#1

ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 15:33
von Lutze | 8.033 Beiträge

wer war schon ein richtiger DDR-Bürger?,
ich war einer von diesen,nur meine Gedanken waren etwas anders,
vieles habe ich kritisch gesehen,und auch meine Meinung gesagt,
sozialistisch erzogen,auch das hatte nichts genützt,
ich war ein schlechter DDR-Bürger
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#2

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 15:37
von RiFu | 201 Beiträge

Oh Oh, ich seh schon die Emotionen hochkochen... Mit welchem Maß will man das denn beurteilen? Ich behaupte, wir waren DDR Bürger, ohne weitere Adjektive.
Karsten


EK 88 I


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#3

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 15:39
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Hallo @Lutze , die Wortwahl 'richtig' und 'schlecht'...passen da nicht.
Aber wenn du diese Einstufung willst...ohne die 'Schlechten' wäre es nicht zur Wende gekommen. Waren diese dann doch die 'Richtigen'..??


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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#4

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 15:45
von Pit 59 | 10.134 Beiträge

Wir konnten das ja sehr schlecht Beeinflussen das wir in diesem Teil von Deutschland das Licht der Welt erblickt haben.Die einen haben sich damit abgefunden,die anderen eben nicht
Ich wurde in meinem Elternhaus jedenfalls nicht Sozialistisch erzogen,und dafür bin ich meinen Eltern auch sehr dankbar. Ein Paar solche gab es aber auch (siehe Bild)

Angefügte Bilder:
30ddr-19_small[1].jpg

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#5

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 16:02
von Moskwitschka (gelöscht)
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@Lutze Du kannst nichts dafür. Aber beim Lesen des Titels ist mir eingefallen - Ein richtiger DDR - Bürger war ein falscher Fuffziger. Wahrscheinlich weil ich vorher den thread über die alten Banknoten gelesen habe.

Doch so falsch scheint mir der Gedanke aus verschiedenen Gründen nicht zu sein. Es kommt immer auf den Standpunkt des Betrachters an. Der "normale" Staatsbürger haderte mit seiner Staatsführung. Schon meine Oma sagte - Ulbricht sei ein falscher Fuffziger. Die Staatsführung widerum traute ihrem Volk nicht und meinte die falschen Fuffziger unter Kontrolle zu bringen.

Mit diesem Gedanken googelte ich, ob schon mal jemand auf solch einen Gedanken kam - War der DDR-Bürger ein falscher Fuffziger?

Und raus kam ein Artikel aus dem Jahr 1990. So für die Erinnerung sehr lesenswert:

In diesem Geiste wird der Verdacht gepflegt, überall seien noch falsche Volksvertreter, verkappte Sachwalter und Agenten der alten Verhältnisse aktiv - und müßten erst noch erledigt werden. Dieser Verdacht gründet sich nicht auf eine verbliebene Macht des alten Apparats, sondern umgekehrt darauf, daß das alte System entmachtet ist - und das nach herrschender Auffassung zu Recht. Der behauptete Machtkampf, der erst noch zu entscheiden wäre, entspringt der Phantasie von Bürgern, die über gut und böse bestens Bescheid wissen, weil sie unbedingt Partei ergreifen für die neuen Machtverhältnisse. Alles Alte ist in ihren Augen ein einziges Verbrechen gegen das Volk - und seine Herrschaftssicherung im Innern, die allgegenwärtige Gesinnungskontrolle, gilt als Beweis dafür, daß die Macht nur angemaßt war und Honecker und Co. außer Machtausübung gegen das Volk nichts im Sinn gehabt hätten. Die neue Herrschaft gilt dagegen genauso unbesehen als vom Volk beauftragt und ihm verpflichtet; und der erste Auftrag, den das Volk ihr im Geiste erteilt und wofür es sich stark macht, heißt ausgerechnet: Sicherung der Herrschaft. Alle falschen Fünfziger sollen kontrolliert, die alte politische Gesinnung aufgespürt und von jedem Einfluß ferngehalten, also der Staat gesäubert werden - von allen, die in ihm nichts mehr zu bestimmen und zu sagen haben dürfen.


http://www.gegenstandpunkt.com/msz/html/90/90_2/stasi.htm

Nichts für ungut @Lutze Du kannst nichts für meine Gedankengänge.

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 27.04.2014 18:25 | nach oben springen

#6

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 16:07
von Lutze | 8.033 Beiträge

ein guter DDR-Bürger wollte ich auch sein,
hatte irgendwie nicht geklappt
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#7

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 16:32
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #6
ein guter DDR-Bürger wollte ich auch sein,
hatte irgendwie nicht geklappt
Lutze

Gegenfrage..was war denn ein schlechter DDR Bürger ?



