#61

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 09.03.2014 23:09
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #58
Jescho raz.

Zitat von Rostocker im Beitrag #52
Mich stört das Blauhemd heute noch nicht einmal. Sicher besser,als die Jugend mit Kampfanzug und Maschienengewehr im Namen der Demokratie in Kriegseinsätze zu schicken.






möchtest du deine Förmchen wieder haben?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#62

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 10.03.2014 09:05
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #60
Zitat von steffen52 im Beitrag #10
Zitat von damals wars im Beitrag #7
Blöd halt. Die FDJ ist nicht verboten.

In der Bundesrepublik Deutschland ist die ehemals organisatorisch selbständige FDJ in Westdeutschland seit 1954 wegen Verfassungsfeindlichkeit rechtskräftig verboten.
Halstuch und Blauhemd= Pionierleiterin

@damals wars, es geht nicht um Verbot hin und her. Es geht darum, das eine Angestellte im öffentlichen Dienst sich solche Zicken erlaubt! Sollte es sich um Geschichtsunterricht gehandelt haben, um den Schülern zu zeigen wie sich die Schüler in der DDR kleiden, hätte ich kein Problem. Hätte ein FDJ- Schüler zur Anschauung gereicht. Aber Du hast recht, war eine ehemalige Pionierleiterin!
Grüsse Steffen52



(rot mark)

...da kannste mal sehen, wie richtige Rotlichtbestrahlung nachwirkt, wie lange die vorhält!

Wenn das so war, dann war diese Frau von dem Couleur, wie ich sie einst als 3.- Klässler und Nichtpionier erleben durfte...!

Die hartgesotten nach stalinistischer Manier 9 jährige Kinder mit übelsten Beschimpfungen ihrer Eltern in Gewissenkonflikte bringen wollte. Da war die Unterstellung, die Eltern wären Feinde aller friedliebenden Arbeiter noch harmlos. Das hat sich bei mir eingebrannt...

Das zu Vorrede.

Ich finde auch, in seiner Freizeit kann jeder so einigermaßen machen, was er will. Wenn es um eine Darstellung für den Geschichtsunterricht gewesen wär, auch o. k.. Aber irgendwie beschleicht mich das ungute Gefühl, hier sollte mehr demonstriert werden. Und das sollte aus Schulen fernbleiben, egal welcher politischen Ausrichtung.

Und an die Gutheißer dieser Aktion.

Ich hätte zu gern Euere Reaktion als Funktionsträger der SED an schulischen Einrichtungen oder wo auch immer erleben wollen, wenn sich so etwas auch nur ansatzweise einer zu DDR- Zeiten erlaubt hätte!
Oder könnt ihr Euch nicht mehr erinnern, das Schüler wegen einer dämlichen PVC- Tüte mit harmloser Westreklame für eine Handelskette XY der Zutritt zu Schulen verweigert wurde oder BRD- Aufnäher (schwarz- rot- gold) gewaltsam von den damals modernen Parkas abgetrennt wurden, damit Eigentum beschädigt wurde? Schwer vorstellbar - aber nackte Realität!
Nun erzählt bitte nicht wieder, sowas hat es nicht gegeben! Oder "mit den betreffenden Jugendfreunden wurde im FDJ- Nachmittag darüber diskutiert...!"


Einem gewissen Userklientel hier unterstelle ich, das gerade sie, die heute hier die tollsten Symphatiekundgebungen abhalten, damals die ersten waren, die den oder die betreffenden Initatoren einer solchen Aktion rigeros abgeurteilt hätten, die Jugendlichen am liebsten gleich dem Jugendwerkhof zur "...nachhaltigen politisch- ideologischen Umerziehung nach sozialistischem Vorbild" übergeben hätten!

Nun zieht Euch bitte die passenden oder nicht passenden Jacken an!

Was die Berichterstattung und den Zeitvorlauf (3/4 Jahr) zum eigentlichen Geschehen anbelangt, naja.
Es ist eben das absolut und typisch niedere Niveau einer bestimmten Journallie, welche hier den naiven Bürger aus bestimmten Gründen ansprechen will. Weil man damit sehr gut von aktuellen und anderen gravierenden Problemen ablenken kann...wie z. Bsp. der immer größere klaffenden Scheere zwischen Arm und Reich, einer immer mehr überregulierten Gesellschaft, wo alles menschliche zwischen Verordnungen, Gesetzen und Paragraphen unbarmherzig zerrieben wird...

josy95


Rot: Ja, sowas hat es gegeben. Kann mich zwar nicht mehr an Einzelheiten, aber an Verhalten einzelner "Erzieher" erinnern, die auf sowas schließen lassen. Ich möchte aber darauf hinweisen, daß solche Aktionen a) nicht überall, und b) nicht zu allen Zeiten stattgefunden hatten. Hatte es schon mal geschrieben. Unser Direx war LDPD und in unserer Firma herrschte ein relativ liberaler Umgang. Wie ich schon mal woanders schrieb: 100 DDR-Bürger und 100 verschiedenes Erleben der DDR-Wirklichkeit. Daher auch meine Verantwortlichmachung von bestimmten Personen und nicht Organisationen oder des Staates für solche Übergriffe. Jeder, der mit Menschen umgeht und von berufswegen für deren Betreuung, Erziehung und Leitung verantwortlich ist, hatte/hat einen Ermessensspielraum, gegen mißliebige Erscheinungen energisch vorzugehen oder sie mit Augenmaß zu tolerieren oder das Gespräch darüber zu führen.



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#63

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 10.03.2014 09:11
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #62
Zitat von josy95 im Beitrag #60
Zitat von steffen52 im Beitrag #10
Zitat von damals wars im Beitrag #7
Blöd halt. Die FDJ ist nicht verboten.

In der Bundesrepublik Deutschland ist die ehemals organisatorisch selbständige FDJ in Westdeutschland seit 1954 wegen Verfassungsfeindlichkeit rechtskräftig verboten.
Halstuch und Blauhemd= Pionierleiterin

@damals wars, es geht nicht um Verbot hin und her. Es geht darum, das eine Angestellte im öffentlichen Dienst sich solche Zicken erlaubt! Sollte es sich um Geschichtsunterricht gehandelt haben, um den Schülern zu zeigen wie sich die Schüler in der DDR kleiden, hätte ich kein Problem. Hätte ein FDJ- Schüler zur Anschauung gereicht. Aber Du hast recht, war eine ehemalige Pionierleiterin!
Grüsse Steffen52



(rot mark)

...da kannste mal sehen, wie richtige Rotlichtbestrahlung nachwirkt, wie lange die vorhält!

Wenn das so war, dann war diese Frau von dem Couleur, wie ich sie einst als 3.- Klässler und Nichtpionier erleben durfte...!

Die hartgesotten nach stalinistischer Manier 9 jährige Kinder mit übelsten Beschimpfungen ihrer Eltern in Gewissenkonflikte bringen wollte. Da war die Unterstellung, die Eltern wären Feinde aller friedliebenden Arbeiter noch harmlos. Das hat sich bei mir eingebrannt...

Das zu Vorrede.

Ich finde auch, in seiner Freizeit kann jeder so einigermaßen machen, was er will. Wenn es um eine Darstellung für den Geschichtsunterricht gewesen wär, auch o. k.. Aber irgendwie beschleicht mich das ungute Gefühl, hier sollte mehr demonstriert werden. Und das sollte aus Schulen fernbleiben, egal welcher politischen Ausrichtung.

Und an die Gutheißer dieser Aktion.

Ich hätte zu gern Euere Reaktion als Funktionsträger der SED an schulischen Einrichtungen oder wo auch immer erleben wollen, wenn sich so etwas auch nur ansatzweise einer zu DDR- Zeiten erlaubt hätte!
Oder könnt ihr Euch nicht mehr erinnern, das Schüler wegen einer dämlichen PVC- Tüte mit harmloser Westreklame für eine Handelskette XY der Zutritt zu Schulen verweigert wurde oder BRD- Aufnäher (schwarz- rot- gold) gewaltsam von den damals modernen Parkas abgetrennt wurden, damit Eigentum beschädigt wurde? Schwer vorstellbar - aber nackte Realität!
Nun erzählt bitte nicht wieder, sowas hat es nicht gegeben! Oder "mit den betreffenden Jugendfreunden wurde im FDJ- Nachmittag darüber diskutiert...!"


Einem gewissen Userklientel hier unterstelle ich, das gerade sie, die heute hier die tollsten Symphatiekundgebungen abhalten, damals die ersten waren, die den oder die betreffenden Initatoren einer solchen Aktion rigeros abgeurteilt hätten, die Jugendlichen am liebsten gleich dem Jugendwerkhof zur "...nachhaltigen politisch- ideologischen Umerziehung nach sozialistischem Vorbild" übergeben hätten!

Nun zieht Euch bitte die passenden oder nicht passenden Jacken an!

Was die Berichterstattung und den Zeitvorlauf (3/4 Jahr) zum eigentlichen Geschehen anbelangt, naja.
Es ist eben das absolut und typisch niedere Niveau einer bestimmten Journallie, welche hier den naiven Bürger aus bestimmten Gründen ansprechen will. Weil man damit sehr gut von aktuellen und anderen gravierenden Problemen ablenken kann...wie z. Bsp. der immer größere klaffenden Scheere zwischen Arm und Reich, einer immer mehr überregulierten Gesellschaft, wo alles menschliche zwischen Verordnungen, Gesetzen und Paragraphen unbarmherzig zerrieben wird...

josy95


Rot: Ja, sowas hat es gegeben. Kann mich zwar nicht mehr an Einzelheiten, aber an Verhalten einzelner "Erzieher" erinnern, die auf sowas schließen lassen. Ich möchte aber darauf hinweisen, daß solche Aktionen a) nicht überall, und b) nicht zu allen Zeiten stattgefunden hatten. Hatte es schon mal geschrieben. Unser Direx war LDPD und in unserer Firma herrschte ein relativ liberaler Umgang. Wie ich schon mal woanders schrieb: 100 DDR-Bürger und 100 verschiedenes Erleben der DDR-Wirklichkeit. Daher auch meine Verantwortlichmachung von bestimmten Personen und nicht Organisationen oder des Staates für solche Übergriffe. Jeder, der mit Menschen umgeht und von berufswegen für deren Betreuung, Erziehung und Leitung verantwortlich ist, hatte/hat einen Ermessensspielraum, gegen mißliebige Erscheinungen energisch vorzugehen oder sie mit Augenmaß zu tolerieren oder das Gespräch darüber zu führen.



@DoreHolm ich glaube dir viel auch wenn ich es nicht immer zugebe. Aber die Nummer mit dem "Ermessenspielraum", die nehme ich dir nicht ab.
Die SED war eine knallharte Kaderpartei und Abweichungen von der vorgegeben Parteilinie waren für sie erstens ein Horror und zweitens wurden sie gnadenlos abgestraft. Einer der gängigsten Vokabeln der SED war " Abweichlertum ".


.
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josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.03.2014 09:12 | nach oben springen

#64

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 10.03.2014 09:17
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #62


Rot: Ja, sowas hat es gegeben. Kann mich zwar nicht mehr an Einzelheiten, aber an Verhalten einzelner "Erzieher" erinnern, die auf sowas schließen lassen. Ich möchte aber darauf hinweisen, daß solche Aktionen a) nicht überall, und b) nicht zu allen Zeiten stattgefunden hatten. Hatte es schon mal geschrieben. Unser Direx war LDPD und in unserer Firma herrschte ein relativ liberaler Umgang. Wie ich schon mal woanders schrieb: 100 DDR-Bürger und 100 verschiedenes Erleben der DDR-Wirklichkeit. Daher auch meine Verantwortlichmachung von bestimmten Personen und nicht Organisationen oder des Staates für solche Übergriffe. Jeder, der mit Menschen umgeht und von berufswegen für deren Betreuung, Erziehung und Leitung verantwortlich ist, hatte/hat einen Ermessensspielraum, gegen mißliebige Erscheinungen energisch vorzugehen oder sie mit Augenmaß zu tolerieren oder das Gespräch darüber zu führen.




DoreHolm,

immer dieses: Nein, dies waren ja nur Einzelne...
Wenn Fundamentalisten mit Bärten und dem Glauben an die Jungfrauen im Himmelreich den Sprengstoffgürtel zünden - dann kommt auch stets - nein, unsere Religion ist nicht so, dies sind nur Einzelne, die unsere Religion ganz falsch auslegen. Nur tut diese Religion scheinbar nichts, um diese Falschausleger aus dem Verkehr zu ziehen und eben sowenig hat damals die herrschende Klasse etwas gegen diese Falschausleger der Politik der Diktatur des Proletariates getan. "Nieten in Niethosen" sei nur als Beispiel genannt und die von Josy angeführte Tütenaktion gehörte wohl dann auch dazu. Vorauseilender Gehorsam eines Genossen oder was war dies?
Wenn jemand eine Brandfackel anzündet und sich dann wundert, dass seine Mitläufer auch mal etwas damit anzünden, der muss nicht den Mitläufer schuldig sprechen, sondern denjenigen, der diese Fackel angezündet hat und dass waren wohl die Vordenker und Meinungsbildner weit oben...


josy95 und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#65

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 10.03.2014 09:33
von Heckenhaus | 5.110 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #49



alles, weil es nicht die Jugend zu selbstständigen Menschen erziehen sollte, sondern zur Erfassung, Erziehung der Jugend und als Vorstufe zur totalen Militarisierung als ein Werkzeug des SED Staates zu Sicherung seiner monotheistischen Macht. Dafür gibt/gab es in der jüngeren deutschen Geschichte eine Blaupause, die fast identisch ist und noch schlimmere Folgen hatte.




Dramatisierung scheint die Stärke einiger Foris hier zu sein, ich meinte den Grundgedanken. Der war in erster Linie Wiederaufbau und
Schaffung eines besseren Deutschland, nicht Schaffung einer besseren DDR, denn die war noch nicht richtig präsent.
Von Militarisierung keine Spur, sondern vom Schutz der Errungenschaften der Arbeiter- und Bauernmacht war höchstens die Rede, von der Schaffung
einer besseren Zukunft nach den düsteren Kriegsjahren.
Hätten beide Systeme nach 1949 konsequend versucht, sich mit friedlichen Mitteln an die Spitze zu puschen, die Aufrüstung BEIDER Seiten
wäre uns erspart geblieben. Aber hier war der Westen klar im Vorteil, Stichwort wirtschaftliche Basis und Finanzspritzen von den USA.
Der Kapitalismus hat doch bis heute nichts ausgelassen, wenn es darum ging, eine neue, eventuell bessere Gesellschaftsordnung zu diffamieren
und rigoros zu bekämpfen.

Wie du das siehst, @Gert, ist allein deine Sache, jedenfalls ist das, was heute passiert, keinen Deut besser als das, was du beschreibst.
Militarisierung haben wir, schicken Soldaten in alle Welt, um in tausenden Kilometern Entfernung unsere Freiheit zu verteidigen. Der Lacher schlechthin,
wenn es nicht so traurig wäre.
Der Terror kommt aus Afghanistan oder Mali, alles klar. Woher sind dann die potentiellen Attentäter vor Ort, woher die Haßprediger ?
Haben wir die Freiheit an falscher Stelle verteidigt ? Oder geht es doch bloß um das eine Ziel, zuerst die Hand auf die Ressuorcen dieser Länder
zu legen ?
Hat die DDR solches militaristisch im Schilde gehabt ? Konnte sie das überhaupt ? Oder ging es doch bloß um den Schutz des eigenen Landes ?
Das nicht alles perfekt lief, wurde bereits ausreichend diskutiert, das braucht nicht gebetsmühlenartig wiederholt zu werden.
Aber deine These von der

Zitat
Erziehung der Jugend und als Vorstufe zur totalen Militarisierung als ein Werkzeug des SED Staates zu Sicherung seiner monotheistischen Macht


halte ich doch für etwas weit hergeholt.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
Udo, Gert und frank haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#66

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 10.03.2014 10:18
von damals wars | 12.113 Beiträge

Die Stalinzeit war offensichtlich schon sehr prägend!

Genau wie die Zowjetzone Adenauers!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#67

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 10.03.2014 10:25
von Gelöschtes Mitglied
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Zum Thema FDJ und "Abweichler", mir fällt da der Spruch ein:

"Schwerter zu Pflugscharen"

Hier im Forum hat ein User dazu einmal ergänzt:

"Schwerter zu Pflugscharen, heute pflügen die die Ihre Schwerter demilitarisiert haben für jene, welche ihre Schwerter behalten haben"

Klasse Ergänzung.

Was ist eigentlich mit den Pfadfindern, der Heilsarmee, tragen die nicht auch Uniformen? Kann man da nicht auch eine Nähe zum "guten alten Militarismus" rein deuten?


