#281

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 11:33
von ddr-bürger (gelöscht)
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Tagesausflüge nach Polen und CSSR habe ich damals im Urlaub gemacht. Mit dem Geld war das kein Problem, in den Grenzstädten konnte man mit DDR mark kaufen, das wurde dann hier wieder für andere Produkte ausgegeben. Jeans und Windjacken waren bei mir begehrt.

Längere Auslandsaufenthalte hatte ich nie, war da auch zu "geizig". habe damals mein Geld in das Hobby - Auto gesteckt.
Damals wie heute, mir hat das nichts ausgemacht im Lande Urlaub zu machen. Ich finde es gibt immer wieder etwas zu entdecken....


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#282

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 11:39
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #281
Tagesausflüge nach Polen und CSSR habe ich damals im Urlaub gemacht. Mit dem Geld war das kein Problem, in den Grenzstädten konnte man mit DDR mark kaufen, das wurde dann hier wieder für andere Produkte ausgegeben. Jeans und Windjacken waren bei mir begehrt.

Längere Auslandsaufenthalte hatte ich nie, war da auch zu "geizig". habe damals mein Geld in das Hobby - Auto gesteckt.
Damals wie heute, mir hat das nichts ausgemacht im Lande Urlaub zu machen. Ich finde es gibt immer wieder etwas zu entdecken....


In Polen mit DDR-Mark bezahlen das war nie ein Problem, aber in der CSSR mit DDR-Mark??? Davon habe ich nie etwas gehört.


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#283

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 11:53
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #280


Für die Stange KENT gab es in Rumänien 600Lei und auch das Kilo Kaffee stand ähnlich im Kurs.In Rumänien musste man in den Geschäften Eintritt bezahlen. Im Laden selbst gab es nur den Schrott. 2Schachteln Importzigaretten öffneten die Pforten für das Lager. Dort gab es die guten Sachen. Luftmatratzen aus der CSSR und Zelte habe ich z.B. eingekauft. Die waren dann wieder in Bulgarien der Renner, um das Lewadefizit zu regulieren.



Hallo Eisenacher,

an Eintrittsgeld in die Läden in Rumänien, Herbst 89, kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern....
Schrott... nun ja: Vor der Abreise habe ich in Brasov in einem Kaufhaus noch geschmackvolles Edelstahlgeschirr (Brotkörbchen, Butterschale, verschiedene Serviertabletts etc.) gekauft - damit hatte ich meine Lei wenigstens weitergebracht.
Die Sachen habe ich noch heute in meinem Hausrat und nehme sie gern her.

Das Brotkörbchen war wohl nicht das rumänische Problem, sondern der Inhalt...
Soviel zu meiner Krititik am Ceausescu's Sozialismus.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#284

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 11:56
von ddr-bürger (gelöscht)
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@eisenacher

sollte ich mich geirrt haben, in der CSSR war ich nur 2 mal. Einmal in Prag und einmal in einem grenznahen Städchen. Meistens war ich in Swinemünde in Polen.


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#285

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 12:08
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #267
Zitat von Rainman2 im Beitrag #266
Zitat von Eisenacher im Beitrag #265
Ja Gert , da muss ich dir recht geben. Es war schon pervers. Ich hatte zum Beispiel genug Aluchips, aber um sein eigenes Geld im Urlaub auszugeben und einen angenehmen Urlaub in den sozialistischen Bruderstaaten zu verbringen , musste man kriminell werden. Entweder D-Mark oder Schmuggelware oder Geld schwarz besorgen und dann immer der Spaß an den Grenzen, wo denn nun verstecken den Kram. Da war jeder Urlaub ein Abenteuer.

Kann ich aus meinen Urlauben 1977 und 1979-1983 in der CSSR sowie 1986 in Rumänien/Bulgarien nicht bestätigen. Es kam schon auf den Anspruch an, mit dem man sich dort bewegte. Ich kann mich jedenfalls an keine Gaststätte, Kneipe oder Disco erinnern, wo man nicht mit der einheimischen Währung zahlen und seine Getränke bekommen konnte. Es war eher peinlich, die Konsumsucht der eigenen Landsleute mitzuerleben, die Großsprecherei auf der einen und das hündische Schwanzwedeln vor irgendwelchen Westlern auf der anderen Seite, nebst Rumgejammer, wie schlecht es einem doch gehe. Ich schäme mich heute noch für Szenen in Decin und Karlovy Vary, bei denen ich miterleben musste, wie schauderhaft sich einige im Ausland benommen haben.

ciao Rainman


Nach der Währungsunion haben dann einige Ostler in den Ostblockländern die Sau rausgelassen. Ich glaube, einige Wenige haben sich hier benommen wie die absolutistischen Herrscher, weil sie jetz D-Mark hatten. Ich hätte mich auch für solche Landsleute geschämt. Etwa vergleichbar natürlich auch einige Westdeutsche bei Besuchen in der DDR, wenn sie eine Bar besuchten. Ich schrieb es weiter oben schon mal: In Bratsk/SU war praktisch kein Unterschied mehr spürbar. Jetzt sind es einige Russen, die den schlechten Ruf ihrer Landsleute bedingen.
Irgendwann Ende der 70er, eine Kollegin meiner damaligen Frau hatte über ihren Mann die Möglichkeit, mit Kollegen/innen einen Kurzurlaub im damals besten Hotel in Prag zu buchen, da eine Delegation abgesagt hatte. Wir verbrachten ein sehr schönes Wochenende in Prag. Waren auch im U Fleku (bei´m Flek), einer berühmt-berüchtigten urigen Studentenkneipe, die man unbedingt mal besucht haben muß. Mein Hobby-Tauschpartner zeigte uns per Trabi Prag bei Nacht, worum uns die Kollegen/innen meiner Ex damals beneideten. EWr rümpfte etwas die nase, als wir ihm erzählten, daß wir auch im U Fleku waren. Um es kurz zu machen: Wir gaben Trinkgeld für die Kellner in unserer Währung. Sie nahmen auch diese, kit einem Lächeln, wie es sich bei diesem Hotelniveau gehört. Keine Spur von Minderwertigkeit.



