#41

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 05.05.2014 19:28
von GrafKrolock | 75 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #7
Die Grenzkontrolle Deutschland-Schweiz war in meiner Erinnerung strenger als Deutschland-Frankreich. Bei den Schweizern war in den Buden an der Grenze immer einer, der sich auch interessierte, wer da kommt.

Nicht zwangsläufig. Basel B3 war und ist ab 20 Uhr unbesetzt, aber trotzdem geöffnet, nur eben nicht für Anmelde- oder Zollpflichtiges.
Zum Kanton Schaffhausen (keine Wassergrenze) gab und gibt es auch Straßenübergänge ganz ohne Häuschen, nur mit Schild, wer hier rüberdarf und wer nicht.
Bitte im Hinterkopf behalten: Schweiz ist heute zwar Schengengebiet, nicht aber EU-Zollgebiet. Somit sind die Kontrollstellen nach wie vor in Betrieb, aber es geht primär um Warenkontrolle.

Schon seit Anfang der 80er jedenfalls war Ausweiszeigen sowohl nach CH wie nach F die absolute Ausnahme.
Besucher aus der DDR, die wir nach Colmar "entführt" haben, hatten zuvor mords Muffensausen, dass sie einen Stempel in den Pass kriegen könnten. Aber natürlich stand wie immer niemand auf der Rheinbrücke.

Von daher: Die westlichen Grenzübergänge haben ihre ursprüngliche Überwachungsfunktion schon Ende der 70er weitgehend verloren. Kriminelle konnten besser per Interpol verfolgt werden, Zölle gabs mit der EG zunehmend weniger.

Allerdings kann ich mich erinnern, dass es doch ein Thema gab, das bei der Sache mit den Grenzkontrollen immer wieder zur Sprache kam: Das der Asylbewerber. Damals gab's ja bekanntlich noch nicht die Regelung mit den sogenannten sicheren Drittstaaten, d.h. ein Flüchtling konnte in einem Land Asyl beantragen und es im Misserfolgsfall einfach hinter der nächsten Grenze nochmals probieren. Ich kann mich noch erinnern, wie man immer wieder entsprechende Transporte an der Grenze stellen konnte. AFAIK war das aber auch gar nicht so sehr ein Problem der 70er und 80er, sondern kam erst nach Ende des kalten Krieges in den 90ern richtig hoch. Ob flächendeckendere Kontrollen an den Grenzübergängen an dem Problem was geändert hätten, darf man angesichts der Möglichkeit über die grüne Grenze zu gehen, auch bezweifeln.


ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.05.2014 22:38 | nach oben springen

#42

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 25.11.2014 20:15
von IM Kressin | 913 Beiträge

Die Überwachung der internationalen Grenze erfolgte durch Zoll und BGS nach ähnlichem Muster in Schichten wie an der Grenze zur DDR.

Die Einsätze erfolgten auf Anordnung des BMF nach Abstimmung durch BMI/BMF/Verbindungsbeamten der Zollverwaltung bei der Grenzschutzdirektion Koblenz.

Schulungen in grenzpolizeilichen Angelegenheiten erfolgten im Rahmen des dienstbegleitenden Unterrichts an den Heimatdienststellen durch eigene Lehrkräfte sowie beim Hauptzollamt Flensburg durch Unterrichtende des BGS/GSE mit den in Frage kommenden Vorschriften (PaßG, AuslG, StGB, Aufenthaltsgesetze, Anzeigenerstattung usw. usw.)

Zur verstärkten Grenzüberwachung wurden MZVE (Mobile Zoll-Verstärkungseinheiten) eingesetzt, die aus Grenzaufsichtsdienstbeamten der Zollkommissariate an der DDR-Grenze zusammengeführt waren.

Eine MZVE-Einheit bestand aus 5 Beamten, ausgerüstet mit Dkfz (VW-Transporter, Benzinmotor mit höherer PS-Ausstattung als an der DDR-Grenze, zusätzlichen Funkgeräten zur Kommunikation mit Polizei und BGS). Mitgeführt wurde die Ausrüstung der Grenzbeamten wie an der DDR-Grenze die Regel. Ein Zkom stellte 3 MZVE-Einheiten.

Die Einsatzdauer war befristet auf 14 Tage, Teilnehmer pro Einsatz: 45 Beamte,
Einsatzleiter war ein Beamter des mittleren Dienstes (BzbV des Zkom) der abermals unterstützt wurde durch eingeteilte aB (aufsichtführende Beamte) einer MZVE-Einheit.
Die aB führten Dienstbuch, und waren mit gleichartigen Aufgaben wie an ihren Heimatdienststellen eingesetzt.

40-50 Überstunden waren an der Tagesordnung, die Hälfte wurde vergütet, die andere Hälfte mit Dienstausgleich an der Heimatdienststelle abgegolten.

Beherbergt waren die GAD-Beamten in bundeseigenen Wohnungen, durch den Bund angemietete Pensionen oder Hotels (in einfacher Ausstattung).

Nach Eintreffen am Einsatzort erfolgte die Begrüßung mit Besprechung und Einweisung in Einsatzräume und Grenzzollämter durch den zuständigen ZKom.

Die MZVE-Einheit verrichtete den Dienst mit einem Stammbeamten der GASt des regionalen
Kommissariats.

Die Dislozierung der Grenzzollstellen an der I-Grenze ähnelte den Erweiterungen mit großen und kleinen Ämtern nach der Grenzöffnung 1989 an der Grenze zur DDR.

Schwerpunkte waren Kontrollen zur Ahndung von Verstößen hinsichtlich des BtMG und der bereits geschilderten Grundlagen (siehe in Frage kommende Vorschriften).

Abgesehen von Autobahngrenzzollstellen existierten zahlreiche, unbedeutende und befristet besetzte kleine, mit oder ohne Schranke versehene Übergangsstellen, die sporadisch durch MZVE und örtliche GASten während der Nachtstunden besetzt wurden.

Die ebenso zahlreichen, unbewachten Wirtschaftswege möchte ich nur wegen der Vollständigkeit erwähnen. Diese Wege wurden in aller Regel von ortsansässigen Bewohnern genutzt, um sich größere Umwege, innerhalb und außerhalb der Öffnungszeiten zu ersparen.

Personen, deren Identität nicht vor Ort festgestellt werden konnte, wurden für erkennungsdienstliche Maßnahmen dem GSE übergeben.

Einsätze wurden ebenso abgestimmt und koordiniert durch die ZFA (Zollfahndung). Wir erhielten während meines letzten Einsatzes an der holländischen Grenze Kfz-Kennzeichen übermittelt, welche für den Schmuggel geringer Mengen BtM. verwendet wurden.

Darüber hinaus hatte die Fahndung Kenntnis vom Transport einer größeren Lieferung, die parallel mit der Kleinmenge in einem anderen Fahrzeug ins Bundesgebiet über den von uns bewachten Grenzübergang gelangen sollte.

Ziel war es, dieses Fahrzeug zu kontrollieren und den Kleindealer festzusetzen, was auch gelang.

Der Fahrer mit der größeren Menge wähnte sich in Sicherheit und passierte die Grenzabfertigung unbehelligt. Die weitere Observation und Verfolgung erfolgte durch Kollegen der ZFA.

Ich konnte nicht ahnen, daß dieser Einsatz mit der MZVE im Juli 1989 gleichzeitig meine letztmalige, endgültiger Verwendung in diesem Bereich darstellte.

Die folgenden, weiteren Ereignisse des Jahres 1989 sollten das bisher Erlebte noch übertreffen.


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
Schlutup, 94 und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#43

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 27.11.2014 19:02
von zoll (gelöscht)
avatar

Es gab an den Grenzen der Bundesrepublik zu ihren Nachbarn im Norden, Westen und Süden bis zum Eintritt des Schengen Abkommens Grenzkontrollen durch Zoll und/oder BGS.
Ob an der jeweiligen Grenze nun Zöllner oder BGS-Beamte standen, kam darauf an wie stark frequentiert solch ein Übergang war. War an einem Übergang wenig Verkehr oder immer die gleichen Verkehre (Berufspendler, bäuerlicher Verkehr usw) so war dort meist nur der Zoll vorhanden. Diese Beamten nahmen auch grenzpolizeiliche Aufgaben des BGS war. Umgekehrt war es aber genau so. Es konnte also passieren, dass man an einem Übergang nur eine Kontrolleinheit vorfand.
An großen und stark frequentierten Straßenübergängen waren immer beide Kontrolleinheiten anwesend. Der BGS für die grenzpolizeilichen Angelegenheiten und der Zoll für den Warenverkehr.
Die grüne Grenze wurde von Streifen des Zollgrenzdienstes überwacht. Zu Fuß mit/ohne Hund und motorisiert. Im Laufe der Jahre wurde diese Kontrolle aber immer weniger. Die Kaffeepreise haben sich allmählich angeglichen und der Reiz war dann dahin. Zigarettenschmuggel lohnte sich allenfalls noch. Das es an der holländisch-deutschen Grenze wegen Kaffeeschmuggels auch Schießereien gab dürfte allgemein bekannt sein.
Die Grenze und die Grenzkontrollstellen wurden in der Regel 24 Stunden überwacht, kleinere Übergänge aber zeitlich nur begrenzt geöffnet. Der Schlagbaum war dann unten. Kein Verkehr!
An der bayerische Grenze zur CSSR und Österreich war es natürlich bayrisch geregelt. Statt BGS gab es dort die bayerische Grenzpolizei. Die Grenzpolizisten kontrollierten ganz besonders die Fahrzeuge aus dem Ostblock und der Türkei. Auch EU-Fahrzeuge lagen im Focus, was u. a. auch die Verkehrssicherheit betraf.
Zöllner kontrollierten an gemeinsam betriebenen Übergängen den Warenverkehr, oder war der Verkehr nur sehr gering, so wurden auch Aufgaben für die Grenzpolizei erledigt.
Im Raum der damaligen EWG wurde die Personenkontrolle zwischen den ausländischen Grenzen ziemlich lasch gehandhabt. Ich bin im Reiseverkehr, ob nun nach Westen, Süden oder Norden nie, ich betone nie, von den ausländischen Kotrollorganen angehalten worden. Ein langsames Durchfahren des Kontrollbereich genügte und ich wurde durch gewunken. Ganz anders war es allerdings bei der Einreise in die Bundesrepublik. Die Herren vom BGS und der bayerischen GP haben immer ihre Hand aufgehalten. Kein Trinkgeld, nein, die Ausweise bitte.
Na ja, über die Praxis an der innerdeutschen Grenze brauche ich den Männern von der GT nichts erzählen. Vielleich doch eine Begebenheit. Es war 1971, eine Weiterbildung in Berlin war angesagt und weil die Zollverwaltung mal wieder sparen wollte, verfrachtete sie uns mit einem Bus dorthin. Das Ergebnis war, Aufenthaltsdauer an der GÜSt Marienborn 4 Stunden, an der GÜSt Drewitz (hoffentlich ist das der richtige Name) durften wir noch einmal 3,5 Std. warten. Warum, dass weis nur der Himmel und die PKE.
So, das wars erst einmal. Wenn noch Fragen sind beantworte ich sie gern.


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#44

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 16:37
von Krelle (gelöscht)
avatar

Zitat von IM Kressin im Beitrag #42
Die Überwachung der internationalen Grenze erfolgte durch Zoll und BGS nach ähnlichem Muster in Schichten wie an der Grenze zur DDR.

Die Einsätze erfolgten auf Anordnung des BMF nach Abstimmung durch BMI/BMF/Verbindungsbeamten der Zollverwaltung bei der Grenzschutzdirektion Koblenz.

Schulungen in grenzpolizeilichen Angelegenheiten erfolgten im Rahmen des dienstbegleitenden Unterrichts an den Heimatdienststellen durch eigene Lehrkräfte sowie beim Hauptzollamt Flensburg durch Unterrichtende des BGS/GSE mit den in Frage kommenden Vorschriften (PaßG, AuslG, StGB, Aufenthaltsgesetze, Anzeigenerstattung usw. usw.)

Zur verstärkten Grenzüberwachung wurden MZVE (Mobile Zoll-Verstärkungseinheiten) eingesetzt, die aus Grenzaufsichtsdienstbeamten der Zollkommissariate an der DDR-Grenze zusammengeführt waren.

Eine MZVE-Einheit bestand aus 5 Beamten, ausgerüstet mit Dkfz (VW-Transporter, Benzinmotor mit höherer PS-Ausstattung als an der DDR-Grenze, zusätzlichen Funkgeräten zur Kommunikation mit Polizei und BGS). Mitgeführt wurde die Ausrüstung der Grenzbeamten wie an der DDR-Grenze die Regel. Ein Zkom stellte 3 MZVE-Einheiten.

Die Einsatzdauer war befristet auf 14 Tage, Teilnehmer pro Einsatz: 45 Beamte,
Einsatzleiter war ein Beamter des mittleren Dienstes (BzbV des Zkom) der abermals unterstützt wurde durch eingeteilte aB (aufsichtführende Beamte) einer MZVE-Einheit.
Die aB führten Dienstbuch, und waren mit gleichartigen Aufgaben wie an ihren Heimatdienststellen eingesetzt.

40-50 Überstunden waren an der Tagesordnung, die Hälfte wurde vergütet, die andere Hälfte mit Dienstausgleich an der Heimatdienststelle abgegolten.

Beherbergt waren die GAD-Beamten in bundeseigenen Wohnungen, durch den Bund angemietete Pensionen oder Hotels (in einfacher Ausstattung).

Nach Eintreffen am Einsatzort erfolgte die Begrüßung mit Besprechung und Einweisung in Einsatzräume und Grenzzollämter durch den zuständigen ZKom.

Die MZVE-Einheit verrichtete den Dienst mit einem Stammbeamten der GASt des regionalen
Kommissariats.

Die Dislozierung der Grenzzollstellen an der I-Grenze ähnelte den Erweiterungen mit großen und kleinen Ämtern nach der Grenzöffnung 1989 an der Grenze zur DDR.

Schwerpunkte waren Kontrollen zur Ahndung von Verstößen hinsichtlich des BtMG und der bereits geschilderten Grundlagen (siehe in Frage kommende Vorschriften).

Abgesehen von Autobahngrenzzollstellen existierten zahlreiche, unbedeutende und befristet besetzte kleine, mit oder ohne Schranke versehene Übergangsstellen, die sporadisch durch MZVE und örtliche GASten während der Nachtstunden besetzt wurden.

Die ebenso zahlreichen, unbewachten Wirtschaftswege möchte ich nur wegen der Vollständigkeit erwähnen. Diese Wege wurden in aller Regel von ortsansässigen Bewohnern genutzt, um sich größere Umwege, innerhalb und außerhalb der Öffnungszeiten zu ersparen.

Personen, deren Identität nicht vor Ort festgestellt werden konnte, wurden für erkennungsdienstliche Maßnahmen dem GSE übergeben.

Einsätze wurden ebenso abgestimmt und koordiniert durch die ZFA (Zollfahndung). Wir erhielten während meines letzten Einsatzes an der holländischen Grenze Kfz-Kennzeichen übermittelt, welche für den Schmuggel geringer Mengen BtM. verwendet wurden.

Darüber hinaus hatte die Fahndung Kenntnis vom Transport einer größeren Lieferung, die parallel mit der Kleinmenge in einem anderen Fahrzeug ins Bundesgebiet über den von uns bewachten Grenzübergang gelangen sollte.

Ziel war es, dieses Fahrzeug zu kontrollieren und den Kleindealer festzusetzen, was auch gelang.

Der Fahrer mit der größeren Menge wähnte sich in Sicherheit und passierte die Grenzabfertigung unbehelligt. Die weitere Observation und Verfolgung erfolgte durch Kollegen der ZFA.

Ich konnte nicht ahnen, daß dieser Einsatz mit der MZVE im Juli 1989 gleichzeitig meine letztmalige, endgültiger Verwendung in diesem Bereich darstellte.

Die folgenden, weiteren Ereignisse des Jahres 1989 sollten das bisher Erlebte noch übertreffen.





"IM Kressin", ich glaube, wir waren auf derselben MZVE. Raum Nordhorn (Schorsch vom ZKom Ratzeburg als Leiter der MZVE).
Ich habe noch ein paar Fotos von Grenzübergängen an der deutsch-niederländischen Grenze, deren Namen ich nicht mehr weiß.
Vielleicht erinnerst Du Dich daran oder ein anderer aus dem Forum.

Das Gruppenfoto von der Mobilen Zollverstärkungs-Einheit habe ich aus Datenschutzgründen unscharf maskiert.

Angefügte Bilder:
ABV, Gert und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.12.2014 19:33 | nach oben springen

#45

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 18:21
von ABV | 4.202 Beiträge

Hat denn überhaupt jemand an der deutsch-niederländischen Grenze die Übergänge benutzt? Vor ein paar Jahren war ich mal in diesem Gebiet unterwegs. Ich fand es einfach faszinierend, plötzlich in den Niederlanden zu sein, ohne zu merken über eine Grenze gefahren zu sein. Um dann nach ein paar Kilometern wieder ein deutsches Ortsschild zu sehen, wiederum ohne den Übertritt wahrzunehmen. So stellt man sich eine Grenze in Europa vor. Bei uns an der Oder wäre das schon wegen den natürlichen Gegebenheiten unmöglich. Spätestens wenn einem plötzlich Fische entgegenkommen, ist man vom rechten Weg abgekommen.
Aber mal im Ernst: die deutsch-niederländische Grenze ist ein Musterbeispiel für eine jahrhundertelang gewachsene Region. Deren Bewohner schon immer friedlich miteinander lebten und nicht selten familiär " verbandelt" waren.
Auf der polnischen Grenze lastet ja bekanntlich die Hypothek, dass die Region beiderseits dieser Grenze bis vor einem guten Menschenalter noch zu Deutschland gehörte. Einige eng mit der deutschen Geschichte verbundene Orte liegen damit heute im Ausland.
Mir persönlich geht es ja auch nicht anders: auf dem Weg zum Dienst fahre ich an der östlichen Seite der Staatsgrenze, von Kostrzyn nach Slubice und damit durch eine Region in der meine Familie jahrhundertelang lebte. Etliche Dörfer stehen mit meiner eigenen Familiengeschichte im engen Zusammenhang. Und trotzdem befinde ich mich im Ausland! Mittlerweile habe ich mich an diesen eigentlich schizophrenen Zustand gewöhnt.
Die Vergangenheit kann ohnehin keiner mehr zurückholen. Jetzt kommt es vielmehr darauf an , die Fehler anderer Generationen nicht mehr zu wiederholen.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


IM Kressin und lhsecurity haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#46

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 18:39
von Krelle (gelöscht)
avatar

Ja, da lagen doch "Welten" zwischen den "normalen" Grenzen und der Grenze zur DDR. Wie "relaxt" es an der deutsch-niederländischen oder der deutsch-dänischen Grenze zuging, habe ich ja im Rahmen meiner MZVE-Einsätze bzw. der Ausbildung selbst erfahren können.
Übrigens: das Zollamt PADBORG, an dem ich viele Tag- und Nachtdienststunden während meiner Ausbildung verrichtete, lag bereits auf dänischem Gebiet. Anbei Fotos von einigen Zolldienststellen / Grenzübergängen an der deutsch-dänischen Grenze. Darunter der kleinste Übergang zwischen der BRD und Danmark ("Schusterkate" in Wassersleben)

Angefügte Bilder:
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.12.2014 14:16 | nach oben springen

#47

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 20:24
von Krelle (gelöscht)
avatar

Ich habe das komische Gefühl, dass sich nur wenige Leute für den Zoll bzw. für "diese" Themen interessieren.
Manchmal - auch jetzt - frage ich mich, ob ich "hier" überhaupt noch "richtig" bin.
Ich trete dann mal wieder zurück.... und lese mehr, als dass ich schreibe.

Nachtrag vom 7.12.2014: bin wieder einen Schritt vorgetreten (hatte wohl einen kleinen "Schwächeanfall... )


zuletzt bearbeitet 07.12.2014 14:13 | nach oben springen

#48

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 20:33
von eisenringtheo | 9.169 Beiträge

Zitat von Krelle im Beitrag #47
Ich habe das komische Gefühl, dass sich nur wenige Leute für den Zoll bzw. für "diese" Themen interessieren.
Manchmal - auch jetzt - frage ich mich, ob ich "hier" überhaupt noch "richtig" bin.
Ich trete dann mal wieder zurück.... und lese mehr, als dass ich schreibe.



Und woher kommt das Gefühl???
Theo


nach oben springen

#49

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 20:43
von passport | 2.629 Beiträge

Zitat von Krelle im Beitrag #47
Ich habe das komische Gefühl, dass sich nur wenige Leute für den Zoll bzw. für "diese" Themen interessieren.
Manchmal - auch jetzt - frage ich mich, ob ich "hier" überhaupt noch "richtig" bin.
Ich trete dann mal wieder zurück.... und lese mehr, als dass ich schreibe.





Hallo @Krelle

Immerhin bei 47 Beiträgen 3134 Zugriffe ist doch nicht schlecht, oder ?

Es ist nur so das bei speziellen Themen wie z.B. Zoll, BGS, GSE bzw. PKE eben nur die Insider über Kenntnisse verfügen die viele der anwesenden User nicht haben. Bei mir war es so das ich erst am 21.01.1990 Kontakt mit Angehörigen von GSE und GZD bekam.


passport


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#50

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 21:14
von frank55 | 55 Beiträge

Zitat
Lasst bitte einen früheren VOPO nicht dumm sterben



Hab so das Gefühl hier im Forum .. viele trauern ihren üblen Job nach .. Gerade die .. Vo.. waren im Grenzsperrgebiet die Schlimmsten .. Eigendlich müssten hier einige ganz still sein denn wenn das andere wüssten ......................


nach oben springen

#51

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 21:16
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Hallo Krelle, der Zoll ist für mich genau so interessant wie der BGS. Es gab aber m. E. nach doch einige Unterschiede im Auftreten. Das Auftreten der BGS Beamten habe ich immer als sehr Korrekt empfunden, bei den Zoll Beamten war das nicht immer so. Da wurden schon mal Zigaretten oder Schokolade über den Zaun geworfen und zum Umtrunk eingeladen. Unangenehme Erinnerung habe ich an eine Begebenheit bei der ein Zollbeamter im Raum Asbach einer Schulklasse lautstark erzählt hat: " Seht sie euch an, das sind Russen und vorige Woche haben sie auf einen geschossen." Da habe ich mich auch gefragt, was die so in ihrer Thermoskanne hatten. Wie gesagt, dass ist eine Momentaufnahme.

Der Hesselfuchs


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.12.2014 21:17 | nach oben springen

#52

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 21:17
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Krelle im Beitrag #47
Ich habe das komische Gefühl, dass sich nur wenige Leute für den Zoll bzw. für "diese" Themen interessieren.
Manchmal - auch jetzt - frage ich mich, ob ich "hier" überhaupt noch "richtig" bin.
Ich trete dann mal wieder zurück.... und lese mehr, als dass ich schreibe.




Schreibt doch was über euren Dienst an der Grenze . ratata


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.12.2014 21:32 | nach oben springen

#53

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 21:20
von Gelöschtes Mitglied
avatar

[quote=ratata|p420243][quote=Krelle|p420217]Ich habe das komische Gefühl, dass sich nur wenige Leute für den Zoll bzw. für "diese" Themen interessieren.
Manchmal - auch jetzt - frage ich mich, ob ich "hier" überhaupt noch "richtig" bin.
Ich trete dann mal wieder zurück.... und lese mehr, als dass ich schreibe.

Nicht die Flinte ins Korn werfen .ratata


nach oben springen

#54

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 21:23
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Hallo Ratata, was heißt hier die Flinte ins Korn werfen.

Bei uns wurde immer gesungen: " Lass doch die Flinte im Spinde verrosten, wir fahren mit der Reichsbahn auf staatseigene Kosten. Wir fahren nach Hause in eine bessere Zeit und die nach uns kommen tun uns heute schon leid.

Der Hesselfuchs


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#55

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 21:29
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Merlini im Beitrag #54
Hallo Ratata, was heißt hier die Flinte ins Korn werfen.

Bei uns wurde immer gesungen: " Lass doch die Flinte im Spinde verrosten, wir fahren mit der Reichsbahn auf staatseigene Kosten. Wir fahren nach Hause in eine bessere Zeit und die nach uns kommen tun uns heute schon leid.

Der Hesselfuchs


Kenne ich doch .

Aber da wir gerade beim singen sind . Am :::::::::::: Bahnhof ein Grenzsoldat stand , der hielt seinen Koffer ganz fest in der Hand . Er grüßt keinen Kapo keinen Hauptmann nicht mehr , Parole heißt Heimat , hier nicht wieder her .


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#56

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 21:31
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Krelle im Beitrag #47
Ich habe das komische Gefühl, dass sich nur wenige Leute für den Zoll bzw. für "diese" Themen interessieren.
Manchmal - auch jetzt - frage ich mich, ob ich "hier" überhaupt noch "richtig" bin.
Ich trete dann mal wieder zurück.... und lese mehr, als dass ich schreibe.

Falsch, @Krelle : Ich habe in den 60er Jahren meine Ausbildung zum Speditionskaufmann gemacht und die Zolldeklaration bzw. -abfertigung gehörte zu meinen täglichen Aufgaben: Egal ob per Schiff (mit dem damals noch in Emmerich ausgestellten "Rheinmanifest"), per LKW (lange vor T1 / T2, dafür öfter mit den Carnet-TIR), Bahn oder Luftfracht am Flughafen Düsseldorf. Und wenn ich die Augen schließe, sehe ich immer noch den DGZT und das grüne "Warenverzeichnis für die Außenhandelsstatistik" (hieß das so?) vor mir. Und eine Vielzahl der unterschiedlichsten Formulare und Abfertigungsmöglichkeiten wie der aktiven oder der passiven Veredelung, dem Carnet ATA und anderen mehr.

Am Zoll und allem, was damit zusammenhängt, bin ich immer noch sehr interessiert.


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#57

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 21:41
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Hallo Ratata, ich kenne noch Lieder für ein ganzes Gesangsbuch.

nur ein Ausschnitt: " wer die Grenze hat erfunden hat an eines nicht gedacht, hätt er doch an jeden Grenzpfahl einen Bierhahn angebracht" soviel zum Alkoholverbot im Dienst und auf der GK.

Der Hesselfuchs


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#58

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 21:46
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Merlini im Beitrag #57
Hallo Ratata, ich kenne noch Lieder für ein ganzes Gesangsbuch.

nur ein Ausschnitt: " wer die Grenze hat erfunden hat an eines nicht gedacht, hätt er doch an jeden Grenzpfahl einen Bierhahn angebracht" soviel zum Alkoholverbot im Dienst und auf der GK.

Der Hesselfuchs


Wäre das nicht schön gewesen , die Bierleitung vom Westen mit Becks Bier und wir hätten ,mit Krelle , Zoll , B208 und den anderen einen Saufen können . ratata


nach oben springen

#59

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 21:50
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Ich habe die Einladung vom Zoll mehr als einmal abgeschlagen. Lasse mich beim Bier trinken nicht gerne Beobachten. Außerdem hatten die nicht das damals begehrte Glockenhell aus Apolda.

Der Hesselfuchs


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#60

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 06.12.2014 21:54
von Gelöschtes Mitglied
avatar

@Krelle , der Grenzübergang PADBORG sah vor drei Jahren aber noch fast genauso aus . Nur etwas weniger Grün , bin da immer nach Römö und dann nach Sylt mit der Fähre . ratata


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen



Besucher
17 Mitglieder und 67 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 3196 Gäste und 201 Mitglieder, gestern 3810 Gäste und 192 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14366 Themen und 557664 Beiträge.

Heute waren 201 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen