#1

Geglückte Flucht am "Iberg" bei Asbach im Januar 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.12.2013 17:58
von CAT | 351 Beiträge

In der Nacht vom 24. auf den 25. Januar 1988 gelang zwei 24 Jahre alten Männer die Flucht am "Iberg" oberhalb von Asbach. Hier die Presseberichte aus der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen, Ausgabe Werra-Meissner Kreis. Würde mich freuen, wenn jemand was zur Flucht erzählen könnte.

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#2

RE: Geglückte Flucht am "Iberg" bei Asbach im Januar 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.03.2014 19:07
von U700 | 32 Beiträge

Stimmt 1988 wirklich, ich habe eine "geglückte Flucht" an dieser Stelle miterlebt. Den GSSZ haben die Experten an der Hessel überklettert und sind danach den Iberg auf dem Kolonenweg hoch und zum Schluß am Iberg oben über den vorderen Sperrzaun. Das muss aber später gewesen sein, da ich erst im Frühjahr 1988 nach Pfaffi kam und definitiv im Januar noch nicht da war. In Erinnerung ist mir die ganze Sache geblieben, weil ich für das "Ermittlungsteam" die Nachrichtenverbindungen verlegen und schalten durfte. Ich bin mit der Kabeltrommel auf dem Rücken den Berg mehrmals hoch und runter gerannt. Zum Schluss gab es als Dankeschön noch eine Diskussion mit dem Batallioner, weil ich nicht etwa mit saubere Uniform meine Tätigkeiten verrichtet hatte, sondern nach getaner Arbeit etwas lehmbeschmutzt war :-).

Während der Flucht war übrigens unser Polit ( mein Erster von Dreien) Diensthabender auf der FÜST :-).



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#3

RE: Geglückte Flucht am "Iberg" bei Asbach im Januar 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.03.2014 19:53
von CAT | 351 Beiträge

Hallo U700, danke für Deine Schilderung. Ich habe neulich mit einen der beiden "Flüchtlinge" gesprochen. Es war eine spontane Aktion. Wie er mir erzählt hat, muss beim Übersteigen des ersten Zaun der Alarm ausgelöst haben. Als die Beiden auf den ersten Zaun gestossen sind, wollten sie eigentlich wieder umkehren, weil sie am Anfang nicht wussten, wie sie über den Zaun kommen sollten. Dann hat einer von Beiden einen dickeren Ast/Stamm an den Zaun gestellt und haben dann auf diese Weise den Zaun überwunden. Dann sind sie wohl auch sehr schnell über den zweiten Zaun geklettert. Sie waren sich aber nicht sicher; ob sie bereits im Westen waren. Die Lichter von Asbach haben sie schon von weiten gesehen und wollten dann in diesem Bereich rüber. Im letzten Moment haben sie dann aber auch die Lichter vom hessischen Bad Sooden-Allendorf gesehen und haben sich in diese Richtung auch weiter orientiert. Von einem Bekannten habe ich gehört, das dann am nächsten Tag in Ihrem Heimatort der Teufel los war. Die Bewohner haben den Beiden die Flucht nicht zugetraut. Hat der Politi einen Einlauf bekommen? Dies von meiner Seite zu der Flucht. Gruß Uwe.

Zitat von U700 im Beitrag #2
Stimmt 1988 wirklich, ich habe eine "geglückte Flucht" an dieser Stelle miterlebt. Den GSSZ haben die Experten an der Hessel überklettert und sind danach den Iberg auf dem Kolonenweg hoch und zum Schluß am Iberg oben über den vorderen Sperrzaun. Das muss aber später gewesen sein, da ich erst im Frühjahr 1988 nach Pfaffi kam und definitiv im Januar noch nicht da war. In Erinnerung ist mir die ganze Sache geblieben, weil ich für das "Ermittlungsteam" die Nachrichtenverbindungen verlegen und schalten durfte. Ich bin mit der Kabeltrommel auf dem Rücken den Berg mehrmals hoch und runter gerannt. Zum Schluss gab es als Dankeschön noch eine Diskussion mit dem Batallioner, weil ich nicht etwa mit saubere Uniform meine Tätigkeiten verrichtet hatte, sondern nach getaner Arbeit etwas lehmbeschmutzt war :-).

