#1

Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 21:56
von ABV | 4.202 Beiträge

Über die Grenzen der DDR, insbesondere zu Westberlin und zur Bundesrepublik und den dort herrschenden Grenzregime wurde und wird viel geschrieben und diskutiert. Selbst wer diese mehr oder weniger spurlos verschwundenen Staatsgrenzen nie mit eigenen Augen sah, weiß wenigstens in Grundzügen über deren Aufbau, den Sicherungsmaßnahmen und über Vorkommnisse Bescheid.
Wie sah es denn aber an den westlichen. nördlichen und südlichen Grenzen der Bundesrepublik aus? Wurden diese Grenzen von BGS und Zoll überwacht? Oder beschränkte sich deren Präsenz ausschließlich auf die Grenzübergangsstellen? Was aus meiner Sicht keinen Sinn ergibt! Grenzübergänge verlieren zwangsläufig ihre Filterfunktion bei der Kriminalitätsbekämpfung, wenn diese Grenze ungehindert auch an jedem anderen Ort überschritten werden kann!
Kam es an den westlichen Grenzen der Bundesrepublik zu spektakulären Vorkommnissen? Nach welchen Richtlinien verlief der Dienst der dortigen Grenzüberwachungsorgane? Gab es illegale Grenzübertritte? Wenn ja, wie ging man mit ertappten "Grenzverletzern" um?

Ihr lieben Kollegen von BGS und Zoll, jetzt seid ihr gefragt. Lasst bitte einen früheren VOPO nicht dumm sterben.

Viele Grüße an alle
Uwe


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#2

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 22:10
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

An Grenzübergängen oder in Zügen musste man darauf gefasst sein, manchmal einen Ausweis vorzeigen zu müssen. Ansonsten spielte die Grenze keine große Rolle. Da war auch nichts gesperrt, keine Zäune oder so. Man konnte einfach hin und hergehen.
Meine Tante aus dem Rheinland fuhr teilweise zum Supermarkt-Einkaufen nach Holland (macht sie noch heute). So mal eben schnell. Niemand kriegte das groß mit. Für einen West-Berliner wie mich faszinierend. Den Bierernst der DDR-Kontrolleure an ihrer Grenze konnte ich seitdem noch weniger nachvollziehen. Die wussten eben nicht, wie es im Rest der Welt zugeht.

Konnte man eigentlich damals von der DDR in die CSSR "querfeldein" und ungesehen hin- und herkommen? Durch Wälder oder so?


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#3

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 22:13
von Mike59 | 7.972 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #1
Über die Grenzen der DDR, insbesondere zu Westberlin und zur Bundesrepublik und den dort herrschenden Grenzregime wurde und wird viel geschrieben und diskutiert. Selbst wer diese mehr oder weniger spurlos verschwundenen Staatsgrenzen nie mit eigenen Augen sah, weiß wenigstens in Grundzügen über deren Aufbau, den Sicherungsmaßnahmen und über Vorkommnisse Bescheid.
Wie sah es denn aber an den westlichen. nördlichen und südlichen Grenzen der Bundesrepublik aus? Wurden diese Grenzen von BGS und Zoll überwacht? Oder beschränkte sich deren Präsenz ausschließlich auf die Grenzübergangsstellen? Was aus meiner Sicht keinen Sinn ergibt! Grenzübergänge verlieren zwangsläufig ihre Filterfunktion bei der Kriminalitätsbekämpfung, wenn diese Grenze ungehindert auch an jedem anderen Ort überschritten werden kann!
Kam es an den westlichen Grenzen der Bundesrepublik zu spektakulären Vorkommnissen? Nach welchen Richtlinien verlief der Dienst der dortigen Grenzüberwachungsorgane? Gab es illegale Grenzübertritte? Wenn ja, wie ging man mit ertappten "Grenzverletzern" um?

Ihr lieben Kollegen von BGS und Zoll, jetzt seid ihr gefragt. Lasst bitte einen früheren VOPO nicht dumm sterben.

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Gute Frage.

Ich habe keine Ahnung wie es mal vor dem Beitritt war. Ich weiß nur das mit Schengen, das Ostgrenzenzen Problem auch an der Westgrenze eingetreten ist. Der Druck (z.B.) in Kehl, von Personen welche zu der Gruppe der Nichtsesshaften mit südosteuropäischen Hintergrund zählen und in Frankreich ihr Rückzugsgebiet haben ist enorm.


