#1

Grenzergedichte

in Grenztruppen der DDR 28.01.2014 14:35
von Schlutup | 4.101 Beiträge
zuletzt bearbeitet 28.01.2014 14:46 | nach oben springen

#2

RE: Grenzergedichte

in Grenztruppen der DDR 28.01.2014 16:55
von EK 70 | 232 Beiträge

Der Stahlhelm ist gegossen, bald nennt man uns GENOSSEN ... ha ha ha ( ironie )

EK70



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zuletzt bearbeitet 28.01.2014 16:59 | nach oben springen

#3

RE: Grenzergedichte

in Grenztruppen der DDR 28.01.2014 21:29
von Lutze | 8.032 Beiträge

ein Major schreibt ein Gedicht,warum nicht,
war dieses Gedicht in den Grenzkompanien
zu lesen?,vielleicht in den Aufenthaltsräumen
an der Wand?,wenn ja,
was für Gedanken hattet ihr dazu?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#4

RE: Grenzergedichte

in Grenztruppen der DDR 28.01.2014 22:12
von Fritze (gelöscht)
avatar

@Lutze Ich kann mich nicht an dieses Gedicht erinnern ,obwohl ich mir vorstellen kann ,es damals irgendwo gelesen zu haben.
Ich glaube auch nicht ,daß sich jemand an seine damaligen Gedanken erinnern kann .


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#5

RE: Grenzergedichte

in Grenztruppen der DDR 29.01.2014 00:49
von vs1400 | 2.376 Beiträge

in der damaligen armeerundschau gab es ne rubrik für gedichte.

die zensur machte diese rubrik zur farce,
leider.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#6

RE: Grenzergedichte

in Grenztruppen der DDR 29.01.2014 08:26
von Gelöschtes Mitglied
avatar

@ Lutze , wer hat sich denn schon für solch ... interessiert . Es mag wohl solche gegeben haben , die haben sich ihre Zimmer damit dekoriert .ratata

In Glöwen , Sonntagsfrüh mussten wir in den ersten Wochen zur Singestunde in den Speisesaal einrücken . Dort lernten wir erstmals in Gedichtform einige Lieder .Eins habe ich noch behalten.

Ich packe meinen Koffer ein , wo ist denn nur mein Urlaubschein .
Ich fahre einmal mehr im Jahr , weil ich der allerbeste SCHÜTZE war , Gise , Gise , Gesela morgen schon dann bin ich da.


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zuletzt bearbeitet 29.01.2014 08:37 | nach oben springen

#7

RE: Grenzergedichte

in Grenztruppen der DDR 29.01.2014 08:40
von Mike59 | 7.944 Beiträge

Hab auch eines.

Angefügte Bilder:
Grenzergedicht.jpg

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#8

RE: Grenzergedichte

in Grenztruppen der DDR 29.01.2014 09:16
von Pit 59 | 10.129 Beiträge

Sehr gutes Gedicht Mike,gefällt mir sehr gut, ganz zum Gegenteil des Propagandagedichtes der Herrn Major


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#9

RE: Grenzergedichte

in Grenztruppen der DDR 29.01.2014 09:42
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Ah, mal wieder ein Thema für den alten Beinahekulturoffizier ...

Danke an Schlutup, ich dachte, ich müsste sofort wieder geknittelte Heimgangslyrik ertragen. Bei dem Namen des eingangs erwähnten Majors klingelt was bei mir, aber es ist zulange her. Es gab immer mal wieder "Zirkel schreibender Soldaten" oder einzelne, die Beiträge an die "Armeerundschau" oder auch die "Vorlksarmee" (die Wochenzeitschrift) sendeten. Was da veröffentlicht wurde, wurde sicher "redaktionell gesichtet". Da aber in der Regel dort nur die linientreue Riege Beiträge einsandte, ist der Begriff "Zensur", wie vs1400 es bezeichnete, etwas zu hoch gegriffen. Sagen wir so: Wenn handwerklich gute, aber kritische Gedichte eingesandt worden wären, dann hätte man davon sprechen können. Aber ich bezweifle, dass es das eine oder andere in signifikanter Zahl gab. Die Rubriken waren tatsächlich eine Farce.Ich erinnere mich noch an eine solche Veröffentlichung im Herbst 1988 in der Volksarmee. Da ist mir der Kragen geplatzt und ich habe einen ziemlich missmutigen Brief an das Blättchen geschickt. Da war ein Gedicht von einem Hans L. veröffentlicht, in dem er einen Song von Gundermann leicht umgedichtet und total verhunzt hatte. Es gab also drei Gründe, den Scheiß nicht zu drucken: Es war ein Plagiat, es war handwerklich Müll und inhaltlich Grütze. Aber: Es lag scheinbar auf Linie. Nee, vs1400, glaub mir, wenn die eine bessere Auswahl gehabt hätten, wäre es nicht zu solchen Verzweiflungstaten gekommen. Immerhin bekam ich vom verantwortlichen Redakteur einen kleinlauten Brief zurück - Himmel, was war ich widerborstig ...

