#21

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 14:29
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Hallo Gerd,
du hast immer deinen Ausweis gezeigt, wann war das genau?
Ich bin in Eisenach auf gewachsen und kenne das völlig anders.
Von mir wurde in der Stadt nie ein Ausweis verlangt. Im Zug nach ESA wurden die Jugendlichen von der Trapo kontrolliert, habe auch immer mich ausweisen müssen. Später als Pauser habe ich meinen Pausraum immer zu gesiegelt und meine Petschaft bei der Betriebswache abgegeben. Beim abholen habe ich nur am Anfang meinen Betriebsausweis vorgelegt, später nicht mehr.
Warst du ein sogenannter Assi? Warum bist du immer aufgefallen?
Ich hatte einen PA, ein FdGB, einen DSF und einen Parteiausweis. Habe eigentlich die nur für Beitragsmarken gebraucht


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#22

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 15:07
von Freienhagener | 3.860 Beiträge

Tatsächlich hatten wir draußen mehr Freiheit als drinnen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#23

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 15:27
von tesssi55 | 57 Beiträge

Mir sind die Kontrollen zu meiner Zeit nie reccht bewusst geworden.Unser Alter und der Spiess hat den Laden im Griff gehabt.Die beiden haben keinen grossen Stress gemacht.Es waren alte Hasen.Im GD habe ich den Spiess nie gesehen und den KC auch nicht.


GR6, 3.GB,9.GK, EK 79/2
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#24

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 17:09
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #21
Hallo Gerd,
du hast immer deinen Ausweis gezeigt, wann war das genau?
Ich bin in Eisenach auf gewachsen und kenne das völlig anders.
Von mir wurde in der Stadt nie ein Ausweis verlangt. Im Zug nach ESA wurden die Jugendlichen von der Trapo kontrolliert, habe auch immer mich ausweisen müssen. Später als Pauser habe ich meinen Pausraum immer zu gesiegelt und meine Petschaft bei der Betriebswache abgegeben. Beim abholen habe ich nur am Anfang meinen Betriebsausweis vorgelegt, später nicht mehr.
Warst du ein sogenannter Assi? Warum bist du immer aufgefallen?
Ich hatte einen PA, ein FdGB, einen DSF und einen Parteiausweis. Habe eigentlich die nur für Beitragsmarken gebraucht



ja genau so war es, deswegen haben sie mich in die anderen von dir genannten Organisationen nicht aufgenommen, also hatte ich auch nicht so viele Ausweise wie du.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#25

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 17:19
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #16
Irgendwie gefehlt haste die letzte Woche nicht gerad, da war'n schon einige Andere auf'm Sprung die ausgelatschen Tappsen von Dir weiterzugehen. Aber jetzt biste ja wieder da und mußt natürlich gleich die rumprollen.
Doch nun erzähl mal lieber, wie oft Du als freiwilliger Zeitsoldat bei der 6.GBK von Deinen Vorgesetzten kontrolliert wurdest. Auch ungefähr jede zweite Schicht?

P.S. vielleicht auch morgen erst, aber dafür in Ruhe, odär?
N8

mit diesem Gefühl hattest du aber ein Alleinstellungsmerkmal. Ja mit dem Prollen ist das so eine Sache. Als ich vor 50 Jahren als Wehrpflichtiger in die NVA eintrat ( ich wäre doch nie freiwillig in eine solche Armee eingetreten, weil ich nicht mit einem verfaulten Arm rumlaufen wollte. Ja so hatte man es einige Jahre zuvor gesagt, jedem Deutschen, der noch mal eine Waffe in die Hand nimmt, solle selbige abfaulen) da prollten die höheren Dienstgrade auf dem Kasernenhof mich an. Ich musste die Zähne zusammenbeissen. Bissl blöd waren se ja, aber sie hatten die Macht, das habe ich schon geschnallt. Also heute darf ich auch mal prollen, weil ich frei bin.


