#41

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.02.2014 14:24
von Sperrbrecher | 1.649 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #38
War bei solch laxen Kontrollen nicht der Einschleusung von unliebsamen Besuchern seitens der DDR Tür und Tor geöffnet?

Wir habens überlebt.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#42

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.02.2014 14:26
von schnatterinchen (gelöscht)
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Stimmt. Und wie gut.


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#43

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.02.2014 14:31
von eisenringtheo | 9.156 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #36
Zitat von seaman im Beitrag #35

Schade,das keiner berichtet,wie es mit diesen Zügen bei der Einreise in die Bundesrepublik weiter ging.

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich bei der Einreise in die Bundesrepublik aus der DDR kommend,
kontrolliert worden bin. Die Kontrollen fanden, wenn überhaupt, wahrscheinlich ebenso lasch und bestenfalls sporadisch statt,
wie bei der Einreise aus Holland, Frankreich oder anderen westlichen Nachbarländern.




Ja richtig und alle Reisenden wurde jeweils nur zwischen Freiburg im Breisgau und Basel Badischer Bahnhof kontrolliert. Das war in den achtziger Jahren. Die Grenzer hatten so ein Funkgerät mit Tasten, in welches sie irgendwelche Daten des Passes eintippten und bekamen dann via Piepsen wohl irgendeine Rückmeldung. Diese Geräte hatten die Deutschen und die Schweizer. Wie es wohl funktioniert hat.
Die DDR Grenzer in den Transitzügen waren bis zum Schluss nicht "online". Und auf der BRD Seite der Grenze zur DDR wurde fast überhaupt nicht kontrolliert.
Theo


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#44

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.02.2014 15:00
von Sperrbrecher | 1.649 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #43

Ja richtig und alle Reisenden wurde jeweils nur zwischen Freiburg im Breisgau und Basel Badischer Bahnhof kontrolliert.

Da ich diese Strecke mehrmals wöchentlich im "Rheingold-TEE" gefahren bin, konnte ich mir schon ein Bild machen.

Die Kontrollen der Schweizer waren nach meinem Empfinden noch laxer und großzügiger, als die der Deutschen, oftmals entfielen sie, wegen Personalmangel oder was weiß ich, auch völlig. Allerdings waren sie bei Konfliktsituationen, ebenso wie die Holländer an der anderen Grenze die wir passierten, auch erheblich konsequenter und energischer als die Deutschen.

Wenn es bei uns im Speisewagen mal irgendwelche Probleme mit Gästen gab, haben wir deshalb eher bei den Schweizern oder den Holländern Beistand und Hilfe gesucht, als bei den deutschen Grenzbeamten, von denen man da nicht viel erwarten konnte.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#45

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.02.2014 17:27
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #39


Vielleicht weiss einer, der damals Dienstreisen DDR-BRD gemacht hat, mehr darüber.

Gruss

icke



Bin des öfteren mit Kollegen von der DDR aus mit DDR -Reisepapieren mit dem Zug Richtung West-und Nordeuropa gefahren.Mal alleine,mal zu zweit,manchmal eine ganze Gruppe von 12-15 Mann.
Mit dem Neptun-Express via Fähre nach Dänemark,mit dem (Interzonenzug) nach Bremen,Hamburg bzw. nach Antwerpen,Rotterdam und in andere Hafenstädte zum Besatzungswechsel bzw. zur Schiffsübernahme/Werft.Der Jüngste von uns war ca.17 Jahre alt(Lehrling),die meisten im Schnitt zwischen 20 und 40 Jahren alt.Der BGS kontrollierte und protokollierte die Daten,höflich und deutsch akkurat.Der Zoll machte Stichproben und wurde in den seltensten Fällen mit Kleinigkeiten fündig.Ebenfalls höflich und ansprechbar.
Von Hamburg ging es dann oft in einen so genannten Transitwagen,Richtung Niederlande,Belgien oder Frankreich.Da kam dann lediglich meist nur noch ein Schaffner durch.
Ca.1972-76.



seaman


zuletzt bearbeitet 24.02.2014 18:43 | nach oben springen

#46

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.02.2014 18:16
von Gelöschtes Mitglied
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Eigentlich kann ich mich noch gut an die Abfertigung in den Interzonenzügen erinnern .
Als der Zug in Wolfsburg Richtung Oebisfelde fuhr , begann es schon langsam leise und die Gänge wurden leerer . Jeder saß auf seinen Platz
Dann als er in Oebisfelde hielt und das Kommando der Zugbegleiter zu stieg , war es ganz ,ganz still im Wagen , jedes Wort hörte man von den Kontrollierenden . Die Reisenden deren Sachen nicht kontrolliert wurden , mussten das Abteil verlassen und auf dem Gang warten . Gerade die älteren Leute zitterten vor Aufregeung . Denn dieses forsche befehlen , bekamen sie manchmal gar nicht mit . In Stendal verließen die Truppe wieder den Zug , dann wurde es aber laut ,so mancher hatte dann seine Bescheinigung ,die sie ihm für das weggenommene, gaben .
Auch eine Fahrt von Berlin / Ostbahnhof nach Minsk 1982 im Winter . " 2 Mann im 1 Klasseabteil , Zwischen Berlin und Frankfurt /Oder erfolgte schon die Kontrolle der DDR -Organe und den polnischen Organen , diese waren locker und waren angenehm bei den Kontrollen.
Dann nach langer Fahrt Überquerung des Bug am frühen Morgen, Ganz langsam fuhr der Zug über die Brücke, man konnte die Fenster herunterlassen . Aber dann kam der Stacheldrahtzaun , gleich dahinter standen links und rechst am Zug so 20 russische Soldaten mit der MPI im Anschlag . mit so etwas hatte ich nicht gerechnet , was war denn das für eine Begrüßung in der geliebten Sowjetunion.
Während man die Radsätze in Brest wechselte kamen dann die flotten Damen von den russischen Organen zur Kontrolle ins Abteil . fast genau wie die DDR -Kontrollierenden haben sie sich verhalten . Was sie suchten war Wurst und Samen . Sie fragten immer wischi , waschi . Keiner wusste, was das bedeutet .
Als wir dann im Minsk eintrafen , wurden uns am gleichen Tag die Ausweise abgenommen und angeblich zum Eintragen geschickt . " 2 Wochen waren wir Vogelfrei ohne jede Legimitation .MfG ratata


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zuletzt bearbeitet 24.02.2014 18:17 | nach oben springen

#47

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.02.2014 18:52
von Stringer49 | 700 Beiträge

Guten Tag,

H. M. Immigration officers haben lange Zeit kein bewegtes Verkehrsmittel betreten um zu kontrollieren. Für den Night Ferry (Nachtzug London Victoria - Paris Nord) musste man sich in Victoria kontrollieren lassen, platform 2. Erst Anfang 2000 fuhren die Beamten von Lille in den Eurostar aus Brussels nach London und haben im fahrenden Zug kontrolliert.

Es gibt dazu auch immer wieder statements von MPs. Das Problem ist, dass die Eurostar auch mit Fahrkarten Bruxelles - Lille benutzt werden können. Es kann deshalb nicht stationär so kontrolliert werden, dass illegale Immigranten gefunden werden.

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#48

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.02.2014 19:18
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #45
Zitat von icke46 im Beitrag #39


Vielleicht weiss einer, der damals Dienstreisen DDR-BRD gemacht hat, mehr darüber.

Gruss

icke



Bin des öfteren mit Kollegen von der DDR aus mit DDR -Reisepapieren mit dem Zug Richtung West-und Nordeuropa gefahren.Mal alleine,mal zu zweit,manchmal eine ganze Gruppe von 12-15 Mann.
Mit dem Neptun-Express via Fähre nach Dänemark,mit dem (Interzonenzug) nach Bremen,Hamburg bzw. nach Antwerpen,Rotterdam und in andere Hafenstädte zum Besatzungswechsel bzw. zur Schiffsübernahme/Werft.Der Jüngste von uns war ca.17 Jahre alt(Lehrling),die meisten im Schnitt zwischen 20 und 40 Jahren alt.Der BGS kontrollierte und protokollierte die Daten,höflich und deutsch akkurat.Der Zoll machte Stichproben und wurde in den seltensten Fällen mit Kleinigkeiten fündig.Ebenfalls höflich und ansprechbar.
Von Hamburg ging es dann oft in einen so genannten Transitwagen,Richtung Niederlande,Belgien oder Frankreich.Da kam dann lediglich meist nur noch ein Schaffner durch.
Ca.1972-76.



seaman




Kleiner Nachtrag:

Auch wenn es der normale Bahnreisende im grenzüberschreitenden Bahnverkehr West/Ost nicht so mitbekam,auf beiden Seiten der Grenze waren diese Züge im Blickfeld und Arbeitsbereich der Geheimdienste.

seaman


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#49

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.02.2014 19:23
von Gelöschtes Mitglied
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Und, @seaman , Du meinst natürlich damit, dass auf beiden Seiten quantitativ und qualitativ vergleichbar gehandelt wurde, oder?

VG Klaus


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#50

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.02.2014 19:26
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Hufklaus im Beitrag #49
Und, @seaman , Du meinst natürlich damit, dass auf beiden Seiten quantitativ und qualitativ vergleichbar gehandelt wurde, oder?

VG Klaus


Nein,ich weiß,das es Ähnlichkeiten beim Vorgehen gab.
Leider kann ich die Vorgehensweise eher auf der westlichen Seite dabei einschätzen.


seaman


zuletzt bearbeitet 24.02.2014 19:28 | nach oben springen

#51

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.02.2014 19:28
von thomas 48 | 3.566 Beiträge

Ich war in den 60 und70 Jahren öfters in der SU.
Diese Kontrollen durch den sowj. Zoll habe ich so öfters erlebt


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#52

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.02.2014 19:37
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Zitat
Kleiner Nachtrag:
Auch wenn es der normale Bahnreisende im grenzüberschreitenden Bahnverkehr West/Ost nicht so mitbekam,auf beiden Seiten der Grenze waren diese Züge im Blickfeld und Arbeitsbereich der Geheimdienste.



Hallo Seaman, was war denn damit los? Erzähle mal bitte.


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#53

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.02.2014 19:50
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #52

Zitat
Kleiner Nachtrag:
Auch wenn es der normale Bahnreisende im grenzüberschreitenden Bahnverkehr West/Ost nicht so mitbekam,auf beiden Seiten der Grenze waren diese Züge im Blickfeld und Arbeitsbereich der Geheimdienste.


Hallo Seaman, was war denn damit los? Erzähle mal bitte.



Erstmal nur Stichpunkte:
Grenzüberschreitende Züge wurden auf beiden Seiten als TBK genutzt.
Es stiegen am Grenzbahnhof/West mitunter Gesprächsaufklärer dazu.
Personendaten wurden für den BND erfasst.
Einige, mit geheimdienstlicher Anbindung, fuhren in diesen Zügen als Fahrgast mit usw.
Zeitraum ca 1976 -1990.
Ab Mitte Achtziger intensiver als bisher.

seaman


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#54

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.02.2014 20:06
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Okay, aber keine verwanzten Abteile, halbduchlässige Spiegel mit Beobachtern aus dem Nachbarabteil oder so? Da fuhren eher so alte Damen und irgendwelche Ost-Rentner. Was hätte man da groß rauskriegen wollen? Die wirklich sensiblen Leute flogen grundsätzlich von und nach Berlin.


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#55

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 18.03.2014 17:31
von Grete85 | 840 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #21
Bezeichnung Angst deswegen bei Trapo und Reichsbahnern, da alle Angst hatten, eventuell mitschuldig zu sein wenn so ein Zug zum Stillstand kam. Ich hab damals in Eisenach auf einem Stellwerk gearbeitet. Ein strenger Verweis war das Mindeste was einen erwartete, falls man die "Angst" behinderte.
Wenn die "Angst" in Erfurt umgespannt wurde (Diesellok/E-Lok) stand dieser Zug abseits der Bahnsteige und war mit Transportpolizei umstellt, um jeglichen unbefugten Zugang oder Kontakt zu verhindern.


Hallo zusammen,

zu den "Angst"züge, das sind Züge, die von der Dispetscherleitung der DR überwacht wurden. jede Verspätungsminute die
"eingefahren" wurden, sind später durch die Tfz-Führer zubegründen. Mit deutscher Gründlichkeit schriftlich. Zu den Zügen neben den Transit- und Interzunenzügen gehörten auch die "ND"(Zeitungs-)züge. Die waren meist in den frühen Morgenstunden unterwegs.Damit die "Bezirksfürsten" und die Partei mit den neusten "Klatsch und Tratsch" aus Berlin versorgt wurden.
Ich kannte einen älteren Lokführer von der Einsatzstelle Vacha, den bei 15 Fahrstufen nur dei Stufe 8 seine Letzte war. Nur wenn die"Angst" hinter ihm war gings dann bis zum Anschlag.

Gruß Grete


--------------------------------------------------
Geschichte ist nichts anderes
als die Unfallchronik der Menschheit.

Chales Talleyrand,französicher
Staatsmann (1754-1838)
--------------------------------------------------
Gedient von Frühjahr 1982 bis Frühjahr 1985 beim
VEB Landesverteidigung, Betriebsteil Grenzsicherung Rhön
MIG21 und lokgrenzer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#56

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.05.2014 20:04
von GrafKrolock | 75 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #43
[quote=Sperrbrecher|p335406]Ja richtig und alle Reisenden wurde jeweils nur zwischen Freiburg im Breisgau und Basel Badischer Bahnhof kontrolliert. Das war in den achtziger Jahren. Die Grenzer hatten so ein Funkgerät mit Tasten, in welches sie irgendwelche Daten des Passes eintippten und bekamen dann via Piepsen wohl irgendeine Rückmeldung. Diese Geräte hatten die Deutschen und die Schweizer. Wie es wohl funktioniert hat.

Wobei man diese Kontrolle relativ leicht umgehen konnte: Aus Richtung D mit dem unkontrollierten Eilzug nach Basel Badischer Bahnhof, der dort endete, fahren und dort in den nachfolgenden Intercity nach Basel SBB umsteigen. Keineswegs verboten und mit passender Fahrkarte auch tariflich legal.


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#57

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.05.2014 21:25
von eisenringtheo | 9.156 Beiträge

Zitat von GrafKrolock im Beitrag #56
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #43
[quote=Sperrbrecher|p335406]Ja richtig und alle Reisenden wurde jeweils nur zwischen Freiburg im Breisgau und Basel Badischer Bahnhof kontrolliert. Das war in den achtziger Jahren. Die Grenzer hatten so ein Funkgerät mit Tasten, in welches sie irgendwelche Daten des Passes eintippten und bekamen dann via Piepsen wohl irgendeine Rückmeldung. Diese Geräte hatten die Deutschen und die Schweizer. Wie es wohl funktioniert hat.

Wobei man diese Kontrolle relativ leicht umgehen konnte: Aus Richtung D mit dem unkontrollierten Eilzug nach Basel Badischer Bahnhof, der dort endete, fahren und dort in den nachfolgenden Intercity nach Basel SBB umsteigen. Keineswegs verboten und mit passender Fahrkarte auch tariflich legal.

Ja das war leicht möglich.
Theo


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#58

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 18.07.2014 21:55
von lokgrenzer | 25 Beiträge

Zitat von Grete85 im Beitrag #55
Zitat von Eisenacher im Beitrag #21
Bezeichnung Angst deswegen bei Trapo und Reichsbahnern, da alle Angst hatten, eventuell mitschuldig zu sein wenn so ein Zug zum Stillstand kam. Ich hab damals in Eisenach auf einem Stellwerk gearbeitet. Ein strenger Verweis war das Mindeste was einen erwartete, falls man die "Angst" behinderte.
Wenn die "Angst" in Erfurt umgespannt wurde (Diesellok/E-Lok) stand dieser Zug abseits der Bahnsteige und war mit Transportpolizei umstellt, um jeglichen unbefugten Zugang oder Kontakt zu verhindern.


Hallo zusammen,

zu den "Angst"züge, das sind Züge, die von der Dispetscherleitung der DR überwacht wurden. jede Verspätungsminute die
"eingefahren" wurden, sind später durch die Tfz-Führer zubegründen. Mit deutscher Gründlichkeit schriftlich. Zu den Zügen neben den Transit- und Interzunenzügen gehörten auch die "ND"(Zeitungs-)züge. Die waren meist in den frühen Morgenstunden unterwegs.Damit die "Bezirksfürsten" und die Partei mit den neusten "Klatsch und Tratsch" aus Berlin versorgt wurden.
Ich kannte einen älteren Lokführer von der Einsatzstelle Vacha, den bei 15 Fahrstufen nur dei Stufe 8 seine Letzte war. Nur wenn die"Angst" hinter ihm war gings dann bis zum Anschlag.

Gruß Grete


Hallo Grete,

genau so war es, jede Minute Verspätung bedarf einer schriftlichen Erklärung. Fahren auf die Minute war oberstes Gebot.
Zum Glück kam Mitte der 80 Jahre der Zugbahnfunk auf.
Zur ND Zeitung sei gesagt, diese Züge liefen mit Höchstgeschwindigkeit V max 120 km/h durch die DDR und waren scharf überwacht.
Ich kenne da auch eine Anekdote.

Danke für deinen Beitrag aus dem Alltag.

Lokgrenzer


zuletzt bearbeitet 18.07.2014 22:24 | nach oben springen

#59

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 18.07.2014 22:15
von lokgrenzer | 25 Beiträge

Zitat von Hufklaus im Beitrag #3
Ich kenne ehemalige Lokführer der DR, die "bestätigt" waren, jene Züge in die damalige BRD zu ziehen und wieder zurück in die ehem. DDR. Zu Abfertigungsmodalitäten kann ich leider nichts beisteuern.

VG Klaus


Hallo Klaus,

ich habe dazu Äusserrungen im Forum Güst Friedrichstraße / Gutenfürst gemacht.
Zu den Zügen Görlitz - München- Görlitz D466/467 ist zu sagen:
Jeder der in diesem Zug saß wurde von der Stasi überwacht. Diese Stiegen in Görlitz oder Dresden zu und verteilten sich auf die 12 Wagen. Verwickelten Reisende in Gespräche oder spionierten das Abteil aus . So zogen sie von Abteil zu Abteil, es war ja eine lange Strecke bis zum letzten Aussteigebahnhof für DDR Bürger, der Bahnhof Plauen ob. Bf.
Dort stieg die Stasi aus und die PKE stieg zu zur Vorkontrolle bis Gutenfürst.
Im WC Abteil von jedem Wagen wurden Nachrichte der Stasi in Zettelform hinterlegt mit Abteilnummer,Sitzplatz und Person sowie Gepäck.
Für die PKE Leute dann ein leichtes Spiel gezielte Grundkontrollen und auch später dann in Gutenfürst die Reisenden aus dem Zug zu holen, zu filzen ( Leibesvisitation komplett). Der Zug stand in Gutenfürst 45 Minuten, eine lange Zeit für diese Reisenden.
So mancher musste mit dem Rettungswagen die Rückreise antreten.
In Hof nicht anders, bei der Rückreise in die DDR. Aufregung Grenze, für manch einem Transitreisenden zu viel. Es kam der Notarzt an den Zug Bst 2 in Hof und die Anreise endete vorerst im Klinikum Hof.
Das der Zug verspätet Richtung Grenze Abfuhr versteht sich von selbst. Auf dem Grenzbahnhof wurde die nicht so große Verspätung durch die PKE geringer, so das die Züge fast planmäßig auf DR Gebiet weiterfuhren.
Hängt auch mit der Zugbelegung in der Güst zusammen.

Lokgrenzer


zuletzt bearbeitet 18.07.2014 22:33 | nach oben springen

#60

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 18.07.2014 22:32
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von lokgrenzer im Beitrag #59
Zitat von Hufklaus im Beitrag #3
Ich kenne ehemalige Lokführer der DR, die "bestätigt" waren, jene Züge in die damalige BRD zu ziehen und wieder zurück in die ehem. DDR. Zu Abfertigungsmodalitäten kann ich leider nichts beisteuern.

VG Klaus


Hallo Klaus,

ich habe dazu Äusserrungen im Forum Güst Friedrichstraße / Gutenfürst gemacht.
Zu den Zügen Görlitz - München- Görlitz D466/467 ist zu sagen:
Jeder der in diesem Zug saß wurde von der Stasi überwacht. Diese Stiegen in Görlitz oder Dresden zu und verteilten sich auf die 12 Wagen. Verwickelten Reisende in Gespräche oder spionierten das Abteil aus . So zogen sie von Abteil zu Abteil, es war ja eine lange Strecke bis zum letzten Aussteigebahnhof für DDR Bürger, der Bahnhof Plauen ob. Bf.
Dort stieg die Stasi aus und die PKE stieg zu zur Vorkontrolle bis Gutenfürst.
Im WCS Abteil von jedem Wagen wurden Nachrichte der Stasi in Zettelform hinterlegt mit Abteilnummer,Sitzplatz und Person sowie Gepäck.
Für die PKE Leute dann ein leichtes Spiel gezielte Grundkontrollen und auch später dann in Gutenfürst die Reisenden aus dem Zug zu holen, zu filzen ( Leibesvisitation komplett). Der Zug stand in Gutenfürst 45 Minuten, eine lange Zeit für diese Reisenden.
So mancher musste mit dem Rettungswagen die Rückreise antreten.
In Hof nicht anders, bei der Rückreise in die DDR. Aufregung Grenze, für manch einem Transitreisenden zu viel. Es kam der Notarzt an den Zug Bst 2 in Hof und die Anreise endete vorerst im Klinikum Hof.
Das der Zug verspätet Richtung Grenze Abfuhr versteht sich von selbst. Auf dem Grenzbahnhof wurde die nicht so große Verspätung durch die PKE geringer, so das die Züge fast planmäßig auf DR Gebiet weiterfuhren.
Hängt auch mit der Zugbelegung in der Güst zusammen.

Lokgrenzer


Ein Teil meiner Arbeitsgruppe hatte damals die einlaufenden Züge(West) im Aufgabenbereich.
Die "Zugvögel" waren bekannt.
seaman


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