#321

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.04.2014 22:20
von Gelöschtes Mitglied
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Wenn man sich sehr aufmerksam diesen Thread im Ganzen durchliest, wird man Antworten auf ungestellte Fragen finden, damals übliche reflexartige Verhaltensmuster Verantwortlicher erkennen, wie es war.
Auch wenn der Thread-Eröffner wegen seiner permanenten Fragen nicht selten gescholten wird, auch von mir, ergeben sich infolge seines Fragens zuweilen "Volltreffer", wie beispielsweise in diesem Thread.
Lächerlich machen, relativieren, scheinheilig nach Belegen fragen, Links verlangen (welchen Link soll es bezüglich der geheimen Wühltätigkeit der Stasi geben?), nach Straßennamen mit Hausnummer fragen (haben sie damals auch so gemacht) und perfiderweise nach dem Inhalt von Papiersäcken fragen, die bei der BStU aufgearbeitet werden?
Dabei noch ganze Berufsgruppen diffamieren, es ist eine einzige Blamage, was hier zu lesen ist, und nichts, rein garnichts relativiert diese Posts!

Ungeachtet des sehr ernsten Themas bleibt jedoch die bittere Erkenntnis, dass die User, die hier weinrot gekennzeichnet sind, obwohl sie sicher nicht im engsten Zusammenhang mit dem Thema (Überschrift) zu sehen sind, auch jene traurigen Ereignisse und Vorgänge kollektiv decken wollen oder demonstrativ wegdiskutieren. Übrigens diesbezüglich kann man sich Dokus ansehen, die hier im Netz authentisch mit Todesstrafe und/oder mit Vorgängen in Krematorien der ehem. DDR berichten.

Die hier vorgenommene und m.E. vorsätzliche und beabsichtigte Polarisierung der Äußerungen von Usern beider Seiten, ich schließe mich ein, sollten nicht überstrapaziert werden, weil, das Geschehene ist nicht mehr zu leugnen und läßt sich auch nach mehr als 25 Jahren nicht umdeuteln, liebe betroffene Genossen!

Ein letzter Gedanke: Hier ablesbar ist die reflexartige "Solidarität" inzwischen älterer User im nunmehr höheren Rentenalter, die von den genannten Vorgängen und Machenschaften zu ihrer eigenen Dienstzeit aus Überheblichkeit und Arroganz gegenüber den damaligen "Drecksarbeitern" nichts wissen wollten, und daher heute auch nichts wissen grotesk. Besagte wissen, wen ich meine...

Ich wünschte mir, es gäbe hier im Forum mehr gemeinsame Threads, als "posthume Klassenkämpfe" deren historischen Ergebnissen wir heute alle gemeinsam aufsitzen...

VG Klaus


thomas 48 und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#322

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 02:34
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #319
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #318
Jeder der @Lutze kennt, weiß, dass er Quellen weder zitiert oder verlinkt. Daher finde ich es schon eigenartig, dass er jetzt hier festgengelt werden soll.

Fakt ist doch, dass nach der Wende unzählige Papiersäcke mit geschredderten Unterlgen gefunden werden, die noch heute rekonstruirt werden. Da ist mir schon fast egal wo -ob in Berlin, Rostock, oder Magdeburg.

Weil ich aber neugierig bin, bin ich auf die Suche gegangen und habe etwas anderes gefunden. Kein Bericht über geschredderte Unterlagen, sondern über Urnen von gestorbenen Häftlingen, die man auf einem Dachboden gefunden hat:

1957 sind im Grabfeld U 18 des Chemnitzer Friedhofes 136 Urnen anonym vergraben worden, darunter die Urnen von 32 Frauen und drei Kindern aus der Frauenhaftanstalt Hoheneck, die dort auf dem Dachboden gefunden wurden.

http://www.uokg.de/cms/attachments/Stacheldraht%208-2011.pdf

An der Stelle höre ich auf zu suchen.

LG von der Moskwitschka


Danke an @Moskwitschka für Deine intensive Sucharbeit.

Ich habe mich in dieses erschütternde Dolument

http://www.uokg.de/cms/attachments/Stacheldraht%208-2011.pdf

eingearbeitet !

