#21

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 00:01
von Zaunkönig | 624 Beiträge

@ der glatte: http://de.wikipedia.org/wiki/Kronprinzenbr%C3%BCcke
Zur Kronprinzenbrücke kann ich nur sagen, 1961-62 im Winter war sie noch vorhanden, habe dort noch im Postenbereich gestanden. Im Link zu wikipedia soll sie 1972 abgebaut worden sein. Kann mir aber nicht vorstellen, dass die beiden Pfeiler stehen blieben. Auf einem Luftbild von 1984 sind in der Spree diese Pfeiler nicht zu erkennen. Zu den Widerlagern dieser Brücke: die waren in die Spreeböschung eingearbeitet, da ist nur ein schmaler Streifen beansprucht worden, der wurde wohl bei der Grenzmarkierung im Stadtplan nicht berücksichtigt.
Bei der Admiral Scheer Brücke über den Humboldthafen liegt das Widerlager durch die westlich an die Flußbrücke anschließende Straßenbrücke etliche Meter weit auf dem westlichen Ufer.


edit: Schreibfehler berichtigt


März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße
zuletzt bearbeitet 02.01.2014 00:14 | nach oben springen

#22

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 00:06
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

MHL-er und der glatte haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#23

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 00:34
von der glatte | 1.356 Beiträge

Das müsste sie sein. DANKE

Man kann sehen, so klein waren dann die Widerlager doch nicht. Mich würde da interessieren, wer die Brücke dann abgebaut hat. Jeder auf seiner Seite? Oder gar die Alliierten selbst, gemeinsam. Der Grenzverlauf ist ja hier am Westufer, die Spree dagegen im Osten.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


zuletzt bearbeitet 02.01.2014 00:49 | nach oben springen

#24

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 00:46
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #20
Zitat von der glatte im Beitrag #18
(...)
Verwunderlich ist für mich auch, warum man noch 1989 in den aktuellen Stadtplänen von Berlin aus der DDR, noch immer die Nord-Süd-S-Bahn eingezeichnet hatte.
(...)
Gruß Reiner


Das frage ich mich auch. Schon vor der Übernahme der S-Bahn (aber auch danach!) konnte man im Osten eine Fahrkarte der Preisstufe 10 nach S-Bahn Stationen in Westberlin lösen (Preis 1984: DDR Mark 2.20). Ich vermute deshalb ist die NordSüdbahn noch in der Karte drin)
http://www.alt-berlin.info/cgi/stp/lana....3&ost=13.411842
Theo


Mit der Preisstufe 10 konnte man auch die S-Bahn zum Umland von Berlin benutzen. Aber eventuell hat das auch etwas mit dem immer geöffneten S-Bahnhof Friedrichstraße (Nord-Süd-S-Bahn) zu tun? Der Bahnhof ist da ja auch noch mit eingezeichnet, die anderen geschlossenen Bahnhöfe aber nicht. Komisch ist dabei, dass man damit ja auch ungefähr den Verlauf der Strecke unter der Straße bekannt gab. Das hätte man aber nicht zwingend gemusst, im Gegenteil, eher verschwiegen. Die U-Bahnlinien waren ja auch nicht mehr eingezeichnet.

Bestand eventuell die DR darauf diese Strecke kenntlich zu machen oder gar die Alliierten? Fragen über Fragen.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#25

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 10:15
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde, wie Pastor Holm immer sagte....
Zwei Bemerkungen zum Thema : Der Grenzverlauf in Berlin richtete sich nach den Berliner Stadtbezirksgrenzen in der Fassung von "Großberlin-1928".
Da Großberlin damals "zusammengebastelt wurde", aus den unterschiedlichen Stadtteilen, Dörfern, Gemarkungen,Gütern und was sonst noch, kam ein recht bunt aussehendes Gemisch zu stande.Bei den Berliner Brücken, die über eine nun Stadtbezirksgrenze liefen, einigte man sich darauf, diese Brücken aus praktischen Erwägungen in eine Hand ,in diesem Fall Stadtbezirk, in anderen Fällen Wasserstraßenamt , Bahn, BVG usw. zu geben.Solche "Grenzzacken" gab es also mehrere, nicht alle so deutlich, die Justbrücke ist so ein Beispiel (Behmstraße). Bei mehreren Eisenbahnbrücken kann man das auch sehen.Meist schließt der Grenzverlauf dann die jeweilige Brücke ein.-Nicht nur Staatsgrenze-auch grenze zwischen Stadtbezirken!
Nord-Süd-S-Bahn : Nicht Fragen über Fragen , sondern gaaaaanz Einfach. 1984 erfolgte die Übergabe der S-Bahn in WB (!) an die BVG. (na, eigentlich an der Senat , aber der dann an die BVG....) Die N-S-S-Bahn befand sich (zum größten Teil ) aber nicht in WB , sondern..... Hatten wir doch schon mal, irgendeiner hatte den Link zu den Verhandlungsergebnissen eingestellt- ich glaub mal Theo. Der N-S-Bahn-Tunnel wurde also nicht übergeben , sondern quasi "dazuverpachtet" - nur die Benutzung , der "Rest" nicht.Näheres darüber u.a. in Nordsüd -S-Bahn,75 Jahre Eisenbahn im Untergrund von Braun oder in N-S-S-Bahn -vom Geistertunnel zur City-S-Bahn . Weiteres im Geisterbahn-Treath.
bis neulich !
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
der glatte und GZB1 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#26

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 10:49
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #24


Mit der Preisstufe 10 konnte man auch die S-Bahn zum Umland von Berlin benutzen. Aber eventuell hat das auch etwas mit dem immer geöffneten S-Bahnhof Friedrichstraße (Nord-Süd-S-Bahn) zu tun? Der Bahnhof ist da ja auch noch mit eingezeichnet, die anderen geschlossenen Bahnhöfe aber nicht. Komisch ist dabei, dass man damit ja auch ungefähr den Verlauf der Strecke unter der Straße bekannt gab. Das hätte man aber nicht zwingend gemusst, im Gegenteil, eher verschwiegen. Die U-Bahnlinien waren ja auch nicht mehr eingezeichnet.
(...)
Gruß Reiner



Zum Thema: NordSüdbahn im Stadtplan: Die U-Bahn wurde von der BVG West gefahren. Diese war nicht im DR Kursbuch enthalten. Deshalb war sie wohl auch nicht auf dem Stadtplan. Ganz im Gegensatz zur S-Bahn. Nach 1984 hat man es wohl so belassen, weil die Stadtpläne von vorher noch massenhaft im Umlauf waren.
http://www.eisenbahnwelt.com/Kursbuecher...rte_berlin.html
Die Fluchtmöglichkeiten durch die "Unterwelt" schätze ich persönlich als gering ein, wenn man nicht bei der Bahn arbeitete oder Kenntnis aus dem Militärdienst hatte. Wenn man überhaupt hinunter gelangte, dann begannen die Probleme ja erst: Die bekannte Flucht des Signaltechnikers samt Familie durch verschiedene Tunnels und mit Hilfe eines westberliners U-Bahnfahrers war ein Spezialfall und ziemlich glücklich. Bei der S-Bahn war bis 1984 auch der Fahrdienst bei der DR angestellt und entsprechend anders war wohl auch die Einstellung des Personals in punkto Fluchthilfe.
Theo


zuletzt bearbeitet 02.01.2014 10:50 | nach oben springen

#27

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 11:20
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #19
Habe mir meinen Plan von 1958 nochmal angesehen. Wenn man damals am Humboldthafen so verfahren hat und das westliche Brückenwiderlager zum Ostgebiet zählte, warum hat man das dann nicht auch so wenige Meter südöstlich gehandhabt?

Da gab es ja noch eine Brücke, die von der Reinhardtstraße und der Unterbaumstraße über die Spree in den Bezirk Tiergarten zur Roon-Straße führte. [...]

Die Frage ist berechtigt. An der deutlich größeren Oberbaumbrücke z.B. wurde der Grenzverlauf auch nicht an das Widerlager angepasst.

Was die Kronprinenbrücke anbetrifft. Hier ist der Grenzverlauf zwischen Humboldthafen und einschliesslich eben der ehem. Kronprinzenbrücke in der GT-Karte von 1981 etwas merkwürdig eingezeichnet (Strich-Punkt-Linie, was wohl zeichnerische Gründe hat). Maßgebend sollte jedoch der schraffierte Bereich sein und dieser verläuft im Bereich Kronprinzenufer und des Brückenwiderlagers durchgehend am Spreeufer.

Den exakten Verlauf der Sektorengrenze hatten wir auch mal in Bezug auf den Fall Peter Göring im Bereich des Spandauer Schiffahrtskanals diskutiert. Letztlich sind wir da zu keinem abschliessenden Ergebnis gekommen.

Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
nach oben springen

#28

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 11:26
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen......
Genau so sehe ich das auch, Theo.-Ich mein das mit dem Stadtplan.
Und die Fluchtmöglichkeiten durch die Unterwelt - während meiner "Anwesenheitszeit" , 73 bis 90,war Dieter W. und Anhang der einzige "gelungene" .Eine Komplettaufstellung aller Abgänge durch die Geisterbahnhöfe hab ich allerdings nicht, in der gesamten" Literatur" darüber findet man nur Abgänge von eben Dieter W. und in der Zeit 61 -68 5 oder 6 Fahnenfluchten. Versuche- na klar, aber wesentlich weniger, als man so annehmen möchte.Dazu gibt es noch ein paar wilde Storys- aber was die Wert sind -na ja. Die meisten basieren auf "Mondgenauikeit". Ist hier aber O.T. Ach so - wer die Brücke nun abgerissen hat ? Also - keinesfalls die Alliierten - die haben doch nicht gearbeitet- sondern arbeiten lassen . ( Witz aus) Ohne das ich es belegen kann -das Wasserstraßenamt war ganz konkret dafür zuständig, hatte auch die notwendige Technik, wer sonst auch ?
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.01.2014 11:27 | nach oben springen

#29

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 11:59
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Habe mal im Westermann Schulatlas von 1977 geschaut. Dort ist auch das Brückenwiderlager ausgespart. Die Aussparung verläuft hier sogar bis an das Südüfer der Spree. Vieles ist wohl dem jeweiligen Maßstab und der damit verbundenen zeichnerischen Darstellung geschuldet.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
nach oben springen

#30

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 13:21
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #29
Habe mal im Westermann Schulatlas von 1977 geschaut. Dort ist auch das Brückenwiderlager ausgespart. Die Aussparung verläuft hier sogar bis an das Südüfer der Spree. Vieles ist wohl dem jeweiligen Maßstab und der damit verbundenen zeichnerischen Darstellung geschuldet.

Ari


Auch ich konnte das kleine Gebiet schon auf verschiedenen Karten sehen, einmal größer, einmal kleiner. Mir ist, als hätte ich auch einmal davon gelesen, dass ein Teil der Lagerhäuser am Ufer der DR gehörten, kann aber nicht sagen wo ich das gelesen hatte. Zwar soll die DR das Lager nicht genutzt haben, aber rechtlich soll sie noch Eigentümer gewesen sein. Könnte aber auch ein Traum des damaligen Autor gewesen sein.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


nach oben springen

#31

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 14:02
von terraformer1 | 193 Beiträge

Zitat von Zaunkönig im Beitrag #21
Zu den Widerlagern dieser Brücke: die waren in die Spreeböschung eingearbeitet, da ist nur ein schmaler Streifen beansprucht worden, der wurde wohl bei der Grenzmarkierung im Stadtplan nicht berücksichtigt.






Stimmt es eigentlich, dass die Uferböschung zwischen Humboldhafen und Reichstag noch DDR-Gebiet war? Habe dazu unterschiedliche Aussagen gehört.


nach oben springen

#32

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 14:06
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #26
Zitat von der glatte im Beitrag #24


Mit der Preisstufe 10 konnte man auch die S-Bahn zum Umland von Berlin benutzen. Aber eventuell hat das auch etwas mit dem immer geöffneten S-Bahnhof Friedrichstraße (Nord-Süd-S-Bahn) zu tun? Der Bahnhof ist da ja auch noch mit eingezeichnet, die anderen geschlossenen Bahnhöfe aber nicht. Komisch ist dabei, dass man damit ja auch ungefähr den Verlauf der Strecke unter der Straße bekannt gab. Das hätte man aber nicht zwingend gemusst, im Gegenteil, eher verschwiegen. Die U-Bahnlinien waren ja auch nicht mehr eingezeichnet.
(...)
Gruß Reiner



Zum Thema: NordSüdbahn im Stadtplan: Die U-Bahn wurde von der BVG West gefahren. Diese war nicht im DR Kursbuch enthalten. Deshalb war sie wohl auch nicht auf dem Stadtplan. Ganz im Gegensatz zur S-Bahn. Nach 1984 hat man es wohl so belassen, weil die Stadtpläne von vorher noch massenhaft im Umlauf waren.
http://www.eisenbahnwelt.com/Kursbuecher...rte_berlin.html
Die Fluchtmöglichkeiten durch die "Unterwelt" schätze ich persönlich als gering ein, wenn man nicht bei der Bahn arbeitete oder Kenntnis aus dem Militärdienst hatte. Wenn man überhaupt hinunter gelangte, dann begannen die Probleme ja erst: Die bekannte Flucht des Signaltechnikers samt Familie durch verschiedene Tunnels und mit Hilfe eines westberliners U-Bahnfahrers war ein Spezialfall und ziemlich glücklich. Bei der S-Bahn war bis 1984 auch der Fahrdienst bei der DR angestellt und entsprechend anders war wohl auch die Einstellung des Personals in punkto Fluchthilfe.
Theo


Ja, ist richtig, da die S-Bahn zur DR gehörte, stand deren Fahrplan auch im DR-Kursbuch.
Fluchtmöglichkeiten durch die "Unterwelt" wären kein großer Erfolg gewesen, da gebe ich eisenringtheo vollkommen Recht. Aber ich gebe zu bedenken, wir sehen es mit dem Wissen unserer heutigen Zeit und nicht mit den Augen von zum Beispiel 1986. Ich denke schon, dass man sich auch mit solcher Art von Fluchtmöglichkeit befasste. Nur wenige aus der DDR wussten annähernd wie es da unten zuging und wo die Schwerpunkte der Kontrolle waren. Die N-S Bahn unterfährt ja auch viele Gebäude auf dem Weg durch die Stadt, ich spinne einmal, hätte man da nicht in Ruhe graben können um in den Tunnel zu kommen. Oder waren solche Häuser extra bewacht?

Eintrag in Stadtpläne:
Ja ist so eine Sache, doch gab es fast jedes Jahr eine neue, aktualisierte Auflage der Ostberliner Stadtpläne. Namen von Straßen hatten sich geändert, neue Straßen kamen im Osten der Stadt ständig hinzu. Man aktualisierte also schon ständig wenn man wollte, so verschwand zum Beispiel auch das 1988 ausgetauschte Lenne-Dreieck aus den Stadtplänen von 1989. Es müssen da noch andere Gründe vorliegen warum man den Streckenverlauf der N-S Bahn weiter eintrug. Außerdem wurden diese Stadtpläne ständig vom MdI der DDR genehmigt, das belegen die Lizenseintäge auf den Kartenteil selbst. Gedruckt wurden sie oft auch vom Militärkartographischen Dienst in Halle.

Komischerweise aktualisierte man die Stadtpläne auch schon eventuell im Voraus oder zur Verwirrung. In einem Stadtplan von 11/1959 war zum Beispiel die hier diskutierte "Kronprinzenbrücke" schon "abgerissen" und fehlte. Im Jahre 1960 war sie aber wieder "aufgebaut" und im Plan eingetragen.
Solch einen verwirrenden Wechsel in den Plänen konnte ich auch beim Gebiet vom Potsdamer Bahnhof (Privat Straße) beobachten.

Da mein Schwiegervater als Taxifahrer von 1950-1962 in ganz Berlin und später nur im Osten unterwegs war, konnte ich einen riesigen Fundus an Stadtplänen übernehmen. Leider auch schon durch den Gebrauch als Taxifahrer sehr "ausgefallene" Exemplare und gesammelte Werke. Diese versuche ich seit längerer Zeit zusammenzuflicken.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


nach oben springen

#33

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 14:11
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von terraformer1 im Beitrag #31
Zitat von Zaunkönig im Beitrag #21
Zu den Widerlagern dieser Brücke: die waren in die Spreeböschung eingearbeitet, da ist nur ein schmaler Streifen beansprucht worden, der wurde wohl bei der Grenzmarkierung im Stadtplan nicht berücksichtigt.






Stimmt es eigentlich, dass die Uferböschung zwischen Humboldhafen und Reichstag noch DDR-Gebiet war? Habe dazu unterschiedliche Aussagen gehört.



Vermutlich nicht, denn unterschiedliche Karten bezeichnen immer das "Wasser" an dieser Stelle zum DDR-Gebiet. Uferbefestigungen waren bereits Westgebiet. Aber da will ich mich nicht festlegen, da ich mich nur auf das Kartenmaterial berufen kann.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


terraformer1 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#34

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 14:19
von furry | 3.580 Beiträge

Kann es sein, dass es sich mit dem Grenzverlauf an den Fluss- bzw. Kanalufern ähnlich verhält, wie bei den Brücken mit ihren Widerlagern? Wäre der Grenzverlauf genau auf der Uferlinie, wer wäre denn dann für die Instandhaltung der Uferbefestigung zuständig gewesen?


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
nach oben springen

#35

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 14:22
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #28
Morgen......
Genau so sehe ich das auch, Theo.-Ich mein das mit dem Stadtplan.
Und die Fluchtmöglichkeiten durch die Unterwelt - während meiner "Anwesenheitszeit" , 73 bis 90,war Dieter W. und Anhang der einzige "gelungene" .Eine Komplettaufstellung aller Abgänge durch die Geisterbahnhöfe hab ich allerdings nicht, in der gesamten" Literatur" darüber findet man nur Abgänge von eben Dieter W. und in der Zeit 61 -68 5 oder 6 Fahnenfluchten. Versuche- na klar, aber wesentlich weniger, als man so annehmen möchte.Dazu gibt es noch ein paar wilde Storys- aber was die Wert sind -na ja. Die meisten basieren auf "Mondgenauikeit". Ist hier aber O.T. Ach so - wer die Brücke nun abgerissen hat ? Also - keinesfalls die Alliierten - die haben doch nicht gearbeitet- sondern arbeiten lassen . ( Witz aus) Ohne das ich es belegen kann -das Wasserstraßenamt war ganz konkret dafür zuständig, hatte auch die notwendige Technik, wer sonst auch ?
73 Hans



Hallo Hans,
trotzdem muss der Abriss eine größere Sache gewesen sein, von wem auch immer. Da waren sicher zahlreiche Schiffe an dieser Stelle eingesetzt, zum Abriss und zur Bewachung. Interessant wäre auch zu wissen, wohin man dann den Bauschutt entsorgte, mit Kahn oder per LKW. Wenn mit Kahn, dann wohin? Richtung Westen über den Humboldthafen oder aber durch die Stadt in Ostberlin.

Bleibt die Frage, warum hat man die Brücke abgerissen?
War die Brücke mit den Durchfahrten zu klein geworden oder war sie zu baufällig? Eventuell auch weil man auf der Westberliner Seite die Umgebung vom Reichstag anders gestaltete?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


nach oben springen

#36

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 14:24
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von furry im Beitrag #34
Kann es sein, dass es sich mit dem Grenzverlauf an den Fluss- bzw. Kanalufern ähnlich verhält, wie bei den Brücken mit ihren Widerlagern? Wäre der Grenzverlauf genau auf der Uferlinie, wer wäre denn dann für die Instandhaltung der Uferbefestigung zuständig gewesen?


Interessante Frage.

Vieles auf den Westberliner Wasserstraßen wurde damals noch von der DDR erledigt. Das betraf auch verschiedene Schleusen auf Westberliner gebiet.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


nach oben springen

#37

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 15:15
von Hans | 2.166 Beiträge

Hi, Reiner
Aus der Wasserstraßenfrage halt ich mich mal raus, da weiß ich nicht bescheid,war ja nicht bei der Entenpoplüzei, hi. Ne einfach keine Ahnung.
Bei U- und S-Bahn liegt das aber anders.
Fluchtmöglichkeiten durch die "Unterwelt" wären kein großer Erfolg gewesen, da gebe ich eisenringtheo vollkommen Recht. Aber ich gebe zu bedenken, wir sehen es mit dem Wissen unserer heutigen Zeit und nicht mit den Augen von zum Beispiel 1986. Ich denke schon, dass man sich auch mit solcher Art von Fluchtmöglichkeit befasste. Nur wenige aus der DDR wussten annähernd wie es da unten zuging und wo die Schwerpunkte der Kontrolle waren. Die N-S Bahn unterfährt ja auch viele Gebäude auf dem Weg durch die Stadt, ich spinne einmal, hätte man da nicht in Ruhe graben können um in den Tunnel zu kommen. Oder waren solche Häuser extra bewacht?
Schöne Idee, aber realisier die mal. Die Wände der Nordsüd-S-Bahn wurden zu Adolfs Zeiten aus Beton mit 5 O errichtet, und sind sehr massiv,-der Tunnel muß ja dem recht beachtlichen Auftrieb des Grundwassers entgegenwirken, daher wurde (konnte) an keiner Stelle in "Leichtbauweise" gearbeitet. Und dann kommt die fehlende Ortskenntnis noch dazu. Kaum jemand weiß,wie diese Anlagen aussehen, auch heute nicht. Und die zugänglichen Pläne, "alte" Stadtpläne oder z.B. das Buch "Wiederstandskampf in Berlin 33-45" mit wirklich gutem Kartenmaterial, aus dem Militärverlag übrigens, zeigen doch nicht den genauen verlauf von unterirdischen Anlagen.Im Übrigen : Die S-Bahn unterfährt ja eine ganze Menge Gebaude, aber kaum Wohnhäuser, und unter diesen zu unterfahrenden Gebäuden befinden sich dann notwendigerweise auch noch riesige "Abfangkonstruktionen".Zu sehen z.B. Friedrichstraße Ausfahrt in Ri. Potsdamer. Die Riesenkonstruktion vom Bahnhofsende bis zur Kurve war die Unterfahrung eines Hotels. Beton ohne Ende. Ich werd mal einen Versuch der Zusammenfassung von Fluchtversuchen auf den Geisterbahnhöfen zusammenbasteln, -dauert etwas- und wird nicht so aufregend , wie man denken könnte. Und - auch wenns manchen ärgert- viele Geschichten darüber sind eben "Storys" auch die, die den meisten Staub aufgewirbelt haben.
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
nach oben springen

#38

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 16:03
von eisenringtheo | 9.179 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #37
(...) Die Wände der Nordsüd-S-Bahn wurden zu Adolfs Zeiten aus Beton mit 5 O errichtet, und sind sehr massiv,-der Tunnel muß ja dem recht beachtlichen Auftrieb des Grundwassers entgegenwirken, daher wurde (konnte) an keiner Stelle in "Leichtbauweise" gearbeitet.(..)
73 Hans

Pioniertechnische Anleitung zur Behandlung aller Materialien, inkl. armierten Beton und Einsatz von Sprengstoff, gab es allerdings am DDR Fensehen (OT; ab 2:19)

Theo


Hans und der glatte haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#39

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 16:05
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #37
... Kaum jemand weiß,wie diese Anlagen aussehen, auch heute nicht. Und die zugänglichen Pläne, "alte" Stadtpläne oder z.B. das Buch "Wiederstandskampf in Berlin 33-45" mit wirklich gutem Kartenmaterial, aus dem Militärverlag übrigens, zeigen doch nicht den genauen verlauf von unterirdischen Anlagen.Im Übrigen : Die S-Bahn unterfährt ja eine ganze Menge Gebaude, aber kaum Wohnhäuser, und unter diesen zu unterfahrenden Gebäuden befinden sich dann notwendigerweise auch noch riesige "Abfangkonstruktionen".Zu sehen z.B. Friedrichstraße Ausfahrt in Ri. Potsdamer. Die Riesenkonstruktion vom Bahnhofsende bis zur Kurve war die Unterfahrung eines Hotels. Beton ohne Ende. Ich werd mal einen Versuch der Zusammenfassung von Fluchtversuchen auf den Geisterbahnhöfen zusammenbasteln, -dauert etwas- und wird nicht so aufregend , wie man denken könnte. Und - auch wenns manchen ärgert- viele Geschichten darüber sind eben "Storys" auch die, die den meisten Staub aufgewirbelt haben.
73 Hans


Auch in der Gefahr, Eulen nach Athen zu tragen : Die folgenden Werke habe ich für mein Manuskript herangezogen :

KOSCHINSKI Konrad : Der elektrische Betrieb auf der Berliner S-Bahn: Band 5: Auf Zeit getrennt - 1960 bis 1980 : Verlag B Neddermeyer ( Berlin ) : 2002

sowie

Berliner S-Bahn-Museum (Direction): BRAUN Michael : Nordsüd-S-Bahn Berlin. 75 Jahre Eisenbahn im Untergrund: Gesellschaft für Verkehrspolitik und Eisenbahnwesen (GVE) e. V. (Berlin): 2008


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#40

RE: Grenzverlauf am Humboldthafen?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 02.01.2014 16:10
von Hans | 2.166 Beiträge

Aber welche Schwierikeiten die Olsenbande mit Beton von Adolfs Zeiten hatte, war im Film "Die Olsenbande fährt nach Jütland" auch zu sehen. Bei dem Material sind dann selbst Egon und co samt Dynamit-Harry machtlos!
Und nächster Teil - Beide Werke bekannt - und beide gut ! Von dem Elektrischen Betrieb ist jetzt übrigens Band 3 -37-46 rausgekommen. Hab ich mir zum Geburtstag schenken lassen. Brauchst Du zu dem Thema noch Literaturtips ?
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
Stringer49 und MHL-er haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.01.2014 16:13 | nach oben springen



Besucher
14 Mitglieder und 57 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Oderfischer
Besucherzähler
Heute waren 3774 Gäste und 178 Mitglieder, gestern 3660 Gäste und 197 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14372 Themen und 558347 Beiträge.

Heute waren 178 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen