#21

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 04.04.2014 14:39
von ABV | 4.202 Beiträge

@Gert : der von dir erwähnte Sperrzaun bei Ahlbeck hat offenbar noch bis zum Schengen-Beitritt Polens, im Jahre 2007, gestanden. Es gab ihn zumindest noch in den Neunziger Jahren. Ich kann mich an einen Bericht bei "Spiegel-TV" erinnern. Dort wurde von dem besagten Zaun berichtet. Immer wenn "illegale Einwanderer" oder wer auch immer den Zaun in Richtung Deutschland überwinden wollte, löste das beim Diensthabenden der polnischen Grenzwache Alarm aus. Also so ähnlich wie die Signalzäune an der ehemaligen Westgrenze der DDR.
Jedenfalls informierte der polnische Grenzschutz bei jeder Auslösung umgehend den Bundesgrenzschutz. Viele Auslösungen hat es dort oben aber anscheinend nicht gegeben. Das Kamerateam erwischte einen in einer Sanddüne abgeparkten BGS-Bully. Dessen Besatzung selig dem Feierabend entgegen schnarchte. Über die heimlich gedrehten Bilder dürften die Kollegen ganz sicher nicht glücklich gewesen sein!
Meines Wissens nach stellt der besagte Grenzzaun in der Gesamtheit der früheren Staatsgrenze zwischen der DDR und Polen, eine absolute Ausnahme dar. Normalerweise gab es dort keinerlei Sperranlagen. Außer den natürlichen "Sperranlagen" wie Oder und Neiße.

Aber jetzt wieder zurück zu den Westgrenzen der "alten" Bundesrepublik:
Für mich gibt es einen weiteren fulminanten Unterschied zu den Grenzen der DDR: diese Grenzen bestehen in aller Regel bereits seit Jahrhunderten. Sie sind geschichtlich begründet und wurden nicht von "Siegern" willkürlich gezogen! An diesen Völkern entwickelte sich im Laufe der Zeit ein enges Miteinander, dass eine strenge Grenzüberwachung von vornherein überflüssig machte. Die Bundesrepublik grenzte an Staaten, die über ein beinahe identisches Wirtschaftssystem mit einem annähernd gleichen Wohlstandsniveau. Darüberhinaus gab es dort, auf Grund des langen Miteinanders an diesen Grenzen, relativ starke persönliche Kontakte.
Gegenwärtig erleben wir erst jetzt und nicht etwa in der DDR, an der deutsch-polnischen Grenze eine Annäherung der Bevölkerung. Bei uns im Ort wohnen beispielsweise immer mehr Polen. Während sich Deutsche auf der anderen Seite der Oder niederlassen. Grenzgebiete, nicht zu verwechseln mit Sperrgebieten, leben ja von der Durchmischung der Bevölkerung. Echte Grenzstädte erkennt man daran, dass man auf den Straßen, beim Einkauf oder wo auch immer, beide Sprachen hört. Und spricht! Allmählich, ganz langsam, verschwinden die gegenseitigen Klischees aus den Köpfen. Wobei, auf Grund der ansteigenden Kriminalität, gegenwärtig in dieser Hinsicht eher ein Rückschritt zu beobachten ist!

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#22

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 04.04.2014 16:14
von willie | 613 Beiträge

Ich hab hier mal einen Auszug aus dem damaligen BGSG (Bundesgrenzschutzgesetz):

Neben dem Schutz der Innerdeutschen Grenze hatte der Bundesgrenzschutz folgende Aufgaben:
Grenzpolizeilicher Schutz des Bundesgebietes: polizeiliche Überwachung der Grenzen zu Lande, zu Wasser und aus der Luft; polizeiliche Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs einschließlich der Überprüfung der Grenzübertrittspapiere und der Berechtigung zum Grenzübertritt sowie der Grenzfahndung; die Abwehr von Gefahren, die die Sicherheit der Grenzen beeinträchtigen, im Grenzgebiet bis zu einer Tiefe von 30 km und von der seewärtigen Begrenzung an bis zu einer Tiefe von 50 km

