#21

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 02:32
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #19
... Möchte damit auchnausdrücken, das wohl einige auch in jüngeren Jahren schon ganz gut wussten, was die SED war.
M. Ea. eine perfide und völlg von Stalinisten gesteuerte diktatorische Zusammenrottung.
Zur Tarnung (und Verdummung breiter Massen) ausgestattet mit einem Antlitz von Humanismus, Gerechtigkeit oder auch Sozial (-lismus) genannt. Deshalb auch der hochtrabende Name; Soziaslistische... . Davon war diese Partei meilenweit entfernt...

josy95

Hallo @josy95 ,

das Verführerische lag nicht daran, dass die Partei so reizvoll war. Das war sie beim besten Willen nicht, noch nicht mal, wenn man ihre offen postulierten Ansprüche an die Mitglieder wörtlich nahm, es sei denn, man wollte zwanghaft so etwas wie ein Berufsrevolutionär werden. Das Verführerische lag in den Menschen, die in dieser Partei waren, die man als integer und glaubwürdig einschätzen konnte. Und da, genau da, liegen die wesentlichen Unterschiede in unseren Erfahrungen. Insofern ist der Satz "Davon war diese Partei meilenweit entfernt" sehr streitbar, wenn es um den Zeitpunkt der Entscheidung über den Eintritt in diese Partei geht. Objektiv im Nachhinein, d.h. gemessen an der Erfüllung des eigenen Willens dieser Partei und der Umsetzung der eigenen, als wissenschaftlich verkauften Weltanschauung, kann man zu dem Urteil kommen. Aber "Damals" war die Situation für uns alle eine andere. Die Menschen, die ich kannte, die sich für Partei, Staat, Arbeit (was für sie irgendwie immer Eins zu sein schien) den Arsch aufrissen, waren mir ein Vorbild. Die anderen standen aus meiner Sicht in deren Schatten.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#22

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 04:38
von schulzi | 1.756 Beiträge

Bei mir war der Weg schon Vorgezeichnet meine Eltern alle beide in der SED und sie glaubten an die Sache,wie ich später auch.


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#23

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 04:49
von Major Tom | 848 Beiträge

In meiner Schule waren gerade jene Lehrer, welche stramm in der SED waren und stolz wie Oskar ihren Bonbon bei jeder Gelegenheit trugen die mit Abstand unsympatischsten Lehrer. Gerade die Staatsbuergerkundelehrerin war mit Vorsicht zu geniessen, wusste man doch schon als Schueler dass jedes falsche Wort in diesem Fach Konsequenzen haben kann. Unseren Mathelehrer und stolzem Parteimitglied welchem schonmal die Hand im Unterricht ausrutschte zog es nach wenigen Jahren auf unserer Schule angeblich zur Polizei, den Geruechten nach ging er zum MfS. All dies hat eher zur Ablehnung gegenueber der allmaechtigen Partei gefuehrt, in meiner Klasse war spaeter nicht ein Einziger Mitglied der SED.


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
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#24

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 06:58
von Pit 59 | 10.128 Beiträge

Eintritt in die SED stand für mich zu keiner Zeit auf der Tagesordnung. Ich höre noch Heute die Worte meines Vaters "Wenn Du das machst,vefällt Dein Erbteil" Naja,und da brauchte ich dann nicht mehr zu Überlegen.
Schon die Werbung dieser Kandidaten ging mir gewaltig auf den Sa... Ich war immer gegen die Werbung von irgendwelchen Mitgliedern,ich möchte das mal mit der Feuerwehr vergleichen. Nach Auflösung der Betriebsfeuerwehren hatten wir in der Stadtfeuerwehr grosse Probleme die Sollstärke zu erreichen.Werbung war angesagt. Die Leute wurden bequatscht ," Ach komm doch zu uns in die Feuerwehr,ist Prima dort,kannst mit tatütata durch die Stadt fahren,und Bier gibt es auch immer reichlich " Nach mehrmaligen bequatschen sagten einige dann "Ja,dann mache ich da eben mit"
90% dieser Leute konnte man in den Skat drücken.Warum ? Weil ganz einfach das Interesse gar nicht da war dort aktiv zu wirken.
Leute die bei uns auf den Hof gekommen sind und sagten "Ich möchte hier Mitmachen" genau das waren die Richtigen.

Das Beispiel trifft meiner Meinung nach auf viele Bereiche zu,ob nun Partei,Taubenzuchtverein oder sontiges.

Schönes WE an Alle

Peter


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#25

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 07:07
von furry | 3.563 Beiträge

An anderer Stelle schon mal geschrieben, hier die längere Kurzfassung.
Bei einem Umlenkungsgespräch an der Uni in Leipzig teilte man mir mit, dass ich mit meinem vermasselten Abi Lehrer für Staatsbürgerkunde und Geschichte oder Offizier werden könnte. Trotz weniger gutem Abitur habe ich begriffen, was das für ein Dummenfang ist. Zu doof für Schweine und Kühe, aber junge Menschen belehren und führen. Ich habe mich für eine Stufe tiefer entschieden und ein Agraringenieurstudium aufgenommen. Im letzten Studienjahr war ein sogenanntes Leitungspraktikum in einem Betrieb angesetzt. Dieses absolvierte ich in dem Betrieb in meinem Heimatort, in dem wir zusätzlich zum Abitur auch noch eine Berufsausbildung hatten. Bei meiner Vorstellung 1974 fragte ich meinen zukünftigen und wie auch späteren Chef, was denn so verdienstmäßig nach erfolgreichem Abschluss zu erwarten ist. Er sagte mir, da gibt es eine weite Spanne von A bis B, bei A sind 600 Mark und bei B 1000 Mark möglich.
Die Studiererei und das Praktikum liefen besser als gedacht. Später wurde mir erst klar, wie geschickt mein Chef mich gefordert und aufgebaut hat. Nach Abschluss der Ingenieurschule bin ich in dem Betrieb geblieben und dachte, jetzt geht es richtig los, aber mein Chef sah das anders. Nach dem ersten Schritt kommt der zweite. Also habe ich mich noch mal an der KMU in Leipzig beworben, um für fünfeinhalb Jahre eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu haben. Zuvor bemerkte ich aber, dass ich auch für den Parteisekretär interessant war. In so einer schleimigen, heuchlerischen Art versuchte er mich immer wieder in ein Gespräch zu verwickeln. Das blieb nicht folgenlos. Eines Tages kam mein Chef und sagte mir, dass er mich für die SED werben sollte und fragte, wie ich dazu stehe. Meine sinngemäße Antwort: „Wenn ich hier im Betrieb sehe, welche Personen in dieser Partei hier im Betrieb tonangebend sind und das mit ihrer Arbeitsleistung vergleiche, wäre ich wohl fehl am Platze.“ Darauf sagte mir mein Chef, dass er das ähnlich sieht, aber ich sollte mich doch mal an unser erstes Gespräch erinnern, in dem es um A oder B ging. Da ich inzwischen eine junge Familie zu versorgen hatte, die herkunftsseitig keine nennenswerten Zuwendungen zu erwarten hatte, habe ich eingeschlagen. Ich wollte das maximale Gehalt und diesen Job, den es nur sieben Mal in der DDR gab.
Mein einziges Bestreben war, eine gute fachliche Arbeit zu leisten und möglichst großen Abstand zu allen Sorten von Funktionären zu halten. Auch nach dem Wechsel nach Niedersachsen galt das für mich, wobei dadurch auch das Ende der beruflichen Karriereleiter sichtbar wurde. Ich wollte mich einfach mit meiner Arbeit, soweit es ging, keiner Ideologie oder Lobby unterordnen.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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zuletzt bearbeitet 08.02.2014 07:09 | nach oben springen

#26

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 09:04
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Und es gab dafür einen speziellen SED-Sonder-Sicherheitskugelschreiber,keine Ahnung warum


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#27

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 09:29
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat

@ Gert
Wie Schlau warst du mit 21-22 Jahren? Hast du da schon alle Dinge im Zusammenhang gesehen, ich glaube doch wohl nicht.
Mit dem Wissen und der Lebenserfahrung von heute kann ich auch Sprüche klopfen.