Meine Frage an die User aus der MfS-Fraktion :

Handelt es sich bei diesem Dokument nach ihrem Dafürhalten um ein rachsüchtiges Hetzblatt ehemaliger DDR-Feinde,-
oder könnt ihr wenigstens in Teilen diesem Dokument einen Wahrheitsgehalt zusprechen ?



ja klar , können wir alle
bis jetzt dachte ich auch es gibt keine dummen fragen , wurde ich hier nicht eines besseren belehrt .
was ist das ziel dieser ausgrabungen , selbst wenn es wahr wäre und ein depp dies auch noch ins netz stellen würde ?
das ziel ist doch hier und jetzt ehemalige mitarbeiter des mfs die sich hier im forum öffentlich zur diskussion stellen zu verunglimpfen und auf eigener nachfrage zur heutigen situation abzulenken um den nach -wende - freiheitsgedanken rechnung zu tragen?
dabei wissen die schreiberlinge hier doch selbst ,das das mfs im gegensatz zu heutigen geheimdiensten weisenknaben waren .
das mfs der ddr war damals einer der besten geheimdinste der welt und ich glaube auch das viele sachen nicht in ordnung waren ,wie es bei allen geheimdiensten eben so ist .
aber allen mitarbeitern dieses mfs , die mit sicherheit keine straftäter sind und waren, nach solch einer langen zeit, so einer hexenjagt ,und das selbst hier im forum zuzumuten , ist schon beispielhaft ??
vielleicht sollte man bei gewissen beiträgen die pauschalisierungen und damit verleumdungen , besser kontrollieren (straftatbestand)
wenn wir die bösewichter und schergen der ehemaligen ddr waren und heute noch sind , die das volk damals geknebelt haben , sollte man auch die jenigen nicht vergessen die jenen staat gewollt oder nicht an den grenzen verteidigt haben ?(gt ,vopos ,abv, ect.) ?
es gibt bestimmt viele hier die um ausreden nicht verlegen sind???



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#323

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 02:42
von Gelöschtes Mitglied
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Du bestätigst hier nur den Beitrag von @Hufklaus, Waisenknabe.

Nicht mehr.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#324

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 02:44
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #320
Ich weiß, dass es nicht einfach ist, darüber zu schreiben, wenn man so etwas liest. Zumal es fast 60 Jahre her ist, und die meisten von uns damals noch nicht gelebt haben. Geschweige denn für solche Vorgänge verantwortlich waren. Trotzdem hat mich dieser Bericht über eine Frau sehr berührt und eigene Erinnerungen wach gerufen:

Ein zweites Beispiel aus Hoheneck für den menschenverachtenden Charakter dieses Unrechtsstaates ist Edeltraud Eckert. Sie wurde 1950 zu 25 Jahren verurteilt, von Waldheim kam sie im März 1954 nach Hoheneck in die Schneiderei. Am 24.1.1955 erlitt sie beim Bücken nach einer Spindel eine schwere Kopfverletzung, fachgerechte Behandlung erhielt sie erst mehrere Tage später. Sie wurde dann nach Meusdorf verlegt, mehrfach operiert, Infektionen führten zum Wundstarrkrampf. Man äscherte sie ein, und die Urne wurde von Behörden in einem geheimgehaltenen Massengrab beigesetzt.

http://www.uokg.de/cms/attachments/Stacheldraht%208-2011.pdf

Leipzig - Meusdorf ist für mich ein Stück Heimat und war solange meine Großeltern noch lebten auch Lebensmittelpunkt. Ich weiß nicht wie oft ich mit dem grünen Fahrrad meines Großvaters in der Gegend unterwegs war, einerseits einfach nur so und dabei die aktuellsten Schlager trällernd. Oder zum Einkaufen für meine Großmutter. Nicht selten führte mein Weg an Dösen vorbei – der Irrenanstalt, wie es damals so hieß. Es war bedrückend dort vorbei zu fahren, ohne zu wissen, was hinter den Zäunen sich verbarg – „Irre“ eben. Daher trat ich damals um so schneller in die Pedalen, um dort wieder weg zu kommen.

Wenn ich heute solche Berichte lese, krampft sich bei mir alles zusammen. Nicht, dass ich irgendwelche Schuldgefühle habe, sondern, dass man damals nicht weiter über die „Irren“ nachgedacht hat. Wie denn auch. Selbst meine Großeltern werden nicht gewusst haben, dass dort nach hoher Wahrscheinlichkeit auch politische Strafgefangene behandelt wurden. Auf andere gerechtfertigten medizinischen Indikationen, die wahrscheinlich die Mehrheit ausmachten, will ich jetzt nicht eingehen. Nur eins – was war damals in Dösen „politisch“ und was war strafrechtlich oder medizinisch gerechtfertigt. Von den Bedingungen in solchen „Anstalten“ ganz zu schweigen. Offiziell hieß die Klinik damals Bezirkskrankenhaus für Psychiatrie Leipzig-Dösen https://www.rhoen-klinikum-ag.com/rka/cm.../deu/63161.html

Die zweite Erinnerung, die hoch gekommen ist, ist noch persönlicher. Als ich mit 20 Jahren nicht so funktionierte, wie alle von mir erwartet haben, vor allem wahrscheinlich nicht der „Arbeitgeber“ meines Vater, muss es einen Tipp von wem auch immer gegeben haben – „Deine Tochter ist wahrscheinlich krank. Lass sie mal untersuchen.“ Und so saß ich eines Tages in Begleitung meiner Mutter in Berlin Herzberge einem Psychologen gegenüber. Es war damals für mich demütigend. Nur, weil ich anders dachte und auch entsprechend handelte, sollte ich auf meinen geistigen Zustand untersucht werden. Im Detail kann ich mich an das Gespräch nicht mehr erinnern. Da es ein „privat“ anberaumter Termin war, ging es damals relativ glimpflich aus. Ich kann mich nur an zwei Dinge erinnern. An das Lächeln des Arztes und die Frage, die mich seit dem immer wieder beschäftigte – Bin ich nun irre oder die anderen? Es hat lange gedauert, bis ich die Frage für mich beantwortet habe.

