#1

DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 15:37
von Lutze | 8.032 Beiträge

gleich vorweg,ich weiß wenig über die DKP,
wurde diese Partei von der DDR unterstützt?,
oder sah man diese Partei seitens der DDR auch kritisch an?
gruß Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#2

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 15:53
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Die DKP hatte die Zeitung ,,UZ,, die ich einige mal gelesen habe.
War genau dasselbe wie unsere SED-Zeitungen, nur das TV-Programm und der Sportteil war etwas anders.
Warum hast du so wenig Wissen darüber, warst du nicht mal DDR-Bürger?
Frag mal in Hamburg nach, glaube dort gibt es noch viele Mitglieder.
Erkundige dich mal nach der Zeitschrift ,,Konkret,,


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#3

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 16:08
von damals wars | 12.117 Beiträge

Die DKP war geradezu chro­nisch erfolglos bei Wahlen. Das hat sich nie geändert. Von daher eher ne Randgeschichte der BRD.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#4

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 16:29
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #1

wurde diese Partei von der DDR unterstützt?,


Zumindest war Herbert Mies sehr häufig in der DDR und mit so manchem LKW gingen auch Materialen aus der DDR rüber.

friedliche Grüße Andreas


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#5

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 16:34
von Pit 59 | 10.129 Beiträge

Zitat von ehem. Hu im Beitrag #4
Zitat von Lutze im Beitrag #1

wurde diese Partei von der DDR unterstützt?,


Zumindest war Herbert Mies sehr häufig in der DDR und mit so manchem LKW gingen auch Materialen aus der DDR rüber.

friedliche Grüße Andreas



Was war denn das für Material ? hatten wir welches ?


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#6

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 16:39
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Die DDR hat so ziemlich Jeden unterstützt, der in ihren Augen geeignet war, das politische System der BRD in Frage zu stellen oder noch besser zu stürzen, siehe RAF...........


Intellektuelle spielen Telecaster
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#7

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 16:43
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #5

Was war denn das für Material ? hatten wir welches ?


Guter Gag. Wir hatten genug, um zu unseren Lasten den Westen mit diversen Waren zuzuschütten - ok. ein wenig übertrieben. Aber zum Thema: Was genau da rüber ging, ist mir heute nicht mehr erinnerlich. Ich sehe aber noch einen LKW vor mir, bei dem es bei der Zollkontrolle in der Ausreise zu Problemen kam. Die Kollegen hatten wohl etwas gefunden (Pappkartons mit Broschüren u. Ä.), was deren Aufmerksamkeit erregte. Es stellte sich später heraus, dass da bei der Fahndung etwas schief ging. Der LKW hätte wohl - zumindest im Führerhaus - nicht kontrolliert werden sollen. Der Fahrer sagte mir dann: "Das geht zur DKP".

friedliche Grüße Andreas

edit zum Zitat: Wir hatten es auch drauf und schickten LKW-weise gebrauchte Damenunterwäsche - bereits sortiert nach BH, Schlüpfer usw. - nach dem Westen. Wir hatten schon, wenn wir wollten...


zuletzt bearbeitet 15.03.2014 16:46 | nach oben springen

#8

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 16:47
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Wurden die von der SED nicht sogar mit knappen Devisen versorgt?

Dann hatten die im Westen ein gutes Leben. Das gefährdet man doch nicht durch revolutionäre Umtriebe.

Wahrscheinlich war deren Parteileben ähnlich routiniert wie in der DDR, oder?


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#9

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 16:59
von Gert | 12.354 Beiträge

die DDR unterstützte die DKP heimlich, konspirativ mit erheblichen Geldmengen :
Zitat Wiki : Parteifinanzen und Vermögen

Nach den Erkenntnissen der Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR erhielt die DKP im Zeitraum 1981 bis 1989 Zahlungen von der DDR (Bereich Kommerzielle Koordinierung in Höhe von insgesamt 526.309.000 DM (etwa 270 Millionen Euro). Diese Beträge wurden in den Rechenschaftsberichten an den Deutschen Bundestag nicht ausgewiesen.[74] Funktionäre der Partei erhielten Scheinarbeitsverhältnisse bei SED-Parteifirmen in der Bundesrepublik Deutschland.