Ich hatte auf einigen Werkstätten der FDJ-Singebewegung Mitte und Ende der 80er Jahre gespürt, wie gut es tut, sich einfach mal halbwegs ungezwungen über Texte zu unterhalten (halbwegs - der Zwang kam eher von den Teilnehmern, die glaubten zu wissen, was von ihnen erwartet wird - das hielt Gottseidank meist nicht lange an). Ich fürchte, ich hätte so eine "Werkstatt schreibender Grenzsoldaten" auch ins Leben gerufen, wenn ich es noch bis zum Kulturoffizier gebracht hätte ... und wäre damit kräftig auf die Schnauze geflogen. Gerade unter den Berufssoldaten gab es diesen Drang, die eigene Überzeugung in klassenkämpferische Lyrik zu verwandeln, und auch ich war da nicht frei von - ich habe im Unterschied zu anderen nur meine Talentlosigkeit beim Schreiben eigener Lyrik schneller erkannt. Die Atmosphäre einer Werkstatt, die ich mit Leuten wie Gerhard Gundermann, Udo Magister, Gerd Eggers oder auch Gina Pietzsch erlebt hatte, wäre da nicht zustande gekommen. Und hätte man versucht, sie in den Kreis zu bringen, hätte es von den Teilnehmern Widerstände gegeben - diese Schlussfolgerung geht auf meine eigene Biografie zurück. Wie lange habe ich gebraucht, mich etwas zwangloser in einem kultiviert-kritischen Kreis zu äußern und die dortigen Äußerungen zu akzeptieren. Ein schwieriges Pflaster ist das - es klingt so, als wollte ich den anderen vorwerfen, Betonköpfe gewesen zu sein. Aber das wäre nicht der wirkliche Mechanismus dahinter. Wer sich jeden Tag in ein Dienstregime einspannen lässt, das Härte und Rechthaberei voraussetzt, der wird auch in seinem Denke dafür sorgen, dass er nicht in einen grundlegenden Widerspruch zu seinem Handeln gerät (Dissonanzminderung). Das ist der Ursprung solcher eingangs zitierten Lyrik und das erste große Hindernis, in einen Diskurs darüber zu kommen.

Nochmal, ich rede hier nicht über andere, sondern über mich. Ich spreche dem Major, der das eingangs zitierte Gedicht geschrieben hat, weder Ehrlichkeit noch das wirkliche Gefühl ab, etwas bewegen zu wollen. Ich habe selbst solche Gedichte geschrieben und sie baldigst wieder weggeworfen, weil ich sie für schlecht hielt, was sie auch waren. Neben meiner schon erwähnten Talentlosigkeit in diesen Dingen war es noch ein zweiter Effekt, auf den ich im Studium an der Militärpolitischen Hochschule mit der Nase gestoßen wurde. Nach einem Konzert des Erich-Weinert-Ensembles drehte sich beim Rausgehen ein Studienkollege zu mir um und raunte: "Ist Dir das eigentlich auch aufgefallen? Immer wenn es ideologisch wurde, war es Scheiße." Das war damals einer meiner größten Lernerfolge.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#10

RE: Grenzergedichte

in Grenztruppen der DDR 29.01.2014 21:47
von Schlutup | 4.101 Beiträge
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#11

RE: Grenzergedichte

in Grenztruppen der DDR 29.01.2014 21:52
von Pit 59 | 10.129 Beiträge

Na das war Klar,der Herr Major


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#12

RE: Grenzergedichte

in Grenztruppen der DDR 29.01.2014 23:10
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo Schlutup,

ja, das ist schlecht. Das erinnert irgendwie an Theodor Körner und der war auch nicht gut.
Ich halte, quasi als lyrisches Erbrechen, mit einem alten Gedicht aus dem Lesebuch der Zweiten Klasse dagegen:

Hansjürgen steht am Schilderhaus
und spricht zu dem Soldaten:
"Was tust Du hier, tagein, tagaus,
kannst Du mir das verraten?"
"Ich bin Soldat der Volksarmee,
ja, spiele nur und lache,
ich stehe hier bei Wind und Schnee
und halte für Dich Wache."


ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 29.01.2014 23:11 | nach oben springen


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