#241

RE: Potsdam,die Fachhochschule des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.01.2014 20:38
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von ehem. Hu im Beitrag #240
Nee, ich antworte gern und ehrlich auf Fragen, aber das Thema ist doch zerschossen.

friedliche Grüße Andreas


...eben deshalb...


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#242

RE: Potsdam,die Fachhochschule des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.01.2014 21:04
von damals wars | 12.212 Beiträge

Gab es den ähnlich wie bei der Ausbildung bei den Generälen,eine gemeinsame Ausbildung der Führungskräfte in der SU?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#243

RE: Potsdam,die Fachhochschule des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.01.2014 09:21
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #242
Gab es den ähnlich wie bei der Ausbildung bei den Generälen,eine gemeinsame Ausbildung der Führungskräfte in der SU?


Es gab eine enge Kooperation zwischen den Führungsgremien des MfS und des KGB.
Führungskräfte des MfS besuchten in der SU Fachhochschulen.

Oft war es ein Studium an der Hochschule für Internationale Beziehungen in Moskau (IMO).

seaman

Quelle: Bernd Fischer "Der grosse Bruder"
Wie die Geheimdienste der DDR und UdSSR zusammenarbeiteten.

seaman


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#244

RE: Potsdam,die Fachhochschule des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.02.2014 18:36
von RUnger | 66 Beiträge

Hallo Leute

Man sollte bei Beantwortung der Frage beachten, welche Verwendung beim MfS vorgesehen war (Dienstlaufbahnordnung). Generalstabsakademie in der SU werden die wenigsten MfS-Generale besucht haben. IMO vielleicht, aber da gab es ja die FHS Potsdam für Promotionen und Hochschulabschüsse.
Mein Hochschulabschluß ist von einer militärischen Einrichtung der DDR, also nicht nur rein Offizier.
MfG R. Unger



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#245

RE: Potsdam,die Fachhochschule des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.03.2014 10:13
von Merkur | 1.025 Beiträge

Bekanntlich hatte das MfS eine eigene Hochschule in Potsdam - Golm. Die offizielle Bezeichnung lautete "Juristische Hochschule Potsdam des Ministeriums für Staatssicherheit." Es gab demnach keine "Fachhochschule des MfS", wie im Thema fälschlich benannt. An der Schule in Potsdam-Golm bzw. an ihren Außenstellen, wurden Mitarbeiter des MfS zu Fachschuljuristen und Hochschuljuristen im Fernstudium bzw. im Direktstudium ausgebildet. Eine Reihe Mitarbeitern, insbesondere leitende Kader, promovierte auch an der JHS.

Die Schule des MfS wurde bereits 1951 in Potsdam-Golm eröffnet. In der Rede zur Eröffnung der Schule betonte Walter Ulbricht "Höhere Aufgaben erfordern höheres Wissen; deshalb eröffnet das Ministerium für Staatssicherheit heute diese Schule." Dies war vor allem dem geschuldet, dass das MfS aus der Arbeiterklasse entstand und diese bis dahin kaum ein Bildungsprivileg und damit eine höhere Bildung genossen hatte. Es kam also erst einmal darauf an, den Kursanten ein umfassendes Allgemeinwissen und ein politisches Grundwissen zu vermitteln.
1965 wurde der Schule des Ministeriums für Staatssicherheit der Status einer "Hochschule für die juristische Ausbildung" verliehen. Mit dem Status einer Hochschule begann eine neue Etappe der Qualifizierung der Mitarbeiter und ihrer allseitigen wissenschaftlichen Befähigung. Bei der Eröffnung der Schule besaßen nur wenige Lehrkräfte eine Hochschulbildung, 1965 standen aber bereits erfahrene und wissenschaftlich qualifizierte Kader für die Lehrtätigkeit zur Verfügung. Dieser Trend setzte sich bis Anfang 1990 wesentlich fort.
Auch bereits 1965 wurde eine nächste Etappe der Qualifizierung des Lehrkörpers eingeleitet, indem sich in ein Teil des Lehrkörpers (ca. ein Drittel) auf die Promotion vorbereitete. Das Promotionsrecht A erhielt die Juristische Hochschule 1968, dass Promotionsrecht B 1981.

Die JHS hatte 1989 folgende Struktur:

Dem Rektor der JHS waren unterstellt:

- Sekretariat des Rektors,
- Büro der Leitung,
- Institut für Internationale Beziehungen,
- Abteilung Wissenschaftsorganisation,
- Abteilung Kader,
- Abteilung Rückwärtige Dienste,
- Abteilung Finanzen,
- Abteilung Med. Dienst,
- Wissenschaftlicher Rat,
- SED Grundorganisation.

Dem 1. Stellvertreter des Rektors für Forschung und Information / Dokumentation waren unterstellt:

- Abteilung Information / Dokumentation,
- Arbeitsgruppe Politisch - operative Sicherung,
- Nichtstrukturelle Arbeitsgruppe Sicherheit der Dienstobjekte.

Dem Stellvertreter des Rektors für Ausbildung und Erziehung waren unterstellt:

- Abteilung Hochschuldirektstudium,
- Abteilung Hochschulfernstudium / Weiterbildung,
- Lehrstuhl Hochschulmethodik und Unterrichtsmittel,
- Hauptaußenstellen und Außenstellen,
- Lehrgangsleiter.

Der Sektion Marxismus - Leninismus waren folgende Lehrstühle angegliedert:

- Wissenschaftlicher Kommunismus,
- Marxistisch - leninistische Philosophie,
- Politische Ökonomie des Sozialismus / Wirtschaftspolitik,
- Probleme des Imperialismus,
- Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung und des MfS,
- Sprachausbildung,
- Interdisziplinäres Lehr- und Studienkabinett.

Der Sektion Rechtswissenschaft waren folgende Lehrstühle angegliedert:

- Rechtsprobleme der Leitung und Sicherung der Volkswirtschaft,
- Strafrecht / Sozialistische Kriminologie,
- Strafprozeßrecht / Untersuchungsarbeit im MfS,
- Rechtstheorie / Staatsrecht,
- Völkerrecht.

Der Sektion Politisch - operative Spezialdisziplin waren folgende Lehrstühle angegliedert:

- Grundprozesse der politisch - operativen Arbeit,
- Operative Psychologie,
- Politisch - operative Leitungswissenschaft,
- Kriminalistik,
- Spionageabwehr,
- Politisch - ideologische Diversion / Politische Untergrundtätigkeit,
- Volkswirtschaft,
- Staatsgrenze.

An der dargestellten Struktur lässt sich das Studienprofil ableiten. Allerdings lässt sie keine Aussage zu, wie die Studieninhalte zeitlich aufgeteilt waren. Dazu evtl. später mehr. 1989 hatte die JHS des MfS 758 Mitarbeiter (ohne Studenten).



GilbertWolzow, Lutze, passport, Pitti53, elster427 und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#246

RE: Potsdam,die Fachhochschule des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.03.2014 10:20
von WernerHolt (gelöscht)
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danke merkur für deinen beitrag und schön das du wieder was fachliches einbringst und schreibst


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#247

RE: Potsdam,die Fachhochschule des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.03.2014 21:34
von Major Tom | 855 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #245
1989 hatte die JHS des MfS 758 Mitarbeiter (ohne Studenten).


Donnerwetter, da waeren so manche Unis froh soviele Studenten zu haben...


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
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#248

RE: Potsdam,die Fachhochschule des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.03.2014 22:11
von Harzwanderer | 2.940 Beiträge

Ich finde interessant, wie wenig "Jura" offenbar dabei war. Richtige Juristen pauken doch von früh bis spät Gesetze und analysieren irgendwelche Fälle. Und die Golmer nannten sich dann trotzdem Juristen mit Hochschulabschluss. Vielleicht hätte man es eher Militärakademie des MfS oder so nennen sollen? Den Aspekt Rechtswissenschaft hätte ich bei dem geringen Anteil jedenfalls nicht so hervorgehoben, auch wenn es vielleicht auch nur als unverfängliche Tarnung gedacht war.


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#249

RE: Potsdam,die Fachhochschule des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.03.2014 08:54
von elster427 | 789 Beiträge

Der Sektion Rechtswissenschaft waren folgende Lehrstühle angegliedert:

- Rechtsprobleme der Leitung und Sicherung der Volkswirtschaft,
- Strafrecht / Sozialistische Kriminologie,
- Strafprozeßrecht / Untersuchungsarbeit im MfS,
- Rechtstheorie / Staatsrecht,
- Völkerrecht.

Der Sektion Politisch - operative Spezialdisziplin waren folgende Lehrstühle angegliedert:

- Grundprozesse der politisch - operativen Arbeit,
- Operative Psychologie,
- Politisch - operative Leitungswissenschaft,
- Kriminalistik,
- Spionageabwehr,
- Politisch - ideologische Diversion / Politische Untergrundtätigkeit,
- Volkswirtschaft,
- Staatsgrenze.


@Harzwanderer , wie kommst du darauf das es hierbei nicht um juristische Lehrinhalte handelte. Zu all diesen Themen gehörte das Strafgesetzbuch und die Strafprozessordnung der DDR ,sowie andere Gesetze als Studienmaterial dazu.
Deine Aussage passt zu dem Versuch , dieses Studium in der BRD nicht anzuerkennen.
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
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#250

RE: Potsdam,die Fachhochschule des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.03.2014 09:18
von Merkur | 1.025 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #248
Ich finde interessant, wie wenig "Jura" offenbar dabei war. Richtige Juristen pauken doch von früh bis spät Gesetze und analysieren irgendwelche Fälle. Und die Golmer nannten sich dann trotzdem Juristen mit Hochschulabschluss. Vielleicht hätte man es eher Militärakademie des MfS oder so nennen sollen? Den Aspekt Rechtswissenschaft hätte ich bei dem geringen Anteil jedenfalls nicht so hervorgehoben, auch wenn es vielleicht auch nur als unverfängliche Tarnung gedacht war.


Ich hatte bewusst geschrieben:

"An der dargestellten Struktur lässt sich das Studienprofil ableiten. Allerdings lässt sie keine Aussage zu, wie die Studieninhalte zeitlich aufgeteilt waren."



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#251

RE: Potsdam,die Fachhochschule des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.03.2014 11:25
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #250
An der dargestellten Struktur lässt sich das Studienprofil ableiten. Allerdings lässt sie keine Aussage zu, wie die Studieninhalte zeitlich aufgeteilt waren.

Na die Struktur, wenn auch etwas anders gegliedert, brachte ja @passport in bereits in #13, also bevor es arg drollig wurde in diesem Thread. Aber zumindest der einer der diensthabenden Trolle erkannte seinen Anteil im Beitrage #171 reumütig an und hielt dann auch erstemal die Füße stille, der andere wurde suspendiert, na egal ... zum Thema:

Was ist jetzt an der Stundenaufteilung sooo geheim? In #122 schilderte doch @ehem. Hu schon die Schwerpunkte beim M/L weiter schrieb er Die klassische juristische Ausbildung machte vielleicht etwa 20 % aus. Warum dann also so eine Geheimniskrämerei, zumal die Zahlen für des Hochschuldirektstudium von 1986 öffentlich zugänglich sind ...

1Grundlagen des Marxismus-Leninismus316
2Die Arbeit mit IM sowie die Anwendung ausgewählter operativer und kriminalistischer Mittel und Methoden259
3Grundfragen der marxistisch-leninistischen Theorie des sozialistischen Staates und des sozialistischen Rechts, des Staatsrechts der DDR und des Völkerrechts167
4Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung und des MfS115
5Grundfragen der marxistisch-leninistischen Imperialismusanalyse und der vom Imperialismus ausgehenden Subversion gegen den realen Sozialismus203
6Operative Psychologie131
7Politisch-operative Grundlagenarbeit zur Sicherung von gesellschaftlichen Bereichen, Territorien und Personenkreisen309
8Grundfragen der Verwirklichung des Rechts im Kampf gegen die subversiven Angriffe des Feindes325
9Die Bearbeitung von Operativen Vorgängen258
10Grundfragen der Leitung der politisch-operativen Arbeit und der Nutzung der EDV in der politisch-operativen Arbeit109
11Ausbildung in der russischen Sprache144
12Militärische Ausbildung280

Quelle: Günter Förster: Die Juristische Hochschule des MfS (MfS-Handbuch).Hg. BStU. Berlin 1996. Seite 7f.
http://www.nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0292-97839421302265

Hervorheben möchte ich aus diesen Zahlen mal die doch recht geringe Anzahl von 131 Stunden für die Operative Psychologie. Noch weniger Stunden wurde nur für die EDV (109) und Geschichte (115) gegeben. Sogar das fünfte Rad am Wagen eines Hochschulstudiums in der DDR, das (Achtung, Ironie) allseits geliebte Russisch wurde mit 144 Stunden umfangreicher vermittelt.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.03.2014 11:27 | nach oben springen



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