Die Grenzen zu den westlichen Nachbarländern wurden auch vom BGS überwacht. Durch die grenzpolizeilichen Kontrollen an den Grenzübergangsstellen, auch durch Kfz-Streifen im grenznahen Bereich und entsprechende Kontrollen. Zusätzlich gab es auch Kräfte des Zolls im entsprechenden Zollgrenzbereich.
Der BGS verrichtete diese Tätigkeiten in der Regel durch Kräfte des Grenzschutzeinzeldienstes an den Grenzübergangsstellen und durch Kräfte
des Grenzschutzkommandos West.

Ich selber habe während meines 2.ten Ausbildungsjahres an einer 2 tägigen Ausbildung im Bereich des damaligen Grenzüberganges Aachen-Nord
teilgenommen. Diese bestand durch Verlegung der Kräfte mittels Hubschrauber (Puma) von Bad Hersfeld nach Aachen. Am Grenzübergang wurden von uns Paßkontrollen sowie Fahrzeugkontrollen durchgeführt. Dabei wurden überwiegend Lkw`s auf Verkehrssicherheit überprüft. So kam es bei einem Autotransporter aus Holland zu einer Untersagung der Weiterfahrt da das Fahrzeug mit einem etwa 1 cm breiten Rahmenriß und mehreren total abgefahrenen Reifen in die Bundesrepublik einreisen wollte.
Das Ende vom Lied war, daß der Fahrer des Lkw`s nach mehreren Telefongesprächen mit seinem Chef ein verkehrstüchtiges Fahrzeug anforderte.
Dieses traf dann am nächsten Tag ein und wurde nach genauer Inaugenscheinnahme mit den acht Fahrzeugen des stillgelegten Lkw´s beladen.
Der von uns stillgelegte Lkw wurde später wieder zurückgeschleppt.

Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
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#23

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 04.04.2014 17:55
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #21
@Gert : der von dir erwähnte Sperrzaun bei Ahlbeck hat offenbar noch bis zum Schengen-Beitritt Polens, im Jahre 2007, gestanden. Es gab ihn zumindest noch in den Neunziger Jahren. Ich kann mich an einen Bericht bei "Spiegel-TV" erinnern. Dort wurde von dem besagten Zaun berichtet. Immer wenn "illegale Einwanderer" oder wer auch immer den Zaun in Richtung Deutschland überwinden wollte, löste das beim Diensthabenden der polnischen Grenzwache Alarm aus. Also so ähnlich wie die Signalzäune an der ehemaligen Westgrenze der DDR.
Jedenfalls informierte der polnische Grenzschutz bei jeder Auslösung umgehend den Bundesgrenzschutz. Viele Auslösungen hat es dort oben aber anscheinend nicht gegeben. Das Kamerateam erwischte einen in einer Sanddüne abgeparkten BGS-Bully. Dessen Besatzung selig dem Feierabend entgegen schnarchte. Über die heimlich gedrehten Bilder dürften die Kollegen ganz sicher nicht glücklich gewesen sein!
Meines Wissens nach stellt der besagte Grenzzaun in der Gesamtheit der früheren Staatsgrenze zwischen der DDR und Polen, eine absolute Ausnahme dar. Normalerweise gab es dort keinerlei Sperranlagen. Außer den natürlichen "Sperranlagen" wie Oder und Neiße.


Gruß an alle
Uwe




Die polnischen Anlagen muss es auch nach 2007 noch gegeben haben. Die BGS Beamten wurden dort oben immer mal von der polnischen Seite informiert das ihre Anlage ausgelöst hat. Die BGS Streife wurde dann in diesen Bereich zum Einsatz gebracht und der Zoll hat genau an der entgegengesetzten Richtung die Illegalen aufgegriffen. Das ist ein paar mal so gewesen, danach hat man die Infos der Polen ignoriert.