.
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#26

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 17:34
von 94 | 10.792 Beiträge

Na vermisst wurdeste schon, nur gefehlt hat (mir zumindest) Dein 'Geprolle' nicht. Na egal, nun biste ja auch wieder schreibend und da Du ja nicht nur prollen willst (also nehme ich mal an), kannste ja nun mal berichten, wie die Kontrollen des Grenzdienstes Anfang der 60er Dir erinnerlich sind *lauschend_grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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zuletzt bearbeitet 16.12.2013 17:34 | nach oben springen

#27

RE: Vertraue, aber prüfe nach! (Доверяй, но проверяй)

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 17:35
von Mike59 | 7.963 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #9
Zitat von 80er im Beitrag #6
Auch wenn das nur als Empfehlung gilt und so nicht durchsetzbar gewesen ist, wird doch das Misstrauen deutlich, das uns damals entgegengebracht wurde. Misstrauen durch die politische Führung oben bis nach unten zu den Soldaten.
Quatsch @80er , mag sein das es so von Einigen empfunden wurde, aber es ist ein altes militärisches Prinzip:
Wer befiehlt, muß sicherstellen!
Und zwar, das seine Befehle auch umgesetzt werden und wenn nicht, zumindest herausbekommen, wo's klemmt. Und das sind meist objektive Ursachen, welche dann zu Tage treten. Das der Untergebene das nun als subjektives Misstrauen empfindet, ist ja auch klar. Deswegen waren eine Anzahl dieser Kontrollen als 'gedeckte Kontrolle' auch vorgeschrieben. Eigentlich selbstverständlich, aber das Militär ist nun mal ein Verein, da wird jeder Furz und Feuerstein geregelt. Und achso, der K2 oder der K6 war auch eine (wenn auch nicht ganz offizielle) Variante um als Vorgesetzter auf seine Kontrolle zu kommen *wink*

P.S. Übrigens, das alte russische Sprichwort, welches auch Lenin so gern genutzt haben soll, wird im wiki mit 'Vertraue, aber prüfe nach!' übersetzt, irgendwie treffender, meinste nich auch?


So etwas läuft heute in jedem einigermaßen organisiertem Betrieb unter den Begriffen Qualitätsmanagement und Fachaufsicht.


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#28

RE: Vertraue, aber prüfe nach! (Доверяй, но проверяй)

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 17:37
von 94 | 10.792 Beiträge

Bissel oT und nicht ganz ernst gemeint ... also war der Sozialistische Wettbewerb sowas wie die ISO9000-Zertifizierung?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#29

RE: Vertraue, aber prüfe nach! (Доверяй, но проверяй)

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 17:42
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.492 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #28
Bissel oT und nicht ganz ernst gemeint ... also war der Sozialistische Wettbewerb sowas wie die ISO9000-Zertifizierung?


nein! wenn schon ISO 9100 (Luft und Raumfahrtzertifizierung)

gruß h.


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#30

RE: Vertraue, aber prüfe nach! (Доверяй, но проверяй)

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 17:42
von Mike59 | 7.963 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #28
Bissel oT und nicht ganz ernst gemeint ... also war der Sozialistische Wettbewerb sowas wie die ISO9000-Zertifizierung?

Eventuell der Wettbewerb nicht - eher die Auswertung des selben. *gr*


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#31

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 18:01
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #26
Na vermisst wurdeste schon, nur gefehlt hat (mir zumindest) Dein 'Geprolle' nicht. Na egal, nun biste ja auch wieder schreibend und da Du ja nicht nur prollen willst (also nehme ich mal an), kannste ja nun mal berichten, wie die Kontrollen des Grenzdienstes Anfang der 60er Dir erinnerlich sind *lauschend_grins*


wie soll das schon gewesen sein ? Meist wurden wir auf nächtlichen Streifen kontrolliert. Da ich einen Hund , genannt "Prinz" ( passt doch irgenwie zu mir odärr ?) dabei hatte, waren wir, mein Posten und ich, quasi in jeder Lebenslage unterwegs lebensversichert. Tja wie oft, ich weiss es nicht so genau, ist so lange her aber 2 x je Woche waren es schon. Nur einmal hamse mich erwischt. Sonntag Morgens auf dem Stahlgitterturm auf der Steilküste der Lübecker Bucht. Wir waren am Abend im Ausgang in Boltenhagen. Da ging es ein bischen hoch her udn wir warne etwas müde.. Ich war Postenführer . Ich machte meinem Posten den Vorschlag einer passt auf ca.2 Stunden und der andere pennt 2 Stunden. Mein Posten von 6 - 8 gepennt ich habe die Staatsgrenze bewacht. Um 8 Schichtwechsel, ich gepennt, mein Posten sollte aufpassen. Irgendwann höre ich im Halbschlaf das Dröhnen des Gittermastes, so wie wenn eine rdie Leiter hoch kam. Ich hochgefahren, raus auf den Umlauf des Wachhäuschens, da ging die Holzklappe auf und es kam eine goldbetresste Mütze zum Vorschein, wie sie ab Korvettenkapitän ( Major ) getragen wurde. Es war der Stabchef des Bataillons . So, da konnte ich mir etwas anhören ,z.B ich habe die Grenzen der DDR unbewacht gelassen, hier hätte zig Labos anlanden können usw.. Zum Schluss noch die Drohung mit Militärstaatsanwalt und Ablösung. In der Kompanie ging das ganze Gesülze noch mal los durch den KC. Ich war tierisch sauer auf meinen unzuverlässigen Posten, denn der hatte statt aufzupassen draußen auf dem Umlauf des Turms sich auf eine Holzkiste gesetzt und weitergepennt. So viel zur Zuverlässigkeit von Kameraden


