#1

Weidmanns Heil

in Grenztruppen der DDR 17.02.2014 21:47
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Da wir uns, mich eingeschlossen, ja harsch letztens mit dem wohl nie erlöschendem Kampf der Systeme beschäftigt haben und unser bester Geschichtenschreiber uns abhanden gekommen ist, unser Fritze, möchte ich einfach mal wieder so eine alte Grenzergeschichte zum Besten geben, alt ist relativ aber sie trug sich halt vor nunmehr fast 32 Jahren zu.
Ich wollte erst den Grimmschen Stil übernehmen, also "Ein böser König sandte seine treuen Vasallen an die Grenzen des Reiches", war mir aber zu blöd, also verständlicher Klartext
Als treuer Vasalle stand ich also in Diensten des bösen Königs, menno, wollte doch selber Klartext!
Ach, nach den Nachtscharmützteln fehlt mir nicht mehr ganz so jungen Mann etwas die Konzentration, gebt mir mal Hilfe, Märchentext ala Grimm oder doch Klartext


hardi24a hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.02.2014 21:53 | nach oben springen

#2

RE: Weidmanns Heil

in Grenztruppen der DDR 17.02.2014 23:15
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Klartext wäre schon besser


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#3

RE: Weidmanns Heil

in Grenztruppen der DDR 17.02.2014 23:40
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Ach Wölfchen, Wölfchen,

vor dem Einschlafen noch so komplizierte Fragen ... Märchen, Sagen, Rittergeschichten gab es hier schon. Die Form des Märchens verlangt nach einem Gut-Böse-Schema. Das taugt nicht so richtig für die Grenzergeschichten. Gut, wenn Du es schaffst, ein paar Drachen und schöne Prinzessinnen hineinzumogeln, dann peppt das die Sache vielleicht ein bisschen auf. Aber was werden dann die Hauptfeldwebel und MHO-Verkäuferinnen darüber denken ... hm?!

Eine Geschichte wird dann besser, wenn man die Figuren, die man handeln lässt, halbwegs überblickt. Das Märchen gibt mehr Möglichkeiten, die Figuren flacher zu zeichnen. Damit tritt der grundlegende Konflikt der Geschichte besser hervor, aber die Handlung gibt nicht viel her. Außerdem muss das Märchen immer gut ausgehen. Ein Märchen sollte man nur erzählen, wenn einem die darin erzählte Geschichte auch märchenhaft begegnet ist. Alles andere ist Mumpitz.

Nee, lass das mit dem Märchen. Klartext. Kannst ja versuchsweise einen Zauberer einbauen und sehen, ob es die Geschichte belebt. Douglas Adams hat das sehr schön in seinem dritten Band des "Anhalters" gemacht - "Das Leben, das Universum und der ganze Rest". Dort heißt es sehr schön: "Die wohlriechende Brise kam wieder von der See heraufgeweht. Ein Zauberer spazierte am Strand entlang, aber keiner brauchte ihn." (Siehe Ende des 15. Kapitels). Wenn Du so etwas kannst, mach es. Ansonsten: Realitäten, Realitäten, Realitäten und immer an die Foristen denken!

Gute Nacht!
ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#4

RE: Weidmanns Heil

in Grenztruppen der DDR 18.02.2014 00:55
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #3
Ach Wölfchen, Wölfchen,

vor dem Einschlafen noch so komplizierte Fragen ... Märchen, Sagen, Rittergeschichten gab es hier schon. Die Form des Märchens verlangt nach einem Gut-Böse-Schema. Das taugt nicht so richtig für die Grenzergeschichten. Gut, wenn Du es schaffst, ein paar Drachen und schöne Prinzessinnen hineinzumogeln, dann peppt das die Sache vielleicht ein bisschen auf. Aber was werden dann die Hauptfeldwebel und MHO-Verkäuferinnen darüber denken ... hm?!

Eine Geschichte wird dann besser, wenn man die Figuren, die man handeln lässt, halbwegs überblickt. Das Märchen gibt mehr Möglichkeiten, die Figuren flacher zu zeichnen. Damit tritt der grundlegende Konflikt der Geschichte besser hervor, aber die Handlung gibt nicht viel her. Außerdem muss das Märchen immer gut ausgehen. Ein Märchen sollte man nur erzählen, wenn einem die darin erzählte Geschichte auch märchenhaft begegnet ist. Alles andere ist Mumpitz.

Nee, lass das mit dem Märchen. Klartext. Kannst ja versuchsweise einen Zauberer einbauen und sehen, ob es die Geschichte belebt. Douglas Adams hat das sehr schön in seinem dritten Band des "Anhalters" gemacht - "Das Leben, das Universum und der ganze Rest". Dort heißt es sehr schön: "Die wohlriechende Brise kam wieder von der See heraufgeweht. Ein Zauberer spazierte am Strand entlang, aber keiner brauchte ihn." (Siehe Ende des 15. Kapitels). Wenn Du so etwas kannst, mach es. Ansonsten: Realitäten, Realitäten, Realitäten und immer an die Foristen denken!

Gute Nacht!
ciao Rainman


Du passt einfach, danke.


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#5

RE: Weidmanns Heil

in Grenztruppen der DDR 18.02.2014 06:38
von Vogtländer (gelöscht)
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Und bitte schön ALLE Klischees bedienen,denn Du weisst ja,Extern liest mit!


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#6

RE: Weidmanns Heil

in Grenztruppen der DDR 18.02.2014 08:58
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #3
Douglas Adams hat das sehr schön in seinem dritten Band des "Anhalters" gemacht - "Das Leben, das Universum und der ganze Rest". Dort heißt es sehr schön: "Die wohlriechende Brise kam wieder von der See heraufgeweht. Ein Zauberer spazierte am Strand entlang, aber keiner brauchte ihn."


Oh Mann, @Rainman2 Du sorgst schon dafür, dass mir nicht langweilig wird: Natürlich habe ich jetzt Lust bekommen, den "Anhalter" aus dem Bücherschrank zu kramen und alles bis zum fünften Band der vierbändigen Trilogie nochmals zu lesen. Und die Scheibenwelten gleich hinterher. Und wenn Du jetzt noch den Herrn der Ringe einschließlich des kleinen Hobbit erwähnst, bin ich vermutlich bis zum Spätsommer beschäftigt

Reichlich OT, ich weiß. Aber ich musste mich einfach mal beschweren....


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#7

RE: Weidmanns Heil

in Grenztruppen der DDR 18.02.2014 09:21
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #6
Zitat von Rainman2 im Beitrag #3
Douglas Adams hat das sehr schön in seinem dritten Band des "Anhalters" gemacht - "Das Leben, das Universum und der ganze Rest". Dort heißt es sehr schön: "Die wohlriechende Brise kam wieder von der See heraufgeweht. Ein Zauberer spazierte am Strand entlang, aber keiner brauchte ihn."


Oh Mann, @ Rainman2 Du sorgst schon dafür, dass mir nicht langweilig wird: Natürlich habe ich jetzt Lust bekommen, den "Anhalter" aus dem Bücherschrank zu kramen und alles bis zum fünften Band der vierbändigen Trilogie nochmals zu lesen. Und die Scheibenwelten gleich hinterher. Und wenn Du jetzt noch den Herrn der Ringe einschließlich des kleinen Hobbit erwähnst, bin ich vermutlich bis zum Spätsommer beschäftigt

Reichlich OT, ich weiß. Aber ich musste mich einfach mal beschweren....


Hallo Dandelion,

Beschwerde ist angekommen. Tolkien wird aber bei mir nicht vorkommen. Mag sein, dass er gut ist, aber der Hype um die Bücher und nun die Filme schreckt mich ab. Abgesehen davon ist das nicht OT. Grenzwolf denkt über die Verwendung einer Kunstform für die Erzählung einer Geschichte nach. Es ist nur recht und billig, ihm zu zeigen, wo seine Leserschaft den Hammer aufhängt.

Mit der Scheibenwelt hast Du mich augenscheinlich erwischt, denn das Einbauen von Drachen und Zauberern stammt tatsächlich aus Pratchetts Scheibenweltmärchen, als sich Tiffany Weh verbittet, dass ihr Rob Irgendwer, der "Größte" unter den Kleinen Freien Männern, eine Lügengeschichte auftischt. Sie lässt sich auch nicht erweichen, als er darauf hinweist, dass sie extra Drachen und Zauberer mit eingefügt hätten, damit sie interessanter klingt. Nur mein Herz schmolz dabei dahin ...

So, das sollten jetzt genügend Argumente für Grenzwolf sein, KEIN Märchen schreiben zu wollen.
(Und schon sind wir aus dem OT-Bereich raus. High Five - Löwenzähnchen!)

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#8

RE: Weidmanns Heil

in Grenztruppen der DDR 18.02.2014 09:33
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Ok, also dann.

Im Sommer 83 stand ich zwar nicht in Diensten eines Königs sondern, wenn man es ganz eng betrachtet, eines sowjetischen Generalsekretärs, ist so etwas ähnliches, unter welchen kann ich gar nicht sagen denn die starben damals wie die Fliegen.
Das zu bewachende Gebiet war auch nicht ein Reich, das war schon 38 Jahre vorher zugrunde gegangen, sondern die DDR, ein Teil der sozialistischen Staatengemeinschaft wo die glücklichen Arbeiter und Bauern wohnten, die konnten ihr großes Glück manchmal gar nicht richtig fassen und so machten sie solch sonderbare Dinge wie zu versuchen aus dieser glücklichen Welt zu entkommen.
Das galt es also zu verhindern, schießlich durfte man ja auch nicht die armen verirrten einfach so in ihr Unglück laufen lassen.

Später geht's weiter...


zuletzt bearbeitet 18.02.2014 09:48 | nach oben springen

#9

RE: Weidmanns Heil

in Grenztruppen der DDR 03.03.2014 20:26
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Bis jetzt hatte ich keine Muse zum schreiben, aber da mir das ganze Ukraine-Gesülze dermaßen zum Hals raushängt, widme ich mich mal wieder der Vergangenheit.

Also wir sicherten diese Grenze, ihr wisst ja meist aus eigener Erfahrung wie das so ging, patroullieren durch Wald und Flur oder auf dem Turm sitzen und mit dem Defdi (Dienst-Fernglas) schrauben um den Grenzverletzer zu sichten oder ein wenig den Westen anzugucken.
Das Weidmanns Heil bezieht sich nun nicht auf die Jagt nach diesen Grenzverletztern, stimmt's, paar haben das vermutet, oder?
Nein es bezieht sich auf die Jagt nach Wild der ja nur die Vorgesetzten fröhnten so wie es ihnen die ganz großen Vorgesetzten in Berlin vormachten, waren ja im Politbüro etliche Jägersleut vertreten die sich nach dem anstrengendem Führen der werktätigen Massen beim Schießen eines kapitalen Bockes entspannten.
Meine mit dem Schießen des kapitalen Bockes aber nicht die unbeirrbare Heranführung der DDR an ihren schmählichen Untergang
Also, die wilde Jagt.
Die niederen Dienstgrade aus den Reihen der Grenzaufklärer die dem Waidwerk fröhnten taten dies meist außerhalb des Abschnittes und pirschten meist nach der alten Jägersart allein, da nun manchmal ein Schuss ertönte waren wir einfachen Grundwehrdienst leistenden Fuß-Kantenlatscher immer informiert wenn gejagt wurde.
Wenn es heftiger kam drangen dann höhere Offiziere aus irgendwelchen Stäben, ausgerüstet mit Büchsen und Geländewagen inklusive Fahrern direkt in den Abschnitt ein um dort das recht zahlreiche Wild zu erlegen.

Später geht's weiter...


zuletzt bearbeitet 03.03.2014 20:27 | nach oben springen

#10

RE: Weidmanns Heil

in Grenztruppen der DDR 27.08.2014 00:50
von FRITZE (gelöscht)
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An alle Weidmänner !

Habe nur durch Zufall diesen Thread gefunden ! Sofort zu GW62 s Ausführungen bezüglich der Jagd im Abschnitt fiel mir wieder eine Treibjagd ein .Es muss ein Samstag im Spätherbst 1987 gewesen sein !
Alle Schützen waren schon im Abschnitt verteilt , das Treiben wurde eröffnet und es ging den Sauen an den Kragen !
Mit reichlich Lärm und Hopp,hopp gingen die Treiber durch das Unterholz . Geknacke und Geschnaufe verriet den Schützen,daß da gleich etwas auf sie zukäme . Und "rumms , rumms, " fielen die ersten Schüsse . Der Feldwebel und der Freiwillige Grenzhelfer mit denen ich durch diesen Abschnitt ,zwischen zwei wassergefüllten Gräben , unterwegs war , standen vor einem erlegtem Stück Schwarzwild . Jener Grenzhelfer war selbst Jäger und hatte seinen Deutsch Drahthaar mitgebracht ,welcher besonders auf Sauen sehr energisch war.Ab und an hörte man auch seinen Hetzlaut .
. Weiter gings mit dem Treiben in Richtung See !
Zur Mittagszeit lagen dann ein Dutzend Sauen und 2 Füchse am Sammelplatz .
Essen kam aus den Thermoskübeln ,welches der Küchenleiter selbst austeilte .Nachdem sich Schützen und Treiber gestärkt hatten ,ging es in das nächste Treiben . Auch in diesem Abschnitt war viel Wild unterwegs . Und so lagen nach der Jagd ca 3 Dutzend Sauen ,mehrere Stücke Damwild und sogar 2 Stück Rotwild ,sowie etliche Füchse auf Strecke .
Beim Halali und der förmlichen Beendigung der Jagd liefen zwei der mitgeführten Hunde rum und sorgten ,während der Rede des Stabers für ausgesprochene Heiterkeit bei den Teilnehmern . Jener Deutsch Drahthaar des Grenzhelfers stand hinter dem Staber ,hob das Bein und pinkelte dem Major an die Stiefel . Allgemeine Heiterkeit brach aus ! Nun merkte auch der Staber ,daß er Grund der Heiterkeit und Opfers des Hundes geworden war. Noch auf der Rückfahrt und auch später beim Abendessen in der Kompanie hatte der Hund die Lacher auf seiner Seite .

FRITZE


Batrachos, Rainman2 und S51 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#11

RE: Weidmanns Heil

in Grenztruppen der DDR 27.08.2014 09:10
von Gelöschtes Mitglied
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Ich habe mal bei einer "Jagd" fahren müssen. Waren alles fremde Offiziere. Sind in der Nacht raus, der P 3 war abgespriegelt. Die hatten zusätzliche Scheinwerfer mit und haben das Wild geblendet und rum geballert. War keinesfalls waidgerecht und ist mir sehr gegen den Strich gegangen. Mich kleines Licht hat man aber gar nicht gesehen. Ich hatte hinterher nur eine Schweinearbeit die Kiste zu reinigen und die Plane wieder aufzubauen, bei mindestens 10° unter Null.

Der Hesselfuchs


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