Ein paar Episoden dazu auch aus eigenem Erleben.

Die Erste in Tallinn / Estland. Wir (eine "Studiendelegation" aus der DDR) waren zu Gast in der damaligen Estnischen SSR und wurden eines Tages uns einmal selbst überlassen. Wir pilgerten durch die wunderschöne Altstadt von Tallinn und verharrten vor einem sehr bekanntem Restaurant in der Nähe des Marktes. Nachdem wir das Ambiente sahen, beschlossen wir auch einzukehren. Im diesem Restaurant konnte man aber nur mit Valuten zahlen - das war am Eingang ausgewiesen. Jedoch hatte man es versäumt, neben der jeweiligen Währung auch die dazugehörige Flagge abzubilden. Also stand DM für Deutsche Mark und die damalige DDR-Währung trug schließlich auch die Bezeichnung DM. Nach reichlicher Speisung und entsprechendem Wodka-Konsum wollten wir bezahlen. Die Rechnung wurde vom Kontoristen erstellt und vom Kellner zu uns gebracht. Sie war im erwartetem Bereich. Als wir jedoch unser DDR-Geld zückten, fielen dem Kellner fast die Augen aus dem Gesicht. Es gab einen kleinen Disput mit dem Kellner und wir verwiesen auf die Währungstafel am Eingang. Es ging hin und her, denn es wollte westdeutsche DM bzw. Dollars, aber keine DDR-Mark und schon garnicht Rubel. Es dauerte nicht lange und der Kontorist schaltete sich ein. Auch ihm gegenüber beriefen uns auf den Hinweis der Bezahlung am Restauranteingang. Er bemerkte jedoch recht schnell den Fehler, auf den wir uns beriefen. Zähneknirschend nahm man dann doch die von uns angebotenen DDR-Banknoten in Zahlung ohne umzurechnen. Tage später gingen wir noch einmal am diesem Restaurant vorbei - man hatte zwischenzeitlich hinter den Währungen auch die dazugehörige Flagge beigefügt.

Zweite Episode. Constanza in Rumänien. Wir (meine Frau und ich) verbrachten unseren "Auszeichnungsurlaub" in Mamaia am Schwarzem Meer. Nach einigen Tagen litt meine Frau an der berühmt berüchtigten Mamaia-Krankheit - auch bekannt als Montezumas Rache. Deshalb entschlossen wir uns nach Constanza mit dem Bus zu fahren, um eine Reiseerinnerung zu erwerben. Dabei kamen wir an einem Glaswarenladen vorbei, wo es das rumänische Kristall gab. Meine Frau verliebte ich auch gleich in Likörservice, bestehend aus Karaffe und sechs dazugehörigen Gläsern - dunkelrotes Glas mit sehr schönem Schliff. Zutritt nur für Ausländer und auch Bezahlung mit Valuten. Also gaben wir die Hoffnung auf. Da hielt ein Reisebus mit Westdeutschen vor diesem Laden. Sie schickten sich an, dieses Geschäft zu stürmen. Meine Frau und ich sahen uns an und sogleich mischten wir uns darunter. Zielgerichtet das Service vor Augen. Bei der Bezahlung bemerkte meine Frau ganz trocken, dass wir die Kreditkarten im Hotel liegen lassen haben und auch zu wenig DM dabei hätten. Die Verkäuferin bot uns darauf an, dieses Service ausnahmsweise in rumänische Lei zu bezahlen, aber mit entsprechendem Umtauschkurs. Damit waren dann auch schlagartig die sogenannten Reserven in Lei erschöpft und wir mogelten uns die letzten Tage dann mit DDR-Mark durch, in dem wir einige Umtauschbescheinigungen noch blanko dabei hatten. Aber wir besassen das Likörservice.

Dritte Episode. Liberec in der CSSR. Wir hatten unsere vorweihnachtliche Versorgungsfahrt dorthin unternommen. Nachdem Emmentaler, Champignons u.a. diverse Artikel schon im Lada verstaut waren, entschlossen wir uns, noch für die Umgestaltung des Bades in der Neubauwohnung ein paar Fliesen mitzunehmen. Gesagt, getan. Wunderbare moosgrüne Fliesen mit Abperleffekt. Lada umgepackt, Fliesen nach ganz unten - alles andere darüber. Der Lada hing mit dem Arsch so richtig runter.
Wir machten uns auf den Rückweg und wollten den Grenzübergang Varnsdorf / Seifhennersdorf passieren. Als wir ankamen, auf tschechischer Seite weit und breit keine Maus zu sehen. Nach ca. einer 1/4 Stunde verließ ich das Auto und begab mich in Richtung Gebäude und schon unterwegs hörte ich den Fernseher sehr laut laufen. Dann sah ich die Bescherung - es lief gerade ein Eishockey-Spitzenspiel, dass von allen Anwesenden sehr intensiv verfolgt wurde. Ich machte mich bemerkbar und erhielt als Antwort, dass ich durchfahren sollte - was ich dann auch tat. Unsere Seite winkte mich auch nur durch und wir atmeten erleichtert auf. In Neugersdorf sind wir dann erst einmal eingekehrt um die Sache so richtig zu verdauen - in zweierlei Hinsicht. Hätte man uns bei diesem Verstoß erwischt, ich weiß nicht welche Konsequenzen sowohl für meine Frau, wie auch für mich sich ergeben hätten.

So war es nun mal. Ich habe dann später immer gesagt, eine Strafe wäre vergänglich gewesen, aber die Erinnerung wäre geblieben.

Vierkrug


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#286

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 12:26
von ddr-bürger (gelöscht)
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Auch eine kleine Episode...

war mit Freundin im Urlaub in Berlin und wollten Essen gehen (salopp in Jeans vom Klassenfeind gekleidet). Ein gutes Restaurant war schnell gefunden und welch Wunder es war leer. Wir nahmen Platz und kurz darauf fragte eine Kellnerin mißtrauisch "ob wir mit Deutscher Mark" zahlen würden, aber selbstverständlich, war da meine Antwort.

Beim kassieren kam dann wütend der Kommentar "das sie doch gefragt hätte und was das soll". darauf sagte ich nur das wohl auch Mark wären und wir in der Deutsche Demo. Rep. lebten und ob sie mich jetzt als Bürger diskriminieren will...

daraufhin bezahlen und draußen herzlich ablachen!


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#287

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 12:32
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #283
Zitat von Eisenacher im Beitrag #280


Für die Stange KENT gab es in Rumänien 600Lei und auch das Kilo Kaffee stand ähnlich im Kurs.In Rumänien musste man in den Geschäften Eintritt bezahlen. Im Laden selbst gab es nur den Schrott. 2Schachteln Importzigaretten öffneten die Pforten für das Lager. Dort gab es die guten Sachen. Luftmatratzen aus der CSSR und Zelte habe ich z.B. eingekauft. Die waren dann wieder in Bulgarien der Renner, um das Lewadefizit zu regulieren.



Hallo Eisenacher,

an Eintrittsgeld in die Läden in Rumänien, Herbst 89, kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern....
Schrott... nun ja: Vor der Abreise habe ich in Brasov in einem Kaufhaus noch geschmackvolles Edelstahlgeschirr (Brotkörbchen, Butterschale, verschiedene Serviertabletts etc.) gekauft - damit hatte ich meine Lei wenigstens weitergebracht.
Die Sachen habe ich noch heute in meinem Hausrat und nehme sie gern her.

Das Brotkörbchen war wohl nicht das rumänische Problem, sondern der Inhalt...
Soviel zu meiner Krititik am Ceausescu's Sozialismus.

Gruss Hartmut



Da musste man schon wissen, das es diese Möglichkeit gab. War also mehr etwas für erfahrene Insider. Es gab schon einige Sachen auch in den Geschäften. Fleischklopfer lagen palettenweise im Geschäft. Die brauchte ja keiner , weil der Fleischer nebenan wie leer gefegt war. Ein handgeschnitztes Schachspiel habe ich auch noch aus Brasov. Hundefelle war auch der Renner. Die hatten da ja reichlich von, auf jedem Parkplatz gab es Unmengen wildernder Straßenköter und selbst in Bukarest fuhr in der Nacht der Hundefänger durch die Gegend und tötete brutal mit Eisenstangen die armen Kerle. Mamaia war toll in den 70er Jahren, danach wurde das rumänische Schwarze Meer von Nicolae endgültig ruiniert. Katastrophale Versorgung selbst in der Touristensaison und dann noch die stinkende Raffinerie in Sichtweite. Da hat mich dann nichts mehr in diese Gegend gezogen. Da war mir dann Bulgarien doch lieber.


zuletzt bearbeitet 16.01.2013 12:35 | nach oben springen

#288

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 12:43
von andy | 1.198 Beiträge

Zwischen 1977-1980 war ich regelmäßig mit einem guten Freund beim WM-Lauf der Motorräder in Brno und dass waren immer sehr aufregende Tage. Als wir 1980 aus Brno in Berlin ankamen hatten wir bis zum Anschlusszug noch viel Zeit und wir beschlossen, in der Hauptstadt einmal richtig vornehm essen zu gehen. Nachdem wir uns im Ostbahnhof ein wenig "aufgehübscht" hatten, landeten wir irgendwie im Opern-Caffee in der Strasse Unter den Linden.
Nach einer Woche Tschechei mit Bier und Hörnchen als Grundnahrungsmittel hatte ich tierischen Hunger auf ein richtiges Steak.
Mein Blick in die Karte verweilte bei einem geschabten Schweinesteak mit Kroketten und Gemüse. Nach 20 min fiel mir dann die Kinnlade runter: die Kellnerin stellt einen Teller mit einer Boulette, Kroketten und Sättigungsbeilage auf den Tisch - seit dem überlese ich geschabte Schweinesteaks geflissentlich!!
Ja,ja, wenn die Jungs vom platten Land mal in die Hauptstadt kommen!
Die anschließende Bratwurst auf dem Alex hat mir besser geschmeckt.

andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#289

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 13:08
von furry | 3.563 Beiträge

