#101

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 20:02
von andyman | 1.881 Beiträge

Ein Staat und ein System dem die Leute weglaufen und sie deshalb einzäunen muss hat einfach keine Existenzberechtigung, der oder das hat zu verschwinden und gut.
Schade das es wirklich 40 Jahre dauern musste bis dieser eigentlich normale Vorgang vollzogen werden konnte.
Ich staune immer wieder wie doch noch diese Rechtfertigung eines verbrecherischen Grenzregimes in den Köpfen festsitzt
[/quote]

@Grenzwolf62
Ich versuche nichts zu rechtfertigen und schon gar nicht den Mauerbau.Warum wurde denn nun die Grenze dichtgemacht,wer weiß es?Lgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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#102

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 20:17
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Commander im Beitrag #90
Hallo Allerseits,
"Peinliche Befragung",
da kommt wieder hoch,was damals mit einem Postenpaar eines anderen Zuges passierte.Sie waren an einer unübersichlichen Stelle "Unterhalb Dreiherrenstein" eingesetzt.Just in dem Moment,als ihnen von der FÜST eine GS befohlen wurde,ist ein GV u.seine Begleitung(Gattin des ABV) dort über den Zaun.
Was in der folgenden Zeit passierte hat sich bei mir eingeprägt.Eine Woche,jeden Tag Befragungen(Verhöre?)der Beiden.Immer dieselben Fragen.Der Gefreite war bis dahin ein lustiger,zu jedem Spass bereiter Kamerad,ein guter Sportler u.immer da,wenn man ihn brauchte.
Nach diesen Verhören,die auch vom Verbindungsoffizier,Oltn.G.,getätigt wurden,war er wie umgewandelt.Er war Kein Held,nein,aaber sehr still !
Die letzten Monate bis zum HG müssen für ihn endlos gewesen sein.
Danke für die Aufmerksamkeit,Gruß C.


Peinliche Befragung
??

Schon für diese Wortwahl müsste man den peinlichen Befragern im Nachhinein nochmal den Arsch extra versohlen !

Dieses ätzende Wort stammt aus der Zeit der kirchlichen Inquisition ,- angebliche Ketzer hatten die " Wahl " zwischen peinlicher Befragung ,- und bei Widersetzlichkeit kam dann durch die Folterknechte die "hochnotpeinliche Befragung " ,- welche die meisten Ketzer zuerst die Gesundheit und anschliessend auch noch das Leben kosteten....


....................................
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#103

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 20:21
von Gelöschtes Mitglied
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@Bahndamm 68
Hallo.In dem #64 habe ich versucht die Begründung für das Errichten der Sperranlagen durch die DDR zu geben.Dein Eindruck das ich das begrüßt hätte stimmt nicht.Meiner Meinung nach hat die DDR Führung keine andere Wahl gehabt sonst wären in kurzer Zeit die Leute weggelaufen was ja schon im vollem gange war.Dein Vergleich zur heutigen Situation hinkt etwas, damals hatte kaum einer sich was anschaffen können und sein Leben hat vor dem Mauerbau kaum einer aufs Spiel gesetzt.Das Ausbluten ist eher bildlich gemeint,es gab zB.in Berlin die Situation das viele Ostberliner im Westen ihr Geld verdient haben und durch den Umtausch enorm viel Geld hatten,andererseits gab es viele WBner die billig im Osten eingekauft haben und die Wirtschaft damit enorm geschwächt haben.
Lgandyman [/quote]

#64 von andyman
Die Frage bleibt aber bestehen, warum die Menschen weg gelaufen sind oder weg laufen wollten.
Andere Frage, warum hat es diesen Wechselkurs gegeben. Die DM hast hoch geworfen und fiel dir wieder in die Hände, die Mark der DDR konntest du auch hoch werfen, sie wurde aber vom Winde verweht, weil sie keinen Wert hatte.


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#104

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 20:27
von DoreHolm | 7.706 Beiträge

Zitat von manudave im Beitrag #42
Frieden? Vor welchem Angreifer denn?