.
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#32

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 19:14
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Zitat
mit diesem Gefühl hattest du aber ein Alleinstellungsmerkmal



Nö, ist oder war er nicht. Hatte er auch nicht.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#33

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 20:47
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #31
[...] Ich war tierisch sauer auf meinen unzuverlässigen Posten, denn der hatte statt aufzupassen draußen auf dem Umlauf des Turms sich auf eine Holzkiste gesetzt und weitergepennt. So viel zur Zuverlässigkeit von Kameraden ...
... und dem Sinn von Kontrollen. Doch nun zwei Fragen: Zum ersten, wärste auf Deinen Keim auch sauer gewesen, wäret ihr nicht aufgeklatscht worden und zweitens, warste auch auf Dich selbst sauer? Nö, hmm? Müssteste aber, denn so hastes ja offensichtlich es versäumt, Deinen Posten richtig in die hohe Kunst der Sicherung eines Postenbereiches (zum Beispiel mit Angelsehne und leeren Konserven oder so ähnlich, ich hab da keine Ahnung, bin nur anfangs in sowas öfters mal kontrollierenderweise hineigetappt), also in die hohe Kunst der Eigensicherung einzulernen.

Merke! Ein Grenzer schläft nicht, er ruht nur ...


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#34

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 21:37
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #33
Zitat von Gert im Beitrag #31
[...] Ich war tierisch sauer auf meinen unzuverlässigen Posten, denn der hatte statt aufzupassen draußen auf dem Umlauf des Turms sich auf eine Holzkiste gesetzt und weitergepennt. So viel zur Zuverlässigkeit von Kameraden ...
... und dem Sinn von Kontrollen. Doch nun zwei Fragen: Zum ersten, wärste auf Deinen Keim auch sauer gewesen, wäret ihr nicht aufgeklatscht worden und zweitens, warste auch auf Dich selbst sauer? Nö, hmm? Müssteste aber, denn so hastes ja offensichtlich es versäumt, Deinen Posten richtig in die hohe Kunst der Sicherung eines Postenbereiches (zum Beispiel mit Angelsehne und leeren Konserven oder so ähnlich, ich hab da keine Ahnung, bin nur anfangs in sowas öfters mal kontrollierenderweise hineigetappt), also in die hohe Kunst der Eigensicherung einzulernen.

Merke! Ein Grenzer schläft nicht, er ruht nur ...



also ich schrieb doch, dass wir auf einem Turm, Stahlgitterturm , auf den Klippen der Lübecker Bucht waren. Obendrauf geschlossenes Holzhäuschen mit äußerem Rundgang, Aufgang zum Turm aus Stahl gefertigte Leiter, kam unter dem äußerem Rundgang an und der Turm war durch eine Holzklappe in dem Rundgang zu betreten.
So, das Gelände war weit einzusehen, wir hatten ein Superfernrohr mit dem wir quer über die Bucht auf der westdeutschen Seite die Autos sehen konnten. Meine Order an den Posten war, eben nicht nur den Schiffsverkehr zu beobachten und ins Logbuch einzutragen, sondern auch Eigensicherung gegen Aufklatschen. Das war eine sehr leichte Aufgabe aber wenn man weiter pennt, was gegen unsere Absprache war, dann geht die Sache ihren Lauf. Auf dem Turm hatte ich natürlich den Hund nicht mit. Aber ok bin ja nicht in Schwedt gelandet und
irgendwann kam der Tag der Entlassung und es war vergessen.


P.S. wie willste denn so'n Turm mit Konservendosen "sichern"?

edit Zusatz


.
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zuletzt bearbeitet 16.12.2013 21:40 | nach oben springen

#35

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 22:09
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #34
Zitat von 94 im Beitrag #33
Zitat von Gert im Beitrag #31
[...] Ich war tierisch sauer auf meinen unzuverlässigen Posten, denn der hatte statt aufzupassen draußen auf dem Umlauf des Turms sich auf eine Holzkiste gesetzt und weitergepennt. So viel zur Zuverlässigkeit von Kameraden ...
... und dem Sinn von Kontrollen. Doch nun zwei Fragen: Zum ersten, wärste auf Deinen Keim auch sauer gewesen, wäret ihr nicht aufgeklatscht worden und zweitens, warste auch auf Dich selbst sauer? Nö, hmm? Müssteste aber, denn so hastes ja offensichtlich es versäumt, Deinen Posten richtig in die hohe Kunst der Sicherung eines Postenbereiches (zum Beispiel mit Angelsehne und leeren Konserven oder so ähnlich, ich hab da keine Ahnung, bin nur anfangs in sowas öfters mal kontrollierenderweise hineigetappt), also in die hohe Kunst der Eigensicherung einzulernen.

Merke! Ein Grenzer schläft nicht, er ruht nur ...



also ich schrieb doch, dass wir auf einem Turm, Stahlgitterturm , auf den Klippen der Lübecker Bucht waren. Obendrauf geschlossenes Holzhäuschen mit äußerem Rundgang, Aufgang zum Turm aus Stahl gefertigte Leiter, kam unter dem äußerem Rundgang an und der Turm war durch eine Holzklappe in dem Rundgang zu betreten.
So, das Gelände war weit einzusehen, wir hatten ein Superfernrohr mit dem wir quer über die Bucht auf der westdeutschen Seite die Autos sehen konnten. Meine Order an den Posten war, eben nicht nur den Schiffsverkehr zu beobachten und ins Logbuch einzutragen, sondern auch Eigensicherung gegen Aufklatschen. Das war eine sehr leichte Aufgabe aber wenn man weiter pennt, was gegen unsere Absprache war, dann geht die Sache ihren Lauf. Auf dem Turm hatte ich natürlich den Hund nicht mit. Aber ok bin ja nicht in Schwedt gelandet und
irgendwann kam der Tag der Entlassung und es war vergessen.


P.S. wie willste denn so'n Turm mit Konservendosen "sichern"?

edit Zusatz



Naja, Wachvergehen wird halt bestraft. und das in jeder Armee dieser Welt. Und mit den Konservendosen,da ließ sich immer was einfallen. 2 bis 3 Kieselsteine rein,und richtig angebracht. Aber trotzdem hätten sie dir einen reingewürgt.


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#36

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 22:33
von Mike59 | 7.963 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #35
Zitat von Gert im Beitrag #34
Zitat von 94 im Beitrag #33
[quote=Gert|p314341][...] Ich war tierisch sauer auf meinen unzuverlässigen

Merke! Ein Grenzer schläft nicht, er ruht nur ...



P.S. wie willste denn so'n Turm mit Konservendosen "sichern"?

edit Zusatz



Naja, Wachvergehen wird halt bestraft. und das in jeder Armee dieser Welt. Und mit den Konservendosen,da ließ sich immer was einfallen. 2 bis 3 Kieselsteine rein,und richtig angebracht. Aber trotzdem hätten sie dir einen reingewürgt.



Weswegen ? Bei uns wurde das Sichern des Postenbereiches mit nicht dienstlichen Hilfsmitteln extra gewürdigt. Nach erfolgter Kontrolle wurde das in der nächsten TAPI mitunter hervorgehoben. Da gab es wohl zeitlich und regional sehr unterschiedliche Auffassungen.


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#37

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 17.12.2013 00:44
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #6
Zitat von exgakl im Beitrag #3
was soll uns das jetzt sagen?


Na dir nichts, aber mir z.B., welches Vertrauen den GWDlern als "politische Elite" entgegengebracht wurde, nämlich gar keines!

Wenn ich zusammenrechne, dann gibt das 59 Kontrollgänge im Monat, rund 15 pro Woche und immerhin 2 am Tag, also in 2 von 3 Schichten.
Auch wenn das nur als Empfehlung gilt und so nicht durchsetzbar gewesen ist, wird doch das Misstrauen deutlich, das uns damals entgegengebracht wurde. Misstrauen durch die politische Führung oben bis nach unten zu den Soldaten.


Ich denke das Dokument suggeriert etwas, was nie stattgefunden hat und wohl auch nicht so stattfinden sollte wie es sich liest.
Was sollte der Küchenchef im GrenzDIENST kontrollieren, dafür gabs garkeine Basis.

Ich meine das Dokument bezieht sich auf die allgemeinen Abläufe im Grenzdienst draussen und in der Kompanie.
Man sollte auch nicht die Kontrollfunktion der Vorgesetzten pauschal mit Belauschen und Misstrauen gleichsetzen, ein "Abteilungsleiter" hat nunmal auch seine Rundgänge zu machen, er trägt schliesslich die Verantwortung wenn irgendwo was nicht passt.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 17.12.2013 01:01
von manifest 20 | 314 Beiträge

Was sollte der Küchenchef im GrenzDIENST kontrollieren, dafür gabs garkeine Basis.


Zum Bsp. Bananenschalen auf dem Kolonnenweg

Ich durfte auch mal Stäbler auf KS begleiten,Vorkommnise machen Arbeit,also gabs keine
gruss andreas


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#39

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 17.12.2013 16:39
von Küchenbulle 79 | 533 Beiträge

Der Küchenbulle wurde nicht zur Kontrolle des Grenzers eingesetzt.Aber den K6 durfte er öfter mal abhufen und das aus wirtschaftlichen Gründen.
Dort waren etliche Bananenstauden angepflanzt und einer musste das Zeugs ja ernten.
Spaß beiseite treten,das mit dem K6 entsprach der Realität.


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#40

RE: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - wer hätt´s gewusst?

in Grenztruppen der DDR 17.12.2013 17:01
von utkieker | 2.920 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #31
Zitat von 94 im Beitrag #26
Na vermisst wurdeste schon, nur gefehlt hat (mir zumindest) Dein 'Geprolle' nicht. Na egal, nun biste ja auch wieder schreibend und da Du ja nicht nur prollen willst (also nehme ich mal an), kannste ja nun mal berichten, wie die Kontrollen des Grenzdienstes Anfang der 60er Dir erinnerlich sind *lauschend_grins*


wie soll das schon gewesen sein ? Meist wurden wir auf nächtlichen Streifen kontrolliert. Da ich einen Hund , genannt "Prinz" ( passt doch irgenwie zu mir odärr ?) dabei hatte, waren wir, mein Posten und ich, quasi in jeder Lebenslage unterwegs lebensversichert. Tja wie oft, ich weiss es nicht so genau, ist so lange her aber 2 x je Woche waren es schon. Nur einmal hamse mich erwischt. Sonntag Morgens auf dem Stahlgitterturm auf der Steilküste der Lübecker Bucht. Wir waren am Abend im Ausgang in Boltenhagen. Da ging es ein bischen hoch her udn wir warne etwas müde.. Ich war Postenführer . Ich machte meinem Posten den Vorschlag einer passt auf ca.2 Stunden und der andere pennt 2 Stunden. Mein Posten von 6 - 8 gepennt ich habe die Staatsgrenze bewacht. Um 8 Schichtwechsel, ich gepennt, mein Posten sollte aufpassen. Irgendwann höre ich im Halbschlaf das Dröhnen des Gittermastes, so wie wenn eine rdie Leiter hoch kam. Ich hochgefahren, raus auf den Umlauf des Wachhäuschens, da ging die Holzklappe auf und es kam eine goldbetresste Mütze zum Vorschein, wie sie ab Korvettenkapitän ( Major ) getragen wurde. Es war der Stabchef des Bataillons . So, da konnte ich mir etwas anhören ,z.B ich habe die Grenzen der DDR unbewacht gelassen, hier hätte zig Labos anlanden können usw.. Zum Schluss noch die Drohung mit Militärstaatsanwalt und Ablösung. In der Kompanie ging das ganze Gesülze noch mal los durch den KC. Ich war tierisch sauer auf meinen unzuverlässigen Posten, denn der hatte statt aufzupassen draußen auf dem Umlauf des Turms sich auf eine Holzkiste gesetzt und weitergepennt. So viel zur Zuverlässigkeit von Kameraden



weißte @Gert,

haben wir auch häufig praktiziert, wechselseitiges Pennen im Grenzdienst. Aber irgendwann kommt der Punkt, dann schlafen beide - ein völlig natürlicher Vorgang. Schuldzuweisungen helfen da wenig!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
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