#301

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 13:25
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #300
Zitat von Lutze im Beitrag #298
Zitat von ABV im Beitrag #297
Richtig @Heckenhaus Dazu kam auch die Frage, ob sich das " Maulaufreissen" überhaupt lohnt? Wer rennt schon gerne gegen eine Wand? Noch dazu im vollen Bewusstsein, dass dort eine Wand steht.

Gruß Uwe

falsch @ABV,
bei den Montags-Demos in Leipzig
waren viele Familien mit ihren Kindern dort
Lutze

Und was wollten deiner Meinung nach die Kinder dort @Lutze?

du konntest sie doch und ihre Eltern fragen,
warum hast du sie nicht angesprochen?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#302

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 14:15
von Heckenhaus | 5.146 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #298
Zitat von ABV im Beitrag #297
Richtig @Heckenhaus Dazu kam auch die Frage, ob sich das " Maulaufreissen" überhaupt lohnt? Wer rennt schon gerne gegen eine Wand? Noch dazu im vollen Bewusstsein, dass dort eine Wand steht.

Gruß Uwe

falsch @ABV,
bei den Montags-Demos in Leipzig
waren viele Familien mit ihren Kindern dort
Lutze

Du willst doch nicht die kurze Zeit der Montagsdemos, wo alles schon so gut wie entschieden war, mit den 40 Jahren davor vergleichen !
Der Großteil der DDR-Familien hatte einen bescheidenen bis höheren Wohlstand erreicht, mit den bekannten Einschränkungen.
Die Menschen haben unterschiedliche Prioritäten, auf Spanien für 14 Tage kann man verzichten, auf die berühmt-berüchtigten Bananen auch,
aber sich und die Familie aus Trotz und eigentlich als zwecklos empfundenen Protest in Gefahr zu bringen, da war die Verantwortung stärker.
Jeder wußte, was im Ernstfall passieren kann.
Das heißt doch nicht, das alles eitel Sonnenschein war. Aber es gab Regeln, die, wenn sie halbwegs befolgt wurden, auch ein normales
Leben ermöglichten. Was diese Regeln als Konsequenz bei Nichtbefolgen beinhalteten, ist bekannt. Das muß jetzt hier nicht wieder gebets-
mühlenartig wiederholt werden.
Auch muß jetzt niemand wieder kommen und sagen: "Ja aber, ich bin, ich habe trotzdem..."
Schön für ihn, wenn er hat, wenn er trotzdem... Respekt !
Aber :
Jeder hatte sein Leben, jeder hat es gelebt, wie er es für richtig hielt. Da braucht es jetzt nicht nachträglich irgend welche Märtyrer.
Wer damals doch offen Protest geübt hat, gut. Er hat die eventuellen Konsequenzen gespürt, vielleicht auch die Familie, sofern es eine gab.
Er hat aber kein Recht, all diejenigen, die ohne offenen Protest dort ihr Leben meisterten, zu kritisieren oder gar anzugreifen. Die Menschen sind
verschieden, zum Glück, und jede persönliche Entscheidung muß akzeptiert werden, egal, wie sie ausfällt.

Ich habe es im Sozialismus bis zur Selbständigkeit gebracht, sogar außerhalb von Berlin, kenne also alle Probleme, die es gab.
Einziger Wunsch war, mal die Alpen zu sehen. Doch dafür hätte ich nie die Existenz gefährdet, weder die der Familie noch die meiner
beruflichen Entwicklung und Ergebnisse.
Bei mir war es dann das Erzgebirge, seltsamer Weise die Gegend des Grundwehrdienstes, das es mir angetan hatte.

Die Tatsache, das ich irgendwie im Hintergrund "nicht frei" war in Wort und Handeln, die hat mich weder um den Schlaf gebracht noch mich
seelisch zerfressen. Im Gegenteil, die Existenz, das Leben, war gesichert, im Gegensatz zu heute, und das beruhigte sogar.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
Greso, bendix, Pitti53, ABV, DoreHolm und Waldmeister haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#303

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 14:46
von Lutze | 8.039 Beiträge

das etwas nicht stimmte in der DDR-Politik,
das war vielen Bürgern der DDR weit vor 1989 bekannt,
die kurze Zeit der Montags-Demos?,
es rumorte schon seit 1953,
es stimmt,man kann den bequemen Weg gehen,
ich wollte nicht blind durch die DDR laufen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#304

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 14:53
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #302
Zitat von Lutze im Beitrag #298
Zitat von ABV im Beitrag #297
Richtig @Heckenhaus Dazu kam auch die Frage, ob sich das " Maulaufreissen" überhaupt lohnt? Wer rennt schon gerne gegen eine Wand? Noch dazu im vollen Bewusstsein, dass dort eine Wand steht.

