#21

RE: Bestätigung nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 05.02.2014 23:18
von Mike59 | 7.980 Beiträge

Zitat von manifest 20 im Beitrag #20


Ja das wundert mich auch gerade beim Lesen dieses Threads, wie unglaublich schnell dieses sehr rigide und mit einer gewissen "gnadenlosigkeit" bis dato funktionierende Grenzregime aufeinmal völlig konfus wurde und schließlich kollabierte.


@studfri
Mich wundert da rein garnichts. Grenztruppen ohne Grenze sind wie Schneeschieber in der Sahara.

gruss andreas

Na wenn so gestreut wurde musst den Schnee nicht mehr schieben.


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#22

RE: Bestätigung nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 05.02.2014 23:22
von Mike59 | 7.980 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #18
Waren da eigentlich nicht schon alle Messen gelesen?
Anfang der achtziger Jahre zeichnete sich wohl ein gewisser Personalmangel ab und da wurde probiert, dieses und jenes System.
Also wer durch die Stasi bestätigt war, meist Familienväter, durfte mit rüber.
Der Gakel der so von einem Gefreiten entlastet wurde durfte seine ureigenste Aufgabe erfüllen, die Hinterlandstreife.
Da dann natürlich paar Gefreite fehlten wurden die Treibhaus-Jungs installiert, also auch Soldaten-Postenführer und Postenpaare innerhalb eines Diensthalbjahres.


Also nach 22:30 Uhr baust du ab.


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#23

RE: Bestätigung nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 05.02.2014 23:24
von polsam | 575 Beiträge

Ist zwar nicht direkt zum Thema passend, aber eben angelehnt.

Unmitelbar nach Bekanntgabe, das die ungehinderten Möglichkeit besteht, den anderen Teil Deutschlands einen Besuch abzustatten ohne irgendwelche Anträge zu stellen, wurde ja festgelegt, dass im Personalausweis der DDR-Bürger irgend ein Stempel vorhanden sein musste.
Diese Stempel wurden durch die Abteilung PM (Pass und Meldewesen) der DVP verteilt.
Der Andrang in den Dienststellen war enorm.
Ich kann mich erinnern, das in unserer Dienststelle alle PM-Mitarbeiter im Speisesaal der Dienststelle saßen und stempelten.
Der Zugang der Bürger wurde über den Hof des VPKA ermöglicht. Wir, die Angehörigern der Schutzpolizei waren abgestellt das ganze Prozedere abzusichern (Zugang zur Dienststelle zu verhindern, Zugang zu den Garagern und Werkstätten nicht zu zu lassen usw.).
Uns wurde aber vor Dienstantritt untersagt, dass wir uns den begehrten Stempel in den Ausweis drücken lassen. Es wurde darauf verwiesen, dass durch das Ministerium des Innern noch keine Festlegungen zur Reisemöglichkeiten für uns festgelegt sind.
Da wir zu unseren Kollegen von PM einen doch recht ordentlichen Kontakt hatten, hatten viele von uns diesen Stempel recht frühzeitig.
Ein Kollege von uns ist dann am nächsten Tag in Richtung W-Berlin aufgebrochen und hat sich dort nach sein "Begrüßungsgeld" angestellt.
Als er dort so in der "sozialistischen Wartegemeinschaft" (Schlange) strand, kam doch der Polit unserer Dienststelle aus Bank oder Sparkasse.
Als der unseren Kollegen erkannter, hat er um Stillschweigen gebeten. Er sei im Auftrag in W-Berlin gewesen um die "Lage zu sondieren"
und für die Genossen Empfehlungen geben zu können. Er werde auch kein Maßnahmen einleiten wegen des Verstoßes gegen die noch nicht gestattete Reisemöglichkeit für VP-Angehörige.
Der Kollege hat das natürlich nicht für sich berhalten können. Am nächsten Tag wussten es fast alle in der Dienststelle.
Der Genosse Major war dann auch einer der Ersten, die in unserer Dienststelle nicht mehr zu sehen war.
Er hat sich dann in eine Einrichtung des Strafvollzuges versetzen lassen.


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#24

RE: Bestätigung nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 05.02.2014 23:28
von Mike59 | 7.980 Beiträge

Zitat von hslauch im Beitrag #6
Guten Abend an Alle

Am 09.11.1989 war ich im Grenzdienst ... "tolle Schicht" - werde später sicherlich noch mal ausführlicher darüber berichten..

Aber jetzt zum Thema.
Der 9.November 1989 war ein Donnerstag. Bereits am Samstag den 11.11.1989 (nicht um 11:11 Uhr ...) hatte unsere Kompanie "Besuch" vom
Politnik des Grenzbatallions.
Der Polit vom GB, unser Polit und unser StKC versuchten "angestrengt" uns Grundwehrdienstleistenden und Unteroffizieren auf Zeit "weiss zu machen", dass wir allesamt "SUPER GVS Geheimnisträger" wären und deshalb nicht in den Westen dürften, um unser Begrüßungsgeld abzuholen..
Reaktion: Schallendes Gelächter und die von sehr vielen Soldaten und Unteroffizieren offen angedrohte "Fahnenflucht"... nach dem Motto: wir hängen die Kalaschnikov an den Zaun und gehen in Uniform rüber, wenn`s sein muss... ganz ehrlich und ohne Schei.., so war das.
Nach dem riesigen Tumult im Speisesaal kam dann am darauf folgenden Montag oder Dienstag die Anweisung? / Befehl ? von oben, dass alle von uns in den Westen dürfen - aber nur in Zivilkleidung.
Ich war dann am 18.11.1989 mein Begrüßungsgeld abholen.

Was die "Zulassung" für das vorgelagerte Hoheitsgebiet angeht, also Kontrolle der Grenzmarkierungen etc., gab es laut meiner Erinnerung ab dem 1.Dezember 1989 nur noch Konfusion aber keinen Plan, geschweige denn irgendwelche "Nicht-Zulassungen" - hätte ja auch wenig Sinn gemacht......
Ich hatte im Grenzdienst dann meistens den Auftrag, mit UAZ, LO oder Stoffhund (und Posten als Kraftfahrer) in einem plötzlich "drei bis vier Mal so großen Postenbereich" dafür Sorge zu tragen, dass "Besucher" des Grenzgebietes und Grenzabschnitts keine Beschilderung der Grenzsignalzäune / GSZ-Tore stehlen, oder diese selbst, oder die Beschilderung der Grenzsäulen (DDR-Emblem) stehlen, bzw die Grenzsäule selbst stehlen.
Alles narürlich "in Zusammenarbeit mit dem Klassenfeind Grenz-Zolldienst und BGS"

Ich habe mir ab dieser Zeit mit meinem Posten meist ein "ruhiges Örtchen" gesucht und wir ließen die Dinge geschehen - die halt geschahen.
Unsere "neuen Kollegen vom GZD und BGS" fanden das gelegentlich nicht wirklich lustig.....




Ja ist schon klar das du nicht wußtet was du dort sollst. War eben der Vorgeschichte der GT geschuldet. Das der BGS und GZD das nicht lustig fanden kann ich verstehen. Sachbeschädigung, Diebstahl - du in Uniform und hast nichts dagegen gemacht, das wirkt auf andere Uniformträger auch negativ. Aus welchem Grund hast du keinen Antrag auf Entlassung gestellt? Ich glaube zu der Zeit war das in 48h durch.


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#25

RE: Bestätigung nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 06.02.2014 00:54
von manifest 20 | 314 Beiträge

Ja ist schon klar das du nicht wußtet was du dort sollst. War eben der Vorgeschichte der GT geschuldet. Das der BGS und GZD das nicht lustig fanden kann ich verstehen. Sachbeschädigung, Diebstahl - du in Uniform und hast nichts dagegen gemacht, das wirkt auf andere Uniformträger auch negativ. Aus welchem Grund hast du keinen Antrag auf Entlassung gestellt? Ich glaube zu der Zeit war das in 48h durch.


st schon klar das du nicht wußtet was du dort sollst.

Witzbold
Was sollte er den machen.In Berlin sitzen zur selben Zeit 1,2,3 tausend Mauerspechte auf dem AFSW .Er soll den Heldentod sterben weil einer ein Schild kllaut.

t nichts dagegen gemacht, das wirkt auf andere Uniformträger auch negativ

Die anderen Uniformträger (West)waren auch noch Waffenträger, zu meiner Zeit,an meinem Ort gabs ab 11.11.89 Genzdienst nur mit ohne kaschi.
Und mit dem bösefinger zu winken ??

Aus welchem Grund hast du keinen Antrag auf Entlassung gestellt? Ich glaube zu der Zeit war das in 48h durch.

Bei Offz. und BU keine Ahnung Für GWD/UAZ Quatsch.

gruss andreas


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#26

RE: Bestätigung nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 06.02.2014 07:16
von Grenzerei | 40 Beiträge

Vielleicht hätte ich besser nur fragen sollen wie es an der innerdeutschen Grenze ablief ohne Berlin.Bei uns war jedenfalls nicht sofort alles chaotisch und wurde auch noch Grenzdienst geschoben, bis Ende Dezember.


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#27

RE: Bestätigung nach dem 9.11.89

in Grenztruppen der DDR 06.02.2014 09:35
von Pit 59 | 10.165 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #22
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #18
Waren da eigentlich nicht schon alle Messen gelesen?
Anfang der achtziger Jahre zeichnete sich wohl ein gewisser Personalmangel ab und da wurde probiert, dieses und jenes System.
Also wer durch die Stasi bestätigt war, meist Familienväter, durfte mit rüber.
Der Gakel der so von einem Gefreiten entlastet wurde durfte seine ureigenste Aufgabe erfüllen, die Hinterlandstreife.
Da dann natürlich paar Gefreite fehlten wurden die Treibhaus-Jungs installiert, also auch Soldaten-Postenführer und Postenpaare innerhalb eines Diensthalbjahres.


Also nach 22:30 Uhr baust du ab.


Die Konzentration lässt nun mal nach so 16 Stunden erheblich nach


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