#61

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 10:59
von SCORN | 1.453 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #60

Fragen wir doch mal so: was wäre aus dem User Studfri geworden, wenn er im Jahre 1966 in der DDR geboren und aufgewachsen wäre????????
Ob er diese Frage wohl ehrlich beantworten kann??

Gruß Uwe


wahrscheinlich Generalleutnant..............


Wahlhausener hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#62

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 11:01
von SCORN | 1.453 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #57
Guten Morgen,

vielleicht können wir zum eigentlichen Objekt der Diskussion zurückkehren.

Ist es möglich, dass in Deutschland die Mitarbeiter des Dienstes MfS strenger behandelt wurden als die Mitarbeiter der verschiedenen Sicherheitsdienste des Dritten Reiches ? Ich denke dabei an die Abwehr.





es könnte nicht nur sein, das ist ein Fakt!


seaman und Wahlhausener haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.01.2014 11:01 | nach oben springen

#63

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 11:03
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #60
MfS-Mitarbeiter wurde man in aller Regel in sehr jungen Jahren. Wer kann schon behaupten, beispielsweise als neunzehnjähriger junger Spund, im Jahre 1983, den wahren Charakter der DDR erkannt zu haben? Ganz sicher niemand! Mit dem Wissen von Heute, wäre kaum jemand MfS-Mitarbeiter geworden. Oder Volkspolizist, Grenztruppen-Offizier, oder, oder........
Fragen wir doch mal so: was wäre aus dem User Studfri geworden, wenn er im Jahre 1966 in der DDR geboren und aufgewachsen wäre????????
Ob er diese Frage wohl ehrlich beantworten kann??

Gruß Uwe


Danke. Es ist leicht a posteriori zu urteilen, aber ist schwer a posteriori das Ganze zu begreifen und in Betracht zu ziehen.
Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


nach oben springen

#64

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 11:20
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Zitat von ABV im Beitrag #60
Wer kann schon behaupten, beispielsweise als neunzehnjähriger junger Spund, im Jahre 1983, den wahren Charakter der DDR erkannt zu haben? Ganz sicher niemand! Mit dem Wissen von Heute, wäre kaum jemand MfS-Mitarbeiter geworden. Oder Volkspolizist, Grenztruppen-Offizier, oder, oder........

Gruß Uwe


Oh, Oh, Uwe, da wäre ich mir bei einigen Foristen hier aber gar nicht so sicher, was die an Äußerungen hier mitunter ablassen, da würden bestimmt einige auch wieder in diese Berufsgruppen einsteigen wollen, selbst mit dem Wissen von heute...


studfri hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#65

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 11:34
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #60
Wer kann schon behaupten, beispielsweise als neunzehnjähriger junger Spund, im Jahre 1983, den wahren Charakter der DDR erkannt zu haben? Ganz sicher niemand! Mit dem Wissen von Heute, wäre kaum jemand MfS-Mitarbeiter geworden. Oder Volkspolizist, Grenztruppen-Offizier, oder, oder........



Bekanntlich gab es damals schon etliche. Anders hätte es die Entwicklung der Folgejahre nicht gegeben.

Der "DDR-Durchschnittsbürger" (wozu ich mich zähle) hat das vielleicht nicht vollumfänglich erkannt. Aber Zweifel gab es immer - und eine instinktive Distanz zu Verpflichtungen.

In der Wirtschaft ist man zwangsläufig eher drauf gestoßen.

Man kann es bezüglich MfS auch so sehen: Der Charakter wurde sehr wohl erkannt und bewußt vertreten.

Aber Polizisten muß es in jeder Gesellschaftsordnung geben. Die sehe ich nicht so politisch, wie die DDR-Oberen es selbst sahen.

Generell sind das hier gerade zu viel MfS-Themen für meinen Geschmack.
Aber den muß man nicht teilen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
studfri und andyman haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.01.2014 11:56 | nach oben springen

#66

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 12:24
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

wer sich also für eine Laufbahn beim MfS entschied, entschied sich bewußt für eine Verbrecherkarriere im Dienste eines verbrecherischen Regimes?

Wie gut, daß sich doch einige wenige über den wahren Charakter des Unrechtsstaates im Klaren waren und konsequenterweise jede Tätigkeit im Dienste des stalinistischen Unrechts verweigerten!
(Ehrlicherweise muß ich zugeben, daß selbst mir mit meiner Sozialisation bei den Guten Kräften Dieser Welt diese Klarheit der Erkenntnis fehlt.)

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


nach oben springen

#67

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 13:07
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Was sich jeder dabei dachte, wissen wir nicht. Sicherlich nicht so, wie Du schreibst. Ein gewisser Idealismus mußte wohl sein.
Es war eher so, daß jedes Mittel recht war, für die "richtige Sache". Das mußte ein Neuling irgendwann merken.

Die MfS-Leute bezeichneten sich selbst stolz als Tschekisten.

Lenins/Stalins Geheimdienst (Tscheka und Nachfolger) verstand sich auch nicht als Verbrecherorganisation, sondern diejenigen, welche sie terrorisierten. Gemäß der marxschen/leninschen Lehre galt es Klassenfeinde zu vernichten, ohne humanistische "Gefühlsduselei".
Man verlangte ein leninistisches Bewußtsein von den Mitarbeitern und die verinnerlichten es.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 15.01.2014 13:21 | nach oben springen

#68

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 13:34
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #67
Was sich jeder dabei dachte, wissen wir nicht. Sicherlich nicht so, wie Du schreibst. Ein gewisser Idealismus mußte wohl sein.
Es war eher so, daß jedes Mittel recht war, für die "richtige Sache". Das mußte ein Neuling irgendwann merken.

Die MfS-Leute bezeichneten sich selbst stolz als Tschekisten.

Lenins/Stalins Geheimdienst (Tscheka und Nachfolger) verstand sich auch nicht als Verbrecherorganisation, sondern diejenigen, welche sie terrorisierten. Gemäß der marxschen/leninschen Lehre galt es Klassenfeinde zu vernichten, ohne humanistische "Gefühlsduselei".
Man verlangte ein leninistisches Bewußtsein von den Mitarbeitern und die verinnerlichten es.






Wenn ich Dein Geschreibsel richtig deute,war für Dich das MfS eine Verbrecherorganisation,oder irre ich mich da?
Dann braucht man sich nicht wundern wenn sich die ehemaligen "Violetten"hier eher bedeckt halten.

seaman


nach oben springen

#69

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 14:02
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #68

Wenn ich Dein Geschreibsel richtig deute,war für Dich das MfS eine Verbrecherorganisation,oder irre ich mich da?
Dann braucht man sich nicht wundern wenn sich die ehemaligen "Violetten"hier eher bedeckt halten.



Meinst Du, daß Du den richtigen Ton getroffen hast?

Wenn ich Deinen Äußerung richtig deute, war für Dich das MfS was Gutes.

Aber darüber müssen wir uns nicht in die Haare kriegen.



Zitat von Freienhagener im Beitrag #65


Generell sind das hier gerade zu viel MfS-Themen für meinen Geschmack.
Aber den muß man nicht teilen.




Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
nach oben springen

#70

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 14:30
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #69
Zitat von seaman im Beitrag #68

Wenn ich Dein Geschreibsel richtig deute,war für Dich das MfS eine Verbrecherorganisation,oder irre ich mich da?
Dann braucht man sich nicht wundern wenn sich die ehemaligen "Violetten"hier eher bedeckt halten.



Meinst Du, daß Du den richtigen Ton getroffen hast?

Wenn ich Deinen Äußerung richtig deute, war für Dich das MfS was Gutes.

Aber darüber müssen wir uns nicht in die Haare kriegen.



Zitat von Freienhagener im Beitrag #65


Generell sind das hier gerade zu viel MfS-Themen für meinen Geschmack.
Aber den muß man nicht teilen.







Ja...das ewige Dauerthema MFS.Ein Dauerbrenner..auch hier.Und die Fronten sind auch klar verteilt.Ist ja nicht schwer zu erkennen.Mal sehen was noch so kommt.Fakt ist...der Verein hat sich aufgelöst.



nach oben springen

#71

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 16:14
von Barbara (gelöscht)
avatar

Ich weiß, dass ich zum Wahrheitsgehalt des Berichtes faktisch überhaupt nichts beitragen kann. Z.B. ob eine Karriere im MfS so oder so statt gefunden haben kann, ob geheimdienstliche Abläufe mit welchen Maßnahmen, an welchen Orten, mit welchen Personen etc. organisiert wurden - keine Ahnung. Geheimdienste sind mir eine verborgene Welt, ich kann nur als Zivilbürgerin deren Arbeit, sofern ich davon überhaupt Kenntnis bekomme, bewerten.
Wäre der vorliegende Bericht von einem BND-MA geschrieben, stünde ich vor dem gleichen Dilemma.

Vielleicht ist aber dieses Unwissen, diese“ Ferne“ vom Thema eine ganz gute Ausgangsposition um dennoch zu einem solchen Papier etwas sagen zu können. Manchmal verschafft die Distanz wohlmöglich eine größere Objektivität als das nahe dran sein, oder gar das „drin“ sein.
Ich habe mich entschlossen, das Papier zunächst als authentisch „anzunehmen“, also zu unterstellen, dass es echt sei, beweisen kann ich es nicht, und wahrscheinlich kann das auch keiner von uns, denn auch die hier anwesenden ehm. MA des MfS sind ja diesbezüglich unterschiedlicher Meinung, wenn ich das richtig verstehe.