1975 bin ich mit meiner Frau nach Prag gereist, meine Eltern kannten aus einem Urlaub dort eine ältere Dame, die in Prag als Reiseleiterin tätig war. Diese Dame hatte uns ein Privatquartier vermittelt. Aber mit den Finazen konnte es etwas knapp werden. Ich glaube 30 Mchen durfte man pro Nase und Tag umtauschen. Zu dieser Zeit war mein Bruder OaZ und er konnte mit seinem Wehrdienstausweis für einen längeren Zeitraum Geld tauschen und bekam so auch nicht diesen eingeklebten Umtauschzettel, der sonst in jedem Ausweis landete.
Geld hatten wir, aber wie bekommen wir das an Kontrollen vorbei über die Grenze? Wir haben es zwischen Brotscheiben deponiert, die in Alufolie (die gab es zu der Zeit schon in der DDR) eingepackt waren. Bei der Grenzkontrolle haben wir dann unseren Reiseproviant auf den kleinen Tisch im Zugabteil gepackt und angfangen, genüßlich unsere Schnitten zu verzehren.
Da haben wir nun alles ganz clever geplant und durchgeführt, aber von den Grenzern und Zöllnern hat sich keiner für unsere finazielle Situation interessiert. Somit waren alle Mühen umsonst.
Trotzallem waren das für uns beide jung Verheiratete und Anspruchslose (aus materieller Sicht) sehr schöne Tage in Prag.

Ab Mitte der 80er waren wir einige Male im Rahmen des Ferienplatztausches in einer Baude eines Prager Außenhandelsbetriebes. Dort war es einfach herrlich. Wasch- und Duschgelegenheiten waren im Keller und so kam es dann, dass man gemeinsam mit dem Direktor dieses AHB im Schlafanzug Richtung Keller durch die Baude wandelte. Versorgt wurden wir früh und abends von einem älteren Ehepaar. Da ging es zu wie bei Muttern, nix Bufet, sondern die vorgesehene Ration gab es gleich per Teller. Es waren mit die schönsten Urlaube, die wir hatten, weil es einfach gemütlich war. Nach der Wende wurde es dort schlagartig anders. Die Plätze wurden dann frei gehandelt. Und dann kamen sie, unsere Landsleute. An allem wurde rumgemäkelt, es wurde auf den Putz gehauen, was man doch für ein tolles Auto hat und den Tschechen erstmal erklären muss, was Marktwirtschaft ist, wenn sie denn schon die D-Mark haben wollen. Obwohl wir zu der Zeit schon in Niedersachsen lebten, haben wir uns für dieses Benehmen geschämt.
Ab und an denke ich, wäre vielleicht mancher von denen, die da auf den Busch geklopft haben, heute froh, wenn er die Mittel hätte, um ins Riesengebirge zu fahren.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
zuletzt bearbeitet 16.01.2013 13:13 | nach oben springen

#290

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 13:21
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #285
Zitat von DoreHolm im Beitrag #267
Zitat von Rainman2 im Beitrag #266
Zitat von Eisenacher im Beitrag #265
Ja Gert , da muss ich dir recht geben. Es war schon pervers. Ich hatte zum Beispiel genug Aluchips, aber um sein eigenes Geld im Urlaub auszugeben und einen angenehmen Urlaub in den sozialistischen Bruderstaaten zu verbringen , musste man kriminell werden. Entweder D-Mark oder Schmuggelware oder Geld schwarz besorgen und dann immer der Spaß an den Grenzen, wo denn nun verstecken den Kram. Da war jeder Urlaub ein Abenteuer.

Kann ich aus meinen Urlauben 1977 und 1979-1983 in der CSSR sowie 1986 in Rumänien/Bulgarien nicht bestätigen. Es kam schon auf den Anspruch an, mit dem man sich dort bewegte. Ich kann mich jedenfalls an keine Gaststätte, Kneipe oder Disco erinnern, wo man nicht mit der einheimischen Währung zahlen und seine Getränke bekommen konnte. Es war eher peinlich, die Konsumsucht der eigenen Landsleute mitzuerleben, die Großsprecherei auf der einen und das hündische Schwanzwedeln vor irgendwelchen Westlern auf der anderen Seite, nebst Rumgejammer, wie schlecht es einem doch gehe. Ich schäme mich heute noch für Szenen in Decin und Karlovy Vary, bei denen ich miterleben musste, wie schauderhaft sich einige im Ausland benommen haben.

ciao Rainman


Nach der Währungsunion haben dann einige Ostler in den Ostblockländern die Sau rausgelassen. Ich glaube, einige Wenige haben sich hier benommen wie die absolutistischen Herrscher, weil sie jetz D-Mark hatten. Ich hätte mich auch für solche Landsleute geschämt. Etwa vergleichbar natürlich auch einige Westdeutsche bei Besuchen in der DDR, wenn sie eine Bar besuchten. Ich schrieb es weiter oben schon mal: In Bratsk/SU war praktisch kein Unterschied mehr spürbar. Jetzt sind es einige Russen, die den schlechten Ruf ihrer Landsleute bedingen.
Irgendwann Ende der 70er, eine Kollegin meiner damaligen Frau hatte über ihren Mann die Möglichkeit, mit Kollegen/innen einen Kurzurlaub im damals besten Hotel in Prag zu buchen, da eine Delegation abgesagt hatte. Wir verbrachten ein sehr schönes Wochenende in Prag. Waren auch im U Fleku (bei´m Flek), einer berühmt-berüchtigten urigen Studentenkneipe, die man unbedingt mal besucht haben muß. Mein Hobby-Tauschpartner zeigte uns per Trabi Prag bei Nacht, worum uns die Kollegen/innen meiner Ex damals beneideten. EWr rümpfte etwas die nase, als wir ihm erzählten, daß wir auch im U Fleku waren. Um es kurz zu machen: Wir gaben Trinkgeld für die Kellner in unserer Währung. Sie nahmen auch diese, kit einem Lächeln, wie es sich bei diesem Hotelniveau gehört. Keine Spur von Minderwertigkeit.



Ein paar Episoden dazu auch aus eigenem Erleben.

Die Erste in Tallinn / Estland. Wir (eine "Studiendelegation" aus der DDR) waren zu Gast in der damaligen Estnischen SSR und wurden eines Tages uns einmal selbst überlassen. Wir pilgerten durch die wunderschöne Altstadt von Tallinn und verharrten vor einem sehr bekanntem Restaurant in der Nähe des Marktes. Nachdem wir das Ambiente sahen, beschlossen wir auch einzukehren. Im diesem Restaurant konnte man aber nur mit Valuten zahlen - das war am Eingang ausgewiesen. Jedoch hatte man es versäumt, neben der jeweiligen Währung auch die dazugehörige Flagge abzubilden. Also stand DM für Deutsche Mark und die damalige DDR-Währung trug schließlich auch die Bezeichnung DM. Nach reichlicher Speisung und entsprechendem Wodka-Konsum wollten wir bezahlen. Die Rechnung wurde vom Kontoristen erstellt und vom Kellner zu uns gebracht. Sie war im erwartetem Bereich. Als wir jedoch unser DDR-Geld zückten, fielen dem Kellner fast die Augen aus dem Gesicht. Es gab einen kleinen Disput mit dem Kellner und wir verwiesen auf die Währungstafel am Eingang. Es ging hin und her, denn es wollte westdeutsche DM bzw. Dollars, aber keine DDR-Mark und schon garnicht Rubel. Es dauerte nicht lange und der Kontorist schaltete sich ein. Auch ihm gegenüber beriefen uns auf den Hinweis der Bezahlung am Restauranteingang. Er bemerkte jedoch recht schnell den Fehler, auf den wir uns beriefen. Zähneknirschend nahm man dann doch die von uns angebotenen DDR-Banknoten in Zahlung ohne umzurechnen. Tage später gingen wir noch einmal am diesem Restaurant vorbei - man hatte zwischenzeitlich hinter den Währungen auch die dazugehörige Flagge beigefügt.

Zweite Episode. Constanza in Rumänien. Wir (meine Frau und ich) verbrachten unseren "Auszeichnungsurlaub" in Mamaia am Schwarzem Meer. Nach einigen Tagen litt meine Frau an der berühmt berüchtigten Mamaia-Krankheit - auch bekannt als Montezumas Rache. Deshalb entschlossen wir uns nach Constanza mit dem Bus zu fahren, um eine Reiseerinnerung zu erwerben. Dabei kamen wir an einem Glaswarenladen vorbei, wo es das rumänische Kristall gab. Meine Frau verliebte ich auch gleich in Likörservice, bestehend aus Karaffe und sechs dazugehörigen Gläsern - dunkelrotes Glas mit sehr schönem Schliff. Zutritt nur für Ausländer und auch Bezahlung mit Valuten. Also gaben wir die Hoffnung auf. Da hielt ein Reisebus mit Westdeutschen vor diesem Laden. Sie schickten sich an, dieses Geschäft zu stürmen. Meine Frau und ich sahen uns an und sogleich mischten wir uns darunter. Zielgerichtet das Service vor Augen. Bei der Bezahlung bemerkte meine Frau ganz trocken, dass wir die Kreditkarten im Hotel liegen lassen haben und auch zu wenig DM dabei hätten. Die Verkäuferin bot uns darauf an, dieses Service ausnahmsweise in rumänische Lei zu bezahlen, aber mit entsprechendem Umtauschkurs. Damit waren dann auch schlagartig die sogenannten Reserven in Lei erschöpft und wir mogelten uns die letzten Tage dann mit DDR-Mark durch, in dem wir einige Umtauschbescheinigungen noch blanko dabei hatten. Aber wir besassen das Likörservice.

Dritte Episode. Liberec in der CSSR. Wir hatten unsere vorweihnachtliche Versorgungsfahrt dorthin unternommen. Nachdem Emmentaler, Champignons u.a. diverse Artikel schon im Lada verstaut waren, entschlossen wir uns, noch für die Umgestaltung des Bades in der Neubauwohnung ein paar Fliesen mitzunehmen. Gesagt, getan. Wunderbare moosgrüne Fliesen mit Abperleffekt. Lada umgepackt, Fliesen nach ganz unten - alles andere darüber. Der Lada hing mit dem Arsch so richtig runter.
Wir machten uns auf den Rückweg und wollten den Grenzübergang Varnsdorf / Seifhennersdorf passieren. Als wir ankamen, auf tschechischer Seite weit und breit keine Maus zu sehen. Nach ca. einer 1/4 Stunde verließ ich das Auto und begab mich in Richtung Gebäude und schon unterwegs hörte ich den Fernseher sehr laut laufen. Dann sah ich die Bescherung - es lief gerade ein Eishockey-Spitzenspiel, dass von allen Anwesenden sehr intensiv verfolgt wurde. Ich machte mich bemerkbar und erhielt als Antwort, dass ich durchfahren sollte - was ich dann auch tat. Unsere Seite winkte mich auch nur durch und wir atmeten erleichtert auf. In Neugersdorf sind wir dann erst einmal eingekehrt um die Sache so richtig zu verdauen - in zweierlei Hinsicht. Hätte man uns bei diesem Verstoß erwischt, ich weiß nicht welche Konsequenzen sowohl für meine Frau, wie auch für mich sich ergeben hätten.

