#1

Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 13:35
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Beim Nachsinnen über meine aktive Zeit bei der Bundeswehr (1970/71) sind mir zwei Vorschriften eingefallen, die ich damals als höchst unsinnig empfunden habe:

Für die Rekruten galt damals, dass sie nach der Grußabnahme die Kaserne nur uniformiert verlassen durften. Aber nicht wie heute im Tarnanzug, sondern auschließlich im Ausgehanzug: Uniformjacke, lange Hose, Halbschuhe. Und natürlich Krawatte und die allgemein nur "Hubschrauberlandeplatz" genannte Uniformmütze. Skurril war dabei die Vorschrift, dass für die Zeit vom 01.10. bis zum 31.03. "Winter befohlen" war. Und damit gehörte der schwere Wintermantel, abfällig als "Pferdedecke" bezeichnet, zwangsläufig mit dazu. Natürlich fest verschlossen, ein offener Knopf hätte nach Meinung der Vorgesetzten zwangsläufig zu einer Erkältung geführt.

Im Oktober 70 gab es noch einige recht warme Tage mit Temperaturen, die wohl bei etwa 25° lagen. Mann, was haben die armen Kerle geschwitzt....

Die zweite Erinnerung betrifft eine Dienstvorschrift, 3/11, wenn ich mich recht entsinne. Dort gab es die Vorgabe, dass "der Soldat ab 1,50 m Wassertiefe selbständig mit Schwimmbewegungen" beginnen müsse. In meinem Kopfkino sah ich immer zwei Bilder: Die langen Lulatsche vom 1.Zug/1.Gruppe, die teilweise die 2-m-Marke überschritten. Und denen das Wasser bis irgendwo zwischen Bauchnabel und Brust reichen würde. Ihr Anblick, wie sie mit den Armen in der Luft rudernd durchs Wasser gegangen sind, wäre sicher sehr lustig gewesen. Und die Nato-Zwerge, die vom 3.Zug/4.Gruppe? Die mussten wahrscheinlich schon den Kopf in den Nacken nehmen, denn bei unruhigem Wasser dürfte die eine oder andere Welle schon über Nasenhöhe gegangen sein.

Sind euch ähnliche Vorschriften bekannt - oder hatte die Bundeswehr allein das Privileg der unsinnigen Vorgaben?


nach oben springen

#2

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 14:39
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #1
Beim Nachsinnen über meine aktive Zeit bei der Bundeswehr (1970/71) sind mir zwei Vorschriften eingefallen, die ich damals als höchst unsinnig empfunden habe:

Für die Rekruten galt damals, dass sie nach der Grußabnahme die Kaserne nur uniformiert verlassen durften. Aber nicht wie heute im Tarnanzug, sondern auschließlich im Ausgehanzug: Uniformjacke, lange Hose, Halbschuhe. Und natürlich Krawatte und die allgemein nur "Hubschrauberlandeplatz" genannte Uniformmütze. Skurril war dabei die Vorschrift, dass für die Zeit vom 01.10. bis zum 31.03. "Winter befohlen" war. Und damit gehörte der schwere Wintermantel, abfällig als "Pferdedecke" bezeichnet, zwangsläufig mit dazu. Natürlich fest verschlossen, ein offener Knopf hätte nach Meinung der Vorgesetzten zwangsläufig zu einer Erkältung geführt.

Im Oktober 70 gab es noch einige recht warme Tage mit Temperaturen, die wohl bei etwa 25° lagen. Mann, was haben die armen Kerle geschwitzt....



Also in der DDR war das von Anfang bis Ende so.Selbst die Bewegung im Freien ohne irgendeine Kopfbedeckung,welche getragen wurde war zeitlich genau festgelegt,wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen,jeder Vorgesetzte hätte das bei Feststellung sofort beanstandet.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
nach oben springen

#3

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 14:40
von furry | 3.562 Beiträge

@Dandelion , was ist die Grußabnahme?
Durfte man erst in den Ausgang, wenn man gelernt hat, militärisch zu grüßen?
Was lernte man eher, grüßen oder schießen?
Die letzte Frage mag albern erscheinen, aber vor der Vereidigung muss man schon geschossen haben. Aber konnte man da auch schon militärisch Guten Tag sagen?