Warum mache ich das? Ein TN in diesem Forum hat das Dokument verlinkt, also wollte er etwas sagen oder anstoßen.
Dieser Umstand bestimmt „meine Gesprächsposition“: ich bin Teilnehmerin in diesem Forum. Weder bin ich Historikerin oder Soziologin, noch Fachfrau durch eigenes Erleben, sondern „spreche“ heute und hier u.a. über nicht selbst Erlebtes, nehme Schilderungen darüber nicht nur zur Kenntnis, sondern nehme sie ernst. Warum wäre ich sonst hier?

Mein Anspruch ist also nicht, im Sinne eines Kriminologen irgendetwas zu beweisen, sondern zu verstehen, warum bestimmte Inhalte in diesem Forum Relevanz haben oder nicht, warum wir uns „fetzen“ oder nicht, und, was tabuisiert wird.
Denn: es geht letztlich - wie immer - um das Heute :-)

Alles, was ich schreiben werde, wird angreifbar sein und mancher wird abwinken - das ist für mich in Ordnung.
Ich erhebe keinen Anspruch auf Richtigkeit und Perfektion in der Analyse, beanspruche für mich “ den subjektiven Standpunkt“.
Ich bitte aber um eines: bevor (wohlmöglich reflexhaft) reagiert wird - einen Moment Inne zu halten.
Denn eines kann man mir glauben: ich gebe mir richtig Mühe :-)


---------------------------------------------------------

Ich nehme zunächst das schöne von Stringer49 „Motiv des Zweifels“ auf bei der Betrachtung des Textes, das heißt, ich werde meine eigenen Zweifel, die ich bzgl. des Textes hatte, versuchen zu widerlegen oder zumindest gegen argumentieren.
Das Subjekt wird dabei nicht ein MfS-MA sein, sondern ein Mensch, der MfS-MA war. Was sagt der über sich?

Zweifel

Ebenso wie Schuddel oben schrieb ging es mir als ich sah, auf welcher Seite der Text verlinkt ist. Das ist keine Betroffenen/Beteiligten-Seite, kein Forum, das thematisch passend wäre, sondern die Seite eines Physikers (?), der zur Esoterik gefunden hat. Auf der Webseite findet sich ein Sammelsurium an kruden Themen, wie sie zu tausenden im Netz rumgeistern. U.a. dieser Bericht.

Warum denn das? Gibt es nicht jede Menge Foren/Verbände auch in den Reihen ehem. MfS-MA, wo ein solcher Beitrag thematisch passender wäre, und vor allem, wo er auch gefunden würde??? Denn es ist ein Zufall, diese Internetseite, diesen Bericht zu finden, der unter dem Navigationspunkt „Bookmark“ abgelegt ist. Also warum liegt dieser Bericht im „hintersten Winkel“ des I-Net? Das spricht zunächst Mal prinzipiell gegen ihn.


Aber:
Der Bericht ist inhaltlich eine einzige Anklage in viele Richtungen, ist kreuz und quer und äußerst langatmig geschrieben und formal sehr kritisierenswert. Der Autor drückt zwischendurch mal explizit aus: das liest ja sowieso keiner. Wer interessiert sich denn für mich etc.

Vielleicht wollte man ihn in einem Fachforum nicht haben? Aufgrund seiner Inhalte und auch des großen inhaltlichen Durcheinanders?
Vielleicht hatte er auch schlicht Angst, dass Leute, die ihm verbal überlegen sind, sofort alles in Zweifel ziehen? :-)
Also, zwar „veröffentlichen“, aber besser „versteckt“?

---------------------------------------


Zweifel
Der Autor ist Hauptmann des MfS gewesen, hatte also eine gewisse milit. Karriere gemacht, hat eine Lehre, Besuch der Hochschule des MfS, der Parteischule und diverse Zwischenausbildungen offenbar erfolgreich absolviert.
Bereits in der Grundschule ist ihm Intelligenz testiert worden, er konnte z.B. in der ersten Klasse schon die Zeitung vorlesen.
Die Sprache in seinem Bericht ist grammatikalisch gut, wenn auch flüchtig, aber vor allem ist sie sehr vulgär. Und er schreibt sehr unstrukturiert und vor allem auf der ersten Seite in Einem durch.
Schreibt so ein Mensch, der eine bestimmten Bildung und Ausbildung hat und die durch und durch strukturiert war?


Aber:

Hier reflektiert jemand sein Leben, dem offenbar keiner zugehört hat. Dessen Leben mehrere Brüche erfahren hat, der tiefgreifendste davon sicher „die Wende“, die ihm persönlich den Verlust des Weltbildes, den Verlust der Existenz (?) beschert, und eine Orientierung im Leben genommen hat. Der große Einsamkeit empfindet und der sich einer Universalverurteilung ausgesetzt sieht, die übermächtig scheint.

Fallen in einer solchen Situation nicht alle hübschen und geschliffenen Formulierungen weg, gerät nicht alles „in Unordnung“, auch in der Sprache?

Ich kann nur von mir selbst sagen, die ich mich meistens um eine niveauvolle und möglichst korrekte Sprache bemühe: es gibt aber Situationen, da kann ich sprachlich auf das allerunterste Niveau gehen und mich selbst vergessen. Dazu muss allerdings ganz schön was passiert sein.

Ist nicht bei dem Autor „ganz schön was passiert“?


Und:
Siehe Argument von @Stringer49 im Sinne von:

Die Sprache hat zu wenig „DDR-Struktur“ bzw. ist zu wenig militärisch-formal, sie ist zu „frei“.

Ich kommuniziere im Forum ja auch mit ehm. DDR-Bürgern, die beruflich Militär waren. Ich empfinde ihre Sprach-Struktur aber nicht militärisch-formal. Sie schreiben vom Stil wie du und ich, unabhängig welcher Meinung sie sind, benutzen allerdings Fachausdrücke, versuchen diesbezüglich zu präzisieren, aber in der Vergangenheit „erstarrt“ ist ihre Sprache nicht.

Ich möchte dieses Argument auch für den Autor gelten lassen.


Dazu passend
die Vermutung von @KARNAK, es könne wohlmöglich ein ehem. BRD-Bürger sich einen schlechten Scherz erlaubt haben:
dazu hat der Autor zu viele Detailkenntnisse, z.B. wie das MfS bei der Arbeit und Rekrutierung von MA vorging, finde ich.

Außerdem: ein BRD-Bürger würde sicher in seiner Sprache sehr viel mehr „James-Bond-Geprägheit“ zeigen, sie wäre ausgeschmückter und er würde mehr übertreiben. Der Autor ist hier viel zu sachlich.

Außerdem würde mit Sicherheit bei einer West-Variante die spezifische Selbstreflektion fehlen.

Der Bericht ist meiner Meinung nach, selbst wenn er ein Fake ist, von einem ehm. DDR-Bürger geschrieben.



-------------------------------------------------------

Soviel erstmal zu den Zweifeln, weiter zum „freien Willen“.


Der Autor holt unheimlich weit aus - bis in die Teilchen-Physik! - um zu einem bestimmten Begriff zu kommen: „der freie Wille“.
Dieser Begriff durchzieht das ganze Dokument.
Gibt es einen freien Willen? Oder sind wir alle „Opfer“ der Natur „des Zufalls“?
Gibt es eine höhere Macht, die schicksalhaft unser Leben bestimmt?
Wer oder was macht uns zu dem, was wir sind?

Der Autor hat regelrecht gewühlt in naturwissenschaftlichen Themen um zu beweisen, dass wir alle Kinder äußerer Bestimmungen und Einflüsse sind - es also keinen freien Willen gibt.
(Diese Meinung teile ich so nicht, das aber ausführlich zu begründen, ist ein anderes Thema.)

Exkurs:
Unpassender weise führt der Autor hier auch die Nazis an, als hätten deren Protagonisten unter der „Zwangsläufigkeit“ der deutschen Geschichte „zwangsläufig“ gehandelt. Das ist falsch, aber auch ein anderes Thema und ein höchst unglückliches Argument des Autors und völlig unnötig.

Zwar interessiert mich der Werdegang eines A.H., aber ich empfinde keine Empathie für ihn. Die Tatsache z.B., ein geprügeltes Kind gewesen zu sein rechtfertigt nicht die „Karriere eines Massenmörders“.


Noch nebenbei bemerkt,
weil der Autor hier etwas falsch darstellt: weder Goebbels noch Göring hatten auch nur den geringsten Zweifel an ihrem Handeln und ihrer selbst gewählten Nazi-Überzeugung, bis zum Schluss nicht.
Sie sind als überzeugte Nazis in den Tod gegangen, feigerweise durch Selbstmord, Göring nach seinem Todesurteil beim Nürnberger Prozess.

Goebbels im sog. „Führerbunker“ und hat dabei seine 6 kleinen Kinder „mitgenommen“!
Dazu hier aus einen Brief von Magda Goebbels an ihren erwachsenen Sohn, der sich zu der Zeit in kanad. Kriegsgefangenschaft befand:
„Mein geliebter Sohn! Nun sind wir schon 6 Tage hier im Führerbunker, Pappa, deine sechs kleinen Geschwister und ich, um unseren nationalsozialistischen Leben den einzigmöglichen ehrenvollen Abschluss zu geben“. Quelle Wiki

--------------------------------------------------------------------------------


Der Autor klopft nun seine Biografie in Bezug auf den „freien Willen“ ab.

Er ist 1947 geboren, eine „gefestigte Kommunistische Überzeugung“ durch das Elternhaus hatte er nicht erhalten.
Nach einer Lehre als Dreher bewirbt er sich auf Empfehlung eines „Wohngebietsnachbarn“ beim Wachregiment in Berlin.
Als Dreher zu arbeiten habe er keine rechte Lust.
Die offenbar harte militärische Ausbildung behagt ihm aber nicht so ganz und er ist froh, als die 3 Jahre vorbei sind.

