#381

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 01:01
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

"Interessehalber, hast du Beispiele für Saboteure?"

Nein habe ich nicht.
Zu DDR Zeiten hat man ab und zu von sowas gehört oder gelesen, was aus denen geworden ist allerdings nicht.
Nach der Wende hat mich das nicht interessiert und interessiert mich auch bis heute nicht, zumindest nicht so das ich nun das Internet durchforsten würde, man würde vermutlich eh kaum etwas finden, oder nur halbe Geschichten die Partei ergreifend von irgendeiner Seite aufgehübscht werden.
Wer seine Abneigung gegen ein System mit Handlungen kennzeichnet, die unbeteiligten das Leben kosten können, der ist einfach nur krank, Feiglinge machen halt keine Revolution.

Ich weis aber, bzw. erfuhr, von einem Fall, dieser trug sich in einem Betrieb unweit meiner heutigen Heimatstadt zu, wobei ein Arbeiter getötet wurde und mehrere schwer verletzt mit bleibenden Schäden.
Die Sabotage wurde klar nachgewiesen, was aus dem Saboteur wurde weis ich nicht.
Es war ja sicher nicht so, dass alle Saboteure ausgeschaltet wurden, ich denke die meisten, zumindest die denen man habhaft werden konnte, wurden auch vor einen Richter gestellt.
Die, die ausgeschaltet wurden, waren vermutlich eher die, denen man eben nicht habhaft werden konnte und die ihr Spiel weiter betrieben haben.

Nehmen wir Gartenschläger als Beispiel, immer wieder kehrende Anschläge/Sabotage/terroristische Akte gegen die Staatsgrenze der DDR, inklusive in kauf nehmen von Opfern, insbesondere natürlich Opfer unter den Grenzern.
Nach rechtlicher Definition waren das Anschläge, auch wenn man das im Westen anders bewertete, war ja nur die DDR, ein für den Westen nicht legitimer Staat.
Würde man aber solche Anschläge auf die Grenze der BRD verüben, sofern die BRD eine solche Grenze hätte, dann würde man das heute rechtlich klar als Anschläge definieren und man würde auch alles tun, um den Täter zu stellen, zur Not auch mit einem gezielten Schuss, da bin ich mir sicher.
Im Fall Gartenschläger kommt ausser den Anschlägen noch die Millitärspionage dazu, ein klarer Fall für den Staatsschutz.
Es gab also schon ein paar Leute die mit schweren Delikten "geglänzt" haben und dem Staat massiv geschadet und wo auch Opfer zu beklagen waren.
Ich kann Dir da nun natürlich keine genauen Fälle auflisten, es war aber schon zu DDR Zeiten immer wieder davon zu hören, zumindest ich hörte in meiner Umgebung davon, und dies waren auch keine Geschichten sondern Dinge die passiert sind.
Das die Stasi Leute liquidiert hat, dass erfuhr ich auch erst nach der Wende, das hat man uns zu DDR Zeiten natürlich nicht aufs Brot geschmiert.
Hat in mir aber auch kein Schock ausgelöst, Geheimdienste liquidierten schon immer Personen aus unterschiedlichen Gründen und tun dies bis heute.
Ich könnte Dir einen sehr aktuellen Fall nennen, passiert voriges Jahr mitten in Deutschland.
Da sind Dinge passiert, die selbst meine in Westdeutschland stark verwurzelte und uns alte Ossis oft belächelnde Freundin stark in Wanken gebracht hat, die bis dahin auch felsenfest den Rechtsstaat beschwor und immer sagte, das was es bei euch gab, das gabs und gibts bei uns nicht.
Der vermeintliche Freitod einer Frau, der zwar für die Frau psychisch nachvollziehbar gewesen wäre weil sie offenbar Angst hatte, nachweisbar bedroht wurde und nur noch im Dunkeln raus ging, physisch aber nicht, stand von Anbeginn im Zweifel. Die Geschehenisse anschliessend, insbesondere in diesem Jahr, als ein Angehöriger bestohlen und mit Ansage wer man ist bedroht wurde, liessen das Ganze aber in einem anderen Licht erscheinen.
Allerdings hat die ganze Sache mit Spionage zutun und nicht mit Sabotage.
Ob diese Frau nun selber aus dem Leben schied, oder ihr geholfen wurde, ist dabei garnicht mehr so entscheidend, schied sie selber aus, dann weil sie in die Ecke gedrängt war.
Der Hergang des Todes, der Auffindeort, die "Tatwaffe", die Logik des menschlichen Handelns, der physische Zustand der alten Dame, schliessen einen eignen Freitod unter den gegebenen örtlichen Bedingungen nahezu aus.
Wie zur Bestätigung, kam dann in diesem Jahr die Sache mit der Bedrohung des Angehörigen, für alle die Kenntnis vom Todesfall hatten und sich bis dahin fragten wieso weshalb warum, kam der AHA Effekt.
Mehr möchte ich dazu nicht sagen, ich könnte hier auch deutlicher werden denn ich kenne noch mehr Details.
Mir gings nur darum einfach mal zu sagen, dass kein Geheimdienst dieser Welt aus Lämmchen besteht und Staatsfeinde auch heute noch gezielt ausgeschaltet werden.
Es werden aber heute noch viel mehr und aus ganz anderen Gründen Menschen ausgeschaltet, nicht immer Staatsfeinde, auch Lobbyfeinde, Feinde von Interessengruppen etc.pp., man nutzt heute nur scheinbar mehr die psychische statt die physische Zerstörung.
Nur das wird alles nicht publik, wird nicht breit getreten und natürlich auch nicht aufgearbeitet da der Staat ja noch nicht untergegangen ist.
Ich würde zugern erleben wenn man nach dem Untergang Europas alles aufarbeitet, ich glaub die Stasi war dagegen eine Schiessbudentruppe aus der Provinz.
Ich glaube auch nicht, dass die Stasi und ihre Auftraggeber dem kleinen Regimekritiker nach dem Leben getrachtet hat.
Die, die es erwischt hat, waren sicherlich schwerer Kaliber, wie eben bestimmte Saboteure, oder eben die wo sich der Staat bedroht sah, oder durch die Handlungen der Lächerlichkeit preis gegeben wurde.

Ich kann nicht sagen, ob alle die hingerichtet wurden, man muss das Wort Hinrichtung durchaus so benutzen, verdient hingerichtet wurden, einige hatten sich das aber redlich verdient und diesen muss man weder eine Träne nachheulen, schon garnicht darf man sie als Opfer titulieren, denn das waren einige definitiv und entsprechend ihren Handlungen und Aktivitäten nicht.
Ob es richtig ist, subversive Elemente durch Tötung auszuschalten, die einer Gesellschaft schwer schaden, auch im heutigen Gesellschaftssystem, dass muss jeder für sich selber beantworten, ich hab damit kein Problem wenn die Masse der Gesellschaft geschützt wird.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#382

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 01:05
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #341
Zitat von frank im Beitrag #322
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #319
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #318
Jeder der @Lutze kennt, weiß, dass er Quellen weder zitiert oder verlinkt. Daher finde ich es schon eigenartig, dass er jetzt hier festgengelt werden soll.

Fakt ist doch, dass nach der Wende unzählige Papiersäcke mit geschredderten Unterlgen gefunden werden, die noch heute rekonstruirt werden. Da ist mir schon fast egal wo -ob in Berlin, Rostock, oder Magdeburg.

Weil ich aber neugierig bin, bin ich auf die Suche gegangen und habe etwas anderes gefunden. Kein Bericht über geschredderte Unterlagen, sondern über Urnen von gestorbenen Häftlingen, die man auf einem Dachboden gefunden hat:

1957 sind im Grabfeld U 18 des Chemnitzer Friedhofes 136 Urnen anonym vergraben worden, darunter die Urnen von 32 Frauen und drei Kindern aus der Frauenhaftanstalt Hoheneck, die dort auf dem Dachboden gefunden wurden.

http://www.uokg.de/cms/attachments/Stacheldraht%208-2011.pdf

An der Stelle höre ich auf zu suchen.

LG von der Moskwitschka


Danke an @Moskwitschka für Deine intensive Sucharbeit.

