#21

RE: Die gleichen Rituale gehabt?

in DDR Zeiten 24.04.2014 09:59
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.493 Beiträge

hallo, wir hatten auch einen Badeofen, der wurde Samstag´s angeheizt, wir waren eine große Familie, nacheinander wurde gebadet und dann agb es Abendbrot oft war ich zu der Zeit noch nicht fertig, da habe ich dann in der Wanne mein Essen und trinken serviert bekommen. Samstag´s gabs meist Bockwurst zum Abendessen...
Im Winter war das Fenster von innen zugefroren, im Bad war es sehr warm und "dampfig", war richtig gemütlich, ich kostete das Baden so lange aus bis die Haut ganz schrumplig und das Wasser kalt war...

gruß h.


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#22

RE: Die gleichen Rituale gehabt?

in DDR Zeiten 25.04.2014 22:38
von der koch | 39 Beiträge

Ich glaube in Bezug aus Baderituale haben wir "Alten" fast alle die gleichen Erinnerungen.
Auch bei uns wurde am samstag der badeofen angeheizt und ann sind wir der Reihe nach baden gegangen.
Ab ca. 14 Jahre habe ich mich dann "abgsondert".
Bei uns gabe es ein Hallenbad mit angeschlossenen öffendlichen Duschkabienen.
Ich glaube 30 Pf. hat einmal duschen (30min) gekostet.
Dort war ich dann jeden Samstag.
In manchen Duschkabienen waren auch Löcher in den Wänden und wenn man Glück hatte, war in der Nebenkabiene kein alter Mann.



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#23

RE: Die gleichen Rituale gehabt?

in DDR Zeiten 26.04.2014 06:00
von furry | 3.580 Beiträge

Zitat von der koch im Beitrag #22

In manchen Duschkabienen waren auch Löcher in den Wänden und wenn man Glück hatte, war in der Nebenkabiene kein alter Mann.


Wenn dem so war, musste der Badespaß aber sicher noch ein paar Minuten warten. Wobei, schnell ins kalte Wasser springen, hätte auch geholfen.
In dem Zusammenhang fallen mir die Dreieckbadehosen ein. Wer kennt die noch? Waren an einer Seite zum Knöpfen und mit einem weißen Rand versehen. Für mich war es ein Kampf, meine Mutter von der Notwendigkeit solch einer Badehose zu überzeugen.

Ich sehe, es gibt auch Bilder. http://www.classic-sport.de/paginas/DDR/190.htm


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#24

RE: Die gleichen Rituale gehabt?

in DDR Zeiten 26.04.2014 07:09
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Ich kenne noch Öffentliche Badeanstalten,hat aber jetzt Nix mit Freibad oder Hallenbad zu tun,nein einfach mehrere Duschen und Badewannen.Wurde bei uns auch viel genutzt,weil nicht jeder die Möglichkeit zu Hause hatte.
Leider weiss ich nicht mehr genau was das gekostet hat ?? Können aber auch nur Pfennige gewesen sein.
Kennt das auch noch jemand ??


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#25

RE: Die gleichen Rituale gehabt?

in DDR Zeiten 26.04.2014 07:11
von Hansteiner | 1.419 Beiträge

Sowas gab es bei uns auch. Aber die Preise - schon zu lange her !

H.



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#26

RE: Die gleichen Rituale gehabt?

in DDR Zeiten 26.04.2014 08:25
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Aaaach jaaaaa, das rituelle Bad(en) …