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#8

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 16:35
von Freienhagener | 3.859 Beiträge

Lutze, aus Deinen Zeilen spricht Ironie.

Durchaus verschiedene Vorstellungen von einem guten Menschen genügen meist - ohne staatsbürgerlichen Rahmen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 27.04.2014 16:35 | nach oben springen

#9

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 17:05
von WernerHolt (gelöscht)
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hallo,
kann zwar nicht viel dazu beitragen, bin ja nur in der ddr geboren, hort, 2 jahre schule dann war der zauber schon vorbei.
ich fühle mich auch nicht als brd ler. in allerersten linie fühle ich mich schlicht und ergreifend einfach nur als deutscher und das ist gut so. ob ich ein guter deutscher oder schlechter bin? darüber sollen andere urteilen.........


zuletzt bearbeitet 27.04.2014 17:14 | nach oben springen

#10

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 17:05
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Zermatt im Beitrag #7
Zitat von Lutze im Beitrag #6
ein guter DDR-Bürger wollte ich auch sein,
hatte irgendwie nicht geklappt
Lutze

Gegenfrage..was war denn ein schlechter DDR Bürger ?



Na ,- ganz klar einer - der kein guter DDR-Bürger sein wollte....


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#11

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 17:07
von ABV | 4.202 Beiträge

Den DDR-Bürger hat es sowieso nicht gegeben. Auch wenn es sich manche gewünscht hätten. Es gab keine Schablone, in die man siiebzehn oder achtzehn Millionen Individualisten pressen konnte. Selbst innerhalb des Parteiapparates und den "Schutz & Sicherheitsorganen" fanden sich genügend selbstständig und kritisch denkende Menschen. Das diese Leute bis zum Schluss nicht zum Zuge kamen, hat viele Ursachen. Zum Beispiel das sich die oberste SED-Führung mehr und mehr mit dem Nimbus der "Allwissenheit" und "Unfehlbarkeit" ausstattete. Jegliche Kritik galt geradezu als Blasphemie! Darum blieb sie entweder im Anfangsstadium stecken oder wurde lediglich im kleinen Kreis erörtert.
Was diesen Personenkreis durchaus nicht vom " normalen Durchschnitts-DDR-Bürger" unterscheidet.
Und wie sah der "normale Durchschnitts-DDR-Bürger" aus? Ganz einfach: Die meisten DDR-Bürger versuchten sich in den von der Politik aufgezwungenen Verhältnissen so gut wie möglich einzurichten. Ohne groß aufzufallen, aber auch ohne sich mehr als notwendig zu engagieren. Einige würden das schon als Heldentum bezeichnen. Für mich ist das nichts anderes als das ganz normale Verhalten, des ganz normalen Bürgers. Das trifft nur auf die DDR zu! Schon unsere Vorväter haben sich in den jeweiligen Zeiten eingerichtet. Schon vor hundert Jahren war nicht jeder ein treuer Monarchist, nur weil er ein Bild vom Kaiser Wilhelm an der Wand zu hängen hatte. Man passte sich an, "machte sein DIng", sorgte für die Familie, um irgendwann zu sterben. Ein völlig normales Leben, dass sich, in verschiedenen Epochen, aber in den Grundzügen immer gleich, überall in der Welt zu allen Zeiten so oder so ähnlich abgespielt hat.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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zuletzt bearbeitet 27.04.2014 17:19 | nach oben springen

#12

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 17:07
von Sperrbrecher | 1.654 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #4

Ich wurde in meinem Elternhaus jedenfalls nicht Sozialistisch erzogen,und dafür bin ich meinen Eltern auch sehr dankbar. Ein Paar solche gab es aber auch (siehe Bild)

http://files.homepagemodules.de/b150225/...356n2-thumb.jpg

Dummheit und Stolz, wachsen auf einem Holz.

Man kann nur auf das stolz sein, was man selbst geleistet hat.

Ich bin stolz ein Deutscher zu sein, wenn ich nicht darauf stolz bin, bin ich trotzdem Deutscher.
Da bin ich doch lieber darauf stolz. (Kurt Tucholsky)


Ich habe mich jedenfalls nie als "DDR-Bürger" gefühlt und verstanden.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


zuletzt bearbeitet 27.04.2014 17:09 | nach oben springen

#13

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 17:46
von turtle | 6.961 Beiträge

Mit der neuen Regelung der DDR-Staatsbürgerschaft von 1967 sollte Souveränität gezeigt werden.und die nationale Identität des sozialistischen Staates gestärkt werden.Offizielle Bezeichnung für die Bewohner der DDR nach diesem Staatsbürgerschaftsrecht war DDR-Bürger bzw. Bürger der DDR. Schon in meinem alten DDR-Personalausweise war der Vermerk „Bürger der Deutschen Demokratischen Republik“. Demnach waren zumindest alle mit dem Vermerk Bürger der DDR richtige DDR- Bürger.
Ob nun alle gute DDR -Bürger im Sinn der sozialistischen Ideologie waren, ist eine ganz andere Frage. Es dürfte allerdings kein Land geben in dem alle Bürger zufrieden sind. Wichtig ist doch Mensch sein und Mensch bleiben, wo auch immer auf dieser Welt.


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#14

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 17:46
von Freienhagener | 3.859 Beiträge

Das "Besondere" der Staatsbürgerschaft bis hin zur These einer DDR-Nation wurde bekanntlich von der SED probagiert, das Verhältnis zum sozialistischen Staat thematisiert.
Da gab es von oben viel Wunschdenken.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#15

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 17:56
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #14
Das "Besondere" der Staatsbürgerschaft bis hin zur These einer DDR-Nation wurde bekanntlich von der SED probagiert, das Verhältnis zum sozialistischen Staat thematisiert.
Da gab es von oben viel Wunschdenken.


Yep ,- und wir vielen da unten hatten leider ganz andere Wünsche als die da oben.....


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#16

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 17:59
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #15
Zitat von Freienhagener im Beitrag #14
Das "Besondere" der Staatsbürgerschaft bis hin zur These einer DDR-Nation wurde bekanntlich von der SED probagiert, das Verhältnis zum sozialistischen Staat thematisiert.
Da gab es von oben viel Wunschdenken.


Yep ,- und wir vielen da unten hatten leider ganz andere Wünsche als die da oben.....



Das Fass zum Überlaufen brachte dann die Erkenntnis, dass die da oben offenbar die selben Wünsche hegten, wie die da unten. Nur das sich die da oben diese Wünsche mittels ihrer Sonderläden in Wandlitz jederzeit erfüllen konnten! Dabei handelte es sich ja nicht mal um Luxusartikel. Sondern um Kram, den man heute bei ALDI auf dem Wühltisch findet. Der jedoch für den "Normalo" unereichbar war.

Gruß Uwe


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zuletzt bearbeitet 27.04.2014 18:00 | nach oben springen

#17

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 17:59
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von WernerHolt im Beitrag #9
hallo,
kann zwar nicht viel dazu beitragen, bin ja nur in der ddr geboren, hort, 2 jahre schule dann war der zauber schon vorbei.
ich fühle mich auch nicht als brd ler. in allerersten linie fühle ich mich schlicht und ergreifend einfach nur als deutscher und das ist gut so. ob ich ein guter deutscher oder schlechter bin? darüber sollen andere urteilen.........


Weißt Du Janos, ich bin heute in erster Linie Mensch. Mit dem bisschen Menschsein bin ich so dermaßen beschäftigt, ich komme nichtmal dazu nun auch noch Deutscher zu sein.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#18

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 18:08
von WernerHolt (gelöscht)
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #17


Weißt Du Janos, ich bin heute in erster Linie Mensch. Mit dem bisschen Menschsein bin ich so dermaßen beschäftigt, ich komme nichtmal dazu nun auch noch Deutscher zu sein.


Weißt du Feliks du hast es sogar noch besser auf den Punkt gebracht. So ist es!


zuletzt bearbeitet 27.04.2014 18:14 | nach oben springen

#19

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 18:08
von Schuddelkind | 3.511 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #17
Zitat von WernerHolt im Beitrag #9
hallo,
kann zwar nicht viel dazu beitragen, bin ja nur in der ddr geboren, hort, 2 jahre schule dann war der zauber schon vorbei.
ich fühle mich auch nicht als brd ler. in allerersten linie fühle ich mich schlicht und ergreifend einfach nur als deutscher und das ist gut so. ob ich ein guter deutscher oder schlechter bin? darüber sollen andere urteilen.........


Weißt Du Janos, ich bin heute in erster Linie Mensch. Mit dem bisschen Menschsein bin ich so dermaßen beschäftigt, ich komme nichtmal dazu nun auch noch Deutscher zu sein.


Was warst du denn früher........?


Intellektuelle spielen Telecaster
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#20

RE: ein richtiger DDR-Bürger

in Leben in der DDR 27.04.2014 18:12
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #11
Den DDR-Bürger hat es sowieso nicht gegeben. Auch wenn es sich manche gewünscht hätten. Es gab keine Schablone, in die man siiebzehn oder achtzehn Millionen Individualisten pressen konnte. Selbst innerhalb des Parteiapparates und den "Schutz & Sicherheitsorganen" fanden sich genügend selbstständig und kritisch denkende Menschen. Das diese Leute bis zum Schluss nicht zum Zuge kamen, hat viele Ursachen. Zum Beispiel das sich die oberste SED-Führung mehr und mehr mit dem Nimbus der "Allwissenheit" und "Unfehlbarkeit" ausstattete. Jegliche Kritik galt geradezu als Blasphemie! Darum blieb sie entweder im Anfangsstadium stecken oder wurde lediglich im kleinen Kreis erörtert.
Was diesen Personenkreis durchaus nicht vom " normalen Durchschnitts-DDR-Bürger" unterscheidet.
Und wie sah der "normale Durchschnitts-DDR-Bürger" aus? Ganz einfach: Die meisten DDR-Bürger versuchten sich in den von der Politik aufgezwungenen Verhältnissen so gut wie möglich einzurichten. Ohne groß aufzufallen, aber auch ohne sich mehr als notwendig zu engagieren. Einige würden das schon als Heldentum bezeichnen. Für mich ist das nichts anderes als das ganz normale Verhalten, des ganz normalen Bürgers. Das trifft nur auf die DDR zu! Schon unsere Vorväter haben sich in den jeweiligen Zeiten eingerichtet. Schon vor hundert Jahren war nicht jeder ein treuer Monarchist, nur weil er ein Bild vom Kaiser Wilhelm an der Wand zu hängen hatte. Man passte sich an, "machte sein DIng", sorgte für die Familie, um irgendwann zu sterben. Ein völlig normales Leben, dass sich, in verschiedenen Epochen, aber in den Grundzügen immer gleich, überall in der Welt zu allen Zeiten so oder so ähnlich abgespielt hat.

Gruß an alle
Uwe


....und auch heute immernoch abspielt.
Oder ist es etwa eines guten Bürgers würdig, bei den Dingen die in und um Deutschland passieren den Mund zu halten, oder nur hinter vorgehaltener Hand oder in der Kneipe, oder heute in Foren Dinge die nicht schmecken zu diskutieren?

Ein richtiger DDR Bürger, oder Bürger sonstiger Staaten, hat mit guter oder schlechter recht wenig zutun.
Ein richtiger DDR Bürger ist für mich eine Person, die sich mit dem Weg den die DDR eigentlich gehen wollte, der auf dem Papier auch garnicht falsch war, leider immer mehr in die Praxis nicht umgesetzt wurde, identifiziert.
Ich tue das, ich halte den Gesellschaftsversuch auch heute noch für richtig und wichtig.
Das er so gescheitert ist, lag vorallem an den Gestaltern und nicht an denen die man als Volk bezeichnen kann, die in jedem Land, in jedem System einfach nur Volk sind, Volk im Sinne wie ABV sie beschrieb.

Daher meine ich, die wirklich schlechten sind eine Minderheit, leider hatte diese Minderheit das Sagen und die Werkzeuge der Gestaltung in den Händen.
Ich würde also Menschen wie Lutze, mit ihrer Geschichte, nicht als schlechter einstufen, wie alle die die geblieben sind und Volk waren, die Wertigkeit hält sich die Waage, je nach Hintergrund hat nur jeder unterschiedliche + und - zu gleichen Wertungspositionen.
Obendrein lässt sich eh nichts pauschalisieren, die Gründe der DDR Gegner waren sehr vielfältig.
Es gab welche die das Gesellschaftssystem total ablehnten, also komplett weg haben wollten, diese würde ich eher als schlechte DDR Bürger einschätzen, vorallem die, welche mit Gewalt den Umsturz erzwingen wollten, andere wiederum, hatten kein Problem mit der Ordnung sondern mit den Umständen der Gestaltung der Ordnung.

Ein richtiger DDR Bürger ist für mich gesellschaftskritisch (wir kennen 2 Systeme die wie Pech und Schwefel sind), 20 mal hinterfragend, und lässt sich auch nicht jeden Bären aufbinden.
Das mit dem Bären aufbinden hat sich allerdings erst in den ersten 1-2 Nachwendejahren entwickelt, als man versuchte uns regelmässig über den Tisch zu ziehen.
Aus diesen Eigenschaften hat sich im Westen das so genannte Bild des Jammerossis gebildet, hat allerdings mit jammern nur zum Teil zutun, nur weil man 20 mal hinterfragt und misstrauisch ist, jammert man längst noch nicht.
Richtig jammern tun schliesslich alle Deutschen, dass beherrschen die im Westen genauso.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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