Dieses Erlebnis war wahrscheinlich auch ausschlaggebend, warum ich mich dann von meiner Familie „getrennt“ habe. Und das war 1978. Mein langer Weg der Aufarbeitung

Das hat alles nicht mit dem Thema dieses threads zu tun. Aber es ist wie oft bei solchen Themen – man stochert rum und dann man findet eine Ecke. Und wenn man sie anhebt, fällt einem mehr oder weniger die eigene Geschichte entgegen.

Mir liegt es fern hier ehemaligen MfS - Mitarbeitern persönlich, zumal sie nicht involviert waren, irgendwelche Vorwürfe zu machen. Ich möchte nur nicht den Gesprächsfaden zu dem Thema abreißen lassen. Vieles ist auch die Geschichte unserer Väter und Mütter. Erst recht was die Urnen auf dem Dachboden in Chemnitz betrifft. Dieser Geschichte können wir nicht ausweichen. So schmerzlich das für jeden einzelnen auch sein mag.

LG von der Moskwitschka



dann schreib nicht so ein scheiss



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#325

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 02:53
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von g.s.26 im Beitrag #323
Du bestätigst hier nur den Beitrag von @Hufklaus, Waisenknabe.

Nicht mehr.


in deinem alter sollte man schon ganze sätze schreiben können ???



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#326

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 07:09
von ABV | 4.202 Beiträge

@frank: im Interesse einer vernünftigen Diskussion möchte ich dich dringend um mehr Sachlichkeit bitten! Auch wenn du dich noch so sehr ärgerst.
An alle: Das Problem in diesem Thema liegt meiner Meinung darin, dass niemand in der Lage ist die Fragen nach den " Toten auf dem Konto des MfS" wirklich zu beantworten. Wie auch? Das können höchstwahrscheinlich nur sehr wenige. Und die sind nicht hier im Forum. Ich fürchte, dass sie ihr Insiderwissen eines Tages mit ins Grab nehmen werden. Während sich die Nachwelt weiter in den Haaren liegt.
Ein weiteres grundsätzliches Problem in dieser Diskussion sehe ich in den oftmals ganz sicher unbewusst vorgetragenen pauschalen Anschuldigungen gegen das MfS. Logisch, dass sich dann alle ehemaligen MfS-Mitarbeiter angesprochen fühlen. Logisch und menschlich verständlich, dass nicht jeder jeden Tag in der Lage ist, darauf sachlich zu reagieren.
Warum sollte jemand der während seines Dienstes Politiker beschützte oder Reisepässe kontrollierte, sich für Dinge verantworten von denen er damals nicht einmal die leiseste Ahung hatte?
Genauso kann man aber auch fragen, warum ein MfS-Mitarbeiter, der sich während der Dienstzeit nichts hat zu Schulden kommen lassen, etwaige Sauereien noch heute verteidigt? Denn das Sauereien passiert sind, steht doch außer jedem Zweifel!
Und jetzt noch einmal zu @frank:
Du hattest ja die Verantwortung von GT, VP und ABV angesprochen: Abgesehen davon, dass ein ABV gleichzeitig VP-Angehöriger war, kann ich dir sagen, dass es schon immer meine Meinung war, dass das MfS nicht das einzige Staatsorgan der DDR war. Egal ob Zoll, Armee, Polizei und MfS, wir waren alle Diener ein und des selben Herren. Und zwar der SED!
Ich war als die DDR unterging noch sehr, stand erst am Anfang meiner beruflichen Karriere. Aber so viel habe ich schon mitbekommen: das Verhältnis zwischen VP und MfS war in der Praxis weitaus enger und vertrauter, als man es seit den "Wendetagen" der Öffentlichkeit erfolgreich vorgaukelte. Es gibt noch viele Dinge, die der Aufarbeitung harren.
Die beinahe ausschließliche Fixierung auf das MfS und die von vielen Verantwortlichen reflexartig vorgetragene Ausrede " was sollte ich denn anderes machen, dass hat die Staatssicherheit so angewiesen", hat zu einer teilweise verzerrten Darstellung der Wirklichkeit geführt. Da kann ich deine Verärgerung darüber voll verstehen!
Obwohl man das nicht wirklich miteinander vergleichen kann: aber manchmal erinnert mich dieses Verhalten an Aussagen ehemaliger Wehrmachtsoffiziere nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Anstatt sich zu eigener Verantwortung zu bekennen, zeigte man mit Fingern auf die SS. " Seht her, da stehen die Bösen. Wir aber sind die Saubermänner".
Obwohl die "Saubermänner" genügend Dreck am Stecken hatten.