Die Partei erhält aufgrund ihrer Wahlergebnisse keine Mittel aus der staatlichen Parteifinanzierung. In der Bundestagsdrucksache 16/1252 ist der Rechenschaftsbericht des Jahres 2003 aufgeführt. Demnach erhielt die Partei in diesem Jahr rund 1.180.000 Euro, darunter

46 % Mitgliedsbeiträge
43 % Spenden

Sie schloss das Jahr mit 24.000 Euro Defizit ab, im Vorjahr waren es 58.000 Euro Defizit. Die Partei ist nicht überschuldet, ihr Reinvermögen beträgt 730.000 Euro. Neben kommerziellen Krediten und Darlehen privater Personen hat die Partei sonstige Verbindlichkeiten von etwa 23.000 Euro. Nach eigenen Angaben erhielt die Partei in diesem Zeitraum zwei Großspenden über 10.000 Euro. Nennenswerte Einnahmen erzielte die Partei aus Untervermietungen und aus Erbschaften.

Zu ihrem Vermögen in Form von Immobilien und Firmenbeteiligungen macht die Partei keine Angaben. Der Parteisitz in Essen ist nicht im Besitz der Partei, sondern angemietet. Die Partei ist Eigentümerin des CommPress-Verlags, der neben Buchtiteln das Parteiorgan Unsere Zeit herausgibt.



nun wisst ihr wo eurer Geld hingeschoben wurde. 270 Mio € sind ja nun nicht gerade ein Pappenstiel
edit
alles weitere hier :http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kommunistische_Partei


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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zuletzt bearbeitet 15.03.2014 17:13 | nach oben springen

#10

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 17:11
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #9
die DDR unterstützte die DKP heimlich, konspirativ mit erheblichen Geldmengen :
Zitat Wiki : Parteifinanzen und Vermögen

Nach den Erkenntnissen der Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR erhielt die DKP im Zeitraum 1981 bis 1989 Zahlungen von der DDR (Bereich Kommerzielle Koordinierung in Höhe von insgesamt 526.309.000 DM (etwa 270 Millionen Euro). Diese Beträge wurden in den Rechenschaftsberichten an den Deutschen Bundestag nicht ausgewiesen.[74] Funktionäre der Partei erhielten Scheinarbeitsverhältnisse bei SED-Parteifirmen in der Bundesrepublik Deutschland.

Die Partei erhält aufgrund ihrer Wahlergebnisse keine Mittel aus der staatlichen Parteifinanzierung. In der Bundestagsdrucksache 16/1252 ist der Rechenschaftsbericht des Jahres 2003 aufgeführt. Demnach erhielt die Partei in diesem Jahr rund 1.180.000 Euro, darunter

46 % Mitgliedsbeiträge
43 % Spenden

Sie schloss das Jahr mit 24.000 Euro Defizit ab, im Vorjahr waren es 58.000 Euro Defizit. Die Partei ist nicht überschuldet, ihr Reinvermögen beträgt 730.000 Euro. Neben kommerziellen Krediten und Darlehen privater Personen hat die Partei sonstige Verbindlichkeiten von etwa 23.000 Euro. Nach eigenen Angaben erhielt die Partei in diesem Zeitraum zwei Großspenden über 10.000 Euro. Nennenswerte Einnahmen erzielte die Partei aus Untervermietungen und aus Erbschaften.

Zu ihrem Vermögen in Form von Immobilien und Firmenbeteiligungen macht die Partei keine Angaben. Der Parteisitz in Essen ist nicht im Besitz der Partei, sondern angemietet. Die Partei ist Eigentümerin des CommPress-Verlags, der neben Buchtiteln das Parteiorgan Unsere Zeit herausgibt.



nun wisst ihr wo eurer Geld hingeschoben wurde. 270 MIo € sind ja nun nicht gerade ein Pappenstiel

alles weitere hier :http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kommunistische_Partei



Gert --mag ja alles so gewesen sein.Hat mich nie interessiert--war in keiner Partei. Und wenn ich heute auf meine alten Tage in einer Partei eintreten sollte. Dann nur in die Ld L: Aber nun etwas OT--wo werden heute die ganzen Parteigelder verjubelt.


