#1

Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 31.12.2013 20:00
von Hansteiner | 1.412 Beiträge

Mein erstes Silvester an der Grenze. Unser Zug war eingesetzt zur Nachtschicht. Ich hatte die "Ehre" mit unseren KC auf Kontrolle zu gehen und ich hatte mich schon auf eine gemütliche Schicht eingestellt. Um 22.00Uhr gings los. Mit P3 samt Fahrer und ich raus in den Abschnitt.
Aber nicht allzuweit. Am Sportplatz Hohengandern hiess es "aussteigen". Ab jetzt ging es zu Fuß weiter. Der P3 sollte gegen 02.00Uhr uns ander Gasse Kirchgandern wieder abholen,hörte ich noch.
Unser KC Maj. K. nur mit Pistole und ich mit "voller" Montour, und mit R109 auf dem Buckel ! Also bepackt wie ein Esel.
Unser Marsch ging Querfeldein durch die Göbelsköpfe, einem Waldgebiet, in Richtung Grenze. Da auch noch genug Schnee lag war es sehr "amüsant", laufend blieb man mit dem Funkgerät irgendwo hängen.
Ich war fix und alle, als wir endlich den KW erreichten. Jetzt ging es etwas gemächlicher weiter. Doch der "Alte" fragte mich ständig aus über den Abschnitt. Ich kam mich vor wie in der Schule !
In der Füst "Haus Koch" konnte man dann endlich etwas "verschnaufen", ehe es weiterging.
Kaum 1/2 km gelaufen ,war es Mitternacht. Ringsum in den Dörfern läuteten die Kirchenglocken und die Feuerwerke gingen los, hüben wie drüben.
Plötzlich, mitten aus Hohengandern, ein HLZ mit "Alle PF ans GMN " . Kurz danach 3* Rot - "Versuchter GDB" jedesmal fragte der KC ,was das Signal bedeutete. Aber er wußte sofort wer der "Übeltäter" aus dem Ort war! "Der soll sich warm anziehen, wenn der morgen kommt!"
Dann interessierte er sich nur noch um die Feuerwerke in den umliegenden Dörfern.
Ein letzter Besuch des "Leinepostens" und dann ging es , als der P3 kam über die Gasse Str.B und Kirchgandern zurück zur Kompanie.
Ich war irgendwie geschafft, nach der Schicht. Und obwohl es die Silvesternacht 1974/75 war kann ich die nicht vergessen!

Guten Rutsch euch allen !
H.



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#2

RE: Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 31.12.2013 20:13
von Lutze | 8.034 Beiträge

kam kein nettes Wort zum neuen Jahr
vom Kompaniechef rüber?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#3

RE: Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 31.12.2013 20:57
von suentaler | 1.923 Beiträge

Auch ich hatte zu Silvester 86/87 eine Nachtschicht. Mein Notizbüchlein, welches ich damals geführt habe sagt, es war eine 21:30-05:30 Schicht im Mittelabschnitt.
Genau um Mitternacht kam bei uns eine Kontrollstreife vorbei, bestehend aus Kompaniechef und einem Zugführer und wünschte mir und meinem Postenführer ein gesundes Neues Jahr und überreichte jedem einen Beutel mit je 3 Apfelsinen und 3 Schokoweihnachtsmännern.
Vom Feuerwerk haben wir nichts gesehen, da die Ortschaft durch einen Berg vom Abschnitt getrennt war.


Allen einen Guten Rutsch ins Neue Jahr !


[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
Noch nicht einmal einen Grund konntet ihr angeben.
Andersdenkende mundtot machen - wie erbärmlich - selbst für euch ![/rot]
.
MfG Suentaler
.
[gruen]Leider kann ich nicht auf die mich erreichenden PN's antworten.
Man kann mich aber direkt unter suentaler@emailn.de anschreiben.[/gruen]
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#4

RE: Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 31.12.2013 20:59
von rotrang (gelöscht)
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Zitat von Lutze im Beitrag #2
kam kein nettes Wort zum neuen Jahr
vom Kompaniechef rüber?
Lutze

Ja Lutze
Wir Dienen Der Deutschen Demokratischen Republik.
Guten Rutsch ins Neue Jahr


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#5

RE: Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 31.12.2013 21:53
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Schöne Geschichte.
Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, entweder war ich zu besoffen -nein sicher nicht- oder es gab nichts interessantes.
Nachtschicht hatte ich sicher nicht, denn der Tag war meine Zeit. Ich glaub aber wir hatten am Neujahrstag 1985 einen Hund der sich losgerissen hatte, unten in Rimbach auf der heutigen Pferdekoppel.
Die Hohenganderner Truppe hatte sich da aber wie immer schon drum gekümmert, es gab kein "Alarmfall", der Hund wurde am BT abgeholt und wurde wieder an die Laufanlage gebracht.
Ich glaub Afra wars das verrückte Luder. Ein schönes Tier, langes ganz weiches Fell.
Wir mochten sie, sie brauchte immer ganz viel Streicheleinheiten.
Leider hat sie sich etwa 4 Wochen später, kurz vor meiner Versetzung nach Klettenberg, an ihrer Laufanlage erhängt.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#6

RE: Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 31.12.2013 23:21
von frank | 1.753 Beiträge

drei mal in acht jahren hatte ich das vergnügen mit zwei anderen genossen 'bereitschaft' ( FSTW ) zu schieben !
auf ca. 3 x 5 qm² mit 'pritsche' zur besonderen verfügung unseres diensthabenden ovd !!
zur geisterstunde gab es für jeden ein glas sekt vom ovd !!!



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#7

RE: Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.01.2014 06:28
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Bei mir gab es heute Nacht alkoholfreien Sekt und Kartoffelsalat im Zentralem Polizeigewahrsam in Leipzig.
Es ist am Connewitzer Kreuz ruhig geblieben und somit hatte ich diese Nacht nicht viel zu tun.
Man konnte es trotzdem nicht lassen, Raketen, Steine und Glasscherben auf Polizisten zu werfen.
Aber was solls, dass scheint ja leider zum Hobby zu werden. Das polizeiliche Gegenüber begreift nicht, dass jeder gesund
zu seiner Familie zurückkehren möchte.
Ist nun Geschichte, bis zum nächsten mal.

Gruß Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#8

RE: Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.01.2014 10:07
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.492 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #5
Schöne Geschichte.
Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, entweder war ich zu besoffen -nein sicher nicht- oder es gab nichts interessantes.
Nachtschicht hatte ich sicher nicht, denn der Tag war meine Zeit. Ich glaub aber wir hatten am Neujahrstag 1985 einen Hund der sich losgerissen hatte, unten in Rimbach auf der heutigen Pferdekoppel.
Die Hohenganderner Truppe hatte sich da aber wie immer schon drum gekümmert, es gab kein "Alarmfall", der Hund wurde am BT abgeholt und wurde wieder an die Laufanlage gebracht.
Ich glaub Afra wars das verrückte Luder. Ein schönes Tier, langes ganz weiches Fell.
Wir mochten sie, sie brauchte immer ganz viel Streicheleinheiten.
Leider hat sie sich etwa 4 Wochen später, kurz vor meiner Versetzung nach Klettenberg, an ihrer Laufanlage erhängt.


moin und Frohes Neues!, bei uns war es ähnlich, oftmals haben sich tatsächlich Posten oder Führungsstellenbesatzungen an unsere losgerissenen Hunde rangetraut und haben sie verwahrt.(sie waren alle auf Kehle abgerichtet!!!!),
ich erinnere mich noch, da hat sich ein stattlicher Rüde losgemacht, und sämtliche Hündinen an den Laufleinen begattet....
nach 9 Wochen dann die Bescherung....von den 16 Hunden die dort standen waren 9 Weibchen, und davon haben 4 geworfen...so hatten wir immer Nachschub für die Laufleinen oder Laufgänge.

noch einen schönen Neujahrstag, hundemuchtel 88 0,5


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#9

RE: Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.01.2014 11:55
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Jetzt muß ich mal ganz genau überlegen, welches Silvester ich an der Grenze stand. Es war jedenfalls in einem Abschnitt, den ich nicht kannte und der auch nicht direkt am KS lag. So vermute ich, daß ich im Rahmen der Verstärkung durch die Ausbildungskompanie draußen war. Ein Anlieger hat uns da noch ein paar Flaschen Bier rausgebracht, aber wir sahen, daß überall die Stern gelb hochgingen. In der GK selbst hatte ich wohl gerade keine Nachtschicht, kann mich jedenfalls nicht an eine Begebenheit erinnern, daß ich da gerade draußen war.



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#10

RE: Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.01.2014 12:23
von Hansteiner | 1.412 Beiträge

Wenn man an solchen Tagen und Nächten im Bereich der "Leine" eingesetzt war, kam noch der Aspekt des nahen Bhf. Arenshausen hinzu.
Die Durchsagen der DR : " in den Zug nach Halle, über Heiligenstadt, Leinefelde,Nordhausen einsteigen und .....
Da gingen die Gedanken dann auch mit auf Reisen nach Hause zu deinen Lieben.

VG H.



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#11

RE: Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.01.2014 13:17
von Freienhagener | 3.860 Beiträge

Wir konnten die Züge nur leise von fern hören. "Horch, der Heimgängerzug" erklärte dann der Postenführer.............


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#12

RE: Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.01.2014 14:11
von ABV | 4.202 Beiträge

Ich habe den Jahreswechsel 2013 / 14 an der Grenze erlebt. Im " Deutsch-Polnischen Polizei & Zollzentrum", am früheren Grenzübergang Frankfurt (Oder)/ Swiecko. Das war nun mein drittes Sylvester dort.
Insgesamt war es eine ruhige Schicht. Um 00:00 Uhr habe ich zusammen mit polnischen und deutschen Kollegen das neue Jahr begrüßt. Noch vor ein paar Jahren wäre so etwas unvorstellbar gewesen. Heute gehört so etwas schon zur Normalität. Zumindest für mich. Trotzdem besitzt eine Sylvesternacht in dieser Umgebung, anders als an anderen Grenzübergängen sind in Swiecko die ehemaligen Kontrollanlagen teilweise noch zu erkennen, einen besonderen Reiz. Europa wächst zusammen. Und das ist gut so!
Vom Feuerwerk über Frankfurt und Slubice haben wir leider nicht viel gesehen. Über der Oder lag eine dicke Nebelwand. Hinter dieser Wand wirkte das Geknalle irgendwie seltsam. Fast wie in einem Kriegsfilm.
Gegen Morgen dann der nächste Schreck: "Dank" des Nebels war die Fahrbahn teilweise tückisch glatt. Nach beinahe einer Stunde Fahrt bin ich dann glücklich und ohne Schaden Zuhause angekommen.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


zuletzt bearbeitet 01.01.2014 14:12 | nach oben springen

#13

RE: Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.01.2014 12:19
von grenzgänger86 | 375 Beiträge

Hallo zusammen,

erstmal wünsche ich allen hier im Forum ein gesundes neues Jahr.
Ich hatte zum Jahreswechsel 86/87 Nachtschicht von 22.00-06.00 Uhr am Schanzenauslauf. Es war eine sehr kalte und Sternenklare Nacht,man hatte vom Postenbereich einen schönen Blick auf Schierke,um Mitternacht kam über Funk nur kurz ein " gesundes Neues " und das war es.Es ist aber noch so im Gedächtnis als wäre es gestern gewesen.

04/86-04/87 in schierke


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#14

RE: Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.01.2014 12:50
von Pit 59 | 10.135 Beiträge

Eine Silvester Nachtschicht habe ich am Werra Ufer verbracht. Eigentlich war ja das Abschiessen von Feuerwerk in den Grenzdörfern verboten,aber es knallte trotzdem überall.
Zur Vergatterung sagte noch unser KC ,das HLZ die in dieser Nacht Verschossen werden Bezahlt werden müssen, sein Grinsen dabei sagte aber alles.


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#15

RE: Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.01.2014 13:39
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Silvesternacht 1969/70 führte uns nach Straßenreuth, einem gottverlassenem Nest im 500 m-Bereich. Wer es kennt, wird
das bestätigen. Pyrotechnik war verboten, aber unsere Vorfreude richtete sich auf Hof/Bayern, kaum 20 km Luftlinie ent-
fernt und normal gut zu sehen. Nicht einmal Gebersreuth, vielleicht 1 km zurück im 5 km-Abschnitt, war zu erkennen.
Aber leider, das Schicksal meinte es nicht gut mit uns, stockneblig war diese Nacht.
Was blieb war die Scheune im Ort, da war es zwischen den Strohballen wenigstens von der Temperatur her erträglich,
draußen war außer dem Nebel noch eine ekelhafte feuchte Kälte mit Rauhreif. Unsere Anschlußstelle ans Meldenetz lag
unmittelbar daneben, also den Umständen nach hätte es schlimmer sein können.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#16

RE: Silvester - Nachtschicht

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 27.10.2014 19:46
von Linna | 188 Beiträge

Silvester-Nachtschicht 1970/71 in Eishausen werde ich wohl nie vergessen. Abends gab es in der Grenzkompanie
ein kleines Programm unter Mitwirkung aller Züge und anschließend wurde ein bisschen mit Glühwein gefeiert.
Nach 22.00 ging es zur Nachtschicht und wir haben das Silvesterfeuerwerk in Coburg bestaunen können. Die Nacht war klar und
bitterkalt und trotzdem bis heute unvergesslich.
Gruß-Linna



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