#1

Die Flucht

in Leben in der DDR 20.03.2014 09:45
von bendix | 2.642 Beiträge

Ich habe diesen Film beim Stöbern gefunden,mir war nicht bekannt das es diesen ,oder ähnliche ,Filme gab,behandelt er doch ein Thema welches eigentlich tabu war.
In einer Szene(ab 50:40) sind auch Originalaufnahmen von Grenzanlagen zu sehen,u.a. auch von einer Grenzübergangsstelle.
Weis jemand um welchen Grenzübergang es sich handelt?
http://www.veoh.com/watch/v19204213PwxWctma

Zitat
Die Flucht ist ein deutscher Spielfilm der DEFA von Roland Gräf aus dem Jahr 1977.
Oberarzt Dr. Schmith ist politisch wenig interessiert, nur im FDGB und dort nicht aktiv, geht dafür aber in seiner Arbeit mit Frühgeborenen auf. Er würde sich gerne wissenschaftlich mit Untersuchungen zur Senkung der Sterblichkeit von Frühgeborenen befassen, doch werden ihm die Mittel für eine dafür benötigte Maschine nicht genehmigt. Er befasse sich nur mit einer Randerscheinung des medizinischen Alltags, wirft ihm sein Chef vor. Frustriert beschließt Schmith, in den Westen zu fliehen. Hier wurde ihm an der Kinderklinik in Inntal ein eigener Posten und Handlungsfreiheit angeboten. Er nimmt die Stelle an und trifft letzte Vorbereitungen mit seinen Fluchthelfern. Die wollen ihn innerhalb der nächsten vier Wochen kontaktieren und ihm das Datum zur Flucht mitteilen.....
Es war der erste DEFA-Film, der das Thema der Republikflucht behandelte und es überhaupt offen ansprach.


http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Flucht_(1977)


Gruß bendix


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
hundemuchtel 88 0,5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.03.2014 09:46 | nach oben springen

#2

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 20.03.2014 11:38
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.493 Beiträge

Super!! Den kannte ich noch nicht, der Film ist sehr gesellschaftskritisch , war er verboten?
Es ist auch wieder mal gelungen eine ganze Menge von unseren DDR-Stars zu arrangieren.

Danke fürs Einstellen und noch einen schönen Tag!

gruß h.


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#3

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 20.03.2014 12:11
von bendix | 2.642 Beiträge

Vorerst wohl nicht,denn der Film erhielt laut WIKIPEDIA 1978 den Hauptpreis auf den XXI. Internationalen Filmfestspielen Karlovy Vary .
Roland Gräf und Hannes Hüttner erhielten 1978 für den Film den Heinrich-Greif-Preis I. Klasse.
Wie gesagt ,ich habe den Film nie im Kino oder Fernsehen der DDR gesehen,daher ist wohl davon auszugehen das er auf den Index gestellt wurde.

Gruß bendix


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
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#4

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 20.03.2014 12:17
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Saale-Brücke zw. Sachsenvorwerk und Göritz, einstiger Grenzübergang Rudolphstein (BY) - Hirschberg (Thr).
Aufgenommen aus dem Bereich nördlich Sparnberg.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#5

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 20.03.2014 15:01
von eisenringtheo | 9.183 Beiträge

Zitat von bendix im Beitrag #3
Vorerst wohl nicht,denn der Film erhielt laut WIKIPEDIA 1978 den Hauptpreis auf den XXI. Internationalen Filmfestspielen Karlovy Vary .
Roland Gräf und Hannes Hüttner erhielten 1978 für den Film den Heinrich-Greif-Preis I. Klasse.
Wie gesagt ,ich habe den Film nie im Kino oder Fernsehen der DDR gesehen,daher ist wohl davon auszugehen das er auf den Index gestellt wurde.

Gruß bendix


Meines Wissens ist der Film nicht verboten worden. Die Hauptfigur, Dr. Schmith, entspricht genau dem Bild, welches die offizielle DDR von potentiellen Republikflüchtlingen verbreitete, nämlich als skrupellose Egozentriker, die um eines wirtschaftlichen Vorteils über Leichen gehen:
Schmith ist ein "trauriger Held": Beruflich kommt der Einzelgänger wegen seiner Totalverweigerung der gesellschaftlichen Beteiligung nicht weiter und nimmt deshalb Kontakt mit Fluchthelfern auf. Dank der Hilfe seiner Genossen im Krankenhaus sieht es aber bald so aus, dass sich seine beruflichen Perspektiven verbessern. Der seltsame Kauz verliebt sich sogar endlich einmal richtig. Doch die Fluchthelfer lassen nicht locker und drohen, ihn zu verpfeifen. Weil er nicht ins Gefängnis will, muss er nun rasch aus der DDR verschwinden und versucht sogar, seine Freundin gegen ihren Willen mitzuschleppen. Die Geschichte endet böse, die Flucht misslingt natürlich.
Der Film ist zwar spannend, aber politisch vollständig korrekt (aus der sozialitischen Warte gesehen): Flucht lohnt sich nicht.
Theo