So war es nun mal. Ich habe dann später immer gesagt, eine Strafe wäre vergänglich gewesen, aber die Erinnerung wäre geblieben.

Vierkrug




@Vierkrug, worin bestand denn dein Verstoß ? ich habe das nicht verstanden.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#291

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 13:31
von Gert | 12.354 Beiträge

in den 70er Jahren waren wir mit Familie unterwegs in Westböhmen. Ich fuhr mit meinem Wagen an eine Tankstelle um zu tanken. Da kam der Tankwart aus seinem Häuschen und sagt mir ganz kühl in deutscher Sprache, an Deutsche verkauft er keinen Treibstoff. Er war zu der Zeit so um die 50, ich etwas über 30. Meine Frau hätte ihn zur Rede stellen können ( spricht perfekt tschechisch) aber ich habe sie dann davon abgehalten. War bestimmt jemand, der mit unseren Vorfahren einen kleine Disput hatte. An meinem Alter konnte er zwar sehen, das ich nicht zu dieser Truppe gehört haben kann, aber da bin ich wohl auf Hasspotential gestoßen welches ich nicht noch potenzieren wollte.

Hat jemand in der CSSR auch solche Erlebnisse gehabt ?


.
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#292

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 13:39
von Oss`n | 2.777 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #291
in den 70er Jahren waren wir mit Familie unterwegs in Westböhmen. Ich fuhr mit meinem Wagen an eine Tankstelle um zu tanken. Da kam der Tankwart aus seinem Häuschen und sagt mir ganz kühl in deutscher Sprache, an Deutsche verkauft er keinen Treibstoff. Er war zu der Zeit so um die 50, ich etwas über 30. Meine Frau hätte ihn zur Rede stellen können ( spricht perfekt tschechisch) aber ich habe sie dann davon abgehalten. War bestimmt jemand, der mit unseren Vorfahren einen kleine Disput hatte. An meinem Alter konnte er zwar sehen, das ich nicht zu dieser Truppe gehört haben kann, aber da bin ich wohl auf Hasspotential gestoßen welches ich nicht noch potenzieren wollte.

Hat jemand in der CSSR auch solche Erlebnisse gehabt ?





Klar Gert,
haben mal als Jugendliche ganz schön paar mit dem Knüppel bekommen.
Zeltplatz - Lagerfeuer - Gitarre - Gesang.
Falsche Lieder !
Der eine Polizist meinte wir sind Nazis.
Aber ansonsten keine Vorkommnisse.
Alles so zu sagen OV.
Das änderte sich mit der Wende sehr stark hatte ich den Eindruck.
Plötzlich brauchten wir "Ihre" Ölsardienen nicht mehr.

Würde mich auch ärgern.

So weit so gut.

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#293

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 13:59
von Gert | 12.354 Beiträge

eine weitere lustige Geschichte von einer Fahrt durch die CSSR, oder auch nicht ganz so lustige?

ebenfalls in den 70ern. Wir fuhren in die CSSR zu meinem Schwiegereltern. Da die Reise von unserem in WD liegenden Wohnort ziemlich lang war ( fast 1100 km) fuhren wir abwechselnd. Vorbemerkung : Meine Frau war zu der Zeit noch tschechische Staatsbürgerin, hatte aber in Düsseldorf den deutschen Führerschein für Auto gemacht.
An einer Strassenkreuzung von 2 Fernstrassen kamen wir an ein Stoppschild. Vor uns ein Militärjeep der Fa. CA , die seit 68 dort auch eine Filiale hatte. Die Russen ignorierten gefälligst das Stoppschild und bogen rechts ab. Meine Frau bog ebenso ab, ohne zu stoppen.100 m weiter tschechische Polizei. Sie liessen die Russen passieren, meine Frau rechts raus. Papiere wurden zur Kontrolle angefordert, dann der ( berechtigte )Vorwurf, Stoppschild überfahren. Geldstrafe bezahlt und damit dachte ich, können wir weiterfahren.
Nix von alledem. Die fingen sie plötzlich damit an, den Vorwurf aufzubauen meine Frau sitzt illegal in einem ausländischen Fahrzeug am Steuer ( es war von unserem gemeinsamen Geld gekauft !) das wäre nicht erlaubt und sie müssten sie mitnehmen auf die Wache. Da hatten sie aber etwas gesagt. Meine Frau hatte nach 5 Jahren Leben im Westen ihre auch in diesem Staat antrainierte Furcht vor Obrigkeiten schon gänzlich verloren. Da fing sie lautstark auf tschechisch an, die beiden Polizisten verbal zusammenzufalten. Ich bekam es mit der Angst zu tun da ich diese Sprache ( bis heute)nicht verstehe, wusste ich nicht was sie sagte.. Nun, die Diskussion endete irgendwann und meine Frau sagte sichtlich wütend,
wir können weiterfahren. Später erklärte sie mir, dass sie denen erst mal ihr 2erlei Recht vorgehalten hat bei der Beurteilung Stoppschild überfahren.
Dann hat sie ihnen klargemacht, das sie zwar einen tschechischen Pass hat, aber mit ständiger Aufenthaltserlaubnis für D. Sie werde einen Teufel tun tschechische Polizisten zu fragen ob sie ein Auto, dass sie selbst gekauft hat, auch fahren darf. So viel Selbstbewusstsein konnten die wohl nicht mehr einordnen und haben uns dann weiterfahren lassen. Ich weiss bis heute nicht, ob es eine solche Vorschrift dort gab oder ob die wieder mal auf eigene Rechnung " gearbeitet " hatten.




edit fähler


.
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zuletzt bearbeitet 16.01.2013 14:02 | nach oben springen

#294

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 14:08
von Lutze | 8.032 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #291
in den 70er Jahren waren wir mit Familie unterwegs in Westböhmen. Ich fuhr mit meinem Wagen an eine Tankstelle um zu tanken. Da kam der Tankwart aus seinem Häuschen und sagt mir ganz kühl in deutscher Sprache, an Deutsche verkauft er keinen Treibstoff. Er war zu der Zeit so um die 50, ich etwas über 30. Meine Frau hätte ihn zur Rede stellen können ( spricht perfekt tschechisch) aber ich habe sie dann davon abgehalten. War bestimmt jemand, der mit unseren Vorfahren einen kleine Disput hatte. An meinem Alter konnte er zwar sehen, das ich nicht zu dieser Truppe gehört haben kann, aber da bin ich wohl auf Hasspotential gestoßen welches ich nicht noch potenzieren wollte.

Hat jemand in der CSSR auch solche Erlebnisse gehabt ?



hallo Gert,
war mit meinen Eltern,muss so 78/79 gewesen sein in der CSSR,mit den Trabbi unterwegs,
auf den Rückweg mussten wir noch tanken,an der Tankstelle gab es aber kein Gemischbenzin,
das kannte der Tankwart schon ,der gab meinen vater so eine Tube Öl,das war uns völlig fremd,
na ja was solls rein das Zeug Benzin hinterher und ab richtung Grenze,mein Vater traute das ganze
nicht so recht und gleich an der nächsten DDR-tanke ran,er hat den Drehknopf an der Säule auf 1:25
umgestellt,und weiter,den Trabbi hats nichts ausgemacht,
später nach meiner Lehrzeit erzählte mir ein ehemaliger Kollege von der selben Geschichte,
ihn ist es auch mal so ergangen,nur das sie dieses Öl nicht mehr hatten,er hatte dann von seinen Trabbi etwas Getriebeöl
abgelassen und dieses als Zusatz genommen,er sei dann aber sehr vorsichtig weitergefahren,
dies kann ich zwar nicht bestätigen aber er war ein sehr erfahrener Kfz-schlosser
gruss Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#295

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 14:14
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Lutze im Beitrag #294
[quote=Gert|p226259]
hallo Gert,
war mit meinen Eltern,muss so 78/79 gewesen sein in der CSSR,mit den Trabbi unterwegs,
auf den Rückweg mussten wir noch tanken,an der Tankstelle gab es aber kein Gemischbenzin,
das kannte der Tankwart schon ,der gab meinen vater so eine Tube Öl,das war uns völlig fremd,
na ja was solls rein das Zeug Benzin hinterher und ab richtung Grenze,mein Vater traute das ganze
nicht so recht und gleich an der nächsten DDR-tanke ran,er hat den Drehknopf an der Säule auf 1:25
umgestellt,und weiter,den Trabbi hats nichts ausgemacht,
später nach meiner Lehrzeit erzählte mir ein ehemaliger Kollege von der selben Geschichte,
ihn ist es auch mal so ergangen,nur das sie dieses Öl nicht mehr hatten,er hatte dann von seinen Trabbi etwas Getriebeöl
abgelassen und dieses als Zusatz genommen,er sei dann aber sehr vorsichtig weitergefahren,
dies kann ich zwar nicht bestätigen aber er war ein sehr erfahrener Kfz-schlosser
gruss Lutze


Hallo Lutze, war auch mit der Pappe da unterwegs.
Gab es nicht die Flaschen mit Öl fürs Gemisch 1:33 und 1:50 an der Tschechentanke?


zuletzt bearbeitet 16.01.2013 14:22 | nach oben springen

#296

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 14:20
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Meines Wissens nach, gab es nur in der DDR und in Ungarn Gemischtanksäulen. Da gab es an den Tankstellen z.B. in Polen und Bulgarien solche Zinkeimer, da wurde Zweitaktmotoroel eingefüllt , Benzin und dann gemischt. Nach dem Tanken hat es dann ein wenig gequalmt, falls die Mischung etwas zu fett war, aber es funktionierte. Schlimmer war teilweise die Qualität der ausländischen Benzinsorten, da waren die Oktanzahlen oft sehr gering und es klingelte dann furchtbar im Motor, verbunden mit Leistungsverlust. So wie beim guten alten Russensprit.

Wieviel Öl man brauchte musste man schon selbst ausrechnen. 1:33 dann eben ein Liter Öl auf 33Liter Benzin


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#297

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 14:22
von ddr-bürger (gelöscht)
avatar

Als Kind ca.7-8 Jahre alt war ich mit meinen Eltern das erste mal in Prag. Damals gab es noch Visa. Wenn ich die Geschichte vom erzählen meiner Eltern noch recht kenne, war das von 00:00 bis 24:00 Uhr.
Sie waren auf dem Rückweg und die auf der Karte ausgesuchte Brücke war gesperrt. Auf Fragen und zeigen auf der Karte wie man zurück käme bekamen sie nur die Antwort "nicht verstehen". Keiner wollte den Weg kennen oder zeigen....
Aus heutiger Sicht denke ich, bei der Genaration waren wir als Deutsche nicht beliebt. Trotz "gleicher soz. Denkweise und Bruderliebe". Da saßen noch zu viele unschöne Erinnerungen in den Knochen.
Die folgende Generation war da schon freier von der Geschichte.


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#298

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 14:23
von Lutze | 8.032 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #295
Zitat von Lutze im Beitrag #294
[quote=Gert|p226259]
hallo Gert,
war mit meinen Eltern,muss so 78/79 gewesen sein in der CSSR,mit den Trabbi unterwegs,
auf den Rückweg mussten wir noch tanken,an der Tankstelle gab es aber kein Gemischbenzin,
das kannte der Tankwart schon ,der gab meinen vater so eine Tube Öl,das war uns völlig fremd,
na ja was solls rein das Zeug Benzin hinterher und ab richtung Grenze,mein Vater traute das ganze
nicht so recht und gleich an der nächsten DDR-tanke ran,er hat den Drehknopf an der Säule auf 1:25
umgestellt,und weiter,den Trabbi hats nichts ausgemacht,
später nach meiner Lehrzeit erzählte mir ein ehemaliger Kollege von der selben Geschichte,
ihn ist es auch mal so ergangen,nur das sie dieses Öl nicht mehr hatten,er hatte dann von seinen Trabbi etwas Getriebeöl
abgelassen und dieses als Zusatz genommen,er sei dann aber sehr vorsichtig weitergefahren,
dies kann ich zwar nicht bestätigen aber er war ein sehr erfahrener Kfz-schlosser
gruss Lutze


Hallo Lutze, war auch mit der Pappe da unterwegs.
Gab es nicht die Flaschen mit Öl fürs Gemisch 1-33 und 1-50 an der Tschechentanke?




hallo Grenzwolf62,
das kann sein,ich war damals 13/14 jahre alt,das Zeug was der Tankwart meinen Vater
gab sah ähnlich aus wie eine Verpackung Bohnerwachs,das hat mich neugierig gemacht
gruss Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#299

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 15:12
von Pit 59 | 10.129 Beiträge

Hat jemand in der CSSR auch solche Erlebnisse gehabt ? @Gert

Das mit dem Tanken so nicht Gert,aber anderes.Nach der Wende fuhren wir öfters in die CSSR,war ja nicht weit. Die Polizei war sehr scharf auf uns Neubundis .
Ich hatte den Tipp bekommen,"wenn die Dich anhalten probiere es mal ohne Quittung". So war es dann auch,Ich 20 DM in der Hand und der Fall war erledigt.
Ein anderes mal,Kontrolle,mehrere Deutsche Autos standen schon da.Die Tschechen mit einem alten Skoda und krummer Funkantenne.Ich hatte meinen ersten 325er,und habe das Anhaltezeichen einfach ignoriert,und Gas.Entweder sie haben das Kennzeichen nicht erkannt,oder der Funkkontakt bis zur Grenze funktionierte nicht ,ich blieb Unbehelligt,war aber Froh und die Muffe ging mir trotzdem.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#300

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 16:02
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Gert im Beitrag #290
Zitat von Vierkrug im Beitrag #285
[quote=DoreHolm|p226082][quote=Rainman2|p226077][quote=Eisenacher|p226052]
Wir machten uns auf den Rückweg und wollten den Grenzübergang Varnsdorf / Seifhennersdorf passieren. Als wir ankamen, auf tschechischer Seite weit und breit keine Maus zu sehen. Nach ca. einer 1/4 Stunde verließ ich das Auto und begab mich in Richtung Gebäude und schon unterwegs hörte ich den Fernseher sehr laut laufen. Dann sah ich die Bescherung - es lief gerade ein Eishockey-Spitzenspiel, dass von allen Anwesenden sehr intensiv verfolgt wurde. Ich machte mich bemerkbar und erhielt als Antwort, dass ich durchfahren sollte - was ich dann auch tat. Unsere Seite winkte mich auch nur durch und wir atmeten erleichtert auf. In Neugersdorf sind wir dann erst einmal eingekehrt um die Sache so richtig zu verdauen - in zweierlei Hinsicht. Hätte man uns bei diesem Verstoß erwischt, ich weiß nicht welche Konsequenzen sowohl für meine Frau, wie auch für mich sich ergeben hätten.

So war es nun mal. Ich habe dann später immer gesagt, eine Strafe wäre vergänglich gewesen, aber die Erinnerung wäre geblieben.

Vierkrug




@Vierkrug, worin bestand denn dein Verstoß ? ich habe das nicht verstanden.




Ganz einfach Gert, der aus- bzw. eingeführte Warenwert lag um ein Wesentliches höher, wie es die Bestimmungen des visafreien Grenzverkehres zwischen der DDR und der CSSR damals zuliessen.
Und es war keine Dienstfahrt bzw. Dienstreise !!!
Aber die Versuchung war beim Anblick dieser Fliesen größer, als die Vernunft und die Disziplin. Also auf volles Risiko gegangen und es hat durch die geschilderten Rahmenbedingungen dann auch geklappt.
Leider reichten die Fliesen nur für die Badenwannennische und deren selbstgebaute Verkleidung (Wannenträger wie heute ....nicht daran zu denken)

Vierkrug


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.01.2013 16:03 | nach oben springen


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