#301

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2014 18:11
von Freienhagener | 3.851 Beiträge

Hallo Lutze, das hab ich in den letzten Tagen schon irgendwo geschrieben.

Trotz allen Geredes von Demokratie herrschte in der DDR das stalinistische Führerprinzip. Erst hatte Ulbricht die Allmacht, dann Honecker.
Selbst die Mitglieder des Politbüros mußten gehorchen und putschten erst 5 nach 12, als die DDR bereits im Wandel und Erich schon schwerkrank war.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 18.01.2014 18:12 | nach oben springen

#302

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2014 18:30
von Lutze | 8.027 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #301
Hallo Lutze, das hab ich in den letzten Tagen schon irgendwo geschrieben.

Trotz allen Geredes von Demokratie herrschte in der DDR das stalinistische Führerprinzip. Erst hatte Ulbricht die Allmacht, dann Honecker.
Selbst die Mitglieder des Politbüros mußten gehorchen und putschten erst 5 nach 12, als die DDR bereits im Wandel und Erich schon schwerkrank war.


von Krankheiten mal abgesehen,
wer hatte wirklich das Sagen in der DDR gehabt?,
der rote Koffer liegt von Honecker bei Mielke unter Verschluß,
und Mielke ein Doppelmörder?,
sehr merkwürdig
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#303

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2014 18:41
von Freienhagener | 3.851 Beiträge

Ich hab "wirklich" gemeint.

Auch in anderen Ländern haben Geheimdienstchefs Dossiers über ihre Chefs angelegt und wurden deswegen beseitigt (von Stalin und Mao z. B.).
Mit dieser Maßnahme haben die Führer aber so lange gewartet, bis die Geheimdienstchefs ihnen gefährlich wurden.
Mielke war Honecker bis zu dessen Sturz treu.............

Daß kommunistische Geheimdienstchefs keine reine Weste hatten, ist doch sytematisch.
Mielke hat 2 "Klassenfeinde vernichtet", also genau das getan, was die Partei von einem marxitisch-leninistischen Klassenkämpfer in revolutionären Situationen (wie in der Weimarer Zeit) erwartet. Dafür wurde er von seinen Genossen in die Sowjetunion in Sicherheit gebracht.

Beispiele aus der Sowjetunion sind immer eine Nummer größer, veranschaulichen daher vieles:
Der sowjetrussische Geheimdienst eliminierte die längst gestürzte und eingesperrte Zarenfamilie mit Kind und Kegel........


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 18.01.2014 18:50 | nach oben springen

#304

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2014 18:55
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #302
Zitat von Freienhagener im Beitrag #301
Hallo Lutze, das hab ich in den letzten Tagen schon irgendwo geschrieben.

Trotz allen Geredes von Demokratie herrschte in der DDR das stalinistische Führerprinzip. Erst hatte Ulbricht die Allmacht, dann Honecker.
Selbst die Mitglieder des Politbüros mußten gehorchen und putschten erst 5 nach 12, als die DDR bereits im Wandel und Erich schon schwerkrank war.


von Krankheiten mal abgesehen,
wer hatte wirklich das Sagen in der DDR gehabt?,
der rote Koffer liegt von Honecker bei Mielke unter Verschluß,
und Mielke ein Doppelmörder?,
sehr merkwürdig
Lutze

Chef war Honecker.



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#305

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2014 18:56
von Lutze | 8.027 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #303
Ich hab "wirklich" gemeint.

Auch in anderen Ländern haben Geheimdienstchefs Dossiers über ihre Chefs angelegt und wurden deswegen beseitigt (von Stalin und Mao z. B.).
Mit dieser Maßnahme haben die Führer aber so lange gewartet, bis die Geheimdienstchefs ihnen gefährlich wurden.
Mielke war Honecker bis zu dessen Sturz treu.............

Daß kommunistische Geheimdienstchefs keine reine Weste hatten, ist doch sytematisch.
Mielke hat 2 "Klassenfeinde vernichtet", also genau das getan, was die Partei von einem marxitisch-leninistischen Klassenkämpfer in revolutionären Situationen (wie in der Weimarer Zeit) erwartet.

Die Beispiele aus der Sowjetunion sind immer eine Nummer größer, veranschaulichen daher vieles:
Der sowjetrussische Geheimdienst eliminierte die längst gestürzte und eingesperrte Zarenfamilie mit Kind und Kegel........

deine Meinung kann ich nachvollziehen,
nur wer hatte wirklich das Sagen in der DDR,
der eine Erich wusste vom anderen Erich bescheid,
auch sehr merkwürdig,
sowas hat uns damals regiert?,
da glaube ich eher an Moskau
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#306

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2014 18:56
von damals wars | 12.113 Beiträge

Schon vergessen,John Edgar Hoover und Gehlen waren Dank ihrer Dossiers auch unangreifbar!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 18.01.2014 18:56 | nach oben springen

#307

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2014 18:59
von Lutze | 8.027 Beiträge

Zitat von Zermatt im Beitrag #304
Zitat von Lutze im Beitrag #302
Zitat von Freienhagener im Beitrag #301
Hallo Lutze, das hab ich in den letzten Tagen schon irgendwo geschrieben.