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zuletzt bearbeitet 04.04.2014 17:56 | nach oben springen

#24

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 04.04.2014 21:38
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #12
Zitat von Mike59 im Beitrag #9
Schön das da Beiträge kommen von Usern welche diese Grenze passierten.
Des Pudels Kern?

Zitat
Kam es an den westlichen Grenzen der Bundesrepublik zu spektakulären Vorkommnissen? Nach welchen Richtlinien verlief der Dienst der dortigen Grenzüberwachungsorgane? Gab es illegale Grenzübertritte? Wenn ja, wie ging man mit ertappten "Grenzverletzern" um?

Ihr lieben Kollegen von BGS und Zoll, jetzt seid ihr gefragt. Lasst bitte einen früheren VOPO nicht dumm sterben.


Gute Nacht

@Mike59
also ich war kein Grenzer an der holländischen Grenze. Aber von Grenzverletzern hab ich nie gehört. Da hatte es niemand nötig, abseits der Strassen oder Eisenbahnlinien die Grenze zu passieren. Natürlich passten die am Kontrollpunkt auf, aber sehr oft konntest du in Schrittgeschwindigkeit vorbei rollen, der BGS winkte lässig durch. Ich glaube schon, dass sie einen Blick dafür hatten, wer ihre "Kunden" waren und diese dann näher betrachteten.
Die Grenze war völlig unbefestigt auch von holländischer Seite. Da konntest du einfach übern Acker oder durch den Wald in das andere Land laufen. Das war aber auch illegal, man war angehalten, die Übergänge zu nutzen.Ich hörte davon, das der Zoll Hinterlandkontrollen machte, selbst nicht erlebt



Rot: Ja Danke, kenn ich zu genüge. Als Langhaariger aus Holland kommend war man regelmäßig "fällig".......... Nur gefunden haben sie nie was .....


Intellektuelle spielen Telecaster
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#25

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 05.04.2014 10:04
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

Persönlich erlebt haben diese Grenze die meisten aus der DDR erst in der Neuzeit - so auch ich.

Wir waren z. B. im Elaß. Solch eine Grenze und Nachbarschaft ist wirklich eine Freude.

Das hätten die Bewohner entlang unserer Ostgrenze gewiß auch gern.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#26

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 30.04.2014 18:25
von Fortuna2013 | 25 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #1
Über die Grenzen der DDR, insbesondere zu Westberlin und zur Bundesrepublik und den dort herrschenden Grenzregime wurde und wird viel geschrieben und diskutiert. Selbst wer diese mehr oder weniger spurlos verschwundenen Staatsgrenzen nie mit eigenen Augen sah, weiß wenigstens in Grundzügen über deren Aufbau, den Sicherungsmaßnahmen und über Vorkommnisse Bescheid.
Wie sah es denn aber an den westlichen. nördlichen und südlichen Grenzen der Bundesrepublik aus? Wurden diese Grenzen von BGS und Zoll überwacht? Oder beschränkte sich deren Präsenz ausschließlich auf die Grenzübergangsstellen? Was aus meiner Sicht keinen Sinn ergibt! Grenzübergänge verlieren zwangsläufig ihre Filterfunktion bei der Kriminalitätsbekämpfung, wenn diese Grenze ungehindert auch an jedem anderen Ort überschritten werden kann!
Kam es an den westlichen Grenzen der Bundesrepublik zu spektakulären Vorkommnissen? Nach welchen Richtlinien verlief der Dienst der dortigen Grenzüberwachungsorgane? Gab es illegale Grenzübertritte? Wenn ja, wie ging man mit ertappten "Grenzverletzern" um?

Ihr lieben Kollegen von BGS und Zoll, jetzt seid ihr gefragt. Lasst bitte einen früheren VOPO nicht dumm sterben.

