#61

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 09:48
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.490 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #44
Zitat von manudave im Beitrag #42
Frieden? Vor welchem Angreifer denn?

Ich sprach davon, daß wir es getan hätten, war aber Gott sei Dank nicht nötig!

Gruß Hartmut!


wohl auch hätten MÜSSEN!
Bloß gut, daß es anders kam.

gruß h.


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#62

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 10:14
von utkieker | 2.913 Beiträge

Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #61
Zitat von utkieker im Beitrag #44
Zitat von manudave im Beitrag #42
Frieden? Vor welchem Angreifer denn?

Ich sprach davon, daß wir es getan hätten, war aber Gott sei Dank nicht nötig!

Gruß Hartmut!


wohl auch hätten MÜSSEN!
Bloß gut, daß es anders kam.

gruß h.


Oh ja @hundemuchtel 88 0,5, du sprichst mir aus der Seele. Ich trauere der Grenze nicht hinterher aber in Mitteleuropa war der Frieden an der Nahtstelle zweier Militärblöcke keineswegs sicher. Ich bin nicht nur froh darüber, daß ich die Schusswaffe im Grenzdienst nie eingesetzt habe, ich bin auch froh darüber, daß uns ein heißer Krieg erspart wurde.
Wenn man die alten Kriegsdenkmäler sieht, wie jung die Leute waren welche an den Fronten verheizt wurden, hat man doch ein mulmiges Gefühl.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#63

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 10:21
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.490 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #62
Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #61
Zitat von utkieker im Beitrag #44
Zitat von manudave im Beitrag #42
Frieden? Vor welchem Angreifer denn?

Ich sprach davon, daß wir es getan hätten, war aber Gott sei Dank nicht nötig!

Gruß Hartmut!


wohl auch hätten MÜSSEN!
Bloß gut, daß es anders kam.

gruß h.


Oh ja @hundemuchtel 88 0,5, du sprichst mir aus der Seele. Ich trauere der Grenze nicht hinterher aber in Mitteleuropa war der Frieden an der Nahtstelle zweier Militärblöcke keineswegs sicher. Ich bin nicht nur froh darüber, daß ich die Schusswaffe im Grenzdienst nie eingesetzt habe, ich bin auch froh darüber, daß uns ein heißer Krieg erspart wurde.
Wenn man die alten Kriegsdenkmäler sieht, wie jung die Leute waren welche an den Fronten verheizt wurden, hat man doch ein mulmiges Gefühl.

Gruß Hartmut!


recht haste, und wenn man so jung ist ist man manipulierberer als mit einer gewissen Lebenserfahrung.
Ich habe hier irgendwo im Forum gelesen: "Wir waren die wahren Helden des Kalten Krieges", meine Meinung ohne anzugeben, es ist was dran,
aber der Satz ist nicht von mir!

gruß h.


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#64

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 10:40
von andyman | 1.871 Beiträge

Oh ja @hundemuchtel 88 0,5, du sprichst mir aus der Seele. Ich trauere der Grenze nicht hinterher aber in Mitteleuropa war der Frieden an der Nahtstelle zweier Militärblöcke keineswegs sicher. Ich bin nicht nur froh darüber, daß ich die Schusswaffe im Grenzdienst nie eingesetzt habe, ich bin auch froh darüber, daß uns ein heißer Krieg erspart wurde.
Wenn man die alten Kriegsdenkmäler sieht, wie jung die Leute waren welche an den Fronten verheizt wurden, hat man doch ein mulmiges Gefühl.
Gruß Hartmut![/quote]

@utkieker
Hallo.Das wir keinen Krieg mitmachen mußten darüber kann wohl jeder nur froh sein.Die Sache mit dem Frieden sichern ist mir zu einseitig,es ging der DDR in erster Linie um eine Kontrolle über das wirtschaftliche Ausbluten zu erlangen welches durch Schieberei und Schmuggel und Weggang vieler Menschen nur begrenzt für einen jungen Staat auszuhalten war.Durch die Sicherung der Grenzen war erstmal ein Riegel vorgeschoben wenn auch nur für eine gewisse Zeit.Jedenfalls können wir alle glücklich sein das wir keine gegnerische Truppen in Action erlebt haben.Schönen Sonntag andyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
utkieker und hundemuchtel 88 0,5 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#65

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 11:32
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Stille Helden? Ich frage mich, wie viele bis heute mit ihren Erlebnissen an der Grenze nicht klarkommen......die sehen sich bestimmt nicht als Helden. Nur leider schreiben die hier nicht im Forum........

PS: Wenn man einfach nur Glück hatte und ganz einfach nicht in die Situation kam, einen GV stellen zu müssen, ist man dann ein Held?


Intellektuelle spielen Telecaster
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zuletzt bearbeitet 27.04.2014 11:38 | nach oben springen

#66

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 11:46
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Die Überschrift ist falsch..es gab keine stille Helden an dieser Grenze.Es gab einen Auftrag und der musste erfüllt werden.Und am Ende der Kette standen halt die Grenzer der dies zu erledigen hatte.

Einen Befehl zu erteilen und ihn dann in der Praxis auszuführen sind 2 Paar Schuhe.



Schuddelkind hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#67

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 11:55
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Da hat der Lutze ja wieder einen Stich ins Wespennest gesetzt, ich geh mal, mein Weihrauch ist alle, brauch Nachschub


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#68

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 11:58
von Pit 59 | 10.125 Beiträge

Zitat von Zermatt im Beitrag #66
Die Überschrift ist falsch..es gab keine stille Helden an dieser Grenze.Es gab einen Auftrag und der musste erfüllt werden.Und am Ende der Kette standen halt die Grenzer der dies zu erledigen hatte.

Einen Befehl zu erteilen und ihn dann in der Praxis auszuführen sind 2 Paar Schuhe.


Stimmt Zermatt,mir sagte mal ein Insider das im Ernstfall Offiziere ausgewechselt werden,um zu Vermeiden das die eigenen Leute die ersten Opfer sind.


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#69

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 11:59
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #65
Stille Helden? Ich frage mich, wie viele bis heute mit ihren Erlebnissen an der Grenze nicht klarkommen......die sehen sich bestimmt nicht als Helden. Nur leider schreiben die hier nicht im Forum........

PS: Wenn man einfach nur Glück hatte und ganz einfach nicht in die Situation kam, einen GV stellen zu müssen, ist man dann ein Held?


Die Ausgangsfrage zielt ja auf jene, die sich in Sekundenbruchteile, als der gefürchtete Ernstfall eintrat, ganz bewusst gegen die Anwendung der Schusswaffe entschieden hatten. Meiner Meinung nach könnte man solche Leute tatsächlich als Helden bezeichnen! Weil sie ja sich ja nicht nur bewusst gegen die Schusswaffenanwendung entschieden hatten, sondern gleichzeitig bereit waren, sämtliche Konsequenzen dafür zu tragen.
Gab es denn solch einen Fall überhaupt? Soviel Heldentum wäre wohl für einen normalen blutjungen Durchschnittsbürger ein wenig viel verlangt gewesen.
Und wer einfach nur das Glück hatte nie in eine solche Situation zu geraten, ist natürlich kein Held. Ich kenne aber auch keinen, der sich heute öffentlich als ein solcher bezeichnen würde. Nur weil er eben Glück hatte.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#70

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 11:59
von Lutze | 8.027 Beiträge

Zitat von Zermatt im Beitrag #66
Die Überschrift ist falsch..es gab keine stille Helden an dieser Grenze.Es gab einen Auftrag und der musste erfüllt werden.Und am Ende der Kette standen halt die Grenzer der dies zu erledigen hatte.

Einen Befehl zu erteilen und ihn dann in der Praxis auszuführen sind 2 Paar Schuhe.

die Überschrift ist schon richtig,
es gab sie,die stillen Helden,
zumindest sehe ich es so,
"Flucht über die vereiste Elbe",
dieser ehemaliger Grenzer,der nicht geschossen hat,
verdient meine Hochachtung,ich kenne ihn,er möchte nichts mehr dazu sagen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#71

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 12:16
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #65
Stille Helden? Ich frage mich, wie viele bis heute mit ihren Erlebnissen an der Grenze nicht klarkommen......die sehen sich bestimmt nicht als Helden. Nur leider schreiben die hier nicht im Forum........

PS: Wenn man einfach nur Glück hatte und ganz einfach nicht in die Situation kam, einen GV stellen zu müssen, ist man dann ein Held?



Ein Held ?
Nein ,- dann war man eines von den vielen Glückskindern ,- die ihr Gewissen nicht einer hinterhältigen Politik opfern mussten...


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#72

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 12:52
von Gelöschtes Mitglied
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@utkieker
Hallo.Das wir keinen Krieg mitmachen mußten darüber kann wohl jeder nur froh sein.Die Sache mit dem Frieden sichern ist mir zu einseitig,es ging der DDR in erster Linie um eine Kontrolle über das wirtschaftliche Ausbluten zu erlangen welches durch Schieberei und Schmuggel und Weggang vieler Menschen nur begrenzt für einen jungen Staat auszuhalten war.Durch die Sicherung der Grenzen war erstmal ein Riegel vorgeschoben wenn auch nur für eine gewisse Zeit.Jedenfalls können wir alle glücklich sein das wir keine gegnerische Truppen in Action erlebt haben.Schönen Sonntag andyman [/quote]

#64 von andyman
Im Lesen deiner Antwort musste ich erst einmal tief Luft holen, die Worte „wirtschaftliche Ausbluten“ sind der Anstoß für mich. Wenn ich in der Partei, sprich SED, gewesen wäre, dann hätte ich auch hinter dem Staat gestanden. Dann könnte ich für die Formulieren Verständnis zeigen. Der Staat, der die Bezeichnung D Demokratische R trägt, dem die Menschen aber freiwillig weglaufen, das muss doch Ursachen beinhalten. Die Menschen haben ihr Hab und Gut zurück gelassen, sie haben ihr Leben auf das Spiel gesetzt, um ein Leben in Freiheit zu haben.
Kannst du dir heute vorstellen, dass du mit zwei Koffern in der Hand ein neues Leben in Russland, China, in Frankreich, England oder sonst wo auf dieser Erde von vorn beginnen könntest und alles was du bisher dir geschaffen hast hinter dir liegen lässt, sprich dem Staat überlässt. Wohl kaum und warum, weil ein Großteil der Menschen Egoisten sind. Tausende von Menschen, dies ist ja nun schon ein alter Hut in der Formulieren, haben die DDR freiwillig verlassen.


zuletzt bearbeitet 27.04.2014 12:53 | nach oben springen

#73

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 12:58
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Ich erinnere mich an einen Soldaten aus unserem Wachzug im Stab des Grenzregiments in Dermbach. Wir hatten an der Wache des Munitions- und Pionierlagers auch Hundelaufanlagen im Einsatz. Der Mann hat sich zum Teil in seiner Freizeit darum gekümmert, dass die Hunde gepflegt und ausgebildet wurden, hat in der Küche immer mal nach Sachen gefragt, die man den Tieren noch geben könnte. Ich "erwischte" ihn einmal in der Hundeküche, wo er einem der Hunde ein paar Hühnerreste mitgebracht hatte, die dieser mit sichtlichem Vergnügen verspeiste. Auf meine Frage, warum er das tue, kam die lakonische Antwort: "Na einer muss sich doch drum kümmern".

Ich kann leider Lutzes Wunsch nach Pathos ebenso wenig nachkommen, wie viele andere, die in meiner Zeit an der Grenze gedient haben. Meine "stillen Helden" haben oft einfach nur getan, was sie für richtig hielten, haben sich, wie ich oben schrieb, einfach nur um andere gekümmert. Man musste die Augen schon ein wenig aufmachen, um sie zu finden. Aber man konnte sie finden. Diese haben meinen uneingeschränkten Respekt.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


DoreHolm, ABV, Hansteiner und chantre haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.04.2014 12:59 | nach oben springen

#74

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 13:17
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

So, hab wieder Weihrauch und mir paar Gedanken gemacht.
Bei mir waren 82 bei der Werkzeugausgabe die Spaten irgendwie alle also hab ich die Flinte genommen.
Die Geschichte mit der Elbe ist schon rührend, ich hätte wohl aber auch nicht in den Rücken eines gen Westen wandernden Genossen das Magazin leer gemacht, wie geschrieben, wohl, zu 100% ganz sicher bin ich mir da heute nicht, zum Glück wollte halt keiner wandern.


zuletzt bearbeitet 27.04.2014 13:22 | nach oben springen

#75

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 13:21
von feldwebel88 | 279 Beiträge

hallo lutze

sind auch diese beiden grenzer helden für dich,die trotz das eine waffe auf sie gerichtet war nicht geschossen haben?

der vorfall hat sich am 29.9.1987 gegen 07.00 uhr im grenzabschnitt sommersdorf abgespielt. der gv sch...... geb. in radebeul wohnh. in dülmen passierte zwischen den grenzsäulen 780 und 781 die staatsgrenze der ddr. schnitt eine öffnung in den streckmetallzaun und lief ca. 200m in richtung grenzsignalzaun, dabei verteilte er 224 flugblätter. durch eine kradstreife wurde er 07.14 aufgefordert eine gezogene pistole abzulegen. der gv ging rückwärts in richt. ddr und richtete die pistole auf die gradstreife, die in stellung ging und den gv nicht mehr sah, da dieser hinter eine geländeerhebung ging. dort erschoss sich der gv mit einem schuss in die brust.


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#76

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 13:27
von Lutze | 8.027 Beiträge

Zitat von feldwebel88 im Beitrag #75
hallo lutze

sind auch diese beiden grenzer helden für dich,die trotz das eine waffe auf sie gerichtet war nicht geschossen haben?

der vorfall hat sich am 29.9.1987 gegen 07.00 uhr im grenzabschnitt sommersdorf abgespielt. der gv sch...... geb. in radebeul wohnh. in dülmen passierte zwischen den grenzsäulen 780 und 781 die staatsgrenze der ddr. schnitt eine öffnung in den streckmetallzaun und lief ca. 200m in richtung grenzsignalzaun, dabei verteilte er 224 flugblätter. durch eine kradstreife wurde er 07.14 aufgefordert eine gezogene pistole abzulegen. der gv ging rückwärts in richt. ddr und richtete die pistole auf die gradstreife, die in stellung ging und den gv nicht mehr sah, da dieser hinter eine geländeerhebung ging. dort erschoss sich der gv mit einem schuss in die brust.



hat mit meinem Thema nichts zu tun,
aber Danke für deinen Beitrag
Lutze


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#77

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 13:31
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #69
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #65
Stille Helden? Ich frage mich, wie viele bis heute mit ihren Erlebnissen an der Grenze nicht klarkommen......die sehen sich bestimmt nicht als Helden. Nur leider schreiben die hier nicht im Forum........

PS: Wenn man einfach nur Glück hatte und ganz einfach nicht in die Situation kam, einen GV stellen zu müssen, ist man dann ein Held?


Die Ausgangsfrage zielt ja auf jene, die sich in Sekundenbruchteile, als der gefürchtete Ernstfall eintrat, ganz bewusst gegen die Anwendung der Schusswaffe entschieden hatten. Meiner Meinung nach könnte man solche Leute tatsächlich als Helden bezeichnen! Weil sie ja sich ja nicht nur bewusst gegen die Schusswaffenanwendung entschieden hatten, sondern gleichzeitig bereit waren, sämtliche Konsequenzen dafür zu tragen.
Gab es denn solch einen Fall überhaupt? Soviel Heldentum wäre wohl für einen normalen blutjungen Durchschnittsbürger ein wenig viel verlangt gewesen.
Und wer einfach nur das Glück hatte nie in eine solche Situation zu geraten, ist natürlich kein Held. Ich kenne aber auch keinen, der sich heute öffentlich als ein solcher bezeichnen würde. Nur weil er eben Glück hatte.

Gruß Uwe

Rot: Da geb ich dir vollkommen Recht, Uwe. Nur hab ich noch nie von einem gelesen oder ihn getroffen.


Intellektuelle spielen Telecaster
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#78

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 13:32
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #76
Zitat von feldwebel88 im Beitrag #75
hallo lutze

sind auch diese beiden grenzer helden für dich,die trotz das eine waffe auf sie gerichtet war nicht geschossen haben?

der vorfall hat sich am 29.9.1987 gegen 07.00 uhr im grenzabschnitt sommersdorf abgespielt. der gv sch...... geb. in radebeul wohnh. in dülmen passierte zwischen den grenzsäulen 780 und 781 die staatsgrenze der ddr. schnitt eine öffnung in den streckmetallzaun und lief ca. 200m in richtung grenzsignalzaun, dabei verteilte er 224 flugblätter. durch eine kradstreife wurde er 07.14 aufgefordert eine gezogene pistole abzulegen. der gv ging rückwärts in richt. ddr und richtete die pistole auf die gradstreife, die in stellung ging und den gv nicht mehr sah, da dieser hinter eine geländeerhebung ging. dort erschoss sich der gv mit einem schuss in die brust.



hat mit meinem Thema nichts zu tun,
aber Danke für deinen Beitrag
Lutze

Hallo Lutze,

nimm mir das nicht allzu übel, aber entweder hast Du Schwächen in der Fragestellung oder in der Bewertung der Antworten. Es ging in dem Beitrag genau um das, was Du am Anfang angesprochen bzw. angefragt hast. Nicht nur fragen, auch mal richtig zuhören bzw. lesen!

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#79

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 13:39
von Lutze | 8.027 Beiträge

eins muß ich eingestehen,
die Uniformierten sind da im Vorteil,
aber für mich gibt es stille Helden
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#80

RE: stille Helden an der Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.04.2014 16:20
von Freienhagener | 3.854 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #21
.............
Das sagst Du heute, aber damals? Wen Dein Postenführer sagte schießen, was hättest Du gemacht? Denke nach und versetze Dich in die damalige Situation!
Was danach kam, damit muss jeder( der hier dabei ist und geschossen hat) mit sich selbst aus machen! Der eine fand es richtig und lebt damit, der andere kann sehr schlecht mit der Schuld jemand erschossen zu haben leben und hat eben auch heute noch schlaflose Nächte( Was ich ihm wünsche)!!



Ich war niemals in solch einer Situation.
Es gibt ja nicht nur das Gewissen hinterher, sondern auch die Hemmung vorher. Die Hemmung zu töten ist für Leute ohne Kriegserfahrung nur natürlich, schon auf Kommando jemanden zu verprügeln.
Aber Schießen heißt ja nicht zielen (wie schon irgendwo erörtert).

Ein weiterer Aspekt verbindet sich mit Lutzes Frage:

Zitat von Lutze im Beitrag #30
hat nicht manch einer mit Schwedt bezahlen müssen?,
nur weil er nicht geschossen hat?,
einen kenne ich,heute ist er immer noch ein gebrochener Mensch,
für mich ist er ein stiller Held



Damals gab es meines Wissens keine Rückkehr aus Schwedt in die alte Einheit. D.h. uns wurden keine gebrochenen Menschen vorgeführt.
Das war (auch hier schon erörtert) eher ein "Mysterium": Wir wurden bewußt im Unklaren gehalten und die Drohung dorthin zu kommen wurde aufgebauscht.
Tatsächlich blieb es bei Grenzdurchbrüchen meist nur bei "peinlichen Befragungen" ohne weitere Folgen, außer vielleicht einer Versetzung von der Grenze weg.
Diese Erkenntnis hat die Bereitschaft zu handeln weiter begrenzt.

Gruß
Micha


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 27.04.2014 16:25 | nach oben springen



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