Während der Flucht war übrigens unser Polit ( mein Erster von Dreien) Diensthabender auf der FÜST :-).


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#4

RE: Geglückte Flucht am "Iberg" bei Asbach im Januar 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.03.2014 20:55
von U700 | 32 Beiträge

Im Januar 1988 war ich definitiv noch nicht in der GK Pfaffschwende. Da war ich noch in der Ausbildung an der Unteroffiziersschule in Perleberg. Vielleicht reden wir von 2 unterschiedlichen Fluchtversuchen. Bei meinem erlebten Fluchtversuch ist es meiner Meinung nach in der Nacht passiert. Hatte der GSSZ ausgelöst ist zuerst die Alarmgruppe auf der FÜST rausgeflogen. Meines Wissens nach gab es immer einen Posten in Asbach und auf den Gobert. Die wurden dann in den Bereih Iberg gezogen. Die Alarmgruppe ist direkt zum Iberg. Die Kontrolle des Kontrollstreifens am GSSZ an der Hessel hatte in der Nacht nichts gebracht. Die Kollegen haben nichts gesehen. Erst die Routinekontrolle am nächsten Tag und die Medienberichte vom "imperialistischen Klassenfeind" haben die Erkenntnis gebracht, das es eine Flucht gab. Am Speerzaum vorne gab es keinen Kontrollstreifen mehr (glaube ich). Es war einfach zu steil. Aus diesem Grund wurde der Kolonnenweg meistens von oben (Gobert) nach unten (Asbach) befahren. Jedenfalls gab es hinterher viel Spaß :-( und für mich viel Konditionstraining mit der Kabeltrommel. Mein Ladewart durfte nicht mit der Kabeltrommel rumrennen, der hatte ein Attest, also musste ich selber ran.
Wie schon beschrieben, was nach so einem Fluchtversuch mit den betroffenen passierte, kann ich nicht sagen. Normal war ein Gespräch (Verhör) mit der Verwaltung2000 und anderen höheren Chargen. Ob mein damaliger Polit deshalb die GK in Pfaffschwende verlies kann ich nicht sagen. Was aus ihm geworden ist, kann ich auch nicht sagen. Jedenfalls hatte ich danach Polit Nummer 2.



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zuletzt bearbeitet 19.03.2014 20:59 | nach oben springen

#5

RE: Geglückte Flucht am "Iberg" bei Asbach im Januar 1988

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.03.2014 10:15
von Fall 80 | 171 Beiträge

Interessannte Geschichte. So schließt sich nach vielen Jahren langsam wieder eine Lücke der Ungereimtheiten.

Zitat von U700 im Beitrag #2
Stimmt 1988 wirklich, ich habe eine "geglückte Flucht" an dieser Stelle miterlebt. Den GSSZ haben die Experten an der Hessel überklettert und sind danach den Iberg auf dem Kolonenweg hoch und zum Schluß am Iberg oben über den vorderen Sperrzaun. Das muss aber später gewesen sein, da ich erst im Frühjahr 1988 nach Pfaffi kam und definitiv im Januar noch nicht da war. In Erinnerung ist mir die ganze Sache geblieben, weil ich für das "Ermittlungsteam" die Nachrichtenverbindungen verlegen und schalten durfte. Ich bin mit der Kabeltrommel auf dem Rücken den Berg mehrmals hoch und runter gerannt. Zum Schluss gab es als Dankeschön noch eine Diskussion mit dem Batallioner, weil ich nicht etwa mit saubere Uniform meine Tätigkeiten verrichtet hatte, sondern nach getaner Arbeit etwas lehmbeschmutzt war :-).

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