Als ich ganz klein war wurde ich zuweilen auf dem Hof in eine kleine Zinkwanne mit von der Sommersonne erwärmtem Wasser gesteckt. Nun, der Reinlichkeit diente das nicht wirklich.
Ernst wurde es nur, wenn ich in dasselbe mit auf der Kochmaschine erhitzem Wasser gefüllte ovale Gefäß auf dem Küchentisch wöchentlich eingeweicht wurde.
Spätestens, wenn meine Mutter sich samt Eishampoo über meinen Kopf hermachte, lief ich zur Höchstform auf – ich brüllte wie am Spieß die ganze Hausbewohnerschaft zusammen!
Das geschah zu einer Zeit, in der wir kein Bad aber sowas wie ein WC 'ne Treppe höher hatten.
Später hatten wir ein sogenanntes Bad aber dafür nur eine Kackkiste auf einem riesigen Misthaufen. Aber es gab ein quaderförmig gemauertes und gefliestes Etwas, welches mittels eines uralten Badeofens (das Ding war scheinbar um einiges älter als die Grundsteinlegung des Gebäudes anno 1868) bewässert werden konnte.
Egal, es war um die Jahrzentwende gegen 1970 so etwas wie ein kleines Badeparadies.
Natürlich jauchten wir – Mutter, Vater und ich – uns samstäglich alle ich der gleichen Suppe ein.
Später gingen wir zum Einzelwassergenuss über, was uns einige neue Badeöfen abverlangte, die alle nicht wirklich lange brauchten, um "durchzubrennen".
Aber es war trotzdem toll. Erst baden, dann Abendessen mit Schaschlik oder Steak (das war damals in der DDR eine Art letzter Schrei) bei Kakao oder Pfefferminztee und "Mein Freund Ben" und die "Schaubude" via Westfernsehen in Schwarz/weiß gucken.
Das dauerte mit gewissen Modifikationen an bis ich, nun ja, zur Asche kam. Da war es dann aus mit dem Badespaß; um in den zweifelhaften Genuss eines Duschens mit weniger als pisswarmem Wasser zu kommen gab es Lächerlichkeiten zu meistern, die eigentlich menschlich abwertend waren. Viel lieber zogen wir Sauberkeitsliebenden den Schweintrog auf der Kompanie vor.
Draußen am Kanten besserte sich die Situation. Zwar war es aufgrund des Früh-Spät-Nachtrhythmus' und eines Duschzeitplans nicht möglich, ein sogenanntes rituelles Wochenendbad zu nehmen, aber immer wenn wir den Hauptfeld um den Schlüssel für den Duschkeller baten, funkelten seine Augen und er meinte immer: "Nehmt aber möglichst viele Leute mit! Schreiber, geben Sie den Schlüssel raus!"
Tja, so war er, unser Hauptfeld. Knurrig wie ein bissiger Straßenköter, aber wenn man sauber war, sich pflegte und gern Wasser um sich herumschwappen ließ, dann hatte man einen ganz gewaltigen Stein bei ihm im Brett.
Okay, während dieses wacker durchlebten Szenarios zogen meine damals gar nicht alten Oldies in die Stadt und ich ohne gefragt zu werden sozusagen auch.
Ich kreuzte in meinem neuen städtischen Heim auf. Das war toll, ein richtiges WC und eine wohlgeformte Badewanne, die aus einer Gastherme stets mit Warmwasser gespeist wurde.
Ich postulierte begeistert: "Ich setze mich nicht bloß am Wochenende, sondern jeden Tag in die Wanne!"
Das tat ich tatsächlich etliche Wochen, in denen es für mich immer Badetag, also Freitag oder Samstag war.
… das waren noch Zeiten! Und heutzutage? Heute ist es für mich normal und unerlässlich mehrmals am Tage unter die Brause zu steigen; ein Bad lasse ich mir nur noch gelegentlich zur Entspannung ein.

Trotzdem, ein schönes Gefühl war das einst schon, in die Wanne zu steigen und einen Anflug von Sauberkeit und Kultiviertheit zu genießen – ein Ritual eben.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#27

RE: Die gleichen Rituale gehabt?

in DDR Zeiten 26.04.2014 10:01
von Krepp | 534 Beiträge

Hallo,
bei uns wurde bis 78 einmal monatlich nach dem großem Waschtag meiner Mutter
zum Abschluß der Waschkessel nochmal mit klarem Wassr aufgeheizt.
Dann wurde in einer im Waschhaus stehenden Uraltgusswanne in der
Familienreihenfolge Kinder-Mutter-Vater gebadet.
Ab 73 mit Beginn meiner Lehre war es ab und zu möglich im Betrieb zu duschen.

Ab 78 in einer eigenen 1,5R-Wohnung wurde Sammstags die erwähnte Zinkwanne
vom Boden geholt und in der Küche aufgestellt.
Haha - Badeofen oder Durchlauferhitzer - Nitzschewo / Nassing !
In der WM66 wurde das Wasser bis zum fast kochen erhitzt und dann
ab- bzw. in die Wanne eingepumpt.
Bevor Nachfragen kommen: auch noch kaltes Wasser dazu
Danach dann mit Eimer u.ä. das Badewasser in den Ausguss.

Ab 83 dann zum Glück WBS70

P.S. In der WM66 konnte man auch hervorragend Einkochen (Einwecken)
oder bei größeren Festivitäten Bockwürste warmmachen



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
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zuletzt bearbeitet 26.04.2014 10:02 | nach oben springen

#28

RE: Die gleichen Rituale gehabt?

in DDR Zeiten 26.04.2014 10:50
von küche69 | 428 Beiträge

Hallo zusammen, war bei uns auch so, Samstags wurde der Badeofen befeuert. Warmes Wasser hatten wit am Anfang nur wenn auf dem Glutosherd oder dem Gasherd ein großer Topf Wasser warm gemacht wurde, sonst hatten wir nur kaltes Wasser und einen stink normalen Hahn an der Wand, später hatten wir dann Unterbauwasserboiler fürs warme Wasser. Sonstige Rituale waren, dass man pünktlich zum Mittagessen da sein musste sonst 'gabs Ärger', auch mussten wir am Kohletag (100 Zentner) oder wenn Kartoffeln ausgelesen oder Brennholz gehackt wurde immer mithelfen.

Grüsse von Küche69

---------------------

'Wer nicht mit beiden Augen sieht, wird nie die ganze Wahrheit sehen!'



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#29

RE: Die gleichen Rituale gehabt?

in DDR Zeiten 26.04.2014 11:29
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.493 Beiträge

Hallo, mal was von meiner Frau, die hat sich als Kind immer den beheizbaren Waschkessel in der Waschküche angeheizt und dann drinnen gebadet,
war ne Notlösung, aber besser als gar keine Bademöglichkeit!!

gruß h.


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#30

RE: Die gleichen Rituale gehabt?

in DDR Zeiten 26.04.2014 18:13
von HG19801 | 1.613 Beiträge

… und dann gab es da noch diese große Badewanne, aus welcher ich nach einer beispiellos kurzen Schwimmlernphase überhaupt nicht mehr heraus zu bekommen war.
Von spätestens Anfang Mai bis frühestens Mitte September war dort High Life bis zum Abwinken angesagt.

Mann, was habe ich diesen ollen gefluteten Steinbruch geliebt!!!


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#31

RE: Die gleichen Rituale gehabt?

in DDR Zeiten 26.04.2014 19:17
von küchenbulle | 196 Beiträge

Hallo Leute !

Bei uns zuhause war es üblich in den 60 ziger bis 70 ziger Jahre am Badetag den Badeofen zu heizen . Wir hatten zwar
eine 1,80 m große Badewanne ,aber mein Bruder 5 jahre älter als ich saß dann auch mit drin . Meine Eltern haben sich
den Ofen dann extra warm gemacht . Naja solch Badeofenfüllung hat die Wanne bis oben auch nicht warm befüllt . Nach
ein paar jahren wurde der Badeofen gegen einen 100 l Elektroboiler ausgetauscht , das war dann natürlich angenehmer
so ohne Dreck und Asche . Wir haben in einer 3 Zimmer Betriebswohnung gelebt also ein Bad war für uns Standard .
Als ich 1980 meine erste eigne Bude im Nachbarort bekam , gab es kein fließend Wasser in der ollen Holzhütte . Das
Klo war natürlich auch draussen . Mein ältester Sohn wurde geboren und dann war Windeln waschen angesagt . Im großen
Topf auf dem Herd kochen und dann auf dem Waschbrett schrubben , das Ding hieß Rumpelstolz ! werd ich nie vergessen .
Der einzige Wasserspender war die Pumpe auf dem Hof , die auch immer schön ablief . Also beim Nachbarn klingeln den
Schlauch über den Gartenzaun und die Pumpe wieder angiessen . Also mit vernünftig Waschen war Fehlanzeige ,man stand
auf einem Handtuch und konnte sich mit dem Waschlappen amüsieren . Trotz der Pumpe in dem Garten war es im Sommer
dort herrlich zu wohnen aber im Winter die Katastrophe . Dann war wieder Baden bei meinen Eltern angesagt ,bloß gut !

Aber viele von euch werden ja auch so bescheiden angefangen haben , aber glücklich war man damals auch ohne fliessend Wasser .

Viele Grüße

der Küchenbulle


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