#21

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2014 15:09
von Pit 59 | 10.134 Beiträge

was ist eine Erkrankung?,
ein Grenzsoldat wird durch eine Mine verletzt?,
sowas gab es,kein Krankenwagen weit und breit in Sicht,
und manche dieser Erkrankungen wurden sogar verschleiert
Lutze

Das Frage ich mich auch manchmal,wenn Leute die 112 wählen. Mensch Lutze,wir waren Junge Leute fast ohne Zipperlein,dann die gesunde Luft an der grünen Grenze, auch kam die noch gesündere von drüben.
Ich kann mich überhaupt nicht erinnern das welche durch Pille Palle (Husten,Schnupfen,Heisserkeit) u.s.w. ausgefallen sind.


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#22

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2014 15:14
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Lutze, beim Militär läuft es nun mal generell anders als im zivilen Leben. Das war kein Phänomen bei den Grenztruppen, sondern ist auch im Hier und Heute so.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#23

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2014 20:07
von Batrachos | 1.549 Beiträge

Zitat von mibau83 im Beitrag #12
[quote=ABV]
Aber ok. Es soll ja sogar Abschnitte mit einer Gemeindeschwesternstation gegeben haben



ja das stimmt! die hießen in der regel schwester agnes und kamen mit der schwalbe dann den kolonnenweg lang. :-)))))
[/quote]

Und die Ärztin hinten drauf hieß Doktor Federau.

MFG Batrachos


Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach
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#24

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2014 20:36
von mibau83 | 821 Beiträge

lutze, wenn ein grenzsoldat durch eine mine verletzt wurde, so war es in der regel ein grenzpioniersoldat. diese räumten von zeit zu zeit die alten minenfelder und legten neue aus.
bei denen war aber immer ein sankra-kfz vor ort.
diese bodenminen lagen zwischen 2 grenzzäunen, um diese auszulösen entweder von ost oder westseite, mußte mindestens ein zaun überklettert werden!
bei den sm70 splitterminen war der äußerste handlungsbereich für uns grenzer der kolonnenweg und man war dort sicher!

ich staune immer wieder was leute die von der grenze null ahnung haben hier für beiträge schreiben! :-(


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#25

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.03.2014 18:57
von jecki09 | 422 Beiträge

Hallo Lutze,

du bereust schon sicher diese Frage gestellt zu haben.....

Wenn ein AGT während der Schicht ernsthaft krank wurde, und dies auch der Führungsstelle meldete, weil es nicht mehr ging, wurde dieser durch ein anderes Postenpaar aus- oder abgelöst. Oft wurde die planmäßige Ablösung früher zum Dienst geschickt. Diese Schicht ging dann eben ein paar Stunden länger als sonst. Oder wie bereits genannt, musste die A-Gruppe ran. Aber das war riskant, falls es einen Alarm gab. Damit war das "Problem" kurzfristig gelöst.
Die Führung der GK musste dann - für die anderen GD-Schichten - umplanen.

Sonst waren alle Grenzer "hart im nehmen".

Sollte dieses "Unwohlsein" (wir reden nicht über [schwere] Unfälle) längerfristig anhalten, gings ins GR zum Med-Punkt. Dazu muste einer, der sonst frei hatte fahren und den Kranken transportieren. Der Fahrer hatte sich über die Extrafahrt nicht gefreut. Zwischen den Kompanien wurde da auch schon mal telefoniert, ob eine Nachbar-GK gerade ein Fahrt ins GR hatte. Dann konnte man das koordinieren. Ebenso wenn der Soldat aus dem Med-Punkt kam, musste er irgendwie abgeholt werden.

Die Grenzkompanien lagen alle im Grenzgebiet / Schutzstreifen. Da durfte nicht jeder Sani-Fahrer oder Taxi-Fahrer ins Grenzgebiet. Vom Schutzstreifen ganz zu schweigen.

Stell dir vor, du möchtest einen aus dem Gelände von Fort Nox abholen. Das geht auch nicht so .... (Ich weiß, der Vergleich hinkt).
Gruß Jecki09


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zuletzt bearbeitet 17.03.2014 19:06 | nach oben springen

#26

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.03.2014 19:47
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Interessante Schilderung. Wenn ein "Kollege" krank ist, würde man den doch schon aus Hilfsbereitschaft mal schnell zum Arzt fahren. Warum war das zuviel verlangt? War das "im Osten" generell üblich, so egoistisch zu sein? "Ich habe frei, der stört meine Ruhe."
Frage ich jetzt mal als Westler und ohne provokatorische Absichten. Aber war das echt die Stimmung untereinander bei den Grenztruppen?