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#6

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 20.03.2014 15:44
von damals wars | 12.204 Beiträge

Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#7

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 20.03.2014 15:59
von ABV | 4.202 Beiträge

Den Film habe ich auf DVD. Die lag, vor ein paar Jahren, einer Ausgabe der SUPER-Illu bei. Zuerst habe ich beim Anschauen der DVD gedacht, dass ich buchstäblich im falschen Film wäre. Der Eindruck relativiert sich aber schnell wieder! Wie schon von anderen gesagt, wurden die Ausreisewilligen als Egoisten dargestellt. Wobei auch Fehler seitens der Verantwortlichen in den Betrieben und Kollektiven eingeräumt wurden. Aber die Hauptschuld sahen die Macher des Films bei den Ausreisewilligen.
Vollends unglaubwürdig wurde der Streifen für mich, als ein Arzt nach einer gescheiterten "Republikflucht" über ein anderes sozialistische Land, vom Kollektiv zwar heftig kritisiert wurde, jedoch anschließend weiterarbeiten konnte. Im wahren Leben hätte der Mann keinen Fuß mehr in die Tür bekommen.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#8

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 20.03.2014 16:18
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #2
... der Film ist sehr gesellschaftskritisch , war er verboten?
... also ich habe diesen Film der Grenzkompanie, in der ich 1979/80 diente, vorgeflimmert. Also kein Verbot zu dieser Zeit.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#9

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 20.03.2014 16:41
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Der Film lief damals im Kino, jedenfalls habe ich ihn dort gesehen.
Wie lange er im Kino lief weiß ich nicht mehr.
Das er dann nie im Fernsehen der DDR lief, es ist mir nicht bewußt das er dort mal gezeigt wurde, liegt wohl mehr daran das dem Film Zwei in der DDR sehr bekannte Schauspieler, Armin Müller-Stahl und Wilfried Glatzeder, abhanden kamen und nicht unbedingt das Sujet des Filmes.

Bis zu dem Punkt wo sich der Hauptheld entschließt doch nicht das Land zu verlassen finde ich den Film ziemlich realistisch in der Darstellung der angeschnittenen Probleme. In der zweiten Hälfte wird er dann unglaubwürdig und bestimmte Handlungen sind einfach nicht mehr nachzuvollziehen.

Interessant wäre aus heutiger Sicht inwieweit der hanebüchende Schluß des Filmes bzw. die filmische Auflösung des Konfliktes 'Hierbleiben oder Flucht' ein Zugeständnis der Filmemacher war um diesen Stoff überhaupt durchzubekommen.

Besonder beeindruckt hat mich der Film damals nicht. "Wiederentdeckt" habe ich ihn vor ein paar Jahren als ich mir eine DVD Box mit DEFA-Filmen mit Müller-Stahl in der Hauptrolle kaufte und der Film "Die Flucht" war nicht der Grund für die Kaufentscheidung.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#10

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 21.03.2014 12:39
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #5
Zitat von bendix im Beitrag #3
Vorerst wohl nicht,denn der Film erhielt laut WIKIPEDIA 1978 den Hauptpreis auf den XXI. Internationalen Filmfestspielen Karlovy Vary .
Roland Gräf und Hannes Hüttner erhielten 1978 für den Film den Heinrich-Greif-Preis I. Klasse.
Wie gesagt ,ich habe den Film nie im Kino oder Fernsehen der DDR gesehen,daher ist wohl davon auszugehen das er auf den Index gestellt wurde.

Gruß bendix


Meines Wissens ist der Film nicht verboten worden. Die Hauptfigur, Dr. Schmith, entspricht genau dem Bild, welches die offizielle DDR von potentiellen Republikflüchtlingen verbreitete, nämlich als skrupellose Egozentriker, die um eines wirtschaftlichen Vorteils über Leichen gehen:
Schmith ist ein "trauriger Held": Beruflich kommt der Einzelgänger wegen seiner Totalverweigerung der gesellschaftlichen Beteiligung nicht weiter und nimmt deshalb Kontakt mit Fluchthelfern auf. Dank der Hilfe seiner Genossen im Krankenhaus sieht es aber bald so aus, dass sich seine beruflichen Perspektiven verbessern. Der seltsame Kauz verliebt sich sogar endlich einmal richtig. Doch die Fluchthelfer lassen nicht locker und drohen, ihn zu verpfeifen. Weil er nicht ins Gefängnis will, muss er nun rasch aus der DDR verschwinden und versucht sogar, seine Freundin gegen ihren Willen mitzuschleppen. Die Geschichte endet böse, die Flucht misslingt natürlich.
Der Film ist zwar spannend, aber politisch vollständig korrekt (aus der sozialitischen Warte gesehen): Flucht lohnt sich nicht.
Theo



Ach, das habe ich jetzt gar nicht so empfunden, ich fand seine Figur schon differenzierter dargestellt.