Heckenhaus hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#68

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 10.03.2014 10:40
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #65
Zitat von Gert im Beitrag #49



alles, weil es nicht die Jugend zu selbstständigen Menschen erziehen sollte, sondern zur Erfassung, Erziehung der Jugend und als Vorstufe zur totalen Militarisierung als ein Werkzeug des SED Staates zu Sicherung seiner monotheistischen Macht. Dafür gibt/gab es in der jüngeren deutschen Geschichte eine Blaupause, die fast identisch ist und noch schlimmere Folgen hatte.




Dramatisierung scheint die Stärke einiger Foris hier zu sein, ich meinte den Grundgedanken. Der war in erster Linie Wiederaufbau und
Schaffung eines besseren Deutschland, nicht Schaffung einer besseren DDR, denn die war noch nicht richtig präsent.
Von Militarisierung keine Spur, sondern vom Schutz der Errungenschaften der Arbeiter- und Bauernmacht war höchstens die Rede, von der Schaffung
einer besseren Zukunft nach den düsteren Kriegsjahren.
Hätten beide Systeme nach 1949 konsequend versucht, sich mit friedlichen Mitteln an die Spitze zu puschen, die Aufrüstung BEIDER Seiten
wäre uns erspart geblieben. Aber hier war der Westen klar im Vorteil, Stichwort wirtschaftliche Basis und Finanzspritzen von den USA.
Der Kapitalismus hat doch bis heute nichts ausgelassen, wenn es darum ging, eine neue, eventuell bessere Gesellschaftsordnung zu diffamieren
und rigoros zu bekämpfen.

Wie du das siehst, @Gert, ist allein deine Sache, jedenfalls ist das, was heute passiert, keinen Deut besser als das, was du beschreibst.
Militarisierung haben wir, schicken Soldaten in alle Welt, um in tausenden Kilometern Entfernung unsere Freiheit zu verteidigen. Der Lacher schlechthin,
wenn es nicht so traurig wäre.
Der Terror kommt aus Afghanistan oder Mali, alles klar. Woher sind dann die potentiellen Attentäter vor Ort, woher die Haßprediger ?
Haben wir die Freiheit an falscher Stelle verteidigt ? Oder geht es doch bloß um das eine Ziel, zuerst die Hand auf die Ressuorcen dieser Länder
zu legen ?
Hat die DDR solches militaristisch im Schilde gehabt ? Konnte sie das überhaupt ? Oder ging es doch bloß um den Schutz des eigenen Landes ?
Das nicht alles perfekt lief, wurde bereits ausreichend diskutiert, das braucht nicht gebetsmühlenartig wiederholt zu werden.
Aber deine These von der

Zitat
Erziehung der Jugend und als Vorstufe zur totalen Militarisierung als ein Werkzeug des SED Staates zu Sicherung seiner monotheistischen Macht


halte ich doch für etwas weit hergeholt.




@Heckenhaus
richtig, die SED wollte die Schaffung eines besseren Deutschlands. Unter besser verstand sie jedoch etwas anderes als die westdeutschen Bürger. Wenn sie es geschafft hätte, ganz D zu beherrschen, hätten wir uns 1989 alle 82 Millionen am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen müssen. Eine abenteuerliche Vorstellung und ich bin dem Schicksal dankbar, das sie es nicht geschafft haben, in Westdeutschland Fuss zu fassen. Ich habe 1954 noch nicht in WD gelebt aber ich bin froh, dass man die FDJ hier verboten hat. Sie ist Teil einer 5.Kolonne des Sowjetimperiums gewesen, deren Ziel es war, am Atlantik zu stehen. Das ist zum Glück der Menschen verhindert worden.
Was nun dein Einwand deutsche Soldaten in Afghanistan betrifft. Erstens hat er nichts mit der FDJ zu tun, zweitens sind das Berufssoldaten die freiwillig dorthingehen und genau wissen, in welche Gefahr sie sich begeben und drittens daraus den Schluss zu ziehen, D wäre ein militaristische Staat ist schon abenteuerlich. Wenn ich richtig informiert bin, ist die Bundeswehr seit 89 um mehr als die Hälfte reduziert worden und das in Gesamtdeutschland, also auch unter Berücksichtigung der Demobilisierung der NVA.


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#69

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 10.03.2014 10:50
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #65
Zitat von Gert im Beitrag #49



alles, weil es nicht die Jugend zu selbstständigen Menschen erziehen sollte, sondern zur Erfassung, Erziehung der Jugend und als Vorstufe zur totalen Militarisierung als ein Werkzeug des SED Staates zu Sicherung seiner monotheistischen Macht. Dafür gibt/gab es in der jüngeren deutschen Geschichte eine Blaupause, die fast identisch ist und noch schlimmere Folgen hatte.




Dramatisierung scheint die Stärke einiger Foris hier zu sein, ich meinte den Grundgedanken. Der war in erster Linie Wiederaufbau und
Schaffung eines besseren Deutschland, nicht Schaffung einer besseren DDR, denn die war noch nicht richtig präsent.
Von Militarisierung keine Spur, sondern vom Schutz der Errungenschaften der Arbeiter- und Bauernmacht war höchstens die Rede, von der Schaffung
einer besseren Zukunft nach den düsteren Kriegsjahren.
Hätten beide Systeme nach 1949 konsequend versucht, sich mit friedlichen Mitteln an die Spitze zu puschen, die Aufrüstung BEIDER Seiten
wäre uns erspart geblieben. Aber hier war der Westen klar im Vorteil, Stichwort wirtschaftliche Basis und Finanzspritzen von den USA.
Der Kapitalismus hat doch bis heute nichts ausgelassen, wenn es darum ging, eine neue, eventuell bessere Gesellschaftsordnung zu diffamieren
und rigoros zu bekämpfen.

Wie du das siehst, @Gert, ist allein deine Sache, jedenfalls ist das, was heute passiert, keinen Deut besser als das, was du beschreibst.
Militarisierung haben wir, schicken Soldaten in alle Welt, um in tausenden Kilometern Entfernung unsere Freiheit zu verteidigen. Der Lacher schlechthin,
wenn es nicht so traurig wäre.
Der Terror kommt aus Afghanistan oder Mali, alles klar. Woher sind dann die potentiellen Attentäter vor Ort, woher die Haßprediger ?
Haben wir die Freiheit an falscher Stelle verteidigt ? Oder geht es doch bloß um das eine Ziel, zuerst die Hand auf die Ressuorcen dieser Länder
zu legen ?
Hat die DDR solches militaristisch im Schilde gehabt ? Konnte sie das überhaupt ? Oder ging es doch bloß um den Schutz des eigenen Landes ?
Das nicht alles perfekt lief, wurde bereits ausreichend diskutiert, das braucht nicht gebetsmühlenartig wiederholt zu werden.
Aber deine These von der

Zitat
Erziehung der Jugend und als Vorstufe zur totalen Militarisierung als ein Werkzeug des SED Staates zu Sicherung seiner monotheistischen Macht


halte ich doch für etwas weit hergeholt.





@Heckenhaus Keine Militarisierung der DDR? Ich bin alt genug um mich zu erinnern dass ich schon Anfang der 50er Jahre in Erfurt Soldaten der KVP in voller Uniform, bewaffnet, an mir als kleinem Jungen vorbeimarschieren sah ( wir standen als Kinder am Strassenrand, wir haben nicht die Parade abgenommen). Da gab es in der Bundesrepublik noch keine Bundeswehr oder vorlaufende, militärische Verbände.
Ich weiss, noch dass meine Eltern sich darüber tierisch aufregten, so nach dem Motto kaum ist der letzte Krieg vorbei, da sind schon wieder Soldaten auf den Strassen. Es ging auch der Spruch rum, jedem sollte die Hand abfaulen, der noch mal eine Waffe in die Hand nimmt- Hat alles nichts genützt. Es gibt gute und schlechte Waffen aus der Sicht bestimmter Leute, damit muss man sich wohl abfinden.


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Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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zuletzt bearbeitet 10.03.2014 10:51 | nach oben springen

#70

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 10.03.2014 10:50
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Wenn ich mal angenommen an einem schönen Sonntag in den Biergarten gehe und da sitzt einer mit einer SS-Uniform und in der anderen Ecke eine kleine FDJ-Gruppe, dann wüsste ich das die Klapse Ausgang hat und würd mir mein Bierchen trotzdem schmecken lassen.


josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#71

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 10.03.2014 10:52
von andyman | 1.871 Beiträge

Und an die Gutheißer dieser Aktion.

Ich hätte zu gern Euere Reaktion als Funktionsträger der SED an schulischen Einrichtungen oder wo auch immer erleben wollen, wenn sich so etwas auch nur ansatzweise einer zu DDR- Zeiten erlaubt hätte!
Oder könnt ihr Euch nicht mehr erinnern, das Schüler wegen einer dämlichen PVC- Tüte mit harmloser Westreklame für eine Handelskette XY der Zutritt zu Schulen verweigert wurde oder BRD- Aufnäher (schwarz- rot- gold) gewaltsam von den damals modernen Parkas abgetrennt wurden, damit Eigentum beschädigt wurde? Schwer vorstellbar - aber nackte Realität!
Nun erzählt bitte nicht wieder, sowas hat es nicht gegeben! Oder "mit den betreffenden Jugendfreunden wurde im FDJ- Nachmittag darüber diskutiert...!"

Einem gewissen Userklientel hier unterstelle ich, das gerade sie, die heute hier die tollsten Symphatiekundgebungen abhalten, damals die ersten waren, die den oder die betreffenden Initatoren einer solchen Aktion rigeros abgeurteilt hätten, die Jugendlichen am liebsten gleich dem Jugendwerkhof zur "...nachhaltigen politisch- ideologischen Umerziehung nach sozialistischem Vorbild" übergeben hätten!

Nun zieht Euch bitte die passenden oder nicht passenden Jacken an!

Was die Berichterstattung und den Zeitvorlauf (3/4 Jahr) zum eigentlichen Geschehen anbelangt, naja.
Es ist eben das absolut und typisch niedere Niveau einer bestimmten Journallie, welche hier den naiven Bürger aus bestimmten Gründen ansprechen will. Weil man damit sehr gut von aktuellen und anderen gravierenden Problemen ablenken kann...wie z. Bsp. der immer größere klaffenden Scheere zwischen Arm und Reich, einer immer mehr überregulierten Gesellschaft, wo alles menschliche zwischen Verordnungen, Gesetzen und Paragraphen unbarmherzig zerrieben wird...