Gruß an alle
und noch einen schönen Ostermontag
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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LO-Wahnsinn, thomas 48, Gert, Schuddelkind und Gesamtdeutscher Kamerad haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.04.2014 07:10 | nach oben springen

#327

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 07:40
von hexenmeister67 | 148 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #320
Ich weiß, dass es nicht einfach ist, darüber zu schreiben, wenn man so etwas liest. Zumal es fast 60 Jahre her ist, und die meisten von uns damals noch nicht gelebt haben. Geschweige denn für solche Vorgänge verantwortlich waren. Trotzdem hat mich dieser Bericht über eine Frau sehr berührt und eigene Erinnerungen wach gerufen:

Ein zweites Beispiel aus Hoheneck für den menschenverachtenden Charakter dieses Unrechtsstaates ist Edeltraud Eckert. Sie wurde 1950 zu 25 Jahren verurteilt, von Waldheim kam sie im März 1954 nach Hoheneck in die Schneiderei. Am 24.1.1955 erlitt sie beim Bücken nach einer Spindel eine schwere Kopfverletzung, fachgerechte Behandlung erhielt sie erst mehrere Tage später. Sie wurde dann nach Meusdorf verlegt, mehrfach operiert, Infektionen führten zum Wundstarrkrampf. Man äscherte sie ein, und die Urne wurde von Behörden in einem geheimgehaltenen Massengrab beigesetzt.

http://www.uokg.de/cms/attachments/Stacheldraht%208-2011.pdf

Leipzig - Meusdorf ist für mich ein Stück Heimat und war solange meine Großeltern noch lebten auch Lebensmittelpunkt. Ich weiß nicht wie oft ich mit dem grünen Fahrrad meines Großvaters in der Gegend unterwegs war, einerseits einfach nur so und dabei die aktuellsten Schlager trällernd. Oder zum Einkaufen für meine Großmutter. Nicht selten führte mein Weg an Dösen vorbei – der Irrenanstalt, wie es damals so hieß. Es war bedrückend dort vorbei zu fahren, ohne zu wissen, was hinter den Zäunen sich verbarg – „Irre“ eben. Daher trat ich damals um so schneller in die Pedalen, um dort wieder weg zu kommen.

Wenn ich heute solche Berichte lese, krampft sich bei mir alles zusammen. Nicht, dass ich irgendwelche Schuldgefühle habe, sondern, dass man damals nicht weiter über die „Irren“ nachgedacht hat. Wie denn auch. Selbst meine Großeltern werden nicht gewusst haben, dass dort nach hoher Wahrscheinlichkeit auch politische Strafgefangene behandelt wurden. Auf andere gerechtfertigten medizinischen Indikationen, die wahrscheinlich die Mehrheit ausmachten, will ich jetzt nicht eingehen. Nur eins – was war damals in Dösen „politisch“ und was war strafrechtlich oder medizinisch gerechtfertigt. Von den Bedingungen in solchen „Anstalten“ ganz zu schweigen. Offiziell hieß die Klinik damals Bezirkskrankenhaus für Psychiatrie Leipzig-Dösen https://www.rhoen-klinikum-ag.com/rka/cm.../deu/63161.html

Die zweite Erinnerung, die hoch gekommen ist, ist noch persönlicher. Als ich mit 20 Jahren nicht so funktionierte, wie alle von mir erwartet haben, vor allem wahrscheinlich nicht der „Arbeitgeber“ meines Vater, muss es einen Tipp von wem auch immer gegeben haben – „Deine Tochter ist wahrscheinlich krank. Lass sie mal untersuchen.“ Und so saß ich eines Tages in Begleitung meiner Mutter in Berlin Herzberge einem Psychologen gegenüber. Es war damals für mich demütigend. Nur, weil ich anders dachte und auch entsprechend handelte, sollte ich auf meinen geistigen Zustand untersucht werden. Im Detail kann ich mich an das Gespräch nicht mehr erinnern. Da es ein „privat“ anberaumter Termin war, ging es damals relativ glimpflich aus. Ich kann mich nur an zwei Dinge erinnern. An das Lächeln des Arztes und die Frage, die mich seit dem immer wieder beschäftigte – Bin ich nun irre oder die anderen? Es hat lange gedauert, bis ich die Frage für mich beantwortet habe.