Die Fluchthelfer waren sehr skrupellos dargestellt und ihr Beharren auf dem "Geschäft" am Ende, das fand ich völlig überzogen dargestellt. Aber vielleicht hat es so etwas ja gegeben, wer weiß...


eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#11

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 21.03.2014 12:39
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von damals wars im Beitrag #6





Kann man den komplett irgendwo im Netz finden?
.


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#12

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 21.03.2014 12:49
von Barbara (gelöscht)
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bevor ich es vergesse:
die Geschichte der DEFA, es kommen sehr viele Beteiligte darin zu Wort, auch wie sie gegründet wurde so kurz nach dem Krieg.
Es wird einiges an Filmen vorgestellt. Manche erinnern mich in ihrer Machart stark an die frz. "Nouvelle Vague"

Guckt mal:


Diskus303 und bendix haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#13

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 21.03.2014 15:25
von eisenringtheo | 9.183 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #10
(...)

Ach, das habe ich jetzt gar nicht so empfunden, ich fand seine Figur schon differenzierter dargestellt.

Die Fluchthelfer waren sehr skrupellos dargestellt und ihr Beharren auf dem "Geschäft" am Ende, das fand ich völlig überzogen dargestellt. Aber vielleicht hat es so etwas ja gegeben, wer weiß...





Die Figur des Dr. Schmith ist sogar sehr differenziert! Er ist mit Leib und Seele Kinderarzt, dem Beruf gehört sein ganz Leben; wenn Not am Mann in der Klinik springt er sofort ein und macht bereitwillig Überstunden. Bei den Kollegen ist er deshalb sehr geschätzt. Er hat eine schöne Wohung und ein schönes Auto. Als "Workoholic" hat er keine Zeit und auch keine Lust, sich mit anderem zu beschäftigen als mit dem Beruf. Im Rahmen seiner Tätigkeit hat er ein technisches Verfahren entwickelt, die Neugeborenenrate um die Hälfte zu senken. Für die Umsetzung des Verfahrens (Entwicklung von medizinischen Apparaten) braucht er Geld, aber die Klinik hat keines. Der Direktor will auch kein zuätzliches beantragen: Da sich Dr. Schmith gesellschaftlich überhaupt nicht betätigt und die Personalakte entsprechend schlecht aussieht, befürchtet der Direktor, "aufzulaufen" und "von oben" sogar Nachteile für die Klinik. Schmith ist frustriert und wendet sich an Fluchthelfer, in der BRD hofft er auf mehr Verständnis und auf genügend Geld für sein Projekt.
Seine Kollegen erkennen natürlich das Potential seiner Idee und bearbeiten ihn. Der Kollege Dr. Zeiske (Winfried Glatzeder) redet mit ihm und ist der Ansicht, dass man sich in einem gewissen Rahmen den gesellschaftlichen Vorstellungen anpassen muss, wenn man von der Gesellschaft selber etwas haben möchte. Die Frau des Klinikdirektors rät Dr. Schmith bei der Volkssolidarität Vorträge über die Neugeborenen zu halten. Das würde seine Chancen für seine Projekte erhöhen, und der Zeitbedarf für diese gesellschaftliche Betätigung wäre doch eher gering. Schmith schaltet aber auf stur, solche Gespräche nerven ihn nur, wie ihn auch sein Vater nervt, ein hunderprozentiger Kommunist.
Eines Tages kommt ein ehemaliger Kollege mehr oder weniger überraschend wieder zum Dienst, der während einiger Zeit verschwunden war, aber jetzt wieder arbeiten darf. Dieser wirkt sehr geknickt und gibt trotz Nachfrage nichts von sich preis, ausser dem was offiziell bekanntgegeben worden ist (Fluchtversuch). Schmith ist jetzt etwas geschockt, er weiss dass dem Kollegen während seiner Abwesenheit wohl nichts Gutes widerfahren war und hat Angst, dass es ihm auch so gehen könnte. Ihm ist nun klar: es gibt kein Zurück mehr und es darf nichts schief gehen!
In der Zwischenzeit haben die Kollegen von Dr. Schmith eingesehen, dass man ihn nicht ändern kann und sein Projekt einem führenden Wissenschafter vorgestellt. Der tschechische Professor erkennt das Protential sofort und empfiehlt es zur Förderung. Die entsprechenden Behörden in der DDR sehen auch so und der Klinikdirektor wird beauftragt, Dr. Schmith an eine Messe in die BRD zu schicken, damit dieser das Projekt westlichen Investoren schmackhaft macht.
Schmith kann nun ganz legal in die BRD reisen, er weiss nun auch, dass sein Projekt ernst genommen wird und ins Laufen kommt. Deshalb ist eine Flucht für ihn kein Thema mehr, er reist nach seiner Dienstreise wieder in die DDR zurück.
In der Klinik kommt es häufiger vor, dass junge Mitarbeiter und Mitarbeiter von der Arbeit überfordert sind und gleich wieder kündigen. Das ist besonders der Fall, wenn Kleinkinder stirben. Wegen des Personalmangels ist das ganz schlecht und Dr. Schmith kümmert sich dann sofort persönlich darum, diese Mitarbeiter zurückzuholen. So auch bei einer jungen Krankenschwester. Er verliebt sich in sie. Die Welt scheint nun für alle in Ordnung: besonders aber für Dr. Schmith und seine neue Freundin.
Und alle wären glücklich und froh, wenn nicht der Fluchthelfer wieder aufgetaucht wäre und ihm droht Schmith zu verpfeifen, wenn er nicht den vereinbarten Preis für die Fluchthilfe erstattet. Nun muss Schmith flüchten, aber will nicht mehr
Dann wird der Film etwas mühsam. Ich hatte den Eindruck, die Autoren haben die Kurve zum korrekten "sozialistischen" Ende fast nicht mehr gekriegt..
Theo


zuletzt bearbeitet 21.03.2014 15:26 | nach oben springen

#14

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 21.03.2014 15:36
von Lutze | 8.039 Beiträge

ein Fahrzeug fehlt in den letzten Sekunden
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#15

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 21.03.2014 16:20
von Batrachos | 1.549 Beiträge

Und ein ehemaliger Ellricher spielt den bösen Fluchthelfer.
Ja ja immer diese Ellricher.
Vom bösen Fluchthelfer bis zum vorbildlichen Sozialisten ist dort alles vertreten.

MFG Batrachos


Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach
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#16

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 21.03.2014 22:24
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #11
Kann man den komplett irgendwo im Netz finden?

Ja, man kann. Also wenn Du jetzt unter Netz mehr verstehst wie Youtube und Veoh. Zum Beispiel im [...] den Titel des Filmes am Stück zusammengeschrieben (also ohne Leerzeichen) und DEFA.1964 suchen. Sind 14 Teile à 100MB und part15 nochmal 13 MB als RAR verpackt. Nur weitere Hinweise würden aber gegen Forumsregel 5 und 7 verstoßen. Allerdings sind 29,90 von Suhrkamp auch 'ne Hausnummer ...
http://www.suhrkamp.de/mediathek/konrad_...a_wolf_214.html

Na wie auch immer, falls Du den Film nach (hoffentlich käuflichem !) Erwerb dann auch mal mit englischem Untertitel betrachten möchtest (so als Sachgassen-Übersetzungssprache), also das iss dann schon ein bissel legaler ... im Anhang die .SRT-Datei, einfach zu dem .AVI dazukopieren und mit VLC angucken. Die NFO vom dem, der sich die Mühe gemacht hat diesen Film für umme verfügbar zu machen, hab ich auch mal mit angehängt. Achso, die Abkürzungen ...

RAR ... http://de.wikipedia.org/wiki/RAR_%28Dateiformat%29
SRT ... http://en.wikipedia.org/wiki/SubRip
AVI ... http://de.wikipedia.org/wiki/Audio_Video_Interleave
VLC ... http://de.wikipedia.org/wiki/VLC_media_player
NFO ... http://de.wikipedia.org/wiki/NFO


Dateianlage:

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#17

RE: Die Flucht

in Leben in der DDR 24.03.2014 20:25
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #13
Zitat von Barbara im Beitrag #10
(...)

Ach, das habe ich jetzt gar nicht so empfunden, ich fand seine Figur schon differenzierter dargestellt.

Die Fluchthelfer waren sehr skrupellos dargestellt und ihr Beharren auf dem "Geschäft" am Ende, das fand ich völlig überzogen dargestellt. Aber vielleicht hat es so etwas ja gegeben, wer weiß...





Die Figur des Dr. Schmith ist sogar sehr differenziert! Er ist mit Leib und Seele Kinderarzt, dem Beruf gehört sein ganz Leben; wenn Not am Mann in der Klinik springt er sofort ein und macht bereitwillig Überstunden. Bei den Kollegen ist er deshalb sehr geschätzt. Er hat eine schöne Wohung und ein schönes Auto. Als "Workoholic" hat er keine Zeit und auch keine Lust, sich mit anderem zu beschäftigen als mit dem Beruf. Im Rahmen seiner Tätigkeit hat er ein technisches Verfahren entwickelt, die Neugeborenenrate um die Hälfte zu senken. Für die Umsetzung des Verfahrens (Entwicklung von medizinischen Apparaten) braucht er Geld, aber die Klinik hat keines. Der Direktor will auch kein zuätzliches beantragen: Da sich Dr. Schmith gesellschaftlich überhaupt nicht betätigt und die Personalakte entsprechend schlecht aussieht, befürchtet der Direktor, "aufzulaufen" und "von oben" sogar Nachteile für die Klinik. Schmith ist frustriert und wendet sich an Fluchthelfer, in der BRD hofft er auf mehr Verständnis und auf genügend Geld für sein Projekt.
Seine Kollegen erkennen natürlich das Potential seiner Idee und bearbeiten ihn. Der Kollege Dr. Zeiske (Winfried Glatzeder) redet mit ihm und ist der Ansicht, dass man sich in einem gewissen Rahmen den gesellschaftlichen Vorstellungen anpassen muss, wenn man von der Gesellschaft selber etwas haben möchte. Die Frau des Klinikdirektors rät Dr. Schmith bei der Volkssolidarität Vorträge über die Neugeborenen zu halten. Das würde seine Chancen für seine Projekte erhöhen, und der Zeitbedarf für diese gesellschaftliche Betätigung wäre doch eher gering. Schmith schaltet aber auf stur, solche Gespräche nerven ihn nur, wie ihn auch sein Vater nervt, ein hunderprozentiger Kommunist.
Eines Tages kommt ein ehemaliger Kollege mehr oder weniger überraschend wieder zum Dienst, der während einiger Zeit verschwunden war, aber jetzt wieder arbeiten darf. Dieser wirkt sehr geknickt und gibt trotz Nachfrage nichts von sich preis, ausser dem was offiziell bekanntgegeben worden ist (Fluchtversuch). Schmith ist jetzt etwas geschockt, er weiss dass dem Kollegen während seiner Abwesenheit wohl nichts Gutes widerfahren war und hat Angst, dass es ihm auch so gehen könnte. Ihm ist nun klar: es gibt kein Zurück mehr und es darf nichts schief gehen!
In der Zwischenzeit haben die Kollegen von Dr. Schmith eingesehen, dass man ihn nicht ändern kann und sein Projekt einem führenden Wissenschafter vorgestellt. Der tschechische Professor erkennt das Protential sofort und empfiehlt es zur Förderung. Die entsprechenden Behörden in der DDR sehen auch so und der Klinikdirektor wird beauftragt, Dr. Schmith an eine Messe in die BRD zu schicken, damit dieser das Projekt westlichen Investoren schmackhaft macht.
Schmith kann nun ganz legal in die BRD reisen, er weiss nun auch, dass sein Projekt ernst genommen wird und ins Laufen kommt. Deshalb ist eine Flucht für ihn kein Thema mehr, er reist nach seiner Dienstreise wieder in die DDR zurück.
In der Klinik kommt es häufiger vor, dass junge Mitarbeiter und Mitarbeiter von der Arbeit überfordert sind und gleich wieder kündigen. Das ist besonders der Fall, wenn Kleinkinder stirben. Wegen des Personalmangels ist das ganz schlecht und Dr. Schmith kümmert sich dann sofort persönlich darum, diese Mitarbeiter zurückzuholen. So auch bei einer jungen Krankenschwester. Er verliebt sich in sie. Die Welt scheint nun für alle in Ordnung: besonders aber für Dr. Schmith und seine neue Freundin.
Und alle wären glücklich und froh, wenn nicht der Fluchthelfer wieder aufgetaucht wäre und ihm droht Schmith zu verpfeifen, wenn er nicht den vereinbarten Preis für die Fluchthilfe erstattet. Nun muss Schmith flüchten, aber will nicht mehr
Dann wird der Film etwas mühsam. Ich hatte den Eindruck, die Autoren haben die Kurve zum korrekten "sozialistischen" Ende fast nicht mehr gekriegt..
Theo


fett:
gut ausgedrückt!


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