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#11

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 18:45
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

@Gert , Du meinst sicherlich D-Mark.

(was nichts am Wesen Deiner Aussage ändert)


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 15.03.2014 18:46 | nach oben springen

#12

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 18:51
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #11
@Gert , Du meinst sicherlich D-Mark.

(was nichts am Wesen Deiner Aussage ändert)




@Freienhagener , nein , ist schon richtig, waren 526.Mio DM, lies mal das Wikizitat #9, dort ausführlicher


.
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#13

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 20:20
von passport | 2.628 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #6
Die DDR hat so ziemlich Jeden unterstützt, der in ihren Augen geeignet war, das politische System der BRD in Frage zu stellen oder noch besser zu stürzen, siehe RAF...........





Unsinn !



passport


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#14

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 20:34
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #2

Erkundige dich mal nach der Zeitschrift ,,Konkret,,


Uns was genau hat die Zeitschrift "Konkret" mit der DKP zu tun? Oder beziehst Du Dich darauf, dass die Zeitschrift, als sie noch eine Fast-Porno-Zeitschrift war, von der DDR teilweise finanziert wurde? Das ist seit 1974, als der seinerzeitige Herausgeber aus der Zeitschrift rausgeschmissen wurde, Schnee von gestern. Dafür ist er heute annähernd im rechtsextremen Spektrum angesiedelt - auch eine Art Wende.

Gruss

icke



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#15

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 20:59
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #13
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #6
Die DDR hat so ziemlich Jeden unterstützt, der in ihren Augen geeignet war, das politische System der BRD in Frage zu stellen oder noch besser zu stürzen, siehe RAF...........





Unsinn !



passport


Aber sicher doch !

"Tatsächlich jedoch förderte die DDR nicht nur die RAF, sondern vielerlei militante Aktivitäten:
* Palästinensische Freischärler und Befreiungsbewegungen
der Dritten Welt erhielten von Ost-Berlin Waffen,
Ausbildung und Geld;
* Mitglieder der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP)
wurden in der DDR für den möglichen Partisaneneinsatz
bei etwaigen Krisen in der Bundesrepublik ausgebildet
(SPIEGEL 1/1990);
* Rechtsextremisten wie der inzwischen wegen versuchten
Mordes verurteilte Neonazi Odfried Hepp oder der zur
Fahndung ausgeschriebene Udo Albrecht durften Anfang
der achtziger Jahre die DDR als vorübergehenden
Zufluchtsort nutzen und wurden mit Geld und Papieren in
den Nahen Osten weitergereicht."

"Nach dem Tod der RAF-Gründer um Andreas Baader und Ulrike Meinhof und dem Ausstieg von etlichen Kämpfern wie etwa Susanne Albrecht oder Sigrid Sternebeck drillte die Stasi Anfang der achtziger Jahre in ihrem Ausbildungscamp fast die komplette Kommandoebene der zweiten RAF-Generation. Nach den Verhaftungen von Klar und Schulz und dem Ausstieg von Viett sollen später laut Bundesanwaltschaft die RAF-Aktivisten Ingrid Jakobsmeier, 37, und Christa Eckes, 41, nachgerückt sein.

Das Ausbildungslager des MfS lag im märkischen Briesen (2100 Einwohner) zwischen Berlin und Frankfurt/ Oder, wo die Stasi rings um den verschlafenen Ort gleich ein halbes Dutzend Objekte besaß, darunter das "Forsthaus An der Flut" direkt am See. Die mit Eisengitter und Zäunen befestigte Anlage, als Ferienheim für Stasi-Mitarbeiter deklariert, war nur über einen schmalen, sandigen Waldweg erreichbar.

Auf dem Areal mit Bootsanleger, Codename: "Objekt 74", trafen 1980 die ersten steckbrieflich gesuchten RAF-Täter ein. "

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13487373.html


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Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.03.2014 21:00 | nach oben springen

#16

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 21:07
von passport | 2.628 Beiträge

Aus : Fragen an das MfS

Hatte das MfS Kontakte zu terroristischen Organisationen?



Das MfS setzte im Kampf gegen Terroristen und deren Organisationen vorwiegend nachrichtendienstliche Mittel ein, um das Wirksamwerden von Terroristen auf dem Territorium der DDR und in anderen sozialistischen Staaten vorbeugend zu verhindern. Ebenso sollte verhindert werden, dass die DDR als Hinterland bzw. logistische Ausgangsbasis genutzt oder vom Territorium der DDR aus terroristische Anschläge im Ausland verübt werden konnten.

Dazu waren auch zeitweilige Kontakte zu einzelnen Angehörigen oder Sympathisanten terroristischer bzw. der Zugehörigkeit zum internationalen Terrorismus verdächtigten Personen, Gruppen bzw. Organisationen über Kontaktpersonen, den Einsatz von Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) sowie operativ technischer Mittel erforderlich.

Genutzt wurden auch alle geeigneten Möglichkeiten, um verdächtige Personen bei Reisen durch oder bei Aufenthalten auf dem Territorium der DDR (z. T. unter diplomatischer Abdeckung) möglichst lückenlos unter Kontrolle zu halten oder ihren Aufenthalt in der DDR zu erschweren, Einreise- und Durchreiseerlaubnisse zu verweigern usw. Zugleich sollten Zuspitzungen verhindert werden, die die DDR zum Objekt terroristischer Aktivitäten gemacht hätten. Auch durften die politischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu anderen Staaten nicht durch Maßnahmen des MfS gefährdet werden. Ziel war es aber auch, Einblicke in Entwicklungen der internationalen terroristischen Szene, deren Strukturen, die Führungskräfte, Mitglieder und Sympathisanten sowie deren politische Ziele und Motive, die eingesetzten terroristischen Mittel und Methoden sowie die materielle und finanzielle Basis, die personellen Bezugspunkte und internationalen Verflechtungen, Zusammenschlüsse und aktionsbezogene Abstimmungen zu erlangen, um eine effektive Terrorabwehr im MfS zu organisieren.

Durch die im MfS dafür gebildete spezielle Diensteinheit für die Terrorabwehr wurden folgerichtig vielseitige Maßnahmen auch zu den in der Bundesrepublik und über deren Territorium hinaus operierenden linksradikalen und terroristischen Organisationen wie der RAF und ähnlichen Gruppierungen durchgeführt. Letztlich gelang die Aufnahme der RAF-Aussteiger nur über die Kontakte mit den noch aktiven RAF-Mitgliedern.

Mit einer Vielzahl differenzierter politisch-operativer Maßnahmen wurde versucht, sie davon zu überzeugen, dass ihre Handlungen vom MfS nicht gebilligt würden, da sie den Entspannungsprozess national und international störten und damit auch der Politik der DDR schadeten. Auch wurde versucht, ihren Handlungsspielraum einzuschränken oder sie ruhig zu stellen, sie vom Terror abzubringen.

Hat das MfS Terror organisiert oder unterstützt?



Selbstverständlich nicht. Ausgehend davon, dass im MfS Terror als eine »Wesensäußerung des Imperialismus und der aggressiven Politik imperialistischer Staaten« beurteilt wurde, waren Terrorverbrechen (Terror) und Terrorverbrecher (Terroristen) folglich »Bestandteil des Systems der Feindtätigkeit gegen die DDR und andere sozialistische Staaten; ausgeführt vor allem von Geheimdiensten u. a. feindlichen Organisationen, Einrichtungen und Kräften.«

Die internationalen Tendenzen im Terrorismus, einschließlich der Gefahr von terroristischen Anschlägen gegen die sozialistischen Staaten (Flugzeugentführungen, Gewaltakte gegen Auslandsvertretungen sozialistischer Staaten, Geiselnahmen) erforderten auch eine aktive geheimdienstliche Aufklärung der terroristischen Szene außerhalb der DDR.

Die Maßnahmen des MfS sollten verhindern, dass Terroristen auf dem Territorium der DDR und in anderen sozialistischen Staaten aktiv wurden. Zugleich sollte Einfluss darauf genommen werden, dass terroristische Handlungen insgesamt unterblieben.

Ziel des MfS, speziell der Terrorabwehr, war es auch zu verhindern, dass die Hauptstadt der DDR Berlin bzw. das Territorium der DDR als Ausgangspunkt, Stützpunkt oder Rückzugsraum für terroristische Anschläge genutzt werden könnte. Daraus folgte für die damit beauftragte Diensteinheit der Terrorabwehr, die Abteilung/Hauptabteilung XXII, natürlich die Beschaffung von Informationen über terroristische Organisationen, ihre Mitglieder, ihre Reisetätigkeit, vor allem, wenn sie die Einreise in die und den Transit durch die DDR betrafen. Nach ihnen wurde an der Staatsgrenze gefahndet, sie wurden operativ unter Kontrolle gehalten, Kontakte zu Bürgern der DDR überprüft, verhindert oder zur Beschaffung von inoffiziellen Informationen genutzt.

Das MfS hat zu keinem Zeitpunkt terroristische Organisationen, auch nicht die RAF, organisiert, gesteuert, beauftragt oder Vorhaben mit ihnen abgesprochen. Sie erhielten weder Waffen, Munition, Geld oder andere materielle Unterstützung. Alle Versuche, dem MfS genau dies zu unterstellen, sind gescheitert. Weder in den umfangreichen Akten der Terrorabwehr noch in den Prozessunterlagen ließ sich dafür auch nur die Spur eines Beweises finden.



NOCH FRAGEN ?


passport


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#17

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 21:17
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von passport im Beitrag #16
Aus : Fragen an das MfS

Hatte das MfS Kontakte zu terroristischen Organisationen?



Das MfS setzte im Kampf gegen Terroristen und deren Organisationen vorwiegend nachrichtendienstliche Mittel ein, um das Wirksamwerden von Terroristen auf dem Territorium der DDR und in anderen sozialistischen Staaten vorbeugend zu verhindern. Ebenso sollte verhindert werden, dass die DDR als Hinterland bzw. logistische Ausgangsbasis genutzt oder vom Territorium der DDR aus terroristische Anschläge im Ausland verübt werden konnten.

Dazu waren auch zeitweilige Kontakte zu einzelnen Angehörigen oder Sympathisanten terroristischer bzw. der Zugehörigkeit zum internationalen Terrorismus verdächtigten Personen, Gruppen bzw. Organisationen über Kontaktpersonen, den Einsatz von Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) sowie operativ technischer Mittel erforderlich.

Genutzt wurden auch alle geeigneten Möglichkeiten, um verdächtige Personen bei Reisen durch oder bei Aufenthalten auf dem Territorium der DDR (z. T. unter diplomatischer Abdeckung) möglichst lückenlos unter Kontrolle zu halten oder ihren Aufenthalt in der DDR zu erschweren, Einreise- und Durchreiseerlaubnisse zu verweigern usw. Zugleich sollten Zuspitzungen verhindert werden, die die DDR zum Objekt terroristischer Aktivitäten gemacht hätten. Auch durften die politischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu anderen Staaten nicht durch Maßnahmen des MfS gefährdet werden. Ziel war es aber auch, Einblicke in Entwicklungen der internationalen terroristischen Szene, deren Strukturen, die Führungskräfte, Mitglieder und Sympathisanten sowie deren politische Ziele und Motive, die eingesetzten terroristischen Mittel und Methoden sowie die materielle und finanzielle Basis, die personellen Bezugspunkte und internationalen Verflechtungen, Zusammenschlüsse und aktionsbezogene Abstimmungen zu erlangen, um eine effektive Terrorabwehr im MfS zu organisieren.

Durch die im MfS dafür gebildete spezielle Diensteinheit für die Terrorabwehr wurden folgerichtig vielseitige Maßnahmen auch zu den in der Bundesrepublik und über deren Territorium hinaus operierenden linksradikalen und terroristischen Organisationen wie der RAF und ähnlichen Gruppierungen durchgeführt. Letztlich gelang die Aufnahme der RAF-Aussteiger nur über die Kontakte mit den noch aktiven RAF-Mitgliedern.

Mit einer Vielzahl differenzierter politisch-operativer Maßnahmen wurde versucht, sie davon zu überzeugen, dass ihre Handlungen vom MfS nicht gebilligt würden, da sie den Entspannungsprozess national und international störten und damit auch der Politik der DDR schadeten. Auch wurde versucht, ihren Handlungsspielraum einzuschränken oder sie ruhig zu stellen, sie vom Terror abzubringen.

Hat das MfS Terror organisiert oder unterstützt?



Selbstverständlich nicht. Ausgehend davon, dass im MfS Terror als eine »Wesensäußerung des Imperialismus und der aggressiven Politik imperialistischer Staaten« beurteilt wurde, waren Terrorverbrechen (Terror) und Terrorverbrecher (Terroristen) folglich »Bestandteil des Systems der Feindtätigkeit gegen die DDR und andere sozialistische Staaten; ausgeführt vor allem von Geheimdiensten u. a. feindlichen Organisationen, Einrichtungen und Kräften.«

Die internationalen Tendenzen im Terrorismus, einschließlich der Gefahr von terroristischen Anschlägen gegen die sozialistischen Staaten (Flugzeugentführungen, Gewaltakte gegen Auslandsvertretungen sozialistischer Staaten, Geiselnahmen) erforderten auch eine aktive geheimdienstliche Aufklärung der terroristischen Szene außerhalb der DDR.

Die Maßnahmen des MfS sollten verhindern, dass Terroristen auf dem Territorium der DDR und in anderen sozialistischen Staaten aktiv wurden. Zugleich sollte Einfluss darauf genommen werden, dass terroristische Handlungen insgesamt unterblieben.

Ziel des MfS, speziell der Terrorabwehr, war es auch zu verhindern, dass die Hauptstadt der DDR Berlin bzw. das Territorium der DDR als Ausgangspunkt, Stützpunkt oder Rückzugsraum für terroristische Anschläge genutzt werden könnte. Daraus folgte für die damit beauftragte Diensteinheit der Terrorabwehr, die Abteilung/Hauptabteilung XXII, natürlich die Beschaffung von Informationen über terroristische Organisationen, ihre Mitglieder, ihre Reisetätigkeit, vor allem, wenn sie die Einreise in die und den Transit durch die DDR betrafen. Nach ihnen wurde an der Staatsgrenze gefahndet, sie wurden operativ unter Kontrolle gehalten, Kontakte zu Bürgern der DDR überprüft, verhindert oder zur Beschaffung von inoffiziellen Informationen genutzt.

Das MfS hat zu keinem Zeitpunkt terroristische Organisationen, auch nicht die RAF, organisiert, gesteuert, beauftragt oder Vorhaben mit ihnen abgesprochen. Sie erhielten weder Waffen, Munition, Geld oder andere materielle Unterstützung. Alle Versuche, dem MfS genau dies zu unterstellen, sind gescheitert. Weder in den umfangreichen Akten der Terrorabwehr noch in den Prozessunterlagen ließ sich dafür auch nur die Spur eines Beweises finden.



NOCH FRAGEN ?


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Oh,ja, alles auf Papier und wie heißt es so schön "Papier ist geduldig"!! Wird auch keiner zu geben, vor allem nicht schriftlich. Kein Beweis, also nicht wahr!!! Dann lassen wir es im Raum stehen, für die das MfS die Guten waren.
Grüsse Steffen52


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#18

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 21:53
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #16


Mit einer Vielzahl differenzierter politisch-operativer Maßnahmen wurde versucht, sie davon zu überzeugen, dass ihre Handlungen vom MfS nicht gebilligt würden, da sie den Entspannungsprozess national und international störten und damit auch der Politik der DDR schadeten. Auch wurde versucht, ihren Handlungsspielraum einzuschränken oder sie ruhig zu stellen, sie vom Terror abzubringen.

Ah ja, find ich eine gute Idee, Leute vom Terrorismus abzubringen, indem man sie an Waffen ausbildet, sie drillt und noch zeigt, wie man Bomben baut und Panzerfäuste benutzt. So etwas finde ich pädagogisch wertvoll.





Selbstverständlich nicht.(Wer hätte es gedacht ) Ausgehend davon, dass im MfS Terror als eine »Wesensäußerung des Imperialismus und der aggressiven Politik imperialistischer Staaten« beurteilt wurde, waren Terrorverbrechen (Terror) und Terrorverbrecher (Terroristen) folglich »Bestandteil des Systems der Feindtätigkeit gegen die DDR und andere sozialistische Staaten; ausgeführt vor allem von Geheimdiensten u. a. feindlichen Organisationen, Einrichtungen und Kräften.«
Okay, sie hatten Schiss, das die RAF auch in der DDR rumbombt.


Das MfS hat zu keinem Zeitpunkt terroristische Organisationen, auch nicht die RAF, organisiert, gesteuert, beauftragt oder Vorhaben mit ihnen abgesprochen. Sie erhielten weder Waffen, Munition, Geld oder andere materielle Unterstützung. Alle Versuche, dem MfS genau dies zu unterstellen, sind gescheitert. Weder in den umfangreichen Akten der Terrorabwehr noch in den Prozessunterlagen ließ sich dafür auch nur die Spur eines Beweises finden.
Nun ja, nicht direkt : Ein vor kurzem entdecktes Planungspapier der Stasi deutet nach Einschätzung eines Experten auf die Absicht der DDR hin, Terroristen der Roten Armee Fraktion (RAF) gezielt für Tötungen, Geiselnahmen und Sprengstoffanschläge in der Bundesrepublik zu benutzen. In dem Papier werde detailliert beschrieben, "wie sich das Ministerium für Staatssicherheit der "Terrorszene in den imperialistischen Staaten" bedienen wollte", sagte der Hamburger Politologe Wolfgang Kraushaar der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das Dokument aus dem Jahr 1982 war von dem amerikanischen Journalisten David Crawford in der Behörde für Stasiunterlagen (Birthler-Behörde) entdeckt worden.

Ziel: Destabilisierung des "Klassenfeindes"

Die Frage des Einflusses der Stasi auf die RAF sei aber noch nicht endgültig zu beantworten, sagte der 59 Jahre alte Wissenschaftler des Hamburger Instituts für Sozialforschung (HIS). "Unter den Rahmenbedingungen des Kalten Krieges agierten Terrororganisationen mitunter als verlängerter Arm von Großmächten." Das Ziel sei eine Destabilisierung des "Klassenfeindes" gewesen. Nach Angaben der Birthler-Behörde erwog Stasi-Chef Erich Mielke, die in die DDR geflüchteten Terroristen der RAF in einem innerdeutschen Konflikt als Kämpfer "hinter den feindlichen Linien einzusetzen".




NOCH FRAGEN ?
Jede Menge.......


passport


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zuletzt bearbeitet 15.03.2014 21:55 | nach oben springen

#19

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 22:16
von Gert | 12.354 Beiträge

das lief dann alles unter der Überschrift : Der Feind meines Feindes ist mein Freund.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#20

RE: DKP-DDR

in DDR Politik Presse 15.03.2014 22:29
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #18
Zitat von passport im Beitrag #16



Nach Angaben der Birthler-Behörde erwog Stasi-Chef Erich Mielke, die in die DDR geflüchteten Terroristen der RAF in einem innerdeutschen Konflikt als Kämpfer "hinter den feindlichen Linien einzusetzen". [/gruen]



NOCH FRAGEN ?
Jede Menge.......


passport




Hallo,

gibt es denn da auch Dokumente oder wie kommt man zu der Auffassung.

Wie viele Personen der RAF waren in der DDR ? 3 , 5 , 10 ?

Man, dass wäre wirklich eine große, wichtige Kraft im Kampf gewesen. Auf diese Personen wäre die DDR im Verteidigungsfall wirklich angewiesen .


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