#1

Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 13:58
von Speedbus | 98 Beiträge

Bekam der/die Grenzsoldat/en diese nachdem tödliche Schüsse auf Flüchtlinge gefallen sind?
Sven


Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.

Konfuzius
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#2

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 15:39
von Lutze | 8.039 Beiträge

mir sind nur Sonderurlaub
und Geldprämien bekannt
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#3

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 15:57
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Das wird wohl von der jeweiligen Person anhängig sein. Ist doch im Zivilen Leben auch so,nicht jeder Lokführer der eine auf den Schienen liegende Person überfährt braucht Psychologische Hilfe,der andere wieder ja.


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#4

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 16:02
von Moskwitschka (gelöscht)
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So bitter wie es klingt, stellt sich die Frage für mich nicht. Denn nach meiner Wahrnehmung hat die psychologische Betreuung nach traumatischen Erlebnissen während des Dienstes an der Waffe in Deutschland erst in den letzten 10 Jahren an Bedeutung gewonnen.

Das Tabu von psychischen Folgen oder Erkrankungen bricht doch erst jetzt langsam auf. Waren sie doch jahrelang überdeckt von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magengeschwüren und Alkoholkrankheit.

Was mich allerdings erstaunt, dass die Bundeswehr erst jetzt reagiert:

Neu: Psychologie-Studium bei der Bundeswehr

Die Fakultät für Humanwissenschaften der Universität der Bundeswehr München führt zum 1. Oktober den neuen Bachelorstudiengang Psychologie und – darauf aufbauend – am 1. Januar 2016 den Masterstudiengang Klinische Psychologie ein.

München, 28.08.2013


http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!...CNOce6KH6V8Gt8/

LG von der grenzgaengerin


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zuletzt bearbeitet 15.12.2013 16:12 | nach oben springen

#5

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 16:02
von ABV | 4.202 Beiträge

So viel wie ich weiß, gab es für den Schützen absolut keine psychologische Hilfe. Obwohl die meisten diese wohl bitter nötig gehabt hätten. Weitaus nötiger jedenfalls, als Orden und Prämien. Der Staat sorgt sich weniger um das Seelenheil des Schützen Sondern viel mehr darum, dass der Vorfall nicht bekannt wird.

Gruß Uwe


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http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#6

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 16:27
von ABV | 4.202 Beiträge

Ich kann das was @Grenzgängerin schrieb, nur bestätigen: die psychologische Nachsorge wie wir sie heute kennen, ist relativ neu. Trotzdem in ich der Meinung, dass so mancher Vorgesetzte durch sein Verhalten, die ohnehin traumatisierten Schützen noch weiter ins Gefühlschaos gestürzt hat. Psychologie hin oder her: eine gesunde Portion Einfühlungsvermögen sollte man von einem Vorgesetzten schon erwarten können.

Gruß Uwe


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#7

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 16:29
von KARNAK | 1.695 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #5
Der Staat sorgt sich weniger um das Seelenheil des Schützen Sondern viel mehr darum, dass der Vorfall nicht bekannt wird.




Genau so,weil der Einzelne eigentlich nichts galt sondern nur die gemeinsame Sache für die man kämpft.Manchmal bis zu dem Zeitpunkt,dass es einen selber traf,da kam die Ernüchterung,wusste man plötzlich,dass die Dinge doch etwas komplizierter sein können.
An mir ist dieser Kelch zum Glück vorbeigegangen.
Ein Erlebnis was mich damals sehr betroffen gemacht hat und da ging es noch nicht mal um einen Toten.In frühen Wendezeiten,DDR-Bürger waren dabei über die Botschaft in Prag die DDR zu verlassen ,stand einer meiner Vorgesetzten während einer APO-Versammlung plötzlich auf,"gestand"uns mit Tränen in den Augen,dass seine Tochter das Land über die genannte Botschaft verlassen hat.Es hat ihn erkennbar tief getroffen,sein Weltbild schien an einer Ecke erheblich zu bröckeln,keine Ahnung ob er einen Auftrag hatte aufzustehen und sich zu äußern oder ob er den persönliche Druck nicht mehr ausgehalten hat.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#8

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 16:38
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Ich kann mich nicht erinnern das es psychologische Hilfe in größerem Maßstab gab. Ich kann allerdings auch nur für mich sprechen. Nachdem sich mein Posten erschossen hatte, wurde mir (nach ca. 60 min.) die Waffe abgenommen. Danach (eine gefühlte Ewigkeit) wurde ich in die GK gefahren, dort wurde mir der Reg. Doc. an die Seite gestellt. Der war voll scheiße drauf. Der Suizid erfolgte ca. gegen 20 Uhr und ca. 22 Uhr war der Doc dann vor Ort. Nach all den Befragungen und Vernehmungen war dann gegen 2 Uhr Schluss. Bin danach in die Koje, vorher noch einen kräftigen Schluck genommen.
Am nächsten Tag aus dem Dienst genommen, danach ging es weiter wie gewohnt. Die persönlichen Probleme sind dann wohl auch erst 6 Monate Später gekommen, was dann auch dazu führte das ich aus der Linie entfernt wurde. Psychologische Betreuung kann man das nun nicht gerade nennen. Nach einem weiteren halben Jahr war ich dann, dank massiven militärischen Druckes wieder im Grenzdienst zu finden. Das war dann quasi die psychologische Nachbehandlung.


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zuletzt bearbeitet 15.12.2013 16:39 | nach oben springen

#9

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 16:43
von ABV | 4.202 Beiträge

An dieser Stelle wäre es interessant zu erfahren, wie in ähnlich gelagerten Fällen bei der Polizei in den " Alten Bundesländern", bzw beim BGS verfahren wurde. Gab es dort nach einer Anwendung der Schusswaffe so etwas wie eine psychologische Betreuung?

Gruß Uwe


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zuletzt bearbeitet 15.12.2013 17:04 | nach oben springen

#10

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 17:30
von damals wars | 12.192 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #2
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Wieviel Tage und wieviel Geld haste den bekommen?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#11

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 17:54
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #10
Zitat von Lutze im Beitrag #2
mir sind nur Sonderurlaub
und Geldprämien bekannt
Lutze

Wieviel Tage und wieviel Geld haste den bekommen?

manche haben mit Schwedt bezahlen müssen,
das sie nicht geschossen haben,
da gab es mit Sicherheit auch kein Seelenklempner
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
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#12

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 18:00
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #11
Zitat von damals wars im Beitrag #10
Zitat von Lutze im Beitrag #2
mir sind nur Sonderurlaub
und Geldprämien bekannt
Lutze

Wieviel Tage und wieviel Geld haste den bekommen?

manche haben mit Schwedt bezahlen müssen,
das sie nicht geschossen haben,

da gab es mit Sicherheit auch kein Seelenklempner
Lutze


Du weißt aber schon, das dies nicht der Fall war?
Wegen des nicht Schießens gab es nachweislich nur eine Verurteilung und das war wegen Befehlsverweigerung, weil der Vorgesetzte befohlen hatte zu schießen. Alles andere sind "urban legends".


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#13

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 18:06
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #12
Zitat von Lutze im Beitrag #11
Zitat von damals wars im Beitrag #10
Zitat von Lutze im Beitrag #2
mir sind nur Sonderurlaub
und Geldprämien bekannt
Lutze

Wieviel Tage und wieviel Geld haste den bekommen?

manche haben mit Schwedt bezahlen müssen,
das sie nicht geschossen haben,

da gab es mit Sicherheit auch kein Seelenklempner
Lutze


Du weißt aber schon, das dies nicht der Fall war?
Wegen des nicht Schießens gab es nachweislich nur eine Verurteilung und das war wegen Befehlsverweigerung, weil der Vorgesetzte befohlen hatte zu schießen. Alles andere sind "urban legends".

Flucht über die vereiste Elbe,
da gab es Schwedt,
meine Hochachtung an diesen Grenzsoldaten
Lutze


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zuletzt bearbeitet 15.12.2013 18:06 | nach oben springen

#14

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 19:35
von Speedbus | 98 Beiträge

150 Mark als Psychologische Hilfe?... die dann im Dorf Konsum in Alkohol eingetauscht wurde.


Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.

Konfuzius
zuletzt bearbeitet 15.12.2013 19:37 | nach oben springen

#15

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 19:54
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von Speedbus im Beitrag #14
150 Mark als Psychologische Hilfe?... die dann im Dorf Konsum in Alkohol eingetauscht wurde.

schon traurig genug,man hat seine Pflicht getan,
eine Prämie dazu,es war alles im Auftrag von oben an
die Grenzsoldaten(Schießbefehl),
kann mir vorstellen,das der Dorfkonsum die erste Anlaufstelle war
Lutze


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#16

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 20:16
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
unabhängig vom Grenzdienst, ich habe oft den Eidnruck daß heute Leuten mit hoher und sich deren bewußter Resilenz versucht wird einzureden psyschich krank zu sein.

Daß sich die Psaychohelfer versuchen Arbeit zu beschaffen.


ich mag mich irren, aber so sehe ich es



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#17

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 20:18
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #7
Zitat von ABV im Beitrag #5
Der Staat sorgt sich weniger um das Seelenheil des Schützen Sondern viel mehr darum, dass der Vorfall nicht bekannt wird.




Genau so,weil der Einzelne eigentlich nichts galt sondern nur die gemeinsame Sache für die man kämpft.Manchmal bis zu dem Zeitpunkt,dass es einen selber traf,da kam die Ernüchterung,wusste man plötzlich,dass die Dinge doch etwas komplizierter sein können.
An mir ist dieser Kelch zum Glück vorbeigegangen.



Es passt zwar nicht eins zu eins hier zum Thema, aber es ist ja schon verschiedentlich auch auf andere Berufsgruppen eingegangen worden.

Und wie @Grenzgängerin schon festgestellt hat, ist man erst (aber endlich!) seit ca. 10 Jahren ernsthaft bemüht, sich mit doch mittlerweile guter psychischer und seelsorgerischer Betreuung um die Menschen zu bemühen, die mit dieser Art gewaltsamen Tod verstärkt zu tun haben.

Für heutige Begriffe haarsträubende Beispiele aus meiner Berufsgruppe Eisenbahner gibt es da genug, die ich aus Unfallberichten, Schilderungen von Kollegen und auch Betroffenen weiß oder gar selbst miterlebt hab.

Und glaubt mir, auf Dauer geht das an Niemanden spurlos vorbei. Auch wenn man nur als Bereitschaftsdienst zu einer Unfallstelle hinzugezogen wird. Hatte selbst erst im Juli diesen Jahres dieses zweifelhafte "Vergnügen". Aber bestimmte Dinge im Leben kann man sich nun mal schlecht aussuchen.

Früher wurde ein Lokführer nach einem tödlichen Unfall oder auch Suizied meißt nur gefragt, ob er denn wenigstens die Schicht noch zu Ende fahren könnte oder den Zug von der Strecke bis zum nächsten Bahnhof weiterbefördern könne, weil es da leichter sei, eine Ablösung heranzuholen...!

Heute undenkbar! Und das ist auch gut so!
Wehrmutstropfen heute ist nur wieder die Versicherungsbranche, egal. ob Berufsgenossenschaften oder andere Versicherungen, die sich nur zu oft richtig querstellen, wenn ein Mitarbeiter berufsunfähig wird. Im ungünstigsten Fall droht ihm die Arbeitslosigkeit oder gar Hartz-IV. Auch das sind Tatsachen!

Denn früher sind allzu oft diese Kollegen im Alkohol versunken, ihre Familien sind zerbrochen oder es gab anderes Unheil, weil man sie mit ihren seelischen Nöten und Qualen total allein gelassen hat! Es klingt makaber, aber es gab auch teilweise aus Kollegenkreisen bis in Chefetagen hinein herabwürdigende Äußerungen wie Weichei..., wenn Betreffender sich z. Bsp. länger krankschreiben ließ!
Das ist kein Quatsch, auch das sind traurige Tatsachen!