josy95
[/quote]

hallo.grün mark.Diese Praxis ist mir auch begegnet,ging sogar soweit das von Jeans die Markenschilder abgetrennt wurden und die hosen dabei beschädigt wurden.Da es auch zu Beschwerden kam hat die Schulleitung dann die betreffenden Schüler nach Hause geschickt,diese Praxis ließ sich aber nicht durchsetzen und davon wurde wieder Abstand genommen.Insgesamt sind das unschöne Erinnerungen und haben sich auch bei mir eingebrannt,vor allem die Blauhemd-verordnung Montagsfrüh zum Fahnenappell.Zu diesem Thema denke ich ist alles gesagt,die Sache ansich ist doch lächerlich und nicht der ganzen Aufregung wert .Das diese Sache jetzt so hochgekocht wurde haben wir der jagd nach dem Leser zu verdanken und sollten das nicht so eng sehen.Es gab auch schon Theaterstücke wo in Naziuniform mit Symbolen hantiert wurde und jeder Zuschauer sich seinen Reim darauf machen konnte und das als Theater wahrgenommen hat.Sind uns die Augen noch nicht aufgegangen in dieser Republik wo alles anders aber nicht unbedingt besser ist?
OT.
z.B.ehem.Steinewerfer bei Demos-später Außenminister
ehem.Pastor -später Verteidigungsminister
ehem.Bundespräsident -korrupt allerdings freigesprochen
ehem. Politiker(mehrere) -gefälschte Doktorarbeiten
Lgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
Heckenhaus und josy95 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#72

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 10.03.2014 10:56
von Heckenhaus | 5.110 Beiträge

@Gert, genau das macht das Leben bunt und interessant, die Meinungsvielfalt. Und die wird geprägt vom Erlebten, vom Umfeld, in dem man aufgewachsen ist, in dem man seine Existenz geschaffen hat, seine Familie gegründet hat.
Zu den Medien sage ich mal nichts, im Osten einseitige Schönfärberei, im Westen vielseitige Schönfärberei.
Irgend woher müssen die heute vorhandenen Vorurteile und Einstellungen ja auch kommen. Nur eins noch :

Ich glaube nicht, das das, was die "Genossen" in den 70-ern und 80-ern fabriziert haben das gewesen ist, wofür bei der Gründung der DDR gestanden wurde. Hier hat sich leidereine Kaste "alter Säcke" ihr eigenes Reich geschaffen, fernab jeglicher Realität.
Wäre hier eine stete Erneuerung geschehen, angepaßt an die jeweiligen Realitäten, hätte sich auch gezeigt, das der Grundgedanke der FDJ richtig war.

Zu deinem Statement bzgl. der Bundeswehr kann man geteilter Meinung sein. Egal ob als Wehrdienstheer oder als Berufs (Söldner) Armee.
Grundauftrag der BW war der Schutz der BRD, nicht der Kampf ums Gold in fernen Ländern. Gold steht hier stellvertretend für Bodenschätze allgemein,
das Afghanistan interessant ist im Kampf um die "seltenen Erden" ist kein Geheimnis.
.


.
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Gert und andyman haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#73

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 10.03.2014 13:13
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #64
Zitat von DoreHolm im Beitrag #62


Rot: Ja, sowas hat es gegeben. Kann mich zwar nicht mehr an Einzelheiten, aber an Verhalten einzelner "Erzieher" erinnern, die auf sowas schließen lassen. Ich möchte aber darauf hinweisen, daß solche Aktionen a) nicht überall, und b) nicht zu allen Zeiten stattgefunden hatten. Hatte es schon mal geschrieben. Unser Direx war LDPD und in unserer Firma herrschte ein relativ liberaler Umgang. Wie ich schon mal woanders schrieb: 100 DDR-Bürger und 100 verschiedenes Erleben der DDR-Wirklichkeit. Daher auch meine Verantwortlichmachung von bestimmten Personen und nicht Organisationen oder des Staates für solche Übergriffe. Jeder, der mit Menschen umgeht und von berufswegen für deren Betreuung, Erziehung und Leitung verantwortlich ist, hatte/hat einen Ermessensspielraum, gegen mißliebige Erscheinungen energisch vorzugehen oder sie mit Augenmaß zu tolerieren oder das Gespräch darüber zu führen.




DoreHolm,

immer dieses: Nein, dies waren ja nur Einzelne...
Wenn Fundamentalisten mit Bärten und dem Glauben an die Jungfrauen im Himmelreich den Sprengstoffgürtel zünden - dann kommt auch stets - nein, unsere Religion ist nicht so, dies sind nur Einzelne, die unsere Religion ganz falsch auslegen. Nur tut diese Religion scheinbar nichts, um diese Falschausleger aus dem Verkehr zu ziehen und eben sowenig hat damals die herrschende Klasse etwas gegen diese Falschausleger der Politik der Diktatur des Proletariates getan. "Nieten in Niethosen" sei nur als Beispiel genannt und die von Josy angeführte Tütenaktion gehörte wohl dann auch dazu. Vorauseilender Gehorsam eines Genossen oder was war dies?
Wenn jemand eine Brandfackel anzündet und sich dann wundert, dass seine Mitläufer auch mal etwas damit anzünden, der muss nicht den Mitläufer schuldig sprechen, sondern denjenigen, der diese Fackel angezündet hat und dass waren wohl die Vordenker und Meinungsbildner weit oben...