Dieses Erlebnis war wahrscheinlich auch ausschlaggebend, warum ich mich dann von meiner Familie „getrennt“ habe. Und das war 1978. Mein langer Weg der Aufarbeitung

Das hat alles nicht mit dem Thema dieses threads zu tun. Aber es ist wie oft bei solchen Themen – man stochert rum und dann man findet eine Ecke. Und wenn man sie anhebt, fällt einem mehr oder weniger die eigene Geschichte entgegen.

Mir liegt es fern hier ehemaligen MfS - Mitarbeitern persönlich, zumal sie nicht involviert waren, irgendwelche Vorwürfe zu machen. Ich möchte nur nicht den Gesprächsfaden zu dem Thema abreißen lassen. Vieles ist auch die Geschichte unserer Väter und Mütter. Erst recht was die Urnen auf dem Dachboden in Chemnitz betrifft. Dieser Geschichte können wir nicht ausweichen. So schmerzlich das für jeden einzelnen auch sein mag.

LG von der Moskwitschka


Ich sehe in den Beispiel Edeltraud Eckert nicht gerade ein gutes Beispiel für die für den menschenverachtenden Charakter dieses Unrechtsstaates. Was vergessen wurde ihre Verbindung zum KgU zu erwähnen diese Organisation war ja nun mal kein Blumenzüchterverein und Menschenleben gingen die nun wirklich am Arsch vorbei. Ihr hat es das Leben gekostet wobei ich stark bezweifle das ihr bewusst war für wem sie sich engagiert hat. Hier wären Beispiele wie Robert Havemann oder Rudolf Bahro besser geeignet um zu sehen wie kaputt das System wirklich war. Es müssen ja nicht immer Todesfälle sein. Das zweite Beispiel zwecks Psychatrie. In Rumänien war es ja gang und gebe das man ``Staatsfeinde`` in die Psychatrie eingewiesen hat kann sich ja jeder denken das diese Leute wesentlich gesünder waren als die die sie eingewiesen haben ich kann mir auch vorstellen das sowas auch in der DDR stattfand. Warum wurden Leute wie Ceausescu die das zu verantworten haben mit den Bundesverdienstkreuz geehrt? Hier muß man sagen das beide Seiten unmenschlich waren. Was denkt ein Opfer nach so einer Ehrung? Ich würde denken toll für was habe ich eigentlich mein Arsch hingehalten. Diese Vorgänge sind durch nichts zu entschuldigen aber man darf sie nicht nur einer Seite anlasten. Klar ist es einfach zu sagen das MfS hat das und dies gemacht aber wenn dann bitte auch was haben die anderen gemacht. Mit ein bißchen Glück erkennt dann vielleicht auch der letzte was das wichtigste sein sollte..>>>>>> Verhindern das sowas jemals wieder geschieht <<<<<<<<<<< hier auf die kleinen MfS Leute rum hauen mag zwar einige Befriedigung geben aber die wirklichen großen Lichter lachen sich tot da drüber weil lenkt doch prima von sie ab .



LO-Wahnsinn und ABV haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#328

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 08:22
von damals wars | 12.113 Beiträge

Für mich stellt sich außerdem die Frage, wieviele Kundschafter für den Frieden haben den ihren Einsatz mit dem Leben bezahlt?
Bei den Grenzern ist das ja gut dokumentiert.
Sicher würde bei der Klärung dieser Frage ein Blick in die Akten der anderen Seite helfen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#329

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 08:33
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #328
Für mich stellt sich außerdem die Frage, wieviele Kundschafter für den Frieden haben den ihren Einsatz mit dem Leben bezahlt?
Bei den Grenzern ist das ja gut dokumentiert.
Sicher würde bei der Klärung dieser Frage ein Blick in die Akten der anderen Seite helfen.


Wäre es nicht besser, wenn wir uns in der Diskussion auf die vom MfS zu verantwortenden Todesfälle konzentrieren würden? Die Frage ob " Kundschafter für den Frieden" in ihren jeweiligen Einsatzgebieten ums Leben kamen, sollte in einem eigenen Thread diskutiert werden. Ansonsten liefern wir ein Musterbeispiel, wie vom eigentlichen Thema wegdiskutiert wird.

Gruß Uwe


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#330

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 08:39
von ABV | 4.202 Beiträge

Das Schicksal des Fluchthelfers Wolfgang Welsch bietet einige Ansatzpunkte zum Grundthema des Threads:
Ich zitiere mal aus Wikipedia:
[[b]b]Zugleich begann Welsch mit dem Aufbau einer Fluchthelferorganisation, die etwa 200 Menschen bei der Flucht aus der DDR half. Dabei legte er Wert darauf, möglichst Personen mit hoch qualifizierten Berufen wie Ärzte, Wissenschaftler u.ä. auszuschleusen, um so der DDR gleichzeitig einen möglichst hohen Schaden zuzufügen.[3] Durch seine Fluchthilfeaktivitäten geriet er erneut in das Visier des MfS. Es folgten Mordanschläge auf Welsch, die von Erich Mielke angeordnet worden waren.