Ach ja ? Wenn es keine möglichen Angreifer gegeben hat, zu was war denn dann die BW und die ganze NATO notwendig ? Nun behaupte nur noch, daß WIR die potentiellen Angreifer wären ?



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#105

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 20:34
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #104
Zitat von manudave im Beitrag #42
Frieden? Vor welchem Angreifer denn?


Ach ja ? Wenn es keine möglichen Angreifer gegeben hat, zu was war denn dann die BW und die ganze NATO notwendig ? Nun behaupte nur noch, daß WIR die potentiellen Angreifer wären ?


@DoreHolm, also die Grenzer waren bestimmt keine Angreifer, sondern nur Aufhalter von denen die von der DDR-Seite kamen!!!
Grüsse steffen52


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#106

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 20:50
von DoreHolm | 7.706 Beiträge

Zitat von Bahndamm 68 im Beitrag #72
@utkieker
Hallo.Das wir keinen Krieg mitmachen mußten darüber kann wohl jeder nur froh sein.Die Sache mit dem Frieden sichern ist mir zu einseitig,es ging der DDR in erster Linie um eine Kontrolle über das wirtschaftliche Ausbluten zu erlangen welches durch Schieberei und Schmuggel und Weggang vieler Menschen nur begrenzt für einen jungen Staat auszuhalten war.Durch die Sicherung der Grenzen war erstmal ein Riegel vorgeschoben wenn auch nur für eine gewisse Zeit.Jedenfalls können wir alle glücklich sein das wir keine gegnerische Truppen in Action erlebt haben.Schönen Sonntag andyman


#64 von andyman
Im Lesen deiner Antwort musste ich erst einmal tief Luft holen, die Worte „wirtschaftliche Ausbluten“ sind der Anstoß für mich. Wenn ich in der Partei, sprich SED, gewesen wäre, dann hätte ich auch hinter dem Staat gestanden. Dann könnte ich für die Formulieren Verständnis zeigen. Der Staat, der die Bezeichnung D Demokratische R trägt, dem die Menschen aber freiwillig weglaufen, das muss doch Ursachen beinhalten. Die Menschen haben ihr Hab und Gut zurück gelassen, sie haben ihr Leben auf das Spiel gesetzt, um ein Leben in Freiheit zu haben.
Kannst du dir heute vorstellen, dass du mit zwei Koffern in der Hand ein neues Leben in Russland, China, in Frankreich, England oder sonst wo auf dieser Erde von vorn beginnen könntest und alles was du bisher dir geschaffen hast hinter dir liegen lässt, sprich dem Staat überlässt. Wohl kaum und warum, weil ein Großteil der Menschen Egoisten sind. Tausende von Menschen, dies ist ja nun schon ein alter Hut in der Formulieren, haben die DDR freiwillig verlassen.
[/quote]

Grün u. Rot: Ich glaube, zu den Motiven für eine Flucht wurde schon mal woanders geschrieben. Um mal auf den Begriff der "Freiheit" zu kommen, ist das kein konkret zu fassender Begriff. Wie ein nasser, zappelnder und glitschiger Fisch in der Hand. Das waren m.E. die allerwenigsten, ich schätze mal auf einen einstelligen Prozentbereich, die das wirklich als Hauptgrund angeben konnten. Bei der absoluten Masse waren es in erster Linie die Hoffnung, ihre materielle Lage wesentlich zu verbessern. Die Hoffnung auf bessere berufliche Entwicklungsmöglichkeiten war unterschwellig ebenfalls mit der Hoffnung auf materiellen Wohlstand verbunden. Dafür läst schon so mancher Haus, Hof, Eigentum und Freunde zurück, weil man sich im Westen das alles viel viel besser und schöner neu aufbauen könnte. Das waren mehr die Idealisten, bei denen materielle Gründe drittrangig waren.



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#107

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 21:08
von DoreHolm | 7.706 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #105
Zitat von DoreHolm im Beitrag #104
Zitat von manudave im Beitrag #42
Frieden? Vor welchem Angreifer denn?


Ach ja ? Wenn es keine möglichen Angreifer gegeben hat, zu was war denn dann die BW und die ganze NATO notwendig ? Nun behaupte nur noch, daß WIR die potentiellen Angreifer wären ?


@DoreHolm, also die Grenzer waren bestimmt keine Angreifer, sondern nur Aufhalter von denen die von der DDR-Seite kamen!!!
Grüsse steffen52


Grün Ist schon klar. Das war die Hauptaufgabe. Es wurde aber auch von der Möglichkeit ausgegangen, daß der Kalte Krieg unversehens heiß wird, auch beginnend mit kleinen Scharmützeln. Und sowas war hier gemeint. Dafür gab es in den GR Waffen, die für eine Verhinderung von Fluchten denkbar ungeeignet gewesen wären. Ich meine hier Waffen beginnend mit dem RPG bis hin zur Artillerie (Granatwerfer, PAK u.a.).



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#108

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 21:18
von Gelöschtes Mitglied
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@DoreHolm, ist schon richtig was Du sagst, aber wie lange hätten die Grenzer, die eigentlich nur einen Wachdienst schoben, bei einen Angriff aus gehalten? Den mit der reinen militärischen Ausbildung,gegen über reinen NVA Einheiten, war es ja nicht so bestellt! Oder? Den mit Drill und so, war es bei der Grenze recht ruhig! Da musst auch Du mir recht geben! Oder nicht? Also waren wir, bei einen Angriff, nur Kanonenfutter!!
Grüsse steffen52


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#109

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 21:41
von DoreHolm | 7.706 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #108
@DoreHolm, ist schon richtig was Du sagst, aber wie lange hätten die Grenzer, die eigentlich nur einen Wachdienst schoben, bei einen Angriff aus gehalten? Den mit der reinen militärischen Ausbildung,gegen über reinen NVA Einheiten, war es ja nicht so bestellt! Oder? Den mit Drill und so, war es bei der Grenze recht ruhig! Da musst auch Du mir recht geben! Oder nicht? Also waren wir, bei einen Angriff, nur Kanonenfutter!!
Grüsse steffen52


Das war der NVA-Führung auch klar, daß die Grenzeinheiten einem massiven Überraschungsangriff nicht standgehalten hätten. In der militärischen Strategie geht es aber auch darum, einen Gegner erst mal aufzuhalten, auch wenn es sich nur um wenige Stunden gehandelt hätte. Bei der gegenseitigen Aufklärung wäre aber m.E. ein richtiger Überraschungsangriff von keiner Seite her möglich gewesen. Das würde bedeuten, daß Honi im Osten oder der Bundeskanzler im Westen früh aufgewacht wären mit der spinnerten Idee, sofort loszuschlagen. Also, ihren Morgenkaffee geschlürft und dann an´s Telefon und sofortigen Angriff befohlen mit der Bewaffnung, die gerade einsatzfähig war und nicht erst vorbereitet (aufmunitioniert) werden mußte und den Soldaten, die sich gerade im Objekt oder bewaffnet im Gelände befinden. Also völlig abwegig. Da hätten sich wohl schon die nächstniedrigeren Ebenen an den Kopf getipt, wenn so ein Befehl gekommen wäre. Die Grenztruppen wären in die NVA-Gruppierungen eingebunden worden.



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#110

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 21:56
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #109
Zitat von steffen52 im Beitrag #108
@DoreHolm, ist schon richtig was Du sagst, aber wie lange hätten die Grenzer, die eigentlich nur einen Wachdienst schoben, bei einen Angriff aus gehalten? Den mit der reinen militärischen Ausbildung,gegen über reinen NVA Einheiten, war es ja nicht so bestellt! Oder? Den mit Drill und so, war es bei der Grenze recht ruhig! Da musst auch Du mir recht geben! Oder nicht? Also waren wir, bei einen Angriff, nur Kanonenfutter!!
Grüsse steffen52


Das war der NVA-Führung auch klar, daß die Grenzeinheiten einem massiven Überraschungsangriff nicht standgehalten hätten. In der militärischen Strategie geht es aber auch darum, einen Gegner erst mal aufzuhalten, auch wenn es sich nur um wenige Stunden gehandelt hätte. Bei der gegenseitigen Aufklärung wäre aber m.E. ein richtiger Überraschungsangriff von keiner Seite her möglich gewesen. Das würde bedeuten, daß Honi im Osten oder der Bundeskanzler im Westen früh aufgewacht wären mit der spinnerten Idee, sofort loszuschlagen. Also, ihren Morgenkaffee geschlürft und dann an´s Telefon und sofortigen Angriff befohlen mit der Bewaffnung, die gerade einsatzfähig war und nicht erst vorbereitet (aufmunitioniert) werden mußte und den Soldaten, die sich gerade im Objekt oder bewaffnet im Gelände befinden. Also völlig abwegig. Da hätten sich wohl schon die nächstniedrigeren Ebenen an den Kopf getipt, wenn so ein Befehl gekommen wäre. Die Grenztruppen wären in die NVA-Gruppierungen eingebunden worden.


@DoreHolm, also doch nur Kanonenfutter! Mit der Technik die da war, ich rede von meiner Zeit, na Prost Mahlzeit, ehe da was los gegangen wäre, hätte der Ami schon in der Waffenkammer gestanden und Kaugummi verteilt! Das war auch immer der Spruch von unseren Waffenoffizier, wen Alarm war!
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#111

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 21:59
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #109
Zitat von steffen52 im Beitrag #108
@DoreHolm, ist schon richtig was Du sagst, aber wie lange hätten die Grenzer, die eigentlich nur einen Wachdienst schoben, bei einen Angriff aus gehalten? Den mit der reinen militärischen Ausbildung,gegen über reinen NVA Einheiten, war es ja nicht so bestellt! Oder? Den mit Drill und so, war es bei der Grenze recht ruhig! Da musst auch Du mir recht geben! Oder nicht? Also waren wir, bei einen Angriff, nur Kanonenfutter!!
Grüsse steffen52


Das war der NVA-Führung auch klar, daß die Grenzeinheiten einem massiven Überraschungsangriff nicht standgehalten hätten. In der militärischen Strategie geht es aber auch darum, einen Gegner erst mal aufzuhalten, auch wenn es sich nur um wenige Stunden gehandelt hätte. Bei der gegenseitigen Aufklärung wäre aber m.E. ein richtiger Überraschungsangriff von keiner Seite her möglich gewesen. Das würde bedeuten, daß Honi im Osten oder der Bundeskanzler im Westen früh aufgewacht wären mit der spinnerten Idee, sofort loszuschlagen. Also, ihren Morgenkaffee geschlürft und dann an´s Telefon und sofortigen Angriff befohlen mit der Bewaffnung, die gerade einsatzfähig war und nicht erst vorbereitet (aufmunitioniert) werden mußte und den Soldaten, die sich gerade im Objekt oder bewaffnet im Gelände befinden. Also völlig abwegig. Da hätten sich wohl schon die nächstniedrigeren Ebenen an den Kopf getipt, wenn so ein Befehl gekommen wäre. Die Grenztruppen wären in die NVA-Gruppierungen eingebunden worden.




Ich weiss nicht mehr , wo ich herhabe ,- aber in meinem Kopf hat sich seit der Grundausbildung so ein Zeitrahmen von 30 Minuten festgesetzt !

Das war wohl die nötige Überbrückungszeit ,- bis die sowjetischen Alarmkompanien soweit wären - zurückzuschlagen.
Ich glaube mich zu erinnern ,- das wir auf unsere Fragen, was nach 30 Minuten von uns noch übrig sein sollte ,- ein leichtes Grinsen ernteten....


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#112

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.04.2014 08:28
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #111
Zitat von DoreHolm im Beitrag #109
Zitat von steffen52 im Beitrag #108
@DoreHolm, ist schon richtig was Du sagst, aber wie lange hätten die Grenzer, die eigentlich nur einen Wachdienst schoben, bei einen Angriff aus gehalten? Den mit der reinen militärischen Ausbildung,gegen über reinen NVA Einheiten, war es ja nicht so bestellt! Oder? Den mit Drill und so, war es bei der Grenze recht ruhig! Da musst auch Du mir recht geben! Oder nicht? Also waren wir, bei einen Angriff, nur Kanonenfutter!!
Grüsse steffen52


Das war der NVA-Führung auch klar, daß die Grenzeinheiten einem massiven Überraschungsangriff nicht standgehalten hätten. In der militärischen Strategie geht es aber auch darum, einen Gegner erst mal aufzuhalten, auch wenn es sich nur um wenige Stunden gehandelt hätte. Bei der gegenseitigen Aufklärung wäre aber m.E. ein richtiger Überraschungsangriff von keiner Seite her möglich gewesen. Das würde bedeuten, daß Honi im Osten oder der Bundeskanzler im Westen früh aufgewacht wären mit der spinnerten Idee, sofort loszuschlagen. Also, ihren Morgenkaffee geschlürft und dann an´s Telefon und sofortigen Angriff befohlen mit der Bewaffnung, die gerade einsatzfähig war und nicht erst vorbereitet (aufmunitioniert) werden mußte und den Soldaten, die sich gerade im Objekt oder bewaffnet im Gelände befinden. Also völlig abwegig. Da hätten sich wohl schon die nächstniedrigeren Ebenen an den Kopf getipt, wenn so ein Befehl gekommen wäre. Die Grenztruppen wären in die NVA-Gruppierungen eingebunden worden.




Ich weiss nicht mehr , wo ich herhabe ,- aber in meinem Kopf hat sich seit der Grundausbildung so ein Zeitrahmen von 30 Minuten festgesetzt !

Das war wohl die nötige Überbrückungszeit ,- bis die sowjetischen Alarmkompanien soweit wären - zurückzuschlagen.
Ich glaube mich zu erinnern ,- das wir auf unsere Fragen, was nach 30 Minuten von uns noch übrig sein sollte ,- ein leichtes Grinsen ernteten....

Können wir das Thema mal hier raushalten? Erstens wurden da auch damals schon von Unkundigen viele Märchen erzählt, zweitens war z.B. das "Lubliner Garde-Mot.-Schützen-Regiment" der Sowjetarmee in Plauen in 15 Minuten mit aller Technik vom Hof, während die normale Grenzkompanie eine Alarmzeit von 20 Minuten hatte, drittens lässt sich dazu unter dem Suchbegriff "gefechtsmäßige & Grenzsicherung" hier im Forum eine Menge finden und viertens ist das hier zu sehr OT.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#113

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.04.2014 17:24
von Linna | 189 Beiträge

Diese Diskussion ist für mich ziemlich nervig, weil ich zufälligerweise meinen Grundwehrdienst auch an der innerdeutschen Grenze
absolvieren musste. Ich habe trotzdem nicht die Absicht mir dafür Asche auf das Haupt zu streuen oder mich dafür bei den
Spatensoldaten zu entschuldigen. Ich bedauere diejenigen, die bei ihrer Flucht ihr Leben lassen mussten oder mit ihrer
Gesundheit bezahlten.
Wenn ich heute nachvollziehe wie viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt durch verbrecherische Systeme ihr Leben lassen
mussten dann sind die Grenztoten doch nur ein ganz geringer Anteil.
In den USA kommen mehr Menschen pro Jahr durch private Waffen ums Leben als in der gesamten Zeit des Bestehens
dieser Grenze aber keiner fragt danach.
Fazit: Wenn eine Lüge ständig wiederholt wird,wird sie irgendwann zur Wahrheit. Traurig!



zuletzt bearbeitet 28.04.2014 17:25 | nach oben springen

#114

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.04.2014 18:44
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #112
Können wir das Thema mal hier raushalten? Erstens wurden da auch damals schon von Unkundigen viele Märchen erzählt, zweitens war z.B. das "Lubliner Garde-Mot.-Schützen-Regiment" der Sowjetarmee in Plauen in 15 Minuten mit aller Technik vom Hof, während die normale Grenzkompanie eine Alarmzeit von 20 Minuten hatte, drittens lässt sich dazu unter dem Suchbegriff "gefechtsmäßige & Grenzsicherung" hier im Forum eine Menge finden und viertens ist das hier zu sehr OT.


