#261

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 15.01.2013 12:10
von Pit 59 | 10.135 Beiträge

Ich war mit einem Kumpel, auch OS, im Februar 1987 in Budapest. Kein Schwarzgeld, kein Westgeld. Wir kamen uns vor wie die ärmsten S*****.@erkoe

Das kann ich so bestätigen.Wir haben auch unsere Unterkunft mit Bettwäsche bezahlt,die gab es schlecht in Ungarn,und war sehr teuer.Nun heisst das nicht das es die in der DDR in massen gab,aber immer so gesammelt . Der Kofferraum war voll mit Konserven,weil täglich Essen gehen war auch nicht drin.die Augen konnten schon tränen,denn unser Sozialistischer Partner hatte ein bedeutend besseres Angebot in den Läden.


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#262

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 15.01.2013 15:40
von erkoe | 301 Beiträge

@Pit: Wir wollten noch in eine Nachtbar. Eintritt: 55 Forint. So stand es auf dem Plakat. Wollten wir uns leisten, aber denkste. Die wollten DM. Also war nicht mal mit der Landeswährung was zu machen. Völlig frustriert zogen wir ab. War auch das letzte Mal, dass ich die Ungarn besucht habe. Mein Geld gebe ich jetzt woanders aus.

VG
Erik

Nachtrag: 1982 war ich mit meinen Eltern am Balaton. Für horrendes Geld kaufte mein Vater 2 Flaschen Coca-Cola. Ich lies eine Flasche fallen und kassierte ne ordentliche Tracht. In dem Moment hab ich die Welt nicht mehr verstanden.... Arsch voll für ne Flasche Brause. Später wurden mir dann die "Währungsirritationen" klar.


Nicht alle Beulen im Helm eines Offiziers stammen vom Klassenfeind...


zuletzt bearbeitet 15.01.2013 15:44 | nach oben springen

#263

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 15.01.2013 15:43
von Pit 59 | 10.135 Beiträge

Heute bekommste Nix für 55 Forint.


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#264

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 15.01.2013 17:19
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Schreiberer im Beitrag #252
Hallo Angelo, man konnte schon in einige Länder reisen. Es gab welche,. die durften in den Westen reisen aber das waren nur recht wenige. . Genossen und so... .Die meisten DDR Bürger mussten sich damit begnügen , in der DDR oder in den restlichen Bruderstaaten, Urlaub zu verbringen. Ich verbrachte meine Urlaube in der DDR, Polen,der CS, Ungarn und in Kiev. Für mich waren diese Reisen immer sehr schön und interessant. Ganz ehrlich aber mit meinen Aluchips , wäre ich im westlichen Ausland nicht wirklich weit gekommen .
Hätte ich die Möglichkeit bekommen, wäre ich trotzdem sehr gerne einmal ins Nichtsozialistische Ausland gereist!!!

Mfg der Schreiberer


rot mark.
Das kann ich dir nur bestätigen, aber nicht nur westlichen Ausland auch im Ostblock. Beim Geld hörte die kommunistische Internationale auf. Ich war 1984 mal in Bulgarien, am Strand Albena. Ich konnte praktisch unbegrenzt DM umtauschen, aber so viel brauchte ich nicht, weil der Umtauschkurs sehr günstig für uns war. Wir konnten uns alles leisten und so wurde es ein schöner Urlaub. Die Bulgaren sind uns für unser Geld in den Allerwertesten gekrochen, da war die Ideologie im Ar***. Ich habe dies mit großer Genugtung innerlich registriert.
Ich hatte aber auch Gespräche mit Menschen aus der DDR und sie taten mir sehr leid, als ich hörte wie sie sich bei den Finanzen mit allen für mich nicht denkbaren Modellen diesen bescheidenen Urlaub leisten konnten. Ich denke, die Wut über diese demütigenden Verhältnisse hat sich dann auch ein paar Jahre später an der Oberbaumbrücke und anderswo entladen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#265

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 15.01.2013 17:29
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Ja Gert , da muss ich dir recht geben. Es war schon pervers. Ich hatte zum Beispiel genug Aluchips, aber um sein eigenes Geld im Urlaub auszugeben und einen angenehmen Urlaub in den sozialistischen Bruderstaaten zu verbringen , musste man kriminell werden. Entweder D-Mark oder Schmuggelware oder Geld schwarz besorgen und dann immer der Spaß an den Grenzen, wo denn nun verstecken den Kram. Da war jeder Urlaub ein Abenteuer.


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#266

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 15.01.2013 18:46
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #265
Ja Gert , da muss ich dir recht geben. Es war schon pervers. Ich hatte zum Beispiel genug Aluchips, aber um sein eigenes Geld im Urlaub auszugeben und einen angenehmen Urlaub in den sozialistischen Bruderstaaten zu verbringen , musste man kriminell werden. Entweder D-Mark oder Schmuggelware oder Geld schwarz besorgen und dann immer der Spaß an den Grenzen, wo denn nun verstecken den Kram. Da war jeder Urlaub ein Abenteuer.