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#4

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 22:18
von Mike59 | 7.972 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #2
An Grenzübergängen oder in Zügen musste man darauf gefasst sein, einen manchmal Ausweis vorzeigen zu müssen. Ansonsten spielte die Grenze keine große Rolle. Da war auch nichts gesperrt, keine Zäune oder so. Man konnte einfach hin und hergehen.
Meine Tante aus dem Rheinland fuhr teilweise zum Supermarkt-Einkaufen nach Holland. So mal eben schnell. Niemand kriegte das groß mit. Für einen West-Berliner wie mich faszinierend. Den Bierernst der DDR-Kontrolleure an ihrer Grenze konnte ich seitdem noch weniger nachvollziehen. Die wussten eben nicht, wie es im Rest der Welt zugeht.


Entschuldigung für meinen Beitrag. Ich vergesse immer das es auch User in diesem Forum gibt die außer dem Einkaufen auf der anderen Seite keinen Bezug zu einer Grenze haben. mea culpa


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#5

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 22:18
von eisenringtheo | 9.177 Beiträge

Die Grenzbewachung Schweiz-Deutschland war minimal und erfolgte auf der Schweizer Seite durch Patrouillen des Grenzwachtkorps (bewaffnete Zöllner).
Theo


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#6

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 22:22
von Mike59 | 7.972 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #5
Die Grenzbewachung Schweiz-Deutschland war minimal und erfolgte auf der Schweizer Seite durch Patrouillen des Grenzwachtkorps (bewaffnete Zöllner).
Theo

Mal eine Frage dazu, machen die auch die Passkontrolle? Natürlich nicht auf Patrouille, aber am Grenzübergang?


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#7

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 22:24
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Die Grenzkontrolle Deutschland-Schweiz war in meiner Erinnerung strenger als Deutschland-Frankreich. Bei den Schweizern war in den Buden an der Grenze immer einer, der sich auch interessierte, wer da kommt. Nach Holland oder Belgien war manchmal gar keiner da. Dann fuhr man langsam durch. Ohne Kontrolle.


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#8

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 22:39
von Gert | 12.355 Beiträge

ich kann über die Grenze nach Holland berichten. ca 60 km westlich Düsseldorfs ist die holländische Grenze- Dort gibt es hinter der Grenze direkt eine größere Stadt, das ist Venlo. Es war attraktiv dort zu kaufen, z.B. Kaffee war in Holland viel billiger. Ich war seit 1971 im Aussendienst tätig und da gab es eine Besonderheit, den Dieselpreis. In Holland kostete der Liter Diesel 17 Pfg/l. Dafür lohnte es sich, ca. 60 km nach Holland zu fahren und zu tanken ( in D war der Preis etwa 70 Pfg/l ). In 1974 kaufte ich mir den ersten " Heizöler " ( PKW mit Dieselmotor). Mein Tank fasste 60 l + 10 l Reservertank , dafür konnte ich 1000 km fahren. Die ersten Tankstellen waren direkt hinter Grenze mit Shop für Kaffee, Zigaretten und Tabak waren sehr billig in NL. So fuhren wir oft ein mal in der Woche zum Einkaufen dort hin. Grenzübergang war an der Autobahn, hin und wieder schauten sie in den Perso, der Zoll schaute eher selten in den Kofferraum, ob man nicht zu gierig war. Grenzbefestigungen = 0. Alles in allem nicht zu vergleichen mit unseren Ostgrenzen. Da erfuhr man noch was Abgrenzen bedeutet. Das war an der Grenze zu Holland wesentlich entspannter.


P.S es gab noch eine härtere Variante des Sparens mit Dieselautos, war aber Steuerhinterziehung. In den 70ern war das Heizöl noch nicht gefärbt und mit einem chemischen Indikator versehen. Meine damals älteren Kollegen mit EFH tankten an ihrer Ölheizung ohne Risiko. Für alle die es nicht wissen, leichtes Heizöl und Dieselkraftstoff sind die selbe Brühe. Das Heizöl kostete zu der Zeit etwa 8 - 10 Pfg/l Da war Autofahren billig


.
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#9

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 22:43
von Mike59 | 7.972 Beiträge

Schön das da Beiträge kommen von Usern welche diese Grenze passierten.
Des Pudels Kern?

Zitat
Kam es an den westlichen Grenzen der Bundesrepublik zu spektakulären Vorkommnissen? Nach welchen Richtlinien verlief der Dienst der dortigen Grenzüberwachungsorgane? Gab es illegale Grenzübertritte? Wenn ja, wie ging man mit ertappten "Grenzverletzern" um?

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Gute Nacht


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#10

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 22:46
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Den meisten Ärger dürfte es mit dem Zoll gegeben haben. Etwa wenn sich jemand in Holland (legal) Haschisch kaufte und es dann (illegal) nach D einführen wollte. Also alles mehr Zollvergehen oder normale Rechtsverstöße, nicht grenzspezifisch. Sind wohl auch keine Holländer nach Deutschland geflüchtet.


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#11

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 22:52
von ABV | 4.202 Beiträge

@Harzwanderer: ja man konnte ohne weiteres von der DDR in die CSSR "schleichen". Diese Grenze wurde lediglich von Grenzabschnittsposten überwacht. Und deren Gebiet war relativ groß.
Aber jetzt wieder zurück zum eigentlichen Thema: die West und Südgrenzen der Bundesrepublik hatten einen völlig anderen Charakter, als die zur DDR bzw zur CSSR. Was sich naturgemäß auf den Charakter der Kontrollen niederschlug. Aber ganz ohne ging es eben auch dort nicht. Nun noch einmal eine meine Eingangsfragen: wurde das Terrain zwischen den Grenzübergangsstellen, sprich die " Grüne Grenze" von BGS und / oder Zollstreifen überwacht? Für mich ein logischer Vorgang, wie bereits im Eröffnungsbeitrag geschrieben. Aber man findet so gut wie keine Hinweise darüber. Wenn vom Bundesgrenzschutz die Rede ist, dann stets im Zusammenhang mit der " innerdeutschen Grenze" Nie jedoch mit den anderen Bundesgrenzen.

Gruß Uwe


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#12

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 22:59
von Gert | 12.355 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #9
Schön das da Beiträge kommen von Usern welche diese Grenze passierten.
Des Pudels Kern?

Zitat
Kam es an den westlichen Grenzen der Bundesrepublik zu spektakulären Vorkommnissen? Nach welchen Richtlinien verlief der Dienst der dortigen Grenzüberwachungsorgane? Gab es illegale Grenzübertritte? Wenn ja, wie ging man mit ertappten "Grenzverletzern" um?

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@Mike59
also ich war kein Grenzer an der holländischen Grenze. Aber von Grenzverletzern hab ich nie gehört. Da hatte es niemand nötig, abseits der Strassen oder Eisenbahnlinien die Grenze zu passieren. Natürlich passten die am Kontrollpunkt auf, aber sehr oft konntest du in Schrittgeschwindigkeit vorbei rollen, der BGS winkte lässig durch. Ich glaube schon, dass sie einen Blick dafür hatten, wer ihre "Kunden" waren und diese dann näher betrachteten.
Die Grenze war völlig unbefestigt auch von holländischer Seite. Da konntest du einfach übern Acker oder durch den Wald in das andere Land laufen. Das war aber auch illegal, man war angehalten, die Übergänge zu nutzen.Ich hörte davon, das der Zoll Hinterlandkontrollen machte, selbst nicht erlebt


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#13

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 23:10
von ABV | 4.202 Beiträge

Die holländische Grenze zu überwachen, dürfte wohl auch sehr schwierig gewesen sein. Ich bin da mal vor einigen Jahren entlangefahren. Mal war ich in den Niederlanden und die andere Straße führte mich zurück nach Deutschland. Ohne das ich bemerkte, eine Staatsgrenze überquert zu haben.
Ich kann mich aber daran erinnern gelesen zu haben, dass es in der Stadt Herzogenrath, wo die Grenze mitten durch den Ort verläuft, sogar eine Art "Grenzmauer" gegeben hat. Natürlich hat diese jetzt nichts mit der "Berliner Mauer" zu tun! Die Mauer in Herzogenrath sollte den Schmuggel, mit was auch immer, eindämmen. Über etwaige Erfolge ist mir nichts bekannt.
Und noch etwas habe ich irgendwann mal gelesen: nach Ende des Zweiten Weltkrieges, bis in die fünziger und sechziger Jahre hinein, sollen an der Grenze zwischen der Bundesrepublik und den Niederlanden regelrechte "Sperrzonen" gegeben haben. Deutsche durften sich der Grenze nicht näheren. Eine klare Folge der Erfahrungen welche das niederländische Volk mit dem deutschen Nachbar machen musste! Seitens der Niederlande wurde sogar die Abtretung von Teilen des westlichen Münsterlandes gefordert. Ebenfalls eine späte Reaktion auf den deutschen Überfall im Zweiten Weltkrieg.

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Uwe


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#14

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 23:22
von Gert | 12.355 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #13
Die holländische Grenze zu überwachen, dürfte wohl auch sehr schwierig gewesen sein. Ich bin da mal vor einigen Jahren entlangefahren. Mal war ich in den Niederlanden und die andere Straße führte mich zurück nach Deutschland. Ohne das ich bemerkte, eine Staatsgrenze überquert zu haben.
Ich kann mich aber daran erinnern gelesen zu haben, dass es in der Stadt Herzogenrath, wo die Grenze mitten durch den Ort verläuft, sogar eine Art "Grenzmauer" gegeben hat. Natürlich hat diese jetzt nichts mit der "Berliner Mauer" zu tun! Die Mauer in Herzogenrath sollte den Schmuggel, mit was auch immer, eindämmen. Über etwaige Erfolge ist mir nichts bekannt.
Und noch etwas habe ich irgendwann mal gelesen: nach Ende des Zweiten Weltkrieges, bis in die fünziger und sechziger Jahre hinein, sollen an der Grenze zwischen der Bundesrepublik und den Niederlanden regelrechte "Sperrzonen" gegeben haben. Deutsche durften sich der Grenze nicht näheren. Eine klare Folge der Erfahrungen welche das niederländische Volk mit dem deutschen Nachbar machen musste! Seitens der Niederlande wurde sogar die Abtretung von Teilen des westlichen Münsterlandes gefordert. Ebenfalls eine späte Reaktion auf den deutschen Überfall im Zweiten Weltkrieg.

Gruß an alle
Uwe


hallo Uwe das mit Herzogenrath ist richtig. Die Grenze verläuft mitten durch den Ort, diese Mauer ist in der Strassenmitte und etwa kniehoch. Sieht so aus, wie auf den Autobahnen die Betonabtrennungen bei Baustellen mit verengten Fahrstreifen. Von den Sperrzonen habe ich nichts gehört. Muss dann in den Jahren nach dem Krieg gewesen sein. Als ich das erste Mal in Venlo war, ( Anf. 70erJahre ) waren wir Deutsche und vor allem unsere DMchen schon wieder herzlich willkommen.


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#15

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 23:31
von ABV | 4.202 Beiträge

Hallo Gert!
Ja, das soll gleich nach dem Krieg gewesen sein. An der polnischen Grenze soll es ja angeblich auch Minenfelder, Stacheldraht und Beobachtungstürme gegeben haben. Wohlgemerkt auf polnischer, nicht auf der DDR-Seite- Obwohl ich an dieser Grenze aufgewachsen bin, habe ich so etwas nie gesehen. Außer ein paar Beobachtungstürmen. Von denen einer, gegenüber Reitwein, noch heute erhalten ist.
Ich denke mal, dass sowohl die Niederländer als auch die Polen, in der Nachkriegszeit ganz einfach Angst vor den Deutschen hatten. Aus Sicht dieser Völker absolut verständlich! Gegenseitiges Vertrauen musste sich erst entwickeln. Durch die Abschottung der DDR, auch nach dem Osten, konservierten sich etliche Vorurteile und Klischees regelrecht. Ganz offensichtlich lief das in der Bundesrepublik weitaus besser.