Hallo @Rainman2,

Ich möchte das Thema nicht ganz raushalten. Ich möchte nur mit bestimmten Klischees aufräumen. Grenzverletzer im Abschnitt war die seltene Ausnahme, nicht die Regel. 80% haben wir damit verbracht den "Klassenfeind" zu beobachten oder Touristenbusse und der Rest war Blödsinn verzapfen. Hin und wieder hatten wir die dankbare Aufgabe Genossenschaftsbauern zu begleiten - aber das war's dann.
In der Ausbildung wurde man richtig heiß gemacht, da klappte auch jede Festnahme an der Übungsgrenze, fast so als sei das der Alltag im Grenzerleben. Wenn man dann das erste mal auf dem Kolonnenweg die reale Grenze zu Gesicht bekommt, verschlägt es Einem doch die Sprache und denkt sich nur, hoffentlich nicht gerade jetzt ein Grenzverletzer. Später kam Routine auf, wir kannten die taktischen Zeichen am VW- Bullie, die Dienstgrade von Zoll, BGS und britischer Armee. Und noch heute schaue ich zum Himmel, wenn ein Hubschrauber seine Kreise zieht und muss zu meinen bedauern feststellen, daß die legendäre "Alouette 2" heute kaum noch verkehrt.
Wir konnten uns in @Lutze's Sinne nicht als "Helden" auszeichnen und das war gut so. Und dennoch wir waren eigentlich auch nichts besseres als gewöhnliche Mot.-Schützen und billiges Kanonenfutter im Ernstfall. Die gefechtsmäßige Grenzsicherung ist dann wirklich kein Spaß mehr, sondern tödlicher Ernst. Ich glaube der reale Irrsinn des kalten Krieges war wohl für uns völlig ausreichend.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#115

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.04.2014 21:42
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Mal eine Frage: Gab es bei den GT und der NVA auch solche "theoretischen Überlebenszeiten" für den Ernstfall? Ich weiß von zahlreichen Leuten, die bei der BW waren, das es dort für jeden Posten für den Ernstfall solche "Überlebenszeiten" gab.....gemessen meist in Minuten. Ich hoffe, ich hab mich jetzt nicht zu blöd ausgedrückt.........kenn mich mit dem Krempel ja nicht aus.......


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 28.04.2014 21:42 | nach oben springen

#116

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.04.2014 22:33
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #115
Mal eine Frage: Gab es bei den GT und der NVA auch solche "theoretischen Überlebenszeiten" für den Ernstfall? Ich weiß von zahlreichen Leuten, die bei der BW waren, das es dort für jeden Posten für den Ernstfall solche "Überlebenszeiten" gab.....gemessen meist in Minuten. Ich hoffe, ich hab mich jetzt nicht zu blöd ausgedrückt.........kenn mich mit dem Krempel ja nicht aus.......

Hallo Schuddel,

na, weil Du es bist ... Kurz und aus meiner Ausbildung 1979-1982: Nein, gab es nicht. In einer Richtung des Hauptstoßes hätte ein Kompaniestützpunkt keine Minute gehalten, in einer Nebenrichtung hätte die Kompanie u.U. Tage rumhängen können. Alle Zeiten, wie lange die GT durchhalten sollten etc., sind nach meiner Auffassung Erfindungen jenseits der eigentlichen Handlungsidee. In der Ausbildung der Offiziere an der Offiziershochschule gab es solche Zahlen nicht und auch nicht in den Befehlen und Weisungen zur gefechtsmäßigen Grenzsicherung. Außerdem ging keine der beiden Seiten davon aus, sich im Kriegsfall lange an der Grenze aufzuhalten.

ciao Rainman


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(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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