#521

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 08:55
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Aus der Ukraine. Ansprache des Gouverneurs der Region Kherson, Juri Odarchenko..

Theo


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#522

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 10:51
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von WernerHolt im Beitrag #494
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #459
Und wo bleibt der Live-Stream von der Kranzniederlegung in Treptow......?





Ja Danke, aber ein Live-Stream besteht ja aus vielen bewegten Bildern, ich nehme mal an, der Rest ist der "Zensur" zum Opfer gefallen........na, ist auch egal, jetzt istscht eh um.......


Intellektuelle spielen Telecaster
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#523

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 12:05
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #511

Ach ja ,- ich fühle mich übrigens weder besetzt noch besiegt ,- sondern tatsächlich befreit...



Wie kann man sich von etwas befreit fühlen, was man nicht erlebt hat? Oder bist Du bereits über 80?

Oder meintest Du gerade eine andere Befreiung?

Gruß
Micha


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 10.05.2014 12:07 | nach oben springen

#524

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 12:28
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #523
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #511

Ach ja ,- ich fühle mich übrigens weder besetzt noch besiegt ,- sondern tatsächlich befreit...



Wie kann man sich von etwas befreit fühlen, was man nicht erlebt hat? Oder bist Du bereits über 80?

Oder meintest Du gerade eine andere Befreiung?

Gruß
Micha



Es gibt wohl so etwas wie eine "kollektive Empfindung". Im von mir oben verlinkten Video bezeichnet der Gouverneur des ukrainischen Kerson am Gedenktag zum 8./9. Mai Adolf Hitler als Befreier und löst grosse Proteste bei den meist doch jugendlichen Teilnehmern aus

http://rt.com/news/158032-kherson-governor-hitler-liberator/
Was die Zukunft der Ukraine angeht, habe ich bei solchen Politikern kein gutes Gefühl
Theo


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#525

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 12:35
von Rainman2 | 5.757 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #523
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #511

Ach ja ,- ich fühle mich übrigens weder besetzt noch besiegt ,- sondern tatsächlich befreit...



Wie kann man sich von etwas befreit fühlen, was man nicht erlebt hat? Oder bist Du bereits über 80?

Oder meintest Du gerade eine andere Befreiung?

Gruß
Micha


Ach, Freienhagener,

das geht schon. Ein bisschen Abstraktionsvermögen, ein bisschen Geschichtsinteresse, viele Gespräche mit Großeltern und Eltern, solange die Chance noch bestand, und man kann nachvollziehen, warum Menschen das als Befreiung erlebten und kann es auch in die eigene Bewertung übernehmen. Hatten die Gesprächspartner andere Erfahrungen oder Wertungen, kann man auch zu einem anderen Schluss kommen. Das ist halt das Leben, dass jeder andere Quellen für sich findet. Nebenbei gibt es auch eine politische Bewertung, die in dem kurzen Satz mündet: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg. Auch von dieser Sicht ausgehend war es eine Befreiung, wenngleich die Parole sicher nicht die ganze Komplexität des Geschehens umfasst.

Also, man kann auch unter 80 eine Meinung bzw. Wertung dazu haben, denke ich.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


schulzi und Feliks D. haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#526

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 12:58
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Klar doch.
Es war objektiv eine Befreiung und das kann man nachvollziehen.

Ein Befreiungsgefühl kann es jedoch nur geben, wenn man persönlich befreit wurde.
Selbst Zeitzeugen, die sich nicht schuldig gemacht haben, empfanden damals eine Niederlage (nicht der Ideologie).

Eigentlich klar, oder?


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 10.05.2014 13:01 | nach oben springen

#527

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 13:08
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Die Rote Armee hatte und hatte in Deutschland bis zu ihrer Auflösung ein gewaltiges Imageproblem. Der Bolschewismus war während des ganzen 20. Jahrhunderts in der BRD und bis 1945 im restlichen Deutschland Feindbild Nummer 1. Und dieses Image wirkt bis wohl heute nach. Zwar hat die UdSSR im Osten Deutschlands und ab 1949 in der DDR versucht, ihr Image zu verbessern. Gelungen ist das aber nicht wirklich.
http://www.europeana.eu/portal/record/08...56350606C5.html

Theo


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#528

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 13:09
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Rainman!

Unsere Urenkel werden UNS fragen, warum WIR es zuließen, daß unsere Politikhasadeure wieder den Krieg in die halbe Welt trugen!!!
Warum wir es ungestraft zuließen, daß Kriegstreiber mit Sprüchen wie: "Deutschland wird am Hindukusch verteidigt!" ungestraft davon kamen!
Was unterscheidet diesen Ausspruch und die deutschen Aktionen im Interesse der Öl- und Waffenmultis, von Goebbelscher Propaganda?!

Stell Dir mal vor, die Afghanen kommen zu uns, schießen alles kaputt und wollen uns einreden, wir haben Euch von Merkel und Co "befreit"?!
Wenn Sie das mit Knüppeln im Kanzleramt machen, habe ich damit kein Problem, aber nicht anders.

Und als Beispiel für die "Befreiungsaktivitäten".
Hier in Lübeck wurde die Terrorbombardierung mit dem Grund durchgeführt, weil man sehen wollte wie die Bevölkerung auf solche kombinierten Einsätze von Spreng- und Brandbomben reagieren würde. Schöne "Befreiung" mit "moral bombing" fürwahr ...
http://www.welt.de/kultur/history/articl...tadt-frass.html

Mein Großvater saß im KZ (nicht auf dem Wachturm). Der sah es als Befreiung an, als die Wachleute verschwanden.
Meine Großmutter die von Russen vergewaltigt wurde, von polnischen Nationalisten vertrieben wurde (und von Polen vor diesen Nationalisten gerettet wurde) sah es ganz anders.

Genau DIESE Differenzierung ist es, die die reale Geschichte wiederspiegelt. Nicht die teilweise verlogenen Schulbücher (auch in der DDR) oder die Propaganda der "offiziellen Meinung".
Im Osten waren fast nur Kommunisten KZ Insassen und Opfer und hier sind die einzigen "richtigen Opfer" Juden, denen man sogar "Stolpersteine" andient. Man fragt/e da nicht einmal nach den realen Hintergründen.
Kommunisten=Opfer, Juden=Opfer, Deutsche=Schuldige! So einfach ist die Geschichte aber nicht.
Wer stellt die Stolpersteine für die Millionen Deutschen auf, die nach und während des Krieges unschuldig ermordet wurden?
Die Geschichte ist eine Ansammlung von Grautönen, nicht von schwarz und weiß!!!

Das ist es was ich moniere.
Es wird noch einige Jahre dauern bis dieser Spuk und Mummenschranz aufhört und eine reale Geschichtssicht Raum greifen wird. So lange wird man sich wohl mit dieser Meinungsäußerung noch teilweise anfeinden lassen müssen.
Denn die Archive sind nur auf Zeit dicht, es sei denn, man "filtert" die Dokumente noch "rechtzeitig" vor Veröffentlichung heraus und entsorgt sie.
Auch das kennt man ja aus der Geschicht der Völker schon.

Aber so lange werden diese Lakaien in Verantwortung noch vielen Menschen ihren einseitigen Geschichtsunsinn eintrichtern können.
Und wider allen Verstandes neue Kriege anzeteln und unterstützen können!
Scheinbar haben sie auch nach fast 69 Jahren nichts gelernt und fühlen sich als Lakaien fremder Herren herrlich wohl ....

Schöne Grüße,
Eckhard


Zitat von Rainman2 im Beitrag #525
Zitat von Freienhagener im Beitrag #523
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #511

Ach ja ,- ich fühle mich übrigens weder besetzt noch besiegt ,- sondern tatsächlich befreit...


Wie kann man sich von etwas befreit fühlen, was man nicht erlebt hat? Oder bist Du bereits über 80?
Oder meintest Du gerade eine andere Befreiung?
Gruß
Micha


Ach, Freienhagener,
das geht schon. Ein bisschen Abstraktionsvermögen, ein bisschen Geschichtsinteresse, viele Gespräche mit Großeltern und Eltern, solange die Chance noch bestand, und man kann nachvollziehen, warum Menschen das als Befreiung erlebten...... nie wieder Krieg. Auch von dieser Sicht ausgehend war es eine Befreiung, wenngleich die Parole sicher nicht die ganze Komplexität des Geschehens umfasst.
Also, man kann auch unter 80 eine Meinung bzw. Wertung dazu haben, denke ich.
ciao Rainman


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#529

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 13:15
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #527
Zwar hat die UdSSR im Osten Deutschlands und ab 1949 in der DDR versucht, ihr Image zu verbessern. Gelungen ist das aber nicht wirklich.
Theo


Hi Theo,

Weil sie uns bis zuletzt als Sieger behandelt haben, nicht wirklich als Partner.
Die "Imagepflege" bewerkstelligte bekanntlich vor allem unsere eigene Führung, bis hin zur Lobhudelei.
Das wiederum stieß eher ab, uns - und ich denke, auch die Sowjets selbst.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#530

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 13:42
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Interessant wäre es schon, zu untersuchen, wie sich die Befreiten gefühlt haben müssen. Dieses Video zeigt Bilder von April bis Mai 1945 aus der Gegend von Pilsen (mpeg wählen und vergössern)
http://www.ushmm.org/online/film/display...&media_type=mp4
Ab etwa Minute 12 wird es sehr drastisch..
Theo


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#531

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 16:04
von Gelöschtes Mitglied
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Befreiung oder Besetzung - oder auch "nur" eine grenzenlose Erleichterung darüber, dass es nun endlich vorbei ist, dass man überlebt hat - das Gefühl am 08.05. können wohl nur die wirklich beantworten, die 45 dabei waren. Wobei es da vermutlich auch noch gravierende Unterschiede gab, ob man aktiver Soldat war oder der Zivilbevölkerung angehörte.

Wir kommentieren das hier mit einer Distanz von 69 Jahren - und dem Wissen darüber, welche Entwicklungen es danach gab, was danach passiert ist. Auch uns persönlich. Und diese ureigenen Erlebnisse und Erfahrungen dürften keine unwesentliche Rolle spielen.

Ein Punkt nervt mich hingegen zusehends: In allen Medien (und damit meine ich nicht nur die öffentlich-rechtlichen oder privaten TV-Sender) wird ständig von "Hitler-Deutschland" bzw. "Nazi-Deutschland" gesprochen bzw. geschrieben. So, als ob das ein völlig anderes Land gewesen wäre, mit dem wir unmittelbar nichts zu tun haben, so eine Art schwarzes Schaf der Familie, ein ungeliebter Onkel. Und damit wird eine künstliche Distanz geschaffen.

Auch wenn sich seit 45 nahezu alles geändert hat, auch wenn ich persönlich nicht den leisesten Hauch an Verantwortung für das empfinde, was in diesen fürchterlichen 12 Jahren passiert ist: Es war MEIN Vater, der als Gebirgsjäger gegen Partisanen und reguläre Truppen gekämpft hat, es war MEIN Onkel, der als U-Boot-Fahrer mit ungeheuer viel Glück überlebt hat. Und beide waren eines mit Sicherheit nicht: Nazis. Sondern schlicht und einfach junge Deutsche. Sonst nix.


Ostlandritter, ABV, grenzgänger81, Freienhagener und thomas 48 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#532

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 19:05
von ABV | 4.202 Beiträge

@Dandelion: in den Publikationen über den Zweiten Weltkrieg die in der DDR offiziell erhältlich waren, wurden deutsche Soldaten sehr oft pauschal als Faschisten bezeichnet. Es wurde nicht geschrieben: " Starschina Michailow tötete im Kampf drei deutsche Soldaten." Nein, der Starschina vernichtete drei deutsche Faschisten!
In der DDR und eben auch heute noch an Hand der Bezeichnung " Hitlerdeutschland", hat bzw macht man es sich mit der Bewältigung dieses Kapitels deutscher Geschichte oftmals sehr einfach. So als ob die Nazis am 30. Januar 1933 in einem Raumschiff in Deutschland gelandet und am 08. Mai 1945 wieder davon geflogen wären.
Wie immer liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte: weder waren damals alle Deutschen Faschisten, noch Widerstandskämpfer und Superdemokraten!

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#533

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 19:17
von icke46 | 2.593 Beiträge

Den Effekt, dass die Soldaten mit dem System, das sie losgeschickt hat, identifiziert werden, gibt es aber meiner Meinung nach immer und überall.

So waren im deutschen Sprachgebrauch die Soldaten der Roten Armee auch praktisch immer Bolschewisten, von Russen, Ukrainern, Georgiern etc. wurde kaum gesprochen - wenn es hochkam, waren es immer Russen.

Gruss

icke



ABV und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#534

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 19:21
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #533
Den Effekt, dass die Soldaten mit dem System, das sie losgeschickt hat, identifiziert werden, gibt es aber meiner Meinung nach immer und überall.

So waren im deutschen Sprachgebrauch die Soldaten der Roten Armee auch praktisch immer Bolschewisten, von Russen, Ukrainern, Georgiern etc. wurde kaum gesprochen - wenn es hochkam, waren es immer Russen.

Gruss

icke



Und alle Grenzer der DDR waren potentielle Mörder....

Mir scheint ,- jedes nachfolgende System macht es sich unheimlich leicht,- was vor ihm war - dafür ist es nicht verantwortlich ,-
und alles, was vorher war, war prinzipiell schlecht und wird verteufelt,- das erspart einem den kritischen Umgang mit der eigenen Geschichte - wie bequem....


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#535

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 19:35
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #534
Zitat von icke46 im Beitrag #533
Den Effekt, dass die Soldaten mit dem System, das sie losgeschickt hat, identifiziert werden, gibt es aber meiner Meinung nach immer und überall.

So waren im deutschen Sprachgebrauch die Soldaten der Roten Armee auch praktisch immer Bolschewisten, von Russen, Ukrainern, Georgiern etc. wurde kaum gesprochen - wenn es hochkam, waren es immer Russen.

Gruss

icke



Und alle Grenzer der DDR waren potentielle Mörder....

Mir scheint ,- jedes nachfolgende System macht es sich unheimlich leicht,- was vor ihm war - dafür ist es nicht verantwortlich ,-
und alles, was vorher war, war prinzipiell schlecht und wird verteufelt,- das erspart einem den kritischen Umgang mit der eigenen Geschichte - wie bequem....



Ja das nennt man Verallgemeinerung


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#536

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 19:41
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #532
@Dandelion: in den Publikationen über den Zweiten Weltkrieg die in der DDR offiziell erhältlich waren, wurden deutsche Soldaten sehr oft pauschal als Faschisten bezeichnet. Es wurde nicht geschrieben: " Starschina Michailow tötete im Kampf drei deutsche Soldaten." Nein, der Starschina vernichtete drei deutsche Faschisten!
In der DDR und eben auch heute noch an Hand der Bezeichnung " Hitlerdeutschland", hat bzw macht man es sich mit der Bewältigung dieses Kapitels deutscher Geschichte oftmals sehr einfach. So als ob die Nazis am 30. Januar 1933 in einem Raumschiff in Deutschland gelandet und am 08. Mai 1945 wieder davon geflogen wären.
Wie immer liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte: weder waren damals alle Deutschen Faschisten, noch Widerstandskämpfer und Superdemokraten!

Gruß Uwe


Gewisse Aspekte wurden aber auch sehr intensiv abgehandelt. Zum Beispiel die Notwendigkeit des Nichtangriffspaktes mit dem deutschen Reich. (Offenbar hielten ihn viele nur als Kuhhandel von Stalin, um sich halb Polen und die baltischen Staaten einzuverleiben). Und viele Bücher gab es auch zur Frage, warum die deutschen Kommunisten von 1939 bis 1941 von Moskau verpflichtet wurden "still zu halten". (Die Begründung war, dass Hitlers Armee die Imperialisten ungestört von Sabotage und Anschlägen so stark schwächen sollten, dass der Sozialismus im Westen seinen Einzug quasi von selber halten kann).
Theo


ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#537

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 19:49
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #533
(...)

So waren im deutschen Sprachgebrauch die Soldaten der Roten Armee auch praktisch immer Bolschewisten, von Russen, Ukrainern, Georgiern etc. wurde kaum gesprochen - wenn es hochkam, waren es immer Russen.

Gruss

icke


Ja der Sprachgebrauch ist wichtig. Hier als Beispiel die "Befreiung von Sewastopol"

Theo


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#538

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 20:21
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Dandelion im Beitrag #531
Befreiung oder Besetzung - oder auch "nur" eine grenzenlose Erleichterung darüber, dass es nun endlich vorbei ist, dass man überlebt hat - das Gefühl am 08.05. können wohl nur die wirklich beantworten, die 45 dabei waren. Wobei es da vermutlich auch noch gravierende Unterschiede gab, ob man aktiver Soldat war oder der Zivilbevölkerung angehörte.

Wir kommentieren das hier mit einer Distanz von 69 Jahren - und dem Wissen darüber, welche Entwicklungen es danach gab, was danach passiert ist. Auch uns persönlich. Und diese ureigenen Erlebnisse und Erfahrungen dürften keine unwesentliche Rolle spielen.

Ein Punkt nervt mich hingegen zusehends: In allen Medien (und damit meine ich nicht nur die öffentlich-rechtlichen oder privaten TV-Sender) wird ständig von "Hitler-Deutschland" bzw. "Nazi-Deutschland" gesprochen bzw. geschrieben. So, als ob das ein völlig anderes Land gewesen wäre, mit dem wir unmittelbar nichts zu tun haben, so eine Art schwarzes Schaf der Familie, ein ungeliebter Onkel. Und damit wird eine künstliche Distanz geschaffen.

Auch wenn sich seit 45 nahezu alles geändert hat, auch wenn ich persönlich nicht den leisesten Hauch an Verantwortung für das empfinde, was in diesen fürchterlichen 12 Jahren passiert ist: Es war MEIN Vater, der als Gebirgsjäger gegen Partisanen und reguläre Truppen gekämpft hat, es war MEIN Onkel, der als U-Boot-Fahrer mit ungeheuer viel Glück überlebt hat. Und beide waren eines mit Sicherheit nicht: Nazis. Sondern schlicht und einfach junge Deutsche. Sonst nix.

@Dandelion, was Du schreibst, da stimme ich Dir voll zu! Bin zwar mehrere Jahre nach 45 geboren, aber ich wurde vor einer Weile von einen Asylanten, der von uns den Deutschen aufgenommen wurde und auch sein Auskommen von uns Deutschen bezahlt bekommt, als Nazi beschimpft worden, nur weil ich mir erlaubt habe ihm zu sagen er soll die Mädchen nicht so dumm anmachen! Da ist mir so der Kamm geschwollen, das es mir raus gerutscht ist, das er froh sein kann, das der Opa( A. H,) nicht mehr da ist, da sehe es für ihn anders aus! Zum Glück hat er das mit dem Opa nicht verstanden, sonst hätte er mich vielleicht angezeigt und ich wäre in die braune Ecke gerutscht! Ist schon schlimm, was man sich in seinen eigenen Land bieten lassen muss, von Leuten die eigentlich froh sein sollten, das sie von uns aufgenommen wurden!
Grüsse steffen52


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#539

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 10.05.2014 20:28
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #532
@Dandelion: in den Publikationen über den Zweiten Weltkrieg die in der DDR offiziell erhältlich waren, wurden deutsche Soldaten sehr oft pauschal als Faschisten bezeichnet. Es wurde nicht geschrieben: " Starschina Michailow tötete im Kampf drei deutsche Soldaten." Nein, der Starschina vernichtete drei deutsche Faschisten!
In der DDR und eben auch heute noch an Hand der Bezeichnung " Hitlerdeutschland", hat bzw macht man es sich mit der Bewältigung dieses Kapitels deutscher Geschichte oftmals sehr einfach. So als ob die Nazis am 30. Januar 1933 in einem Raumschiff in Deutschland gelandet und am 08. Mai 1945 wieder davon geflogen wären.
Wie immer liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte: weder waren damals alle Deutschen Faschisten, noch Widerstandskämpfer und Superdemokraten!

Gruß Uwe

Das hat mich dann doch interessiert - ob ich das in den Büchern immer überlesen haben. Bitte nicht verallgemeinern, habe mal ganz schnell bei Simonow nachgesehen - Stimmt so nicht !


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#540

RE: 8./ 9. Mai 2014

in Themen vom Tage 11.05.2014 11:37
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Allesamt!

Hier ein paar Fotos, wie es an dieser Grablege der UdSSR Soldaten aussieht.
Leider genauso lausig wie an den deutschen Kriegerdenkmalen und Gedenkstätten.
Aber ein Strauß roter Tulpen lag dennoch am Denkmal in der Grablege.
Der Großteil dieser Soldaten kamen (so wie ich das aus Gesprächen erinnere) bei einer Explosion ums Leben, wegen unsachgemäßem Umgang mit gesammelten Kriegswaffen.







Schöne Grüße,
Eckhard


zuletzt bearbeitet 11.05.2014 11:40 | nach oben springen


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