Ich habe mich in dieses erschütternde Dolument

http://www.uokg.de/cms/attachments/Stacheldraht%208-2011.pdf

eingearbeitet !

Meine Frage an die User aus der MfS-Fraktion :

Handelt es sich bei diesem Dokument nach ihrem Dafürhalten um ein rachsüchtiges Hetzblatt ehemaliger DDR-Feinde,-
oder könnt ihr wenigstens in Teilen diesem Dokument einen Wahrheitsgehalt zusprechen ?



ja klar , können wir alle
bis jetzt dachte ich auch es gibt keine dummen fragen , wurde ich hier nicht eines besseren belehrt .
was ist das ziel dieser ausgrabungen , selbst wenn es wahr wäre und ein depp dies auch noch ins netz stellen würde ?
das ziel ist doch hier und jetzt ehemalige mitarbeiter des mfs die sich hier im forum öffentlich zur diskussion stellen zu verunglimpfen und auf eigener nachfrage zur heutigen situation abzulenken um den nach -wende - freiheitsgedanken rechnung zu tragen?
dabei wissen die schreiberlinge hier doch selbst ,das das mfs im gegensatz zu heutigen geheimdiensten weisenknaben waren .
das mfs der ddr war damals einer der besten geheimdinste der welt und ich glaube auch das viele sachen nicht in ordnung waren ,wie es bei allen geheimdiensten eben so ist .
aber allen mitarbeitern dieses mfs , die mit sicherheit keine straftäter sind und waren, nach solch einer langen zeit, so einer hexenjagt ,und das selbst hier im forum zuzumuten , ist schon beispielhaft ??
vielleicht sollte man bei gewissen beiträgen die pauschalisierungen und damit verleumdungen , besser kontrollieren (straftatbestand)
wenn wir die bösewichter und schergen der ehemaligen ddr waren und heute noch sind , die das volk damals geknebelt haben , sollte man auch die jenigen nicht vergessen die jenen staat gewollt oder nicht an den grenzen verteidigt haben ?(gt ,vopos ,abv, ect.) ?
es gibt bestimmt viele hier die um ausreden nicht verlegen sind???


@frank

Warum so unsachlich ?

Deine Antwort ist ja nun weder sachlicher noch ist sie klüger als die Fragen der Anderen !

Diskussion sieht jedenfalls in meinen Augen anders aus , als wie immer nur sich selbst verteidigen und mit ausgestreckten Fingern auf die Anderen zeigen....Ein schönen Ostermontag wünsche ich..



wie du die sache siehst ist mir relativ egal .
das war weder unsachlich noch klug , was das in diesem zusammenhang auch immer bedeuten mag.
aber die wahrheit tut auch manchmal weh und verleitet zu unsachlichen beiträgen , auch wenn es nur eine meinung eines einzelnen users war .



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#383

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 02:13
von frank | 1.753 Beiträge

