#1

Diplomaten in der DDR und Immunität

in Leben in der DDR 29.07.2009 07:31
von Angelo | 12.396 Beiträge

Auch in der DDR hat es wohl Botschaften fremder Länder gegeben und deshalb kann man davon ausgehen das es auch viele Diplomaten in Ost Berlin gegeben hat. Aber hatten diese Diplomaten auch Immunität wie in anderen Ländern? Durften die sich genau so frei bewegen? Ja das ist auch noch eine Frage die mich beschäftigt.


zuletzt bearbeitet 29.07.2009 07:31 | nach oben springen

#2

RE: Diplomaten in der DDR und Immunität

in Leben in der DDR 29.07.2009 08:18
von Bunkerkommandant (gelöscht)
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In Antwort auf:
Aber hatten diese Diplomaten auch Immunität wie in anderen Ländern? Durften die sich genau so frei bewegen?


Hallo Angelo,

Kurz und einfach: Ja!!!

Diplomaten genießen in allen Ländern der Welt, die Botschaften oder Beziehungen zu anderen Ländern unterhalten, Immunität. Die DDR war Mitglied der UNO und anderer internationaler Vereinigungen. Berlin war voll mit Botschaften und Diplomaten, die sich dort und in der gesamten DDR frei bewegen durften. Selbst wir als Staatssicherheit hatten keine Handhabe gegen Diplomaten, sie waren und sind tabu.

Wir lesen uns,
Thomas.


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#3

RE: Diplomaten in der DDR und Immunität

in Leben in der DDR 29.07.2009 08:25
von Angelo | 12.396 Beiträge

Danke Thomas für deine schnelle Antwort.Ich bin wirklich davon ausgegangen das es in DDR auch für Diplomaten eine beschränkung in Sachen Beweglichkeit gegeben hat. Die frage ist mir heute morgen spontan gekommen da ich gestern Abend CSI Miami geschaut habe und ein Diplomat einen Menschen umgebracht hat und konnte dafür nicht mal belangt werden.

Dann konnte man ja davon ausgehen das sowohl die DDR wie auch die BRD Spione als Diplomaten getarnt haben oder??


zuletzt bearbeitet 29.07.2009 08:26 | nach oben springen

#4

RE: Diplomaten in der DDR und Immunität

in Leben in der DDR 29.07.2009 09:01
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

das ist sogar noch heute so üblich


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#5

RE: Diplomaten in der DDR und Immunität

in Leben in der DDR 29.07.2009 09:05
von Angelo | 12.396 Beiträge

Zitat von Pitti53
das ist sogar noch heute so üblich


Diplomaten als Spione?


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#6

RE: Diplomaten in der DDR und Immunität

in Leben in der DDR 29.07.2009 09:10
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

na logisch


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#7

RE: Diplomaten in der DDR und Immunität

in Leben in der DDR 29.07.2009 09:31
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Der Fluchthelfer Wolfgang Welsch beschreibt in seinem Buch "Ich war Staatsfeind Nr.1", daß zu seinen effektivsten Ausschleusungsmöglichkeiten (neben seiner "Balkan"-Route) ein arabischer Diplomat gehörte, der über viele Jahre gegen "Bares" die durch Welsch vermittelten Flüchtlinge im Kofferraum seines Autos direkt von Ost- nach West-Berlin fuhr. Stets unkontrolliert, weil er eben Diplomat war. Nach einigen Jahren signalisierte dieser Diplomat, daß er diese Fahrten einstellt. Diese Methode hat also reibungslos funktioniert, bis zur selbstgewählten Beendigung dieser Fahrten....


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#8

RE: Diplomaten in der DDR und Immunität

in Leben in der DDR 29.07.2009 09:50
von manudave (gelöscht)
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@Thomas

In Antwort auf:
Selbst wir als Staatssicherheit hatten keine Handhabe gegen Diplomaten, sie waren und sind tabu.



Da gab es keine Überwachung von verdächtigen Personen o.ä.?


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#9

RE: Diplomaten in der DDR und Immunität

in Leben in der DDR 29.07.2009 11:47
von karl143 (gelöscht)
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Es waren ja nicht alles Diplomaten die mit den entsprechenden Pässen Kontrollfreiheit genossen. Zum Beispiel war das gesamte Botschaftspersonal im Besitz dieser Papiere und genoss dieselben Privelegien. Abwehrleute, bzw. Geheimdienstler befanden sich auch in der Regel nicht direkt unter dem dipl. Personal sondern gehört zur Abteilung der Militärattachés oder anderen Botschaftspersonal. Die Ausweisungen in manchen Ländern, welche dann Diplomaten betraf, waren manchmal rein willkürlich gewählt, manchmal trafen sie aber auch den Richtigen.


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#10

RE: Diplomaten in der DDR und Immunität

in Leben in der DDR 29.07.2009 18:02
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von manudave

Da gab es keine Überwachung von verdächtigen Personen o.ä.?


Über die Gamma-Kanone an den Transitübergängen haben wir schon einen Thread. Gerade am Checkpoint Charlie wurde eine Zeitlang diese Überwachung auch ausgeführt. Allerdings ist mir nur ein Fall bekannt, wo nach erfolgreicher Flucht der Diplomat ausgewiesen worden ist. Ich kann mir aber nicht vortellen, dass die Diplomaten, vielleicht sogar mit Kenntnis der Stasi, hier Menschen rausbringen konnten. Natürlich weiß ich auch, dass es arab. Dilomaten waren, die das im Auftrag von Welsch geschafft haben. Übrigens, der Vermittler war hier F.J. Strauss.