Dann bewirbt er sich - erfolgreich - bei der Volkspolizei. Man sagt ihm allerdings, dass der Eintritt in die SED eine Voraussetzung für die Einstellung bei der Polizei sei. Vermittelt wird hier, dass die politische Überzeugung hierbei nicht das Wesentliche ist, sondern die formale Mitgliedschaft.
Für den Eintritt in die SED ist ein Bürge erforderlich, dieser findet sich in der Person des „Wohngebietsnachbarn“, der Autor wird in die SED aufgenommen.

Er erhält in der Folge zuhause einen Besuch von jenem Wohngebietsnachbarn, der MA des MfS ist. Der Autor beschreibt diesen als Respektsperson, der in der Nachbarschaft des 1.000-Seelen-Dorfes anerkannt und „nicht gefürchtet“ wird, allerdings nähme man sich in seiner Gegenwart ein wenig zusammen mit seinen Äußerungen.

Der Wohngebietsnachbar hält den Autor für geeignet, eine Stelle im MfS anzutreten und überzeugt ihn von einer solchen Arbeit und den damit verbundenen Entwicklungschancen.
Der Autor empfindet Stolz über Bewertung seiner Person und ebenso, mit einem Auto des MfS zur Dienstelle, zur Aufnahme der Formalien, gefahren zu werden (Kreisstadt).
Das ist 1969, der Autor ist 22 Jahre alt.

Privat feiert er gerne mit seinen Freunden, interessiert sich für Mädchen und interessiert er sich für Musik. Er sagt, er wäre gerne so wie einer der beliebten Schlagersänger.


Bis hierher:

Der "freie Wille" - kann man die Geschichte bisher unter diesem Thema sehen?
Oder ist das nicht erstmal die Geschichte eines durchschnittlichen jungen Mannes, der nicht sonderlich zielgerichtet ganz normale Stadien durchläuft, dabei normalen Einflüssen seiner Umgebung unterliegt? Mit „normal“ meine ich hier: die, die da sind.

Zusätzlich kann man dem Text entnehmen, dass der Autor Abenteuer erwartet, und mögliche Anerkennung, etwas Besonderes zu sein, was ihn selbst aufwertet. Auch ein möglicher normaler Wunsch bei einem jungen Menschen.

Was mich irritiert hat: die politische Überzeugung spielt die ganze Zeit eine völlig untergeordnete Rolle. Das Elternhaus hindert ihn nicht an seiner Berufswahl, bestärkt ihn aber auch nicht. Die Mutter ist traurig, hätte ihn lieber als Polizist gesehen. Vater - weiß ich nicht mehr (ist in der Nachkriegs-SPD gewesen), die Brüder ahnen, dass vielleicht in ihrem Leben etwas anders werden wird, was, wird nicht gesagt.

Frage: selbst wenn der Bericht ein Fake ist: könnte es aber dennoch so gewesen sein?

-------------------------------------


Ich mache jetzt hier erstmal mal Stopp.
Vielleicht gebt ihr mir eine Rückmeldung, wenn meine Überlegungen komplett deplaziert sind, damit ich mir nicht unnötig Arbeit mache.
.


94 und GilbertWolzow haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#72

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 17:11
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #60
Nein, Andreas. Du hast da etwas falsch verstanden. Die Äußerung von Studfri war für mich weit eher der Grund, auf deinen Post zu reagieren. Weil dieser User, angeblich ein Geschichtsstudent, sich immer wieder anmaßt, Pauschalurteile über MfS-Mitarbeiter oder auch andere "staatsnahe Berufsgruppen" aus der Ex-DDR zu fällen, obwohl er von der Materie überhaupt keine Ahnung hat.
Das hat sich unter anderem bereits durch eine andere Bemerkung dieses selbst ernannten "Experten" gezeigt: sinngemäß äußerte er, "dass sich MfS-Mitarbeiter im vollen Bewusstsein einem Unrechtsregime andienten."
Wie borniert und vernagelt muss man sein, um Menschen so etwas zu unterstellen! MfS-Mitarbeiter wurde man in aller Regel in sehr jungen Jahren. Wer kann schon behaupten, beispielsweise als neunzehnjähriger junger Spund, im Jahre 1983, den wahren Charakter der DDR erkannt zu haben? Ganz sicher niemand! Mit dem Wissen von Heute, wäre kaum jemand MfS-Mitarbeiter geworden. Oder Volkspolizist, Grenztruppen-Offizier, oder, oder........
Fragen wir doch mal so: was wäre aus dem User Studfri geworden, wenn er im Jahre 1966 in der DDR geboren und aufgewachsen wäre????????
Ob er diese Frage wohl ehrlich beantworten kann??

Gruß Uwe


So??? Na da traust Du Deinen Mitmenschen aber wenig zu, Du unterbietest damit quasi noch meine Meinung. Soweit würde ja selbst ich nicht mal gehen. Insoweit wundere ich mich jetzt, dass gerade Du Dich über meine Meinung betreffend den Intellekt von Offizieren dieser Organe echauffiert hattest.

Aber fragen wir doch mal die anderen, die hier aktiv sind und die in der ehemaligen DDR gelebt haben!

Wie war das denn so, bemerkte man nicht, in was für einen System man da lebte? Hielt man alles im West-TV gezeigte für blosse Propaganda? Glaubte man den Meinungen und Darstellungen von Partei und Politikern? I

Ich habe da hier aber schon ganz was anderes dazu gelesen.



zuletzt bearbeitet 15.01.2014 17:28 | nach oben springen

#73

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 17:14
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Zermatt im Beitrag #70
Zitat von Freienhagener im Beitrag #69
Zitat von seaman im Beitrag #68

Wenn ich Dein Geschreibsel richtig deute,war für Dich das MfS eine Verbrecherorganisation,oder irre ich mich da?
Dann braucht man sich nicht wundern wenn sich die ehemaligen "Violetten"hier eher bedeckt halten.



Meinst Du, daß Du den richtigen Ton getroffen hast?

Wenn ich Deinen Äußerung richtig deute, war für Dich das MfS was Gutes.

Aber darüber müssen wir uns nicht in die Haare kriegen.



Zitat von Freienhagener im Beitrag #65


Generell sind das hier gerade zu viel MfS-Themen für meinen Geschmack.
Aber den muß man nicht teilen.







Ja...das ewige Dauerthema MFS.Ein Dauerbrenner..auch hier.Und die Fronten sind auch klar verteilt.Ist ja nicht schwer zu erkennen.Mal sehen was noch so kommt.Fakt ist...der Verein hat sich aufgelöst.



Und den "Verein" gibt es in dieser Form, mit diesem Kompetenzen und in der gelebten Konspiration ohne jegliche staatliche oder gar noch öffentliche Kontrolle in keinem einzigen Rechtsstaat. Woran das denn wohl so liegt?



nach oben springen

#74

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 17:22
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #72
Zitat von ABV im Beitrag #60
Nein, Andreas. Du hast da etwas falsch verstanden. Die Äußerung von Studfri war für mich weit eher der Grund, auf deinen Post zu reagieren. Weil dieser User, angeblich ein Geschichtsstudent, sich immer wieder anmaßt, Pauschalurteile über MfS-Mitarbeiter oder auch andere "staatsnahe Berufsgruppen" aus der Ex-DDR zu fällen, obwohl er von der Materie überhaupt keine Ahnung hat.
Das hat sich unter anderem bereits durch eine andere Bemerkung dieses selbst ernannten "Experten" gezeigt: sinngemäß äußerte er, "dass sich MfS-Mitarbeiter im vollen Bewusstsein einem Unrechtsregime andienten."
Wie borniert und vernagelt muss man sein, um Menschen so etwas zu unterstellen! MfS-Mitarbeiter wurde man in aller Regel in sehr jungen Jahren. Wer kann schon behaupten, beispielsweise als neunzehnjähriger junger Spund, im Jahre 1983, den wahren Charakter der DDR erkannt zu haben? Ganz sicher niemand! Mit dem Wissen von Heute, wäre kaum jemand MfS-Mitarbeiter geworden. Oder Volkspolizist, Grenztruppen-Offizier, oder, oder........
Fragen wir doch mal so: was wäre aus dem User Studfri geworden, wenn er im Jahre 1966 in der DDR geboren und aufgewachsen wäre????????
Ob er diese Frage wohl ehrlich beantworten kann??

Gruß Uwe


So??? Na da traust Du Deinen Mitmenschen aber wenig zu, Du unterbietest damit quasi noch meine Meinung. Soweit würde ja selbst ich nicht mal gehen. Insoweit wundere ich mich jetzt, dass gerade Du Dich über meine Meinung betreffend den Intellekt von Offizieren dieser Organe echauffiert hattest.

Aber fragen wir doch mal die anderen, die hier aktiv sind und die in der ehemaligen DDR gelebt haben!

Wie war das denn so, bemerkte man nicht, in was für einen System man da lebte? Hielt man alles im West-TV gezeigte für blosse Propaganda? Glaubte man den Meinungen und Darstellungen von Partei und Politikern? I

ch habe da hier aber schon ganz was anderes dazu gelesen.





Hast du die Fragestellung nicht verstanden? Oder willst du sie nicht verstehen? Etwas mehr als schlecht versteckte Beleidigungen sollten doch drin sein.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


nach oben springen

#75

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 17:27
von studfri | 762 Beiträge

Der einzige, der hier etwas beleidigt bist Du @ABV, indem Du die Bürger damals (wie anscheinend auch noch heute) für völlig unfähig hälst zu erkennen, wo sie leben und mit wem sie es zu tun haben bei Staat und Partei.

Wenn Du selbst vlt. damals nicht dazu in der Lage warst (was sich nach Deinen Bekundungen hier genau so anhört) dann solltest Du doch vielleicht nicht so vermessen sein, von Dir gleich noch auf alle anderen zu schliessen.



nach oben springen

#76

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 17:38
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #64
Zitat von ABV im Beitrag #60
Wer kann schon behaupten, beispielsweise als neunzehnjähriger junger Spund, im Jahre 1983, den wahren Charakter der DDR erkannt zu haben? Ganz sicher niemand! Mit dem Wissen von Heute, wäre kaum jemand MfS-Mitarbeiter geworden. Oder Volkspolizist, Grenztruppen-Offizier, oder, oder........

Gruß Uwe


Oh, Oh, Uwe, da wäre ich mir bei einigen Foristen hier aber gar nicht so sicher, was die an Äußerungen hier mitunter ablassen, da würden bestimmt einige auch wieder in diese Berufsgruppen einsteigen wollen, selbst mit dem Wissen von heute...



So würde ich das auch sehen.

Das allerdings ist nicht ein "Phänomen" der ehemaligen DDR sondern ganz allgemein von Diktaturen. In ihnen sammeln sich immer Menschen die es lieben, mit staatlicher Macht versehen auf andere Menschen einwirken zu können und zwar möglichst autark und möglichst ohne eine äußere Kontrolle. Aus diesen Pool rekrutieren sich immer die Elieten in Dikataturen. Auch und gerade wegen dazu gehörenden Geisteshaltung vertrete ich die von mir geäußerte Meinung zum Intellekt der ehemaligen Offiziere.



nach oben springen

#77

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 17:39
von ABV | 4.202 Beiträge

Ich beleidige Bürger? Vielleicht solltest du mal von deinem hohen Ross runterkommen. Denn im Gegensatz zu dir, weiß ich worüber ich schreibe. Und zwar aus eigenem Erleben. Und nicht weil mir Pappi ein paar Akten zum Schmökern besorgt hat. Meine Antwort bezog sich darauf, dass sich wohl niemand wissentlich in den Dienst einer Diktatur gestellt hat. Wie du ja so schön, den früheren Mitarbeitern des MfS bescheinigst. Auf einem anderen Blatt steht natürlich, dass die DDR tatsächlich eine Diktatur war. Und die Frage, warum das von so vielen nicht erkannt wurde.

P.S, bist nur zu feige, oder zu dusslig meine Frage zu beantworten? Also, wie hättest du dich verhalten, wenn du in der DDR geboren und aufgewachsen wärst? Aber bitte ehrlich und ohne Phrasen.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


nach oben springen

#78

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 17:44
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Wissentlich schon weil, wie bereits gesagt, die Diktatur des Proletariats probagiert wurde.

Neben den Überzeugten gab es sicherlich, wie überall, die Karrieristen, die sich bewußt einließen und dann entsprechend eifrig handelten.

Bekanntlich sind auch viele deswegen in die SED eingetreten, um hochzukommen und haben Überzeugung nur routiniert geheuchelt.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 15.01.2014 17:45 | nach oben springen

#79

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 17:48
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #78
Wissentlich schon weil, wie bereits gesagt, die Diktatur des Proletariats probagiert wurde.

Neben den Überzeugten gab es sicherlich, wie überall, die Karrieristen, die sich bewußt einließen und dann entsprechend eifrig handelten.

Bekanntlich sind auch viele deswegen in die SED eingetreten, um hochzukommen und haben Überzeugung nur routiniert geheuchelt.


Bei dem letzen Satz gebe ich dir recht. Aber die "Diktatur des Proletariats" stellte sich nach außen als "humane Diktatur" dar. Da sie ja vom Proletariat, also den arbeitenden Menschen und damit der Mehrheit der Bevölkerung ausgeübt wurde. Soweit die Theorie.
Ich hatte da eher "richtige" Diktaturen im Kopf. Und solcher hätte sich eben kaum jemand wissentlich angedient.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


nach oben springen

#80

RE: Erlebnisbericht eines ehem. MfS- Offiziers bzw. "Stasischweins" (Zitat)

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.01.2014 17:52
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #72
Zitat von ABV im Beitrag #60
Nein, Andreas. Du hast da etwas falsch verstanden. Die Äußerung von Studfri war für mich weit eher der Grund, auf deinen Post zu reagieren. Weil dieser User, angeblich ein Geschichtsstudent, sich immer wieder anmaßt, Pauschalurteile über MfS-Mitarbeiter oder auch andere "staatsnahe Berufsgruppen" aus der Ex-DDR zu fällen, obwohl er von der Materie überhaupt keine Ahnung hat.
Das hat sich unter anderem bereits durch eine andere Bemerkung dieses selbst ernannten "Experten" gezeigt: sinngemäß äußerte er, "dass sich MfS-Mitarbeiter im vollen Bewusstsein einem Unrechtsregime andienten."
Wie borniert und vernagelt muss man sein, um Menschen so etwas zu unterstellen! MfS-Mitarbeiter wurde man in aller Regel in sehr jungen Jahren. Wer kann schon behaupten, beispielsweise als neunzehnjähriger junger Spund, im Jahre 1983, den wahren Charakter der DDR erkannt zu haben? Ganz sicher niemand! Mit dem Wissen von Heute, wäre kaum jemand MfS-Mitarbeiter geworden. Oder Volkspolizist, Grenztruppen-Offizier, oder, oder........
Fragen wir doch mal so: was wäre aus dem User Studfri geworden, wenn er im Jahre 1966 in der DDR geboren und aufgewachsen wäre????????
Ob er diese Frage wohl ehrlich beantworten kann??

Gruß Uwe


So??? Na da traust Du Deinen Mitmenschen aber wenig zu, Du unterbietest damit quasi noch meine Meinung. Soweit würde ja selbst ich nicht mal gehen. Insoweit wundere ich mich jetzt, dass gerade Du Dich über meine Meinung betreffend den Intellekt von Offizieren dieser Organe echauffiert hattest.

Aber fragen wir doch mal die anderen, die hier aktiv sind und die in der ehemaligen DDR gelebt haben!

Wie war das denn so, bemerkte man nicht, in was für einen System man da lebte? Hielt man alles im West-TV gezeigte für blosse Propaganda? Glaubte man den Meinungen und Darstellungen von Partei und Politikern? I

Ich habe da hier aber schon ganz was anderes dazu gelesen.



studfri, ich komme nicht umhin, auch an Deiner Fähigkeit zu zweifeln, den Inhalt eines Satzes zu erfassen. Du unterstellst hier, das Jugendliche im Alter von knapp 20 schon die Intelligenz hätten wie gestandene Mittvierziger z.B. Da kannst Du selbst die intelligentesten Intelligenzbolzen nehmen, aus allen Zeiten. Die können gar nicht das Wissen haben, welches sie haben, wenn sie doppelt so alt sind. Nichts Anderes hat ABV hier ausgedrückt. Müßtest Du doch eigentlich auch wissen, was erfahrene Politiker, Wissenschaftler und Akademiker aller Richtungen im jugendlichen Alter für intellekte Fähigkeiten und Erfahrungen hatten im Vergleich zu Jahrzehnten später. Du unterstellst auch den in jungen Jahren für einen Geheimdienst Geworbenen, daß diese in ihrer intellekten Entwicklung auf diesem Stand von damals stehenbleiben ?
Du selbst bist sicher schon am Ende deiner geistig-intellektuellen Entwicklung angekommen, wenn ich Deine Ansichten über junge MfS-Kader auf Dich übertrage ?



zuletzt bearbeitet 15.01.2014 17:55 | nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Jürgen Kurkiewicz (73), genannt "Kukki" war bis 1984 Offizier der Grenztruppen
Erstellt im Forum Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze von Schlutup
10 02.03.2015 11:32goto
von ABV • Zugriffe: 1720
Das Leben als Offizier war auch nicht billig.
Erstellt im Forum Grenztruppen der DDR von Schlutup
23 05.07.2012 22:38goto
von Schlutup • Zugriffe: 2769
ehem. US Webseite: GRENZER.com noch aktiv?
Erstellt im Forum Grenzbilder innerdeutsche Grenze von reduit
7 17.05.2012 07:30goto
von Thunderhorse • Zugriffe: 1224
User fragen - ehem. AGT antworten
Erstellt im Forum Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze von Feliks D.
33 23.07.2010 23:17goto
von Asso • Zugriffe: 2165
Ticken ehem.Grenztruppen ein wenig anders ?
Erstellt im Forum Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien von Kasernenbesitzer
67 02.07.2010 21:31goto
von P3 • Zugriffe: 6963
Sollte den ehem. MA des MfS der „Prozess“ gemacht werden ?
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Feliks D.
203 21.08.2015 03:23goto
von Potsdamerin • Zugriffe: 13981
Reise erfahrungen ehem grenze DDR
Erstellt im Forum Spurensuche innerdeutsche Grenze von
0 19.11.2009 21:50goto
von NL 63 • Zugriffe: 863
...geflüchteter DDR- Offizier-(objektive Fortsetzung)
Erstellt im Forum Mein Leben als DDR Grenzsoldat von Augenzeuge
58 08.12.2015 14:42goto
von Johnny • Zugriffe: 17589
Bericht eines geflüchteten DDR-Offiziers v. 1986
Erstellt im Forum Mein Leben als DDR Grenzsoldat von Augenzeuge
7 09.05.2009 18:56goto
von bruno • Zugriffe: 2047

Besucher
31 Mitglieder und 53 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: DerKurze
Besucherzähler
Heute waren 2725 Gäste und 161 Mitglieder, gestern 3466 Gäste und 184 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14356 Themen und 557057 Beiträge.

Heute waren 161 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen