#21

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 04.01.2014 20:19
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Zitat von Hansteiner im Beitrag #20
Zitat von Mike59 im Beitrag #19
Zitat von Hansteiner im Beitrag #18
Ich glaube wir reden aneinander vorbei
H.

Kommt mir auch so vor.
Also wenn ich lese: "vor den Sperranlagen", dann ist das für mich das Vorgelagerte. Was meinst du denn?


Die bezeichnungen "vor" und "hinter" wurden doch nicht verwendet.

H.

Nee? wie wurde das bei euch bezeichnet?

Nachtrag: Gab es nicht die Bezeichnungen: Hinter dem GSZ, zwischen den Zäunen und vor dem Zaun? Abgesehen von Freund- und Feindwärts?


zuletzt bearbeitet 04.01.2014 20:22 | nach oben springen

#22

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 04.01.2014 20:26
von Rostocker | 7.731 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #19
Zitat von Hansteiner im Beitrag #18
Ich glaube wir reden aneinander vorbei
H.

Kommt mir auch so vor.
Also wenn ich lese: "vor den Sperranlagen", dann ist das für mich das Vorgelagerte. Was meinst du denn?


Wir wissen, aber was gemeint ist. Wenn nicht, binde ich mir heute noch das Pionierhalstuch.


Hansteiner hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#23

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 04.01.2014 20:46
von utkieker | 2.926 Beiträge

Tja der GAK war schon ein vielseitig verwendetes Wesen mal war er Postenführer feindwärts der Minensperre, mal war er "Solo" im Hinterland. Die Meisten von uns waren wohl zwischen den Zäunen, auch bei mir fehlte die "Blutgruppe" um "feindwärts" eingesetzt zu werden, schon seltsam, wenn man an der GüSt zuvor an einer offenen Stelle eingesetzt wurde.
Wie war das denn im Hinterland, war man da paarweise oder "Solo" eingesetzt?

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#24

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 04.01.2014 20:51
von Gelöschtes Mitglied
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Im Hinterland waren bei uns meist die Gakl allein unterwegs.
Die mit der Armbinde waren zu zweit.
Spätestens am Gassentor bzw.GSZ war Schluß für diese "Kräfte".


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#25

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 04.01.2014 21:32
von GR-3-1-1 | 13 Beiträge

Genau so ist es gewesen! Ich spreche von meiner eigenen erlebten Zeit zwischen Anfang und Mitte der 80er Jahre.
Die GAKl (Grenzaufklärer), wobei GAkl die Grenzaufklärung war, waren im Hinterland fast immer alleine eingesetzt. Selbst die Dienstplanung, Zeiten und Wegpunkte machten wir gemeinsam. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da war ein Melden während des Dienstes gar nicht möglich, weil GMN nicht mal ansatzweise in der Nähe war. Diese Meldepunkte suchte man auf, wenn sich Leuchter zeigten. Entweder war man mit Hund oder Motorrad unterwegs. Und man soll es nicht glauben manchmal auch mit beiden.

Was hier die Diskussion um das vorgelagerte Hohheitsgebiet betrifft, dann hieß das für uns in der Regel einmal monatlich "Kontrolle Grenzmarkierung". Da war mindestens einer der drei Beteiligten ein GAKl. Zum anderen gab es bekannte "Höhepunkte", zu denen war man auch auf dem "Vorgelagerten" eingesetzt. Das waren in unserem Abschnitt Punkte, von wo man aus Kräfte des 11. Panzeraufklärungsregimentes der US-Army und deren Partner relativ nah dokumentieren konnte. Und zwar noch näher als am Point Alpha, nahe Geisa. Diese Dokumentationen wurden anderen Ortes ausgewertet um zu sehen, welche Kräfte gemeinsam handeln. Anderen Ortes heißt in dem Fall, über den Oberoffizier GAkl des GR an den CGakl/GKdo über den StCGT/CGakl gelangten die Meldungen in den Bereich der Militärischen Aufklärung der NVA. Hier wurde verglichen, was die Lagemeldungen der Kundschafter/Militärspione vor Ort erbracht haben. Achtung! Das war nicht die Meldestrecke des MfS.

Um es kurz zu sagen, zu meiner Zeit waren wir eher selten zwischen den Zäunen, entweder davor oder dahinter. Wobei realistischerweiser das Verhältnis 5:95 im normalen Dienstbetrieb war. Ich war beispielsweise im Frühjahr 1985 oder 1986 zwei oder 3 Monate täglich auf dem "Vorgelagerten". Das war eine der spannensten Zeiten. Es ist einfach spannend, nicht zu wissen, befindet man sich noch auf DDR-Gebiet oder nicht. Teilweise waren die Grenzmarkierung gar nicht mehr erkennbar. Aber das wäre eine ganz neue Geschichte ...

Ich erhebe nicht den Anspruch auf die absolute Wahrheit an dieser Stelle ...


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#26

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 04.01.2014 21:57
von utkieker | 2.926 Beiträge

Na ja @GR-3-1-1, das die GAK solo im Hinterland unterwegs waren wußten wir ja, und wenn die GAKles ihr Grenzerlatein zum Besten gaben, haben wir neugierig zugehört. Aber es geht ja darum, daß der Großteil der Kompanie im Hinterlandeinsatz war und das kannte ich aus meiner Dienstzeit ('79 - '81) ebend nicht. Wir waren im Grenzdienst "zwischen" den Zäunen im Schutzstreifen auf Posten oder Streife.

Gruß Hartmut!


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#27

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 04.01.2014 22:09
von GR-3-1-1 | 13 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #26
Na ja @GR-3-1-1, das die GAK solo im Hinterland unterwegs waren wußten wir ja, und wenn die GAKles ihr Grenzerlatein zum Besten gaben, haben wir neugierig zugehört. Aber es geht ja darum, daß der Großteil der Kompanie im Hinterlandeinsatz war und das kannte ich aus meiner Dienstzeit ('79 - '81) ebend nicht. Wir waren im Grenzdienst "zwischen" den Zäunen im Schutzstreifen auf Posten oder Streife.

Gruß Hartmut!


Lieber Hartmut, habe ich dir etwas getan, dass du so gereizt reagierst? Ich bin im Frühjahr 81 in eine Linieneinheit gekommen. Von Hinterlandsicherung durch normale Postenpaare kann keine Rede sein. Dazu wurde bereits genügend geschrieben. Von den GAKls über Gruppenposten Grenze (Polizei) bis/mit FHG und der ortsansässige ABV gab es keine anderen Kräfte, damit hatte es sich das mit Hinterlandsicherung.
Damit stelle ich deinen Beitrag nicht in Abrede!


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#28

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 04.01.2014 22:39
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Wenn es irgendwann jeder mal kapiert, dann dürften sich manche Beiträge von selbst erledigen oder gar nicht geschrieben werden.

Es geht um die Zeit von Sommer 1983 bis Spätsommer 1989. Umstrukturierung der GR an der dt.-dt. Grenze (innerdeutschen Grenze).
2 GB mit 8 - 10 GK in der Grenzsicherung, das III. GB mit 4 GK im Hinterland zur Unterstützung der beiden anderen GB im Bereich vom Hinterlandzaun bis Beginn Grenzgebit.
Bei Bedarf auch Einsatz im Schutzstreifen (A-Gruppe), Abriegelung, etc..
Ansonsten Schwerpunkt Aufnahme der Angehörigen der GT die nicht für die GK des I und II GB geiegnet waren. Ferner waren dort die Waffenzüge untergebracht. So mal als kurzen Abriß, kein Anspruch auf Vollständige Darstellung der Aufgaben der III. GB der GR.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#29

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 04.01.2014 22:54
von utkieker | 2.926 Beiträge

Zitat von GR-3-1-1 im Beitrag #27
Zitat von utkieker im Beitrag #26
Na ja @GR-3-1-1, das die GAK solo im Hinterland unterwegs waren wußten wir ja, und wenn die GAKles ihr Grenzerlatein zum Besten gaben, haben wir neugierig zugehört. Aber es geht ja darum, daß der Großteil der Kompanie im Hinterlandeinsatz war und das kannte ich aus meiner Dienstzeit ('79 - '81) ebend nicht. Wir waren im Grenzdienst "zwischen" den Zäunen im Schutzstreifen auf Posten oder Streife.

Gruß Hartmut!


Lieber Hartmut, habe ich dir etwas getan, dass du so gereizt reagierst? Ich bin im Frühjahr 81 in eine Linieneinheit gekommen. Von Hinterlandsicherung durch normale Postenpaare kann keine Rede sein. Dazu wurde bereits genügend geschrieben. Von den GAKls über Gruppenposten Grenze (Polizei) bis/mit FHG und der ortsansässige ABV gab es keine anderen Kräfte, damit hatte es sich das mit Hinterlandsicherung.
Damit stelle ich deinen Beitrag nicht in Abrede!


Hallo @GR-3-1-1,

Ich bin von sanguinischen Wesen und wirklich nicht gereizt. Vergleiche doch bitte mal den Ausgangsthread zum Thema Grenzkompanie in Hinterlandsicherung, dann stellst du fest, daß wir beide das Ganze so nicht erlebt haben! Aber wenn es solche Hinterlandsicherung gegeben hat (rein hypothetisch), wie wurden dann die Posten aufgeteilt einzeln oder wie üblich zu zweit? Das war meine Frage, Entschuldigung, wenn ich für Verwirrung gesorgt haben soll. Für den Rest des Jahres wünsche ich dir alles Gute!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#30

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 04.01.2014 22:58
von GR-3-1-1 | 13 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #26
Na ja @GR-3-1-1, das die GAK solo im Hinterland unterwegs waren wußten wir ja, und wenn die GAKles ihr Grenzerlatein zum Besten gaben, haben wir neugierig zugehört. Aber es geht ja darum, daß der Großteil der Kompanie im Hinterlandeinsatz war und das kannte ich aus meiner Dienstzeit ('79 - '81) ebend nicht. Wir waren im Grenzdienst "zwischen" den Zäunen im Schutzstreifen auf Posten oder Streife.

Gruß Hartmut!


Hallo Hartmut,
vielleicht ist das heute nicht mein Tag, ich hätte gründlicher lesen müssen. Es freut mich, dass du ebenso entspannt bist wie ich.
Auch dir ein gesundes neues Jahr!

Jürgen


Weltanschauung heißt "Welt anschauen"!
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#31

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 04.01.2014 23:24
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Der Übergang zur Struktur der III. Bataillone mit Hinterlandssicherung ging zwar gerade so knapp an mir vorbei, aber die grundsätzliche Idee der Hinterlandssicherung war bei uns bereits Thema im Studium an der Offiziershochschule und dann auch während meines Einsatzes an der Grenze (83/84). Wir hatten die versuchten Grenzdurchbrüche ausgewertet und das Gelände war im Rahmen der Beurteilung der Lage gründlich analysiert worden. Daraus ergaben sich wahrscheinliche Richtungen der Bewegung von Grenzverletzern und Räume der Hauptanstrengung. Wenn wir nun aber schon festgestellt hatten, wie sich Grenzverletzer annähern, welchen Sinn ergibt es dann, die Posten wie an der Perlenschnur aufgefädelt am Kolonnenweg einzusetzen? Es wäre doch zweckmäßiger, die Kräfte in den analysierten Richtungen zu staffeln. Der Einsatz eigener Kräfte ab 1984 und später der Kräfte der III. Bataillone folgte genau dieser Überlegung. Warum wurde das vorher nicht gemacht? Aus meiner Sicht gab es dafür folgende Gründe:
- Es gab Befehle im Zusammenhang mit den Minensperren, vor allem mit der Anlage 501, dass pro Anlage ein bestimmter Kräfteeinsatz gewährleistet sein musste. Beispiel 1983: Pro Flanke der Anlage ein Posten, pro Anlage einer der Posten mit Kfz. - bei unseren 3 Anlagen mit ihren 6 Flanken war der Posteneinsatz für den Tag bereits mit diesem Befehl völlig erschöpft.
- Nachrichtentechnische Mittel: Der Ausbau der nachrichtentechnischen Mittel war am Kolonnenweg mit dem GMN am besten. Funkgeräte gab es nur wenige und mal im Ernst, mit der R126 kam man ein paar hundert Meter weit und die R109 war im Gelände bestenfalls auf 2-3 Kilometer Entfernung nutzbar. Erst der Einsatz der UFT-Funkgeräte erlaubte einen flexibleren Einsatz der Kräfte auch unabhängig vom Grenzmeldenetz.
- Aufklärung von Handlungen auf dem Territorium der Bundesrepublik.
- Die bessere Orientierung der Kräfte an den Postenpunkten.
- Die Gewohnheiten der Offiziere in der Führung der Grenzsicherung.

Die Verstärkung der Kräfte der Grenzaufklärer in den Kompanien Anfang der 80er Jahre gab bereits eine bessere Möglichkeit der Hinterlandssicherung, wie das hier schon in den anderen Beiträgen anklang. Dennoch wurden, nachdem die Befehle zur Sicherung der Minenanlagen gelockert wurden, von uns auch vereinzelt Grenzposten in der Tiefe des Abschnitts eingesetzt, allerdings meist so, dass sie im Umfeld von GMN-Sprechsäulen handeln konnten, also i.d.R. in der Nähe von Grenzsignalzauntoren.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Schreiber und 80er haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.01.2014 23:26 | nach oben springen

#32

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 04.01.2014 23:49
von damals wars | 12.204 Beiträge

Da wir die UFT- Funkgeräte bereits hatten, ehrlich, die Dinger konnte man nur zum Werfen auf die GV nutzen. Meist funktionierten die doch gar nicht, und das obwohl die Akkus jeden Tag gewechselt wurden. Von Reichweite zu reden, war lächerlich, nur wenn man unter der Führungsstelle stand, konnte einen der Zugführer hören, wenn man denn laut genug sprach und der das Fenster auf hatte. es ging das Gerücht,diese Dinger hätte vorher die Polizei gehabt. Auch das R109 hatte ich mal mit im Grenzdienst, war nur was für Freunde der russischen Sprache, das Abhören des CA- Funkverkehr kann nicht schwer gewesen sein! Die Führungstelle habe ich damit nicht erreicht. Bei einem Einmarsch in Westberlin hätten wir sicher das Telefonnetz nutzen müssen, das wäre an den fehlenden Groschen aber auch gescheitert.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.01.2014 23:54 | nach oben springen

#33

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 05.01.2014 00:03
von damals wars | 12.204 Beiträge

Im Grenzregiment 44 hatten wir in einem Abschnitt einen KS im Hinterland,genannt 2. SL (Sicherungslinie) Bei meiner Festnahme eines GV waren Spuren des GV in der 2. SL gefunden worden, wir durften daher Posten an der alten Autobahn beziehen! Dann sagte mein Posten" da kommt einer!"


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
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http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#34

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 05.01.2014 04:43
von LO-Wahnsinn | 3.491 Beiträge

Zitat von Grauer im Beitrag #3
angefügte Grafik dient nur als Anhalt für die modifizierte Form der Kompaniesicherung ab Mitte 1983.
I. und II. GB mit zusätzlicher Kompanie (Kompanie Sicherstellung Grenzsicherung) in der "Linie", III.GB als Reserve und für die Sicherung des Hinterlandes.


Da fehlt noch die 13. GK Rothesütte etwa ab 1981 kam die dazu.

Ansonsten seid ihr auf einem guten Weg mit dem Thema
Weilrode und Mackenrode wurden 1983 aus dem 1.GB Klettenberg herausgelöst und dem 3. GB Heiligenstadt unterstellt.

Die Einführung der Sicherungskompanien für den Schutzstreifen, fand 1983 im Zuge der Einführung der Kompaniesicherung statt.
Der Minenabbau dürfte auch eine Rolle gespielt haben.
Zum Einsatz in diesen Kompanien kamen wohl vorrangig die so genannten Zwischenkotzer/Zwischenpisser.
Also die, die im Febuar und im August eingezogen wurden und nur 3 Monate Ausbildung hatten, waren für diesen Dienst vorgesehn.
Diese Kompanien waren auch gleichzeitig Ausbildungskompanien, Wache wurde Paarweise geschoben.
So zumindest mein Erinnerungsstand.

Ich selber war Zwischenkotzer, im Febuar 1984 eingezogen und vorgesehn für Mackenrode.
Fast die komplette Ausbildungskompanie ging damals nach Mackenrode.
Ich konnte mich diesem Szenario durch "Flucht" nach Mengelrode entziehn.

Flucht im Sinne von Flucht nach vorn, man fragte zum Ende der Ausbildung wer denn was mit Hunden machen würde.
Da unsere Ausbildung hart war, 6 Monate wurden in 3 zusammen gepresst, und ich die Befürchtung hatte es könnte die restlichen 15 Monate so weiter gehn, und weil ich ein Tier- und Hundefreund bin, war mein Arm schneller oben als der Fragende das Fragezeichen hinter seine Frage setzen konnte.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
Hansteiner und Schreiber haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#35

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 05.01.2014 10:57
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Kann es sein das durch ausprobieren von neuen Sicherungssystemen in den 80ern auch mehr geeignetes zweibeiniges "Material" zur Verfügung stand?
Die Kräfte vor dem Zaun muss man ja nun vorher nicht ganz so genau durchleuchten und die hatten ja auch schon nur noch 3 Monate Knolle und warum soll man zwei Berufssoldaten aufs Vorgelagerte schicken wenn es auch die Mischung Gefreiter/BU oder BO macht?
Die Angst vor Abgang eigene Kräfte muss ja sicherlich für die Führung enorm gewesen sein und ich kann mir vorstellen das sich die in den achtziger Jahren leicht verstärkt hat.
Wir hatten ja an den ständig besetzten Türmen sogar noch Müllkübel die dann hurtig eingesammelt wurden weil zwei Kameraden sich damit ganz gemütlich in Richtung Kapitalismus verabschiedet hatten.


zuletzt bearbeitet 05.01.2014 11:06 | nach oben springen

#36

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 05.01.2014 11:05
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #35
Kann es sein das durch ausprobieren von neuen Sicherungssystemen in den 80ern auch mehr geeignetes zweibeiniges "Material" zur Verfügung stand?
Die Kräfte vor dem Zaun muss man ja nun vorher nicht ganz so genau durchleuchten und die hatten ja auch schon nur noch 3 Monate Knolle und warum soll man zwei Berufssoldaten aufs Vorgelagerte schicken wenn es auch die Mischung Gefreiter/BU oder BO macht?
Die Angst vor Abgang eigene Kräfte muss ja sicherlich für die Führung enorm gewesen sein und ich kann mir vorstellen das sich die in den achtziger Jahren leicht verstärkt hat.

Hallo Grenzwolf,

da würde ich sagen: Nein. Die personelle Stärke der Grenztruppen wurde mit dieser Maßnahme nicht erhöht. Das wäre ja die Voraussetzung gewesen, mehr Kräfte einzusetzen. Sicher konnten damit einige Kräfte für den Grenzdienst mit eingesetzt werden, die sonst nur für "Wache oder Führungsstelle" bestätigt waren. Aber das machte in der Masse nicht viel aus.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 05.01.2014 11:05 | nach oben springen

#37

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 05.01.2014 11:09
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Ich bezog mich mehr auf die Eignung als auf Masse.
In den Endjahren der DDR stimmten ja viele mit den Füßen ab in dem sie nach Westen wanderten und der Hang dazu hätte ja auch bei Soldaten größer werden können.


zuletzt bearbeitet 05.01.2014 11:10 | nach oben springen

#38

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 05.01.2014 18:44
von Schreiber | 258 Beiträge

So jetzt bin ich auch zu diesem Thema ein wenig schlauer. Die Karte die der Grauer eingestellt hat und die Angaben von Rainman2 zeigen
auf das auch an der Grenze eine moderne Raumdeckung des Fußballs übernommen wurde.

Danke Allen Gruß Schreiber

Zitat von Grauer im Beitrag #3
angefügte Grafik dient nur als Anhalt für die modifizierte Form der Kompaniesicherung ab Mitte 1983.
I. und II. GB mit zusätzlicher Kompanie (Kompanie Sicherstellung Grenzsicherung) in der "Linie", III.GB als Reserve und für die Sicherung des Hinterlandes.

Zitat von Rainman2 im Beitrag #31
Der Übergang zur Struktur der III. Bataillone mit Hinterlandssicherung ging zwar gerade so knapp an mir vorbei, aber die grundsätzliche Idee der Hinterlandssicherung war bei uns bereits Thema im Studium an der Offiziershochschule und dann auch während meines Einsatzes an der Grenze (83/84). Wir hatten die versuchten Grenzdurchbrüche ausgewertet und das Gelände war im Rahmen der Beurteilung der Lage gründlich analysiert worden. Daraus ergaben sich wahrscheinliche Richtungen der Bewegung von Grenzverletzern und Räume der Hauptanstrengung. Wenn wir nun aber schon festgestellt hatten, wie sich Grenzverletzer annähern, welchen Sinn ergibt es dann, die Posten wie an der Perlenschnur aufgefädelt am Kolonnenweg einzusetzen? Es wäre doch zweckmäßiger, die Kräfte in den analysierten Richtungen zu staffeln. Der Einsatz eigener Kräfte ab 1984 und später der Kräfte der III. Bataillone folgte genau dieser Überlegung. Warum wurde das vorher nicht gemacht? Aus meiner Sicht gab es dafür folgende Gründe:
- Es gab Befehle im Zusammenhang mit den Minensperren, vor allem mit der Anlage 501, dass pro Anlage ein bestimmter Kräfteeinsatz gewährleistet sein musste. Beispiel 1983: Pro Flanke der Anlage ein Posten, pro Anlage einer der Posten mit Kfz. - bei unseren 3 Anlagen mit ihren 6 Flanken war der Posteneinsatz für den Tag bereits mit diesem Befehl völlig erschöpft.
- Nachrichtentechnische Mittel: Der Ausbau der nachrichtentechnischen Mittel war am Kolonnenweg mit dem GMN am besten. Funkgeräte gab es nur wenige und mal im Ernst, mit der R126 kam man ein paar hundert Meter weit und die R109 war im Gelände bestenfalls auf 2-3 Kilometer Entfernung nutzbar. Erst der Einsatz der UFT-Funkgeräte erlaubte einen flexibleren Einsatz der Kräfte auch unabhängig vom Grenzmeldenetz.
- Aufklärung von Handlungen auf dem Territorium der Bundesrepublik.
- Die bessere Orientierung der Kräfte an den Postenpunkten.
- Die Gewohnheiten der Offiziere in der Führung der Grenzsicherung.

Die Verstärkung der Kräfte der Grenzaufklärer in den Kompanien Anfang der 80er Jahre gab bereits eine bessere Möglichkeit der Hinterlandssicherung, wie das hier schon in den anderen Beiträgen anklang. Dennoch wurden, nachdem die Befehle zur Sicherung der Minenanlagen gelockert wurden, von uns auch vereinzelt Grenzposten in der Tiefe des Abschnitts eingesetzt, allerdings meist so, dass sie im Umfeld von GMN-Sprechsäulen handeln konnten, also i.d.R. in der Nähe von Grenzsignalzauntoren.

ciao Rainman


==================================================
Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.
Konfuzius


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#39

RE: GK in Hinterlandsicherung

in Grenztruppen der DDR 05.01.2014 19:41
von Fritze (gelöscht)
avatar

Des nachts und auch mal zu besonderen Anlässen liefen uns auch schonmal Kräfte des III.GB vor die Füsse . Gehe ich recht in meiner Erinnerung ,daß sie meist zu dritt unterwegs waren ? Einmal hatte ich mit meinem Posten Hinterlandsicherung im Bereich einer VP Kontrollstelle ,als wir einen Polit mit zwei Soldaten trafen . Eigentlich sollten sie sich in einem anderem Bereich aufhalten ,aber mangels Ortskenntnis waren sie auf die Lichtquelle zugelaufen . Ich kann mich noch an den weinerlichen Gesichtsausdruck des Offiziers erinnern ,als mein Posten die Näherkommenden mit "ah da kommt die ABK " begrüsste .


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