#41

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 18:10
von Küchenbulle 79 | 533 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #26
wie hieß es immer so schön,

"Das Leben in der Zone ist nur im Suff zu ertragen"


Und wie erklaerst du das Komasaufen in der Westzone?Haben die mit 14 Jahren schon die Schnauze voll????


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#42

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 18:13
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Ganz einfach: Der DDR-Spruch suggeriert Verzweiflung - das Komasaufen zeugt von Übermut - nicht nur im Westen


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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zuletzt bearbeitet 05.01.2014 18:14 | nach oben springen

#43

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 18:14
von Rostocker | 7.736 Beiträge

Ich kann mich noch erinnern,wir sind abends zu Disco, haben auch so manches mal anständig ein gebächert. Aber wir standen morgens pünklich auf Arbeit. Hatten einen Meister, der sagte immer--wer abends saufen kann, kann auch morgens pünktlich zu Arbeit erscheinen. Also ich bedaure meine Jugendzeit in der DDR Zeit nicht---auch wenn es von einigen Usern nicht gern gehört wird. Aber es war halt mein Leben.


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#44

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 18:15
von Lutze | 8.042 Beiträge

die Kinder vom Bahnhof Zoo,
aus DDR-Sicht sehr interessant
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#45

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 18:17
von Hans | 2.166 Beiträge

Oder um es mit etwas härteren Worten meines Erzeugers wiederzugeben :
Wer sich abends den Arsch vollsäuft, muß morgens auch den Arsch haben, aufzustehen und zu arbeiten. Sri -ein Zitat !
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#46

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 18:18
von Küchenbulle 79 | 533 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #44
die Kinder vom Bahnhof Zoo,
aus DDR-Sicht sehr interessant
Lutze


Oder eben auch,ein Spiegelbild der damaligen Gesellschaft?


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#47

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 18:18
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Mal im Ernst und objektiv:
In der DDR wurde von breitesten Bevölkerungskreisen regelmäßig Alkohol konsumiert, zu jedem möglichen Anlaß, auch und besonders auf Arbeit.
Eine Schapsflasche war damals ein beliebtes Geschenk. Heute ist sowas eher anrüchig.
Das härteste, Schapsdrinken, selbst in der guten Gaststätte, ist heute aus der Mode gekommen.

Aber die Komasäufer waren und sind eine Minderheit. Den Konsum brachte in der DDR die "brave" Masse, die trotzdem ordentlich arbeitete (siehe unten).


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 05.01.2014 18:22 | nach oben springen

#48

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 18:20
von Heckenhaus | 5.159 Beiträge

Manchmal frage ich mich, in welchem Arbeitsumfeld sich Einige aufhalten mußten. Diese hier teilweise geschilderten
Zustände wie abholen zur Arbeit ect. kenne ich nicht. Wir waren einfach pünktlich morgens anwesend, hatten unsere
Arbeit, machten diese nach bestem Wissen und Gewissen und Schluß. Das kenne ich so seit Mai 1970, seit der Entlassung
vom Grenzdienst. Und das alles sogar ohne Parteibuch oder sonstige Zwänge.
Wir waren ein Team, manchmal bis zu 25 Mann, und wir hielten zusammen, auch wenn es mal um Überstunden ging.
Alkohol was fast kein Thema, mal ein Bier und weiter gings. Oder in der Pause kreiste eine Flasche.
Aber jedes Zuspätkommen oder Ausfall durch Suff wäre negativ in der Lohntüte aufgefallen, deshalb hielt das auch den
letzten Spritti von gröberenTrinkversuchen ab.
Mein Eindruck ist, auch im Meinungsaustausch an anderern Stellen zu diesem Thema, es wird herbe Männlichkeit
hervorgehoben, wir haben getrunken, uns konnte keiner.
.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#49

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 18:22
von Hans | 2.166 Beiträge

Hm-
die Kinder vom Bahnhof Zoo,
mit einem kleinen, feinen Unterschied, lieber Lutze.
S. meine Bahnhofsbeschreibungen-ach die kennst Du ja-
Gegen Loddel und gegen sexuelle Ausbeutung Minderjähriger ist die VP - zu Recht- massiv vorgegangen. (Mit allen damit verbundenen Erscheinungen)
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#50

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 19:00
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Heckenhaus im Beitrag #48
Manchmal frage ich mich, in welchem Arbeitsumfeld sich Einige aufhalten mußten. Diese hier teilweise geschilderten
Zustände wie abholen zur Arbeit ect. kenne ich nicht. Wir waren einfach pünktlich morgens anwesend, hatten unsere
Arbeit, machten diese nach bestem Wissen und Gewissen und Schluß. Das kenne ich so seit Mai 1970, seit der Entlassung
vom Grenzdienst. Und das alles sogar ohne Parteibuch oder sonstige Zwänge.
Wir waren ein Team, manchmal bis zu 25 Mann, und wir hielten zusammen, auch wenn es mal um Überstunden ging.
Alkohol was fast kein Thema, mal ein Bier und weiter gings. Oder in der Pause kreiste eine Flasche.
Aber jedes Zuspätkommen oder Ausfall durch Suff wäre negativ in der Lohntüte aufgefallen, deshalb hielt das auch den
letzten Spritti von gröberenTrinkversuchen ab.
Mein Eindruck ist, auch im Meinungsaustausch an anderern Stellen zu diesem Thema, es wird herbe Männlichkeit
hervorgehoben, wir haben getrunken, uns konnte keiner.
.


Ist Schade, das man immer gleich als Dummschwätzer hingestellt wird, wenn man etwas berichtet was man als Lehrling 1968 erlebt hat. Es war ein großer VEB-Betrieb und da habe ich es so erlebt! Später arbeitete ich ihn einen kleinen Betrieb, da gab es so etwas auch nicht! Weiß nicht, warum einige Mitglieder sich daran aufhängen und es als schlecht machen halten? Wen man so etwas nicht kennt, liest man es und gut! Sagt seine Meinung dazu, das ist ja richtig, aber nicht die Mitglieder fertig machen, die wissen von was sie schreiben!Von hören und sagen, würde ich zum Beispiel nichts Kund geben!
Grüsse Steffen52


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#51

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 19:10
von Grenzgänger (gelöscht)
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Zitat von Heckenhaus im Beitrag #48
Manchmal frage ich mich, in welchem Arbeitsumfeld sich Einige aufhalten mußten. Diese hier teilweise geschilderten
Zustände wie abholen zur Arbeit ect. kenne ich nicht. .........nach bestem Wissen und Gewissen und Schluß. Das kenne ich so seit .......Alkohol was fast kein Thema, mal ein Bier und weiter gings. Oder in der Pause kreiste eine Flasche. ....... Mein Eindruck ist, auch im Meinungsaustausch an anderern Stellen zu diesem Thema, es wird herbe Männlichkeit
hervorgehoben, wir haben getrunken, uns konnte keiner.
.


.. bei dir war es so- bei anderen anders.
Wenn alle alles gleich erlebt hätten- wie langweilig wäre das Leben (und das Forum)...

Siggi


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#52

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 19:17
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Ich habe auch von 1970-1973 in einem großem VEB gearbeitet(Carl Zeiss Jena) . Dort gab es auch keine Alkoholorgien

Aber nach der Arbeit auf ein Feierabendbier oder auch zwei war normal. Aber wehe dem der nächsten Tag nicht pünktlich erschien!!

Lohnabzug und Nacharbeit waren angesagt. Da wachte der Meister drüber

Es kam immer sicher auf den jeweiligen Betrieb an...Unsitten kann man schwer wieder austreiben

War bei den GT nicht anders.


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#53

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 19:23
von DoreHolm | 7.714 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #48
Manchmal frage ich mich, in welchem Arbeitsumfeld sich Einige aufhalten mußten. Diese hier teilweise geschilderten
Zustände wie abholen zur Arbeit ect. kenne ich nicht. Wir waren einfach pünktlich morgens anwesend, hatten unsere
Arbeit, machten diese nach bestem Wissen und Gewissen und Schluß. Das kenne ich so seit Mai 1970, seit der Entlassung
vom Grenzdienst. Und das alles sogar ohne Parteibuch oder sonstige Zwänge.
Wir waren ein Team, manchmal bis zu 25 Mann, und wir hielten zusammen, auch wenn es mal um Überstunden ging.
Alkohol was fast kein Thema, mal ein Bier und weiter gings. Oder in der Pause kreiste eine Flasche.
Aber jedes Zuspätkommen oder Ausfall durch Suff wäre negativ in der Lohntüte aufgefallen, deshalb hielt das auch den
letzten Spritti von gröberenTrinkversuchen ab.

Mein Eindruck ist, auch im Meinungsaustausch an anderern Stellen zu diesem Thema, es wird herbe Männlichkeit
hervorgehoben, wir haben getrunken, uns konnte keiner.
.


Grün: Ja, das isses ! Konsequenzen ! Und wo es die nicht gab, weil derjenige an unsere Firma "vermittelt" wurde, war das auch mit der Auflage verbunden, in quasi durchzuschleifen. Man wollte damit verhindern, daß er wieder die Straße zu seiner Heimstätte macht und die Scheibe eines Schnapsladens einschlägt. Hatte es vor längerer zeit schon mal woanders geschrieben. Vermittelt an uns (ein Zigeuner, daher Opfer des NS, obwohl noch jung), nur halbe Leistung. Rest wurde als "Durchschnitt" bezahlt. War so gewollt, die Gewerkschaften haben da mit ihrenmsehr übertriebenen Einsatz für die Arbeiterklasse keine sehr rühmliche Rolle gespielt. Einanderer hat jeden Spätherbst eine Scheibe des Schnapsladens eingeschlagen, sich volllaufen lassen, damit die VP ihn findet. Wiederholungstäter, die Logie mit Verpflegung und beheizter Bude für den Winter war gesichert.



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#54

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 19:24
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Hab ich doch oben schon geschrieben, daß es eine zu vielen Anlässen und im Alltag mäßig konsumierende und trotzdem disziplinierte Mehrheit gab - nicht zu verwechseln mit Säufern.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.01.2014 19:36 | nach oben springen

#55

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 19:28
von DoreHolm | 7.714 Beiträge

Unsere Brigade war die Abteilung F/E sowie Qualitätskontrolle, also das Labor. Zu den monatlichen Arbeitsschutzbelehrungen war es regelmäßig Usus, daß nach der Belehrung eine flasche "Altmeister"-Likör geleert wurde. Bei unseren ca. 12 - 14 Leuten war das ein Doppelter. Irgendwann wurde das nicht mehr gemacht. Da hatte wohl der GF mal was mitbekommen.



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#56

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 19:35
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #52
Ich habe auch von 1970-1973 in einem großem VEB gearbeitet(Carl Zeiss Jena) . Dort gab es auch keine Alkoholorgien

Aber nach der Arbeit auf ein Feierabendbier oder auch zwei war normal. Aber wehe dem der nächsten Tag nicht pünktlich erschien!!

Lohnabzug und Nacharbeit waren angesagt. Da wachte der Meister drüber

Es kam immer sicher auf den jeweiligen Betrieb an...Unsitten kann man schwer wieder austreiben

War bei den GT nicht anders.


das ist ja Doppelbestrafung,aber für so ein Ausbeuterstaat wie die DDR auch nichts ungewöhnliches.Davon musst du mal deinen Nachfolgekollegen in Oberkochen berichten. Die würden vielleicht Augen machen


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#57

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 20:00
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Was sich in diesem Zusammenhang aber nicht so recht ermitteln läßt ist, inwiefern die Arbeit noch als Stabilisator des Gewohnheitstrinkers lebensrettend war.
Die Klientel, die direkt aus der Nachtschicht noch ihre Kartenspiele in der Rangiererbude machte und sich nach Öffnung der Bahnhofskneipe dort noch weitere Stunden aufhielt stand nach ihrem aktiven Berufsleben, insbesondere dem unerwartet frühzeitigem Vorruhestand bzw. dem Ausscheiden aus dem Unternehmen vor gewaltigen Problemen, wenngleich die Eisenbahner im höheren Alter materiell und sozial erheblich besser gestellt waren als die Werktätigen mancher flott abgewickelten Kombinate.
Viele von denen haben die Kurve nicht mehr gekriegt und sind wenige Jahre nach dem aktiven Dienst hauptsächlich an ihrem Alkoholmißbrauch verstorben ohne das reguläre Rentenalter überhaupt zu schaffen.
Wann immer man denen in der unmittelbaren Nachwendezeit begegnet war, sprachen sie überwiegend wehmütig über ihre Eisenbahnerzeit, nur wenige blühten danach wirklich auf und genossen die neuen Freiheiten.
Legt mir das von mir aus als neue prosozialistische Argumentationswelle aus, aber den Schwächsten Halt zu geben ist allein eine Urkompetenz des ansonsten gescheiterten sozialistischen Staatswesens.
Die Programme der Neuzeit zur Therapie für Alkoholiker sind zwar gut gemeint wenn auch extrem teuer, aber die Einfachheit und Effizienz mit der man im Sozialismus für die maximale Integration (mittels Vollbeschäftigung) der gesellschaftlichen Randgruppen gesorgt hatte war einfach nur vorbildlich.
Im Vorfeld einer solchen Bewertung muß man jedoch dringend klären, ob die Hochprozentigen der Anfang oder das Ende der Kausalkette waren.
Für mich persönlich war der Alkoholmißbrauch im Sozialismus weder primär von Tristesse, Unzufriedenheit oder Protest getrieben sondern von den flächendeckenden Möglichkeiten des uneingeschränkten Zugriffs auf diesen Seelentröster, der oft nur für den Moment ein Helfer war.
Teilweise mag es auch Gruppendynamik gewesen sein, ich denke hier an die feucht- fröhlichen Erinnerungen vieler Militärangehörigen aber das hielt ja nach dem Wehrdienst nur bei den wenigsten an- aber auch die Umzüge anläßlich der Jugendweihe waren für viele auch die erste Begegnung mit dem Alkohol und wenn das zur Aufnahme in die Reihen der Erwachsenen eine Symbolik hatte, bringt das schon eine fatale Akzeptanz dieser Gefahr zum Ausdruck.



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#58

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 20:05
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Möchte hier nicht einfach alles so hinnehmen, wie es meistens geschildert wird . Mit 28 Jahren wurde ich von meinen damaligen Vorgesetzten überzeugt , einen Meisterbereich zur Instandhaltung von Baumaschinen zu übernehmen . Ab Januar 79 begann dann die taufe mit dem chaotischen Wintereinbruch. Da ich schon zig Jahre dort im Bereich tätig war , wußte ich über das Verhalten der Kollegen in Punkto Alkohol bescheid . Man versprach mir zwar mich immer zu unterstützen , aber dabei blieb es nun mal . Wenn Kollegen Geburtstag hatten , dann fanden einige aber kein Ende . Also war es üblich den ganzen Tag sich in irgendwelchen Bereichen aufzuhalten . Wenn ich mit ihnen Stunk anfing, dann bekam ich gleich die Antwort , dein Hauptmechaniker , oder der Produktionsdirektor , die sind gerade hier von der Party verschwunden .
Was so in allen Abteilungen der Firma gesoffen wurde , unglaublich .Wenn die BG -leitung zum Frauentag alles vorbereitete , so dauerte sie Vorbereitung meistens 3 Tage mit Vorfeier - Hauptfeier-Nachfeier . Auch kam es mal vor das Betriebsfeiern und damit verbundene Auszeichnungen auch mal am Sonntag stattfanden , Montagsfrüh im Betrieb , war ausnüchtern angesagt .
Fuhr mal eine Kontrollgruppe in den Außenbetrieben , so kamen der Personenkreis nicht zur Kontrolle , der Abteilungsleiter wußte sie zu bewirten.
Da mir in bestimmten Bereichen auch mal Arbeitskräfte fehlten , bekam ich von der Personalabteilung Kräfte zu gewiesen , die es damals schon schwer hatten , sich an den normalen Arbeitsalltag, zu gewöhnen . Besonders ein ehemalige Offiziersanwärter der von der Armee endlassen wurde , hatte mir auch mal das Leben schwer gemacht , Da sein Vater eine bestimmte Person im Rat des Kreise war , hatte er im Betrieb eine gesonderten Namen . In den ersten Wochen gab es keine Probleme , aber als er dann warm wurde , fehlte er plötzlich einige Tage , der Krankenschein wurde dann später nachgereicht. Aber es gab auch mal Tage , da erschien er erst gegen Mittag. so etwas blieb ja nicht im Betrieb ungescholten. So musste ich zur Auswertung seines Verhalten zum Vorgesetzten , daraus resultierend , durfte ich den Kollegen , wenn er nicht zur Arbeit erschien , morgens zu Hause wecken und ihn dann mit zur Arbeit nehmen . das ging so fast ein halbes Jahr lang , Doch eines Tages kündigte er seine Arbeitsstelle, Einiges habe ich damals schon während meiner Tätigkeit erlebt ,abgesehen von der Verantwortung bis hin zur Bereitstellung von reparierten Baumaschinen. MfGratata


Feliks D. und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.01.2014 20:15 | nach oben springen

#59

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 20:08
von Rostocker | 7.736 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #56
Zitat von Pitti53 im Beitrag #52
Ich habe auch von 1970-1973 in einem großem VEB gearbeitet(Carl Zeiss Jena) . Dort gab es auch keine Alkoholorgien

Aber nach der Arbeit auf ein Feierabendbier oder auch zwei war normal. Aber wehe dem der nächsten Tag nicht pünktlich erschien!!

Lohnabzug und Nacharbeit waren angesagt. Da wachte der Meister drüber

Es kam immer sicher auf den jeweiligen Betrieb an...Unsitten kann man schwer wieder austreiben

War bei den GT nicht anders.


das ist ja Doppelbestrafung,aber für so ein Ausbeuterstaat wie die DDR auch nichts ungewöhnliches.Davon musst du mal deinen Nachfolgekollegen in Oberkochen berichten. Die würden vielleicht Augen machen


Das erzähle mal die 1 Euro Jobber,die heute für ihre Arbeitskraft ausgebeutet werden in diesen Staat.


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#60

RE: Prost, oder die etwas andere Seite des Sozialismus

in Leben in der DDR 05.01.2014 20:12
von Harra318 | 2.514 Beiträge

@Rostocker , ich habe gar keine Zeit den das zu erzählen. Möchtest du wirklich von mir eine Aufstellung haben was Hartz IV Bezieher an Leistung in Anspruch nehmen können, wo andere dafür arbeiten müssen?


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