quote=ABV|p348808]@frank: im Interesse einer vernünftigen Diskussion möchte ich dich dringend um mehr Sachlichkeit bitten! Auch wenn du dich noch so sehr ärgerst.
An alle: Das Problem in diesem Thema liegt meiner Meinung darin, dass niemand in der Lage ist die Fragen nach den " Toten auf dem Konto des MfS" wirklich zu beantworten. Wie auch? Das können höchstwahrscheinlich nur sehr wenige. Und die sind nicht hier im Forum. Ich fürchte, dass sie ihr Insiderwissen eines Tages mit ins Grab nehmen werden. Während sich die Nachwelt weiter in den Haaren liegt.
Ein weiteres grundsätzliches Problem in dieser Diskussion sehe ich in den oftmals ganz sicher unbewusst vorgetragenen pauschalen Anschuldigungen gegen das MfS. Logisch, dass sich dann alle ehemaligen MfS-Mitarbeiter angesprochen fühlen. Logisch und menschlich verständlich, dass nicht jeder jeden Tag in der Lage ist, darauf sachlich zu reagieren.
Warum sollte jemand der während seines Dienstes Politiker beschützte oder Reisepässe kontrollierte, sich für Dinge verantworten von denen er damals nicht einmal die leiseste Ahung hatte?
Genauso kann man aber auch fragen, warum ein MfS-Mitarbeiter, der sich während der Dienstzeit nichts hat zu Schulden kommen lassen, etwaige Sauereien noch heute verteidigt? Denn das Sauereien passiert sind, steht doch außer jedem Zweifel!
Und jetzt noch einmal zu @frank:
Du hattest ja die Verantwortung von GT, VP und ABV angesprochen: Abgesehen davon, dass ein ABV gleichzeitig VP-Angehöriger war, kann ich dir sagen, dass es schon immer meine Meinung war, dass das MfS nicht das einzige Staatsorgan der DDR war. Egal ob Zoll, Armee, Polizei und MfS, wir waren alle Diener ein und des selben Herren. Und zwar der SED!
Ich war als die DDR unterging noch sehr, stand erst am Anfang meiner beruflichen Karriere. Aber so viel habe ich schon mitbekommen: das Verhältnis zwischen VP und MfS war in der Praxis weitaus enger und vertrauter, als man es seit den "Wendetagen" der Öffentlichkeit erfolgreich vorgaukelte. Es gibt noch viele Dinge, die der Aufarbeitung harren.
Die beinahe ausschließliche Fixierung auf das MfS und die von vielen Verantwortlichen reflexartig vorgetragene Ausrede " was sollte ich denn anderes machen, dass hat die Staatssicherheit so angewiesen", hat zu einer teilweise verzerrten Darstellung der Wirklichkeit geführt. Da kann ich deine Verärgerung darüber voll verstehen!
Obwohl man das nicht wirklich miteinander vergleichen kann: aber manchmal erinnert mich dieses Verhalten an Aussagen ehemaliger Wehrmachtsoffiziere nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Anstatt sich zu eigener Verantwortung zu bekennen, zeigte man mit Fingern auf die SS. " Seht her, da stehen die Bösen. Wir aber sind die Saubermänner".
Obwohl die "Saubermänner" genügend Dreck am Stecken hatten.

Gruß an alle
und noch einen schönen Ostermontag
Uwe[/quote]

stimme ja deinem betrag im grossen und ganzem zu .
habe in meinen beiträgen immer erwähnt : wer sich damals einer straftat schuldig gemacht hat, muss auch die konsequenzen dafür tragen.
mir ist schon bewusst das in der heutigen medienlandschaft das ehemalige mfs nicht den besten stand hat ,aber man sollte doch ein bischen
weniger pauschalisieren ?
man könnte auch so eine standpauke anderen usern mal halten , die immer mit ausgestrecktem finger auf gewisse gruppen deuten und sie verleumderischer weise als verbrecher schergen und nazis , direkt oder indirekt , betiteln ??
wer behauptet das mfs wäre eine verbrecherorganisation gewesen hat nicht nur keinerlei ahnung sondern bezichtigt damit alle dort damals dienenden,
dieser straftat.
hiergegen werde ich immer mein veto einlegen ob es manchen passt oder nicht .
ich war weder damals noch heute kein verbrecher und habe weder damals noch heute kein dreck am stecken .



passport und ABV haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#384

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 04:16
von B208 | 1.334 Beiträge

@frank
wenn wir die bösewichter und schergen der ehemaligen ddr waren und heute noch sind , die das volk damals geknebelt haben , sollte man auch die jenigen nicht vergessen die jenen staat gewollt oder nicht an den grenzen verteidigt haben ?(gt ,vopos ,abv, ect.) ?
es gibt bestimmt viele hier die um ausreden nicht verlegen sind???


Hast Du Informationen wieviele Objekte der Grenztruppen Ende '89 Anfang '90 von Bürgern der DDR gestürmt und besetzt wurden und wenn ja , warum ?

Oder wer von den zu der Zeit diensttuenden Angehörigen der Grenztruppe kann davon berichten , dass seine Grenzkompanie von Bürgern der DDR besetzt wurde ?