Gruß Uwe


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#16

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 03.04.2014 23:31
von CASI | 78 Beiträge

Moin,

ich habe die Grenzen zwischen der Bundesrepublik und Frankreich, Belgien, Holland, Schweiz, Österreich oft als Kind /Jugendlicher miterlebt.
Das ging immer Korrekt ab. Ausweise raus, durchgewunken.
Meine Eltern hatten immer etwas Muffensausen, wenn wir wieder in die Bundesrepublik einreisten, waren doch meistens ein paar Fortunas, (Kippen) und ein paar Liter Cientotres (Weinbrand) zuviel im Kofferraum. Nicht zu vergessen den guten Penedes Wein. Wir Kinder hatten sich schlafend zu stellen, Mutter fuhr. (hatte sich vorher aufgebrezelt)
Hat immer geklappt. Die Schweizer fragten schonmal nach und da musste auch mal der Kofferraum aufgemacht werden. Der gefundene Schnaps und die Kippen waren denen egal, war ja nicht aus der Schweiz. Auf Bundesrepublikanischer Seite wurde dann durchgewunken.
England war bei der Einreise etwas speziell. Die schauten genau ins Auto wegen Tieren. (Tollwut) - Der Rest war egal.
Einmal hat mich der BGS gef..t... - Da war ich 19 und kam nach einer Tagesreise aus Holland (Venlo) - Klar, was war aus heutiger Sicht zu auffällig.
Naja, sie haben die Kippen unter dem Rücksitz gefunden und wir beiden Kumpels hatten danach ein Benzinproblem, da nach dem Strafzoll Pleite.
Nach dem Erlebniss sind wir dann immer über die Grüne Grenze aus Holland raus gefahren. Da war nix, kein BGS, kein Holländischer Zoll.
Als ich 86 das erste mal im Transit nach Westberlin mitfuhr, hatte ich allerdings den Arsch auf Grundeis! Ich kannte ja Grenzen und das mulmige Gefühl, aber bei der Grenze, mit einem solch martialischen auftreten, massig Betonbarrieren, mit Grenzern und geschulterter Kaschi, da wurde einem echt anders. Man hatte das Gefühl denen völlig ausgeliefert und völliger Willkür denen gegenüber zu sein. Dieses Gefühl gab es bei den Westgrenzen nicht.
Das ging schon los, wie die einen anschauten. Völlig ausdruckslos, zwar Korrekt, aber halt völlig, ich bezeichne es als "kalt" begegnet sind.
Da waren selbst die überkorrekten Schweizer immer zu einem Scherz gut drauf und haben gegrinst als ich mit meinem Steinalten Auto fragte: Was wollen se denn hier finden? - Waffen, Drogen, Geld? - Zweierlei habsch nicht und mit letzterem würde ich nicht diese Karre fahren!
Selbst als mich der BGS gefilzt und die Kippen gefunden hatte, ging das völlig locker ab. Geldabdrücken, freundliche Belehrung, weiter gings.
Die Westgrenzen waren teilweise nicht ohne, aber wesentlich menschlicher.

Viele Grüße
Carsten



ABV und EK82I haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#17

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 04.04.2014 00:26
von eisenringtheo | 9.177 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #6
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #5
Die Grenzbewachung Schweiz-Deutschland war minimal und erfolgte auf der Schweizer Seite durch Patrouillen des Grenzwachtkorps (bewaffnete Zöllner).
Theo

Mal eine Frage dazu, machen die auch die Passkontrolle? Natürlich nicht auf Patrouille, aber am Grenzübergang?

Passkontrolle macht die Grenzpolizei. Das sind Dienststellen der jeweiligen Kantonspolizei. Ja nach Kanton sind das Beamte oder Angestellte. Der Zoll ist eine Bundesbehörde und das sind alles Angestellte, weil man das Beamtentum in einer Volksabstimmung im Jahre 2000 abgeschafft hat. Offenbar hatten Beamte keine grosse Sympathie beim Schweizer Stimmvolk...
Theo


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#18

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 04.04.2014 01:44
von ABV | 4.202 Beiträge
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#19