Gruß, Augenzeuge


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#11

RE: Diplomaten in der DDR und Immunität

in Leben in der DDR 29.07.2009 18:43
von dein1945 (gelöscht)
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[quote="Augenzeuge"] Ich kann mir aber nicht vortellen, dass die Diplomaten, vielleicht sogar mit Kenntnis der Stasi, hier Menschen rausbringen konnten.
Hallo Augenzeuge,
zur Zeit des Mauerbau hatte Jugoslawien zu beiden Staaten dipl. Beziehungen, da waren einige Jungs sehr aktiv. Noch dazu wo doch jeder, der mit der Botschaft zu tun hatte den gleichen Schutz hatte. Vor kurzem lief im TV der Film "Einmal Kudamm und zurück", der Kumpel war nur Koch in der Schweizer Botschaft in Ostberlin.
Gruß aus Berlin


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#12

RE: Diplomaten in der DDR und Immunität

in Leben in der DDR 29.07.2009 21:57
von Bunkerkommandant (gelöscht)
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In Antwort auf:
Dann konnte man ja davon ausgehen das sowohl die DDR wie auch die BRD Spione als Diplomaten getarnt haben oder??


Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das in der Praxis genau so abgelaufen ist.


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#13

RE: Diplomaten in der DDR und Immunität

in Leben in der DDR 29.07.2009 22:04
von Bunkerkommandant (gelöscht)
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In Antwort auf:
@Thomas

In Antwort auf:Selbst wir als Staatssicherheit hatten keine Handhabe gegen Diplomaten, sie waren und sind tabu.



Da gab es keine Überwachung von verdächtigen Personen o.ä.?


Hallo manudave,
Überwachung hat es bestimmt gegeben, gerade weil die Spionage unter dem Deckmantel der Diplomatie eine gängige Form der Spionage war.
Aber man hat gegen einen Diplomaten keine rechtliche Handhabe, ihn festzunehmen, festzusetzen, geschweige denn Hand anzulegen, wenn der diplomatische Vertreter sich das verbeten hat. Fahrzeuge von Diplomaten beispielsweise gehören noch heute zum Hoheitsgebiet des jeweiligen Landes/Staates und sind für die jeweiligen Behörden unantastbar. Kein Ordnungsamt oder keine Polizeibehörde hat das Recht, ein falsch geparktes Diplomatenfahrzeug abschleppen zu lassen. Und das sind noch harmlose Dinge.

Wir lesen uns,
Thomas.


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#14

RE: Diplomaten in der DDR und Immunität

in Leben in der DDR 30.07.2009 08:20
von sentry | 1.091 Beiträge

Ich hab' in den Achtzigern in Berlin-Mitte gewohnt. Unser Viertel bestand zu einem großen Teil auch aus Diplomatenwohnungen, wo Personal von Botschaften aller Länder wohnten.
Die Fahrzeuge waren damals gut zu erkennen ('mal abgesehen von den Fahrzeugtypen). Botschaftsfahrzeuge trugen rote Kennzeichen mit weißer Schrift in der Form CD 61-01. CD stand für Corps Diplomatique, die erste Zahl kennzeichnete das Land, die zweite war fortlaufend, 01 war in aller Regel das Fahrzeug des Botschafters. Als kleine Bengels wussten wir natürlich welches Land welche Zahl führt und was die Botschafter für Autos fahren. 01 war natürlich die Sowjetunion, 57 stand für die Ständige Vertretung der Bundesrepublik, die auf Grund der Nichtanerkennung ihre Dependance nicht Botschaft nennen konnte, 61 war die USA. Der US-Botschafter fuhr damals einen mörder-coolen riesigen Chrysler New Yorker.
Darüber hinaus gab es ähnliche Kennzeichen für sonstiges konsularisches Personal (CC), nicht diplomatisches Personal (CY) und auch Kennzeichen für wirtschaftliche Vertretungen (gelb auf blau), die nach Branchen aufgeschlüsselt Buchstabenkombinationen mit Q trugen (QA, QB usw.).
Bewacht wurden die Parkplätze usw. vom Kommando Missionsschutz der Polizei. Die hatten über das Gelände verteilt kleine Hütten und passten auf, dass keiner Mercedes-Sterne klaute
Man kann aber wohl davon ausgehen, dass die auch guten Kontakt zur Hauptabteilung II (Spionageabwehr) des MfS hatten.
Sein wir 'mal ehrlich: Es gibt gar nicht soviel Kultur, wie es "Kulturattaché's" auf dieser Welt gibt

Um der ganzen Sache linguistisch Herr zu werden, verwendeten wir übrigens schon damals in den frühen Achtzigern Wörter wie "Wessis" (manche sagten auch "Bundis") oder eben auch "Dipis" für Diplomaten. So waren das denn eben Dipi-Parkplätze oder Dipi-Spielplätze (die speziell für Diplomatenkinder eingerichtet, eingezäunt und verschlossen waren).
Allerdings hatten wir mit diesen Begriffen keine Wertung oder Vorurteile verbunden. Das waren ganz einfach Spitznamen, um die Verständigung zu erleichtern. "Ossis" gabs natürlich nicht, weil das keine einheitliche Kategorie war. Hier musste weiter in Fischköppe, Sachsen und Löffelschnitzer differenziert werden ...aber ich weiche vom Thema ab...


zuletzt bearbeitet 30.07.2009 08:28 | nach oben springen

#15

RE: Diplomaten in der DDR und Immunität

in Leben in der DDR 30.07.2009 09:26
von dein1945 (gelöscht)
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[quote="sentry"] die erste Zahl kennzeichnete das Land, die zweite war fortlaufend, 01 war in aller Regel das Fahrzeug des Botschafters.

Hallo sentry,
das ist Heute nicht anders,

Gruß aus Berlin


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