Zuerst wurde eine Bombe in seinem Auto in Westdeutschland platziert. Nach Fehlschlagen dieses Versuchs lockte ihn sein mittlerweile guter Freund Peter Haack, der vom MfS eigens auf Welsch angesetzt worden war, nach England, wo ein Scharfschütze während einer Autobahnfahrt auf ihn schoss. Welsch beugte sich jedoch in diesem Moment nach unten, um seine hinuntergefallene Pfeife aufzuheben, wodurch ihn die Gewehrkugel knapp verfehlte.[4] Es existiert ein Foto, auf dem Welsch mit Haack anschließend ratlos vor der völlig zersplitterten Frontscheibe ihres Lieferwagens steht.

Schließlich sollte Haack bei einem gemeinsamen Israel-Urlaub 1981 mit Welschs Familie diese mit Thallium umbringen, einem seltenen, geschmacks- und geruchlosen Gift. Er verabreichte es in einer mehrfach tödlichen Dosis in selbstgemachten Frikadellen beim gemeinsamen Essen beim Campen. Welschs Tochter aß kaum etwas, seine Frau übergab sich am selben Abend ausgiebig und blieb deshalb unversehrt.[4] Welsch überlebte nur knapp nach einer monatelangen Phase extremer Schmerzen, die charakteristisch für eine Thallium-Vergiftung sind. Westdeutsche Toxikologen hielten ihn nach vergeblicher Suche nach der Ursache zunächst für einen Simulanten und schickten ihn schließlich nach Hause. Sie erkannten die Vergiftung erst bei einer nachträglichen Laboruntersuchung. Haack verschwand nach diesem Ereignis. Er schickte noch eine mit krakeliger Schrift geschriebene Postkarte aus Argentinien, auf der stand, dass es ihm schlecht gehe. Erst nach dem Mauerfall fand Welsch durch seine Stasi-Akte die Wahrheit über seinen vermeintlichen Freund heraus und dass dieser mittlerweile unter falschem Namen in Westdeutschland lebte.

Wie ist eure Meinung zu diesem konkreten Fall?

Gruß Uwe


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zuletzt bearbeitet 21.04.2014 08:40 | nach oben springen

#331

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 08:44
von hexenmeister67 | 148 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #330
Das Schicksal des Fluchthelfers Wolfgang Welsch bietet einige Ansatzpunkte zum Grundthema des Threads:
Ich zitiere mal aus Wikipedia:
[[b]b]Zugleich begann Welsch mit dem Aufbau einer Fluchthelferorganisation, die etwa 200 Menschen bei der Flucht aus der DDR half. Dabei legte er Wert darauf, möglichst Personen mit hoch qualifizierten Berufen wie Ärzte, Wissenschaftler u.ä. auszuschleusen, um so der DDR gleichzeitig einen möglichst hohen Schaden zuzufügen.[3] Durch seine Fluchthilfeaktivitäten geriet er erneut in das Visier des MfS. Es folgten Mordanschläge auf Welsch, die von Erich Mielke angeordnet worden waren.

Zuerst wurde eine Bombe in seinem Auto in Westdeutschland platziert. Nach Fehlschlagen dieses Versuchs lockte ihn sein mittlerweile guter Freund Peter Haack, der vom MfS eigens auf Welsch angesetzt worden war, nach England, wo ein Scharfschütze während einer Autobahnfahrt auf ihn schoss. Welsch beugte sich jedoch in diesem Moment nach unten, um seine hinuntergefallene Pfeife aufzuheben, wodurch ihn die Gewehrkugel knapp verfehlte.[4] Es existiert ein Foto, auf dem Welsch mit Haack anschließend ratlos vor der völlig zersplitterten Frontscheibe ihres Lieferwagens steht.

Schließlich sollte Haack bei einem gemeinsamen Israel-Urlaub 1981 mit Welschs Familie diese mit Thallium umbringen, einem seltenen, geschmacks- und geruchlosen Gift. Er verabreichte es in einer mehrfach tödlichen Dosis in selbstgemachten Frikadellen beim gemeinsamen Essen beim Campen. Welschs Tochter aß kaum etwas, seine Frau übergab sich am selben Abend ausgiebig und blieb deshalb unversehrt.[4] Welsch überlebte nur knapp nach einer monatelangen Phase extremer Schmerzen, die charakteristisch für eine Thallium-Vergiftung sind. Westdeutsche Toxikologen hielten ihn nach vergeblicher Suche nach der Ursache zunächst für einen Simulanten und schickten ihn schließlich nach Hause. Sie erkannten die Vergiftung erst bei einer nachträglichen Laboruntersuchung. Haack verschwand nach diesem Ereignis. Er schickte noch eine mit krakeliger Schrift geschriebene Postkarte aus Argentinien, auf der stand, dass es ihm schlecht gehe. Erst nach dem Mauerfall fand Welsch durch seine Stasi-Akte die Wahrheit über seinen vermeintlichen Freund heraus und dass dieser mittlerweile unter falschem Namen in Westdeutschland lebte.