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#385

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 06:22
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von frank im Beitrag #383
quote=ABV|p348808]@frank: im Interesse einer vernünftigen Diskussion möchte ich dich dringend um mehr Sachlichkeit bitten! Auch wenn du dich noch so sehr ärgerst.
An alle: Das Problem in diesem Thema liegt meiner Meinung darin, dass niemand in der Lage ist die Fragen nach den " Toten auf dem Konto des MfS" wirklich zu beantworten. Wie auch? Das können höchstwahrscheinlich nur sehr wenige. Und die sind nicht hier im Forum. Ich fürchte, dass sie ihr Insiderwissen eines Tages mit ins Grab nehmen werden. Während sich die Nachwelt weiter in den Haaren liegt.
Ein weiteres grundsätzliches Problem in dieser Diskussion sehe ich in den oftmals ganz sicher unbewusst vorgetragenen pauschalen Anschuldigungen gegen das MfS. Logisch, dass sich dann alle ehemaligen MfS-Mitarbeiter angesprochen fühlen. Logisch und menschlich verständlich, dass nicht jeder jeden Tag in der Lage ist, darauf sachlich zu reagieren.
Warum sollte jemand der während seines Dienstes Politiker beschützte oder Reisepässe kontrollierte, sich für Dinge verantworten von denen er damals nicht einmal die leiseste Ahung hatte?
Genauso kann man aber auch fragen, warum ein MfS-Mitarbeiter, der sich während der Dienstzeit nichts hat zu Schulden kommen lassen, etwaige Sauereien noch heute verteidigt? Denn das Sauereien passiert sind, steht doch außer jedem Zweifel!
Und jetzt noch einmal zu @frank:
Du hattest ja die Verantwortung von GT, VP und ABV angesprochen: Abgesehen davon, dass ein ABV gleichzeitig VP-Angehöriger war, kann ich dir sagen, dass es schon immer meine Meinung war, dass das MfS nicht das einzige Staatsorgan der DDR war. Egal ob Zoll, Armee, Polizei und MfS, wir waren alle Diener ein und des selben Herren. Und zwar der SED!
Ich war als die DDR unterging noch sehr, stand erst am Anfang meiner beruflichen Karriere. Aber so viel habe ich schon mitbekommen: das Verhältnis zwischen VP und MfS war in der Praxis weitaus enger und vertrauter, als man es seit den "Wendetagen" der Öffentlichkeit erfolgreich vorgaukelte. Es gibt noch viele Dinge, die der Aufarbeitung harren.
Die beinahe ausschließliche Fixierung auf das MfS und die von vielen Verantwortlichen reflexartig vorgetragene Ausrede " was sollte ich denn anderes machen, dass hat die Staatssicherheit so angewiesen", hat zu einer teilweise verzerrten Darstellung der Wirklichkeit geführt. Da kann ich deine Verärgerung darüber voll verstehen!
Obwohl man das nicht wirklich miteinander vergleichen kann: aber manchmal erinnert mich dieses Verhalten an Aussagen ehemaliger Wehrmachtsoffiziere nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Anstatt sich zu eigener Verantwortung zu bekennen, zeigte man mit Fingern auf die SS. " Seht her, da stehen die Bösen. Wir aber sind die Saubermänner".
Obwohl die "Saubermänner" genügend Dreck am Stecken hatten.

Gruß an alle
und noch einen schönen Ostermontag
Uwe


stimme ja deinem betrag im grossen und ganzem zu .
habe in meinen beiträgen immer erwähnt : wer sich damals einer straftat schuldig gemacht hat, muss auch die konsequenzen dafür tragen.
mir ist schon bewusst das in der heutigen medienlandschaft das ehemalige mfs nicht den besten stand hat ,aber man sollte doch ein bischen
weniger pauschalisieren ?
man könnte auch so eine standpauke anderen usern mal halten , die immer mit ausgestrecktem finger auf gewisse gruppen deuten und sie verleumderischer weise als verbrecher schergen und nazis , direkt oder indirekt , betiteln ??
wer behauptet das mfs wäre eine verbrecherorganisation gewesen hat nicht nur keinerlei ahnung sondern bezichtigt damit alle dort damals dienenden,
dieser straftat.
hiergegen werde ich immer mein veto einlegen ob es manchen passt oder nicht .
ich war weder damals noch heute kein verbrecher und habe weder damals noch heute kein dreck am stecken .

[/quote]

Aha,also warst Du nach eigenem Bekunden doch einer........?
Teutsche Sprache,schwere Sprache......


Ostlandritter und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.04.2014 06:27 | nach oben springen

#386

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 07:14
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Ich glaube die meisten auf die sich die Ausgangsfrage bezieht werden wohl von den hier kurz angeführten "Kundschaftern des Friedens" produziert worden sein und ich vermute wohl so clever das auf dem Westablebeschein wohl eher eine natürliche Art des Dahinscheidens vermerkt wurde.
Meine Frage dazu, es gibt zwar diese Rosenholzdateien, aber ansonsten war wohl das MfS in seiner internen Dokumentation der Auslandsarbeit etwas zurückhaltender als mit Vorgängen im Inland?
Das wenige was ich bisher gefunden habe waren mal recht konkrete schriftliche Vermerke den Plan betreffend den Weinhold zu eliminieren.


zuletzt bearbeitet 22.04.2014 07:15 | nach oben springen

#387

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 07:27
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Die HVA hat ihre Akten geführt wie andere DE auch, allerdings wurde ihr seinerzeit von der AG Sicherheit die Selbstauflösung, inkl. Aktenvernichtung, zugestanden. Da man dort also bis zum 30.06.1990 relativ besenrein auflösen konnte finden sich aus diesem Bereich natürlich heute auch die wenigsten erhaltenen Vorgänge.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#388

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 12:38
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
mal anders formuliert, was ist bekannt oder vermutet worden wenn überhaupt stattgefunden an brutalen Verhörmethoden
die mit einer gewissn Quote zu anduernden Gebrechen oder gar Tod führten?

Vor allem gegenüber nicht ganz so hochkarätigen wie das Dutzend um Teske, Weinhold, Gartenschläger usw. , als Vorgängen
die von Mielke Entschiedungen verlangten.

Bedenke, es war "kalter Krieg" und da einen im Tunnel gleich zu erschiessen ( auch wenn dienstintern es hiess
"Nerven verloren" ) kann durchaus ( berechtigte ) Absicht zur Warnung gewesen sein. Das Leben eines Westmaulwurfes
hatte da objektiv keinen moralischen Wert, allenfalls die Gratwanderung von schneller Problemlösung und
Aussenpolitik spielte wohl da eine Rolle.

Dürfte wohl auch im Falle Gartenschläger so gewesen sein.



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#389

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 17:18
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #375

Interessehalber, hast du Beispiele für Saboteure?



Saboteure gegen die SBZ/DDR gab es wohl genug:

- Ende der 40er Jahre gab es den Fall einer versuchten Massenvergiftung durch Beimischung von Arsen in Mehl
- 1949/50 verursachten Saboteure im Sprengstoffwerk Gnaschwitz drei Explosionen, Schaden: acht tote Arbeiter, 690.000 Mark
- Sprengung von Gleisanlagen der DR in Lübz etwa im gleichen Zeitraum (Personen- und Sachschäden)
- Anfang der 50er Jahre gab es ein Sabotageverbrechen im Zwickau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier, verhandelt vor dem Obersten Gericht der DDR 1953.



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#390

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 18:39
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Nicht zu vergessen die von der CIA initiierte Maikäferplage


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#391

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 18:45
von Mike59 | 7.946 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #390
Nicht zu vergessen die von der CIA initiierte Maikäferplage

Maikäfer? Ich dachte immer das war das mit den Kartoffelkäfern?


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#392

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 19:01
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Ja, richtig. Da hatte ich mich geirrt.

Aber das war ohnehin eine "Ente".......


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 22.04.2014 19:03 | nach oben springen

#393

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 19:46
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #390
Nicht zu vergessen die von der CIA initiierte Maikäferplage



Nein das waren Amikäfer ! musste ich selber sammeln. Nur meine hatten überhaupt keine Flagge. Scheiß Amis wollte viel lieber spielen !


Freienhagener und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#394

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 19:56
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Ich brauchte die nicht zu sammeln.
Warum gab es damals so viele Käfer?
Gab es später noch so viele?
Ich arbeitete ca 1962 im UTP auf einem Dorf bei Eisenach, uns wurde darüber nichts erzählt oder ich habe es vergessen


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#395

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 19:59
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Merkur im Beitrag #389
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #375

Interessehalber, hast du Beispiele für Saboteure?