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#27

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.03.2014 20:07
von jecki09 | 422 Beiträge

Hallo "Harzwanderer"

Es geht um "Krank im (zum) Grenzdienst".

In einer militärischen Einheit gibt es "Regeln" und "Vorgesetzte".
Abgesehen davon dass kein Soldat mit seinem Auto - so fern er überhaupt ein Auto hatte - bis zur Grenzkompanie fahren konnte, konnte nicht jeder machen was er - auch wenn es moralisch richtig war - wollte. Das hat nichts mit " War das "im Osten" generell üblich, so egoistisch zu sein?" zutun.

Egoistisch waren im Osten die wenigsten. Zu DDR-Zeiten halfen sich die Menschen untereinander mehr als heute.

Auch heute gibt es bei jeder bewaffneten Einheit "Regeln" und "Vorgesetzte". Das hat auch nichts mit Hilfe oder Egoismus zu tun........


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#28

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.03.2014 20:15
von HG19801 | 1.613 Beiträge

@ Harzwanderer: Wie stellst du dir das vor, so schnell mal jemanden aus Freundlichkeit zum Onkel Doktor fahren?

Es gab Dienstvorschriften, Kommandostrukturen, Meldeketten, jeder war in den täglichen Dienst eingebunden, nur Militärkraftfahrer durften dich mit Dienstauftrag fahren.
Als Grenzer musstest du schon einiges aushalten. Mal ein Beispiel: Fieber galt erst ab 38,5 °C als Fieber, das gehörte einfach zur abverlangten militärischen Härte.
Du gingst einfach zum Kompanieschreiber, der dir eine Tablette, ein wirksames Hustenmittel oder sonst was gab und dann ging es weiter in der Tagesordnung.
Weinerlich durfte man nicht sein, was nicht heißt, dass irgendjemandem bei akuten Gesundheitsproblemen ärztliche Versorgung verweigert wurde.


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aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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zuletzt bearbeitet 17.03.2014 20:22 | nach oben springen

#29

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.03.2014 20:39
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Ich war in meiner zweieinhalbjährigen Dienstzeit in der GK zwei mal krank. Grippe und Kehlkopfentündung.
Zum Arzt ging ich, wie schon geschrieben, in der Ortschaft zum Allgemeinmediziner. Ich musste nicht ins GR gefahren werden.
Da ich stellv. ZF war, musste auch keiner meine Schicht (Kontrolle Grenzposten 22.00 Uhe bis 02.00 Uhr) übernehmen.
Diese vielen einfach aus. Und die Schichten als KGsi übernahmen Offz., BU und UaZ.
Dafür machte ich dann für diese eine Sonderschicht. Es war einfach ein nehnen und geben in der "großen Familie"
Grenzkompanie.

Gruß Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#30

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.03.2014 20:51
von Mike59 | 7.955 Beiträge

Zitat von HG19801 im Beitrag #28
@ Harzwanderer: Wie stellst du dir das vor, so schnell mal jemanden aus Freundlichkeit zum Onkel Doktor fahren?

Es gab Dienstvorschriften, Kommandostrukturen, Meldeketten, jeder war in den täglichen Dienst eingebunden, nur Militärkraftfahrer durften dich mit Dienstauftrag fahren.
Als Grenzer musstest du schon einiges aushalten. Mal ein Beispiel: Fieber galt erst ab 38,5 °C als Fieber, das gehörte einfach zur abverlangten militärischen Härte.
Du gingst einfach zum Kompanieschreiber, der dir eine Tablette, ein wirksames Hustenmittel oder sonst was gab und dann ging es weiter in der Tagesordnung.
Weinerlich durfte man nicht sein, was nicht heißt, dass irgendjemandem bei akuten Gesundheitsproblemen ärztliche Versorgung verweigert wurde.


Echt, so war das?

Warst du krank hast du dich beim Spieß/Schreiber gemeldet. Warst du der Meinung das die "Kompanie-Hausmittel" nicht helfen, hattest du das Recht auf jeden anderen verfügbaren Arzt. War keine Verlegung in ein öffentliches Krankenhaus notwendig oder der Aufenthalt war dort nicht mehr notwendig wurdest du in den Med. Punkt verlegt.
Das wurde dir (sollte dir) in der Grundausbildung so vermittelt worden sein.
Aber! Ich kenne keinen welcher in den Med Punkt wollte - meine Person eingeschlossen. Keine Ahnung aus welchem Grund, ich wollte einfach nicht von meiner Einheit weg. Und in dieser Einheit gab es wohl wie in jeder anderen auch riesige Arschlöcher, aber auch echte Kameraden.
In meinen 10 Jahren war ich nur einmal wegen Erkrankung für 10 Tage nicht im Dienst, alle anderen Erkrankungen haben mich im Urlaub erwischt.
Der Doc @Hufklaus kann da bestimmt etwas zu sagen.


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zuletzt bearbeitet 17.03.2014 20:52 | nach oben springen

#31

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.03.2014 22:13
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Ich kann mich nur auf meine eigenen Erfahrungen und Erinnerungen beziehen.

Bei Kleinigkeiten ging es halt zur Mutter der Kompanie samt Schreiber. Der Hauptfeldwebel war bekanntlich der Vorgesetzte aller Soldaten und konnte als Innendienstleiter auf direktem Dienstweg erreicht werden.
Bei dem gab es während meiner Grenzzeit nötigste rezeptfreie Medikamente aus der sogenannten Hausapotheke, mit denen man einem Zipperlein zu Leibe rücken konnte.

Bei akuten Fällen wie Knochenbrüchen, bakterieller Ruhr, Blinddarmentzündung oder Fensterstürzen inklusive Beckenbruch, Harnröhrenabriss und Schmetterbruch des Armgelenks (einige meiner Mitgefährten erwischte so etwas) lief die Sache selbstverständlich medizinisch-professionell ab.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#32

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 18.03.2014 18:09
von PF75 | 3.292 Beiträge

Ich hatte einmal Fieber nach dem Nachtschießen,da gabs eine Frühschicht frei und die anschließende Tagschicht auf die Füst und alles war wieder gut (,freiauch nur weil alle leute in der GK waren und keiner auf Urlaub )


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#33

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 18.03.2014 19:04
von Gelöschtes Mitglied
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Wie ich mehrfach schrieb, war ich Sani-Uffz. im GAR-5 in Glöwen, also nie an der Grenze...
Trotzdem zum Thema, man kann davon ausgehen, dass die Kameraden, vor allem die GWDler, ohne wesentliche chronische Erkrankungen einberufen worden waren, und somit medizinische Probleme allenfalls bei etwaigen Erkältungs- oder Durchfallerkrankungen, vor allem aber durch Verletzungen entstehen konnten.
Wenn auch in den GK´s keine Ärzte stationiert waren, gab es meines Wissens dort aber sanitätsmäßig ausgebildete Kameraden, die durchaus den Schweregrad einer Erkrankung oder Verletzung einschätzen konnten. Jene wußten auch, auf welchem Wege den betroffenen Kameraden entsprechende Behandlung zuteil wurde.
Und, was auch hier sehr oft zu lesen ist, die Grenzer hatten durchaus den Ehrgeiz und den Kameradschaftswillen, nicht wegen jeder Lapalie den Dienstplan, den Urlaub oder Ausgang von Kameraden zu gefährden!
Dazu noch die Selbstmedikation...

Durchaus erwähnenswert, finde ich!

VG Klaus


jecki09 und harzstreuner haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.03.2014 19:04 | nach oben springen

#34

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 18.03.2014 19:10
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Danke für die Antworten.
Meine Zivilistenlogik wäre: Wenn einer krank ist, schnell zum Arzt und schnell erholen, damit man schnell wieder einsatzfähig ist und niemanden ansteckt. Gerade bei den Grenztruppen hatte man doch eine friedensmäßig aufgebaute Infrastruktur zur Verfügung. Lazarette, Ärzte, zivile Krankenhäuser, Medikamente, alles was das Herz begehrt.

Wozu diese "falsche" Härte? Hätte man so mehr "Grenzverletzter" erwischen wollen? Mit Leuten, die dann eben mal auf dem letzten Loch pfeifen? Oder dachte man sich insgeheim, auch noch jede kranke "Mumie" kann Grenzdienst schieben, ist ja "nur" Wachdienst? Oder war das das Denken, man ist ständig im Gefecht und da müssen eben härtere Regeln gelten?


zuletzt bearbeitet 18.03.2014 19:17 | nach oben springen

#35

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 18.03.2014 19:19
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Mir fällt zu deiner Frage nur eins ein, Kameradschaft bzw Freundschaft untereinander, war oberstes Gebot. Und das war jedenfalls bei mir in der Gk so.

Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
harzstreuner hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.03.2014 19:21 | nach oben springen

#36

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 18.03.2014 19:19
von PF75 | 3.292 Beiträge

Kommt mir gerade in den Sinn,wir hatten gefechtsmäßige Grenzsicherung undin der 2. Nacht klagte unserer ZF über Schmerzen im Arm,morgens dann mal bei tageslicht nachgeschaut und siehe da er hatte eine schöne Blurvergiftung .
Da wurde ruckzuck ein LO aus dem Grenzdienst gelöst und er ins Krankenhaus nach Boitzenburg verbracht, nach einer Woche ? was er wieder da.

PS.unser Zugstützpunkt war die örtliche Müllkuhle des Dorfes Zweedorf


Dassi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#37

RE: Krank im ( zum) Grenzdienst

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 18.03.2014 22:20
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Zitat
… man kann davon ausgehen, dass die Kameraden, vor allem die GWDler, ohne wesentliche chronische Erkrankungen einberufen worden waren, und somit medizinische Probleme allenfalls bei etwaigen Erkältungs- oder Durchfallerkrankungen, vor allem aber durch Verletzungen entstehen konnten.

Um es profan auszudrücken: Das kommt so hin. Außerdem waren wir sehr junge Leute, die noch nicht von gesundheitlichen Problemen späterer Lebensjahre betroffen waren.
Zudem wurden wir Impfungen unterzogen, wogegen alles weiß ich nicht mehr, es hat auch keiner groß gefragt.

Zitat
Wenn auch in den GK´s keine Ärzte stationiert waren, gab es meines Wissens dort aber sanitätsmäßig ausgebildete Kameraden, die durchaus den Schweregrad einer Erkrankung oder Verletzung einschätzen konnten. Jene wußten auch, auf welchem Wege den betroffenen Kameraden entsprechende Behandlung zuteil wurde.

Zu uns kam in regelmäßigen Abständen ein Feldscher in die Kompanie, der medizinischer Ansprechpartner war, Tipps zum Erkennen von und Vorbeugen vor Krankheiten gab.
Ich kann mich noch erinnern wie dies während einer Hitzewelle und bei einem Fall von Bakterienruhr ablief.

Zitat
Und, was auch hier sehr oft zu lesen ist, die Grenzer hatten durchaus den Ehrgeiz und den Kameradschaftswillen, nicht wegen jeder Lapalie den Dienstplan, den Urlaub oder Ausgang von Kameraden zu gefährden!
Dazu noch die Selbstmedikation...

Dem muss ich beipflichten.
… hinzu kam zu meiner Dienstzeit, dass die Kompanie personell unterbesetzt war – etwa ein Drittel der Mannschaftsstärke war nicht wirklich vor Ort. Jede Menge Leute waren irgendwohin abkommandiert, da waren Dienstplan, Urlaub und Ausgang entsprechend "sensibilisiert" und hatten durchaus einen gewissen Einfluss auf das Krankheitsverhalten.

Zitat
Meine Zivilistenlogik wäre: Wenn einer krank ist, schnell zum Arzt und schnell erholen, damit man schnell wieder einsatzfähig ist und niemanden ansteckt. Gerade bei den Grenztruppen hatte man doch eine friedensmäßig aufgebaute Infrastruktur zur Verfügung. Lazarette, Ärzte, zivile Krankenhäuser, Medikamente, alles was das Herz begehrt.

Nun, Zivilistenlogik ist die eine Sache, doch das Soldatsein eine andere Wirklichkeit. Natürlich existierte in dieser Wirklichkeit medizinische Versorgung, nur dass diese sich nicht in einem Schlaraffenland manifestierte, in welchem dem Patienten der Hintern hinterher getragen wurde. Von wegen überall alles was das Herz begehrt.

Zitat
Wozu diese "falsche" Härte? Hätte man so mehr "Grenzverletzter" erwischen wollen? Mit Leuten, die dann eben mal auf dem letzten Loch pfeifen? Oder dachte man sich insgeheim, auch noch jede kranke "Mumie" kann Grenzdienst schieben, ist ja "nur" Wachdienst? Oder war das das Denken, man ist ständig im Gefecht und da müssen eben härtere Regeln gelten?

Um das Pferd mal von hinten aufzuzäumen: Grenzdienst inklusive Wachdienst waren Gefechtsdienst. Strengere Regeln herrschen hier schon.
Trotz dessen, dass einem am Kanten besonders viel abverlangt wurde, hieß das nicht, dass temporär völlig Dienstuntaugliche verheizt wurden. Dies wäre ja total kontraproduktiv gewesen.
In diesem Zusammenhang ging es da nicht um "falsche" Härte, sondern um einfache militärische Härte bzw. eine Art von Selbstüberwindung/Selbstdisziplin.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
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harzstreuner hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.03.2014 22:21 | nach oben springen


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