#41

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 10.02.2014 00:42
von harzstreuner | 45 Beiträge

Zitat von suentaler im Beitrag #36
Hallo harzstreuner
Die Tore 32, 33, 34 gab es wohl nicht ? Habe sie jedenfalls nicht gefunden.
Gehörten die 2 Häuser südl. der Kompanie Weilrode noch mit zum Kompaniegelände ? (evtll. Offizierswohnhäuser)


Hallo suentaler,
die zwei Häuser waren vom Baustil her Wohnhäuser für Berufssoldaten, ein oder zwei aus der GK Silkerode wohnten auch dort. Die Häuser standen außerhalb der Kompanieumzäunung, und wurden evtl. auch von Zivilbürgern genutzt.
Am Bohlweg gab es neben dem Tor 31 noch mindestens ein weiteres Tor, dieses war jedoch nach meiner Erinnerung mit Streckmetall fest zugeschraubt. Nur "Eule" und GMN-Säule waren noch benutzbar. Ebenso ein Tor am Eingang des Sautals. Nach GSZ-Arbeiten im Frühjahr 1988 waren sie wohl ganz weg.
Die Blindtore und einen genaueren Verlauf der rechten Trennungslinie habe ich inzwischen in meiner Karte nachgetragen, werde die Karte zusammen mit einem weiteren Bericht demnächst hier einstellen.
Südlich Zwinge fehlten auch die Tore 49 bis 51 in der durchgehenden Zählung, - ob, und wenn ja, wo es die mal gab, weiß ich nicht.

Viel Spaß weiter.


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
suentaler und RudiEK89 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.02.2014 00:49 | nach oben springen

#42

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 11.02.2014 20:20
von harzstreuner | 45 Beiträge

Zitat von TOMMI im Beitrag RE: Kurze Vorstellung

Hallo Harzstreuner!
Deinen Angaben nach hast Du also dem GR4 (Heiligenstadt) GBI (Mackenrode) angehört.
Du schreibst "Viel Schweiß, kein Blut"
Ich war im GB II (Mengelrode) GK5 Teistungen von Okt '85 bis Apr '88.
Soweit ich mich erinnern kann, wurde irgendwann zu dieser Zeit ein Bataillonskommandeur
oder Stellvertreter erschossen. Weißt Du näjheres darüber, oder war dies womöglich vor Deiner Dienstzeit?
Gruß, Tommi


Hallo Tommi,
der Vorfall ereignete sich im November 1986, da übte ich noch olsenbande-like das Exerzieren im GAR Eisenach.
Die "Alten" der GK Silkerode haben mir später davon erzählt, allerdings habe ich recht unterschiedliche "Stille-Post-Geschichten" zu hören bekommen.

Im Buch von Rudolf Zietz "Erlebnisse an der Grenze im Harz" ist mir dieser Vorgang wiederbegegnet. R.Z. schreibt dort auf Seite 111: "Nach einer Offiziersfete beim Regiment in Heiligenstadt im Eichsfeld noch am Leben, bei der Ankunft in Ellrich ein toter Mann.", und führt auch noch einen Zeitzeugen-Bericht (ohne Quellenangabe) an: "Der ehemalige Direktor der Schule in Klettenberg rief am Morgen des ... November 1986 Lehrer und Erzieher (26) ins Lehrerzimmer, mit der Begründung, Gerüchten entgegenzuwirken, dass Oberstleutnant Darmer in der Nacht umgekommen sei und das vermutlich Major Z. der Täter sei, der auf der Rückfahrt vom Regiment ihn begleitete". "Major Z." wohnte mit seiner Familie bis dahin in Klettenberg.
Ich wundere mich zwar über das angegebene Fahrtziel Ellrich, - wahrscheinlich war es nicht ursprüngliches Fahrtziel, sondern erst durch den "Vorfall" - des dortigen Med-Punkts wegen. R.Z. schreibt auch, mit dem letzten Ellricher Kompaniechef, Major Kokoschke, nach 1989 persönlich gut bekannt gewesen zu sein.

Übereinstimmend an allen mir bekannten Berichten ist,
daß der recht zügig zum Oberstleutnant avancierte Günther Darmer erschossen wurde, aber nicht im Grenz- oder Kasernendienst, sondern in Zusammenhang mit einer "Feierlichkeit",
daß der Todesschütze ein alkoholisierter Berufssoldat war, sowie,
daß OSL Darmer in Silkerode wohnte, aber nicht (mehr) der GK Silkerode angehörte.
Widersprüche gibt es in Bezug auf den Ereignisort (in einer Version war es auf dem Schützenfest in Silkerode), den Namen und Dienstrang des Todesschützen und das Motiv (Eifersucht, "Spiel" mit der Pistole).
Eben alles nur Berichte, kein gesichertes Wissen.

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Silkerode, seine Familie lebt im Ort.


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
zuletzt bearbeitet 11.02.2014 20:22 | nach oben springen

#43

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 11.02.2014 20:42
von Stabsfeld | 69 Beiträge

Zitat von harzstreuner im Beitrag #42
Zitat von TOMMI im Beitrag RE: Kurze Vorstellung

Hallo Harzstreuner!
Deinen Angaben nach hast Du also dem GR4 (Heiligenstadt) GBI (Mackenrode) angehört.
Du schreibst "Viel Schweiß, kein Blut"
Ich war im GB II (Mengelrode) GK5 Teistungen von Okt '85 bis Apr '88.
Soweit ich mich erinnern kann, wurde irgendwann zu dieser Zeit ein Bataillonskommandeur
oder Stellvertreter erschossen. Weißt Du näjheres darüber, oder war dies womöglich vor Deiner Dienstzeit?
Gruß, Tommi


Hallo Tommi,
der Vorfall ereignete sich im November 1986, da übte ich noch olsenbande-like das Exerzieren im GAR Eisenach.
Die "Alten" der GK Silkerode haben mir später davon erzählt, allerdings habe ich recht unterschiedliche "Stille-Post-Geschichten" zu hören bekommen.

Im Buch von Rudolf Zietz "Erlebnisse an der Grenze im Harz" ist mir dieser Vorgang wiederbegegnet. R.Z. schreibt dort auf Seite 111: "Nach einer Offiziersfete beim Regiment in Heiligenstadt im Eichsfeld noch am Leben, bei der Ankunft in Ellrich ein toter Mann.", und führt auch noch einen Zeitzeugen-Bericht (ohne Quellenangabe) an: "Der ehemalige Direktor der Schule in Klettenberg rief am Morgen des ... November 1986 Lehrer und Erzieher (26) ins Lehrerzimmer, mit der Begründung, Gerüchten entgegenzuwirken, dass Oberstleutnant Darmer in der Nacht umgekommen sei und das vermutlich Major Z. der Täter sei, der auf der Rückfahrt vom Regiment ihn begleitete". "Major Z." wohnte mit seiner Familie bis dahin in Klettenberg.
Ich wundere mich zwar über das angegebene Fahrtziel Ellrich, - wahrscheinlich war es nicht ursprüngliches Fahrtziel, sondern erst durch den "Vorfall" - des dortigen Med-Punkts wegen. R.Z. schreibt auch, mit dem letzten Ellricher Kompaniechef, Major Kokoschke, nach 1989 persönlich gut bekannt gewesen zu sein.

Übereinstimmend an allen mir bekannten Berichten ist,
daß der recht zügig zum Oberstleutnant avancierte Günther Darmer erschossen wurde, aber nicht im Grenz- oder Kasernendienst, sondern in Zusammenhang mit einer "Feierlichkeit",
daß der Todesschütze ein alkoholisierter Berufssoldat war, sowie,
daß OSL Darmer in Silkerode wohnte, aber nicht (mehr) der GK Silkerode angehörte.
Widersprüche gibt es in Bezug auf den Ereignisort (in einer Version war es auf dem Schützenfest in Silkerode), den Namen und Dienstrang des Todesschützen und das Motiv (Eifersucht, "Spiel" mit der Pistole).
Eben alles nur Berichte, kein gesichertes Wissen.

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Silkerode, seine Familie lebt im Ort.



OSL D. ist tatsächlich nach einer Feierlichkeit von seinem Stabschef Major Z. mit der Dienstpistole erschossen worden. Einzelheiten dazu wurden nicht so richtig bekannt, es wurde erzählt, daß es auf der Rückfahrt im Fahrzeug des Batallionskommandeurs OSL D. passiert sein soll. Von Major Z.und seiner Verurteilung haben wir nicht`s erfahren.
Gruß Stabsfeld



harzstreuner hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#44

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 13.03.2014 00:15
von harzstreuner | 45 Beiträge

Zitat von Stabsfeld im Beitrag #43

OSL D. ist tatsächlich nach einer Feierlichkeit von seinem Stabschef Major Z. mit der Dienstpistole erschossen worden. Einzelheiten dazu wurden nicht so richtig bekannt, es wurde erzählt, daß es auf der Rückfahrt im Fahrzeug des Batallionskommandeurs OSL D. passiert sein soll. Von Major Z.und seiner Verurteilung haben wir nicht`s erfahren.
Gruß Stabsfeld



Danke, Stabsfeld, das deckt sich mit dem oben zitierten Bericht von Rudolf Zietz. Er schreibt abschließend noch: "Von Seiten der Schulleitung Klettenberg wurde der amtierende Bataillonskommandeur M. gebeten, Frau und Tochter des Verdächtigten vor weiteren Angriffen (der örtlichen Bevölkerung, wie von R.Z. im Text zuvor beschrieben) zu schützen, was auch geschah. Beide wurden auf Kosten der Grenztruppen nach Zeitz 'umgesiedelt'. Z. wurde umgehend verhaftet, etwa neun Monate soll er in Haft gewesen sein. Danach war er Fahrer, wohnte kurzzeitig in Menterode und ist von dort spurlos verschwunden."


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
zuletzt bearbeitet 13.03.2014 00:39 | nach oben springen

#45

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 13.03.2014 00:38
von harzstreuner | 45 Beiträge

Zitat von icke-ek71 im Beitrag #39
... so viele postenpunkte gab es in meiner zeit nicht.für die 8,5 km des grenzabschnittes der 8.gk jützenbach gab es bei normalen grenzdienst 3 postenpunkte!!1 pp wolfsschlucht,2.pp ruschenhain und 3. pp soolbach ...anbei ein foto vom bt11 ziegenberg als er noch am tage besetzt war..LG Bernd


Die eingezeichneten Postenpunkte waren nur die Standorte der nummerierten Grenzmeldenetz-Säulen, die auch als Orientierungspunkte für den Einsatz der Grenzposten dienten. Postenpunkte, an denen sich Grenzposten regelmäßig über die ganze Schichtlänge aufhielten, gab es hingegen nicht.
Bei Grenzalarm wurden die für die Abriegelung alarmierten Posten vom KGsi an die einzelnen Postenpunkte befohlen. Das waren i.d.R. die Alarm-Gruppe Gelände mit zwei Doppelposten plus die zwei Doppelposten der Alarm-Gruppe Kompanie. Der Suchposten, ebenfalls aus der Kompanie alarmiert, kontrollierte das GSZ-Feld, das ausgelöst hatte, auf "Anzeichen eines versuchten Grenzdurchbruchs".
Im normalen Grenzdienst handelte z.Bsp. der Nachtschicht-Posten Ziegelei-Zwinge im gesamten Bereich zwischen den Postenpunkten 50 und 60, wobei der Postenführer i.d.R. für jeweils die nächste Stunde ("X+60") den konkreten Teilbereich selbst festlegte und per "Entschluß" dem KGsi meldete.
Da zu meiner Zeit ein normaler Schichtaufzug in den gesamten Abschnitt der GK Silkerode fünf Doppelposten (10 Mann) umfaßte, waren natürlich nur wenige Postenpunkte besetzt. Diese fünf Doppelposten setzten sich aus zwei Doppelposten im Einsatz als A-Gruppe Gelände, einem Doppelposten im Abschnitt "Rechts" zwischen Postenpunkt 01 und 13, einem Doppelposten im Bereich Ziegelei Zwinge, der tagsüber auf dem Beobachtungsturm "53 oberhalb" Dienst tat, und einem Doppelposten auf dem Führungsstellenturm zusammen. Dadurch ergab sich, daß in großen Bereichen gar kein Grenzposten eingesetzt war, bzw. lediglich einmal täglich die A-Gruppe Gelände zwecks Kontrolle K6 durchfuhr. Hier "wachte" allein der Grenzsignalzaun.

Danke für das Foto, icke-ek71. Kommt es mir nur so vor, oder hat der BT Ziegenberg auf deinem Bild schon einen windschiefen Knacks weg ? 1987/88 war er deutlich niedriger, hatte nur etwa drei Betonringe zwischen Eingang und Kanzel, und war offiziell wegen Baufälligkeit gesperrt, inoffiziell waren wir natürlich desöfteren mal "oberhalb". (Wir zwei z.Bsp., RudiEK89.) Sieht so aus, als wäre zu deiner Zeit das GMN noch mit Freileitung ausgestattet gewesen.


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
RudiEK89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.03.2014 02:38 | nach oben springen

#46

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 13.03.2014 01:00
von harzstreuner | 45 Beiträge

Hier noch als Ergänzung zu meinen Einzeichnungen die vollständigen Listen der Postenpunkte, links die Nummern und Bezeichnungen, wie ich sie von den "Alten" übernommen habe, rechts der (auch eingezeichnete) Zustand nach der Neuordnung im Herbst 1987.



Wurden die Nummern und Bezeichnungen dann nach der Entlassung des 88/I-Jahrgangs vielleicht wieder geändert, RudiEK89 bzw. Mühli-HG88/2?

@ Korrektur zu Beitrag #27: Das Foto entstand nicht an GSä 1127, sondern an GSä 1125.


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
RudiEK89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.03.2014 02:02 | nach oben springen

#47

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 13.03.2014 17:35
von icke-ek71 (gelöscht)
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hallo harzstreuner,also der bt11 oben auf dem ziegenberg wurde in den tagschichten von posten besetzt..der turm hatte bei wind immer gewackelt und war meiner meinung nach instabil!!!auch elektrisch war er nicht angeschlossen,,,weder heizung noch scheinwerfer waren in betrieb..gezogen hat es da oben wie doll..so daß wir bei wind den turm eigenmächtig verlassen hatten!!auch ein gmn anschluß war oben nicht vorhanden..der war unten am bockmast!!das gmn war noch mit freileitung...an den postenpunkten war jeweils eine steckdose für der hörer..ja das war noch alles im aufbau als ich damals da war!!!LG Bernd (icke-ek71)


harzstreuner hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.03.2014 23:07 | nach oben springen

#48

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 13.03.2014 18:42
von Hansteiner | 1.415 Beiträge

Hallo Harzstreuner,

so eine genaue Liste der PP war bei uns nicht üblich. Als ich 74/2 in die 11.GK kam hatten wir noch Kompaniesicherrung und in unseren PT war doppelseitig eine handgezeichnete Karte mit den wichtigsten PP enthalten.
Dann zur Batt.-Sich., denke ich waren die Karten nicht mehr drin

VG H.



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#49

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 08.08.2014 01:55
von harzstreuner | 45 Beiträge

Im Winter 1986/87 gab es einen erfolgreichen Grenzdurchbruch entlang der Trennungslinie zwischen den Abschnitten der GK Silkerode und der GK Limlingerode unter sehr bemerkenswerten Umständen.
Die nachfolgende Geschichte beruht auf ziemlich identischen Erzählungen eines UaZ und eines BU der GK Silkerode, sowie eines Postenführers der GK Limlingerode, mit dem ich über dieses Ereignis sprach - ab und zu traf man ja an der RTL auf einen Posten der Nachbarkompanie.

Begriffserklärung:
GK = Grenzkompanie; ca. 80 Mann; eigenständiges militärisches Objekt
RTL/LTL = Rechte / Linke Trennungslinie (Nahtlinie zwischen den Grenzabschnitten zweier Grenzkompanien)
UaZ = Unteroffizier auf Zeit; Wehrdienstleistender, der seine Dienstzeit freiwillig auf 3 Jahre verlängerte, und dabei eine Unteroffiziersausbildung absolvierte
BU = Berufsunteroffizier
Gakl = Grenzaufklärer; Fähnriche und BU, die hauptsächlich als 1-Mann-Hinterlandsstreifen und auf dem vorgelagerten Hoheitsgebiet zur Aufklärung potentieller Grenzverletzungen eingesetzt wurden
K6 = ein etwa sechs Meter breiter Streifen aus geeggter Erde oder Sand, direkt DDR-seitig am vorderen Grenzzaun (GZ 1, unmittelbar an der Grenze); Grenzverletzungen aller Art sollten dort eindeutige Spuren hinterlassen; - selten gepflegt, war dieser Streifen meist in dafür unbrauchbarem Zustand, - von Rinnsalen zerfurcht, ausgeschwemmt und nur noch aus Kies bestehend, oder im Sommer hartgetrocknet, im Winter hartgefroren, - so daß er spurenfrei überschritten werden konnte
K2 = wie K6, aber DDR-seitig am GSZ, nur 2 Meter breit
GSZ = Grenzsignalzaun; der "Hinterlandszaun", 2 Meter hoch, zusätzlich mit Stacheldraht-Abweisern und empfindlicher elektrischer Niederspannungs-Signaltechnik ausgestattet
LPG = Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft; agrarischer Großbetrieb, auf wenige Dörfer begrenzt;
LPG-Vorsitzender, Pfarrer und dann erst der Bürgermeister waren das Macht-Triumvirat auf den Dörfern.
Interessantes Detail: Der Pfarrer in Zwinge war ein evangelischer, Zwinge war der erste Grenzort nördlich des katholischen Eichsfelds.


Erzählt wurde mir die Geschichte im Sommer 1987, im darauffolgenden Winter durfte ich dann in eigener Anschauung erleben, was Winter im Abschnitt bedeuten kann:

So gerieten wir einmal bei einer Kontrollstreife K6 zu Fuß ab Bornberg bis Zwinge kurz vor dem Hessenwinkel in einen heftig einsetzenden Schneesturm. Binnen weniger Minuten verringerte sich die Sichtweite auf maximal 25 Meter. Die letzten Orientierungsmöglichkeiten, - Kolonnenweg, Gelände, flache Vegetation, - verschwanden unter einer Schneedecke, die alles einebnete. Die Kontrolle des K6 war jetzt natürlich völlig sinnfrei, wenn selbst unsere frischen eigenen Spuren auf dem Kolonnenweg sofort verwehten. Mein Postenführer, ein BU-Gakl, meldete auch ungefähr so der Führungsstelle, daß wir unsere Kontrollaufgabe nicht erfüllen können, - als dort schon mehrere Auslösemeldungen vom GSZ eintrafen, auch im Bereich unseres momentanen Standorts. Als Abriegelungsposten verblieben wir dann also an Ort und Stelle - und sind dort die ganze Zeit auch der einzige Abriegelungsposten geblieben. Wir konnten fast nichts sehen, hörten auch nichts, und wären bestimmt gute Schneemänner geworden, wenn wir uns nicht ständig den Schnee von der Uniform geklopft hätten. Nach ein paar Stunden ließ der Schneesturm nach, und obwohl die nun sichtbare Landschaft jeden farblichen Kontrast verloren hatte, und Weiß in Weiß vor uns lag, war zumindest eine vage Orientierung im Gelände wieder möglich. Bald wurde auch die "Abriegelung" kommentarlos aufgehoben. Wir stapften also, nur langsam vorwärtskommend, am K6 weiter durch kniehoch liegenden Schnee, der in Senken bis über die Gürtellinie ging. An der Stellung Rothenberger Hof wurde die Kontrolle K6 dann auf Anweisung aus der Kompanie abgebrochen, - auch, weil unsere ursprünglich vorgesehene Einsatzzeit sich inzwischen fast verdoppelt hatte. Der weitere Dienstplan war Makulatur geworden. Alle GSZ-Auslösungen dieser Stunden wurden durch Schneeverwehungen verursacht, an vielen Stellen fungierte der GSZ geradezu als Schneefangzaun.

Ein anderes Mal hatte es schon mehrfach tagüber getaut und nachts neu überfroren, als wir vormittags als Alarmgruppe-Kompanie zum Tor 38 gerufen wurden. Ausgelöst hatte das GSZ-Feld neben dem Tor, Abriegelung sollte an den Postenpunkten 14 und 11 erfolgen. Unser LO, ein kleiner leichter Lkw, schlingerte schon mächtig auf dem Weg, und schaffte dann weder die Steigung nach links noch nach rechts aus der Morichschlucht heraus. So blieb der LO eben dort unten stehen und wir handelten zu Fuß weiter hinauf zu unseren Abriegelungspunkten. Die A-Gruppe Gelände, die von der FüSt aus entlang des Kolonnenwegs in den Abriegelungsbereich einfahren sollte, hatte es gleich gar nicht bis hierhin geschafft. Dabei dauerte es sehr lange, bis der Suchposten dahinterkam, was den GSZ ausgelöst hatte und auch nochmals auslöste: Eiskrusten, die von den direkt am Zaun stehenden hohen Nadelbäumen abfielen, in die Y-Abweiserdrähte auf dem Grenzsignalzaun krachten, diesen auslösten, dabei aber zersplitterten, - und keine "Spur" hinterließen.

Der Winter 1986/87 war aber noch kälter (im Eisenacher GAR hatten wir über mehrere Wochen bis minus 17 Grad), und Unmengen von Schnee müssen den Grenzabschnitt regelrecht verschüttet haben. Eine Art "Schneeräumdienst" mit Schiebeschild-Traktor oder gar Schneefräse war im Schutzstreifen wohl nicht vorgesehen, und so blieben Teile des Kolonnenwegs für einige Zeit für Kfz unpassierbar. Kontrollstreifen am K6 und am K2 sind nach frischen Schneefällen ein paarmal abgebrochen worden, bis nach mehreren Schichten wieder durchgängige Pfade freigetrampelt bzw. geschaufelt waren. Einige "Alte" erzählten mir, daß sie dann beispielsweise für die Kontrolle K6 zwischen Morichschlucht und Straße BB rund acht Stunden gebraucht hätten, - im "Kontrollstreifenschritt" war das sonst in einer Stunde zu schaffen. Außerhalb des Schutzstreifens räumte die LPG die Wege: Mehrere ZT und eine K7-Zugmaschine mit Schiebeschild - der Schnee war stellenweise grauschwarz vom Dieselruß, aber die Straße war frei.

Jetzt zum Grenzdurchbruch: Ich weiß nicht mehr sicher, ob ein GSZ-Feld beim linken Nachbarn ausgelöst hatte, und der alarmierte Suchposten, - oder aber eine routinemäßige Kontrollstreife am zugeschneiten und abgeschalteten GSZ - eindeutige Spuren der Übersteigung festgestellt hatte. Zwei Personen hatten mit Hilfe einer Schneewehe den Grenzsignalzaun ohne Hilfsmittel überwunden, und ihre Spuren verliefen in das große Waldgebiet zwischen den Zäunen. Da die Trennungslinie zwischen den Grenzabschnitten der GK Limlingerode und der GK Silkerode in unmittelbarer Nähe war, wurde auch die GK Silkerode alarmiert. Die Silkeroder Abriegelungskräfte sollten über Tor 38 und den Kolonnenweg ihre Abriegelungspositionen links vom PP 01 "Mastenweg" beziehen, kamen aber auf dem insbesondere in den Senken tief zugeschneiten Kolonnenweg nicht vorwärts. Den Abriegelungskräften von der GK Limlingerode muß es genauso ergangen sein. Es würde also noch länger gedauert haben, bis eine Abriegelung am Kolonnenweg zustande gekommen wäre. Nun lag im Wald unter den Bäumen eine viel niedrigere Schneeschicht, als auf dem Kolonnenweg in der Grenzschneise. Und außerdem war völlig unklar, welche Richtung die Grenzverletzer im Wald genommen hatten, bzw., ob sie in dem großen Waldgebiet nicht längst die Richtung verloren und sich verirrt hätten. In dieser Situation wurde einigen der am Bohlweg befindlichen Posten beider GK befohlen, durch das GSZ-Tor 31 in das Waldgebiet einzudringen, die Spur der Grenzverletzer aufzunehmen, um sie zu verfolgen und zu stellen. Zwei Posten, einer aus Limlingerode, einer aus Silkerode, fanden tatsächlich die Spur und verfolgten sie im höchstmöglichen Tempo. Nun lagen zwischen Grenzsignalzaun und vorderem Zaun an dieser Stelle mindestens 2500 Meter Luftlinie, der Wald war durchschnitten von Höhen und Senken, und der Schnee knietief. Physische Ausdauer war also nötig, zudem noch absolute Vorsicht, schließlich mußte mit allen erdenklichen Formen der Gegenwehr durch die Verfolgten gerechnet werden, ein Hinterhalt beispielsweise, oder diverser Waffeneinsatz. Auch durch die eigenen Kräfte, die vielleicht inzwischen ihre Abriegelungspunkte vorn am Kolonnenweg erreicht hatten, drohte Gefahr. Denn der Wald grenzte direkt an den Kolonnenweg, es gab kein freies Feld, auf dem die Abriegelungsposten hätten sehen können, wer da auf sie zuschnaufte. Außerdem war dieser Wald für die einfachen Grenzer ein unbekanntes, nie gesehenes Gelände, bot also keine Orientierung, wo man war und wie weit noch von der Grenze entfernt.

Den Erzählungen nach erreichten die beiden Doppelposten in Verfolgung der Spur schließlich die Kolonnenweg-K6-Schneise einige hundert Meter rechts der Trennungslinie. Auch dort war die Spurenlage eindeutig: Der vordere Grenzzaun war überwunden worden, die Flucht war gelungen.

PF des Silkeroder Postens war ein UaZ, ein sehr sportlicher, selbstsicherer und verwegener Typ, den ich "Wildkatze" genannt hätte, wenn er nicht schon einen anderen Spitznamen gehabt hätte. Er war es auch, der mich öfter "Streuner" nannte, weil ich mich oft für Dinge rechts und links des vorgesehenen Postenwegs interessierte, und wir dann häufig abseits der offiziellen Wege durchs Gelände streunten. Mit ihm war ich z.Bsp. auch in den Anlagen der Ziegelei in Zwinge, am Mahl- und Preßwerk, in der Kantine, auf dem Flachdach, in den noch warmen Ziegelbrennkammern. Wir saßen mit den Brennmeistern zusammen, die des Nächtens einsam über die Brennfeuer wachten, Kohlengrus nachschoben, die Luftzufuhr regelten und uns so manche Geschichte aus den Dörfern und von früheren Zeiten erzählten. Durch einen guten persönlichen Draht zu vielen KGsi hatte dieser UaZ einige Freiheiten, die die Grenzschichten mit ihm sehr interessant machten. Mit eben diesem UaZ lief ich (denke, daß das kein Zufall war) auch dessen Goldene Schicht, also die letzte Schicht seiner Grenzdienstzeit, und der KGsi erlaubte uns, vom Postenpunkt 01 "Mastenweg" an der EK-Buche vorbei quer durch den Wald zum Tor 31 am GSZ zu "streunen", - eben ungefähr jene Strecke, nur umgekehrt und ohne Schnee, die er bei diesem Grenzdurchbruch durch den verschneiten Wald gehastet war.

Später, als ich meine eigenen Postenführer-"Entschlüsse" an die KGsi meldete, war es mit der Streunerei, zumindestens zwischen den Zäunen, erstmal schwieriger. Statt Waldweg wurde Kolonnenweg befohlen. Vielleicht hatte es auch Zwischenfälle und in der Folge neue Richtlinien gegeben. Insbesondere bei Grenz- und Waldarbeiten und mit manchem Posten ging es aber trotzdem:
"49" - "49 empfängt" - "Die 56 an der 35, Bereich ohne. Mit Entschluß: Handeln im Bereich 35 bis 39, und melden uns von dort X 60 wieder" - "Bestätigt"
So ungefähr war der Wortwechsel einer stündlichen Postenmeldung über das Grenzmeldenetz. Die 49 war die Führungsstelle, die 56 der Posten. 35 und 39 waren die nummerierten Säulen des GMN. Befahl der KGsi jetzt kein "entlang Kolonnenweg", konnte man als Postenführer eben auch den Weg entlang Waldrand Hessenhain einschlagen, auch dieser Weg führte zur 39.

Die Umstände dieses Grenzdurchbruchs sind einigermaßen bemerkenswert: Allein die Idee, das Schneechaos an den Grenzanlagen nicht als Hinderungsgrund, sondern als Chance für einen Durchbruch auszunutzen, setzte voraus, daß man um diese Umstände detailliert und ortsbezogen Bescheid wußte. Denn an anderer Stelle, z.Bsp. im Bereich der Kammlinie an der "Hohen Straße" blieb der Kolonnenweg die ganze Zeit für Lkw und Motorrad passierbar, die oben beschriebenen Schwierigkeiten bei der Alarmabriegelung hätte es dort nicht gegeben. Daß der Grenzsignalzaun im Exremfall abgeschaltet wurde, wenn er schneebedingt nur noch "klingelte", ist ganz sicher weitestgehend geheimgehalten worden. Auch die so unterschiedlichen Schneeverhältnisse in der K6-Kolonnenweg-Schneise und im dichten Wald muß man wohl selbst gesehen haben. Daß die Grenzverletzer sich in diesem großen verschneiten Waldstück noch so zielgerichtet vorwärtsbewegt haben, setzt eine Ortskenntnis voraus, die z.Bsp. einfache Grenzer - bei aller "Streunerei" - kaum haben konnten. Möglicherweise liefen sie aber auch einfach nur nach Kompaß geradeaus. Nicht zuletzt die überdurchschnittliche physische Kondition, - war sie gezielt für diese Fluchtumstände antrainiert?
Dann wurde auch hier ein Meisterstück abgeliefert!

Im Winter 1987/88 bekam die Grenzkompanie Silkerode ein oder zwei Motorschlitten vom Typ "Buran". Sehr kräftig und schnell, erforderte es wohl einiges an Fahrpraxis, um sie sicher zu führen. Unser StKC hatte mit einigen Motorrad-Fahrern auf dem freien Feld vor dem Kompaniegelände das "Schlittenfahren" geübt, - die Technik sah recht praxistauglich aus, die Fahrt über Geländewellen aber wie Bullenreiten. Die Traktion verlief über breite Gummiraupen, die im Schnee sehr gut griffen, für geräumte Straße aber ungeeignet waren. Mit vier Mann ließen sie sich auf einen Lkw verladen. Durchaus möglich, daß die Motorschlitten in den zugeschneiten Schluchten gut vorwärts gekommen wären. Trotzdem standen sie dann ungenutzt in der Garage. Auf zentrale Anweisung wurden sie auf maximal 30 km/h gedrosselt, es hat anderswo wohl einige Unfälle gegeben. Im Grenzdienst-Einsatz sind sie mir nur einmal begegnet.


Gruß, der harzstreuner (April 1987/88 GK Silkerode)
Rothaut, Schreiber, hundemuchtel 88 0,5, HG19801, Adam, RudiEK89 und Lommelchen haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#50

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 09.08.2014 05:52
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Toller Bericht, danke.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#51

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 09.08.2014 08:32
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.492 Beiträge

schöner Bericht und gut geschrieben, Winter 86/87 war wirklich sehr unangenehm.

gruß h.


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#52

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 09.08.2014 10:08
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Prima Beitrag, der auch aufzeichnet, dass das aufwändig betriebene Grenzregime vor Mutter Natur die Segel streichen musste.

Noch einige Worte zu den weiter ober eingefügten Postenpunktauflistungen: Obwohl ich selbst in Silkerode stationiert war, kann ich mit den genannten Postenpunkten so gut wie nichts anfangen. Neuer Weg ist mir noch ein Begriff, weil sich an ihm schließlich die Grenzkompanie befand.

An Zwinge und besonders die Ziegelei mit dem Beobachtungsturm (ein Elfer, wenn ich mich recht entsinne) kann ich mich noch erinnern. Wir sind auch gern im Betriebsgebäude mit Kantine, Sauna, Brennkammern usw. herumgehoppelt. Gerechtfertigt wurden diese "Exkursionen" immer mit dem Entschluss "Kontrolle Unterschlupfmöglichkeiten für Grenzverletzer".
In Wahrheit waren wir jedoch nur neugierig und suchten nach Abwechslung. Dort wo die Ziegel gebrannt wurden, ritzten wir immer unsere Heimgangsdaten und sonstige EK-Parolen in die noch feuchten Mauersteine, um unser Elend der Nachwelt zu hinterlassen.
Für die Mitarbeiter der Ziegelbrennerei müssen unsere Streifgänge durch die nicht produzierenden Bereiche manchmal ärgerlich gewesen sein. Speziell wenn es draußen feucht war, hinterließen wir mit unseren Stiefeln überall Tapsen roten Tonschlamms.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#53

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 09.08.2014 23:27
von icke-ek71 (gelöscht)
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hallo HG19801,ich habe da etwas gefunden was dich in deiner erinnerung bestätigen wird!!!das war wirklich ein BT11 dort an der ziegelei!!!LG Bernd


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#54

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 10.08.2014 02:49
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Ah ja, ein BT11.

Das Foto könnte von einer Einweisungsstelle auf westlicher Seite gemacht worden sein, zu der die Leute kaffeefahrtmäßig zum Grenzergucken gekarrt wurden.

Ich habe mich da mal vor einer Gruppe Schaulustiger zum Ei gemacht. Wir hatten mit Dienstfahrrädern Posten in der Ziegelei bezogen und bekamen während des Aufzugs den Befehl irgendwohin zu handeln und mussten dabei mit den Radeln auf der ackerartigen Fläche vor der Brennerei herumkurven.
Klar kam es wie es kommen musste; ich packte mich samt Maschinengewehr und sonstigen mitzuführenden Gegenständen voll in den Dreck. Was für eine Blamage vor den Gaffern auf dem Beobachtungsgerüst.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#55

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 29.10.2014 16:49
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von icke-ek71 im Beitrag #53
hallo HG19801,ich habe da etwas gefunden was dich in deiner erinnerung bestätigen wird!!!das war wirklich ein BT11 dort an der ziegelei!!!LG Bernd

Ich war heute dort und habe Fotos gemacht. Auch von der GK Weilrode und Klettenberg.

Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#56

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 29.10.2014 23:18
von icke-ek71 (gelöscht)
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hallo andreas,zu meiner zeit war da ausser einer kleinen mauer am ende der schienen kein bt11!!der war oben auf dem ziegenberg!!dort an der ziegelei war genau die trennungslinie zwischen der 7.gk silkerode und der 8.gk jützenbach!!zu meiner dienstzeit sind da noch personenzüge bis zwinge gefahren..der bahnhof war endbahnhof!!bis zu dem tag als der lokführer und der heizer des personenzuges über die kleine mauer mit einer leiter die sie zum wasserfüllen brauchten..rübergemacht sind!!dort wo später der bt11 stand..gab es keinen postenpunkt..!!!wir waren am bahnhof zur personenkontrolle eingesetzt...und haben den gdb nicht verhindert!!!die beiden sind unversehrt rüber gekommen!!!LG Bernd


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zuletzt bearbeitet 30.10.2014 17:48 | nach oben springen

#57

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread

in Grenztruppen der DDR 31.10.2014 00:22
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Danke Bernd (@icke-ek71 )
bin von meinem dreitägigem Ausflug aus dem Südharz zurück. Das Gelände der ehemaligen Ziegelei in Zwinge ist mit Solarmodulen
überdeckt. Die GK. Silkerode und das Wohnhaus der ehem. Offiziere sind saniert. Die Fürst BB steht noch, war aber verschlossen, weil
man dort Kindergeburtstage und Familienfeiern buchen kann.
Den Grenzkrug in Klettenberg und das Grenzlandmuseum in Tettenborn habe ich besucht. Fotos habe ich gefertigt.
Später mehr.

Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#58

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread OSL Darmer

in Grenztruppen der DDR 06.01.2016 17:41
von Feldgieker | 8 Beiträge

Guten Tag!
Ich habe noch Erinnerungen vom Tod des OSL Darmer. Es stimmt das er erschossen wurde.Ja der Täter war angetrunken. Der Vorfall ereignete sich nach einer Party im Feierhaus im Pferdebachtal bei Heiligenstadt. Da war auch der Med-Punkt.
Ich hatte die Aufgabe die Gäste nach Hause zu fahren (Bereich Heiligenstadt). Vor mir wurde dieser OSL in einem UAZ Jeep gefahren. Er saß vorne rechts . Der Schütze hinter ihm. Kurz vor der S-Kurve Richtung Heiligenstadt hörten wir einen Knall. Mein Fahrgast sagte: Ein Schuß ist gefallen. Ich darauf : könnte auch ne Fehlzündung gewesen sein.(machte der UAZ gerne im Schiebebetrieb). Der Wagen vor uns fuhr auf einen Feldweg und drehte um. Wir fuhren zum Stab auf den I-Berg. Dort erfuhren wir das der OSL erschossen worden sei.



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#59

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread OSL Darmer

in Grenztruppen der DDR 06.01.2016 18:42
von mibau83 | 826 Beiträge
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#60

RE: Harzstreuners Silkerode-Thread OSL Darmer

in Grenztruppen der DDR 06.01.2016 19:46
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Darmer war zu meiner Zeit in Silkerode (1979/1980) Stabsoffizier. Ich weiß nicht mehr, ob er er damals im Bataillonsstab Jützenbach oder Regimentsstab Heiligenstadt seinen Dienst versah. Jedenfalls kam er öfter in die Kompanie.
"Ich bin Major Darmer!" stellte er sich lautplärrend vor, wobei er das "R" rollte. Und dann gab es meistens Stress, herrisch mäkelte er gern an allem herum und wir waren immer froh, wenn er sich wieder vom Acker machte.
Der Major war einer, der immer im Dienst war und so muss es ihm ein innerer Vorbeimarsch gewesen sein, dass sein Sohn eines Abends in die Dorfkneipe kam, in der wir unseren Ausgang verbrachten.
Als der Bursche in Uniform des Wachregiments "Feliks Dzierzynski" im Lokal erschient, wurde er lautjohlend "begrüßt" und setzte sich später an den Tisch, an dem auch ich saß.
Natürlich und leider bekam er mit, wie ausgelassen und ungezwungen wir Grenzer unsere freien Stunden verbrachten.
Am Tag darauf kam Major Darmer unangemeldet in die Kompanie und riss allen - vom Offizier bis zum kleinen Grundwehrdienstler - gewaltig den Arsch auf.
Tja, der Sohnemann hatte bei Papi gepetzt und der Alte machte nun alle zu Schnecke.


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aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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