Kann ich aus meinen Urlauben 1977 und 1979-1983 in der CSSR sowie 1986 in Rumänien/Bulgarien nicht bestätigen. Es kam schon auf den Anspruch an, mit dem man sich dort bewegte. Ich kann mich jedenfalls an keine Gaststätte, Kneipe oder Disco erinnern, wo man nicht mit der einheimischen Währung zahlen und seine Getränke bekommen konnte. Es war eher peinlich, die Konsumsucht der eigenen Landsleute mitzuerleben, die Großsprecherei auf der einen und das hündische Schwanzwedeln vor irgendwelchen Westlern auf der anderen Seite, nebst Rumgejammer, wie schlecht es einem doch gehe. Ich schäme mich heute noch für Szenen in Decin und Karlovy Vary, bei denen ich miterleben musste, wie schauderhaft sich einige im Ausland benommen haben.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#267

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 15.01.2013 19:03
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #266
Zitat von Eisenacher im Beitrag #265
Ja Gert , da muss ich dir recht geben. Es war schon pervers. Ich hatte zum Beispiel genug Aluchips, aber um sein eigenes Geld im Urlaub auszugeben und einen angenehmen Urlaub in den sozialistischen Bruderstaaten zu verbringen , musste man kriminell werden. Entweder D-Mark oder Schmuggelware oder Geld schwarz besorgen und dann immer der Spaß an den Grenzen, wo denn nun verstecken den Kram. Da war jeder Urlaub ein Abenteuer.

Kann ich aus meinen Urlauben 1977 und 1979-1983 in der CSSR sowie 1986 in Rumänien/Bulgarien nicht bestätigen. Es kam schon auf den Anspruch an, mit dem man sich dort bewegte. Ich kann mich jedenfalls an keine Gaststätte, Kneipe oder Disco erinnern, wo man nicht mit der einheimischen Währung zahlen und seine Getränke bekommen konnte. Es war eher peinlich, die Konsumsucht der eigenen Landsleute mitzuerleben, die Großsprecherei auf der einen und das hündische Schwanzwedeln vor irgendwelchen Westlern auf der anderen Seite, nebst Rumgejammer, wie schlecht es einem doch gehe. Ich schäme mich heute noch für Szenen in Decin und Karlovy Vary, bei denen ich miterleben musste, wie schauderhaft sich einige im Ausland benommen haben.

ciao Rainman


Nach der Währungsunion haben dann einige Ostler in den Ostblockländern die Sau rausgelassen. Ich glaube, einige Wenige haben sich hier benommen wie die absolutistischen Herrscher, weil sie jetz D-Mark hatten. Ich hätte mich auch für solche Landsleute geschämt. Etwa vergleichbar natürlich auch einige Westdeutsche bei Besuchen in der DDR, wenn sie eine Bar besuchten. Ich schrieb es weiter oben schon mal: In Bratsk/SU war praktisch kein Unterschied mehr spürbar. Jetzt sind es einige Russen, die den schlechten Ruf ihrer Landsleute bedingen.
Irgendwann Ende der 70er, eine Kollegin meiner damaligen Frau hatte über ihren Mann die Möglichkeit, mit Kollegen/innen einen Kurzurlaub im damals besten Hotel in Prag zu buchen, da eine Delegation abgesagt hatte. Wir verbrachten ein sehr schönes Wochenende in Prag. Waren auch im U Fleku (bei´m Flek), einer berühmt-berüchtigten urigen Studentenkneipe, die man unbedingt mal besucht haben muß. Mein Hobby-Tauschpartner zeigte uns per Trabi Prag bei Nacht, worum uns die Kollegen/innen meiner Ex damals beneideten. EWr rümpfte etwas die nase, als wir ihm erzählten, daß wir auch im U Fleku waren. Um es kurz zu machen: Wir gaben Trinkgeld für die Kellner in unserer Währung. Sie nahmen auch diese, kit einem Lächeln, wie es sich bei diesem Hotelniveau gehört. Keine Spur von Minderwertigkeit.



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#268

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 15.01.2013 19:04
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

In Landeswährung konnte man schon bezahlen. Das Problem war das man je nach Land mit 20-40Mark auf keinen Fall zurecht kam. Wenn man privat unterwegs war, musste man ja von Spritkosten bis Übernachtungskosten, alles von den paar Kröten finanzieren. Das ging gar nicht, ohne zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten. Jeder DDR-Bürger ,und ich betone jeder der mit einem PKW nach Bulgarien gefahren ist , hatte ein Zusatzbudget. Oder der Westonkel hat in Albena oder am Sonnenstrand gewartet.


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#269

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 15.01.2013 19:19
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Tja, Auto war da ein Problem. Das gestehe ich ein. Aber es war kein Grund gleich kriminell werden zu müssen.

Ich war per Bahn oder Flugzeug unterwegs. Da ging das. Tickets und Hotels vorher gebucht und bezahlt - das war eine Möglichkeit. In der CSSR war ich oft genug - zu zweit in einem einfachen Landgasthof übernachten, brachte das Budget von 240 Kronen (2x120) pro Tag noch lange nicht in die Gefahr des Absturzes. Ich lernte auch Freunde kennen, bei denen ich privat übernachten konnte. Man revanchierte sich mit Geschenken oder Gegeneinladungen. Da ging eine Menge. An einem Tag sparte man, indem man Einkaufen ging und sich zu Wanderungen einfach ein Picknick mitnahm. An einem anderen Tag konnte man dafür die Sau rauslassen oder auch mal in einem Musikladen einkaufen, so wie ich das gerne tat. man hatte bestimmte Möglichkeiten. Man konnte sich den Urlaub schön machen, wenn man sich darauf einließ und man konnte ihn sich versauen, wenn man ständig nur rumheulte.

Und, nebenbei, es ist auch ganz nett, wenn man auch was anderes zu bieten hat, als nur Tauschgeschäfte. Ich war mit der Kombination Gitarre/Gesang unterwegs. Da lernt man viele Leute kennen, hat tolle und manchmal auch recht preiswerte Abende. Einfach so, irgendwo hingesetzt und aus Spaß angefangen ... ohne groß Mugge und Vertrag und Geld verdienen wollen. Wenn ich da allein in Rumänien an die Strandfeten denke ...

Naja, hat jeder so halt seine Erfahrungen gemacht, gelle?!

ciao Rainman


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(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#270

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 15.01.2013 20:15
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #269
Tja, Auto war da ein Problem. Das gestehe ich ein. Aber es war kein Grund gleich kriminell werden zu müssen.

Ich war per Bahn oder Flugzeug unterwegs. Da ging das. Tickets und Hotels vorher gebucht und bezahlt - das war eine Möglichkeit. In der CSSR war ich oft genug - zu zweit in einem einfachen Landgasthof übernachten, brachte das Budget von 240 Kronen (2x120) pro Tag noch lange nicht in die Gefahr des Absturzes. Ich lernte auch Freunde kennen, bei denen ich privat übernachten konnte. Man revanchierte sich mit Geschenken oder Gegeneinladungen. Da ging eine Menge. An einem Tag sparte man, indem man Einkaufen ging und sich zu Wanderungen einfach ein Picknick mitnahm. An einem anderen Tag konnte man dafür die Sau rauslassen oder auch mal in einem Musikladen einkaufen, so wie ich das gerne tat. man hatte bestimmte Möglichkeiten. Man konnte sich den Urlaub schön machen, wenn man sich darauf einließ und man konnte ihn sich versauen, wenn man ständig nur rumheulte.

Und, nebenbei, es ist auch ganz nett, wenn man auch was anderes zu bieten hat, als nur Tauschgeschäfte. Ich war mit der Kombination Gitarre/Gesang unterwegs. Da lernt man viele Leute kennen, hat tolle und manchmal auch recht preiswerte Abende. Einfach so, irgendwo hingesetzt und aus Spaß angefangen ... ohne groß Mugge und Vertrag und Geld verdienen wollen. Wenn ich da allein in Rumänien an die Strandfeten denke ...

Naja, hat jeder so halt seine Erfahrungen gemacht, gelle?!

ciao Rainman
Siehe rot: Wie wahr @ Rainman und das gilt genau noch so für die heutige Zeit.

Ich muß sagen,dass wir über JT meist immer ganz gut gefahren sind.
Egal ob Bulgarien,SU,Rumänien,wenn die Stimmung in der Truppe stimmte,konnte fast nichts mehr schief gehen.
Klar war das mit der "Alu-Kohle" Scheiße,aber wir wussten es vorher und konnten es nicht ändern.
Somit wurden natürlich alle Wege und Möglichkeiten ausgeschöpft,um (gezwungenermaßen) ohne Devisen über die Runden zu kommen.
Und es klappte immer .
Devisen hab ich jedenfalls nie in den "Bruderstaaten" ausgegeben.
Bin/Sind andersweitig an "Noten" gekommen ,waren aber keine Schwerkriminellen
Ob Rubel,Lew/a,Leu/Lei etc. wir wurden immer nett behandelt,mit dem Geld gab es keine Probleme.

In der CSSR verbrachten wir sehr oft unseren Urlaub mit dem Motorrad oder Auto in der Nähe von Doksy (a.See).
Wir wohnten dann immer bei Freunden meiner Eltern,die hatten dort eine super ausgestatte Datsche mit Pool etc.
Dort hatten wir überhaupt keine Probleme mit Kronen oder Aluchips.

In Ungarn sah das echt anders aus,wie hier im Fred schon erwähnt wurde.
Da zählte nur D-Mark,ansonsten konnteste abfatzen.
Ich war da öfters als Kind mit meinen Eltern am Balaton (meist in Boglarlelle).
Die Schaufenster waren voll und die Pullovermärkte (Siofok) werden auch noch einem jeden Ostdeutschen Ungarnreisenden in Erinnerung sein.
Als Kind und später Jugendlicher 15-jähriger hatte man da so manche Wünsche wie z.B. Klamotten,Integralhelm etc.
Meine Eltern konnten uns fast alle erfüllen,verzichteten dafür sicherlich selbst auf einiges.
Ich kann mich noch gut erinnern,dass meine Eltern immer solche "Ungarnchecks" oder Bons mithatten.
Die bekam meine Mutter immer vom HO?,dort war sie Geschäfsleiterin,heute nennt man das Geschäftsführerin ,eines großen Textilgeschäftes.
Doch diese Bons sind wir in Hungary in keiner Kneipe,keinem Laden oder Restaurant losgeworden.........
Versucht hat sie es aber immer wieder.

Gruß ek40


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#271

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 15.01.2013 20:40
von ddr-bürger (gelöscht)
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In einem anderen Thread festgestellt wurde, daß die "Einheit" nun völkerrechtlich unmöglich ist. Daraus schlußfolgere ich- ich bin noch DDR Bürger und habe somit auch als DDR Bürger in der BRD visafrei jahrelang meinen Urlaub verbringen können.


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#272

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 15.01.2013 22:25
von erkoe | 301 Beiträge

[quote=ek40]
In Ungarn sah das echt anders aus,wie hier im Fred schon erwähnt wurde.
Da zählte nur D-Mark,ansonsten konnteste abfatzen.
Ich war da öfters als Kind mit meinen Eltern am Balaton (meist in Boglarlelle).
Die Schaufenster waren voll und die Pullovermärkte (Siofok) werden auch noch einem jeden Ostdeutschen Ungarnreisenden in Erinnerung sein.
Als Kind und später Jugendlicher 15-jähriger hatte man da so manche Wünsche wie z.B. Klamotten,Integralhelm etc.
Meine Eltern konnten uns fast alle erfüllen,verzichteten dafür sicherlich selbst auf einiges.
Ich kann mich noch gut erinnern,dass meine Eltern immer solche "Ungarnchecks" oder Bons mithatten.
Die bekam meine Mutter immer vom HO?,dort war sie Geschäfsleiterin,heute nennt man das Geschäftsführerin ,eines großen Textilgeschäftes.
Doch diese Bons sind wir in Hungary in keiner Kneipe,keinem Laden oder Restaurant losgeworden.........
Versucht hat sie es aber immer wieder.

Gruß ek40

[/quote]

@ek40: Voll korrekt. In Boglarlelle waren wir auch. Ich wollte neben einem Helm noch eine Karottenjeans. Die waren damals schwer angesagt. Mit ganz vielen Reißverschlüssen. Was hat meine Mutter auf dem Pullovermarkt rumgehandelt. Hätte der alte Herr aber keine Kohle in den Absätzen seiner Schuhe geschmuggelt, wäre das wohl ausgefallen. Bei dem Tagessatz (Umtausch) einfach nicht machbar. Ich hab's ja weiter oben schon geschrieben, gerade in Ungarn waren wir als DDR-Deutsche die absoluten Außenseiter.

VG
Erik

P.s.: Im stolzen Alter von knapp 15 Jahren sah ich zum ersten Mal einen Baumarkt. Mir sind fast die Augen rausgefallen, als ich die davor aufgestellten Fliesen und das Warenangebot sah. Ich bin mit einem Kumpel jeden morgen die Wiesen abgelaufen und wir haben Flaschen gesammelt. Vom Erlös gab's lecker Langos. Von dem Zeug konnte ich nie genug kriegen....


Nicht alle Beulen im Helm eines Offiziers stammen vom Klassenfeind...


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#273

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 15.01.2013 22:34
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Zitat von erkoe im Beitrag #272
[quote=ek40]
In Ungarn sah das echt anders aus,wie hier im Fred schon erwähnt wurde.
Da zählte nur D-Mark,ansonsten konnteste abfatzen.
Ich war da öfters als Kind mit meinen Eltern am Balaton (meist in Boglarlelle).
Die Schaufenster waren voll und die Pullovermärkte (Siofok) werden auch noch einem jeden Ostdeutschen Ungarnreisenden in Erinnerung sein.
Als Kind und später Jugendlicher 15-jähriger hatte man da so manche Wünsche wie z.B. Klamotten,Integralhelm etc.
Meine Eltern konnten uns fast alle erfüllen,verzichteten dafür sicherlich selbst auf einiges.
Ich kann mich noch gut erinnern,dass meine Eltern immer solche "Ungarnchecks" oder Bons mithatten.
Die bekam meine Mutter immer vom HO?,dort war sie Geschäfsleiterin,heute nennt man das Geschäftsführerin ,eines großen Textilgeschäftes.
Doch diese Bons sind wir in Hungary in keiner Kneipe,keinem Laden oder Restaurant losgeworden.........
Versucht hat sie es aber immer wieder.

Gruß ek40




@ek40: Voll korrekt. In Boglarlelle waren wir auch. Ich wollte neben einem Helm noch eine Karottenjeans. Die waren damals schwer angesagt. Mit ganz vielen Reißverschlüssen. Was hat meine Mutter auf dem Pullovermarkt rumgehandelt. Hätte der alte Herr aber keine Kohle in den Absätzen seiner Schuhe geschmuggelt, wäre das wohl ausgefallen. Bei dem Tagessatz (Umtausch) einfach nicht machbar. Ich hab's ja weiter oben schon geschrieben, gerade in Ungarn waren wir als DDR-Deutsche die absoluten Außenseiter.

VG
Erik

P.s.: Im stolzen Alter von knapp 15 Jahren sah ich zum ersten Mal einen Baumarkt. Mir sind fast die Augen rausgefallen, als ich die davor aufgestellten Fliesen und das Warenangebot sah. Ich bin mit einem Kumpel jeden morgen die Wiesen abgelaufen und wir haben Flaschen gesammelt. Vom Erlös gab's lecker Langos. Von dem Zeug konnte ich nie genug kriegen....[/quote]

Ja, spezielle Werkzeuge und Armaturen habe ich mir meist auch aus der CZ mitgebracht. Waren zwar teurer, aber es gab sie wenigstens. Z.B. einen E-Motor, Langsamläufer 1.400 U/min. War hier nicht zu kriegen. Oder Ölsardinen, oder ordentliches Bier, oder, oder .... !



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#274

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 00:05
von der glatte | 1.356 Beiträge

Ja, die Frage ist gut "Wo konnte man hin?"

Mir ist noch eine Tatsache in Erinnerung die im September 1989 gewesen ist.

Ich war mit meiner Frau und dem Kleinen, er war 4 Jahre alt, in Adorf im FDGB-Ferienheim. Wir hatten damals bei besten Wetter einen Wandertag eingeplant und wollten einen Abstecher in die damalige CSSR machen. Es war Wandertag abgemacht, also Trabbi stehen gelassen und per Bus Richtung Grenze und dann zu Fuss. Am Tage vorher hatten wir beide in Adorf auf der Sparkasse noch unsere 20-Mark der DDR in 60 Tschechische Kronen eingetauscht und der Kleine bekam, glaube ich die Hälfte. Die Frau sagte uns am Schalter: "Ach so, Sie wollen zu den Tschechen, na dann gute Reise." Dabei lächelte Sie ganz komisch. Naja, wir dachten uns nicht viel dabei, denn die Grenze zur CSSR war ja noch offen. Keine Ahnung wie das Nest hieß, es war ein Straßenübergang bei Bad Brambach.

Wir also im Dreier-Pack mit Rucksack, aus dem kleinen Rucksack vom Söhnchen guckte ein Bummi, im Fußmarsch bei ca. 31°C auf dem Weg zum Grenzübergang. Von dort beäugte man uns schon eine ganze Weile mit dem Fernglas. Doch alles schien normal, Autos fuhren heran, wurden kontrolliert und passierten die Grenze zur CSSR, auch Fußgänger gingen durch. Na prima, bald waren wir in der CSSR, denn ich konnte schon das erste Restaurace mit vielen Tischen vor dem Haus sehen. Ja, ich hörte praktisch schon das Zischen der gerade geöffneten kühlen Bierflasche (nee ich mache hier keine Reklame). Ich hatt nun nur noch DURSCHT.

Die letzten Schritte vor dem Grenzposten, kam uns schon ein Grenzer entgegen und sagte "Gommse bitte gleich mal hier rein" und öffnete uns eine Tür. Was war denn nun los, fragten wir uns? "Wo wolln mir denn hin? Na nur eine kleine Wanderung in die CSSR etwas Trinken und dann wieder zurück, sagte ich. "Ausweis!" kam da vom Gegenüber, "hier auf den Tisch". Also die Ausweise rausgeholt, die steckten ja ohnehin schon für den Grenzübertritt bereit und die Gästekarte vom FDGB-Heim dazugelegt. Der Mann nahm sich alles und verschwand. Langsm begriffen wir was hier abging, wir hatten uns verdächtig gemacht. Na ja, alle drei mit leichtem Gepäck und der Kleine als Schutzschid dabei, wir konnten ja nur auf der Flucht in die Botschaft nach Prag sein! Dort unten gab es ja besten Radio-West-Empfang also waren auch wir informiert. Mein DURSCHT war plötzlich weg und ein wenig hatte ich auch Bammel bekommen. Ja, so war das damals.

Bald kam der Grenzer zurück und gab uns die Ausweise zurück. "Ja, alles in Ordnung, doch aus der Wanderung in die CSSR wird nichts, ich bitte Sie sich wieder in das FDGB-Heim zu begeben. Ein Grenzübertritt ist heute hier für Sie nicht möglich."

Also sind wir wieder umgekehrt wie begossene Pudel und froh, dass wir gehen konnten. Bald machen die hier die Grenze auch noch dicht, so dachten wir uns damals. Für uns war sie ja bereits dicht. Doch nur an diesem Tage.
Am nächsten Tag sind wir dann von Bad Elster nach Karlsbad mit dem Zug gefahren und das war kein Problem. Komisch. Ich kam also noch zu meinem kühlen Bier, der Kleine bekam seinen LIAZ-Kipper indem er sogar damals sitzen konnte und meine Frau kaufte mehrere kleine Kakteen. Einige davon sind Riesen geworden und es gibt sie immer noch.

Was ich mit dieser wahren Geschichte sagen will ist, dass man erst heute richtig mitbekommt , wie eingeschüchtert man doch in einigen Dingen war.
Es war aber auch die Tatsache etwas als Gegeben hinzunehmen, weil man es in dieser Situation eben auch nicht ändern konnte. Man musste sich mit Sachen einfach abfinden und das hatte man von Kindesbeinen nicht anders gekannt. Ich bin im Tal der Ahnungslosen aufgewachsen, ohne Westfernsehen und da ich es nicht kannte, habe ich es auch nicht vermisst! Später durfte ich dann auch Westfernsehen erleben, aber nur im Schwarzen Kanal!