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 04.04.2014 09:13
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #14
Zitat von ABV im Beitrag #13
Die holländische Grenze zu überwachen, dürfte wohl auch sehr schwierig gewesen sein. Ich bin da mal vor einigen Jahren entlangefahren. Mal war ich in den Niederlanden und die andere Straße führte mich zurück nach Deutschland. Ohne das ich bemerkte, eine Staatsgrenze überquert zu haben.
Ich kann mich aber daran erinnern gelesen zu haben, dass es in der Stadt Herzogenrath, wo die Grenze mitten durch den Ort verläuft, sogar eine Art "Grenzmauer" gegeben hat. Natürlich hat diese jetzt nichts mit der "Berliner Mauer" zu tun! Die Mauer in Herzogenrath sollte den Schmuggel, mit was auch immer, eindämmen. Über etwaige Erfolge ist mir nichts bekannt.
Und noch etwas habe ich irgendwann mal gelesen: nach Ende des Zweiten Weltkrieges, bis in die fünziger und sechziger Jahre hinein, sollen an der Grenze zwischen der Bundesrepublik und den Niederlanden regelrechte "Sperrzonen" gegeben haben. Deutsche durften sich der Grenze nicht näheren. Eine klare Folge der Erfahrungen welche das niederländische Volk mit dem deutschen Nachbar machen musste! Seitens der Niederlande wurde sogar die Abtretung von Teilen des westlichen Münsterlandes gefordert. Ebenfalls eine späte Reaktion auf den deutschen Überfall im Zweiten Weltkrieg.

Gruß an alle
Uwe


hallo Uwe das mit Herzogenrath ist richtig. Die Grenze verläuft mitten durch den Ort, diese Mauer ist in der Strassenmitte und etwa kniehoch. Sieht so aus, wie auf den Autobahnen die Betonabtrennungen bei Baustellen mit verengten Fahrstreifen. Von den Sperrzonen habe ich nichts gehört. Muss dann in den Jahren nach dem Krieg gewesen sein. Als ich das erste Mal in Venlo war, ( Anf. 70erJahre ) waren wir Deutsche und vor allem unsere DMchen schon wieder herzlich willkommen.


Das habe ich auch so in Erinnerung. Es muß in den frühen 90er Jahren gewesen sein, ich glaube, bei Kerkrade. Da sind wir so eine Straße langgefahren, einen Holländer zu besuchen, den wir kennengelernt haten. War schon irgendwie faszinierend. Auch als ich die dankbare Aufgabe hatte, mit unseren Geschäftspartnern aus SE-Asien (zwei Damen und zwei Herren von Reebok) nach Paris zu fahren (1998), wurden die nicht wieder, als wir so ganz ohne Kontrolle und ohne wesentliche Geschwindigkeitsreduzierung die Grenze überfuhren. Sowas kannten die auch nicht.



Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#20

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 04.04.2014 09:48
von Gert | 12.355 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #15
Hallo Gert!
Ja, das soll gleich nach dem Krieg gewesen sein. An der polnischen Grenze soll es ja angeblich auch Minenfelder, Stacheldraht und Beobachtungstürme gegeben haben. Wohlgemerkt auf polnischer, nicht auf der DDR-Seite- Obwohl ich an dieser Grenze aufgewachsen bin, habe ich so etwas nie gesehen. Außer ein paar Beobachtungstürmen. Von denen einer, gegenüber Reitwein, noch heute erhalten ist.
Ich denke mal, dass sowohl die Niederländer als auch die Polen, in der Nachkriegszeit ganz einfach Angst vor den Deutschen hatten. Aus Sicht dieser Völker absolut verständlich! Gegenseitiges Vertrauen musste sich erst entwickeln. Durch die Abschottung der DDR, auch nach dem Osten, konservierten sich etliche Vorurteile und Klischees regelrecht. Ganz offensichtlich lief das in der Bundesrepublik weitaus besser.

Gruß Uwe


moin Uwe, das mit den Grenzsicherungen der Polen war wohl unterschiedlich. Ich schrieb es schon mal, als ich bei der 6.GBK war, hatte ich auch 6 Wochen Dienst in der GK Ahlbeck. Da sind wir zwischen Ahlbeck im Norden und Kamminke im Süden an der Grenze Streife gelaufen. Die DDR hatte keiernlei Sicherungsmassnahmen außer unserer Streife. Die Polen hatten einen Stacheldrahtzaun mit Lichtschranken ( Infrarot oder ähnlich ?)


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