zur Kenntnis genommen. Erst recht wurden allumfassende, mit hohem Aufwand gesammelte Sekundärinformationen des MfS nicht zur Kenntnis genommen. Was nützte ein dichtes Netz von Quellen in der Staatlichen Plankommision, man hätte den Schürer direkt fragen können. Aber man hätte ihm oder wenigstens dem MfS überhaupt Glauben schenken müssen.

friedliche Grüße Andreas


@ehem. Hu

Ähh ,- heisst das ,- daß selbst das MfS als Schild und Schwert der Partei Mühe hatte ,- seine Kenntnisse und sein Wissen bei den Obersten Staatslenkern glaubhaft abzuliefern ??


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
zuletzt bearbeitet 29.04.2014 23:04 | nach oben springen

#208

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.04.2014 23:13
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #207
Zitat von ehem. Hu im Beitrag #206
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #180
Aha, und dafür (Anm. ehm. Hu: Experten-IM in der DDR Volkswirtschaft) brauchte man IM's ? Da konnte man nicht einfach zu den Experten gehen und die direkt fragen? Ja wollten denn die Experten sonst nicht mitmachen oder wie.....?

Aus meiner Sicht eine sehr beachtenswerte Frage. Denn gerade in der Linie XVIII (Volkswirtschaft) macht sich das Dilemma der Auswertung der Informationen deutlich: Primäre Informationen, die man auf ganz normalem Wege über Leiter und Funktionäre hatte oder hätte beschaffen können, wurden von entscheidender Stelle (ZK, Mittag) nicht oder kaum zur Kenntnis genommen. Erst recht wurden allumfassende, mit hohem Aufwand gesammelte Sekundärinformationen des MfS nicht zur Kenntnis genommen. Was nützte ein dichtes Netz von Quellen in der Staatlichen Plankommision, man hätte den Schürer direkt fragen können. Aber man hätte ihm oder wenigstens dem MfS überhaupt Glauben schenken müssen.

friedliche Grüße Andreas


@ehem. Hu

Ähh ,- heisst das ,- daß selbst das MfS als Schild und Schwert der Partei Mühe hatte ,- seine Kenntnisse und sein Wissen bei den Obersten Staatslenkern glaubhaft abzuliefern ??



Der Burner ist ja das die trotz dem Aufwand wirklich am Ende auch nur von der schnöden Banane überrollt wurden, ich glaube die haben sich selber auch nur eingeredet so gut zu sein wie sie gedacht hatten, die Realität sah am Ende irgendwie anders aus, haben sich mit ihren IM faktisch um jeden Hühnerdieb gekümmert und so einen, mit Verlaub, versoffenen Gauner wie z.B. den Tisch gewähren lassen, was soll man da noch dazu sagen, Gott sei Dank schon so lange weg und das mehr als berechtigt.


zuletzt bearbeitet 29.04.2014 23:15 | nach oben springen

#209

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.04.2014 00:01
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #207

Ähh ,- heisst das ,- daß selbst das MfS als Schild und Schwert der Partei Mühe hatte ,- seine Kenntnisse und sein Wissen bei den Obersten Staatslenkern glaubhaft abzuliefern ??


Es wird wohl weniger gescheitert sein, Informationen glaubhaft abzuliefern, als dass diese glaubhaft angenommen wurden. Ich sage mit dem Hintergrund, mit IM nichts zu tun gehabt zu haben, dass es wohl kaum etwas gab, worüber das MfS detaillierter Bescheid wußte, als über die letzte fehlende Schraube in der Volkswirtschaft. Ich kann mir gut vorstellen, dass Treffs mit IM der Linie XVIII bisweilen (insb. bei höheren Kadern) zur Lehrstunde der Fehlentscheidungen durch Parteieinmischung wurden. Was davon "ganz oben" angekommen ist, bleibt uns vielleicht im Konkreten für immer verborgen.

friedliche Grüße Andreas


Ostlandritter, Feliks D. und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#210

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.04.2014 00:21
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #194
Naja, aufeinander einhacken brauchen wir ja nicht, auf meine Frage zur Praxis der flächendeckenden inoffiziellen Mitarbeiter-Werbung habe ich leider ja noch keine richtige Antwort bekommen, so als Grundtenor kam leicht rüber das diese IM-Spezialisten vorrangig Fachleute in den Kombinaten waren, ok, wer's glaubt, aber eigentlich gab es ja auch den VEB DDR, da ist das schon wieder schlüssig



Eine kleine Antwort, Lohn, bekam zumindest ich nicht, auch der Dank vor der Truppenfahne blieb aus.

Es wurde auch nicht über Vergünstigungen geredet, obgleich mir beim Einfluss des MfS klar war, das Dinge machbar wären die für OTTO normal schwieriger waren, wie Wohnung z.B.
Mir wurde aber nie bewusst Lohn in Geld, oder in Form von Naturalien angeboten und ich machte auch keinen Gebrauch von irgend etwas.
Der einzige Lohn der mir in Erinnerung ist, ich musste den 20? km Marsch am Ende der Ausbildung in Eisennach nicht mitmachen, da ich zum Raport im Stab einbestellt war. Ich hatte also an dem Tag Innendienst in Form von Wachdienst und in der Wachpause musste ich antreten.
Zu raportieren hatte ich nichts, am Ende wurde ich gefragt ob ich Rosen schneiden könne.
Ich sagte ich machte das schonmal im Garten zu Hause, daraufhin sollte ich die Rosen am Stabsgebäude schneiden.

Gleiches wäre aber möglich gewesen wenn man sich ganz normal als Polizist beworben hätte, also mit den Vorteilen.
Diese Art, ich nenne es mal Vetternwirtschaft, gabs damals sowieso, auch im Betrieb unter Leitenden oder in sonstigen Behörden.
Ist heute nicht anders.
Nach Bananen musste man sich aber auch anstellen.

Mich hat man mit der Überzeugung gefangen, Überzeugung gutes zu tun und einen Baustein für meine millitärische Laufbahn zu legen, obwohl der Baustein garnicht nötig war, man hätte mich auch so genommen, soweit dachte ich damals aber nicht, ich vetraute dem Herrn in Uniform, war ich doch von Kind an von Uniformen umgeben.

Meine IM Tätigkeit bestand nicht nur daraus bei meiner Zielperson Informationen abzuschöpfen, nein, eigentlich war das sogar zweitrangig, zumindest die Person selber, meine Aufgabe bestand vorallem in Observation einer ganzen Zielgruppe, den Punkern.
Im weiteren Verlauf, wenn denn meine "Arbeit" von mir wunschgemäss weitergeführt worden wäre, wär das vermutliche Ziel gewesen mich in diese Gruppe zu schleusen, zumindest könnte ich mir das denken, denn Mengenmeldungen über Personenbewegungen zu einem bestimmten Ort brachten ja recht wenig Informationen.
Soweit kam es aber nicht, dazu war ich vermutlich nicht effektiv genug.
Um so mehr ich meine Zielperson kennen lernte, Freunde waren wir nicht nur Kollegen, um so mehr hatte ich mich auch gefragt was das MfS von den Punkern will.
Ich mochte zwar ihre Anzugsordnung auch nicht, auch nicht die Musik, aber ich hatte nicht den Eindruck das ich es mit Staatsfeinden zutun hatte die der Gesellschaft gefährlich werden konnten.
Meine Zielperson war ein Jugendlicher wie wir alle, gleiche Themen, gleiche Kritiken, gleiche Witze, nichts unterschied ihn von mir ausser Musik und Kleidung.
Er war Musiker, ich hatte nie den Eindruck das er politisch aktiv war ausser der Musik und deren Texte.
Vielleicht gings dem MfS auch garnicht um ihn, sondern um die ganze Gruppe, vielleicht waren in der Gruppe welche an die man heran wollte.
Jedenfalls die wenigen und vorallem allgemeinen Infos über meine Zielperson die ich lieferte, die hatte das MfS ganz sicher schon längst.

Ich verfasste auch keine Berichte, es gab glaube 2 mal im Jahr ein Treffen, immer auf dem Wehrkreiskommando, dort gabs dann ein Frage-Antwort Spiel, der FO machte sich Notitzen.
Bei wichtigen Sachen war ich angehalten ihn auf dem WKK aufzusuchen, dazu kam es aber nie, es gab nichts wichtiges, wohl auch weil mein Interesse immer mehr dahin schwandt.

Zu meiner Ankündigung am 1.Mai detailierter zu schreiben, muss ich leider sagen, dass ich nicht weis ob ich das schafffe.
Einen kleinen Teil übers "Geschäft" habe ich ja nun hier schon aufgeschrieben.
Mein Kunde arbeitet am 1.Mai und möchte seine Ware haben wurde mir heute verkündet.
Ob ich danach Freizeit habe bis Freitag weis ich noch nicht.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
Damals87, Feliks D., Lutze, Rainman2, Ostlandritter und exgakl haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#211

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.04.2014 01:05
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Rainman2 im Beitrag #12
Ich denke, es wird immer ungerecht gegenüber einem Menschen, wenn man nicht versucht, die Motivation desselben zum entsprechenden Zeitpunkt zu verstehen. Dazu gehören eben vor allem die Paradigmen, auf deren Grundlage der Mensch die Entscheidung traf. Als ich mich entschied, Offizier zu werden (mit 15 Jahren), als ich Offizier wurde (mit 21 Jahren) und als ich Politstellvertreter wurde (mit 22 Jahren) hatte ich Vertrauen zu diesem Staat DDR und Vertrauen, dass die Partei und die Staatsführung alles tun, damit der Frieden erhalten und dass die Zukunft der Menschheit besser wird. Fehler und Mängel gibt es überall, davon ließ ich mich nicht beirren. Leute, die meckern und alles schwarz sehen, gibt es auch überall, auch davon konnte ich mich nicht beeindrucken lassen. Ich hatte mit meinem Schritt, Offizier zu werden, bereits die Entscheidung getroffen, dass ich im Sinne dieses Grundverständnisses mit aller Konsequenz dienen wollte (wobei ich mir natürlich in vielen Fragen über die tatsächlichen Konsequenzen nicht im Klaren war, oder das Nachdenken darüber in Verdrängung münden ließ). Als ich per Order im zweiten Studienjahr an der Offiziershochschule zum "Partei-/Politkader" bestimmt wurde (da ich Kulturoffizier werden sollte), habe ich das ohne Murren akzeptiert, obwohl mir eigentlich die Kommandeurslaufbahn eher gefallen hätte. Und wäre ich in dieser Zeit gefragt worden, ob ich als IM des MfS arbeiten wollte, hätte ich aufgrund meiner Überzeugung wahrscheinlich ebenso mit Ja geantwortet und die Erklärung unterschrieben. Ich kann und will heute nicht sagen, wie weit ich in so einem Fall gegangen wäre.

Als Politstellvertreter habe ich im Rahmen des Befehls 44 (Personalanalyse) durchaus genügend Einschätzungen und Beurteilungen abgegeben, die sich kaum von den Berichten eines IM unterschieden und auch eine ähnliche Tragweite haben konnten. Es waren die Puzzleteile, aus denen die Gesamtbeurteilungen zusammengesetzt waren. Aus meiner Sicht habe ich damals einen Beitrag im Rahmen der militärischen Abwehr geleistet, d.h. Verhinderung von Verrat, Fahnenflucht, andere Straftaten, Suizid oder ähnliches. Das Gesamtbild zur jeweiligen Person kannte ich nicht, also habe ich auf die mir gestellten Fragen geantwortet. Es kann sein, dass ich damit Personen Schaden zugefügt habe, es liegt mir dazu bis heute keine konkrete Kenntnis vor.

Bin ich nun deswegen ein Verräter, ein Denunziant? Ich könnte eine kritische Auseinandersetzung mit mir selbst nicht führen, wenn ich diese Begriffe als vorweggenommenes Urteil akzeptieren würde. Ich muss den jungen Mann, der ich damals war, mit Respekt behandeln, auch wenn er das nicht immer verdient hat. Es steckt zuviel von ihm in mir.

Alsdann, Forengemeinde, wenn sich kein IM findet und ein "ich wäre auch einer geworden und habe auch was ähnliches getan" reicht, bitte: Ich stehe gern zur Verfügung.

ciao Rainman

Hallo!
Den Beitrag hast Du prima geschrieben,vielleicht werden mal die Besserwisser etwas ruhiger und denken mal nach.
Gruß Rei


Rainman2 und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#212

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.04.2014 01:35
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #210
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #194
Naja, aufeinander einhacken brauchen wir ja nicht, auf meine Frage zur Praxis der flächendeckenden inoffiziellen Mitarbeiter-Werbung habe ich leider ja noch keine richtige Antwort bekommen, so als Grundtenor kam leicht rüber das diese IM-Spezialisten vorrangig Fachleute in den Kombinaten waren, ok, wer's glaubt, aber eigentlich gab es ja auch den VEB DDR, da ist das schon wieder schlüssig



Eine kleine Antwort, Lohn, bekam zumindest ich nicht, auch der Dank vor der Truppenfahne blieb aus.

Es wurde auch nicht über Vergünstigungen geredet, obgleich mir beim Einfluss des MfS klar war, das Dinge machbar wären die für OTTO normal schwieriger waren, wie Wohnung z.B.
Mir wurde aber nie bewusst Lohn in Geld, oder in Form von Naturalien angeboten und ich machte auch keinen Gebrauch von irgend etwas.
Der einzige Lohn der mir in Erinnerung ist, ich musste den 20? km Marsch am Ende der Ausbildung in Eisennach nicht mitmachen, da ich zum Raport im Stab einbestellt war. Ich hatte also an dem Tag Innendienst in Form von Wachdienst und in der Wachpause musste ich antreten.
Zu raportieren hatte ich nichts, am Ende wurde ich gefragt ob ich Rosen schneiden könne.
Ich sagte ich machte das schonmal im Garten zu Hause, daraufhin sollte ich die Rosen am Stabsgebäude schneiden.

Gleiches wäre aber möglich gewesen wenn man sich ganz normal als Polizist beworben hätte, also mit den Vorteilen.
Diese Art, ich nenne es mal Vetternwirtschaft, gabs damals sowieso, auch im Betrieb unter Leitenden oder in sonstigen Behörden.
Ist heute nicht anders.
Nach Bananen musste man sich aber auch anstellen.

Mich hat man mit der Überzeugung gefangen, Überzeugung gutes zu tun und einen Baustein für meine millitärische Laufbahn zu legen, obwohl der Baustein garnicht nötig war, man hätte mich auch so genommen, soweit dachte ich damals aber nicht, ich vetraute dem Herrn in Uniform, war ich doch von Kind an von Uniformen umgeben.

Meine IM Tätigkeit bestand nicht nur daraus bei meiner Zielperson Informationen abzuschöpfen, nein, eigentlich war das sogar zweitrangig, zumindest die Person selber, meine Aufgabe bestand vorallem in Observation einer ganzen Zielgruppe, den Punkern.
Im weiteren Verlauf, wenn denn meine "Arbeit" von mir wunschgemäss weitergeführt worden wäre, wär das vermutliche Ziel gewesen mich in diese Gruppe zu schleusen, zumindest könnte ich mir das denken, denn Mengenmeldungen über Personenbewegungen zu einem bestimmten Ort brachten ja recht wenig Informationen.
Soweit kam es aber nicht, dazu war ich vermutlich nicht effektiv genug.
Um so mehr ich meine Zielperson kennen lernte, Freunde waren wir nicht nur Kollegen, um so mehr hatte ich mich auch gefragt was das MfS von den Punkern will.
Ich mochte zwar ihre Anzugsordnung auch nicht, auch nicht die Musik, aber ich hatte nicht den Eindruck das ich es mit Staatsfeinden zutun hatte die der Gesellschaft gefährlich werden konnten.
Meine Zielperson war ein Jugendlicher wie wir alle, gleiche Themen, gleiche Kritiken, gleiche Witze, nichts unterschied ihn von mir ausser Musik und Kleidung.
Er war Musiker, ich hatte nie den Eindruck das er politisch aktiv war ausser der Musik und deren Texte.
Vielleicht gings dem MfS auch garnicht um ihn, sondern um die ganze Gruppe, vielleicht waren in der Gruppe welche an die man heran wollte.
Jedenfalls die wenigen und vorallem allgemeinen Infos über meine Zielperson die ich lieferte, die hatte das MfS ganz sicher schon längst.

Ich verfasste auch keine Berichte, es gab glaube 2 mal im Jahr ein Treffen, immer auf dem Wehrkreiskommando, dort gabs dann ein Frage-Antwort Spiel, der FO machte sich Notitzen.
Bei wichtigen Sachen war ich angehalten ihn auf dem WKK aufzusuchen, dazu kam es aber nie, es gab nichts wichtiges, wohl auch weil mein Interesse immer mehr dahin schwandt.

Zu meiner Ankündigung am 1.Mai detailierter zu schreiben, muss ich leider sagen, dass ich nicht weis ob ich das schafffe.
Einen kleinen Teil übers "Geschäft" habe ich ja nun hier schon aufgeschrieben.
Mein Kunde arbeitet am 1.Mai und möchte seine Ware haben wurde mir heute verkündet.
Ob ich danach Freizeit habe bis Freitag weis ich noch nicht.


Mal so ganz nebenbei, meine Hochachtung für deine Offenheit, du hast als Mann Arsch in der Hose, unterscheidet dich von deinen meist immer noch sehr geheimnisvollen Ex-Kollegen


LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.04.2014 01:37 | nach oben springen

#213

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.04.2014 05:55
von exgakl | 7.223 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #204
Zitat von matloh im Beitrag #203
Zitat von Alfred im Beitrag #202
Zitat von matloh im Beitrag #199
Zitat von Merkur im Beitrag #164
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #160
Da muss ich nochmal nachhaken, wie habt ihr denn die Arbeit dieser geachteten spezialisierten IM, die, nach ihrem freiwillgem Antrag auf Mitarbeit natürlich alle handverlesen und gut ausgebildet waren, für die Hauptlast der konspirativen Arbeit honoriert, ich meine welches Gehalt bezogen die für ihre Dienststellung innerhalb des MfS?


Ich mache es an einem Bsp. deutlich:
In einem Kombinat gab es Experten-IM, die durch ihre technische/naturwissenschaftliche Ausbildung in der Lage waren, bestimmte Muster, Produkte usw., die das MfS im NSW beschafft hatte, zu analysieren und ihre Nutzbarkeit für die DDR-Volkswirtschaft zu bewerten bzw. entsprechende Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen. Diese Experten-IM wurden gezielt geworben und haben ihren Beitrag bewusst für die DDR geleistet. Gehalt bezogen sie von ihrem Betrieb, durch das MfS erfolgte eine geringfügige materielle oder finanzielle Anerkennung.


Möglicherweise eine blöde Frage, aber warum mussten solche Dinge über IMEs abgewickelt werden? Hätte das nicht auch ganz offiziell mit normalen MA des Unternehmens erfolgen können? Man hätte sich doch in diesem Fall den ganzen konspirativen Schmafu doch sparen können, oder?



cheers matloh


Matloh,

vielleicht lag es daran, dass bestimmte Informationen vertraulich beschafft worden und aus diesem Grund eine besondere Vertraulichkeit notwendig war.


Und über Geheimhaltungsverpflichtungen (non disclosure agreements) wäre das nicht möglich gewesen? Ach ja... Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser...

cheers matloh


Matloh,

1. habe ich geschrieben "Vielleicht" und
2. warum soll man unnötige Risiken eingehen, wenn man spezielle Möglichkeiten nutzen kann.




so richtig doll gibt die Aktentasche nichts her... wa Alfred?


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
nach oben springen

#214

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.04.2014 07:14
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #213
Zitat von Alfred im Beitrag #204
Zitat von matloh im Beitrag #203
Zitat von Alfred im Beitrag #202
Zitat von matloh im Beitrag #199
Zitat von Merkur im Beitrag #164
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #160
Da muss ich nochmal nachhaken, wie habt ihr denn die Arbeit dieser geachteten spezialisierten IM, die, nach ihrem freiwillgem Antrag auf Mitarbeit natürlich alle handverlesen und gut ausgebildet waren, für die Hauptlast der konspirativen Arbeit honoriert, ich meine welches Gehalt bezogen die für ihre Dienststellung innerhalb des MfS?


Ich mache es an einem Bsp. deutlich:
In einem Kombinat gab es Experten-IM, die durch ihre technische/naturwissenschaftliche Ausbildung in der Lage waren, bestimmte Muster, Produkte usw., die das MfS im NSW beschafft hatte, zu analysieren und ihre Nutzbarkeit für die DDR-Volkswirtschaft zu bewerten bzw. entsprechende Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen. Diese Experten-IM wurden gezielt geworben und haben ihren Beitrag bewusst für die DDR geleistet. Gehalt bezogen sie von ihrem Betrieb, durch das MfS erfolgte eine geringfügige materielle oder finanzielle Anerkennung.


Möglicherweise eine blöde Frage, aber warum mussten solche Dinge über IMEs abgewickelt werden? Hätte das nicht auch ganz offiziell mit normalen MA des Unternehmens erfolgen können? Man hätte sich doch in diesem Fall den ganzen konspirativen Schmafu doch sparen können, oder?



cheers matloh


Matloh,

vielleicht lag es daran, dass bestimmte Informationen vertraulich beschafft worden und aus diesem Grund eine besondere Vertraulichkeit notwendig war.


Und über Geheimhaltungsverpflichtungen (non disclosure agreements) wäre das nicht möglich gewesen? Ach ja... Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser...

cheers matloh


Matloh,

1. habe ich geschrieben "Vielleicht" und
2. warum soll man unnötige Risiken eingehen, wenn man spezielle Möglichkeiten nutzen kann.




so richtig doll gibt die Aktentasche nichts her... wa Alfred?


Wie soll ich einen konkreten Fall einschätzen können ?
So kann ich dies eben nur allgemein formulieren.


nach oben springen

#215

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.04.2014 08:50
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #210

[...]

Eine kleine Antwort, Lohn, bekam zumindest ich nicht, auch der Dank vor der Truppenfahne blieb aus.

Es wurde auch nicht über Vergünstigungen geredet, obgleich mir beim Einfluss des MfS klar war, das Dinge machbar wären die für OTTO normal schwieriger waren, wie Wohnung z.B.
Mir wurde aber nie bewusst Lohn in Geld, oder in Form von Naturalien angeboten und ich machte auch keinen Gebrauch von irgend etwas.
Der einzige Lohn der mir in Erinnerung ist, ich musste den 20? km Marsch am Ende der Ausbildung in Eisennach nicht mitmachen, da ich zum Raport im Stab einbestellt war. Ich hatte also an dem Tag Innendienst in Form von Wachdienst und in der Wachpause musste ich antreten.
Zu raportieren hatte ich nichts, am Ende wurde ich gefragt ob ich Rosen schneiden könne.
Ich sagte ich machte das schonmal im Garten zu Hause, daraufhin sollte ich die Rosen am Stabsgebäude schneiden.

[..]
Mich hat man mit der Überzeugung gefangen, Überzeugung gutes zu tun und einen Baustein für meine millitärische Laufbahn zu legen, obwohl der Baustein garnicht nötig war, man hätte mich auch so genommen, soweit dachte ich damals aber nicht, ich vetraute dem Herrn in Uniform, war ich doch von Kind an von Uniformen umgeben.

[...]



Guten Tag,

Dein Bekenntnis ist sehr ehrenhaft und ich möchte mich bedanken. Es ist eine der wenigen Erklärungen, in welcher sich der Zeitzeuge nicht mit mit «man musste» oder «man hat» schützt.

Mich hat es immer sehr gestört in D. : Die Öffentlichkeit verlangt den «Gang nach Canossa» und wenn jemand wie Du den Mut hast, es zu tun, werden die Messer hervorgezogen. Leider liebt unsere Zivilisation die Kollektivschuld und sie liebt das Urteil ohne Anhörung des Verurteilten. Nullum crimen, nulla poena sine lege, habe ich einmal gelernt.

Ich finde es genauso richtig, dass die Opfer ihr Anklage formulieren und Rechenschaft verlangen. Dass sie dann die Menschen nicht besonders lieben, welche sie ihrer Freiheit beraubt haben, ist, so denke ich, nur natürlich.

Aber sind die Menschen, welche Rache wollen und das ehrliche Bekenntnis angreifen, auch immer die Opfer?

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.04.2014 08:50 | nach oben springen

#216

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.04.2014 09:07
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #207


Ähh ,- heisst das ,- daß selbst das MfS als Schild und Schwert der Partei Mühe hatte ,- seine Kenntnisse und sein Wissen bei den Obersten Staatslenkern glaubhaft abzuliefern ??


Im Nachgang betrachtet,eigentlich war es doch alles Kinderkacke.EIGENTLICH wusste doch so ziemlich JEDER in diesem Lande wie es um die Effizienz der Volkswirtschaft bestellt war,dass hat er doch Tag täglich erlebt,er kannte die unangenehmen Erscheinungen einer Mangelwirtschaft,wenn er das oder das oder das brauchte und es gerade nicht verfügbar war oder meistens nicht verfügbar war,es nur über Beziehungen oder Bekanntschaften zu bekommen war.Auch ein OTTO-Normal Mfs-Mitarbeiter wusste das und kannte das und hat Tag täglich im Privatleben damit zutun und zu kämpfen.Das Selbe trifft auf die entsprechenden Unzufriedenheiten einer großen Mehrheit der Bevölkerung mit diesen Umständen zu,eine Identifizierung mit dem politischen System war schon lange nicht mehr vorhanden und zwar nicht mal unbedingt aus ideologischen Gründen,sondern eben aus den benannten ökonomischen Misständen heraus geboren.Ob es jemals eine mehrheitliche Identifizierung mit dem System gegeben hat und sie verloren gegangen ist,ich weiß es nicht,dazu bin ich zu jung.
Jedenfalls,was hätten denn die"Obersten Staatslenker"eigentlich tun sollen wenn sie den Berichten voll und ganz glauben geschenkt hätten?Nichts hätten sie tun können.Sie wussten mit Sicherheit,dass das System seit Jahrzehnten in Richtung Mauer fährt,kein Ausweg in Sicht ist um das zu vermeiden,es eigentlich schon von Anfang an versaut war,vielleicht und meiner Meinung nach, auch die Zeit dafür noch nicht gekommen war.Also haben ALLE einfach weitergemacht,auf irgendein Wunder hoffend in Richtung Mauer fahren und WENIGSTENS die Köpfe so lange wie möglich über Wasser haltend.Und das Mfs hat seine Arbeit gemacht,hat versucht den Deckel auf dem Topf zu halten, hatte schließlich von seinem"Arbeitgeber"den entsprechenden Auftrag dazu und wurde jeden Monat dafür gut bezahlt.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
Ostlandritter hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.04.2014 09:12 | nach oben springen

#217

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.04.2014 09:23
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat
Und das Mfs hat seine Arbeit gemacht,hat versucht den Deckel auf dem Topf zu halten, hatte schließlich von seinem"Arbeitgeber"den entsprechenden Auftrag dazu und wurde jeden Monat dafür gut bezahlt.



Wieder so eine Aussage von Dir! Das Gehalt war als Summe ausgedrückt nicht schlecht, wenn ich da jetzt aber die Stunden gegen rechne dann relativiert sich das ganz schnell wieder! Da hatte mach Produktionsmitarbeiter der sich seine Stunden zahlen ließ oder noch einem Nebenerwerb nachging schnell mehr in der Tasche. Deine Aussage ist so nur dafür gut eine gewisse Stimmung zu befeuern, Du solltest Dir manchmal vor dem schreiben überlegen welche Kräfte davon profitieren.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
nach oben springen

#218

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.04.2014 09:36
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #217

Zitat
Und das Mfs hat seine Arbeit gemacht,hat versucht den Deckel auf dem Topf zu halten, hatte schließlich von seinem"Arbeitgeber"den entsprechenden Auftrag dazu und wurde jeden Monat dafür gut bezahlt.


Wieder so eine Aussage von Dir! Das Gehalt war als Summe ausgedrückt nicht schlecht, wenn ich da jetzt aber die Stunden gegen rechne dann relativiert sich das ganz schnell wieder! Da hatte mach Produktionsmitarbeiter der sich seine Stunden zahlen ließ oder noch einem Nebenerwerb nachging schnell mehr in der Tasche. Deine Aussage ist so nur dafür gut eine gewisse Stimmung zu befeuern, Du solltest Dir manchmal vor dem schreiben überlegen welche Kräfte davon profitieren.


Gott Felix,das mit dem"gut bezahlt"war nur etwas argumentative Brühe zum Fleisch und Du hattest noch dazu die Chance mit Deinem großen Löffel einen Schlag von der Brühe zu nehmen.Aber Fleisch scheint Dir nicht so zu schmecken,deswegen lässt Du es liegen.
Und vielleicht mal was Grundsätzliches,ich schreibe nicht in solche Foren weil ich irgend jemand,irgendeine,sogar noch ehemalige Behörde oder Land verteidigen oder anklagen will,das halte ich für unnötig,schade um die Zeit.Mich hat irgendwann,20 Jahre nach Untergang dieser Behörde und dieses Landes,gestört, wie man SCHON WIEDER Geschichtsklitterei betreibt und zwar durch Die und durch die Anderen und das zumindest aus meiner Sicht,damit Du mir nicht schon wieder einen Strick aus meiner Aussage drehen willst,NUR deswegen schreibe ich in solche Foren.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
Schuddelkind und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#219

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.04.2014 09:36
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #217

Zitat
Und das Mfs hat seine Arbeit gemacht,hat versucht den Deckel auf dem Topf zu halten, hatte schließlich von seinem"Arbeitgeber"den entsprechenden Auftrag dazu und wurde jeden Monat dafür gut bezahlt.


Wieder so eine Aussage von Dir! Das Gehalt war als Summe ausgedrückt nicht schlecht, wenn ich da jetzt aber die Stunden gegen rechne dann relativiert sich das ganz schnell wieder! Da hatte mach Produktionsmitarbeiter der sich seine Stunden zahlen ließ oder noch einem Nebenerwerb nachging schnell mehr in der Tasche. Deine Aussage ist so nur dafür gut eine gewisse Stimmung zu befeuern, Du solltest Dir manchmal vor dem schreiben überlegen welche Kräfte davon profitieren.



Aber ,- die Quintessenz der Aussage von @KARNAK ist doch korrekt und spiegelt die mehrheitliche Stimmung der damaligen DDR-Bevölkerung doch richtig wieder,- warum blafftst Du ihn dann wegen des lapidaren Gehaltsschmankerl an ?

Wie soll eine Diskussion und eine Aufarbeitung stattfinden, wenn ein ehem. MfS-ler den anderen ehem. Mfs-ler dazu vergattern möchte ,- den Ruf des MfS auch im nachhinein sauber zu halten ??

Oder hab ich da was falsch interpreditiert ?


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
nach oben springen

#220

RE: Informelle Mitarbeiter

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 30.04.2014 09:55
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Ich blaffe ihn nicht an, aber ich nehme mir das Recht heraus zu sagen was ich denke und dazu gehört halt auch über die Wirkung bestimmter undifferenzierter Aussagen nachzudenken!

Zum Rest von seiner Einlassung muss ich nichts sagen, da hat er ja durchaus nicht Unrecht.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 30.04.2014 09:56 | nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
(Mitarbeiter der Woche) Erdogan und sein Verständnis von Pressefreiheit
Erstellt im Forum Themen vom Tage von ek40
50 01.04.2016 13:45goto
von Heckenhaus • Zugriffe: 1312
Das Kernkraftwerk Stendal und die Stasi
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von
29 29.10.2012 15:06goto
von rm2 • Zugriffe: 6238
Bundesbeauftragter Jahn will Stasi Mitarbeiter entlassen
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Gert
118 13.04.2013 12:03goto
von Moskwitschka • Zugriffe: 4509
Das Recht auf Meinungsäußerung hat Vorrang
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Angelo
69 20.03.2011 00:18goto
von Gert • Zugriffe: 3075
Methoden zu gewinnung von Mitarbeitern
Erstellt im Forum Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze von Afghani
110 17.12.2009 21:52goto
von Rainer-Maria-Rohloff • Zugriffe: 4254
Decknamen bei inoffizielle Mitarbeiter der Staatssicherheit ?
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Tine
23 25.10.2009 12:21goto
von Alter_Fritz • Zugriffe: 3509
Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Angelo
307 17.12.2013 00:41goto
von frank • Zugriffe: 18530
Mitarbeiter der Stasi in der DDR
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Angelo
212 23.08.2009 19:11goto
von Augenzeuge • Zugriffe: 27540
Rechtslage zur Benennung von Stasi-Mitarbeitern nicht eindeutig
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Angelo
43 14.04.2013 22:19goto
von Kimble • Zugriffe: 3943

Besucher
1 Mitglied und 23 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 468 Gäste und 28 Mitglieder, gestern 3414 Gäste und 170 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14358 Themen und 557105 Beiträge.

Heute waren 28 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen