#61

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 23.01.2014 10:51
von Grstungen386 | 597 Beiträge

Gebe vielen recht, ich liebe die Aussenbezirke.Bin seit 1964 in Berlin, erst Pberg, dann Niederschöneweide, von 69 bis 90 Friedrichshain und seit 90 in Neukölln. Berlin ist oft verkeimt, viele Leute haben keinen Gemeinsinn und ausserdem kotzen mich die vielen passiven verwahrlosten parasitären Jammerlappen an, die Berlin magisch anzuziehen scheint. War Ruderer in Köpenick und bin jetzt leidenschaftlicher Kleingärtner in Oberspree, da herrscht noch ein kameradschaftliches Miteinander.



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#62

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 30.01.2014 20:26
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Zitat
nervige Mobiltelefone in den Öffis,die Agressivität und Hektik



Das nervt mich überall....

Ich war ja auch schon in der Hauptstadt und will auch in diesem Jahr nochmal hin, auf ein Treff im Ohr?

Ich habe mir vorgenommen, da einiges mit dem Fahrrad "abzuradeln"....

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#63

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 30.01.2014 20:33
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Zitat
Mit einer der Hafenfähren sind wir gemeinsam nach Finkenwerder gefahren. Diese Tour ist schon eine kleine Hafenrundfahrt.



Dazu hätte ich noch einen Tipp;

Den Fähranleger im Rücken, links halten, an der Feuerwache vorbei gehen, wieder links, parallel zum Wasser, an Aldi vorbei, 400 m, dort gibt es einen Anleger mit alten Elbseglern. Elbewer Johanna, Elbewer Frieda, div. andere, sehr schöne und alte Schiffe liegen dort.

Fast so schön oder schöner als der Museumshafen, dass sollte jeder selbst entscheiden.

Für die Technikfreaks: Kurz vor Aldi gibt es noch eine kleine Werft die noch in Betrieb ist, absolut sehenswert.

MfG Berlin


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#64

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 30.01.2014 20:50
von Vogtländer (gelöscht)
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Zu #62 zwecks nervige Mobiltelefone:
Selbst in Hamburg und München ists nicht so extrem.


zuletzt bearbeitet 30.01.2014 20:50 | nach oben springen

#65

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 31.01.2014 10:18
von Gelöschtes Mitglied
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@Schuddelkind , schöner Song.

Nur hast Du wirklich Berlin gemeint? Das letzte mal war ich in Berlin ein Auto holen, die Fahrt in die Stadt, viele Läden aber an keinem konnte ich in dt. Sprache erkennen um was für einen Laden es sich handelt, die Stadt selber sehr verschmutzt, in der Innenstadt eine große Fläche mit Betonblöcken verunstaltet, bitte nicht falsch verstehen, hätte man zum Gedenken nicht Bäume pflanzen können?

Von "lächelnden Gesichtern" habe ich ichts gesehen, eher Streß und Hektik. Ich war froh ,als ich wieder auf der Autobahn war.....

Jeder erlebt halt berlin anders...., es gibt auch bestimmt schöne Gegenden mit interessanten Möglichkeiten (Museeumsinsel, ägyptische Ausstellung).


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#66

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 31.01.2014 10:29
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen......
Haste das Auto in Kreuzberg oder in Neukölln abgeholt ?
Dann warst Du ja in der zweitgrößten türkischen Stadt der Welt !
Na und Denkmäler - aller Art und von den "tollsten" Künstlern - jede Menge - leider selten mit Qualität- na ja, die Künstler sehen das gaaaaaanz anders.
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#67

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 31.01.2014 11:42
von Gelöschtes Mitglied
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Jaja, Berlin und seine Eingeborenen....

Anfang der 70er Jahre habe ich am Rand der Eifel gewohnt und gearbeitet. Mein damaliger Arbeitgeber hatte auch eine Niederlassung in Berlin, genauer gesagt in Mariendorf, ziemlich dicht an der Trabrennbahn gelegen. Irgendwann gehörte die Betreuung dieser Niederlassung auch zu meinem Aufgabengebiet und kurz darauf hießen die Berliner für mich nur noch die "AGA's" oder "AJA's", denn bei denen war immer "allet janz anders".

Lange Zeit habe ich gedacht, dass das ein Westberliner Phänomen sei, ausgelöst durch Insellage der Stadt vor der Wende. Bis ich dann vor mehr als 6 Jahren in den Osten gezogen bin und festgestellt habe, dass auch hier "allet janz anders" war und ist.

Ja, sie sind schon ein besonderer Schlag, unsere Berliner. Aber ich mag diese Art und fühle mich recht wohl hier. Und lasse deswegen so schnell nicht auf Berlin kommen.

Hugh, ich habe gesprochen.


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#68

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 31.01.2014 17:35
von Schuddelkind | 3.515 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #65
@Schuddelkind , schöner Song.

Nur hast Du wirklich Berlin gemeint? Das letzte mal war ich in Berlin ein Auto holen, die Fahrt in die Stadt, viele Läden aber an keinem konnte ich in dt. Sprache erkennen um was für einen Laden es sich handelt, die Stadt selber sehr verschmutzt, in der Innenstadt eine große Fläche mit Betonblöcken verunstaltet, bitte nicht falsch verstehen, hätte man zum Gedenken nicht Bäume pflanzen können?

Von "lächelnden Gesichtern" habe ich ichts gesehen, eher Streß und Hektik. Ich war froh ,als ich wieder auf der Autobahn war.....

Jeder erlebt halt berlin anders...., es gibt auch bestimmt schöne Gegenden mit interessanten Möglichkeiten (Museeumsinsel, ägyptische Ausstellung).


@Bürger der DDR Klar hab ich Berlin gemeint . Aber es ist nu mal so, das "lächelnde Gesichter" einfach besser zu dem Sommerflair passen, den der Text transportieren sollte. Der Text selber ist so entstanden, dass ich eine Bekannte aus Berlin gebeten hatte, sie solle mir mal ein Brainstorming zum Thema Sommer in Berlin machen. Aus diesen Schlagworten hab ich dann den Text gemacht. Aber schön, dass dir der Song gefällt!


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 31.01.2014 17:37 | nach oben springen

#69

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 31.01.2014 18:23
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Schuddelkind im Beitrag #68
Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #65
@Schuddelkind , schöner Song.

Nur hast Du wirklich Berlin gemeint? Das letzte mal war ich in Berlin ein Auto holen, die Fahrt in die Stadt, viele Läden aber an keinem konnte ich in dt. Sprache erkennen um was für einen Laden es sich handelt, die Stadt selber sehr verschmutzt, in der Innenstadt eine große Fläche mit Betonblöcken verunstaltet, bitte nicht falsch verstehen, hätte man zum Gedenken nicht Bäume pflanzen können?

Von "lächelnden Gesichtern" habe ich ichts gesehen, eher Streß und Hektik. Ich war froh ,als ich wieder auf der Autobahn war.....

Jeder erlebt halt berlin anders...., es gibt auch bestimmt schöne Gegenden mit interessanten Möglichkeiten (Museeumsinsel, ägyptische Ausstellung).


@Bürger der DDR Klar hab ich Berlin gemeint . Aber es ist nu mal so, das "lächelnde Gesichter" einfach besser zu dem Sommerflair passen, den der Text transportieren sollte. Der Text selber ist so entstanden, dass ich eine Bekannte aus Berlin gebeten hatte, sie solle mir mal ein Brainstorming zum Thema Sommer in Berlin machen. Aus diesen Schlagworten hab ich dann den Text gemacht. Aber schön, dass dir der Song gefällt!


Gefällt mir wirklich, hatte erst damit gerechnet das Du "summer in the city" etwas "umgestaltet" hättest, war aber nicht so und die Gitarre kommt prima!


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#70

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 31.01.2014 19:05
von Heckenhaus | 5.142 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #65
@Schuddelkind , schöner Song.

Nur hast Du wirklich Berlin gemeint? Das letzte mal war ich in Berlin ein Auto holen, die Fahrt in die Stadt, viele Läden aber an keinem konnte ich in dt. Sprache erkennen um was für einen Laden es sich handelt, die Stadt selber sehr verschmutzt, in der Innenstadt eine große Fläche mit Betonblöcken verunstaltet, bitte nicht falsch verstehen, hätte man zum Gedenken nicht Bäume pflanzen können?



Wie Recht du hast.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#71

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 31.01.2014 23:40
von der glatte | 1.356 Beiträge

Na, wenn Ihr alle so auf Berlin steht, dann will ich Euch zu einen Rundgang mit allerlei Sehenswürdigkeiten und etwas Numismatik einladen. Ich habe mir als Sammler einmal darüber Gedanken gemacht, wie man denn einen kleinen Spaziergang durch die Berliner Mitte machen kann. Eventuell gefällt es Euch und Ihr macht mal einen Spaziergang der besonderen Art. Also los, kommt mit.


Ein besonderer Spaziergang durch Berlin Mitte

Der Blick vor der Reise in einen Stadtführer, bringt äußerst interessante Informationen und Tipps über die Stadt, welche man besuchen möchte. Man erfährt so manches, was man dort unbedingt besuchen sollte, was einen dort erwartet, oder sogar was einen dort erwarten könnte. Vieles druckt man in Fakten, Wort und Bild in einen Stadtführer. Jeder wird sicherlich wissen, dass man darin nicht auf alle Sehenswürdigkeiten eingehen kann und sich dabei so manches erst durch Insidertipps erschließen lässt. Dafür gibt es dann wiederum eigene spezielle Stadtführer, welche sich intensiver einer Thematik zuwenden und ausgiebig zu einer Betrachtung einladen. Einen Reiseführer, in dem man auf die numismatischen Besonderheiten der Stadt näher eingeht, habe ich allerdings bisher noch nie gesehen. Dieses brachte mich auf eine Idee und ich begann Adressen, Gebäude, Skulpturen und Sammlungen, einfach alles was mit Numismatik zu tun hat, für die zusammenzutragen, welche bereits vom guten Virus „Numismatik“ infiziert worden sind. Numismatik muss auch im Urlaub nicht unbedingt Urlaub machen, im Gegenteil, Hobby, Reise, Münzen und Entspannung, kann eine Einheit bilden. Wir alle wissen, dass Münzen und Medaillen, lebendige Zeugen vergangener Zeiten sind und deren Gepräge die Macht hat, längst verflossenes wieder auferstehen zulassen. Manche Dinge sind im Laufe der Zeit nur noch auf dem Gepräge erlebbar geblieben, andere werden noch heute gepflegt, liebevoll restauriert und erstrahlen im neuen Glanze. Einige Orte, einst Orte von großer Bedeutung, scheinen wiederum in einen Dornröschenschlaf gefallen zu sein und warten geduldig auf eine Renaissance oder auf die Abrissbirne. So unterschiedlich können heute die Kontraste einer Stadt sein.
Die Stadt Berlin war dabei für mich eine gute Quelle und ein Anfang zur Recherche, die nicht selten verblüffende Tatsachen aufdeckte. Oftmals verborgen und abseits von Touristenpfaden, erlebt der Spaziergänger bei einem Rundgang das numismatische Berlin, welches auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Fassaden an Gebäuden oder das Haus selbst, der besondere Brunnen, selbst das Brandenburger Tor, hat neben seiner ganz eigenen Geschichte, meist auch einen numismatischen Hintergrund. Einen Ausschnitt der speziellen Berlin-Reise, möchte ich heute präsentieren. Es ist ein Rundgang durch die Mitte von Berlin. Start und Ziel ist dabei das Brandenburger Tor. Die meisten Dinge die wir auf unserem Spaziergang sehen werden, kamen zu numismatischen Ehren und wurden auf Münzen und Banknoten abgebildet. Zur besseren Orientierung, wurde bei der Benennung der einzelnen Münzen und Banknoten, die Nummer aus dem Jaeger-Katalog bzw. aus dem Rosenberg-Katalog, mit angegeben.
Begleitet mich also zu einem informativen Spaziergang durch die Straßen von Berlin, bei dem Gebäude im Vordergrund stehen sollen. Alle hier genannten Tipps, sind zu Fuß oder mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt bequem zu erreichen.

BRANDENURGER TOR
Oft wird heute das Brandenburger Tor als Schicksalstor der Deutschen bezeichnet. Vielfach von Prominenten durchschritten, überlebte es beide Weltkriege, musste oft aufwendig restauriert werden, ist Symbol der deutschen Hauptstadt, war aber einst Symbol der Trennung beider Stadthälften in den Jahren 1961-1989. Nun ist es zudem ein würdiges Symbol der Deutschen Einheit geworden. Das Brandenburger Tor wurde einst nach den Plänen von Carl Gotthard Langhans in den Jahren 17891791 gebaut. Häufig war das Brandenburger Tor das Thema auf einer offiziellen Münz- oder Medaillenprägung in der Geschichte. Heute ist dieses einstige Stadttor, auf den modernen Euromünzen von 10-, 20-, und 50-Cent aus Deutschland, zu sehen. Leider wird dabei die Beinstellung der inneren Pferde an der Quadriga, seit 2007 auf den entsprechenden Münzen falsch dargestellt. Dieses ist einmalig in der deutschen Münzprägegeschichte! Denn mit der Einführung der Eurowährung im Jahre 2002 war alles noch richtig. Vergleichen Sie also die Beinstellung der Pferde vor dem Original mit einer Euro-Umlaufmünze aus den Jahren ab 2007 und Sie werden den markanten Unterschied erkennen. Das Brandenburger Tor war auch auf Geldscheinen der ehemaligen DDR anzutreffen. Auf der 100-Mark-Banknote der Deutschen Notenbank der DDR von 1964 (Ros.358), hat man das Brandenburger Tor geschickt ohne Mauer dargestellt. Als dann am 22. Dezember 1989 die Mauer wirklich am Brandenburger Tor durchlässig wurde, war das der Anlass für die noch existierende Staatsbank der DDR, eine einzigartige Gedenkbanknote zu 20-Mark der DDR (Ros. 366) auszugeben. Diese Banknote war allerdings nicht als gesetzliches Zahlungsmittel gedacht. Die Vorderseite zeigt das Brandenburger Tor und das Stadtwappen von Berlin (Ost). Die Rückseite zeigt die Quadriga auf dem Tor. Aus gleichem Anlass gab die DDR eine 20-Mark-Gedenkmünze (Jaeg. 1635, 1635S), in einer Kupfer-Nickel-Zink-Legierung, sowie in 999½ er Silber heraus. In der Zeit von 1971-1990 war das Tor auch Motiv auf einer 5-Mark-Münze der DDR (Jaeg. 1536) und oft in den Geldbörsen zu finden. Im Jahre 1989 hat man dann Johann Gottfried Schadow, den Erschaffer der Quadriga geehrt und zu seinem 225. Geburtstag eine 10-Mark-Silbergedenkmünze (Jaeg. 1629), mit der Quadriga vom Brandenburger Tor herausgegeben. Auf solchen Banknoten, Gedenkbanknoten und Münzen ist die DDR-Flagge, sowie die Trophäe der Viktoria, noch ohne Eisernem Kreuz und Preußenadler sichtbar. Diese Details wurden erst, obwohl man sie bereits 1958 restauriert hatte, im Jahre 1991, nach einer erneut notwendigen Restauration der Quadriga beigegeben. Auch in der Bundesrepublik war das Brandenburger Tor Thema einer 10-DM-Silbergedenkmünze (Jaeg. 452) im Jahre 1991. Im Kaiserreich, Weimarer Republik und im Dritten Reich war das Brandenburger Tor auf keiner Münze zu finden, doch gibt es unzählige Medaillen. Auch noch heute gibt es eine große Vielfalt von Medaillen und durchaus attraktive Prägungen auf den unterschiedlichsten Materialien.



REICHSTAGSGEBÄUDE
Unweit vom Brandenburger Tor steht das Reichstagsgebäude, der heutige Sitz des Deutschen Bundestags. Das Gebäude selbst wurde ebenfalls schon auf unzähligen Medaillen und Gedenkprägungen gewürdigt, doch spielte es erst in den vergangenen Jahren auf Münzen eine Rolle. Auf der 5-DM-Silbermünze (Jaeg. 409) von 1971 würdigte man den 100.Jahrestag der Reichsgründung von 1871 und zeigte das Reichstagsgebäude mit der ursprünglichen Kuppel, welche nach Plänen von Paul Wallot entstand. Im Jahre 2000 feierte man den 10. Jahrestag der deutschen Einheit. Auf einer 10-DM-Silbermünze (Jaeg. 477) war das Reichstagsgebäude neben Baukränen und Mauerfragmenten das Hauptmotiv. Man sollte es nicht annehmen, doch auch in der DDR, hätte das Reichstagsgebäude fast Beiwerk einer Gedenkmünze sein sollen. Auf einer Motivprobe aus dem Jahre 1985 (Jaeg. 1603P5) zur geplanten Gedenkmünze zu 5-Mark, ist der sowjetische Soldat Meliton Kantarija zu sehen, wie er gerade auf der Ruine des Reichstagsgebäudes die sowjetische Fahne hisst. Dieses Stück sollte zum 40.Jahrestag der Befreiung vom Faschismus geprägt werden. Später entschied man sich allerdings für eine 10-Mark-Gedenkmünze (Jaeg. 1603) mit der Hauptfigur des Sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park.



HUMBOLDT-UNIVERSITÄT ZU BERLIN
Spazieren wir die schöne Straße Unter den Linden in Richtung Alexanderplatz und Fernsehturm. Nachdem wir auch die Friedrichstraße überquert haben, steht auf der linken Seite, etwas zurückgesetzt, das Hauptgebäude der Humboldt-Universität. Es ist die älteste Berliner Universität, die im Jahre 1810 gegründet wurde. Vor dem Hauptportal stehen auf reliefgeschmückten Mamorsockeln, zwei Denkmale der Brüder Alexander und Wilhelm von Humboldt. Auf der 5-Mark-Banknote der Deutschen Notenbank der DDR (Ros. 354), aus der Banknotenserie von 1964, hatte man auf der Rückseite des Geldscheins dieses Gebäude abgebildet. Auf der Vorderseite ist das Bildnis von Alexander von Humboldt zu sehen. Diese Banknote gilt heute als eine der schönsten aus der ehemaligen DDR. Das Gebäude, nebst beiden Denkmälern, hatte man 1985 auch auf eine 10-Mark-Silbermünze der DDR
(Jaeg. 1606) geprägt. Anlass war das Jubiläum 175 Jahre Universtät Berlin. Zum Thema ist ebenfalls eine Motivprobe (Jaeg. 1606P) bekannt, welche nicht verwirklicht wurde. Aus dem Jahre 1910 existiert eine Motivprobe für eine 3-Mark-Silbermünze aus Preußen zum Thema 100 Jahre Universität Berlin. Alexander und Wilhelm von Humboldt werden noch auf anderen Gedenkprägungen häufig dargestellt und geehrt.



BANKNOTENPANORAMA
Wenn wir uns nun auf die Mittelinsel zum Reiterstandbild von Friedrich II. (Christian Daniel Rauch) begeben und dabei in Richtung Alexanderplatz blicken, dann erleben wir die Kulisse, wie sie auf der Rückseite der 100-Mark-Staatsbanknote der DDR (Ros. 363) von 1975 abgebildet war. Nur fehlt heute der Palast der Republik, welcher bereits mit großen Kosten abgerissen wurde und an dessen Stelle, wiederum mit enormen Kosten, momentan das ehemalige Stadtschloss entsteht.



ZEUGHAUS
Gehen wir weiter an der Neuen Wache von Schinkel vorbei, so erreichen wir nach wenigen Metern das Zeughaus. Auch dieses Gebäude bekam numismatische Ehre. Auf einem 5-Mark-Stück der DDR (Jaeg. 1632) von 1990 hat man das nach Plänen von Andreas Schlüter entstandene Gebäude abgebildet. Aus Anlass des 275. Todestages vom Baumeister Andreas Schlüter, gab man diese Münze, in einer Kupfer-Nickel-Zink-Legierung heraus. Gebaut als Waffenarsenal wurde es später als Heeresmuseum genutzt. In der DDR war das Gebäude Museum für Deutsche Geschichte und seit 1990 ist hier der Sitz des Deutschen Historischen Museums. Ein weiteres Detail vom Zeughaus, kam auf einer 20-Mark-Silbergedenkmünze der DDR (Jaeg. 1634) ebenfalls aus dem Jahre 1990 wundervoll zu Geltung. Die Reliefplastik „Sterbender Krieger“ ist im Original ein Schlussstein der Fassade im Innenhof und wurde wiederum von Andreas Schlüter geschaffen. Wenn wir uns die Zeit gönnen, dann ist ein Besuch des Deutschen Historischen Museums im Zeughaus sehr empfehlenswert.



Folgen wir nun der Straße weiter und überqueren die Schlossbrücke mit den acht Figurengruppen aus Marmor. Die Brücke mit ihren Skulpturen gilt als ein schönes Stück Berlin, welches in der Schinkelzeit geschaffen wurde. Auf der linken Seite sehen wir den Lustgarten und dahinter das Alte Museum. Dem schließt sich die Museumsinsel an.



MUSEUMSINSEL UND DOM
Die Museumsinsel wird berechtigt auch Tempelstadt der Künste genannt und besteht aus mehreren Kulturstätten wie das Bodemuseum, Nationalgalerie, Neues und Altes Museum, Pergamonmuseum und nicht zu vergessen dem Berliner Münzkabinett. Man sollte gleich mehrere Tage einplanen um alles zu sehen. Die Museumsinsel Berlin wurde 2002 auf einer 10-Euro-Silbergedenkmünze (Jaeg. 495) geehrt, sowie auf der Randschrift als „Freistätte für Kunst und Wissenschaft“ benannt. Das Motiv gestattet einen Blick aus der Luft auf die Museumsinsel mit ihren Museumskomplex, sowie auf den Berliner Dom (Julius Carl Raschdorff). Im Dom befinden sich mehrere Prunksarkophage der Hohenzollern. Auf der rechten Seite der Straße stand einmal der Palast der Republik und das Gelände erlebt nun den Neuaufbau vom Stadtschloss. Gehen wir am Dom vorbei und laufen dem 368 m hohen Fernsehturm entgegen.



FERNSEHTURM
Im Jahre 1965 begann man mit dem Bau, des auch liebevoll von den Berlinern als „Telespargel“ genannten, höchsten Bauwerk von Berlin. Ein Besuch lohnt sich hier zu jeder Jahreszeit und gestattet Ihnen einen Blick von oben, auf die Gebäude, welche wir gerade auf unseren numismatischen Spaziergang gesehen haben. Ein weiterer Blick gibt uns dagegen einen gewissen Vorgeschmack, auf das was wir noch aus nächster Nähe auf unserem Rundgang sehen werden. Aus Anlass des 25. Geburtstags der DDR, gab die Staatsbank im Jahre 1974 eine 10-Mark-Silbermünze (Jaeg. 1552) aus, auf der noch andere typische Motive, aus den damaligen Bezirkshauptstädten zu sehen waren. Bisher blieb es bei diesem Auftritt auf einer Münze. Auf der 100-Mark-Banknote (→ Banknotenpanorama) ist der Fernsehturm ebenfalls abgebildet. Eine sicherlich riesige Anzahl von Medaillen oder Plaketten auf den unterschiedlichsten Materialien, werden allerdings mit dem Motiv Fernsehturm angeboten. Wenn wir uns dazu entschlossen haben, vom Fernsehturm aus einen Blick von oben auf die Stadt zu werfen, dann werden wir sicher unser nächstes Ziel, unweit vom S-Bahnhof Alexanderplatz entdecken. Die Weltzeituhr.



Der schönen Weltzeituhr begegnen wir im zweiten Teil.

Gruß Reiner


Quellenangabe: Alle Fotos sind aus dem Familienarchiv, außer die Münzenabbildungen. Die Münzabbildungen sind aus Kleiner Deutscher Münzkatalog 2009 von Günter Schön / Gerhard Schön, Battenberg-Verlag


ACRITER ET FIDELITER


seaman, Grenzverletzerin, Hans, Lutze, Hackel39 und EK 70 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#72

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 07.02.2014 07:51
von Udo | 1.267 Beiträge

Aus der Märkischen Allgemeinen: Veranstaltungstipp


Dateianlage:
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#73

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 07.02.2014 14:45
von Hans | 2.166 Beiträge

Mahlzeit, Gemeinde.....
Da war doch noch so ein Ereigniss, das laut einem anderen Thread allgemeine Zustimmung finden müßte.........
Ach ja -das: http://www.berliner-biermeile-ev.de/
Also- hingehen, meinen Ex-Kollegen vom 52er nicht zuviel Arbeit machen - nee so schlimm ists nicht - und PROST !
Es soll ja mal einer geschafft haben, alles zu kosten,und er soll jetzt noch auf der Intensivstation liegen.
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#74

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 07.02.2014 18:40
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #73
Mahlzeit, Gemeinde.....
Da war doch noch so ein Ereigniss, das laut einem anderen Thread allgemeine Zustimmung finden müßte.........
Ach ja -das: http://www.berliner-biermeile-ev.de/
Also- hingehen, meinen Ex-Kollegen vom 52er nicht zuviel Arbeit machen - nee so schlimm ists nicht - und PROST !
Es soll ja mal einer geschafft haben, alles zu kosten,und er soll jetzt noch auf der Intensivstation liegen.
73 Hans

Hallo Hans,

Die Biermeile - ich brauche ja nur um die Ecke und bin schon bei den Sächsischen und Thüringer Bieren. Ich bin aber genügsam geworden - ein Kaltennordheimer Festtagsbräu, der alten Zeiten gedenkend und weil es ein gutes Bier ist, und noch ein sächsisches Bierchen nach Laune zu irgendetwas Fettigem. Dann reicht mir das schon. An einigen Stellen übertreiben sie es ja doch langsam. Zum Beispiel muss es nicht sein, dass an vielen Ständen die Bierverkäuferinnen inzwischen wie Prostituierte auf dem Fetisch-Strich gekleidet sind. Jaja, ich guck ja auch hin, muss aber nicht sein. Bier ist ein Getränk dem man sich mit Liebe und Konzentration widmen sollte. Die Mugge dort ist auch nicht so mein Ding ... 'ne Menge Scharlatane dabei. Aber für Geld ...

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#75

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 07.02.2014 21:43
von Vogtländer (gelöscht)
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Die untervögelten Gesichter im Berufsverkehr zu Berlin gehn mir nur noch auf die Füsse.Bin jetzt 1 Woche wieder in B und hab schon wieder die Nase voll.Haben die alle keinen Sex oder warum sind die alle so gefrustet und hektich?


zuletzt bearbeitet 07.02.2014 21:43 | nach oben springen

#76

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 07.02.2014 22:25
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von Vogtländer im Beitrag #75
Die untervögelten Gesichter im Berufsverkehr zu Berlin gehn mir nur noch auf die Füsse.Bin jetzt 1 Woche wieder in B und hab schon wieder die Nase voll.Haben die alle keinen Sex oder warum sind die alle so gefrustet und hektich?

Da haste ma wieda nich richtich uffjepasst, Vochtlända,

ick erklär Dir dat ma. Bei Berlina'n spricht ma ja imma nur von Herz und Schnauze, wa - vastehste?! Die anderen Teile spiel'n da ejal keene Rolle. Iss so. Warum? Weeß keen Aas. Aba, wenn so'n Berlina nu imma nur redet und redet, da wird det och noch nich ma wat mit'm Oralse...

Nee, ick hör hier uff. Det is mir zu persöhnlich, vastehste?
Ni böse sin! Mach ma hier paar Leute glücklich, kommst ja aus na Jejend wo ma anschein'd weeß, wie det jeht.
Nich quatsch'n, handeln! Det is de Devise, wa?!

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#77

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 07.02.2014 22:27
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Vogtländer im Beitrag #75
Die untervögelten Gesichter im Berufsverkehr zu Berlin gehn mir nur noch auf die Füsse.Bin jetzt 1 Woche wieder in B und hab schon wieder die Nase voll.Haben die alle keinen Sex oder warum sind die alle so gefrustet und hektich?


Wer fährt denn auch schon in Berlin Auto???



zuletzt bearbeitet 07.02.2014 22:27 | nach oben springen

#78

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 10.02.2014 23:17
von der glatte | 1.356 Beiträge

Versprochen hatte ich den Zweiten Teil vom Spaziergang und hier ist er. Ich würde mich freuen, wenn einmal einer von Euch solch einen Spaziergang macht und hier darüber berichtet.


Ein besonderer Spaziergang durch Berlin Mitte. Teil 2

Schön, wenn Ihr mich weiter begleiten wollt, daher viel Spass auf den weiteren Rundgang.
Vom Fernsehturm ist es nur ein Katzensprung zur Weltzeituhr.

WELTZEITUHR
Ein immer beliebter Treffpunkt ist die Weltzeituhr, seit man sie im Jahre 1969 auf dem Alexanderplatz aufgestellt hat. Hier trifft sich praktisch die Welt, um dann gemeinsam durch Berlin zu streifen. An der Uhr kann man die aktuelle Uhrzeit aus vielen Ländern der Erde ablesen. Im Jahre 1987 war die Weltzeituhr das Motiv auf einer 5-Mark-Münze der DDR (Jaeg. 1615), aus einer Kupfer-Nickel-Zink-Legierung.



Hier am Alexanderplatz, sind wir am Wendepunkt unseres numismatischen Spaziergangs angekommen. Weiter geht es nun in westlicher Richtung auf die Rathausstraße und wie es der Name bereits sagt, stehen wir auch nach wenigen Metern vor dem Berliner Rathaus.

BERLINER RATHAUS / ROTES RATHAUS
In der Zeit von 1866/71 im Stil der italienischen Frührenaissance von Friedrich Waesemann erbaut, gilt das Gebäude als Meisterwerk handwerklicher Baukunst. Hier hat auch der regierende Bürgermeister von Berlin seinen Amtssitz. Nur einmal wurde das Rathaus auf einer Münze verewigt. Im Jahre 1987 gab die DDR ein 5-Mark-Stück (Jaeg. 1614) aus einer Kupfer-Nickel-Legierung mit dem Roten Rathaus aus Berlin heraus. Auf der 100-Mark-Banknote der DDR von 1975 (→ siehe Banknotenpanorama), ist gerade noch die Turmspitze hinter dem Palast der Republik sichtbar. Versäumt bitte nicht die „Steinerne Chronik“, ein Relief, welches fast um das gesamte Rathaus geht zu betrachten. In mehreren Episoden wird die Geschichte der Stadt Berlin, als Fries bildlich dargestellt. Gleich neben dem Rathaus beginnt das Nikolaiviertel. Hier stand einst die Wiege von Berlin, hier treffen sich Vergangenheit und Gegenwart, Dichtung und Sage.



NIKOLAIVIERTEL
Majestätisch steht mit ihren beiden Türmen, eines der ältesten Bauwerke der Stadt Berlin, die Nikolaikirche im Herzen des Nikolaiviertels. Das gesamte Gebiet hat man ab 1981 liebevoll wiederaufgebaut und ist heute ein Tourismusmagnet ersten Ranges geworden. Durch zahlreiche enge Gassen kann man heute das einstige Berlin erleben. Auf einer 5-Mark-Münze der DDR (Jaeg. 1613) aus Kupfer-Nickel-Zink, bekam das Nikolaiviertel in Berlin die Ehre 1987 auf einer Münze dargestellt zu werden.



Vor der Nikolaikirche befindet sich der Gründungsbrunnen, der auch als Wappenbrunnen bezeichnet wird. Um den Brunnen herum kann man historische Stadtsiegel der Stadt Berlin betrachten. Alte Stadtsiegel waren auch die Motive auf Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR zum Jubiläum 750 Jahre Berlin, welches im Jahre 1987 begangen wurde. Die 10-DM-Silbermünze (Jaeg. 441) aus der Bundesrepublik Deutschland von 1987, zeigt den Berliner Bär in Gestalt von Häuserfassaden, die mit ihrer Trennungslinie eine damals noch geteilte Stadt symbolisieren sollte. Der Bär hält dabei ein mittelalterliches Stadtsiegel. Die Staatsbank der DDR gab aus gleichem Anlass 1987 eine 20-Mark-Silbermünze (Jaeg. 1617) heraus, auf der ebenfalls ein historisches Berliner Stadtsiegel geprägt war.



Nachdem wir uns die Skulptur vom „St. Georg im Kampf mit dem Drachen“ angesehen haben, ist auch das Spreeufer erreicht. Wenden wir uns nach links und unterqueren die Mühlendammbrücke. Dabei werden Euch zwei Löwenskulpturen auffallen, die dort eigentlich nicht hingehören. Einst standen diese vor der ehemaligen Berliner Münze am Molkenmarkt. Haben wir die Unterführung am Spreeufer durchschritten, sehen wir hinter einem Zaun, einen Teil des Komplexes der ehemaligen Münzstätte mit dem „A“.



EHEMALIGE BERLINER MÜNZE
Wir stehen nun an der Rückseite der einst als Reichsmünze erbauten Berliner Prägestätte. Hier sollten einmal die gesamten Münzen vom Deutschen Reich geprägt werden. Allerdings, der Zweite Weltkrieg verzögerte das Bauvorhaben und der geplante Komplex wurde nie richtig fertiggestellt. Es blieb also bei den noch in Deutschland existierenden Prägestätten. Ging man damals am Spreeufer entlang, konnte man das dumpfe Stampfen der Prägemaschinen deutlich hören. Heute ist das Gebäude verlassen und von gespenstischer Stille eingehüllt. Nach einigen Metern biegen wir links in die Straße Am Krögel ein und stehen vor dem einstigen Liefereingang der Prägestätte. An den Fassaden kann man noch die erhaltenen Sicherungsdrähte sehen. Hier und da findet man auch noch Überwachungskameras, welche immer noch auf einen ehemaligen Hochsicherheitsbereich hindeuten. In diesen Gebäudekomplex prägte man Reichsmünzen, DDR-Münzen, ab 1990 DM-Münzen und später bis zum Umzug im Jahre 2005 nach den Stadtbezirk Reinickendorf, auch Euromünzen. Der Umzug war erforderlich geworden, weil der Platzbedarf hier nicht erweiterbar war. Die Prägestätte Berlin kann mit Stolz auf eine über 720-jährige Münzgeschichte zurückblicken, die erste urkundliche Erwähnung stammt vom 4. April 1280. Im Jahre 1750 bekam die Prägestätte den Buchstaben „A“ zugewiesen und trägt diesen bis heute. Haben wir die Gebäude fast umrundet, stehen wir direkt vor dem dekorativen einstigen Eingang zur Münze. Dominierend ist hier der aus Sandstein gefertigte reliefartige Fries, welcher Darstellungen aus der Geschichte der Metall- und Münztechnik zeigt. Einst für das ehemalige alte Münzgebäude am Werderschen Markt, nach einer Idee von H. Genz und Arbeiten von Johann Gottfried Schadow, sowie Entwürfen von Friedrich Gilly, um 1801 geschaffen, blieb es dort nicht lange. Aus Platzgründen musste man bald eine neue Prägestätte bauen, die sich an der Unterwasserstraße befand. Der gesamte Fries zog mit um, doch reichte es am neuen Bau nicht aus. Der Fries musste verlängert und weitergeführt werden. Ergänzt von den beiden Bildhauern Hugo Hagen und Rudolf Simering, passte nun alles. Allerdings nicht lange, den die neue Prägestätte an der Unterwasserstraße musste 1934, dem Bau der Reichsbank weichen. Der Fries zog also wieder um, nun zum Molkenmarkt. Auch hier sollte der Fries wieder verwendet werden. Zu diesem Zweck lagerten die Reliefplatten bis 1937 auf der Baustelle, ohne an die Fassade angebracht zu werden. Dann entschied man sich doch für eine museale Präsentation und das Gebäude bekam statt dessen getreue Kopien des Schadow-Frieses, allerdings ohne die Erweiterungen von Hagen und Simering. Die Kopien überdauerten den Krieg am Gebäude und auch die Originale samt Verlängerung gibt es noch. Sie lagern heute im Sockel des Kreuzbergdenkmals und sind bisher niemals Bestandteil eine Ausstellung gewesen.
Hat man sie vergessen? Wir wissen es nicht!



Im Jahre 1981 gab die DDR zum Thema „700 Jahre Münzprägung in Berlin“ eine 10-Mark-Münze (Jaeg. 1582) in einer Kupfer-Nickel-Zink-Legierung heraus. Auf der Münze wurde der „Ewige Pfennig von 1369 dargestellt. Dazu gibt es noch eine Motivprobe (Jaeg. 1582P) aus Silber. Hier zeigt man einen Goldgulden unter Kurfürst Joachim I. von Brandenburg. Erwähnenswert ist auch der Plakettensatz, bestehend aus acht Plaketten, welche Details vom Schadow-Fries zeigen. Einst vom Finanzminister der DDR in einem Kunststoffetui ausgegeben, wurde der Satz nun in Silber im Jahre 1991 mit geänderter Inschrift von der Münze Berlin wieder aufgelegt. In der Münze am Molkenmarkt wurden außerdem noch zahlreiche Medaillen, Auszeichnungen, Orden, sowie Umlaufmünzen für andere Staaten hergestellt.

Begeben wir uns nun in westlicher Richtung über die Mühlendammbrücke und biegen rechts in die Breite Straße ein. Unser Weg führt uns an der Berliner Stadtbibliothek vorbei, an dem Euch bestimmt sein besonderes Portal auffallen wird. Auf Stahlplatten hat hier Fritz Kühn in 117 Varianten den Buchstaben „A“ verewigt und es lohnt sich durchaus diese ausgiebig zu betrachten. Nach wenigen Metern erreichen wir den Schloßplatz.




SCHLOSSPLATZ UND EHEMALIGES STAATSRATSGEBÄUDE
Am Schlossplatz angekommen, gehen wir am ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR mit seinem imposanten Portal, das einmal das Eosander-Portal (Portal IV) am Stadtschloss war und auf dessen Balkon am 9. November 1918, Karl Liebknecht eine sozialistische Republik ausrief. Auf Münzen kommt dieses Gebäude nicht vor, doch gibt es eine geplante Banknote der DDR, die aber nicht zur Ausgabe kam. Geplant, Gedruckt und doch nicht ausgegeben, hat man die beiden Banknoten zu 200- und 500-Mark der DDR aus dem Jahre 1985. Auf dem Geldschein zu 500-Mark (Ros. 365), war auf der Rückseite das Staatsratsgebäude abgebildet.



Gehen wir nur wenige Schritte weiter, dann kommen wir an ein modernes Gebäude, in dem heute das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland seinen Sitz hat. Dem schließt sich an der Unterwasserstraße entlang, der riesige Gebäudekomplex der ehemaligen Reichsbank an.

EHEMALIGES REICHSBANKGEBÄUDE
Das Reichsbankgebäude umfaßte 550 000 qm und die Baukosten betrugen nach der Fertigstellung im Jahre 1934, ganze 38 602 512 Reichsmark. Im Tieftresor, der über drei Etagen ging, lagerte auch das Gold der Nazis. Für den Tresorbau wurden rund 25 500 Tonnen Stahl verbaut, er hatte eine Nutzfläche von ca. 1850 qm, es gab dort unten ein eigenes Treppenhaus, schwere Panzertüren und drei Lastenaufzüge für den Transport.

Im Jahre 1940 gab es dann auch dort unten einen eigenen Schießstand, welcher für die Reichsbankbeamten zum Trainieren diente. Die gesamte Tresoranlage war mit ausgeklügelter Technik nur so bestückt und gewährte die nötige Sicherheit des Depots. Zum Beispiel hatte man die gesamte Tresoranlage in eine spezielle Betonwanne gestellt, die bei „Bedarf“ mit dem Wasser der Spree geflutet werden konnte. Hier wurde die Beute vom größten Raub aller Zeiten eingelagert. Hier lagerte auch das mit Blut verschmiertes Gold von unzähligen Opfern, welches den Nazis half ihre schändliche Kriegsmaschinerie weiter zu betreiben.



In der DDR diente dieses Gebäude als Haus des Zentralkomitees der SED. Auf Münzen wurde dieser Gebäudekomplex nicht geprägt.

GENDARMENMARKT MIT SCHAUSPIELHAUS
Weiter geht es nun auf der Französischen Straße in Richtung Gendarmenmarkt. Hier angekommen, sollte man sich ruhig einige Minuten Zeit lassen um sich umzusehen. Oft wird hier die Frage gestellt welcher ist denn nun der Französische Dom und welcher ist der Deutsche Dom? Zu ähnlich sind beide Kirchen. Die Lösung ist aber einfach, denn der Französische Dom steht auch an der Französischen Straße. Von beiden Kirchen eingerahmt steht auf dem Gendarmenmarkt das Schauspielhaus, welches ein Meisterwerk Schinkelscher Baukunst ist. Erbaut wurde es in den Jahren von 1818-1821 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, hat man das Gebäude wiederaufgebaut und im Jahre 1984 wiedereröffnet. Auf einer 10-Mark-Silbermünze der DDR (Jaeg. 1616), war das Schauspielhaus Berlin das Motiv einer Gedenkmünze.



Vom Gendarmenmarkt sind es nur noch wenige Meter bis zur Friedrichstraße. Wenden wir uns nun nach rechts, dann ist es nicht weit bis zur Straße Unter den Linden. Von hier sind es wiederum nur noch einige Meter und wir haben den Ausgangspunkt unseres Spaziergangs, das Brandenburger Tor, erreicht.

Gruß Reiner

Quellenangabe: Alle Fotos sind aus dem Familienarchiv, außer die Münzenabbildungen. Die Münzabbildungen sind aus Kleiner Deutscher Münzkatalog 2009 von Günter Schön / Gerhard Schön, Battenberg-Verlag. Bei der 500-Mark-Banknote ist die Fotoquelle die Bundesbank.


ACRITER ET FIDELITER


94, Rainman2, exgakl, Hans und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.02.2014 23:30 | nach oben springen

#79

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 11.02.2014 06:49
von Vogtländer (gelöscht)
avatar

Rainman,das "lästern" wir nochmal bei ner Pilssuppe mit Sternquellwasser aus.Grins


Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#80

RE: ich steh auf Berlin

in DDR Zeiten 07.09.2014 12:19
von chantre | 425 Beiträge

Ich wollte es nicht glauben, Hat man hier den falschen Korrespondenten geschickt?


Diese Töne vom ZDF vor 1989.. Was war hier eigentlich peinlich?


Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
zuletzt bearbeitet 07.09.2014 12:21 | nach oben springen



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