Gruß Uwe

falsch @ABV,
bei den Montags-Demos in Leipzig
waren viele Familien mit ihren Kindern dort
Lutze

Du willst doch nicht die kurze Zeit der Montagsdemos, wo alles schon so gut wie entschieden war, mit den 40 Jahren davor vergleichen !
Der Großteil der DDR-Familien hatte einen bescheidenen bis höheren Wohlstand erreicht, mit den bekannten Einschränkungen.
Die Menschen haben unterschiedliche Prioritäten, auf Spanien für 14 Tage kann man verzichten, auf die berühmt-berüchtigten Bananen auch,
aber sich und die Familie aus Trotz und eigentlich als zwecklos empfundenen Protest in Gefahr zu bringen, da war die Verantwortung stärker.
Jeder wußte, was im Ernstfall passieren kann.
Das heißt doch nicht, das alles eitel Sonnenschein war. Aber es gab Regeln, die, wenn sie halbwegs befolgt wurden, auch ein normales
Leben ermöglichten. Was diese Regeln als Konsequenz bei Nichtbefolgen beinhalteten, ist bekannt. Das muß jetzt hier nicht wieder gebets-
mühlenartig wiederholt werden.
Auch muß jetzt niemand wieder kommen und sagen: "Ja aber, ich bin, ich habe trotzdem..."
Schön für ihn, wenn er hat, wenn er trotzdem... Respekt !
Aber :
Jeder hatte sein Leben, jeder hat es gelebt, wie er es für richtig hielt. Da braucht es jetzt nicht nachträglich irgend welche Märtyrer.
Wer damals doch offen Protest geübt hat, gut. Er hat die eventuellen Konsequenzen gespürt, vielleicht auch die Familie, sofern es eine gab.
Er hat aber kein Recht, all diejenigen, die ohne offenen Protest dort ihr Leben meisterten, zu kritisieren oder gar anzugreifen. Die Menschen sind
verschieden, zum Glück, und jede persönliche Entscheidung muß akzeptiert werden, egal, wie sie ausfällt.

Ich habe es im Sozialismus bis zur Selbständigkeit gebracht, sogar außerhalb von Berlin, kenne also alle Probleme, die es gab.
Einziger Wunsch war, mal die Alpen zu sehen. Doch dafür hätte ich nie die Existenz gefährdet, weder die der Familie noch die meiner
beruflichen Entwicklung und Ergebnisse.
Bei mir war es dann das Erzgebirge, seltsamer Weise die Gegend des Grundwehrdienstes, das es mir angetan hatte.

Die Tatsache, das ich irgendwie im Hintergrund "nicht frei" war in Wort und Handeln, die hat mich weder um den Schlaf gebracht noch mich
seelisch zerfressen. Im Gegenteil, die Existenz, das Leben, war gesichert, im Gegensatz zu heute, und das beruhigte sogar.
Hallo Heckenhaus
Du sagt das dich die Unfreiheit nicht um den Schlaf gebracht hat , mich aber schon des wegen habe ich dieses Land 1967 verlassen .



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#305

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 15:44
von Heckenhaus | 5.146 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #303
das etwas nicht stimmte in der DDR-Politik,
das war vielen Bürgern der DDR weit vor 1989 bekannt,
die kurze Zeit der Montags-Demos?,
es rumorte schon seit 1953,
es stimmt,man kann den bequemen Weg gehen,
ich wollte nicht blind durch die DDR laufen
Lutze

Stimmt, das haben wir schon um 1980 in der Baubude diskutiert. Aber es war trotzdem ruhig. Montagsdemos gab es erst 1989 !
Und blind sind wir, obwohl wir das Ende erwartethaben trotzdem nicht durch die DDR gelaufen, im Gegenteil.
Wir haben alles gesehen bis zum Schluß.


.
.
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— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
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zuletzt bearbeitet 29.03.2014 15:45 | nach oben springen

#306

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 15:49
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Natürlich stimmte in der DDR als künstlich geschaffen Konstrukt von Beginn an etwas nicht, selbst in "natürlich gewachsenen" Gesellschaftsformation tut es das niemals.
Es ist auch richtig, dass dem DDR-Bürger dieser Umstand durchaus bewusst war. Die von dir, Lutze, ins Spiel gebrachten kurzzeitigen Montags-Demos, die immerhin Teil langfristig-weltweiter gesellschaftspolitischer Veränderungen bleiben, zeugten davon. Allerdings stehen diese in keinem direkten Zusammenhang mit den Ereignissen des Jahres 1953.
Zwar kann man durchaus Parallelen zwischen den Ereignisjahren anno '53 und '89 ziehen, doch sie in einen unmittelbaren unabdingbaren Konsens zu bringen, hieße, die zeitlich-gesellschaftspolitische Komponente völlig außeracht zu lassen.
Ich kann durchaus verstehen, dass du, Lutze, irgendwann 'ne Flatter gemacht hast, weil du die Umstände in der DDR nicht mehr ertragen konntest und dein Lebensglück woanders gesucht hast.
Aber es gibt auch die einst hier Gebliebenen, die sogar um den Preis der Selbsterkenntnis, der Selbstaufgabe als auch der Selbstläuterung nicht einfach weggelaufen sind und heutzutage nicht fortlaufend den Finger in die schmerzende Wunde eigener Befindlichkeiten stecken.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#307

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 15:50
von Heckenhaus | 5.146 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #304

Hallo Heckenhaus
Du sagt das dich die Unfreiheit nicht um den Schlaf gebracht hat , mich aber schon des wegen habe ich dieses Land 1967 verlassen .


Das war deine freie Entscheidung, ich verurteile auch niemanden, der diesen Schritt in eigener Verantwortung gegangen ist.
Es gab aber, wenn auch nicht bis zum Schluß, genug Menschen, die gehofft haben, das es besser wird. Auch ohne Parteibuch.
Menschen sind nun mal verschieden.
Manche kapitulieren, manche rennen weg, manche kämpfen, manche glauben, manche hoffen...


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
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#308

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 15:54
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #307
Zitat von linamax im Beitrag #304

Hallo Heckenhaus
Du sagt das dich die Unfreiheit nicht um den Schlaf gebracht hat , mich aber schon des wegen habe ich dieses Land 1967 verlassen .


Das war deine freie Entscheidung, ich verurteile auch niemanden, der diesen Schritt in eigener Verantwortung gegangen ist.
Es gab aber, wenn auch nicht bis zum Schluß, genug Menschen, die gehofft haben, das es besser wird. Auch ohne Parteibuch.
Menschen sind nun mal verschieden.
Manche kapitulieren, manche rennen weg, manche kämpfen, manche glauben, manche hoffen...


Hallo
Und was hat es gebracht das hoffen .


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#309

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 16:01
von Pit 59 | 10.152 Beiträge

Es gab aber, wenn auch nicht bis zum Schluß, genug Menschen, die gehofft haben, das es besser wird. Auch ohne Parteibuch.
Menschen sind nun mal verschieden. @heckenhaus

Ich denke das 40 Jahre hoffen aber genug waren,oder wielange sollte Deiner Meinung nach noch gehofft werden ?


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#310

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 16:45
von Heckenhaus | 5.146 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #308

Hallo
Und was hat es gebracht das hoffen .

Lies # 306, ansonsten nur soviel : Ich hatte Familie, eine Firma, Haus und Grundstück, war zur Wendezeit über 40, konnte mir
alles leisten, was ich brauchte und auch bekam, nur in den Westen reisen durfte ich nicht, außer ab 1986 jeweils einmal im Jahr
aus fam. Gründen, allein.
Mich hat kein Genosse bequatscht, kei IM besucht, ich habe meine Entscheidungen selbst getroffen, meine Kunden waren zufrieden
mit meiner Arbeit, hatte Freunde, denen es ähnlich ging, hatte ein Auto, konnte verreisen (außer in den Westen), hatte satt zu essen,
lief nicht nackt rum.
Ich habe auf nichts gehofft, sondern meine eigene kleine Welt intakt gehalten, genauso, wie es auch heute Millionen Bundesbürger auch nur tun.
Oder glaubst du, heute sind alle zufrieden ? Zerfleischen sie sich deswegen innerlich ?
Wenn du als junger Mensch gegangen bist, ok, vielleicht hatte ich es mit 20 oder 25 auch getan. Mit dem Wissen von 1989 ! Aber ich hatte keinen Grund, warum sollte ich ?

@Pit 59 ich habe nicht bis zum Schluß gehofft, dazu lagen die Fakten zu klar auf dem Tisch, aber in den 70-ern sah die Situation ganz anders aus,
es ging für einige Jahre tatsächlich bergauf. Da hatten wir Hoffnung, leider vergeblich. Und danach ? Das habe ich bereits geschildert.
Ab Mitte der 80-er wohnte ich im Oderbruch, ABV kennt es, er lebt auch dort. Wenn ich nicht unbedingt auf Weltreise will, warum sollte ich dann
unbedingt mein Leben einschneidend verändern ? Zumal absehbar war, das es irgendwann vorbei sein wird, nur wußte niemand, wann oder wie schnell es dazu kommen würde.
-------------------------------------------------------------

Es klingt hier immer so, als ob niemand das Recht hatte, aus freien Stücken in der DDR zu leben, anscheinend sind nur die Ausgereisten die wahren
Hechte. Nur, jeder muß sein Leben selbst gestalten, so wie er es braucht oder wie er es haben kann.
Da ist es etwas überheblich, wenn jetzt der eine oder andere ehem. Flüchtling von oben herab schaut auf die, die dort freiwillig ihre Heimat, ihren Lebensmittelpunkt hatten und behielten. Da ich mich sogar beruflich verwirklichen konnte, warum sollte ich gehen ?
Oder muß ich mich jetzt noch schämen, in der DDR ausgehalten zu haben, bis zum Schluß ?
Ich lasse mich gerne belehren, wenn alle, die gegangen sind, jetzt die Helden sind. Schon wird wieder die Spaltung deutlich. Besser wäre es, wenn jeder akzeptiert, welche Gründe der Einzelne hatte, um dort zu bleiben, wo er seinen Lebensmittelpunkt gefunden hat.
Möglichst ohne Häme und abfällige Bemerkungen.
Eins noch am Schluß : Das Leben war weder im Osten noch im Westen leicht, nur anders.


.
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Pitti53 und Waldmeister haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.03.2014 16:47 | nach oben springen

#311

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 16:58
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #310
Zitat von linamax im Beitrag #308

Hallo
Und was hat es gebracht das hoffen .

Lies # 306, ansonsten nur soviel : Ich hatte Familie, eine Firma, Haus und Grundstück, war zur Wendezeit über 40, konnte mir
alles leisten, was ich brauchte und auch bekam, nur in den Westen reisen durfte ich nicht, außer ab 1986 jeweils einmal im Jahr
aus fam. Gründen, allein.
Mich hat kein Genosse bequatscht, kei IM besucht, ich habe meine Entscheidungen selbst getroffen, meine Kunden waren zufrieden
mit meiner Arbeit, hatte Freunde, denen es ähnlich ging, hatte ein Auto, konnte verreisen (außer in den Westen), hatte satt zu essen,
lief nicht nackt rum.
Ich habe auf nichts gehofft, sondern meine eigene kleine Welt intakt gehalten, genauso, wie es auch heute Millionen Bundesbürger auch nur tun.
Oder glaubst du, heute sind alle zufrieden ? Zerfleischen sie sich deswegen innerlich ?
Wenn du als junger Mensch gegangen bist, ok, vielleicht hatte ich es mit 20 oder 25 auch getan. Mit dem Wissen von 1989 ! Aber ich hatte keinen Grund, warum sollte ich ?

@Pit 59 ich habe nicht bis zum Schluß gehofft, dazu lagen die Fakten zu klar auf dem Tisch, aber in den 70-ern sah die Situation ganz anders aus,
es ging für einige Jahre tatsächlich bergauf. Da hatten wir Hoffnung, leider vergeblich. Und danach ? Das habe ich bereits geschildert.
Ab Mitte der 80-er wohnte ich im Oderbruch, ABV kennt es, er lebt auch dort. Wenn ich nicht unbedingt auf Weltreise will, warum sollte ich dann
unbedingt mein Leben einschneidend verändern ? Zumal absehbar war, das es irgendwann vorbei sein wird, nur wußte niemand, wann oder wie schnell es dazu kommen würde.
-------------------------------------------------------------

Es klingt hier immer so, als ob niemand das Recht hatte, aus freien Stücken in der DDR zu leben, anscheinend sind nur die Ausgereisten die wahren
Hechte. Nur, jeder muß sein Leben selbst gestalten, so wie er es braucht oder wie er es haben kann.
Da ist es etwas überheblich, wenn jetzt der eine oder andere ehem. Flüchtling von oben herab schaut auf die, die dort freiwillig ihre Heimat, ihren Lebensmittelpunkt hatten und behielten. Da ich mich sogar beruflich verwirklichen konnte, warum sollte ich gehen ?
Oder muß ich mich jetzt noch schämen, in der DDR ausgehalten zu haben, bis zum Schluß ?
Ich lasse mich gerne belehren, wenn alle, die gegangen sind, jetzt die Helden sind. Schon wird wieder die Spaltung deutlich. Besser wäre es, wenn jeder akzeptiert, welche Gründe der Einzelne hatte, um dort zu bleiben, wo er seinen Lebensmittelpunkt gefunden hat.
Möglichst ohne Häme und abfällige Bemerkungen.
Eins noch am Schluß : Das Leben war weder im Osten noch im Westen leicht, nur anders.

Hallo Heckenhaus
Das Leben ist nie leicht , egal wo du lebst . Aber ich hatte es im anderen Teil Deutschlands leichter . Ich habe auch keine abfälligen Bemerkungen gemacht über die da geblieben sind und Häme schon mal überhaupt nicht .


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#312

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 17:05
von Heckenhaus | 5.146 Beiträge

@linamax, ich habe die auch nicht persönlich gemeint, aber das gab es und gibt es noch heute. Leider.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#313

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 17:07
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #312
@linamax, ich habe die auch nicht persönlich gemeint, aber das gab es und gibt es noch heute. Leider.

Hallo
Ist ok .


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#314

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 17:53
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #304
Du sagt das dich die Unfreiheit nicht um den Schlaf gebracht hat , mich aber schon des wegen habe ich dieses Land 1967 verlassen .
Waren das nicht eher Fehlbeträge/-bestände, die einem LdK in einer GK 'den Schlaf raubten'?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#315

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 19:45
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #301
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #300
Zitat von Lutze im Beitrag #298
Zitat von ABV im Beitrag #297
Richtig @Heckenhaus Dazu kam auch die Frage, ob sich das " Maulaufreissen" überhaupt lohnt? Wer rennt schon gerne gegen eine Wand? Noch dazu im vollen Bewusstsein, dass dort eine Wand steht.

Gruß Uwe

falsch @ABV,
bei den Montags-Demos in Leipzig
waren viele Familien mit ihren Kindern dort
Lutze

Und was wollten deiner Meinung nach die Kinder dort @Lutze?

du konntest sie doch und ihre Eltern fragen,
warum hast du sie nicht angesprochen?
Lutze

Ja @Lutze,
ich wollte eigentlich nicht auf diese Frage antworten.
Den Grund dafür will ich dir aber auch nicht vorenthalten. Du kannst dir nicht vorstellen wie es ist, mit massiven Polizeiaufgebot, bewaffnet mit Schild und Schwert (Schlagstock) einer Menschenmenge gegenüber zu stehen, die Kleinkinder und Kinderwagen in die erste Reihe brachten.
Erinnere dich an den Hauptbahnhof Dresden, als der Zug aus der Prager Botschaft in Richtung "Westen" eintraf. Dort wurden u.a. Kinderwagen auf die Gleise geschoben, um den Zug zu stoppen.
Das habe ich nicht aus den Medien Lutze, ich war dabei.

Und du fragst mich, warum ich die Eltern nicht gefragt habe?

Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#316

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 19:52
von 94 | 10.792 Beiträge

Momentema, DU warst in Dresden mit dabei *staun*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#317

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 20:14
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #316
Momentema, DU warst in Dresden mit dabei *staun*

Warum staunst du da?
Du erklärst doch eigentlich immer deine Antwort?


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#318

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 20:21
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #317
Du erklärst doch eigentlich immer deine Antwort?

Yepp, nur war das hier eine Frage. Na vielleicht mal etwas deutlicher ausformulieren ...

Warst Du in am Nachmittag oder in den Abendstunden des 4. oder in der Nacht auf den 5. Oktober 1989 in Dresden am Hauptbahnhof?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#319

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 20:42
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #318
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #317
Du erklärst doch eigentlich immer deine Antwort?

Yepp, nur war das hier eine Frage. Na vielleicht mal etwas deutlicher ausformulieren ...

Warst Du in am Nachmittag oder in den Abendstunden des 4. oder in der Nacht auf den 5. Oktober 1989 in Dresden am Hauptbahnhof?

Ich war am 04. Oktober 1989 dort und sicherte den Bahnhof.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#320

RE: Aufarbeitung

in DDR Staat und Regime 29.03.2014 20:46
von 94 | 10.792 Beiträge

Und da haste mit eigenen Augen (!) mindestens einen Kinderwagen im Gleisbett gesehen?
Falls ja (desewegen das *staun*), weiste noch auf welchem Gleis das war (/gewesen sein soll)?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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