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
nach oben springen

#4

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 15:09
von Wolle76 (gelöscht)
avatar

@furry

Ganz einfach vor der Grußabnahme (feststellen das Du in der Lage bist ordentlich militärisch zu grüßen) kein ausgang in Uniform. Und beim Schießen meldest Du Dich (in der Grundausbildung) zwar bei der Aufsicht an aber nicht mit militärischem Gruß.
Es gilt (theoreitisch) immer noch das im Felde keine Ehrbezeugungen gemacht werden.

was man eher lernt das ist eine gute Frage. wahrscheinlich eher beides gleichzeitig. Glaube nicht das man vor der vereidigung schon geschossen haben MUSS.


furry hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#5

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 15:25
von Tobeck | 484 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #1
Beim Nachsinnen über meine aktive Zeit bei der Bundeswehr (1970/71) sind mir zwei Vorschriften eingefallen, die ich damals als höchst unsinnig empfunden habe:

Für die Rekruten galt damals, dass sie nach der Grußabnahme die Kaserne nur uniformiert verlassen durften. Aber nicht wie heute im Tarnanzug, sondern auschließlich im Ausgehanzug: Uniformjacke, lange Hose, Halbschuhe. Und natürlich Krawatte und die allgemein nur "Hubschrauberlandeplatz" genannte Uniformmütze. Skurril war dabei die Vorschrift, dass für die Zeit vom 01.10. bis zum 31.03. "Winter befohlen" war. Und damit gehörte der schwere Wintermantel, abfällig als "Pferdedecke" bezeichnet, zwangsläufig mit dazu. Natürlich fest verschlossen, ein offener Knopf hätte nach Meinung der Vorgesetzten zwangsläufig zu einer Erkältung geführt.



Meinst Du mit "Grußabnahme" das Gelöbnis? Das man nach Dienstunterbrechung nachmittags die Kaserne nur uniformiert verlassen durfte, wurde ja irgendwann abgeschafft. Man durfte die Kaserne dann auch in Zivilkleidung verlassen, womit diese unsinnige Vorschrift ("Winter befohlen") hinfällig war. Weißt Du zufällig ab wann das der Fall war?

P.S. Du wolltest mir doch noch etwas aus der Zeit in der Kaserne in WF berichten. Das würde mich wirklich interessieren, falls es Dir nichts ausmacht. Durch einen technischen Fehler wurde doch Dein Beitrag damals gelöscht, was mir hier unlängst auch passiert ist und jedesmal extrem ärgerlich ist.


zuletzt bearbeitet 08.02.2014 15:27 | nach oben springen

#6

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 15:49
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Tobeck im Beitrag #5


Meinst Du mit "Grußabnahme" das Gelöbnis? Das man nach Dienstunterbrechung nachmittags die Kaserne nur uniformiert verlassen durfte, wurde ja irgendwann abgeschafft. Man durfte die Kaserne dann auch in Zivilkleidung verlassen, womit diese unsinnige Vorschrift ("Winter befohlen") hinfällig war. Weißt Du zufällig ab wann das der Fall war?


Nein, ich meinte schon die Grußabnahme, so wie @Wolle76 sie beschrieben hat. Das Gelöbnis wurde wimre ja erst kurz vor Ende der Grundausbildung abgelegt.

Und zum ersten Schießen: Das dürfte etwa zeitgleich zur Grußabnahme erfolgt sein (Haltung: "Sitzend am Anschusstisch"). Vorher gab es Trockenübungen und Einweisungen in die Technik - und ganz besonders das beliebte Auseinandernehmen bis zum Zündbolzen und das anschließende Zusammensetzen nach Zeit. Ich glaube, ich könnte die Flinte heute noch zerlegen und wieder zusammenbauen....

Zu WF schicke ich Dir mal ne PN, so allgemein dürfte das hier nicht von riesigem Interesse sein.

Nachtrag: Diese Grußabnahme fand etwa nach 3 Wochen statt und die Uniformpflicht wurde Mitte der 70er abgeschafft: Ein Freund wurde 1976 eingezogen und der durfte die ganze Zeit in Zivil die Kaserne verlassen.


Tobeck und furry haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.02.2014 16:03 | nach oben springen

#7

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 16:09
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von KARNAK im Beitrag #2
Selbst die Bewegung im Freien ohne irgendeine Kopfbedeckung,welche getragen wurde war zeitlich genau festgelegt,wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen,jeder Vorgesetzte hätte das bei Feststellung sofort beanstandet.


Auch bei der BW durfte es keinen "unbehüteten" Kopf geben, zumindest nicht unter freiem Himmel. Die einzigen Ausnahmen waren wohl Feldgottesdienste oder Raucherpausen ("Unterm Helm wird nicht gequalmt")


nach oben springen

#8

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 20:59
von 94 | 10.792 Beiträge

Na wohin das im teutschen Lande führt, wenn die Vorschrift einem verlustig geht, daran möchte ich mal garnicht erinnern ...




Doch mit dem Winterbefehl wars schon ein Kreuz. Ich meine im Grenzdienst gings da schon pragmatisch zu, manch Einer hatte zwei zusätzlich angebrachte Knöpfe für den Webpelzkragen an einer Sommer-FDU. Nicht so aber bei den Muckern, zumindest bei dem Vollpfosten vom Kundendienst, ähm Kommandantendienst nicht, der doch tatsächlich mal einem Grenzer auf Urlaubrückfahrt mit Hinweis auf mangelhafte AZO den Urlaubsschein abnahm. Nur weil der noch kurz nach Mitternacht zum 1.12. die Schirmmütze statt der Bäfo trug. Problem war, wie kommt der Gefreite nun ins Grenzgebiet? Ohne Urlaubsschein? Gab bissel Trouble halt und entweder der Alte oder war wohl eher der StKC meinte dann, halb ernst und mehr im Spass, 'bestrafen' müßte er den Eh nur, weil er nicht in zivil unterwegs war?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


seaman und Eisenacher haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#9

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 21:12
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Schlimmer als Vorschriften sind die jeglichen eigenen Denkens und gesunden Menschenverstandes verlustig gegangenen Zeitgenossen, die versuchen Vorschriften 1:1 umzusetzen. Da trennt sich die Spreu vom Weizen.


seaman und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#10

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 21:14
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Oh ja, der Winter- bzw. der Übergangsbefehl (01.10. - 30.11.). In der Übergangszeit trug man bereits den Wintermantel, aber noch die Schirmmütze dazu. Es muss im November 1980 gewesen sein. Wir waren im Ausgang mal wieder in der Plauener "Alberthöhe". Von dort musste man bis zum "Ratskeller" zu Fuß, um die Straßenbahn Richtung OHS zu bekommen. Es schneite, als würde das Zeug waggonweise ausgekippt. Nach einer Weile merkte ich über meinen langsam abfrierenden Ohren, dass es immer kälter und schwerer auf dem Kopf wurde. Auf dem "Teller" der Schirmmütze hatte sich tatsächlich eine mehrere Zentimeter dicke Schneeschicht gesammelt. Sah niedlich aus. Am nächsten Tag kam dann vorfristig der Winterbefehl.

In den Grenzkompanien war das einfacher, da befahl der Kompaniechef, welche Anzugsordnung zu gelten hatte.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Schlutup hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#11

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 21:30
von Fritze (gelöscht)
avatar

Ich denke es wird im März 1987 gewesen sein,da wurde auf Grund der kalten Witterung der Winterbefehl 3 mal verlängert .In den Urlaub mit Bäfo und ins Gepäck die Tellermütze .In Berlin ausm Zug gesehen und die Bäfo in die Tasche ! Fünf Tage später ausm Urlaub zurück , hatte ich nicht drauf geachtet ,daß der Torposten noch Bäfo trug .Beim Zurückmelden der Anschiss vom stellv. Stabschef .
Es konnte alles befohlen werden ,auch Winter im Frühling !


Pzella 82 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#12

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 21:43
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Ein paar Kollegen und mir wurde mal die Beendigung des Ausgangs "nahe gelegt", weil wir in der Öffentlichkeit ein Eis verspeisten. Urheber war OLS Wo.... genannt RKW (Radau-Kommunist-Wo...), der uns nur kurz nach Antritt des Ausgangs noch nicht weit weg von der OHS dieser verwerflichen Tat ansichtig wurde. Nach der Rückmeldung beim Spieß, hatte selbst der nur mit dem Kopf geschüttelt über die Auslegung "Schädigung des Ansehens der GT in der Öffentlichkeit".

Was mich interessiert: Gab es diese Geschichten in der 3/11 ? tatsächlich: Ab einer Wassertiefe von ... oder den Hinweis, dass mit Eintreten der Dämmerung mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen ist usw. Ich meine, dass wäre ja nun wirklich tüchtiger Unsinn oder doch eher typisch deutsch?

friedliche Grüße Andreas


zuletzt bearbeitet 08.02.2014 21:44 | nach oben springen

#13

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 21:46
von Schlutup | 4.101 Beiträge

Zitat von ehem. Hu im Beitrag #12
Ein paar Kollegen und mir wurde mal die Beendigung des Ausgangs "nahe gelegt", weil wir in der Öffentlichkeit ein Eis verspeisten. Urheber war OLS Wo.... genannt RKW (Radau-Kommunist-Wo...), der uns nur kurz nach Antritt des Ausgangs noch nicht weit weg von der OHS dieser verwerflichen Tat ansichtig wurde. Nach der Rückmeldung beim Spieß, hatte selbst der nur mit dem Kopf geschüttelt über die Auslegung "Schädigung des Ansehens der GT in der Öffentlichkeit".

Was mich interessiert: Gab es diesen Geschichten in der 3/11 ? tatsächlich: Ab einer Wassertiefe von ... oder den Hinweis, dass mit Eintreten der Dämmerung mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen ist usw. Ich meine, dass wäre ja nun wirklich tüchtiger Unsinn oder doch eher typisch deutsch?

friedliche Grüße Andreas


Andreas, das geht ja auch gar nicht. Der Klassenfeind hätte so etwas für seine Feindpropaganda nutzen können.



nach oben springen

#14

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 21:50
von Marder | 1.413 Beiträge

Nee das sind Gerüchte, dass es diese Anweisung in der HDV gegeben hat.
Angeblich gab es diese Anweisungen irgendwann in einer DV im 18. oder 19. Jahrhundert, weil die Ausbildung der Soldaten da nicht besonders gut war.
Diese Gerüchte werden aber immer gern verbreitet, weil sie dem sturem Kommiss Vorschub leisten und schaden tut es ja auch nicht :-) .
Mit freundlichen Grüßen Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
nach oben springen

#15

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 21:50
von Schlutup | 4.101 Beiträge



Es gibt keine Unsinnige Vorschriften, nur uneinsichtige Soldaten! Der Soldat hat nur Befehle auszuführen und nicht zu denken.
Deshalb muss man IHM sagen das er ab einer bestimmten Wassertiefe schwimmen muss.



zuletzt bearbeitet 08.02.2014 21:52 | nach oben springen

#16

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 21:51
von Schlutup | 4.101 Beiträge

Zitat von Marder im Beitrag #14
Nee das sind Gerüchte, dass es diese Anweisung in der HDV gegeben hat.
Angeblich gab es diese Anweisungen irgendwann in einer DV im 18. oder 19. Jahrhundert, weil die Ausbildung der Soldaten da nicht besonders gut war.
Diese Gerüchte werden aber immer gern verbreitet, weil sie dem sturem Kommiss Vorschub leisten und schaden tut es ja auch nicht :-) .
Mit freundlichen Grüßen Marder


Na dann muss ich mal in der 3/11 schauen. Wenn ich sie noch finde



nach oben springen

#17

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 21:53
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von ehem. Hu im Beitrag #12
Ein paar Kollegen und mir wurde mal die Beendigung des Ausgangs "nahe gelegt", weil wir in der Öffentlichkeit ein Eis verspeisten. Urheber war OLS Wo.... genannt RKW (Radau-Kommunist-Wo...), der uns nur kurz nach Antritt des Ausgangs noch nicht weit weg von der OHS dieser verwerflichen Tat ansichtig wurde. Nach der Rückmeldung beim Spieß, hatte selbst der nur mit dem Kopf geschüttelt über die Auslegung "Schädigung des Ansehens der GT in der Öffentlichkeit".

Was mich interessiert: Gab es diese Geschichten in der 3/11 ? tatsächlich: Ab einer Wassertiefe von ... oder den Hinweis, dass mit Eintreten der Dämmerung mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen ist usw. Ich meine, dass wäre ja nun wirklich tüchtiger Unsinn oder doch eher typisch deutsch?

friedliche Grüße Andreas

Hallo ehem. Hu,

"Onkel Wo", ja, da kommen Erinnerungen hoch. Aber: Eis essen in Uniform war tatsächlich untersagt - außer man saß in einer Gaststätte. Ich weiß nicht mehr, ob das so in einer Vorschrift stand, oder ob das nur ein Befehl in Auslegung einer Vorschrift war. Onkel Wo hat das mit dem Eis essen auch immer wieder betont. Erwischte er einen, war er gnadenlos. Man durfte aber auch ihn bei Verstößen erwischen und ansprechen bzw. das melden. Da war er fair. Aber er ließ nicht viele Chancen zu. RKW und MTW ("Radaukommunist Wo" und "Manne tut wichtig") ein unschlagbares Team als Fahnenkommando.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


nach oben springen

#18

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 22:02
von 94 | 10.792 Beiträge

Onkel Wo war einer der besten Offiziere der OHS, hart ... aber absolut fair. Für mich der Inbegriff (positiv gemeint) eines deutschen Offiziers, ein (auch ernst gemeint) echtes Vorbild. Habe gern Wache geschoben als OS mit Onkel Wo als OvD. Also gern Wache ist jetzt geschwindelt, also wenn Wache, dann gern bei Onkel Wo als OvD. Allein die Wachbelehrung hatte das Format einer Klausur, mit Kurzkontrolle.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#19

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 08.02.2014 22:42
von utkieker | 2.914 Beiträge

Oh ja Winterbefehl! Manchmal war es im "Winter" richtig heiß unter der Pferdedecke - ABER - im Grenzdienst manchmal so eisig kalt, daß zwei Wattekombis nicht ausgereicht hätten. Wir hatten da schon mal eine recht skurile Anzugsordnung, Hauptsache schön warm, aber mit DV hatte das alles schon nichts mehr zu tun.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
nach oben springen

#20

RE: Unsinnige Vorschriften

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 09.02.2014 11:00
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Marder im Beitrag #14
Nee das sind Gerüchte, dass es diese Anweisung in der HDV gegeben hat.


Die 3/11 ist wohl mehrfach überarbeitet worden. Während meiner aktiven Zeit habe ich sie mir mal besorgt und die zitierten Passagen NICHT gefunden. Das habe ich im Kameradenkreis mal erwähnt und ein FW aus meiner Einheit brachte mir an einem der Folgetage ein älteres Exemplar aus seinem Privatbesitz mit. Es ließ sich nicht feststellen, wann genau es erschienen war, aber dem Zustand nach zu urteilen vor mehr als 10 Jahren, vermutlich also noch in den 50er Jahren. Und dort stand der bewusste Satz tatsächlich noch drin.

Auch Tante Wiki behauptet das. Zitat aus http://de.wikipedia.org/wiki/Zentrale_Dienstvorschrift

Innerhalb und außerhalb der Bundeswehr sind Dienstvorschriften wegen ihrer Detailgenauigkeit und der Verwaltungssprache oft Zielscheibe von Witzen geworden. So hat in der ZDv 3/11 früher beispielsweise gestanden: Ab einer Wassertiefe von 1,20 m beginnt der Soldat selbständig mit Schwimmbewegungen. Ebenfalls sehr bekannt ist folgendes Zitat: Der mit Tollwut infizierte Soldat gefährdet seine Kameraden vorwiegend durch Biss.

Die sprechen dort sogar von einer Wassertiefe von 1,20 m.....


nach oben springen



Besucher
1 Mitglied und 21 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 468 Gäste und 28 Mitglieder, gestern 3414 Gäste und 170 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14358 Themen und 557105 Beiträge.

Heute waren 28 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen