#81

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 20:06
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Ameisenferdinand im Beitrag #79
Es gab auch keine psychologische Betreuung für Opfer, nicht vor und nicht nach der Wende. Kurz nach der Wende, war es so das ich so eine Hilfe dringend nötig gehabt hätte, ich hab es sogar über mich gebracht um Hilfe zu bitten, sprich einen Psychiatertermin zu bekommen. Die wartezeit lag bei etwa 9 Monaten...........
Ich habe den Termin dann nicht wahrgenommen. Vielleicht hätte ich es tun sollen, dann wäre ich wohl jetzt nicht in ähnlicher Situation. Aber so lange warten wenn man die Hilfe gerade akut braucht, war für mich ein Hohn. Ich blieb allein mit meinen Problemen und Gefühlen und hab versucht alles selbst in den Griff zu bekommen, oder wenigstens zu unterdrücken.Ich dachte sogar daran mich umzubringen so sinnlos erschien mir damals alles.
Aber glaubt mir, Probleme werden nicht kleiner oder verschwinden wenn man sie verschweigt oder unterdrückt.

Andreas

Andreas , ich habe Deinen Beitrag mit Bestürzung gelesen , sich umbringen ist keine Lösung, ich bin der Meinung wenn man keinen Psychiater hat, gibt es doch Familie und Freunde mit dem man über alles sprechen kann! Ich hoffe Du hast sie? Wenn ja dann kann man darüber reden, es gibt kein Problem das sich nicht lösen lässt. Oder? Also ich hoffe Du hast alles im Griff und Du siehst Heute alles wieder von der guten Seite! Wünsche Dir ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest und für das neue Jahr alles Gute!!!
Grüsse Steffen


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#82

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 20:11
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #80
das stecken Menschen ohne Gewissen zumindest äußerlich schon weg. josy95


Auch mit Gewissen wenn klar ist weder juristisch schuld noch ein sachlichen Grund sich selbst Vorwürfe zu machen.

Eine klare Unterscheidung eigener grober schlimmer Fehler auch mit Selbstvorwürfen und "es war meinerseits unvermeidbar", also Thema erledigt ist weder krankhaft noch zynisch sondern schlicht pure vernunftorientierte Lebenseinstellung.



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#83

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 20:21
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #41
Hallo an alle!

Es ist schon traurig, wenn man, am Ende des Lebens, solch eine Bilanz ziehen muss.

Gruß Uwe



Ich gehe nüchtern davon aus, das dieser Typ (gemeint ist berühmt- berüchtigter Major P.) selbst am Sterbebett keine Einsicht gezeigt hat.

Warum auch? Ob man nun an den lieben Gott und die Hölle glaubt. Ich glaube und hoffe jedenfalls, das der in der Hölle ganz unten schmort!

@S51, übrings. In Havelberg während meiner NVA- Zeit II/ 1978 - I/ 1980 hatten wir auch so einen Hardliner. Ich hatte darüber schon mal geschrieben. Major H**kel. Diese Typen hätten vermutlich Zwillingsbrüder sein können, alterstechnisch hätte es auch gepasst. Gewisse Anzeichen deuteten auch auf ein ähnliches militärisches Vorleben bei der ehem. deutschen Wehrmacht hin. Letzteres ist aber reine Spekulation von mir.

Dieser Major H**kel war "beliebt", belächelt und bespottet, quer durch alle Dienstgrade. Selbst Offiziere haben das vor unteren Manschaftsdienstgraden nicht zurückgehalten, was in der damaligen Zeit und unter den damaligen politischen Verhältnissen wirklich ungewöhnlich war!
Denn Major H. war nicht irgendwer, er war Chef KD (Komandantendienst) vom POR 5 (Pontonregiment 5) in Havelberg! Also, zumindest theoretisch keine kleine "Leuchte". Nur war seine Pistolentasche leer! Weil er äußerst schießwütig war. Manch einer mag jetzt lachen oder schmunzeln, von meinetwegen auch zweifeln. Es sind aber keine Räuberpistolen. Mag sein, das sich nicht alles 1 zu 1 so zugetragen hat, wie von mir niedergeschrieben, aber diese Dinge haben sich wirklich zugetragen.
Einer von mehreren Dingern, die Major H. "gedreht" hat: Ein LKW der daaligen VEB GHG (Großhandelsgesellschaft), der auch die MHO- Verkaufstelle der dam. Kurt- Röhmling- Kaserne in Havelberg belieferte, wurde durch den KD- Posten bei der Ausfahrt ohne weitere Kontrolle durchgewunken. Es war zwar nicht vorschriftenkonform, aber durchaus gängige Praxis. Das sah Major H. und brüllte wie ein Stier hinter dem LKW her, dessen Fahrer das vermutlich aber nicht höhrte..., daraufhin entriß Major H. Kraft seiner Befehlsgewalt dem verduzten KD- Posten (Ein Gefreiter) die Kalaschnikow und senste eine Garbe in die Ladefläche des LKW! Und das zur besten Tageszeit und mitten in einer damaligen Kreisstadt!

Es gab wohl ein Disziplinarverfahren. Besagter Major H. behielt aber seinen Posten als Chef KD. Nun frage ich wieder, mit welchem Verantwortungsbewußtsein haben hier die Vorgesetzten des Major H., einer für viele tickenden Zeitbombe, gehandelt? Nur aus Gründen der Räson der Unfehlbarkeit der Ideologie der SED usw.? M. Ea. kann man diese Frage deutlich mit ja beantworten...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#84

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 20:23
von Anja-Andrea | 902 Beiträge

@steffen52
Ich schrieb ja in dem Beitrag das ich jetzt gerade in ähnlicher Situation bin. Aber das ist alles so kompliziert, und es ist eben auch ein Problem mit anderen darüber zu reden!
Aber Danke für dein Mitgefühl.

Andreas


http://kaube-blog.de/


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#85

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 20:32
von Lutze | 8.034 Beiträge

Zitat von Ameisenferdinand im Beitrag #84
@steffen52
Ich schrieb ja in dem Beitrag das ich jetzt gerade in ähnlicher Situation bin. Aber das ist alles so kompliziert, und es ist eben auch ein Problem mit anderen darüber zu reden!
Aber Danke für dein Mitgefühl.

Andreas

deine schönen Fotos sprechen eine eigene Sprache,
immer wieder zu bewundern
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#86

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 20:35
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #82
Zitat von josy95 im Beitrag #80
das stecken Menschen ohne Gewissen zumindest äußerlich schon weg. josy95


Auch mit Gewissen wenn klar ist weder juristisch schuld noch ein sachlichen Grund sich selbst Vorwürfe zu machen.

Eine klare Unterscheidung eigener grober schlimmer Fehler auch mit Selbstvorwürfen und "es war meinerseits unvermeidbar", also Thema erledigt ist weder krankhaft noch zynisch sondern schlicht pure vernunftorientierte Lebenseinstellung.



Es sind aber nun mal nicht alle Menschen gleich und solche Idealschöpfungen wie Du!

Vielen, die sich mit Gewissenbissen plagen, ist es psychologisch oft eine große Hilfe, wenn zumindest ihre juristische Unschuld festgestellt wird..

Denn selbst gestandene Helfer von Rettungsdiensten, Feuerwehr oder Polizei, die oft solche "Haufen" der menschlichen Tragik zusammenkehren dürfen, leiden auch ganz schnell mal an psychischen Folgen. Der eine früher, der andere später.
Das hat man vor einigen Jahren Gott sei Dank erkannt und Maßnahmen wie z. Bsp.die Beistellung von Seelsorgern und psychologische Nachbetreuung eingerichtet.
Vermutlich hängt dieses Symptom, ich will es jetzt mal als erhöhte Sensibilisierung bezeichnen, auch mit der fortschreitenden Zivilisierung und des Lebens mehrerer Generationen im Frieden zusammen. Denn unsere Vorgängergenerationen waren da viel härter im Nehmen, weil sie durch Krieg und Zerstörung oft viel Not, Elend und Tod gesehen haben. Was wir uns heute kaum noch vorstellen können! Und so makaber das klingen mag, aber ich denke mal, solche Lebenserfahrungen brühen schon in gewisser Weise den Menschen, seine Empfindungen, Emotionen und letztendlich auch sein Gewissen ab. Anders wurde diese Entwicklung in ihrer krassen Form auch als Verrohung bezeichnet...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 19.12.2013 20:37 | nach oben springen

#87

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 20:41
von Fritze (gelöscht)
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Immer wieder werden sich Menschen über ihre Mitbürger emporheben. Ob nun Positv oder Negativ .
Das ist so ,daß die Meisten sofort wie ein Hund zuschnappen wenn ihnen etwas vor die Nase kommt.
Leider ist das das Dilemma an der Menschheit !
Aber Ungerechtigkeit gab es in der DDR und gibt es zu Hauf auch in der jetzigen BRD ! Damals wars der gute Kontakt zu den Genossen ,welcher vor Strafe schützte und heute ist es das Geld oder das Wissen .
Das Prinzip ist das Gleiche !


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#88

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 20:43
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Wenn man mich fragen würde, was meine größte innere Krise nach der Wende war, als zusammengebrochen, was ich immer klar als die deutlich bessere Gesellschaftsordnung ansah, wofür ich mich engagierte und auch persönliche Nachteile inkauf genommen hatte, fällt mir spontan eine Episode ein. Eigentlich gehöre ich nicht zu denen, die sich Emotionen so offen auch gegenüber Fremden hingeben, aber nach ein paar Bierchen war ich so weit. Es war im Sommer 1990 und unser erster Besuch in unserer neuen Konzerntochter in PS. Eigentlich sollten nach Willen unseres Chefs nur die neuen Verkäufer fahren, mein Techn. Direktor setzte aber durch, daß ich als Anwendungstechniker mitfahre. So war ich der Fahrer mit dem alten Firmenmoskwitsch und drei Kollegen (die neuen Verkäufer, die aber da nicht aus der eigenen Firma kommend, naturgemäß keine Ahnung davon hatten, für was die Produkte eingesetzt werden, die sie verkaufen sollten). Die Pirmasenser zeigten uns den Pfälzer Wald und ihre Firma. Abends dann eine kleine Feier. Der GF setzte sich zu mir und fragte, wie es so geht. Jedenfalls ließ ich mich dazu hinreißen, ihm u.a. zu sagen, daß für mich etwas zusammengebrochen war und daß ich lange Zeit in meiner Fa. sozusagen der "Oberkommunist" war. Kann mich heute noch darüber ärgern, vor allem, weil es mir, wieder in unserer Erfurter Fa. angekommen, unser GF sofort auf´s Brot schmierte. Dieser suchte in dieser Zeit immer nach Fehlern bei mir, die er mir ankreiden konnte. Danach war ich wohl kuriert. Sowas Ähnliches ist mir dann nie wieder passiert. Es hatte keine erkennbaren Nachteile für mich gehabt und ich denke, das hat der GF in PS auch schon vorher gewußt, was mein Tätigkeitsbereich vorher war. Einzig, mich gewaltig finanziell über den Tischgezogen zu haben, nehme ich dem damaligen GF in PS übel, was aber wohl weniger mit meinen politischen Ansichten, sondern mehr mit meiner östlichen Herkunft zu tun hatte. Ich habe mich in die Arbeit gestürzt, sie hat Spaß gemacht, habe nicht auf die Uhr geschaut und es dauerte nicht lange, kamen die ersten positiven Einschätzungen meiner neuen Brötchengeber meine Arbeit betreffend.
Positiv kam wohl auch dazu, daß ich mit meinen ehemaligen Kollegen im Betrieb Erfurt gefühlt ein besseres Verhältnis hatte als vor der Wende, als ich noch u.a. für die Arbeitsnormen zuständig war. Einen Psychologen hatte ich, zum Glück, zu keinem Zeitpunkt gebraucht.

Ich glaube, darüber hatte ich schon vor einiger Zeit schon mal was geschrieben, passte aber hier noch mal rein. T´schuldigung.