Trotz allen Geredes von Demokratie herrschte in der DDR das stalinistische Führerprinzip. Erst hatte Ulbricht die Allmacht, dann Honecker.
Selbst die Mitglieder des Politbüros mußten gehorchen und putschten erst 5 nach 12, als die DDR bereits im Wandel und Erich schon schwerkrank war.


von Krankheiten mal abgesehen,
wer hatte wirklich das Sagen in der DDR gehabt?,
der rote Koffer liegt von Honecker bei Mielke unter Verschluß,
und Mielke ein Doppelmörder?,
sehr merkwürdig
Lutze

Chef war Honecker.

Danke,und hinter den Kulissen?
Lutze


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#308

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2014 19:06
von Freienhagener | 3.851 Beiträge

Daß Du das meinst, habe ich bei meiner obigen Antwort nicht erkannt.

Deine Frage wundert mich aber.

Wer hier kennt nicht das Verhältnis der DDR zum "großen Bruder" Sowjetunion?

Erst als Gorbatschow den kleinen Partner "losließ", versuchte Honecker sein eigenes Ding zu machen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 18.01.2014 19:07 | nach oben springen

#309

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2014 19:12
von Lutze | 8.027 Beiträge

vielleicht wußte Moskau mehr über Mielke?
Lutze


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#310

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.01.2014 23:04
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #300
Zitat von Zermatt im Beitrag #299
Zitat von josy95 im Beitrag #289
Zitat von Alfred im Beitrag #283
Josy,

Mielke Befehlsempfänger vom Politbüro ?

Mielke war selbst Mitglied vom Politbüro, da hat er dann Befehle von sich selbst empfangen oder wie soll ich mir dies vorstellen ?



@Alfred, ich stütze mich mit meiner Behauptung auf Erich Mielkes eigene Aussage, die er selbst bei einem Interview des Spiegels im Jahr 1992(?) gemacht hat, nachzulesen in der Ausgabe des Spiegels 36/1992.
Du hattest in Deinem Beitrag #73 vom 12.01.14 selbst diesen doch sehr guten Link eingestellt.

Hier hat sich Erich Mielke mehrfach geäußert: "...ich habe mich den Weisungen der Partei gebeugt...!"
Das ist jetzt vielleicht etwas aus den Zusammenhängen gerissen, aber durchaus zutreffend und m. Ea. nicht zweideutig zu verstehen.

Und wer war denn in erster Linie die "Partei"?
Es waren die Vorbeter dieser Partei, nach deren Kurs und Moskauer Vorgaben gefahren wurde. Nix anderes. Allenfalls waren da noch 2, 3, meinethalben auch 4 engste Vertraute wie Günter Mittag, Herman Axen... .

Entscheidend war aber im Endeffekt die schon genannte Order aus Moskau und das Wort des Mächtigsten, nämlich das des die 1. Sekretärs oder wie es später später hieß Generalsekretär.... Ulbricht, Honnecker.

josy95

Es galt doch....jetzt mal vereinfacht:Die SED befahl..die Stasi gehorchte.

die Rangordnung würde mich interessiesen,
wer hatte am meisten was zu sagen,und wer weniger?
Lutze


@Lutze, jetzt mal ehrlich! Ist Deine Frage eher ironisch oder eher naiv zu verstehen?

Am meisten zu sagen hatten schon die Despoten mit ihren selbst kreierten Titeln: 1. Sekretär..., Generalsekretär. Und für die DDR- Kenner, das pflanzte sich fort auf die (natürlich) untergeordneten Ebenen der Bezirke, Kreise, Städte usw..

Es war wie in heutigen meisst radikalen irgendwelchem Glauben verfallenen, eingeschworenen Kreisen: der Oberguru gibt den Ton, die Richtung an. Eben voll und ganz Diktatur. Und bei E. H. und E. M. war es eben ihre Diktatur, die für sich selbst zu Nutze gemachte "Diktatur des Proletariats", zu deren Häuptlingen sie sich in Moskaus gnaden gemacht haben, machen durften.

Für mich die klassische und reale Interpretaton für den Befriff "Despoten".

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 18.01.2014 23:05 | nach oben springen

#311

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.01.2014 00:39
von StabsfeldKoenig | 2.616 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #290
Stichwort: Order aus Moskau. Weiß man was über die Kontakte Erich Mielke zur Sowjetunion? Er muss ja deren absolutes Vertrauen genossen haben- über Jahrzehnte (und es vermutlich immer wieder gerechtfertigt haben). Wie lief das ab. Fuhr der ab und zu alleine zum KGB-Chef nach Moskau oder nach Karlshorst oder ging der in die SU-Botschaft unter den Linden? Saßen bei dem im Büro irgendwelche Verbindungsleute?

Hier EM bei der Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens mit Juri Andropow, 1973:
http://www.wilsoncenter.org/publication/kgbstasi-cooperation

Ich erinnere mich aus dem Frühjahr 90, als die Stasi-Zentrale schon "zur Reichsbahn" gehörte, da fuhren noch völlig entspannt SU-Militärjeeps mit Leuten über den Hof, die dort irgendwie zu tun hatten. Es gab auch mindestens direkt nördlich des Komplexes in Lichtenberg, gegenüber des "Goldpalastes" (Dienstleistungsgebäude) sone "Wohnhäuser", in denen das KGB Büros gehabt haben soll.

Dagegen lief ja der berühmte Dresdener Besuch des KGB-Chefs bei Wolf und Modrow (und Putin?) ausdrücklich an Mielke in Berlin vorbei.


Hier noch eine Gesprächsnotiz von Werner Krolikowski (PB-Mitglied) über ein Gespräch Mielkes über Honecker. Er scheint ziemlich misstrauisch gewesen zu sein.
http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...d/593850/page/3



Dort hatte die Transport-Kommandantur der GSSD Büros als Untermieter der DR genutzt, um am Abzug der sowjetischen Truppen mitzuwirken. Genaueres kann vieleicht jemand sagen, der als Kundenbetreuer für Militärverkehr tätig war.



Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#312

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.01.2014 11:22
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen....
Stimmt! Genau gesagt -den Abzug eisenbahntechnisch zu organisieren.
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
zuletzt bearbeitet 19.01.2014 11:23 | nach oben springen

#313

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.01.2014 16:29
von Grenzverletzerin | 1.180 Beiträge

Ich höre mir gerade Audiomitschnitte vom Mielke an. Sagt mal Genossen, dem hättet ihr mal einen Rhetorikkurs schenken können...dieser Mann hat was unangenehm Gewöhnliches!!


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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#314

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.01.2014 16:50
von Küchenbulle 79 | 533 Beiträge

Dann versuche mal,einem Schwein das Rueckenschwimmen bei zu bringen!


Grenzverletzerin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#315

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.01.2014 18:00
von Schuddelkind | 3.505 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #175
Falls wir das noch nicht hatten: Ein Radioportrait über Mielke mit vielen Redeausschnitten. Lohnt sich.

Soundfile:
http://www.eva-maria-hagen.de/Audio/erich_mielke.mp3

Text und links:
http://www.eva-maria-hagen.de/Allerhand/Mielke.shtml


Danke @Harzwanderer , der Soundfile ist höchst interessant! Besser kann sich man kein Bild über Mielke machen, als durch das, was er verbal von sich gibt. Ich kann nur jedem empfehlen, sich den Soundfile in Gänze anzuhören, die knappe Stunde lohnt sich.
Um einen Bezug zur Sache herzustellen:
zur Bülowplatz-Sache: " Ich persönlich, Genossen, erzogen in einem Arbeiterhaus, und als ich türmen musste - in diesem Rahmen darf man es wohl sagen - da bin ich als 21 -Jähriger aus dem Bett meines Bruders gestiegen, habe ihn auf den Kopf geküsst und habe gesagt ~ So, jetzt hast du dein Bett alleine, mein Sohn, jetzt kannst du schlafen. Er hat nicht mal mitbekommen, daß ich abhaute. Genossen, in dieser Arbeiterfamilie - der Vater ein Kämpfer mit der Waffe in der Hand, der im Zuchthaus saß - wurde ich groß und war von Anfang an erfüllt für diese Sache der arbeitenden Menschen und war bereit, zu kämpfen gegen dieses Unrecht. Wenn ich schon sah, dass ein Arbeiter oder irgendeine Arbeiterin verfolgt wurde von den Schergen, den Banditen der Bourgeoisie, dann empörte sich mein Herz. Und so wurde ich geformt und erzogen zu einem bewussten Kämpfer, Klassenkämpfer für die große Sache unserer Partei, für die Idee des Marxismus-Leninismus. Herzlichen Dank, Partei. "

Zu den Mord-bzw.Killerkomandos,
"Sprecherin: Und Mielke stellte klar, dass Feinde auch weiterhin umgebracht werden sollen.

O-Ton Mielke: Is klar, dass der Feind nicht mit uns auf gutem Fuße steht, nich, is klar. Außerdem, wenn sie wissen, dass wir also einige Feinde schon umgebracht haben, Feinde umgebracht haben. Und wir werden sie auch weiter umbringen!"

Also Genossen, das Wort umbringen impliziert einen Vorsatz, also Mord. Somit zerplatzt der Traum vom humanistischen MfS, das bei Mord nicht mitgemacht haben will(wie alle anderen Geheimdienste auch) wie eine Seifenblase...........


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 19.01.2014 18:03 | nach oben springen

#316

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.01.2014 18:21
von Fritze (gelöscht)
avatar

Ooch Schuddel , Du weisst doch bestimmt auch ,daß Tondokumente vor Gericht nicht als Beweis dienen !

Wer ist denn nun eigentlich der andere Mielke ,so wie der Thread heisst ?

Fritze


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#317

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.01.2014 19:06
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #315
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #175
Falls wir das noch nicht hatten: Ein Radioportrait über Mielke mit vielen Redeausschnitten. Lohnt sich.

Soundfile:
http://www.eva-maria-hagen.de/Audio/erich_mielke.mp3

Text und links:
http://www.eva-maria-hagen.de/Allerhand/Mielke.shtml


Danke @Harzwanderer , der Soundfile ist höchst interessant! Besser kann sich man kein Bild über Mielke machen, als durch das, was er verbal von sich gibt. Ich kann nur jedem empfehlen, sich den Soundfile in Gänze anzuhören, die knappe Stunde lohnt sich.
Um einen Bezug zur Sache herzustellen:
zur Bülowplatz-Sache: " Ich persönlich, Genossen, erzogen in einem Arbeiterhaus, und als ich türmen musste - in diesem Rahmen darf man es wohl sagen - da bin ich als 21 -Jähriger aus dem Bett meines Bruders gestiegen, habe ihn auf den Kopf geküsst und habe gesagt ~ So, jetzt hast du dein Bett alleine, mein Sohn, jetzt kannst du schlafen. Er hat nicht mal mitbekommen, daß ich abhaute. Genossen, in dieser Arbeiterfamilie - der Vater ein Kämpfer mit der Waffe in der Hand, der im Zuchthaus saß - wurde ich groß und war von Anfang an erfüllt für diese Sache der arbeitenden Menschen und war bereit, zu kämpfen gegen dieses Unrecht. Wenn ich schon sah, dass ein Arbeiter oder irgendeine Arbeiterin verfolgt wurde von den Schergen, den Banditen der Bourgeoisie, dann empörte sich mein Herz. Und so wurde ich geformt und erzogen zu einem bewussten Kämpfer, Klassenkämpfer für die große Sache unserer Partei, für die Idee des Marxismus-Leninismus. Herzlichen Dank, Partei. "

Zu den Mord-bzw.Killerkomandos,
"Sprecherin: Und Mielke stellte klar, dass Feinde auch weiterhin umgebracht werden sollen.

O-Ton Mielke: Is klar, dass der Feind nicht mit uns auf gutem Fuße steht, nich, is klar. Außerdem, wenn sie wissen, dass wir also einige Feinde schon umgebracht haben, Feinde umgebracht haben. Und wir werden sie auch weiter umbringen!"

Also Genossen, das Wort umbringen impliziert einen Vorsatz, also Mord. Somit zerplatzt der Traum vom humanistischen MfS, das bei Mord nicht mitgemacht haben will(wie alle anderen Geheimdienste auch) wie eine Seifenblase...........



Also ich muß sagen, wenn ich einen hohen Vorgesetzten gehabt hätte, der so ein zusammenhangloses Zeug reden würde, auch wenn der Inhalt und der Sinn klar wären, wäre es mir nur noch peinlich.



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#318

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.01.2014 19:11
von ABV | 4.202 Beiträge

Ein Rhetoriker war Mielke sicher nicht. Aber der Inhalt seiner Aussagen lässt trotzdem verdammt tief blicken. Meiner Meinung waren die Polizistenmorde auf dem Bülowplatz für Mielke keine einmalige Angelegenheit. Wenn es darauf ankam, war das Töten des Gegners für ihm offensichtlich völlig legitim. Da bringt er ja immer wieder selbst in den Reden zum Ausdruck.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#319

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.01.2014 19:13
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Ein lustiger Typ war er wohl aber irgendwie, immer ein ein Späßchen am Start.


Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.01.2014 19:14 | nach oben springen

#320

RE: ein anderer Mielke

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.01.2014 19:15
von ABV | 4.202 Beiträge

Dieser Satz fiel 1979, vor Mitarbeitern der BV Cottbus:

"Man muss solche jungen Tschekisten heraussuchen, herausfinden und erziehen, dass man ihnen sagt, du gehst dorthin, den erschießt du dort im Feindesland. So muss es sein!"

Was er damit wohl gemeint hat?????

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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