#1

Die Junge Gemeinde

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.04.2014 11:50
von thomas 48 | 3.566 Beiträge

Habt ihr schon mal was von der Gruppe gehört? Habt ihr die bekämpft?
War selber einige Jahre Mitglied.


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#2

RE: Die Junge Gemeinde

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.04.2014 12:21
von Pit 59 | 10.125 Beiträge

Nee thomas noch nie etwas davon gehört,obwohl ich ja auch mal jung war. Ich könnte mir nur Vorstellen das dieses Helfer vom Paster waren.
Oder ? Kläre uns Bitte auf.


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#3

RE: Die Junge Gemeinde

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.04.2014 12:27
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.490 Beiträge

thomas, ich hörte davon zum ersten mal etwa ein halbes Jahr vor der Wende, habe mich aber nicht dafür interessiert, hat es was mit der Wende und der Kirche zu tun????

Lass´die Katze aus dem Sack....

gruß h.


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#4

RE: Die Junge Gemeinde

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.04.2014 13:11
von Moskwitschka (gelöscht)
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Das erste Mal bin ich auf Mitglieder der Jungen Gemeinde 1977 in der St. Bartholomäuskirche in Berlin Friedrichshain getroffen. Ein Freund hatte mich mitgenommen. Nach meiner Exmatrikulation war ich etwas orientierungslos und auf der Suche nach gleichgesinnten.

An diesem Abend habe ich das erste Mal von der der großartigen Arbeit der Kirchen im Bereich der Pflege und Beteuung von Menschen mit Behinderungen gehört. Wir haben über das Wort "Spastiker" diskutiert, dass damals nicht selten als Schimpfwort benutzt wurde. Auch wurde breit über die Möglichkeit der Wehrdienstverweigerung in der Bundesrepublik gesprochen und den Einsatz der Wehrdienstverweigerer im sozialen Bereich. Es war für mich ein spannender und verwirrender Abend, denn ich habe Menschen kennen gelernt, so jung wie ich, die ich bis dahin im Alltag nicht bemerkt hatte. Es war sehr beruhigend, dass man nicht alleine war mit seinen Gedanken.

Natürlich schlug mir auch Mißtrauen entgegen. Kam ich doch aus einem ganz anderen Stall und hatte bis zu dem Tag mit der Kirche absolut nichts zu tun.

LG von der Moskwitschka


Lutze und hundemuchtel 88 0,5 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#5

RE: Die Junge Gemeinde

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.04.2014 13:44
von andy | 1.197 Beiträge

Der Begriff "Junge Gemeinde" ist mir seit Mitte der 70'er Jahre geläufig. Ich wuchs ja in einer mecklenburgischen Kleinstadt auf und dort kannte jeder Jeden. In der Unterstufe ging die Hälfte aus meiner Klasse regelmäßig zum Religionsunterricht, damals wurde es wimre "Kirchenlehre"genannt. Auch in der Oberstufe blieb ein Teil dieser Hälfte dabei und dass hieß dann eben: "der ist in der Jungen Gemeinde"

Für mich war das nix besonderes, war selbst aber nie auf einer deren Veranstaltungen.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#6

RE: Die Junge Gemeinde

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.04.2014 13:53
von Theo85/2 | 1.198 Beiträge

Bei uns war die Junge Gemeinde ein wöchentlicher Treff mit unserem Pfarrer zu einer lockeren Gesprächsrunde über "Gott und die Welt".
Also alle Probleme oder Fragen, welche uns gerade beschäftigten.
Ach so,die "Junge Gemeinde" waren alles schon konformierte Jugendliche. Der "Werdegang" war Christenlehre, Konformationsstunde und dann, nach der Konformation, Junge Gemeinde.

Allen ein frohes Ostern !

viele Grüße
Theo 85/2


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#7

RE: Die Junge Gemeinde

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.04.2014 14:24
von thomas 48 | 3.566 Beiträge

Dann will ich mal berichten, kann aber nur vor 1972 aus Thüringen erzählen.
Neben der wichtigen FDJ mit den vielen überzeugten Mitgliedern gab es noch eine kleine Jugendbewegung ,,die Junge Gemeinde,, mit auch überzeugten Mitgliedern.
die JG war eine Jugendbewegung innerhalb der ev. Kirche, es war kein Verband und keine Partei und unterstand keinem Bischof.
Gruppen
In vielen oder allen Städten gab es kleine Gruppen mit Jungs im Alter von 14-ca.22, etwa 15-20 Mitglieder, die Einteilung war meistens nach Wohnbezirken, dort gab es einen Jugendraum.
Veranstaltung
einmal in der Woche, ab 19.00-22.00
Bibelarbeit, Lieder und ein wichtiges Thema
Bibel
wir hatten meistens die Zinkbibel
Lieder
es wurde aus der Mundorgel gesungen, die ein kleines Heft ohne Noten war. Neben christliche Lieder gab es auch andere wie bergvagabunden sind wir, als die Römer frech wurden, wir lagen vor Madagaskar, wer hat die Kokos Nuss geklaut.
Leiter
Es gab für eine Stadt einen Jugendwart der sehr gut Gitarre spielte und die Leute begeistern konnte.
Beitrag
geb es nicht, jeder gab was freiwillig
Abzeichen
nach 1 Jahr Anhänger konnte man als Mitglied eintreten und erhielt ein Abzeichen, es war eine Kugel und ein Kreuz ( Welt und Jesus) Unser damaliger Gegner nannte es Kugelkreuz, was wir auch annahmen.
Sicherheit
Der Jugendwart hatte sehr viel Ahnung über Marx und Lenin, kannte auch sehr gut die DDR Gesetze, bei allen Abenden lief ein Tonband.
Bluesgottesdienst
gab es damals nicht, bei uns hieß er ,,Gottesdienst einmal anders,,, mit einer Band und der Jugendwart predigte, hatte dabei eine schwarze Hose und einen weißen Pullover an, kein Talar
Monatsversammlung
einmal im Monat oder in einem Quartal gab es eine große Versammlung mit allen Gruppen der Stadt und ein Reisejugendwart sprach ein wichtiges Thema an mit Disskussion wie Rauschgift, Jeans, Baueinheit, Vorgesetzen usw.
Tagungen
Es gab die MAK
dort wurden MA ausgebildet
IMAK
Parlament von Thüringen, es waren alle Städte vertreten
DDR-Arbeitskreis
tagte oft im Oktober in Berlin, war das höchste Parlament
Leitung in Thüringen
es gab 3 Sprecher die die Aufgabe hatten mit dem Staat zu reden, es war ein einfaches Mitglied, ein Jugendwart und ein Jugendpfarrer.
Rüste
in den Ferien konnten Gruppen in einem Rüstzeitheim eine Woche für wenig Geld übernachten.
ich kenne Zelle-Mehlis, Hoheneiche und Schloß Mansfeld
MFS
Der Kirchenkampf war ja 1953, habe ich schon mal geschrieben. In meiner Zeit habe ich nicht viel gemerkt, außer einige Sätze in meiner Akte.
-----
So habe ich jetzt einiges getippt, wenn Interesse besteht kann ich noch von mir einiges berichten?


andyman hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.04.2014 15:23 | nach oben springen

#8

RE: Die Junge Gemeinde

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.04.2014 15:43
von furry | 3.562 Beiträge

Ich war zwar kein Mitglied der jungen Gemeinde, habe aber öfter und gern an Veranstaltungen teilgenommen. Der theologische Teil (Bibel und Lieder) wurde sehr knapp gehalten. Dafür wurde umso mehr auf das eingegangen, was uns so im jungen Alter bewegte. Es war eben nicht diese blanke Phrasendrescherei und -nachbeterei, wie ich sie aus FDJ-Veranstaltungen kannte.
Zudem empfand ich auch das persönliche Umfeld in diesem Kreis wesentlich angenehmer.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#9

RE: Die Junge Gemeinde

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.04.2014 16:26
von thomas 48 | 3.566 Beiträge

furry,
ich staune, muß dich mal loben.
Habe dich anders eingeschätzt.
In welchem Jahr war das?


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#10

RE: Die Junge Gemeinde

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.04.2014 16:31
von thomas 48 | 3.566 Beiträge

theo,
wo war das?
Hast du damals in Saalfeld gewohnt? Kennst du Hoheneiche?
Habe dort Pokern und Monopoly gelernt


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#11

RE: Die Junge Gemeinde

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.04.2014 17:08
von furry | 3.562 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #9
furry,
ich staune, muß dich mal loben.
Habe dich anders eingeschätzt.
In welchem Jahr war das?


Tja @thomas 48 , so kann man sich täuschen. In der 8. Klasse hatte ich Jugendweihe und wurde ein Jahr später auch konfirmiert.
Die Zeit meiner Gastrollen beider jungen Gemeinde war von 1967 bis 1970.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#12

RE: Die Junge Gemeinde

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.04.2014 18:32
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Mit der "Jungen Gemeinde" hatte ich nie etwas am Hut. Ich war schon immer überzeugter Atheist und habe die kirchlichen Gruppierungen eher mißtrauisch zur kenntnis genommen.


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#13

RE: Die Junge Gemeinde

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.04.2014 20:23
von thomas 48 | 3.566 Beiträge

wir waren ja böse Menschen, haben immer die Kommunisten vergiftet?
War ja Blödsinn, wir waren doch liebe Menschen!!
Natürlich für den Genossen Erich H. und seine Leute waren wir bis Juni 1953 Kriegstreiber und Knechte des amerikanischen Imperialismus und die Mitglieder wurden verfolgt,
Natürlich wurde dann gemerkt das alles nicht stimmt und man hat sich entschuldigt.
Ich war harmlos, war kein Unhold, bin ja erst 1962 Anhänger und 1963 Mitglied ge
worden.
Will ja nicht die Kirche oder den Glauben verteidigen, es geht um die Junge Gemeinde.
Aber nur ganz kurz, wir hatten in Eisenach ein staatliches und zwei kirchliche Krankenhäuser gehabt. Viele kranke Kommunisten lagen zur Behandlung in den kirchl. Krankenhäusern. Warum wohl?

Was mir immer nicht gefällt, wenn ich den Genossen was vorwerfe, dann erhalte ich immer die Antwort, du sollst die Zeitschiene und die Entwicklung der DDR betrachten. Wenn die ehem. Genossen den Christen was vorwerfen wird was mit der Judenfeindlichkeit von M.L. angefangen oder andere Thesen aus der Geschichte. Das gehört nicht zu meinem Thema


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#14

RE: Die Junge Gemeinde

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.04.2014 14:51
von thomas 48 | 3.566 Beiträge

Viele user lesen jetzt mit. Hat jemand Fragen, würde alle, wenn ich kann, beantworten.
Mich interessiert auch die Meinung von Alfred und Felix.
Bitte dabei auch die Zeitschiene betrachten, als ich Mitglied war, hieß der Generalsekretär noch Walter Ulbricht.
Weil ich immer Rücksicht auf andere Meinungen nehme, frage ich euch, soll ich noch einiges von meiner Jugend und die Junge Gemeinde bringen?
Bitte um Antwort


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