#201

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.08.2014 16:03
von Georg | 1.033 Beiträge

Und ich würde noch Kontrolle der " Interzonenzüge " hinzufügen wollen.
Wenn man bedenkt, dass mit den " Interzonenzügen " auch ein Teil des " Innerdeutschen Handels " realisiert wurde. Das Geschäft der Nachrichtendienste ist nun mal der Handel mit Nachrichten. Woher sollten sie ihre Ware in den " Interzonenzügen " bekommen?


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#202

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.08.2014 16:07
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #200
hallo Seamann,

Bin aber immer für Artikel die zu der Überschrift passen.
Unter ,,Abfertigung,, verstehe ich den Zoll und oder die Passkontolle und nicht die Arbeit des MfS, BND und des Verfassungsschutz mit den Reisenden nach der Grenze!
Thomas


Es geht hierbei aber speziell um Interzonenzüge.Züge,die den Eisernen Vorhang in beiden Richtungen überquerten.
An dieser Schnittstelle im Kalten Krieg waren zwangsläufig die Geheimdienste beider Seiten bei der Abfertigung mit involviert.

seaman


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#203

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.08.2014 16:18
von Georg | 1.033 Beiträge

Ich möchte @turtel eine Frage stellen. Nimm es nicht persönlich, aber.....ich lasse den Klassenkampf auch draussen.

Turtel, wie ich lese, hast Du Dich auf Deine Aktionen clever und professionell vorbereitet. Verstecke, bestimmte Waren, Verhaltensweise von Zöllnern
um letztendlich Geschäfte zu machen.

Meine Frage: Was fühlt man, wenn man trotz solcher Vorbereitung, erwischt wird ?
Ärger über sich selbst, das nächste mal mache ich was anderes?
Spürt man Wut oder Anerkennung gegenüber dem Kontrolleur, der so clever war und Dich erwischt hat ?
Empfindet man die Sanktionen, die nun mal erhoben werden als gerechtfertigt?

In dem Zusammenhang würde mich interessieren: Wurden Sanktionen durchgeführt, dann wurde Papier beschrieben - wie überall im Amt.Dies Papier ging in einem Speicher ein. Man konnte durchaus als " Wiederholungstäter " erkannt werden. Und schärfere Sanktionen drohten ?


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#204

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.08.2014 17:25
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo Georg,
In meinen „Aktionen“ wie Du es nennst ging es nicht nur um Geschäfte. Da war auch mancher Gefallen dabei. Kannst Du mir bitte ------besorgen. Von Blattgold ,über den Taschenrechner in den 70 ern. Mal eine Lederjacke, was für das Bad, etc. Verschenken wollte ich es auch nicht. Was mit dem Ostgeld machen? Da habe ich eben Briefmarken in der DDR gekauft. Sanktionen hatte ich nicht in der DDR. Wenn etwas gefunden wurde war das nie etwas Gravierendes. Ich wurde darauf hingewiesen das es nicht gestattet ist, man nahm es weg oder sagte „aber das nächste Mal denken sie daran. Ein schlechtes Gewissen in diesem Sinn hatte ich nicht mal davon abgesehen das ich sehr billig essen und trinken konnte habe ich keine subventionierten Waren gekauft. Ein Teil vom DDR Geld gab ich der Verwandtschaft. So gesehen kam es wieder der Volkswirtschaft zugute.
Anders verhielt es sich zu meiner Seefahrtzeit. Da ging es nur um Geschäfte. Dabei war mir genau wie mit den DDR Reisen klar das es mal daneben gehen kann. Ich nahm das sportlich und versuchte es besser zu machen.. Wut auf die cleveren Zöllner hatte ich nicht. Natürlich waren auch für mich saftige Strafen dabei. Das ich speziell erfasst wurde glaube ich weniger, selbst wenn Hinweise auf mich da waren. Ich hatte danach den Ehrgeiz das nächste Mal findet ihr nichts. Ich kenne kaum einen an Bord der z:B. in Skandinavien keinen Schnaps oder Zigaretten verscheuert hat. Das Problem war das die von der „schwarzen Gang“ sich auf den Schiffen sehr gut auskannten. Da war es nicht einfach ein sehr gutes Versteck zu finden. Als Koch hatte ich da schon mehr Möglichkeiten.. Am einfachsten war das schmuggeln in Süd und Zentral Amerika. Das kauften die Zöllner schon die mitgebrachte Unterhaltungselektronik aus Japan ab. Allerdings hatten die auch manchmal falsche Dollars. Groß Theater machen konnte man das nächste Mal deswegen nicht, da hätte man garantiert den kürzeren gezogen.


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#205

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.08.2014 18:01
von Georg | 1.033 Beiträge

Hört bzw- liest sich ja ganz entspannt.


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#206

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.08.2014 18:31
von turtle | 6.961 Beiträge

Wie war das mit Güterzügen ? Wie wurden die kontrolliert ? Damit gab es doch auch Fluchtversuche !


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#207

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.08.2014 20:14
von passport | 2.642 Beiträge

@turtle


so zB.






passport


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#208

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.08.2014 23:43
von Gelöschtes Mitglied
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Ich kann nicht beurteilen, wie das bei der DR ablief, aber bei der DB begann die Überwachung schon sehr früh: Beim Absender. Die Waggons wurden dort schon oft mit Zollplomben gesichert, die bei jedem Stop kontrolliert wurden. Die Plombenzangen waren allerdings alles andere als sicher, sie konnten relativ einfach gefälscht werden. Deshalb wurden sie zu einem späteren Zeitpunkt auch durch andere, numerierte Plomben ersetzt, die sich nicht mehr so einfach nachmachen ließen. Zudem wurden die Nummern der Plomben in den Transportdokumenten vermerkt und die Übereinstimmung geprüft.

Ein potentieller Schmuggler (oder auch ein Flüchtling) hätte dann entweder bereits vorher die Nummer der Plombe kennen müssen (was ziemlich ausgeschlossen war) oder die Nummer in den Begleitdokumenten fälschen müssen, was praktisch ebenfalls mehr als schwierig war.

Für LKW gab es das "Carnet-TIR", das überwiegend für Transit-Fahrten genutzt wurde und das auch eine gegenseitige Akzeptanz der verwendeten Zollplomben beinhaltete: Im Nachhinein fast erstaunlich, wie sehr sich die Zollverwaltungen des RGW und der EU damals vertrauten, denn das Carnet Tir wurde auch bei internationalen Straßentransporten, die das Gebiet eines der RGW-Staaten berührten, mehr als häufig benutzt.


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#209

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.08.2014 00:14
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #207
@turtle


so zB.






passport



Nur ein Foto ist bisschen zu wenig .


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#210

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.08.2014 12:07
von Krelle (gelöscht)
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Wenn ich "Zugdienst" hatte (als Verstärkungskraft bei der Grenzkontrollstelle Lübeck-Moisling), musste ich auch die in Richtung DDR abgehenden Güter- und Personenzüge abfertigen. Besonders bei den letzteren musste ich mich beeilen, um zu entscheiden, ob die "Fracht" das Gebiet der Bundesrepublik verlassen durfte. Da blieben nur wenige Minuten, um Kisten etc. zu öffnen bzw. öffnen zu lassen. Und wenn die Zeit drängte und mir die Sache "zu heiß" war, ließ ich die Ware ausladen. Manches Mal war die Entscheidung richtig, denn da waren z.B. Computerteile dabei, die nicht in den "Osten" ausgeführt werden durften. Bei den Güterzügen hatte ich genügend Zeit, mir die "Papiere" anzuschauen. Bei Zweifeln ließ ich den Waggon abkoppeln (manchmal machten die Versender deswegen Ärger, weil es ja mit Zeit- und evtl. auch Gewinnverlust verbunden war). Hin und wieder machte ich mir auch selbst ein Bild von den Waren, indem ich einen Bahnbeamten mitnahm und mir die Waggons öffnen ließ, um ins Innere zu schauen und ggf. Stichproben zu entnehmen.


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zuletzt bearbeitet 16.08.2014 12:18 | nach oben springen

#211

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.08.2014 12:49
von Krelle (gelöscht)
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Es war an einem Winterabend, als ich wieder mal Nachtdienst an der Grenze im Raum Lübeck-Eichholz hatte. Ich nahm an diesem Abend einen Weg, den ich sonst kaum wählte, denn er führte sehr indirekt zur Grenze, wodurch der Anmarschweg deutlich verlängert wurde. Noch weiter entfernt von der Grenze, sah ich, wie der für diesen Tag letzte Güterzug aus Richtung Lübeck kam und gen DDR rauschte. Plötzlich, rund 500 m vor der Grenzlinie, hielt er an, obwohl das Signal nicht auf "Halt" stand.... Da Schnee lag, konnte ich beobachten, wie eine Person aus einem Waldstück kam und zur Lok eilte. Sie stieg schnell ein und der Zug nahm wieder Fahrt auf. Leider blieb mir keine Zeit mehr, irgendetwas zu unternehmen, um die "Reise" zu stoppen; eine gute Minute später lief der Zug in Herrnburg ein.
Tja, über diesen "merkwürdigen" Zusteiger hätte ich schon gern mehr erfahren...


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zuletzt bearbeitet 16.08.2014 12:52 | nach oben springen

#212

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.08.2014 14:36
von furry | 3.581 Beiträge

Zitat von Krelle im Beitrag #211
.... sah ich, wie der für diesen Tag letzte Güterzug aus Richtung Lübeck kam und gen DDR rauschte. Plötzlich, rund 500 m vor der Grenzlinie, hielt er an, obwohl das Signal nicht auf "Halt" stand.... Da Schnee lag, konnte ich beobachten, wie eine Person aus einem Waldstück kam und zur Lok eilte. Sie stieg schnell ein und der Zug nahm wieder Fahrt auf. Leider blieb mir keine Zeit mehr, irgendetwas zu unternehmen, um die "Reise" zu stoppen; eine gute Minute später lief der Zug in Herrnburg ein.
Tja, über diesen "merkwürdigen" Zusteiger hätte ich schon gern mehr erfahren...



@Krelle , hast Du zu dieser Beobachtung eine Meldung abgesetzt?
Der betreffende Lokführer wäre über die Bahn leicht zu ermitteln. Bloß ob seine Antworten auf die Fragen unbedingt in die Öffentlichkeit gehörten?


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#213

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.08.2014 15:48
von Krelle (gelöscht)
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Zitat von furry im Beitrag #212
Zitat von Krelle im Beitrag #211
.... sah ich, wie der für diesen Tag letzte Güterzug aus Richtung Lübeck kam und gen DDR rauschte. Plötzlich, rund 500 m vor der Grenzlinie, hielt er an, obwohl das Signal nicht auf "Halt" stand.... Da Schnee lag, konnte ich beobachten, wie eine Person aus einem Waldstück kam und zur Lok eilte. Sie stieg schnell ein und der Zug nahm wieder Fahrt auf. Leider blieb mir keine Zeit mehr, irgendetwas zu unternehmen, um die "Reise" zu stoppen; eine gute Minute später lief der Zug in Herrnburg ein.
Tja, über diesen "merkwürdigen" Zusteiger hätte ich schon gern mehr erfahren...



@Krelle , hast Du zu dieser Beobachtung eine Meldung abgesetzt?
Der betreffende Lokführer wäre über die Bahn leicht zu ermitteln. Bloß ob seine Antworten auf die Fragen unbedingt in die Öffentlichkeit gehörten?


Ja, das habe ich gemeldet. Natürlich nicht über Funk, sondern über ein öffentliches Telefon. Was daraus geworden ist, weiß ich nicht. Das konnte man auch nicht erwarten, wenn es um "brisante" Dinge ging, wo nachher auch andere "gewisse" Dienststellen involviert waren.


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zuletzt bearbeitet 16.08.2014 15:49 | nach oben springen

#214

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.08.2014 21:58
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von GrafKrolock im Beitrag #135
Bitte nicht Zeiss und Zeiss verwechseln! Die heutige Carl Zeiss AG ist nicht Ex Carl Zeiss Jena. Näheres siehe Wikipedia. Zeiss Oberkochen existierte schon nach dem Krieg als selbständiges Unternehmen und hat nach der Wende lediglich Teile von Jena übernommen. Der Rest durfte Zeiss nicht länger im Namen führen und heißt seitdem Jenoptik.


Ist wieder mal alles ein wenig O.T. . Verzeihung an die mit- "Leser"

Lieber @GrafKrolock auf deine Interpretation bin schon gespannt

Wie willst du mir das erklären, damit ich das auch verstehe
(warte natürlich sehnsüchtig auf die Erklärung)


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#215

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.08.2014 22:05
von Vogtländer (gelöscht)
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Bei Güter- und Schüttgutwagons sind die Hunde rum bzw. auch drunter und drüber.
Bei Schüttgutwagons waren auch Stocherstangen im Einsatz,um Schmuggel zu vermeiden.Nachteil dieser Stangen:postaliches in Schriftform war schwer zu fühlen in den Händen und eher zerstochert.


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#216

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.08.2014 15:58
von StabsfeldKoenig | 2.656 Beiträge

Zitat von Vogtländer im Beitrag #215
Bei Güter- und Schüttgutwagons sind die Hunde rum bzw. auch drunter und drüber.
Bei Schüttgutwagons waren auch Stocherstangen im Einsatz,um Schmuggel zu vermeiden.Nachteil dieser Stangen:postaliches in Schriftform war schwer zu fühlen in den Händen und eher zerstochert.



Postialisches würde man nicht mitten im Schüttgut befördern, sondern unter einer flach auf den Wagenboden oder der Seitenwand befestigten Platte (Holz oder Blech), bevor der Wagen beladen wird. Da würden z.B. Briefe oder Hefte mit einer Stange nie gefunden.



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#217

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 19.08.2014 16:35
von Vogtländer (gelöscht)
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Du scheinst viel Zeit zu haben beim Beladen.Jemand,der es eilig hat und nicht unbedingt Zugang zur Laderampe etc hat,was macht der?
Menschen können sich auch eingraben.Graben sie sich auch so tief ein bei Schüttgut,nehmen wir mal als Beispiel Kies?
Fluppenstangen haste auch nach ganz unten gepackt?
Holz und Blech extra vorher noch rein?Na,auffälliger gehts wohl nicht,noch dazu,wo Du beim Ablassen des Schüttgutes jemand auf der Leiter stehen hast und auch beim Zoll die Wagenmaße bekannt waren/sind.Denkste denn,die Jungs und Mädels waren/sind doof?


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#218

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 05.01.2015 20:03
von lokgrenzer | 25 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #206
Wie war das mit Güterzügen ? Wie wurden die kontrolliert ? Damit gab es doch auch Fluchtversuche !


Kontrolle Güterzüge GÜST,

nach Einfahrt in die GÜST , Halt vor dem Ausfahrsignal, darüber rutschen war nicht, entweder aufgelegte Gleissperre oder Entgleisungsweichen 2m hinter dem Signal.

Tf Kontrolle Ausweis durch PKE.
Motor AUS, fix runter von der Lok, beide Seiten Batteriekästen auf 3x pro Seite auf der BR 132 (Ludmilla).

Kontrolle mit Hund begann am Schluß vom Zug, bei einem kurzen Zug war EILE geboten. Es gab auch SCHARFE Hunde, die schnell beim Lokführer waren, also schnell auf die Lok und warten.

Und mehr. . .

Lokgrenzer


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#219

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.08.2015 16:56
von eisenringtheo | 9.190 Beiträge

Zitat von lokgrenzer im Beitrag #218
Zitat von turtle im Beitrag #206
Wie war das mit Güterzügen ? Wie wurden die kontrolliert ? Damit gab es doch auch Fluchtversuche !


Kontrolle Güterzüge GÜST,

nach Einfahrt in die GÜST , Halt vor dem Ausfahrsignal, darüber rutschen war nicht, entweder aufgelegte Gleissperre oder Entgleisungsweichen 2m hinter dem Signal.
(...) .

Lokgrenzer

Was passiert, wenn man eine Entgleisungsweiche langsam befährt...

Theo


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#220

RE: Interzonenzüge Abfertigung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.09.2015 03:41
von seaman | 3.487 Beiträge

Gerade beim Stöbern eine alte Fahrkarte der DR entdeckt und mir fiel dazu gleich eine dazugehörige Story ein,die ich nicht vorenthalten möchte.
Man schreibt das Jahr 1975.Weihnachtszeit.
Mit meinem Schiff lag ich schon ca. 5 Wochen in einer dänischen Werft. Witterungsbedingt gingen die Arbeiten nur schleppend voran.Die Schiffsleitung beschliesst über Weihnachten und Silvester je ein Teil der Besatzung im Wechsel über die Feiertage in den Urlaub zu schicken.Pünktlich bin ich 20.12.1975 in Warnemünde und fahre von da aus gleich nach Berlin/Ost durch. Hier hatte ich zu dieser Zeit gerade eine neue Flamme, die am Leuchten gehalten werden musste.Überraschung gelungen und Weihnachtsfeiertage werden geplant.
Am Morgen des 23.12. klingelt uns der Eilbote aus der Koje und ich bekomme ein Telegramm.Adresse musste ich seinerzeit für einen Abruf hinterlassen.Etwaiger Inhalt :
Sofort mit dem Neptunexpress sowieso auf die Socken machen.Schiff wird verholt (ausgedockt) und früher fertig.I.NO + Restcrew steigt in Rostock zu und bringt Dienstauftrag mit.
-----------------------------------------------------
Flamme heult,ich bin stinksauer.Weihnachten für uns in Eimer.Verabschiedung.
Fahre zum Ostbahnhof und knall mir nach einem Imbiss ein paar Bier rein.Frust bekämpfen.Dann troll ich mich dorthin,wo Fahrkarten für den internationalen Bahnverkehr vertickert werden.Mit dem outfit eines damaligen Hein Seemanns stehe ich dann am Schalter.Lange Haare,Vollbart,Jeans mit leichtem Schlag,gefütterte Lederjacke und geile Stiefel.Dazu die typische,auffällige Suezkanaltasche.
Mit leichter? Bierfahne verlange ich dann eine Fahrkarte mit dem Neptunexpress nach Kopenhagen.Nee,sagt die Bahntante,geht nur bis Rostock/Warnemünde.Übrigens benötigt sie auch Dokumente die eine Fahrt nach Kopenhavn begründen.Reisepass bzw.Dienstauftrag etc.
Ich beharre auf eine Fahrkarte nach Kopenhagen.Seefahrtsbuch akzeptiert sie nicht.Der Disput wird etwas lauter.
Man bedenke,dass geschah zu einer Zeit als Handys noch nicht flächendeckend verfügbar waren und die Telefonmöglichkeiten in der DDR sich noch in Grenzen hielten.
Pattsituation.Bestehe auf die richtige Fahrkarte,Bahntante reagiert nicht mehr.Will zur Post und mittels Telegramm meine Reederei informieren.
Drehe mich auf dem Absatz um...........und laufe zwei hinter mir stehenden Trapos in die Arme.
"Bitte mitkommen!"
Werde in einem Büro erstmal nach Personalien u.ä. gelöchert.Einer tippt Schreibmaschine,Adler-Suchsystem.Dann kommt ein Zöllner und filzt meine Tasche.Findet paar Devisen ( Dänenkronen und Westmark) Die spielen auf Zeit.
Richtig.Zwei Zivilisten stossen dazu.Nochmal alle Daten und Beweggründe für eine Fahrt nach Kopenhagen abgefragt.
Geplante Republikflucht?
Einer von den Beiden hat zumindest fixen Zugriff auf eine Telefonverbindung nach Rostock.Gebe ihm die Nummer meiner Arbeitskräftelenkung bei der Reederei.Bekomme auch die Möglichkeit zu kontakten.
Die beiden Trapos bringen mich später zur Bahntante,die mir dann eine Fahrt bis Warnemünde für den "Neptun" ausstellt und somit ihre Kompetenz nicht überschreitet.
In Rostock steigen meine Kollegen zu-mit Dienstauftrag.
In Warnemünde händigt mir ein extra angereister Dispatcher vor der Fähre meine Fahrkarte bis Kopenhagen aus.
Ein Tag vor Heiligabend und Schweinewetter war auch dieser nicht amused........

seaman






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