Für mich war das damals kein Widerspruch. Man hat mir die "Notwendigkeit" des Verzichts auf die Fachschule erläutert und hat mir einen Weg aufgezeichnet, der meinen persönlichen Interessen entsprach.

Heute sage ich mir, es war vielleicht garnicht so schlecht. Ich habe die Wende unbeschadet und sauber überstanden, habe meine Anpaasungsfortbildung mit doch recht ordentlichen Ergebnissen absolviert und bin verbeamtet worden.
Auf Grund meines Alters war dann allerdings in unserem Bundesland kein Schulbesuch mehr möglich.

Zitat


@polsam

... ob ich in diesem Alter schlau war, sollten andere beurteilen. Ich wusste aber in diesem Alter, dass für mich ein Beitritt zu dieser Partei niemals in Frage kam. Na ja, das was du erlebtest, habe ich dann auch erlebt. Man versagte mir jeglich Bildung in diesem Staat und so "hatte ich fertig" mit denen. Ich hatte allerdings im Vegleich zu deiner Geschichte den Vorzug, dass ich wusste wo meine Feinde sassen und warum sie das machten.
Die spätere Geschichte hat meine Haltung bestätigt. Es ist ein gutes Gefühl, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#28

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 09:35
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #4
Vom DDR-System war ich zwar überzeugt, hatte aber nicht die Absicht, in die SED einzutreten und habe mich gestreubt, so lange es ging. Mein Vater wurde als staatlicher Leiter einer Firma deshalb schon einige Male gefragt, wie er denn seine Kinder erzogen hat, wenn die nicht in die SED eintreten wollen. Mein Hauptargument war immer: Wenn ich mit anderen über politische Dinge diskutiere, hat meine Stimme als Parteiloser mehr Gewicht als wenn jeder weiß, daß ich in der Parte bin und "eben so reden muß". In der GAK versuchte es mein Zugführer, aber ohne Erfolg. Erst in der GK war ich "weichgeklopft". Im Nachhinein vermute ich, daß ich bewußt so manche Schicht mit einem bestimmten Uffz auf Streife gelaufen bin, der mich entsprechend "überzeugt" hat. Eingebracht hat es mir zwei mal Sonderurlaub, um die Unterschriften für die Bürgschaft zu holen. Der Zugführer aus der GAK, der sich vergeblich bemüht hatte, war ein bischen sauer, daß er es nicht geschaft hatte, als ich ihn mal traf. Die haben also auch eine Art Zielvorgabe für die Werbung junger Genossen.
Übrigens, in der Zeit als ich BPO-Sekr. war, sagte mir eine kollegin, daß sie in die SED will. Habe das abgeblockt, weil mir ihre Gründe zu sehr zu nach Vorteilsberechnung rochen. Ich hatte auch meine "Zielvorgabe" der Werbung junger Kandidaten, die mich aber nicht interessiert hat. Wenn keiner da war, war eben keiner da.


@DoreHolm wenn du so widerwillig in die SED "geschleift" wurdest, warum hast du dann später noch zusätzlich Funktionen übernommen ? Klingt für mich nicht so überzeugend. Ich wäre dann eher auf dem Status " Mitläufer" stehen geblieben, wenn ich mich mal gedanklich auf deinen Stuhl setzen darf


.
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zuletzt bearbeitet 08.02.2014 09:36 | nach oben springen

#29

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 09:40
von katerjohn | 559 Beiträge

Bin ganz freiwillig 1970 als Lehrling Kandidat der hier genannten Partei geworden. Austritt im Frühjahr 1990.Habe meinen Ausweis dem Parteisekretär übergeben und den mündlichen Austritt erklärt !


Nimm dir Zeit für deine Freunde,sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde !
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#30

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 09:42
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #26
Und es gab dafür einen speziellen SED-Sonder-Sicherheitskugelschreiber,keine Ahnung warum



wofür ? und was war das besondere an dem Kugelschreiber ? Das interessiert mich sehr, @KARNAK


.
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#31

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 09:48
von Rostocker | 7.719 Beiträge

FDJ hat gereicht bei mir--war ne feine Sache.


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#32

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 09:52
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #30
Zitat von KARNAK im Beitrag #26
Und es gab dafür einen speziellen SED-Sonder-Sicherheitskugelschreiber,keine Ahnung warum



wofür ? und was war das besondere an dem Kugelschreiber ? Das interessiert mich sehr, @KARNAK




Na Gert--Moin-- Nun hörste wieder SED-- da glühen die Tasten wieder.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#33

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 09:53
von Pit 59 | 10.128 Beiträge

Zitat von katerjohn im Beitrag #29
Bin ganz freiwillig 1970 als Lehrling Kandidat der hier genannten Partei geworden. Austritt im Frühjahr 1990.Habe meinen Ausweis dem Parteisekretär übergeben und den mündlichen Austritt erklärt !


Na Reinhard,Heldenhaft und mutig war das nun nicht gerade.


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#34

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 09:58
von katerjohn | 559 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #33
Zitat von katerjohn im Beitrag #29
Bin ganz freiwillig 1970 als Lehrling Kandidat der hier genannten Partei geworden. Austritt im Frühjahr 1990.Habe meinen Ausweis dem Parteisekretär übergeben und den mündlichen Austritt erklärt !


Na Reinhard,Heldenhaft und mutig war das nun nicht gerade.


Parteiversammlungen gab es 1990 nicht mehr ,wollte da meinen Austritt vollziehen .....leider ging es nicht .
Wie sind denn die anderen hier ausgetreten ????


Nimm dir Zeit für deine Freunde,sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde !
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#35

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 10:23
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Den Einfluß aus dem Elternhaus würde ich persönlich unter den Tisch fallen lassen, obwohl Vater Genosse und Kampfgruppenmitglied war, während die Mutter überhaupt nicht über Politik sprach.
Immerhin war ich auch bei der Berufswahl nicht in die Fußstapfen der Eltern getreten, obwohl ich den Arbeitsplatz der Mutter als Ferienarbeiter der MITROPA und den des Vaters im PA- Unterricht (Braunkohlekombinat) kennen gelernt hatte.
Möglicherweise kann man die Entscheidung Pro SED sogar als instinktiv bezeichnen, denn allein den Staatsbürgerunterricht und die "Aktuelle Kamera" als treibende Kraft für solche Schritte eines achtzehnjährigen Lehrlings zu bezeichnen würde einem niemand abnehmen und eigene Produktionserfahrungen gab es eben auch nicht.
Neben der eingangs erwähnten Dankbarkeit war somit wohl auch Neugier im Spiel.
Wie ergeht es mir, wenn ich mich dort hineinbegebe, um als Grünschnabel Politik zu versuchen ohne irgendeinen Mentor, Förderer oder Angehörigen aus dem Parteiapparat ?
Die gleiche Neugier trieb mich schließlich auch in dieses Forum an dessen Pforte irgendwas von Grenzsoldaten und Berliner Mauer stand, damit hatte ich auch nie zu tun und ging trotzdem erstmal hinein und so ähnlich verhielt es sich wohl auch mit meinem SED- Eintritt.
Alles was danach als Berufstätiger an Erfahrungen eingespeist wurde, kann man nicht an den Anfang dieser Chronologie stellen, da muß man oft ganz schön aufpassen bei der nachträglichen Bewertung.
Im Forum bin ich inzwischen übrigens länger als damals in der SED, sogar Beiträge (bzw. Spenden 4:1... Alu-DM-€) sind währungsbereinigt gleich hoch und in beiden Fällen freiwillig.



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#36

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 10:27
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #16
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #15
Aus einem anderen thread zitiere ich mal @Nostalgiker


Die monatlichen Mitgliedsbeiträge der Parteimitglieder und Kanditaten werden in Prozenten des Gesamtbruttoeinkommens (......) wie folgt festgelegt:

bis 600 M 0,5 Prozent
von 601 bis 700 M 1 Prozent
von 701 bis 800 M 1.5 Prozent
von 801 bis 1000 M 2 Prozent
über 1001 M 3 Prozent

Für Prämien, materielle Zuwendungen bei Auszeichnungen, Vergütungen für Erfindungen, Rationalisierungs- und Neuerervorschläge sowie persönliche Konten wurden keine Beiträge erhoben.


Was war eine Parteistrafe? (6)

LG von der Moskwitschka




Die Jahresendprämie war allerdings beitragspflichtig.
Auch hat man zumindest in meinem Betrieb nicht sorgfältig genug die Überstunden berücksichtigt, auf die eigentlich auch ein erhöhter Beitrag hätte fällig werden müssen.
Vermutlich war das dem Kassierer zu anstrengend, den stark schwankenden Betrag immer wieder neu zu ermitteln,
da ging es bei mir um entweder 20-25 Mark (der sich kaum veränderte), hätte aber an bestimmten Monaten auch den Höchstbetrag (ca. 45 Mark) im Betrieb ergeben können, wenn es regulär zugegangen wäre.
Die Beitragslisten waren zudem für jeden Genossen einsehbar und es wurde im Bahnbetriebswerk monatlich in bar kassiert.
Womöglich hätten es die Chefs auch gar nicht gerne gesehen, von den eigenen Angestellten überholt zu werden.



Grün: Als ich Kranfahrer war, lag mein Mitgliedsbeitrag immer so um die 2, xx Mark. Plötzlich wollte der Kassierer von mir über 20,-Mark haben. ich fiel aus allen Wolken. Es klärte sich dann so auf, daß ich dem Monat jede Menge Überstunden hatte, die dann mit einflossen und zwar nicht getrennt, sondern als Gesamtsumme, regulärer Lohn + Überstunden als basis für die Beitragsberechnung.



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#37

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 10:29
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #30
Zitat von KARNAK im Beitrag #26
Und es gab dafür einen speziellen SED-Sonder-Sicherheitskugelschreiber,keine Ahnung warum



wofür ? und was war das besondere an dem Kugelschreiber ? Das interessiert mich sehr, @KARNAK



Es war ein Kugelschreiber mit SED-Symbol,offensichtlich eine Sonderanfertigung,der auch nicht wegkommen durfte,wurde in der Kassette mit dem Stempel der APO und anderen wichtigen Unterlagen der SED-Organisation gelagert,musste bei Funktionswechseln nach einer Wahl auch entsprechend als Vorhanden übergeben werden.Ich nehme mal an es war eine Sicherheitsmine drin.Solche Minen kenne ich nun rein zufällig aus dem Bereich Visaerteilung an den Güst,auch dort wurden Sicherheitsminen verwendet,deswegen mussten auch dort die Kugelschreiber übergeben werden und bei Benutzung immer mit einem Gummiband am Tisch gesichert sein.Dort gab es allerdings die Möglichkeit mittels einer chemischen Substanz zu überprüfen ob die Visa mit einem der Sicherheitsstifte ausgestellt wurden.Bei dem SED-Stift gab es sowas nicht. Habe mir damals auch keine großen Gedanken gemacht warum mit diesem Stift auf der Liste und besonders im Parteidokument durch den Kassierer unterschrieben werden sollte.Ich weiß nur das es so war und es diesen Stift gab.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
Gert und josy95 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.02.2014 10:33 | nach oben springen

#38

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 10:32
von Pit 59 | 10.128 Beiträge

Parteiversammlungen gab es 1990 nicht mehr ,wollte da meinen Austritt vollziehen .....leider ging es nicht .
Wie sind denn die anderen hier ausgetreten ????

Bei den Montag Demos habe ich mit eigenen Augen gesehen wie die Mitgliedsbücher und die Blechabfälle Massenhaft vor die SED -Kreissleitung geflogen sind. Auch alles Weicheier gewesen


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#39

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 10:34
von Krepp | 533 Beiträge

Hallo,
sorry, etwas O.T. aber wichtige Frage.

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #5

......
Als Grundwehrdienstlerin ......


Wie jetzt,
Ihr hattet auch Frauen am Kanten?



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
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#40

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 08.02.2014 10:39
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Krepp im Beitrag #39
Hallo,
sorry, etwas O.T. aber wichtige Frage.

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #5

......
Als Grundwehrdienstlerin ......


Wie jetzt,
Ihr hattet auch Frauen am Kanten?[grins1]


Na klar---Frauen die die Postenbrote schmierten und für gutes Essen sorgten. Auch etwas OT hier.


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