Wie ist eure Meinung zu diesem konkreten Fall?

Gruß Uwe



Verständnis absolut Fehlanzeige jemanden umbringen wollen ist so ziemlich das letzte egal aus welchen Grund. In den Fall besonders menschenverachtend da auch unbeteiligte nicht geschont wurden. Das sind solche Täter auf die man sich konzentrieren sollte.



ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#332

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 08:46
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #330
Das Schicksal des Fluchthelfers Wolfgang Welsch bietet einige Ansatzpunkte zum Grundthema des Threads:
Ich zitiere mal aus Wikipedia:
[[b]b]Zugleich begann Welsch mit dem Aufbau einer Fluchthelferorganisation, die etwa 200 Menschen bei der Flucht aus der DDR half. Dabei legte er Wert darauf, möglichst Personen mit hoch qualifizierten Berufen wie Ärzte, Wissenschaftler u.ä. auszuschleusen, um so der DDR gleichzeitig einen möglichst hohen Schaden zuzufügen.[3] Durch seine Fluchthilfeaktivitäten geriet er erneut in das Visier des MfS. Es folgten Mordanschläge auf Welsch, die von Erich Mielke angeordnet worden waren.

Zuerst wurde eine Bombe in seinem Auto in Westdeutschland platziert. Nach Fehlschlagen dieses Versuchs lockte ihn sein mittlerweile guter Freund Peter Haack, der vom MfS eigens auf Welsch angesetzt worden war, nach England, wo ein Scharfschütze während einer Autobahnfahrt auf ihn schoss. Welsch beugte sich jedoch in diesem Moment nach unten, um seine hinuntergefallene Pfeife aufzuheben, wodurch ihn die Gewehrkugel knapp verfehlte.[4] Es existiert ein Foto, auf dem Welsch mit Haack anschließend ratlos vor der völlig zersplitterten Frontscheibe ihres Lieferwagens steht.

Schließlich sollte Haack bei einem gemeinsamen Israel-Urlaub 1981 mit Welschs Familie diese mit Thallium umbringen, einem seltenen, geschmacks- und geruchlosen Gift. Er verabreichte es in einer mehrfach tödlichen Dosis in selbstgemachten Frikadellen beim gemeinsamen Essen beim Campen. Welschs Tochter aß kaum etwas, seine Frau übergab sich am selben Abend ausgiebig und blieb deshalb unversehrt.[4] Welsch überlebte nur knapp nach einer monatelangen Phase extremer Schmerzen, die charakteristisch für eine Thallium-Vergiftung sind. Westdeutsche Toxikologen hielten ihn nach vergeblicher Suche nach der Ursache zunächst für einen Simulanten und schickten ihn schließlich nach Hause. Sie erkannten die Vergiftung erst bei einer nachträglichen Laboruntersuchung. Haack verschwand nach diesem Ereignis. Er schickte noch eine mit krakeliger Schrift geschriebene Postkarte aus Argentinien, auf der stand, dass es ihm schlecht gehe. Erst nach dem Mauerfall fand Welsch durch seine Stasi-Akte die Wahrheit über seinen vermeintlichen Freund heraus und dass dieser mittlerweile unter falschem Namen in Westdeutschland lebte.

Wie ist eure Meinung zu diesem konkreten Fall?

Gruß Uwe




@ABV , ist der Welsch dafür gerichtlich belangt worden nach der Wende? Ansonsten schon ein infames Spiel sowohl vom MfS als auch das Verhalten des Welsch. Man sieht wieder einmal, du kannst keinem Menschen hinter die Stirn sehen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#333

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 08:48
von berlin3321 | 2.512 Beiträge

Zitat
@frank: im Interesse einer vernünftigen Diskussion möchte ich dich dringend um mehr Sachlichkeit bitten!



Danke, Uwe. Es mangelt bei dem User manchmal doch sehr an Sachlichkeit.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
Gert und ABV haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#334

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 08:49
von ABV | 4.202 Beiträge

Ob Welsch gerichtlich belang wurde? Warum sollte er? Welsch war doch das Opfer! Ansonsten wäre der Fall Welsch schon ein sehr konkretes Beispiel für das Vorhandensein von Mordplänen. Die ja auch zur Anwendung kamen.
Ich muss mal recherchieren, in wie weit die dafür Verantwortlichen von einem Gericht zur Verantwortung gezogen wurden.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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#335

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 09:30
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #334
Ob Welsch gerichtlich belang wurde? Warum sollte er? Welsch war doch das Opfer! Ansonsten wäre der Fall Welsch schon ein sehr konkretes Beispiel für das Vorhandensein von Mordplänen. Die ja auch zur Anwendung kamen.
Ich muss mal recherchieren, in wie weit die dafür Verantwortlichen von einem Gericht zur Verantwortung gezogen wurden.

Gruß Uwe


Herrn W. hatten wir h i e r Vorstellung history (3)

schon ausführlich.


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#336

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 09:33
von ABV | 4.202 Beiträge

Ich habe etwas gefunden: IM Alfons alias Peter Haack wurde im Jahre 1993 wegen Modversuchs zu einer fünfeinhalbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Sein ebenfalls angeklagter Führungsoffizier erhängte sich in der Zelle.
Hier kann man wohl von einem erwiesenen Verbrechen im Namen des MfS ausgehen!

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#337

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 09:34
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #335
Zitat von ABV im Beitrag #334
Ob Welsch gerichtlich belang wurde? Warum sollte er? Welsch war doch das Opfer! Ansonsten wäre der Fall Welsch schon ein sehr konkretes Beispiel für das Vorhandensein von Mordplänen. Die ja auch zur Anwendung kamen.
Ich muss mal recherchieren, in wie weit die dafür Verantwortlichen von einem Gericht zur Verantwortung gezogen wurden.

Gruß Uwe


Herrn W. hatten wir h i e r Vorstellung history (3)

schon ausführlich.



Und wie ist deine Meinung dazu@Alfred?


Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#338

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 10:10
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Hufklaus im Beitrag #321
Dabei noch ganze Berufsgruppen diffamieren, es ist eine einzige Blamage, was hier zu lesen ist, und nichts, rein garnichts relativiert diese Posts!

VG Klaus


Der einzige der hier ganze Berufsgruppen diffamiert, bist Du. Ich erinnere an Deine Aussage:
"Sie haben Leute um die Ecke gebracht mit Helfern und Helfershelfern und glauben uns heute verklickern zu können, sie wären so nicht gewesen."



Feliks D. und passport haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#339

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 10:20
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #334
Ob Welsch gerichtlich belang wurde? Warum sollte er? Welsch war doch das Opfer! Ansonsten wäre der Fall Welsch schon ein sehr konkretes Beispiel für das Vorhandensein von Mordplänen. Die ja auch zur Anwendung kamen.
Ich muss mal recherchieren, in wie weit die dafür Verantwortlichen von einem Gericht zur Verantwortung gezogen wurden.

Gruß Uwe



oh sorry, Uwe ich habe die Namen verwechselt. Es muss natürlich Haack ( Täter) heissen, denn Welsch war das Opfer und nicht Täter wie du richtig schriebst.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#340

RE: wievieleTote gehen auf das Konto der Staatssicherheit?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.04.2014 10:22
von Merkur | 1.018 Beiträge

Ich werde mal nach und nach, je nach Zeit und Lust, kurz Fälle von Toten, die "auf das Konto der Staatssicherheit" gehen einstellen.
Fall Niering:
Niering war mit einer Maschinenpistole "Kalaschnikow" bewaffnet, die ihm vor seiner Fahnenflucht zum Wachdienst in seiner Garnision Basdorf (VP-Bereitschaften) übergeben worden war, in den Bereich der GÜSt Friedrich-/Zimmerstraße eingedrungen.
Am 5. Januar 1974 war der Oberfeldwebel H. (PKE der HA VI des MfS) ab 19 Uhr an der GÜSt Friedrich-/Zimmerstraße als Posten 1 (Einlassposten) eingesetzt. Nach der Abfertigung eines Pkw der US-Streitkräfte wandte sich H. dem Postenhaus zu, als ihm plötzlich Niering im Kampfanzug gegenüberstand, die Maschinenpistole im Hüftanschlag auf den Passkontrolleur gerichtet. Niering nahm den Oberfeldwebel als Geisel und trieb ihn unter Abgabe eines kurzen Feuerstoßes in Richtung Westberlin vor sich her. Unmittelbar danach erfolgte die Alarmierung der GÜSt, in deren Verlauf die Mitarbeiter der PKE gedeckte Stellungen bezogen. Nachdem Niering nochmals einen Feuerstoß abgegeben und er Oberfeldwebel H. damit zum Laufschritt gezwungen hatte, wurde Niering durch gezielte Schüsse gestoppt und verstarb auf der GÜSt.
Ein Toter, der auf das Konto der Staatssicherheit geht. Hätte aber nicht jedes andere bewaffnete Organ auf der Welt genau so gehandelt ?



zuletzt bearbeitet 21.04.2014 10:25 | nach oben springen


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