#1

ein Parteiauftrag der SED

in DDR Zeiten 02.03.2014 16:50
von Lutze | 8.033 Beiträge

einiges kann man hier im Forum dazu lesen,
wie sah so ein Parteiauftrag wirklich aus,
wurde dieser Auftrag mündlich oder schriftlich gegeben?,
wie sah es mit der Umsetzung dazu aus?,
hat ein kleiner Genosse auch einen Parteiauftrag bekommen?,
Parteiauftrag nicht erfüllt,was dann?,
gab es auch kuriose Parteiaufträge?,
oder Parteiauftrag erfüllt,wie hat sich die Partei dafür bedankt?
gruß Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#2

RE: ein Parteiauftrag der SED

in DDR Zeiten 02.03.2014 19:45
von schulzi | 1.757 Beiträge

ein Parteiaufrag wurde in der Parteivers.- über geben meist war es ein kleines Faltblättchen wo deine Aufgabe beschrieben wurde.Kann von GO zur GO verschieden gehandhabt wurden sein.Jeder konnte einen bekommen!Bedankt wurde sich mit einen kommunistischen Dank und wen man ihn nicht erfüllen konntest hat man gesagt warum . Das wars also nichts weltbewegentes.


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#3

RE: ein Parteiauftrag der SED

in DDR Zeiten 02.03.2014 20:03
von DoreHolm | 7.688 Beiträge

Zitat von schulzi im Beitrag #2
ein Parteiaufrag wurde in der Parteivers.- über geben meist war es ein kleines Faltblättchen wo deine Aufgabe beschrieben wurde.Kann von GO zur GO verschieden gehandhabt wurden sein.Jeder konnte einen bekommen!Bedankt wurde sich mit einen kommunistischen Dank und wen man ihn nicht erfüllen konntest hat man gesagt warum . Das wars also nichts weltbewegentes.


Ich meine, wirklich die Privatsphäre beeinflussende PA konnte es nur bei denen geben, die sozus. hauptamtlich eingesetzt waren, insbes. wenn sie ihr Gehalt von der Partei erhielten. Da konnte es zu Umsetzungen in andere Betriebe oder Behörden kommen. Ist etwa so wie bei Offizieren zu verstehen, wobei es da wohl eine Art Befehl war. Bei den unteren Chargen waren PA mehr eine Lapalie, wenn es denn welche gab. Persönlich kann ich mich nicht daran erinnern, jemals einen PA erhalten zu haben, den ich als solche betrachten könnte.



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#4

RE: ein Parteiauftrag der SED

in DDR Zeiten 02.03.2014 20:27
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Die relativ einfach klingende Frage zwingt mich doch angestrengt zum Nachdenken.
Ähnlich wie @ Dore Holm kann ich mich nämlich auch nicht an dieses konkrete Instrument der innerparteilichen Abläufe erinnern, zumindest nicht mit dem konkreten Bezug auf eine Einzelperson.
Es gab wohl die Kampfprogramme der Grundorganisationen oder an einzelne Genossen vergebene organisationstechnische Aufgaben, der Begriff "Parteiauftrag" mutet eher als Keule an für einen Auftrag den man auch ohne Keule als Parteisekretär vom entsprechenden Mitglied erfüllt bekommen würde.
Möglicherweise wurden sogar Projekte der Parteiarbeit zum Parteiauftrag deklariert ohne daß jemand diesen Begriff in den Mund genommen hätte.
Viel bedenklicher war, daß dieses Vokabular des sozialistischen Alltags zu einem geflügelten Wort mutierte und von jedermann gebraucht wurde um die Ernsthaftigkeit bestimmter Anliegen ins Lächerliche zu ziehen.
Angemerkt sei allerdings, daß ich nur noch aus der Perspektive der letzten sieben Jahre der SED aus eigener Wahrnehmung heraus berichten kann.



DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#5

RE: ein Parteiauftrag der SED

in DDR Zeiten 02.03.2014 20:49
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von schulzi im Beitrag #2
ein Parteiaufrag wurde in der Parteivers.- über geben meist war es ein kleines Faltblättchen wo deine Aufgabe beschrieben wurde.Kann von GO zur GO verschieden gehandhabt wurden sein.Jeder konnte einen bekommen!Bedankt wurde sich mit einen kommunistischen Dank und wen man ihn nicht erfüllen konntest hat man gesagt warum . Das wars also nichts weltbewegentes.


Vielleicht ging es streckenweise lediglich darum zu dokumentieren, daß es jeden getroffen hat, daß also jeder irgendeinen Auftrag bekommen hat damit niemand meint, immer nur für andere die Arbeit zu machen.
Kannst Du Dich daran erinnern, ob man diese Faltblättchen an alleGenossen ausgegeben hatte oder nur einzelne auserwählt waren ?
Wurde möglicherweise über das Jahr hinweg Buch geführt, wer schon einen hatte um am Ende niemanden zu vergessen ?



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#6

RE: ein Parteiauftrag der SED

in DDR Zeiten 02.03.2014 23:32
von Rainman2 | 5.759 Beiträge

Es gab verschiedene Formen für die Parteiaufträge, aber die Regel war, dass ein Parteiauftrag schriftlich erteilt wurde. Das waren längerfristige Ziele, die in der Regel vorher mit dem entsprechenden Parteimitglied besprochen waren. So konnte ein Kompaniechef beispielsweise beauftragt werden, die Arbeit der Massenorganisationen in seiner Einheit stärker zu unterstützen, aber genauso konnte sich ein Parteiauftrag auf Aufgaben stützen, die sowieso in seinem Verantwortungsbereich lagen, die aber aus Sicht der Parteiorganisation einer besseren Abarbeitung bedurften. Im Prinzip war ein Parteiauftrag einer heutigen Zielvereinbarung nicht unähnlich.

In welcher Form die Parteiaufträge ausgegeben wurden, war unterschiedlich. Die einfachste Form war ein A4-Blatt, auf dem mit Schreibmaschine geschrieben der entsprechende Auftrag stand. In jedem Fall wurden die Ausgabe und das Datum der Abrechnung protokolliert und zu den entsprechenden Mitgliederversammlungen erfolgten dann der Bericht über die Erfüllung, die Diskussion und die Beschlussfassung über Erfüllung des Ziels. Wurden Parteiaufträge nicht erfüllt, konnte das durchaus auch zu einem Parteiverfahren führen. Die Erfüllung eines Parteiauftrages wurde im übrigen vorausgesetzt, dafür wurde in der Regel also bestenfalls in der Versammlung gedankt.

In jedem Fall hing aber die Qualität der Arbeit mit den Parteiaufträgen von der entsprechenden Parteileitung ab. Diese musste in der Lage sein, die praktischen Erfordernisse für die Vergabe von Parteiaufträgen zu überblicken. Rein persönliche Aufträge, wie das In-Ordnung-bringen des Familienlebens oder so, habe ich persönlich nicht erlebt.

Im Übrigen müsste jedes Mitglied der SED mindestens einen Parteiauftrag erhalten haben, nämlich zu Beginn seiner Kandidatenzeit. Die Abrechnung dieses Parteiauftrages war normalerweise maßgeblich für die Aufnahme als Mitglied. Soweit ich mich erinnere, enthielt mein Kandidatenauftrag die drei grundsätzlichen Aufgaben: Guter Lehrabschluss, aktive Mitarbeit im Bewerberkollektiv und aktive gesellschaftliche Arbeit in der FDJ-Singebewegung. Das entsprach sowieso meiner Arbeit und war insofern nicht schwer zu erfüllen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


jecki09 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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