Zum unrühmlichen Verhalten von Vorgesetzten gerade bei den GT ist mir der Fall des erschossenen 16- jährigen im Bereich der ehem. GK Sorge im Harz aus dem Jahre 1979 noch bekannt, genauer gesagt passierte das Ganze am 08.12.1979, also vor genau 34 Jahren.
Hier im Forum ist schon mehrfach über diesen Fall berichtet wurden. Nachweislich und von mehreren Zeuge ist bestätigt, das z. Bsp. der damals schon berühmt- berüchtigte Kompaniechef der GK Sorge Major P. seine Soldaten mit den Worten vergattert hat: "Bei Anruf Magazinwechsel...!". Nach den tödlichen Schüssen auf den damals 16- jährigen hat der Polit dieser GK über das Grenzmeldenetz die Äußerung abgelassen "...jetzt blutet das Schwein aus!" Auch diese extrem krasse Verhaltensweise ist durch mehrere Zeugenaussagen belegt. Belegt ist auch, das man weder zu DDR- Zeiten noch in dem Prozess um diese tödlichen Schüsse im Jahr 1996 vor dem Landgericht Magdeburg weder Kompaniechef noch den Polit für diese menschenrechtsverachtende Verhaltensweise zur Verantwortung gezogen hat...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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zuletzt bearbeitet 15.12.2013 20:20 | nach oben springen

#18

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 20:25
von Lutze | 8.039 Beiträge

ein Schwein blutet aus,
ich kann es nicht fassen,
mir fehlen die Worte
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
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#19

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 15.12.2013 20:38
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #18
ein Schwein blutet aus,
ich kann es nicht fassen,
mir fehlen die Worte
Lutze



...ja, @Lutze, es ist aber leider so.

Für mich tun sich da extreme(!!!) menschliche Abgründe auf. Traurig, das solche Menschen damals wie heute frei herumlaufen und sich für ihren extrem kranken Geist nicht verantworten müssen!

Belegt durch mehrere übereinstimmende Zeugenaussagen u. a. in besagten Prozess vor dem Magdeburger Landgericht. Aussagen, die wohl auch unter Eid gemacht wurden und nicht nur aus den unteren Manschaftsdienstgraden der damals Beteiligten und Zeugen stammten...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#20

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 16.12.2013 08:52
von ABV | 4.202 Beiträge

Hallo an alle!
Ich kenne diesen Politoffizier nicht und mir liegt es auch verdammt fern, den Kerl zu verteidigen. Aber ich weiß auch aus eigener Erfahrung, dass "markige Sprüche" mit unter auch ein Versuch sein können, dass eigentlich unfassbare zu verarbeiten. Während meiner Tätigkeit als Polizist habe ich viele schreckliche Dinge erlebt, die anderen normalerweise im Leben erspart bleiben. Nicht jeder verarbeitet solche Erlebnisse gleich. Der eine schweigt, der andere versucht durch flapsige Bemerkungen das Ereignis abzuwehren. Klappt aber meistens nicht.

Ich gebe mal ein Beispiel aus der Praxis:
Eine Funkstreifenbesatzung wird zu einem schweren Verkehrsunfall gerufen. In den Autowracks wimmern schwer verletzte Kraftfahrer um Hilfe. Rettungssanitäter und Feuerwehrmänner wuseln herum. Der Dienstgruppenleiter in der Wache verlangt über Handy einen ersten Lagebericht.
" Wie sieht es bei euch draußen aus?", fragt der Dienstgruppenleiter. " Au, au, hier hat es verdammt viel Ketchup gegeben", stöhnt der Polizist, völlig unter dem Eindruck des Geschehens stehend. " Dann nimm dir mal ein Brötchen und wische den Ketchup auf", erwidert der Vorgesetzte trocken.

Das mag für den Außenstehenden zynisch klingen. Alles klar! Aber für den Polizisten war es das Signal, sich zusammenzureißen und auf den Job, den er nun mal erledigen muss, zu konzentrieren!

Aber wie bereits gesagt: ich kenne diesen Politoffizier natürlich nicht. Möglicherweise war er tatsächlich nur ein verblendetes, Menschen verachtendes A...... Dann trifft für ihn mein Erklärungsversuch nicht zu! Andererseits habe ich große Schwierigkeiten damit, mir vorzustellen
das dieser Offizier wirklich solch eine enorme Gefühlskälte besessen hat, Angesichts eines erschossenen Jugendlichen, dass es sich um einen solchen handelte dürfte ihm kaum entgangen sein, solch grausame Worte aus voller Überzeugung abzusondern!
Diese Frage wird letztendlich einzig und allein der besagte Offizier beantworten können. Wobei zu befürchten ist, dass er die Antwort darauf wohl schuldig bleiben wird.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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zuletzt bearbeitet 16.12.2013 08:54 | nach oben springen


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