Rüganer, warum deutelst Du da was in meine Aussage hinein ? Ich habe nicht gesagt, daß es nur Einzelne gewesen sind. Diese "Einzelnen" sind die mir mehr oder weniger in Erinnerung gebliebenen Fälle. Damit habe ich nicht gesagt, daß mancherorts und mancherzeit diese "Einzelnen" eine Mehrzahl darstellten. Ein Irrtum ist es auch, wenn mitunter die SED als homogener Block hingestellt wird, in dem alle Mitglieder sich der Meinung des Politbüros vorbehaltlos anschließen und deren Beschlüsse voller Elan durchführen. Über die kontroversen Diskussionen im PB wurde nach Außen wenig bekannt, allerdings wurde in den Betrieben diskutiert und durch die Genossen an der Basis wurde so manches anders gesehen. Danach sah dann auch der "Elan" aus, mit der Beschlüsse durchgeführt wurden. Wer von der Richtigkeit eines Beschlusses nicht überzeugt ist, engagiert sich auch nicht in dem gewünschten Maße wie vom Beschlussgremium gewünscht. Das war in der SED so und ist auch in allen anderen Parteien und Organisationen so.
Durch Gert, wenn ich ihn richtig verstanden habe, wurde ebenfalls der "Ermessensspielraum" negiert. Hier möchte ich ebenfalls auf mein oben gesagtes verweisen. Was mich betrifft, habe ich den Ermessensspielraum ausgeschöpft, wenn ich etwas nicht richtig oder auch unsinnig fand und bin in keiner Weise dafür "gnadenlos abgestraft" worden. Mag sein, daß das für Parteikader sehr weit oben zutraf, aber die hatten i.d.R. nicht oder wenig mit den Kollegen/innen/Mitarbeitern in den Betrieben und Behörden zu tun. Dann hätte das Politbüro, ich werfe mal hier eine Zahl rein, ca. 2/3 aller Genossen ausschließen müssen, weil die irgendwann schon mal wegen Meinungsdifferenzen Beschlüsse oder Richtlinien nicht so durchgesetzt haben wie gefordert. Wie schon mal dargelegt, wurde nicht an der Sache gezweifelt, deshalb auch keine richtige vielfache Opposition, aber es wurde an der Basis versucht, machen Auswüchsen die Spitze zu nehmen. Da denke ich wieder an die Erkenntnisse des US-amerikanischen Historikers in seinem Buch "Die rätselhafte Stabilität der DDR".



Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.03.2014 13:23 | nach oben springen

#74

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 11.03.2014 16:26
von StabsfeldKoenig | 2.618 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #69
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #65
Zitat von Gert im Beitrag #49



alles, weil es nicht die Jugend zu selbstständigen Menschen erziehen sollte, sondern zur Erfassung, Erziehung der Jugend und als Vorstufe zur totalen Militarisierung als ein Werkzeug des SED Staates zu Sicherung seiner monotheistischen Macht. Dafür gibt/gab es in der jüngeren deutschen Geschichte eine Blaupause, die fast identisch ist und noch schlimmere Folgen hatte.




Dramatisierung scheint die Stärke einiger Foris hier zu sein, ich meinte den Grundgedanken. Der war in erster Linie Wiederaufbau und
Schaffung eines besseren Deutschland, nicht Schaffung einer besseren DDR, denn die war noch nicht richtig präsent.
Von Militarisierung keine Spur, sondern vom Schutz der Errungenschaften der Arbeiter- und Bauernmacht war höchstens die Rede, von der Schaffung
einer besseren Zukunft nach den düsteren Kriegsjahren.
Hätten beide Systeme nach 1949 konsequend versucht, sich mit friedlichen Mitteln an die Spitze zu puschen, die Aufrüstung BEIDER Seiten
wäre uns erspart geblieben. Aber hier war der Westen klar im Vorteil, Stichwort wirtschaftliche Basis und Finanzspritzen von den USA.
Der Kapitalismus hat doch bis heute nichts ausgelassen, wenn es darum ging, eine neue, eventuell bessere Gesellschaftsordnung zu diffamieren
und rigoros zu bekämpfen.

Wie du das siehst, @Gert, ist allein deine Sache, jedenfalls ist das, was heute passiert, keinen Deut besser als das, was du beschreibst.
Militarisierung haben wir, schicken Soldaten in alle Welt, um in tausenden Kilometern Entfernung unsere Freiheit zu verteidigen. Der Lacher schlechthin,
wenn es nicht so traurig wäre.
Der Terror kommt aus Afghanistan oder Mali, alles klar. Woher sind dann die potentiellen Attentäter vor Ort, woher die Haßprediger ?
Haben wir die Freiheit an falscher Stelle verteidigt ? Oder geht es doch bloß um das eine Ziel, zuerst die Hand auf die Ressuorcen dieser Länder
zu legen ?
Hat die DDR solches militaristisch im Schilde gehabt ? Konnte sie das überhaupt ? Oder ging es doch bloß um den Schutz des eigenen Landes ?
Das nicht alles perfekt lief, wurde bereits ausreichend diskutiert, das braucht nicht gebetsmühlenartig wiederholt zu werden.
Aber deine These von der

Zitat
Erziehung der Jugend und als Vorstufe zur totalen Militarisierung als ein Werkzeug des SED Staates zu Sicherung seiner monotheistischen Macht


halte ich doch für etwas weit hergeholt.





@Heckenhaus Keine Militarisierung der DDR? Ich bin alt genug um mich zu erinnern dass ich schon Anfang der 50er Jahre in Erfurt Soldaten der KVP in voller Uniform, bewaffnet, an mir als kleinem Jungen vorbeimarschieren sah ( wir standen als Kinder am Strassenrand, wir haben nicht die Parade abgenommen). Da gab es in der Bundesrepublik noch keine Bundeswehr oder vorlaufende, militärische Verbände.
Ich weiss, noch dass meine Eltern sich darüber tierisch aufregten, so nach dem Motto kaum ist der letzte Krieg vorbei, da sind schon wieder Soldaten auf den Strassen. Es ging auch der Spruch rum, jedem sollte die Hand abfaulen, der noch mal eine Waffe in die Hand nimmt- Hat alles nichts genützt. Es gibt gute und schlechte Waffen aus der Sicht bestimmter Leute, damit muss man sich wohl abfinden.




Und wann entstanden Bundesgrenzschutz und Industrie-Polizei (brit. Zone)?



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#75

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 11.03.2014 16:47
von Heckenhaus | 5.110 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #69




@Heckenhaus Keine Militarisierung der DDR? Ich bin alt genug um mich zu erinnern dass ich schon Anfang der 50er Jahre in Erfurt Soldaten der KVP in voller Uniform, bewaffnet, an mir als kleinem Jungen vorbeimarschieren sah ( wir standen als Kinder am Strassenrand, wir haben nicht die Parade abgenommen). Da gab es in der Bundesrepublik noch keine Bundeswehr oder vorlaufende, militärische Verbände.



Wenn du dich mal da nicht irrst. Es gab den Bundesgrenzschutz seit 1951, und wie ich eben erfahren habe, hatte der Kombattantenstatus.

Kombattanten sind nach dem humanitären Völkerrecht Personen, die unabhängig von der Rechtmäßigkeit des Konflikts zu Kriegshandlungen berechtigt sind. Dies erlaubt dem Kriegsgegner die gezielte Bekämpfung und Tötung der uniformierten Kombattanten, ermöglicht ihnen jedoch auch eine Behandlung nach den Regeln der Genfer Konventionen, beispielsweise den Status als Kriegsgefangener im Fall einer Gefangennahme. Sie verlieren den geschützten Kombattantenstatus, wenn sie nicht unterscheidbar von Zivilpersonen kämpfen, ihre Waffen nicht offen tragen oder die Uniform des Kriegsgegners tragen.


http://de.wikipedia.org/wiki/Kombattantenstatus

Somit war der BGS eine Art Armee, im Notfall mit Kampfauftrag.

Und dazu die Frage : Was spricht gegen eine bewaffnete Polizeitruppe zum Schutz des Staates ? Oder darf das nur die eine Seite,
die angeblich "gute" Seite ? (Aus deiner Sicht).
War das bereits eine "Militarisierung" ?

.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
zuletzt bearbeitet 11.03.2014 16:51 | nach oben springen

#76

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 12.03.2014 01:49
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #43
Ich wäre sogar dafür dieses Blauhemd-Verbot wieder aufzuheben, wenn paar Vollhonks mit dem Teil rumrennen möchten, bitte schön, jedem Tierchen sein Pläsierchen und das deshalb die Demokratie Schaden nimmt glaube ich nicht.
Gab ja mal den Ordnungsstrafbegriff des groben Unfugs, könnte man ja schlimmstenfalls anwenden und ein 20€-Knöllchen ausschreiben.

wer sind hier vollhonks ? leute die sich in errinnerung an vergangene deutsche geschichte zu recht errinnern dürfen oder diese die heut zu tage zulassen das wieder in deutschem lande braune nazihemden mit symbolen , geschrei und hitlergruß durch deutsche städte ziehen ?
das geschwafel und vergleiche ziehen zwischen blauhemden der ddr und den nazis ist für mich grober unfug und mit einem knöllchen plus eine null dran zu bestrafen !!
alles andere was teilweise auf deutschen strassen so rechtsradikaler weise passiert ist eine ausgesprochene schande für unser volk und im bezug auf andere beteiligten völker eine blamage und armutszeugnis aller friedlebenden deutschen !!!



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#77

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 12.03.2014 02:13
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #70
Wenn ich mal angenommen an einem schönen Sonntag in den Biergarten gehe und da sitzt einer mit einer SS-Uniform und in der anderen Ecke eine kleine FDJ-Gruppe, dann wüsste ich das die Klapse Ausgang hat und würd mir mein Bierchen trotzdem schmecken lassen.


ersetze mal rot mark mit immobilienmakler und 'komiker' , dann würde mir das bierchen schmecken , auch wenn ein bischen bitter !!!



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#78

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 12.03.2014 09:52
von EK82I | 869 Beiträge

O Himmel,eine junge Frau und endloser Geschichtsuntericht hier.Ein bissel Toleranz sollte doch möglich sein,ohne dass hier wieder das unterste zuoberst gekehrt wird.Pro und contra ok,aber muss das so ausufern?
Eine Frage stellt sich mir aber doch,wie bitte sieht neutraler Geschichtsuntericht aus, betreffs unser gemeinsamen getrennten Geschichte?


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#79

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 12.03.2014 11:43
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von frank im Beitrag #77
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #70
Wenn ich mal angenommen an einem schönen Sonntag in den Biergarten gehe und da sitzt einer mit einer SS-Uniform und in der anderen Ecke eine kleine FDJ-Gruppe, dann wüsste ich das die Klapse Ausgang hat und würd mir mein Bierchen trotzdem schmecken lassen.


ersetze mal rot mark mit immobilienmakler und 'komiker' , dann würde mir das bierchen schmecken , auch wenn ein bischen bitter !!!



Eigentlich könnte ich jetzt beleidigt sein angesichts dieser ungehörigen persönlichen Attacke, aber die Sonne scheint so schön und ganz ohne Komik wäre das Leben reichlich trübe.


zuletzt bearbeitet 12.03.2014 11:54 | nach oben springen

#80

RE: Was darf man eigentlich noch

in Themen vom Tage 13.03.2014 00:19
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #79
Zitat von frank im Beitrag #77
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #70
Wenn ich mal angenommen an einem schönen Sonntag in den Biergarten gehe und da sitzt einer mit einer SS-Uniform und in der anderen Ecke eine kleine FDJ-Gruppe, dann wüsste ich das die Klapse Ausgang hat und würd mir mein Bierchen trotzdem schmecken lassen.


ersetze mal rot mark mit immobilienmakler und 'komiker' , dann würde mir das bierchen schmecken , auch wenn ein bischen bitter !!!



Eigentlich könnte ich jetzt beleidigt sein angesichts dieser ungehörigen persönlichen Attacke, aber die Sonne scheint so schön und ganz ohne Komik wäre das Leben reichlich trübe.



stimmt !!!



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