#1

Grenztruppen täuschen Westpresse

in Grenztruppen der DDR 09.02.2014 00:23
von Schlutup | 4.102 Beiträge

Grenztruppen täuschen Westpresse

Die Stasi fürchtete nicht nur Meldungen über Maueropfer in den Westmedien, sondern provozierte sie auch. So berichtete die Bild-Zeitung im September 1969 über einen gescheiterten Grenzdurchbruch und spielte so unfreiwillig der Stasi zu. (Aus der Akte: BStU, MfS, ZAIG, Nr. 10707).

Unter dem Titel "Flucht misslungen" brachte die Bild-Zeitung am 26. September 1969 eine Meldung. Darin wurde kurz geschildert, was sich zwei Tage zuvor an der grünen Grenze bei Ratzeburg angeblich abgespielt hatte. Ein Flüchtling hatte eine Minendetonation ausgelöst, verwundet um Hilfe gerufen und war von Grenztruppenangehörigen abtransportiert worden. Es war eine Meldung unter vielen dieser Art. Sie entsprach dem selbst gewählten Auftrag, den Westdeutschen ins Bewusstsein zu rufen, dass einige Menschen lieber das Risiko der Flucht auf sich nahmen, als weiterhin unter der Diktatur des "Arbeiter- und Bauernstaats" zu leiden.

Den Zeitungs-Redakteuren in Hamburg war in diesem Fall sicher nicht bewusst, dass sie mit ihrer Nachricht genau das taten, was sich der Kommandeur des DDR-Grenzregimentes 6 "Hans Kollwitz" seinerzeit erhofft hatte...................
weiter hier: http://www.bstu.bund.de/DE/Archive/Funds...durchbruch.html



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#2

RE: Grenztruppen täuschen Westpresse

in Grenztruppen der DDR 09.02.2014 00:29
von vs1400 | 2.387 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #1
Grenztruppen täuschen Westpresse

Die Stasi fürchtete nicht nur Meldungen über Maueropfer in den Westmedien, sondern provozierte sie auch. So berichtete die Bild-Zeitung im September 1969 über einen gescheiterten Grenzdurchbruch und spielte so unfreiwillig der Stasi zu. (Aus der Akte: BStU, MfS, ZAIG, Nr. 10707).

Unter dem Titel "Flucht misslungen" brachte die Bild-Zeitung am 26. September 1969 eine Meldung. Darin wurde kurz geschildert, was sich zwei Tage zuvor an der grünen Grenze bei Ratzeburg angeblich abgespielt hatte. Ein Flüchtling hatte eine Minendetonation ausgelöst, verwundet um Hilfe gerufen und war von Grenztruppenangehörigen abtransportiert worden. Es war eine Meldung unter vielen dieser Art. Sie entsprach dem selbst gewählten Auftrag, den Westdeutschen ins Bewusstsein zu rufen, dass einige Menschen lieber das Risiko der Flucht auf sich nahmen, als weiterhin unter der Diktatur des "Arbeiter- und Bauernstaats" zu leiden.

Den Zeitungs-Redakteuren in Hamburg war in diesem Fall sicher nicht bewusst, dass sie mit ihrer Nachricht genau das taten, was sich der Kommandeur des DDR-Grenzregimentes 6 "Hans Kollwitz" seinerzeit erhofft hatte...................
weiter hier: http://www.bstu.bund.de/DE/Archive/Funds...durchbruch.html


hm Schlutup,
mir ist nicht klar was du mit dieser info aussagen möchtest.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


zuletzt bearbeitet 09.02.2014 00:30 | nach oben springen

#3

RE: Grenztruppen täuschen Westpresse

in Grenztruppen der DDR 09.02.2014 00:34
von Schlutup | 4.102 Beiträge

@vs1400

gar nichts ist nur als Info gedacht.



zuletzt bearbeitet 09.02.2014 00:40 | nach oben springen

#4

RE: Grenztruppen täuschen Westpresse

in Grenztruppen der DDR 09.02.2014 00:37
von vs1400 | 2.387 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #3
@vs1400

gar nichts ist noch als Info gedacht.




sorry Schlutup,
viel spaß noch.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#5

RE: Grenztruppen täuschen Westpresse

in Grenztruppen der DDR 09.02.2014 09:36
von Rainman2 | 5.759 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #1
Grenztruppen täuschen Westpresse

Die Stasi fürchtete nicht nur Meldungen über Maueropfer in den Westmedien, sondern provozierte sie auch. So berichtete die Bild-Zeitung im September 1969 über einen gescheiterten Grenzdurchbruch und spielte so unfreiwillig der Stasi zu. (Aus der Akte: BStU, MfS, ZAIG, Nr. 10707).

Unter dem Titel "Flucht misslungen" brachte die Bild-Zeitung am 26. September 1969 eine Meldung. Darin wurde kurz geschildert, was sich zwei Tage zuvor an der grünen Grenze bei Ratzeburg angeblich abgespielt hatte. Ein Flüchtling hatte eine Minendetonation ausgelöst, verwundet um Hilfe gerufen und war von Grenztruppenangehörigen abtransportiert worden. Es war eine Meldung unter vielen dieser Art. Sie entsprach dem selbst gewählten Auftrag, den Westdeutschen ins Bewusstsein zu rufen, dass einige Menschen lieber das Risiko der Flucht auf sich nahmen, als weiterhin unter der Diktatur des "Arbeiter- und Bauernstaats" zu leiden.

Den Zeitungs-Redakteuren in Hamburg war in diesem Fall sicher nicht bewusst, dass sie mit ihrer Nachricht genau das taten, was sich der Kommandeur des DDR-Grenzregimentes 6 "Hans Kollwitz" seinerzeit erhofft hatte...................
weiter hier: http://www.bstu.bund.de/DE/Archive/Funds...durchbruch.html

Na wer denn nun? Grenztruppen oder Stasi? Ach, sei es, bei der Zeitung kommt's eh nicht drauf an ...

Ansonsten gehörten Schein- und Täuschungshandlungen zum Programm. Auch der Kompaniechef konnte im Befehl für den Grenzdienst solche Scheinhandlungen oder Täuschungen befehlen. Ob das nun vorgetäuschte Signalauslösungen, Scheinablösungen, vorgetäuschter Posteneinsatz, oder auch vorgetäuschte Grenzdurchbrüche bzw. Festnahmen waren, auf der anderen Seite stand ein Gegner - ideologisch sogar ein Feind - den es "zu beschäftigen" galt. Ob das nun immer sinnvoll war, Wirkung hatte, oder ob das nicht sogar am Ziel der Deeskalation an der Grenze vorbeiging, ließe sich trefflich aber unfruchtbar zum Gegenstand eines Meinungsstreites machen.

Auf der anderen Seite standen "die da". Und "die da" darf man immer ungestraft verarschen. So zumindest die gängige Denke in der Sache. Bei meiner ersten Grenzstreife als Offiziersschüler von Geisa bis in den Spahler Abschnitt (1982 - 5.-6. GK / II.GB / GR-3), hatten wird gerade den Abschnitt betreten und befanden uns am B-Turm gegenüber Point Alpha, als uns der Kompaniechef bereits die erste Geschichte erzählte, wie man "die da drüben" - gemeint war die Besatzung von Point Alpha - mit einem Scheingrenzdurchbruch zu einem Alarm gezwungen und somit verärgert hatte. Als Offiziersschüler, vollgepumpt mit den Theoremen der Ausbildung, war das spannend und faszinierend. Ich hatte so eine Art Gefühl, an vorderster Front zustehen. Tja, Abenteuerlust tötet Kritikfähigkeit. So simpel sind die Mechanismen bisweilen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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zuletzt bearbeitet 09.02.2014 09:37 | nach oben springen

#6

RE: Grenztruppen täuschen Westpresse

in Grenztruppen der DDR 09.02.2014 09:40
von eisenringtheo | 9.165 Beiträge

"Grenze" war kein Thema in der Berichterstattung der DDR. Es gab sie zwar, aber Grenzbefestigungen (Mauer, Zäune, Minen, Türme usw.) wurde totgeschwiegen. Hier als Beispiel Ausschnitte aus dem Stadtplan von Berlin für Touristen (VEB Tourist Verlag 1984)

Wie ersichtlich kann man über den Leipziger Platz (an den Bahneingängen) vorbeigehen, über die Ebert Strasse Richtung Brandenburger Tor gehen, oder Stresemann- Niederkirchner Strasse abschreiten. Beim Brandenburger Tor kann man südlich herumgehen, dann den Platz vor dem Brandenburger Tor besuchen, am Reichstag vorbei bis zur Spree. Orientierung für den ortsunkundigen Touristen? Kein Problem. Die Strassen sind auf der Karte alle angeschrieben.
So sah es vermutlich auch auf den Karten zur Staatsgrenze West aus.
Wollte man also über die Grenze informieren, musste man dafür sorgen, dass die Westpresse darüber berichtete.
Theo


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#7

RE: Grenztruppen täuschen Westpresse

in Grenztruppen der DDR 09.02.2014 10:29
von DoreHolm | 7.688 Beiträge

Sog. "Scheinhandlungen" gab es bei uns in der GK auch. Da war ein Uffz und zwei Soldaten draußen, vielleicht nur wenige Dutzend Meter vom Zaun weg und wimre nachts. Es wurde allerlei buntes Zeug hochgeschossen und registriert, was sich dann drüben so tat. Meist wurde dann irgendwo ein Motor gestartet, Licht ging an und die fuhren langsam ihren Grenzweg ab und guckten. Das wars es dann auch. Das war Ende der 60er bei WB.



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#8

RE: Grenztruppen täuschen Westpresse

in Grenztruppen der DDR 09.02.2014 14:13
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #5
[quote=Schlutup|p331089]Grenztruppen täuschen Westpresse



Auf der anderen Seite standen "die da". Und "die da" darf man immer ungestraft verarschen. So zumindest die gängige Denke in der Sache. Bei meiner ersten Grenzstreife als Offiziersschüler von Geisa bis in den Spahler Abschnitt (1982 - 5.-6. GK / II.GB / GR-3), hatten wird gerade den Abschnitt betreten und befanden uns am B-Turm gegenüber Point Alpha, als uns der Kompaniechef bereits die erste Geschichte erzählte, wie man "die da drüben" - gemeint war die Besatzung von Point Alpha - mit einem Scheingrenzdurchbruch zu einem Alarm gezwungen und somit verärgert hatte. Als Offiziersschüler, vollgepumpt mit den Theoremen der Ausbildung, war das spannend und faszinierend. Ich hatte so eine Art Gefühl, an vorderster Front zustehen. Tja, Abenteuerlust tötet Kritikfähigkeit. So simpel sind die Mechanismen bisweilen.

ciao Rainman


Interessant sind immer wieder die ""Storys/Geschichten"" die dazu wiedergegeben werden/wurden.
Wenn man hinterfragt, bleibt selten was greifbares übrig.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#9

RE: Grenztruppen täuschen Westpresse

in Grenztruppen der DDR 09.02.2014 18:11
von Gert | 12.354 Beiträge

das war Kindergarten in Reinkultur. Ich glaube da haben einige Grenzkommandeure ihr Wichtigkeit überschätzt. Das intressierte den Bürger auf der anderen Seite so, wie der berühmte umgefallene Sack Reis..............


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#10

RE: Grenztruppen täuschen Westpresse

in Grenztruppen der DDR 09.02.2014 23:46
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #6
"Grenze" war kein Thema in der Berichterstattung der DDR.


So ganz stimmt das auch nicht, Theo. Ich kann mich dunkel erinnern, dass wenn sich ausländische Delegationen in Berlin, der Hauptstadt der DDR, befanden auch das Brandenburger Tor in den Medien auftauchte.

Hier nur ein Beispiel vom 15.01.1963

Berlin (ADN). Die letzten 24 Stunden vor Beginn des VI. Parteitages der SED wurden von zahlreichen Delegationen kommunistischer und Arbeiterparteien der verschiedensten Länder zu Informationsbesuchen am Brandenburger Tor benutzt Seite um Seite des dort ausliegenden Gästebuches des Berliner Stadtkommandanten füllte sich mit den Eintragungen und Unterschriften der Vertreter befreundeter Parteien

http://www.nd-archiv.de/ausgabe/1963-01-15

Es war auch später immer mal Thema, nur habe ich keine Lust entsprechende Quellen zu suchen

LG von der Moskwitschka

EDIT


zuletzt bearbeitet 10.02.2014 00:00 | nach oben springen

#11

RE: Grenztruppen täuschen Westpresse

in Grenztruppen der DDR 10.02.2014 00:36
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich habe mich jetzt doch auf die Suche gemacht.

Bei ZEFYS/DDR-Presse • Neues Deutschland habe ich mit "Zwischenfall an der Staatsgrenze der DDR" 289 Beiträge bis 1990 gefunden. Ich habe willkürlich einen ausgewählt und bin auf die Meldung vom 22.05.1985 gestossen

Rehbock, Wildschwein und eine verlogene Kampagne

Berlin (ADN). Westliche Massenmedien ergehen sich seit Montag in ausführlichen Berichten über einen angeblichen Zwischenfall an der Grenze der DDR zu Berlin (West). Die ganze, von der Presse breitgewalzte Geschichte ist von A bis Z erlogen. Tatsache ist: Im Raum zwischen den Siedlungen Falkenhöhe und Albrechtshof und der Staatsgrenze DDR-Berlin (West) fand am 19. Mai zwischen 18.30 Uhr und 21.00 Uhr eine Ansitzjagd von Mitgliedern einer statt. Gegen 19.45 Uhr gab einer der Jäger etwa 250 Meter von der Staatsgrenze entfernt drei Schuß aus seiner Jagdwaffe ab und erlegte einen Rehbock. In der Zeit zwischen 20.00 Uhr und 20.30 Uhr brachte etwa 1500 Meter nördlich davon ein Jäger durch einen Schuß ein Wildschwein zur Strecke. Das erlegte Wild wurde auf den Hänger eines PKW Wartburg verladen und in den Schlachthof Falkensee abtransportiert.


Es lohnt sich schon in alten Zeitungen zu stöbern

LG von der Moskwitschka


Rainman2 und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.02.2014 00:57 | nach oben springen

#12

RE: Grenztruppen täuschen Westpresse

in Grenztruppen der DDR 10.02.2014 07:36
von Rainman2 | 5.759 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #9
das war Kindergarten in Reinkultur. Ich glaube da haben einige Grenzkommandeure ihr Wichtigkeit überschätzt. Das intressierte den Bürger auf der anderen Seite so, wie der berühmte umgefallene Sack Reis..............



Hallo Gert,

Da bin ich in Bezug auf solche Geschten oder Stories anderer Auffassung. Diese Sachen gab und gibt es immer und überall, nur halt bezogen auf die jeweilige Tätigkeit oder Situation. Es gibt heute auch einen Begriff dafür: Urbane Mythen. Großsprecher und Wichtigtuer gab und gibt es auch überall. Gerade wenn man jung ist und selbst nicht viel zu erzählen zu haben meint, nimmt man solche Geschichten gern an. Daraus die Ableitung zu machen, dies sei ein Kindergarten gewesen, ist möglich, bringt aber nichts. Man kann sich immer und gern mit dem ganzen "Politzirkus" auseinandersetzen, der nun wirklich DAS Unterscheidungsmerkmal zu vorangegangenen und gleichzeitig existierenden Armeen war. Aber solche Geschichten, wie die von mir angedeutete, gehören nicht in diese Rubrik. Sie sind universellerer Natur.

Ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 10.02.2014 07:36 | nach oben springen

#13

RE: Grenztruppen täuschen Westpresse

in Grenztruppen der DDR 10.02.2014 08:03
von utkieker | 2.918 Beiträge

Wenn die sensationsgierige "Bild" auf einen Fake hereinfällt, ist das eine Sache. Andererseits funktionierten die Minen ja tatsächlich, nur kann man nicht so lange warten bis tatsächlich jemand Hilfe schreiend in der Minensperre liegt. Wem interessiert schon die Wahrheit, wenn die Verkaufszahlen stimmen?

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#14

RE: Grenztruppen täuschen Westpresse

in Grenztruppen der DDR 10.02.2014 09:37
von eisenringtheo | 9.165 Beiträge

Die Grenze war natürlich schon ein Thema, die hat ja jeder Staat, nicht aber die Grenzbefestigungen und Interna der Grenzbewachung. So sieht man im Film "Die Flucht" (Defa 1977), wie der Passkontrolleur im Zug von Dr. Schmith den Pass stempelt, anschliessend entschwindet der Zug im Horizont. In einer späteren Szene besucht Dr. Schmith seine Freundin. Man sieht in im Auto anhalten, nimmt den PA in die Hand, anschliessend kommt ein überraschender Übergang in die Totale, man sieht wie er von einem kleinen Häuschen wegfährt. Die Szene mit der Kontrolle für die Fahrt ins Grenzgebiet hat man offenbar einfach rausgeschnitten. Später sitzt Dr. Schmith mit seiner Freundin auf einem Hügel. Und beide kultivieren ihr Fernweh. Obschon schwer verliebt, gelingt es der Freundin, die passende sozialistische Begründung in Worte zu fassen, warum sie doch hier "in der Heimat" bleiben möchte. Von der DDR Grenze sieht man nichts, sondern nur die westdeutsche Grenzstation (!).
Dass der fluchtwillige Dr. Schmith seine Freundin später unter Alkohol setzt und sie zu entführen versucht, also zum brutalen Menschenräuber wird, ist wohl eine Konzession der Drehbuchautoren und der Regie, damit der Film überhaupt die Gnade der Zensoren gefunden hat.
Theo


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#15

RE: Grenztruppen täuschen Westpresse

in Grenztruppen der DDR 10.02.2014 11:48
von 94 | 10.792 Beiträge

Zurück zum Ausgangsbeitrag, könnte es sich vielleicht auch um eine Übung des Minenbergetrupps gehandelt haben, die dann bloß bissel 'besser' verkauft wurde. Wie oft fanden solche Trainings eigentlich statt, so 1mal per Halbjahr? Und logisch das man für eine solche Übung nun nicht gerade einen vom Gegner besonders gut einsehbaren Abschnitt wählt.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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