Viele Grüße an alle
Uwe



Hallo Uwe;

ich habe von 1978-1984 im Grenzabschnitt Gifhorn (Niedersachsen) Dienst versehen. Gegenüber lag der Abschnitt von Nord=Radenbeck bis Süd= Grasleben. Der BGS Gifhorn hatte seinen Bereich in drei Abschnitte eingeteilt, welche sich überlappten. Die Streifentätigkeit war zeitgleich immer nur in einem Abschnitt, es sei denn, eine Kontrollstreife war auch unterwegs. Der Dienst vor Ort an der DML war ca. 8-9 Stunden und wechselte von motorisierter Abfahrt mit Haltepunkten über Fußstreifen in sehr unzugänglichen Abschnitten. In der Regel waren die Streifen mit 3-4 Beamten besetzt. Führungen von Besuchergruppen und Einweisungen von neuen Kräften gehörten auch zum Aufgabenfeld. In der Regel war damals der VW-Buli das Fahrzeug der Wahl, da der praktisch überall (bei guten fahrerischen Fähigkeiten) hinkam. Vereinzelt, im Winter, auch mal der VW 181 (Kübel) oder für die K-Streife der Mercedes GE oder VW Passat Kombi. Es war ein offener Beobachtungsdienst (Aufklärung) bei dem die Gegenseite nicht provoziert werden sollte. Kontaktaufnahme mit dem Grenzzolldienst war auf der Streife üblich und sehr beliebt. Grundsätzlich wurden alle Bewegungen (Luft und Land) beobachtet und im Streifenbefehl dokumentiert. Falls Fragen, einfach mailen. Viele Grüße Michael


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#27

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 30.04.2014 18:43
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Darf ich auch mal eine Frage stellen? Wie war das beim BGS, war im Ernstfall auch eine militärische Grenzverteidigung vorgesehen? Wenn ja, mit welchen Mitteln?


Intellektuelle spielen Telecaster
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#28

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 01.05.2014 18:32
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #27
Darf ich auch mal eine Frage stellen? Wie war das beim BGS, war im Ernstfall auch eine militärische Grenzverteidigung vorgesehen? Wenn ja, mit welchen Mitteln?

Nein.

Es wurde ja im Gegensatz zur anderen Seite keine Grenze verteidigt sondern kontrolliert. Und das auch nicht rund um die Uhr.

Solche Begriffe wie "Feindwärts" gab es beim BGS nicht.



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#29

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 01.05.2014 19:25
von passport | 2.639 Beiträge

Auch wenn der BGS dem Bundesinnenministerium unterstellt und ein staatlicher paramilitärischer Verband war , besaß er lange den Kombattantenstatus. Die Länderpolizei der einzelnen Bundesländer hatte diesen Status nicht.
Dh. dem BGS war nach Völkerrecht erlaubt in kriegsmäßigen Konflikten einzugreifen und zu handeln. Daher standen den Angehörigen des BGS bei Gefangennahme entsprechend der Genfer Konvention der Status als Kriegsgefangener zu.
Im Verteidigungsfall hätte der BGS mit den eigentlichen Streitkräften militärische Aufgaben erfüllt.


passport


zuletzt bearbeitet 01.05.2014 19:47 | nach oben springen

#30

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 01.05.2014 19:28
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #27
Darf ich auch mal eine Frage stellen? Wie war das beim BGS, war im Ernstfall auch eine militärische Grenzverteidigung vorgesehen? Wenn ja, mit welchen Mitteln?

Hab ich auch noch nicht gehört, das es da eine Grenzverteidigung gab bzw. vorgesehen war. Deine Frage bezieht sich ja auf den E Fall.
Aus der Grenzüberwachung in eine Grenzverteidigung war eigentlich keine Aufgabe des BGS. So wie die meisten User hier im Forum ihn kennen gelernt haben.
Die Zeiten ändern sich eben und mit ihnen die Aufgaben.
Beim BGS der "ersten Stunde" waren die Prioritäten eventuell etwas anders.
Video: 2th ACR und BGS? bei einer Übung.
Eine solche "Verteidigungssituation" entsteht ja nicht über Nacht - die GT wurde z.B. in späterer Zeit Ihrer "Teilselbstständigkeit" verlustig und wurde dem für den Bereich verantwortlichem "richtigem" Militär (NVA/GSSD) unterstellt.
Ich kann mich noch an meine Anfangszeit erinnern - da sollte der Gegner durch die GT in der Grenzschlacht (für x+ ? sec.) gebunden werden - lächerlich.


zuletzt bearbeitet 01.05.2014 19:30 | nach oben springen

#31

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 01.05.2014 19:39
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Zitat von Zermatt im Beitrag #28
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #27
Darf ich auch mal eine Frage stellen? Wie war das beim BGS, war im Ernstfall auch eine militärische Grenzverteidigung vorgesehen? Wenn ja, mit welchen Mitteln?

Nein.

Es wurde ja im Gegensatz zur anderen Seite keine Grenze verteidigt sondern kontrolliert. Und das auch nicht rund um die Uhr.

Solche Begriffe wie "Feindwärts" gab es beim BGS nicht.


Überwacht! Nachtrag. 24 h


zuletzt bearbeitet 01.05.2014 21:06 | nach oben springen

#32

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 02.05.2014 11:45
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #29
Auch wenn der BGS dem Bundesinnenministerium unterstellt und ein staatlicher paramilitärischer Verband war , besaß er lange den Kombattantenstatus. Die Länderpolizei der einzelnen Bundesländer hatte diesen Status nicht.
Dh. dem BGS war nach Völkerrecht erlaubt in kriegsmäßigen Konflikten einzugreifen und zu handeln. Daher standen den Angehörigen des BGS bei Gefangennahme entsprechend der Genfer Konvention der Status als Kriegsgefangener zu.
Im Verteidigungsfall hätte der BGS mit den eigentlichen Streitkräften militärische Aufgaben erfüllt.


passport



Der einzige Richtige Satz.
Na die Genfer Konvention paßt auch noch so.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 02.05.2014 11:45 | nach oben springen

#33

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 02.05.2014 13:21
von passport | 2.639 Beiträge

Da darf man verschiedener Meinung sein.

Lt. Wiki .



Der Bundesgrenzschutz (BGS) war in der Bundesrepublik Deutschland eine Sonderpolizei des Bundes. Er wurde mit dem BGS-Gesetz vom 16. März 1951 gegründet und unterstand dem Bundesinnenministerium. Ursprünglich hatte der Bundesgrenzschutz nur den spezialpolizeilichen Auftrag der Grenzsicherung, erhielt dann aber zunehmend schutzpolizeiliche Aufgaben, wurde flächendeckend ausgebaut und erhielt Kompetenzen für kriminalpolizeiliche Ermittlungen. Der Bundesgrenzschutz hatte im Gegensatz zu den Länderpolizeien in weiten Teilen seiner Geschichte Kombattantenstatus.

Kombattant
(Weitergeleitet von Kombattantenstatus)

Kombattanten sind nach dem humanitären Völkerrecht Personen, die unabhängig von der Rechtmäßigkeit des Konflikts zu Kriegshandlungen berechtigt sind. Dies erlaubt dem Kriegsgegner die gezielte Bekämpfung und Tötung der uniformierten Kombattanten, ermöglicht diesen jedoch auch eine Behandlung nach den Regeln der Genfer Konventionen, beispielsweise den Status als Kriegsgefangener im Fall einer Gefangennahme.



passport


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#34

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 02.05.2014 14:05
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #33
Da darf man verschiedener Meinung sein.
(...)
passport

Das war genau geregelt.
§2b Abs.1
http://www2.bgbl.de/banzxaver/bgbl/start...5B%40attr_id%3D'bgbl165s0603.pdf'%5D__1399031968906
Theo


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#35

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 02.05.2014 14:06
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Leider wird der Link nicht richtig wiedergegeben.
Gesetz zur Ergänzung des Gesetzes über den Bundesgrenzschutz und die Einrichtung der Grenzschutzbehöden vom 11. Juli 1965.
Das Gesetz legt fest dass der BGS mit Beginn eines bewaffneten Konfliktes Teil der bewaffneten Macht der Bundesrepublik Deutschland ist.
Theo


passport hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.05.2014 14:13 | nach oben springen

#36

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 04.05.2014 14:53
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Hier etwas Input zum BGS und Spannungs- bzw. V-Fall.
Sachliche Darstellung:
http://www.cold-war.de/showthread.php/10...rteidigungsfall


"Mobility, Vigilance, Justice"
ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#37

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 04.05.2014 17:04
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Ein Beitrag aus der letzten "BUSCHO Bravo"


Dateianlage:
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#38

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 05.05.2014 10:05
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #24
Zitat von Gert im Beitrag #12
< ... cut ... >. Ich glaube schon, dass sie einen Blick dafür hatten, wer ihre "Kunden" waren und diese dann näher betrachteten.< ... cut ... >

Rot: Ja Danke, kenn ich zu genüge. Als Langhaariger aus Holland kommend war man regelmäßig "fällig"... Nur gefunden haben sie nie was .....

Kann ich bestätigen; Bei uns haben sie mal das halbe Zugabteil auseinander genommen. "Leider" konnten sie auch nix finden.

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#39

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 05.05.2014 12:44
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #14
[..]

hallo Uwe das mit Herzogenrath ist richtig. Die Grenze verläuft mitten durch den Ort, diese Mauer ist in der Strassenmitte und etwa kniehoch. Sieht so aus, wie auf den Autobahnen die Betonabtrennungen bei Baustellen mit verengten Fahrstreifen. Von den Sperrzonen habe ich nichts gehört. Muss dann in den Jahren nach dem Krieg gewesen sein. Als ich das erste Mal in Venlo war, ( Anf. 70erJahre ) waren wir Deutsche und vor allem unsere DMchen schon wieder herzlich willkommen.


Guten Tag,

Bis weit in die 1960 Jahre gab es einen Drahtzaun wie schon während des Krieges: http://anduin.kgv.nl/wiki/index.php/Bestand:Nieuwstraat.jpg

Es sollte ein Buch mit BIldern von der Tram in Aachen geben, dort sollte auch ein Bild sein mit einer Strassenbahn und diesem Zaun.

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#40

RE: Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

in Bundesgrenzschutz BGS 05.05.2014 13:04
von Stringer49 | 700 Beiträge

Guten Tag,

Es gibt eine Grenzlinie zwischen Belgien un Frankreich in der Region Lille. Ähnlich wie in Berlin trennt sie urbanisiertes Gebiet. In Belgien waren Benzin, Tabac und Schokolade preiswerter als In Frankreich. Das ist der Grund, dass der Zoll dort sehr kontrolliert hat. Die Zollbeamten schliefen in einer Art wasserfester Schlafsack an der Grenze. So konnten sie Nacht-Schmuggler erwischen. Oft ist im Garten zwischen zwei Reihen von Häusern oder in der Mitte von der Strasse die Grenze.

Für den Night Ferry zwischen London Victoria und Paris mussten die Fahrgäste vor dem Einsteigen durch eine Kontrolle gehen. In der Nacht im Schlafwagen gab es dann keine Kontrolle. Nur ein PC hat den Zug begleitet bis Dover Marine, damit niemand unterwegs bei einem Halt «schmuggelt». Die nächste Kontrolle war erst in Paris Nordbahnhof (französische Beamte).

Bis in die siebziger Jahre, gab es strenge Regeln bei Reisen von UK. Man konnte nur eine limitierte Summe von £ mitnehmen (Foreign travel allowance - wenn ich richtige entsinne, war das Ende der sechziger Jahre £ 50). Das wurde natürlich auch kontrolliert.

In der DDR gab es das auch - 100 Mark (?)
Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


zuletzt bearbeitet 05.05.2014 13:06 | nach oben springen



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