Saboteure gegen die SBZ/DDR gab es wohl genug:

- Ende der 40er Jahre gab es den Fall einer versuchten Massenvergiftung durch Beimischung von Arsen in Mehl
- 1949/50 verursachten Saboteure im Sprengstoffwerk Gnaschwitz drei Explosionen, Schaden: acht tote Arbeiter, 690.000 Mark
- Sprengung von Gleisanlagen der DR in Lübz etwa im gleichen Zeitraum (Personen- und Sachschäden)
- Anfang der 50er Jahre gab es ein Sabotageverbrechen im Zwickau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier, verhandelt vor dem Obersten Gericht der DDR 1953.



Sollte man eventuell doch etwas differenziert betrachten, hier wurden natürlich die Feinde des Volkes allesamt entlarft und ihrer "gerechten" Strafe zugeführt.
http://www.mfs-insider.de/SachbuchPDF/Volkswirtschaft2.pdf (Kapitel 52)
Hier http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Fleischer stellt sich einiges schon anders dar.
Die angeführte "Wahrheit" kann manchmal auch nur ganz profane Propaganda gewesen sein, soll hier und da durchaus vorgekommen sein.


zuletzt bearbeitet 22.04.2014 21:00 | nach oben springen

#396

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 20:02
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #393
Zitat von Freienhagener im Beitrag #390
Nicht zu vergessen die von der CIA initiierte Maikäferplage



Nein das waren Amikäfer ! musste ich selber sammeln. Nur meine hatten überhaupt keine Flagge. Scheiß Amis wollte viel lieber spielen !



Hab auch die Biester mitsammeln müssen ,-
und wenn zwischendrin Zeit war ,-
mussten wir auch noch den Wattfraß fangen ...


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
Freienhagener und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#397

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 20:03
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #393


Nein das waren Amikäfer ! musste ich selber sammeln. Nur meine hatten überhaupt keine Flagge. Scheiß Amis wollte viel lieber spielen !



Da warst Du seinerzeit bestimmt falsch informiert - die Amikäfer erkannte man an den Füssen - hatten sie Kreppsohlen, warns Amis - hatten sie Igelit-Sohlen, waren es DDR-Käfer.

Gruss

icke



Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#398

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 20:08
von Hapedi | 1.875 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #396
Zitat von turtle im Beitrag #393
Zitat von Freienhagener im Beitrag #390
Nicht zu vergessen die von der CIA initiierte Maikäferplage



Nein das waren Amikäfer ! musste ich selber sammeln. Nur meine hatten überhaupt keine Flagge. Scheiß Amis wollte viel lieber spielen !



Hab auch die Biester mitsammeln müssen ,-
und wenn zwischendrin Zeit war ,-
mussten wir auch noch den Wattfraß fangen ...




"Der Wattfraß" was man nicht alles schon total vergessen hat



Ostlandritter hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#399

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 20:08
von RUnger | 66 Beiträge

Leute

Fragt doch mal in der "Jahnbehörde" nach.Die werdens schon aus den Akten, außer HVA, schon herausgefischt haben. Bei uns zwecks Objektverteidigung und unberechtigtes Eindringen unter Schußwaffenanwendung nachts zwei Tote.

Gruß R:Unger



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#400

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.04.2014 20:14
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von Hapedi im Beitrag #398
Zitat von Ostlandritter im Beitrag #396
Zitat von turtle im Beitrag #393
Zitat von Freienhagener im Beitrag #390
Nicht zu vergessen die von der CIA initiierte Maikäferplage



Nein das waren Amikäfer ! musste ich selber sammeln. Nur meine hatten überhaupt keine Flagge. Scheiß Amis wollte viel lieber spielen !



Hab auch die Biester mitsammeln müssen ,-
und wenn zwischendrin Zeit war ,-
mussten wir auch noch den Wattfraß fangen ...




"Der Wattfraß" was man nicht alles schon total vergessen hat


Ja ,- wir werden alt und senil....


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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