#1

Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 21.01.2014 11:50
von Barbara (gelöscht)
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Im Juli ist es hundert Jahre her, dass der erste Weltkrieg begann. Sein Beginn war der Auftakt für die beispiellosen Katastrophen des 20. Jhdt., an denen wir Deutschen als Hauptakteure beteiligt waren und deren Folge u.a. in die Teilung Deutschlands mündeten - knapp 30 Jahre später. Das ist historisch gesehen nicht viel Zeit.

Was waren die Ursachen für diesen Krieg - nach einer vergleichsweise längeren friedlichen Periode in Europa?

Kunst und Kultur waren in voller Blüte, der technische Fortschritt rasant, in der Wissenschaft gab es bahnbrechende Entdeckungen, das Tempo beschleunigte sich, die Zeit stand auf „Zukunft“ gerichtet.

Neben den aufzählbaren Gründen von (geo-)politischen Interessen, Nationalismus und Militarismus und sozialer Spannungen:
Warum gab es dieses freudige und erwartungsvolle Marschieren in den Krieg? Durch alle gesellschaftlichen Gruppen hindurch?
Wie wird „die Lust am Krieg“ erzeugt?

Der Sommer 1914 soll ein überaus schöner Sommer gewesen sein - und dann begann der Krieg.


Arte hat dazu ein hochspannende Dokumentation gemacht, „Die Stille vor dem Sturm“, leider ist sie nicht mehr in der Mediathek zu finden.
.


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#2

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 21.01.2014 12:42
von EK 70 | 233 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #1
Im Juli ist es hundert Jahre her, dass der erste Weltkrieg begann. Sein Beginn war der Auftakt für die beispiellosen Katastrophen des 20. Jhdt., an denen wir Deutschen als Hauptakteure beteiligt waren und deren Folge u.a. in die Teilung Deutschlands mündeten - knapp 30 Jahre später. Das ist historisch gesehen nicht viel Zeit.

Was waren die Ursachen für diesen Krieg - nach einer vergleichsweise längeren friedlichen Periode in Europa?

Kunst und Kultur waren in voller Blüte, der technische Fortschritt rasant, in der Wissenschaft gab es bahnbrechende Entdeckungen, das Tempo beschleunigte sich, die Zeit stand auf „Zukunft“ gerichtet.

Neben den aufzählbaren Gründen von (geo-)politischen Interessen, Nationalismus und Militarismus und sozialer Spannungen:
Warum gab es dieses freudige und erwartungsvolle Marschieren in den Krieg? Durch alle gesellschaftlichen Gruppen hindurch?
Wie wird „die Lust am Krieg“ erzeugt?

Der Sommer 1914 soll ein überaus schöner Sommer gewesen sein - und dann begann der Krieg.


Arte hat dazu ein hochspannende Dokumentation gemacht, „Die Stille vor dem Sturm“, leider ist sie nicht mehr in der Mediathek zu finden.
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Mein Großvater im 1. WK

EK70

Angefügte Bilder:
IMG_1614.JPG


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zuletzt bearbeitet 21.01.2014 12:45 | nach oben springen

#3

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 21.01.2014 17:50
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Im Sommer des Jahre 1914 arbeitet mein Großvater, gerade 20 Jahre alt, als Eisenhobler. Er wird erst im Februar 1915 aus Plagwitz, damals noch einem kleinen Vorort Leipzigs, nach Kiel zur I. Marinedivision eingezogen. Nach einem Jahr wird er der Mittelmeerdivision zuversetzt, bestehend aus dem Schlachtkreuzer "Goeben" und dem leichten Kreuzer "Breslau". Die Schiffe handeln in den Dardanellen, im Bosporus und im Schwarzen Meer. "Handeln" ist ein großer Begriff. Es fehlt an Kohle. Ein Schlachtkreuzer wie die "Goeben" verbraucht an einem Tag im Leerlauf 100 Tonnen Kohle, nur damit die Armaturen laufen und die Geschütze bedienbar sind. Aber selbst diese Kohle fehlt. Noch am 30.12.1917 fordert die Mittelmeerdivision von der Obersten Heeresleitung eine Zuteilung von 1.800 Tonnen Kohle im Monat für beide Schiffe, um einmal alle zwei Monate eine siebentägige Übungsphase und einmal wöchentlich ein Geschützexerzieren sicherstellen zu können. Es kommt anders. Für den 20.01.1918 werden beide Schiffe mit Kohle ausgestattet. Sie sollen aus den Dardanellen ausbrechen, um im Norden gegen die britischen Kräfte bei Imbros und im Süden bei Lemnos vorzugehen. Die Briten haben in die Ausfahrt der Dardanellen mehr als 3.200 Minen gelegt. Die Aufklärung der Minenfelder ist aufgrund der Kohleknappheit und der Notwendigkeit der Geheimhaltung des Ausbruchs nicht möglich. Man hat eine Karte auf einem kleinen englischen Schiff erbeutet, auf dem Linien eingezeichnet sind, die für die Minenfelder gehalten werden, und vertraut diesen Informationen. Die beiden Schiffe kommen aus den Dardanellen, wobei die Goeben einen Minentreffer erhält, der den Schlachtkreuzer aber nicht handlungsunfähig macht. Sie fahren nach Imbros, vernichten zwei Kanonenschiffe, sogenannte Monitore, vertreiben zwei kleine Zerstörer und beschießen kleinere Landziele. Dann drehen sie ab und wollen in Richtung Süden. Sie fahren direkt in ein Minenfeld hinein. Die schnelle "Breslau" fährt über eine Mine hinweg, drückt mit ihrer Bugwelle die Mine zur Seite oder nach unten. Aber die Steuerbordschraube berührt die Mine. Die Explosion zerstört die Turbinen an Steuerbord und am Kiel und dazu noch die Ruderanlage. Nur noch die Backbordturbine läuft. Die "Goeben" manövriert heran, um die kleine Schwester abzuschleppen. Beim Versuch, die Schiffe zu vertäuen, erhält die "Goeben" ebenfalls einen Treffer und muss aus dem Bereich heraus manövrieren. Die "Breslau" ist auf sich alleine gestellt. Nach vier weiteren Minentreffern sinkt das Schiff innerhalb weniger Minuten. Die Männer, die die Minendetonationen soweit überstanden haben, dass sie sich über Wasser halten können und die, die dem Sog des untergehenden Schiffes entkommen, müssen sich über eine Stunde im Januar-Wasser der Adria halten, ehe sie gerettet werden. Die englischen Zerstörer "Lizzard" und "Tigress", bis zu ihrem Untergang noch vom Feuer der Geschütze der Breslau ferngehalten, können 162 Überlebende aufnehmen. 211 deutsche und 120 türkische Seeleute kamen ums Leben.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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zuletzt bearbeitet 21.01.2014 17:53 | nach oben springen

#4

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 21.01.2014 18:32
von seaman | 3.487 Beiträge

Der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig, der sich an die Stimmung beim Kriegsausbruch 1914 erinnert, beschreibt die Euphorie so:
"Aufzüge formten sich in den Straßen, plötzlich loderten überall Fahnen, Bänder und Musik, die jungen Rekruten marschierten im Triumh dahin..." den ansonsten unbeachteten "kleinen Menschen des Alltags", nun wurde ihnen zugejubelt. "um der Wahrheit die Ehre zu geben" , so Zweig weiter, "muss ich bekennen, dass in diesem ersten Aufbruch der Massen etwas Großartiges, Hinreißendes und sogar Verführerisches lag, dem man sich schwer entziehen konnte...."
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Ansicht, dass sich die Volksmassen 1914 fröhlich in die Urkatastrophe Europas gestürzt haben, ist weit verbreitet. Doch neuere Studien stellen diese Ansicht in Frage. Der "Geist von 1914" sei weitgehend auf bürgerlich-akademische Großstädter beschränkt gewesen. In der Arbeiterschaft wie in der Provinz hätten bei Kriegsbeginn Unruhe, Angst und Entsetzen vorgeherrscht.
Tatsächlich belegen Unmengen von Quellen die Ansicht, dass die These von der Dominanz der Kriegsbegeisterung in Wahrheit ein „Konstrukt“ gewesen sei, das die gelenkte Presse und die gezielte Kriegspropaganda sowie später die NS-Ideologen zum „Mythos“ aufgeblasen haben.
Während das Großbürgertum feiert und junge Studenten sich kriegerisch Abenteuer in fremden Ländern erhoffen, herrscht in Arbeiterfamilien Zukunftsangst: Wer soll sie ernähren, wenn der Ernährer in den Krieg zieht?
Im Berliner Arbeiterviertel Moabit hält ein Pfarrer fest:
"Die eigentliche Begeisterung, ich möchte sagen die akademische Begeisterung, wie sie sich der Gebildete leisten kann, der keine Nahrungssorgen hat, scheint mir doch zu fehlen. Das Volk denkt sehr real und die Not liegt schwer auf den Menschen."
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Mein Grossvater war während des ersten Weltkriegs auf dem Schlachtkreuzer "Moltke" als Oberheizer .Er nahm an der Skagerrakschlacht teil,die Tausenden von Seeleuten den Tod brachte.Ersoffen,verbrannt,verbrüht,erstickt,von Granaten zerfetzt und verstümmelt.
Aus seinen Erlebnisberichten,die er mir altersmässig dosiert vermittelte,konnte man in etwa das Grauen erahnen.Die "Moltke" wurde von Granaten getroffen,hatte zahlreiche Todesopfer zu beklagen und schleppte sich waidwund gerade noch in den Basishafen.
Von ihm erfuhr ich auch über die Zustände die an Bord dieser Kriegsschiffe herrschten und letztendlich zu den Ereignissen in Kiel 1918 führten.
Wie in einem Mikrokosmos,auf der einen Seite die hungernden Matrosen,der Willkür ihrer Vorgesetzten ausgesetzt.Auf der anderen Seite das adlige Marineoffizierskorps,das wie die Made im Speck an Bord lebte und am Ende des Krieges die Besatzungen noch in einem letzten Gefecht verheizen wollte.
Diese Gespräche haben meinen Lebensweg beeinflusst.

seaman

http://de.wikipedia.org/wiki/Skagerrakschlacht


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zuletzt bearbeitet 21.01.2014 19:53 | nach oben springen

#5

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 21.01.2014 19:02
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo seaman,

danke für deinen Post. Ich ergänze mal meine vorangegangenen Zeilen mit 3 Dokumenten aus dem Nachlass meiner Tante. Ich habe meinen Großvater nicht kennenlernen können. Er starb 10 Jahre vor meiner Geburt an den Spätfolgen des Aufenthalts im kalten Wasser.

Das erste Bild ist als Postkarte am 28. Februar 1915 nachhause geschickt worden. Da die Einberufung am 05. Februar 1915 war, müssten alle noch recht "frisch" gewesen sein. Sie sehen auch noch aus wie große Jungs und mein Opa schlug sich weder mit Patriotismus, noch mit Heldentaten im Krieg herum. Ihn bewegten ganz andere Sachen (s.u.).


Das ist die Rückseite der Postkarte und Opa wird mir hoffentlich verzeihen, wenn ich diese Karte hier einstelle und den Text zitiere, der die wahre Stimmung eines jungen Rekruten, zum ersten Mal längere Zeit von zuhause weg, widerspiegelt:

Text: Flensburg-Mürwitz 28.02.1915: „Liebe Eltern. Warum lasst Ihr denn nicht einmal etwas von Euch hören, habe an Euch schon so viel geschrieben und doch noch keine Nachricht von Euch erhalten. Was habe ich Euch nur getan, dass Ihr mir nicht schreibt. Heute sind wir vereidigt worden und ich bekomme noch ein großes Bild. Werde es Euch noch schicken. Schreibt bitte einmal. Es grüßt Euch Euer dankbarer Sohn Paul.“

Das dritte Bild zeigt ihn etwa drei Jahre später. Es ist Frühjahr auf Malta. Die Überlebenden der Breslau sind nun "Prisoner Of War" im Fort Salvatore in La Valetta auf Malta.


ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#6

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 21.01.2014 19:13
von seaman | 3.487 Beiträge

Rainman,
ich besitze auch noch einige Dinge aus dem Nachlass meines Grossvaters(hieß übrigens auch Paul).
Diese erinnern mich heute noch immer an unsere intensiven Gespräche.
Mein Grossvater erreichte ein hohes Alter und begleitete mich noch bis zum 25 Lebensjahr.Da war ich selber schon mehrfach,mit den geschichtlichen Ereignissen der Seeschlacht von 1916 im Hinterkopf,durch den Skagerrak gefahren.

seaman


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zuletzt bearbeitet 21.01.2014 19:15 | nach oben springen

#7

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 21.01.2014 20:47
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #1
Im Juli ist es hundert Jahre her, dass der erste Weltkrieg begann. Sein Beginn war der Auftakt für die beispiellosen Katastrophen des 20. Jhdt., an denen wir Deutschen als Hauptakteure beteiligt waren

Was den 1. Weltkrieg anbetrifft, war "Deutschland" eher Mitakteur.

Zitat von Barbara im Beitrag #1
Was waren die Ursachen für diesen Krieg - nach einer vergleichsweise längeren friedlichen Periode in Europa?

Dazu lief gerade kürzlich eine französische Informationssendung auf Arte "Le Dessous des Cartes" (http://ddc.arte.tv/)
Kurz und unvollständig zusammengefasst: Elsass-Lothringen, französischer Revanchismus, Kolonialstreitigkeiten, 1. und 2. Balkankrieg und letztlich das Attentat von Sarajevo. Das zündete die Lunte der unterschiedlichen Interessen und Konflikte von untergehenden Großreichen und sich neu herausbildenden kleineren Staaten (Balkan).

Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#8

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 21.01.2014 21:18
von damals wars | 12.186 Beiträge

Hauptakteur stimmt schon,der Kaiser verschickte in seiner Blödheit Kriegserklärungen rund um die Welt.
Genau wie das nächste Blindschiff.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#9

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 21.01.2014 21:29
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Deutschland hat den Krieg verloren, also war es schuld am Krieg! So einfach ist die Siegerlogik.
Friedensvertrag von Versaille
http://www.documentarchiv.de/wr/vv.html
Artikel 231.
Die alliierten und assoziierten Regierungen erklären, und Deutschland erkennt an, daß Deutschland und seine Verbündeten als Urheber für alle Verluste und Schäden verantwortlich sind, die die alliierten und assoziierten Regierungen und ihre Staatsangehörigen infolge des ihnen durch den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten aufgezwungenen Krieges erlitten haben

Leider hat diese einfach gestrickte Betrachtungsweise den Nazis den politischen Schub gegeben, der in die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges geführt hat.
Theo


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#10

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 21.01.2014 21:32
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #9
Deutschland hat den Krieg verloren, also war es schuld am Krieg! So einfach ist die Siegerlogik.

Theo


„Erst wenn die Kriegspropaganda der Sieger Eingang in die Geschichtsbücher und Lehrpläne gefunden hat und von den nachfolgenden Generationen geglaubt wird, kann die Umerziehung als gelungen angesehen werden.“

Walter Lippmann

seaman


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#11

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 21.01.2014 22:05
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge
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#12

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 21.01.2014 22:30
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #1
Im Juli ist es hundert Jahre her, ...

Wiegeschrieben, Im Juni!
Und Mitte Jänner war die Welt noch i.O., zumindest königlich und kaiserlich. Oder war vielleicht ein fernes Grollen am ferndeutschen Diplomatenhimmel zu hören und man sah in Militärmanövern schonemal blitzend eine Schneide, welche rasselnd aus der Säbelscheide gezogen wurde?
Wie auch immer, genau diese Waffe löste einen Weltenbrand aus ...
und ist im Herresgeschichtlichen Museum zu betrachten (schräg links vor dem Gräf&Stift).


mehr dazu: http://derstandard.at/1220459194712


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#13

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 22.01.2014 05:47
von furry | 3.580 Beiträge

Für Leseratten kann ich den tagebuchähnlichen Roman "Krieg - Nachkrieg" von Ludwig Renn empfehlen.
Hier schildert er seine Erlebnisse im 1. WK und die nachfolgenden politischen Wirren.
Eine Leseprobe:
http://nemesis.marxists.org/pdf/Ludwig%2...20-%20Krieg.pdf


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
seaman und Diskus303 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.01.2014 05:48 | nach oben springen

#14

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 22.01.2014 06:10
von seaman | 3.487 Beiträge

Beeindruckend ist für mich immer wieder:
Der Roman von Erich Maria Remarque,Im Westen nichts Neues, der die Schrecken des Ersten Weltkriegs aus der Sicht eines jungen Soldaten schildert.
Habe dieses Buch mehrfach gelesen.Als Jugendlicher,als junger Soldat,als Erwachsener mit den unterschiedlichsten Erfahrungen zum Thema Krieg und auch jetzt aktuell,nach 100 Jahren dieses Völkermordens,entdeckt man immer wieder Aussagen und Parallelen die betroffen machen.


seaman

http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Westen_nichts_Neues


Eisenacher, furry, Diskus303, eisenringtheo, grenzgänger81 und Zappel-EK-79-2 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#15

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 22.01.2014 08:52
von Diskus303 | 485 Beiträge

Hallo @seaman & @all,

ein mindest ebenbürtiger Roman zu Deinem genannten "Im Western nichts Neues" ist der Roman von Edlef Köppen "Heeresbericht"...


Gruß Axel
seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#16

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 22.01.2014 08:57
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Diskus303 im Beitrag #15
Hallo @seaman & @all,

ein mindest ebenbürtiger Roman zu Deinem genannten "Im Western nichts Neues" ist der Roman von Edlef Köppen "Heeresbericht"...


Danke für den Hinweis.
Nach kurzer Recherche im www jetzt bestellt.

seaman


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#17

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 22.01.2014 09:19
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Auch wenn es durch Propaganda, ideologischer Vereinnahmung und eben solcher Verdammung vor 1945 und danach den Status des etwas anrüchigem erhielt, sollte das Buch von Ernst Jünger "In Stahlgewittern" nicht unerwähnt bleiben.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

seaman und Diskus303 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#18

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 22.01.2014 09:23
von Diskus303 | 485 Beiträge

Hallo nochmal (@seaman) & @all

in Anlehnung an Deinen Nicknamen:
kennst Du das Buch "Des Kaisers Kulis" von Theodor Plievier?
Es ist ein Roman dert über die deutsche Kriegsflotte im I. Weltkrieg handelt.
Der Autor war selbst bei der kaiserlichen Kriegsmarine: aber lies (lest) slebst:

Der nachflogende Text stammt aus dem Einband der 1. Auflage (1988) erschienen bei Verlag der Nationen

Zitat Anfang:
Der Hilfskreuzer "Wolf", dem der Leser in diesem Buch begegnen wird, war jenes Schiff, auf dem Theodor Plievier selbst von 1914 bis 1918 am nördlichen Seekrieg bis hin zur Seeschlacht im Skagerrak teilnahm. So sind die "Kulis" seines Romans, Matrosen und Heizer der kaiserlichen Kriegsmarine, keine literarischen Firuren im landläufigen Sinne. Es sind jene geschundenen und mißbrauchten Seeleute, die sich schließlich weigerten, am Ende eines verlorenen Krieges in einer sinnlosen Flottenoperation einen heldenhaften Untergang zu suchen. In dramatischen Szenen von realistischer Eindringlichkeit beschreibt Plievier ihre Entwicklung zu einer revolutionären Masse, deren Aufstand das Signal zum Ausbruch der Novemberrevolution 1918 in Deutschland gab.
Der Roman "Des Kaisers Kulis 1930 im Malik-Verlag erschienen, gehört zu jenen ehrlichen Dartsellungen des ersten Weltkrieges, die das wirkliche Gesicht des tödlichen Ringens zeigen.

Zitat Ende


Gruß Axel
seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.01.2014 09:23 | nach oben springen

#19

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 22.01.2014 09:33
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Diskus303 im Beitrag #18
Hallo nochmal (@seaman) & @all

in Anlehnung an Deinen Nicknamen:
kennst Du das Buch "Des Kaisers Kulis" von Theodor Plievier?
Es ist ein Roman dert über die deutsche Kriegsflotte im I. Weltkrieg handelt.
Der Autor war selbst bei der kaiserlichen Kriegsmarine: aber lies (lest) slebst:

Der nachflogende Text stammt aus dem Einband der 1. Auflage (1988) erschienen bei Verlag der Nationen

Zitat Anfang:
Der Hilfskreuzer "Wolf", dem der Leser in diesem Buch begegnen wird, war jenes Schiff, auf dem Theodor Plievier selbst von 1914 bis 1918 am nördlichen Seekrieg bis hin zur Seeschlacht im Skagerrak teilnahm. So sind die "Kulis" seines Romans, Matrosen und Heizer der kaiserlichen Kriegsmarine, keine literarischen Firuren im landläufigen Sinne. Es sind jene geschundenen und mißbrauchten Seeleute, die sich schließlich weigerten, am Ende eines verlorenen Krieges in einer sinnlosen Flottenoperation einen heldenhaften Untergang zu suchen. In dramatischen Szenen von realistischer Eindringlichkeit beschreibt Plievier ihre Entwicklung zu einer revolutionären Masse, deren Aufstand das Signal zum Ausbruch der Novemberrevolution 1918 in Deutschland gab.
Der Roman "Des Kaisers Kulis 1930 im Malik-Verlag erschienen, gehört zu jenen ehrlichen Dartsellungen des ersten Weltkrieges, die das wirkliche Gesicht des tödlichen Ringens zeigen.

Zitat Ende


Habe zwar sehr viel Literatur zu diesem Thema,dieses Buch ist nicht dabei.
Gerade bei ebay geschossen.
Danke für den Hinweis!

seaman


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#20

RE: Der schöne Sommer 1914 - und dann begann der Krieg.

in Themen vom Tage 22.01.2014 09:48
von Diskus303 | 485 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #17
Auch wenn es durch Propaganda, ideologischer Vereinnahmung und eben solcher Verdammung vor 1945 und danach den Status des etwas anrüchigem erhielt, sollte das Buch von Ernst Jünger "In Stahlgewittern" nicht unerwähnt bleiben.

Gruß
Nostalgiker




zumindest diese Auflage: teure Lesekost...
http://www.ebay.de/itm/In-Stahlgewittern...=item58aad010ab

Danke für den Buchtip ...


Gruß Axel
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