Mein Vater war Genosse und er war, so glaube ich, als ich noch klein war auch richtig stolz darauf. Er war erst 1948 aus Frankreich entlassen worden und musste, da man in die sowjetische Zone nicht Entlassen hat, sich über Essen nach Sachsen mogeln. Dort lebte seine Frau die er schon 1939 geheiratet hatte und dahin wollte er. Doch das war ja nicht möglich. Soviel zu einer anderen Grenze in einer anderen Zeit.

Ich will damit sagen, als mein Vater dann endlich zurück bei seiner Frau war, da wollte er nur noch für eine gute Sache da sein und beim Aufbau einer neuen guten Heimat helfen. Später sagte er oft zu mir: "Das kann doch alles nicht wahr sein, was dort oben gemacht wird." Ich konnte damals nicht so richtig mit seinen Worten umgehen. Leider.

Soviel dazu.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#275

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 08:22
von erkoe | 301 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #274
Ja, die Frage ist gut "Wo konnte man hin?"

Mir ist noch eine Tatsache in Erinnerung die im September 1989 gewesen ist.

Ich war mit meiner Frau und dem Kleinen, er war 4 Jahre alt, in Adorf im FDGB-Ferienheim. Wir hatten damals bei besten Wetter einen Wandertag eingeplant und wollten einen Abstecher in die damalige CSSR machen. Es war Wandertag abgemacht, also Trabbi stehen gelassen und per Bus Richtung Grenze und dann zu Fuss. Am Tage vorher hatten wir beide in Adorf auf der Sparkasse noch unsere 20-Mark der DDR in 60 Tschechische Kronen eingetauscht und der Kleine bekam, glaube ich die Hälfte. Die Frau sagte uns am Schalter: "Ach so, Sie wollen zu den Tschechen, na dann gute Reise." Dabei lächelte Sie ganz komisch. Naja, wir dachten uns nicht viel dabei, denn die Grenze zur CSSR war ja noch offen. Keine Ahnung wie das Nest hieß, es war ein Straßenübergang bei Bad Brambach.

Wir also im Dreier-Pack mit Rucksack, aus dem kleinen Rucksack vom Söhnchen guckte ein Bummi, im Fußmarsch bei ca. 31°C auf dem Weg zum Grenzübergang. Von dort beäugte man uns schon eine ganze Weile mit dem Fernglas. Doch alles schien normal, Autos fuhren heran, wurden kontrolliert und passierten die Grenze zur CSSR, auch Fußgänger gingen durch. Na prima, bald waren wir in der CSSR, denn ich konnte schon das erste Restaurace mit vielen Tischen vor dem Haus sehen. Ja, ich hörte praktisch schon das Zischen der gerade geöffneten kühlen Bierflasche (nee ich mache hier keine Reklame). Ich hatt nun nur noch DURSCHT.

Die letzten Schritte vor dem Grenzposten, kam uns schon ein Grenzer entgegen und sagte "Gommse bitte gleich mal hier rein" und öffnete uns eine Tür. Was war denn nun los, fragten wir uns? "Wo wolln mir denn hin? Na nur eine kleine Wanderung in die CSSR etwas Trinken und dann wieder zurück, sagte ich. "Ausweis!" kam da vom Gegenüber, "hier auf den Tisch". Also die Ausweise rausgeholt, die steckten ja ohnehin schon für den Grenzübertritt bereit und die Gästekarte vom FDGB-Heim dazugelegt. Der Mann nahm sich alles und verschwand. Langsm begriffen wir was hier abging, wir hatten uns verdächtig gemacht. Na ja, alle drei mit leichtem Gepäck und der Kleine als Schutzschid dabei, wir konnten ja nur auf der Flucht in die Botschaft nach Prag sein! Dort unten gab es ja besten Radio-West-Empfang also waren auch wir informiert. Mein DURSCHT war plötzlich weg und ein wenig hatte ich auch Bammel bekommen. Ja, so war das damals.

Bald kam der Grenzer zurück und gab uns die Ausweise zurück. "Ja, alles in Ordnung, doch aus der Wanderung in die CSSR wird nichts, ich bitte Sie sich wieder in das FDGB-Heim zu begeben. Ein Grenzübertritt ist heute hier für Sie nicht möglich."

Also sind wir wieder umgekehrt wie begossene Pudel und froh, dass wir gehen konnten. Bald machen die hier die Grenze auch noch dicht, so dachten wir uns damals. Für uns war sie ja bereits dicht. Doch nur an diesem Tage.
Am nächsten Tag sind wir dann von Bad Elster nach Karlsbad mit dem Zug gefahren und das war kein Problem. Komisch. Ich kam also noch zu meinem kühlen Bier, der Kleine bekam seinen LIAZ-Kipper indem er sogar damals sitzen konnte und meine Frau kaufte mehrere kleine Kakteen. Einige davon sind Riesen geworden und es gibt sie immer noch.

Was ich mit dieser wahren Geschichte sagen will ist, dass man erst heute richtig mitbekommt , wie eingeschüchtert man doch in einigen Dingen war.
Es war aber auch die Tatsache etwas als Gegeben hinzunehmen, weil man es in dieser Situation eben auch nicht ändern konnte. Man musste sich mit Sachen einfach abfinden und das hatte man von Kindesbeinen nicht anders gekannt. Ich bin im Tal der Ahnungslosen aufgewachsen, ohne Westfernsehen und da ich es nicht kannte, habe ich es auch nicht vermisst! Später durfte ich dann auch Westfernsehen erleben, aber nur im Schwarzen Kanal!

Mein Vater war Genosse und er war, so glaube ich, als ich noch klein war auch richtig stolz darauf. Er war erst 1948 aus Frankreich entlassen worden und musste, da man in die sowjetische Zone nicht Entlassen hat, sich über Essen nach Sachsen mogeln. Dort lebte seine Frau die er schon 1939 geheiratet hatte und dahin wollte er. Doch das war ja nicht möglich. Soviel zu einer anderen Grenze in einer anderen Zeit.

Ich will damit sagen, als mein Vater dann endlich zurück bei seiner Frau war, da wollte er nur noch für eine gute Sache da sein und beim Aufbau einer neuen guten Heimat helfen. Später sagte er oft zu mir: "Das kann doch alles nicht wahr sein, was dort oben gemacht wird." Ich konnte damals nicht so richtig mit seinen Worten umgehen. Leider.

Soviel dazu.

Gruß Reiner


Hallo Reiner,

und wir reden hier im Forum über Fluchten in den Westen. Deine Schilderung beschreibt mal wieder, wieviel Angst die Genossen vor ihren eigenen Leuten hatten. Oder andersrum: Wie wenig Vertrauen... Schade.

Ich hoffe natürlich, dass dich dieses Erlebnis nicht bleibend beeinflusst hat.

VG
Erik


Nicht alle Beulen im Helm eines Offiziers stammen vom Klassenfeind...


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#276

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 09:35
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #274
... Mir ist noch eine Tatsache in Erinnerung die im September 1989 gewesen ist. ...

Hallo Reiner,

klingt aber, als wäre das Anfang bis Mitte September 1989 gewesen. Ende September war die Grenze dicht und es wäre eine satte Festnahme geworden. Und ein Stückchen weiter hättest Du da sogar mir in die Arme laufen können ...

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#277

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 10:44
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

wo konnte man hin.......

nun, ich war in den Jahren 87.. 89 regelmässig in der Hohen Tatra, mit Auto und Dachzelt drauf. Das Thema Umtauschbeschränkung spielte bei der Planung natürlich schon eine Rolle, mit 120 Kronen pro Person und Tag konnte man keine allzu grossen Sprünge machen.
Also noch Konserven und mehrere Benzinkanister mitgenommen, der Trabi war eine fahrende Bombe (nicht auszudenken, was wäre wenn...).
Die Urlaube waren schön, oftmals haben wir die Campinggebüren auch noch sparen können und sind in irgendeinen Waldweg abgebogen, das Dachzelt war schnell aufgestellt.
Für so ein paar kleine Mitbringsel reichte das Budget dann auch noch.
Auch habe ich 2 mal das Ungarn-Visum beantragt, ein kleiner Abstecher ins benachbarte Land, die paar Forint waren dann schnell alle und zurück ging's in die Slowakei.

Im August/September bin ich dann für ein paar Tage mit einem Wanderkumpel aus Dresden in den Rumänischen Karpaten gewesen, mit Kraxe, kleinem Zelt, Schlafsack, Kocher, etc. jeder 25..30 Kg auf dem Rücken.
Bei der Vorbereitung hatten uns Wanderfreunde beraten, die die Tour (Fagaras-Hauptkamm in mehreren Tagen) schon Jahre zuvor gemacht haben:
"Nehmt alles an Lebensmitteln mit, was ihr in den Tagen braucht. Und Pfeffer und Kaffe als Devisen. Die Lei nutzen euch nicht viel".

Nun ja, was haben wir erlebt, im Lande von Honeckers engsten Freund Ceausescu:
Die Landschaft im Fagaras war unvergesslich schön. Auf dem Bergrücken im kleinen Zelt in der Abendsonne, mit Blick auf die Wolken von oben, die die Täler bedecken - solche Bilder habe ich erst Jahre später wieder in den Pyrenäen gesehen.
Die wenigen Stunden Umsteigezeit bei An-und Abreise in Sibiu und Brasov boten schockierende Erlebnisse:
In den Lebensmittelläden gab es Mineralwasser, Nudeln, gelbe und grüne Kernseife, kunstvoll aufgestapelt. In einer Ecke wurde Brot und irgendwelches fettes glibberiges Fleisch auf Bezugsmarken verkauft. Das war das ganze Angebot.
Die Schaufenster der Buchläden waren da schon reichlicher gefüllt: fast von jedem Einband lachte einem das Konterfei des genialen Staatslenkers entgegen (Nun ja, Vergleichbares kannte ich ja aus DDR-Buchläden).
Die Menschen auf der Strasse wirkten hohlwangig, unterernährt. Bettler sah ich auch.
Eigentlich kein Wunder, dass der Sozialismus dann dort so ein schnelles, blutiges Ende genommen hat.

Mich schockierte das damals schon, solche Bilder kannte ich weder aus der DDR noch aus den Nachbarländern Polen und CSSR.
Dieses Erlebnis hat mir damals einen Grossteil meiner sozialistischen Ideale geraubt.
Sah so unsere Zukunft aus, wenn es mit der DDR-Volkswirtschaft so weitergegangen wäre ? - fragte ich mich damals.


Gruss Hartmut

Bemerkung zum neuen Avatar-Foto: ist aus dem Wehrdienst-Ausweis (Stand Okt 89 )


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 16.01.2013 11:02 | nach oben springen

#278

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 11:14
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #263
Heute bekommste Nix für 55 Forint.


Halo Pit , wieviel Euronen sind denn 55 Forint ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#279

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 11:15
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #278
Zitat von Pit 59 im Beitrag #263
Heute bekommste Nix für 55 Forint.


Halo Pit , wieviel Euronen sind denn 55 Forint ?






0.19Euro


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#280

RE: Urlaub in der DDR wo konnte man hin?

in Leben in der DDR 16.01.2013 11:17
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #277
wo konnte man hin.......

nun, ich war in den Jahren 87.. 89 regelmässig in der Hohen Tatra, mit Auto und Dachzelt drauf. Das Thema Umtauschbeschränkung spielte bei der Planung natürlich schon eine Rolle, mit 120 Kronen pro Person und Tag konnte man keine allzu grossen Sprünge machen.
Also noch Konserven und mehrere Benzinkanister mitgenommen, der Trabi war eine fahrende Bombe (nicht auszudenken, was wäre wenn...).
Die Urlaube waren schön, oftmals haben wir die Campinggebüren auch noch sparen können und sind in irgendeinen Waldweg abgebogen, das Dachzelt war schnell aufgestellt.
Für so ein paar kleine Mitbringsel reichte das Budget dann auch noch.
Auch habe ich 2 mal das Ungarn-Visum beantragt, ein kleiner Abstecher ins benachbarte Land, die paar Forint waren dann schnell alle und zurück ging's in die Slowakei.

Im August/September bin ich dann für ein paar Tage mit einem Wanderkumpel aus Dresden in den Rumänischen Karpaten gewesen, mit Kraxe, kleinem Zelt, Schlafsack, Kocher, etc. jeder 25..30 Kg auf dem Rücken.
Bei der Vorbereitung hatten uns Wanderfreunde beraten, die die Tour (Fagaras-Hauptkamm in mehreren Tagen) schon Jahre zuvor gemacht haben:
"Nehmt alles an Lebensmitteln mit, was ihr in den Tagen braucht. Und Pfeffer und Kaffe als Devisen. Die Lei nutzen euch nicht viel".

Nun ja, was haben wir erlebt, im Lande von Honeckers engsten Freund Ceausescu:
Die Landschaft im Fagaras war unvergesslich schön. Auf dem Bergrücken im kleinen Zelt in der Abendsonne, mit Blick auf die Wolken von oben, die die Täler bedecken - solche Bilder habe ich erst Jahre später wieder in den Pyrenäen gesehen.
Die wenigen Stunden Umsteigezeit bei An-und Abreise in Sibiu und Brasov boten schockierende Erlebnisse:
In den Lebensmittelläden gab es Mineralwasser, Nudeln, gelbe und grüne Kernseife, kunstvoll aufgestapelt. In einer Ecke wurde Brot und irgendwelches fettes glibberiges Fleisch auf Bezugsmarken verkauft. Das war das ganze Angebot.
Die Schaufenster der Buchläden waren da schon reichlicher gefüllt: fast von jedem Einband lachte einem das Konterfei des genialen Staatslenkers entgegen (Nun ja, Vergleichbares kannte ich ja aus DDR-Buchläden).
Die Menschen auf der Strasse wirkten hohlwangig, unterernährt. Bettler sah ich auch.
Eigentlich kein Wunder, dass der Sozialismus dann dort so ein schnelles, blutiges Ende genommen hat.

Mich schockierte das damals schon, solche Bilder kannte ich weder aus der DDR noch aus den Nachbarländern Polen und CSSR.
Dieses Erlebnis hat mir damals einen Grossteil meiner sozialistischen Ideale geraubt.
Sah so unsere Zukunft aus, wenn es mit der DDR-Volkswirtschaft so weitergegangen wäre ? - fragte ich mich damals.


Gruss Hartmut

Bemerkung zum neuen Avatar-Foto: ist aus dem Wehrdienst-Ausweis (Stand Okt 89 )



Für die Stange KENT gab es in Rumänien 600Lei und auch das Kilo Kaffee stand ähnlich im Kurs.In Rumänien musste man in den Geschäften Eintritt bezahlen. Im Laden selbst gab es nur den Schrott. 2Schachteln Importzigaretten öffneten die Pforten für das Lager. Dort gab es die guten Sachen. Luftmatratzen aus der CSSR und Zelte habe ich z.B. eingekauft. Die waren dann wieder in Bulgarien der Renner, um das Lewadefizit zu regulieren.


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