zuletzt bearbeitet 19.12.2013 20:44 | nach oben springen

#89

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 20:51
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #88
Wenn man mich fragen würde, was meine größte innere Krise nach der Wende war, als zusammengebrochen, was ich immer klar als die deutlich bessere Gesellschaftsordnung ansah, wofür ich mich engagierte und auch persönliche Nachteile inkauf genommen hatte, fällt mir spontan eine Episode ein. Eigentlich gehöre ich nicht zu denen, die sich Emotionen so offen auch gegenüber Fremden hingeben, aber nach ein paar Bierchen war ich so weit. Es war im Sommer 1990 und unser erster Besuch in unserer neuen Konzerntochter in PS. Eigentlich sollten nach Willen unseres Chefs nur die neuen Verkäufer fahren, mein Techn. Direktor setzte aber durch, daß ich als Anwendungstechniker mitfahre. So war ich der Fahrer mit dem alten Firmenmoskwitsch und drei Kollegen (die neuen Verkäufer, die aber da nicht aus der eigenen Firma kommend, naturgemäß keine Ahnung davon hatten, für was die Produkte eingesetzt werden, die sie verkaufen sollten). Die Pirmasenser zeigten uns den Pfälzer Wald und ihre Firma. Abends dann eine kleine Feier. Der GF setzte sich zu mir und fragte, wie es so geht. Jedenfalls ließ ich mich dazu hinreißen, ihm u.a. zu sagen, daß für mich etwas zusammengebrochen war und daß ich lange Zeit in meiner Fa. sozusagen der "Oberkommunist" war. Kann mich heute noch darüber ärgern, vor allem, weil es mir, wieder in unserer Erfurter Fa. angekommen, unser GF sofort auf´s Brot schmierte. Dieser suchte in dieser Zeit immer nach Fehlern bei mir, die er mir ankreiden konnte. Danach war ich wohl kuriert. Sowas Ähnliches ist mir dann nie wieder passiert. Es hatte keine erkennbaren Nachteile für mich gehabt und ich denke, das hat der GF in PS auch schon vorher gewußt, was mein Tätigkeitsbereich vorher war. Einzig, mich gewaltig finanziell über den Tischgezogen zu haben, nehme ich dem damaligen GF in PS übel, was aber wohl weniger mit meinen politischen Ansichten, sondern mehr mit meiner östlichen Herkunft zu tun hatte. Ich habe mich in die Arbeit gestürzt, sie hat Spaß gemacht, habe nicht auf die Uhr geschaut und es dauerte nicht lange, kamen die ersten positiven Einschätzungen meiner neuen Brötchengeber meine Arbeit betreffend.
Positiv kam wohl auch dazu, daß ich mit meinen ehemaligen Kollegen im Betrieb Erfurt gefühlt ein besseres Verhältnis hatte als vor der Wende, als ich noch u.a. für die Arbeitsnormen zuständig war. Einen Psychologen hatte ich, zum Glück, zu keinem Zeitpunkt gebraucht.

Ich glaube, darüber hatte ich schon vor einiger Zeit schon mal was geschrieben, passte aber hier noch mal rein. T´schuldigung.



Herkunft zählt nicht - davon müssen wir uns mal verabschieden.
Leistung zählt - und die wird belohnt - in ganz Deutschland ??????!!!!!

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#90

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 21:08
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Zitat von Oss`n im Beitrag #89
Zitat von DoreHolm im Beitrag #88
Wenn man mich fragen würde, was meine größte innere Krise nach der Wende war, als zusammengebrochen, was ich immer klar als die deutlich bessere Gesellschaftsordnung ansah, wofür ich mich engagierte und auch persönliche Nachteile inkauf genommen hatte, fällt mir spontan eine Episode ein. Eigentlich gehöre ich nicht zu denen, die sich Emotionen so offen auch gegenüber Fremden hingeben, aber nach ein paar Bierchen war ich so weit. Es war im Sommer 1990 und unser erster Besuch in unserer neuen Konzerntochter in PS. Eigentlich sollten nach Willen unseres Chefs nur die neuen Verkäufer fahren, mein Techn. Direktor setzte aber durch, daß ich als Anwendungstechniker mitfahre. So war ich der Fahrer mit dem alten Firmenmoskwitsch und drei Kollegen (die neuen Verkäufer, die aber da nicht aus der eigenen Firma kommend, naturgemäß keine Ahnung davon hatten, für was die Produkte eingesetzt werden, die sie verkaufen sollten). Die Pirmasenser zeigten uns den Pfälzer Wald und ihre Firma. Abends dann eine kleine Feier. Der GF setzte sich zu mir und fragte, wie es so geht. Jedenfalls ließ ich mich dazu hinreißen, ihm u.a. zu sagen, daß für mich etwas zusammengebrochen war und daß ich lange Zeit in meiner Fa. sozusagen der "Oberkommunist" war. Kann mich heute noch darüber ärgern, vor allem, weil es mir, wieder in unserer Erfurter Fa. angekommen, unser GF sofort auf´s Brot schmierte. Dieser suchte in dieser Zeit immer nach Fehlern bei mir, die er mir ankreiden konnte. Danach war ich wohl kuriert. Sowas Ähnliches ist mir dann nie wieder passiert. Es hatte keine erkennbaren Nachteile für mich gehabt und ich denke, das hat der GF in PS auch schon vorher gewußt, was mein Tätigkeitsbereich vorher war. Einzig, mich gewaltig finanziell über den Tischgezogen zu haben, nehme ich dem damaligen GF in PS übel, was aber wohl weniger mit meinen politischen Ansichten, sondern mehr mit meiner östlichen Herkunft zu tun hatte. Ich habe mich in die Arbeit gestürzt, sie hat Spaß gemacht, habe nicht auf die Uhr geschaut und es dauerte nicht lange, kamen die ersten positiven Einschätzungen meiner neuen Brötchengeber meine Arbeit betreffend.
Positiv kam wohl auch dazu, daß ich mit meinen ehemaligen Kollegen im Betrieb Erfurt gefühlt ein besseres Verhältnis hatte als vor der Wende, als ich noch u.a. für die Arbeitsnormen zuständig war. Einen Psychologen hatte ich, zum Glück, zu keinem Zeitpunkt gebraucht.

Ich glaube, darüber hatte ich schon vor einiger Zeit schon mal was geschrieben, passte aber hier noch mal rein. T´schuldigung.



Herkunft zählt nicht - davon müssen wir uns mal verabschieden.
Leistung zählt - und die wird belohnt - in ganz Deutschland ??????!!!!!

Oss`n



Grün: Wo lebst Du denn ? Trifft nicht mal auf die Gegenwart zu. Was meinst Du, warum Ostdeutsche in Durchschnitt erheblich weniger verdienen als Westdeutsche in ihren jeweiligen Firmen Ost und West ? Und es traf erst gar nicht damals zu, Anfang der 90er. Gab natürlich auch andere Firmen, die keinen Unterschied machten. Meine Fa. hat es aber so gemacht und ich kann Dir sagen, einige Kollegen aus unserer Abteilung mit gleicher Arbeitsaufgabe, aber fachlich völlig neues Gebiet, wurden mit Anfangsgehalt höher eingestuf als ich. Resultat war, daß einige von denen nach einigen Jahren wieder "gegangen wurden", weil sie kein Kunde mehr sehen wollte.



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#91

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 21:36
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zu den Einwürfen unseres geschätzten SET800 zum Ausgebranntsein.
Bei mir ging der Schalter vor 8 Jahren auf "standby", ging ziemlich schnell nach einer heftigen Phase übernormalen Arbeitens.
Als ich nach 4 Wochen aus dem Krankenhaus kam wo die harsche Symthomatrik behandelt wurde die sich auch körperlich zeigte, also Schweißausbrüche, Zittern und dergleichen, musste ich mein Leben überdenken und völlig neu ordnen, hätte ich das nicht getan könnte ich heute diese Worte nicht mehr schreiben.
Ich verkaufte meine Firma, entließ meine Angestellten, was mir nicht leicht fiel und zog mich erst einmal zurück, total, weil Kraft und Energie waren sowieso nicht mehr vorhanden.
Dann habe ich mich wieder ganz sachte ans normale Leben herangetastet, es war aber nie mehr so wie vorher und ich muss auch noch heute auf die Zeichen achten.


zuletzt bearbeitet 19.12.2013 21:40 | nach oben springen

#92

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 21:43
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

@ Andreas: Verdrängen und nicht sufarbeiten geht häufig schief und rächt sich. Es kommt später wieder hoch, so wie jetzt bei Dir.

Ich war auch schon in einer sehr ähnlichen Situation, jedoch nicht aus Psychologischer Sicht, bei mir waren es schier unerträgliche Schmerzen.Ich konnte einfach nicht mehr, hatte mir das alles genau zurecht gelegt.

Aber die Temperaturen spielten nicht mit, ich hätte Minusgrade gebraucht, es war einfach zu warm.

Bleibe dran, gehe notfalls in eine Akutklinik.

@ Grenzwolf: Eine Bekannte kam gestern nach 7 Wochen aus der Klinik. War heute im Betrieb, nur zum reden und das war es dann, wieder zusammen geklappt. Es fielen einige falsche Worte die das dann auslösten. Eigentlich könnte sie gleich wieder einrücken.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#93

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 21:48
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von berlin3321 im Beitrag #92
@ Andreas: Verdrängen und nicht sufarbeiten geht häufig schief und rächt sich. Es kommt später wieder hoch, so wie jetzt bei Dir.

Ich war auch schon in einer sehr ähnlichen Situation, jedoch nicht aus Psychologischer Sicht, bei mir waren es schier unerträgliche Schmerzen.Ich konnte einfach nicht mehr, hatte mir das alles genau zurecht gelegt.

Aber die Temperaturen spielten nicht mit, ich hätte Minusgrade gebraucht, es war einfach zu warm.

Bleibe dran, gehe notfalls in eine Akutklinik.

@ Grenzwolf: Eine Bekannte kam gestern nach 7 Wochen aus der Klinik. War heute im Betrieb, nur zum reden und das war es dann, wieder zusammen geklappt. Es fielen einige falsche Worte die das dann auslösten. Eigentlich könnte sie gleich wieder einrücken.

MfG Berlin


Heute ist alles fast wieder normal, ich steigere mich aber arbeitstechnisch niemals wieder so hinein wie damals.
Schneller, höher , weiter und darf's noch ein siebener BMW sein?
Das nun ohne mich und das ist gut so und ich bin viel glücklicher.


zuletzt bearbeitet 19.12.2013 21:51 | nach oben springen

#94

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 21:57
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Ich rede seit 6 Monaten, schalte 3 Gänge zurück......besser 4, dann fühlt sie sich gut......geht ins Büro, nur mit den Kollegen reden......und das war es dann mal wieder. War nicht das erste Mal.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#95

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 22:03
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von berlin3321 im Beitrag #94
Ich rede seit 6 Monaten, schalte 3 Gänge zurück......besser 4, dann fühlt sie sich gut......geht ins Büro, nur mit den Kollegen reden......und das war es dann mal wieder. War nicht das erste Mal.

MfG Berlin


Angestellt ist das oft etwas schwer mit dem Herunterschalten, ich konnte es Gott sei Dank.
Die seelische Knochenmühle hatte ich mir ja auch selbst auferlegt ohne Weisung von außen.


zuletzt bearbeitet 19.12.2013 23:35 | nach oben springen

#96

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 22:28
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #86
Denn unsere Vorgängergenerationen waren da viel härter im Nehmen, weil sie durch Krieg und Zerstörung oft viel Not, Elend und Tod gesehen haben. Was wir uns heute kaum noch vorstellen können! Und so makaber das klingen mag, aber ich denke mal, solche Lebenserfahrungen brühen schon in gewisser Weise den Menschen, seine Empfindungen, Emotionen und letztendlich auch sein Gewissen ab.
josy95



Hallo,
damit kommen wir meinen Gedanken näher, letzten Freitag und 72 Jahre vorher konnte mein Vater die Türme von Moskau sehen, bekam dafür den Gefrierfleischorden....., Ost-West-Übersiedlung mit 3 kleinen Kindern usw. usw. Aber Unterkriegen lassen von Schwierigkeiten galt nicht in der Familie.. Gewissen ( nie Straftaten, nicht geblitzt mag sein... ) und Solidiarität gab es aber auch Gewerkschaft-West und Feuerwehr sei genannt...



zuletzt bearbeitet 19.12.2013 22:30 | nach oben springen

#97

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 22:39
von damals wars | 12.155 Beiträge

Ich war auch hart im nehmen. Bis dann das Notaus kam! und bin es heute noch, wenn ich mir meine allmorgendliche Tablettenration ansehe!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#98

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 22:49
von Anja-Andrea | 902 Beiträge

@damals wars
Das ist weder hart noch mannhaft sondern einfach nur dumm. Ich merke es jetzt am eigenen Leib, das man mit verdrängen keine Probleme lost sondern im gegenteil, immer noch mehr schafft. Selbst wenn man etwas in den Hintergrund drängen kann, dann ist es nicht weg, sondern schläft nur. Und Irgendwann erwacht es und schlägt noch härter zu. Bis man nicht mehr kann..............

Andreas


http://kaube-blog.de/


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#99

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 23:20
von Gelöschtes Mitglied
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Wenn ich das so lese, wie es bei einigen Kameraden zugegangen bei der Fahne, da kann ich ja zu Gott beten, wie friedlich es zu meiner Zeit
zugegangen ist! Wir hatten auch ein paar scharfe Offiziere im GR, aber die waren dagegen ja harmlos! Sie verlangten militärische Exaktheit
aber wir wurden menschlich behandelt. Lag vielleicht auch daran, das wir Sonntags (in unserer Freizeit) mit ihnen als Treiber auf die Jagt gegangen
sind und sie danach besoffen bei der Frau abliefen mussten! Das Fett was für sie bestimmt war bekam der Gefreite ab der den Genossen abliefern musste. Dazu kam aber auch noch, das es im Regiment einen vom MFS ( Dienstgrad unbekannt, mal lief er als Gefreiter mal als Oberleutnant rum)
hatte auch so eine kleine MPI ( CSSR-Produkt). War damals so 5 Jahre älter als wir, fragte uns wie wir mit den Vorgesetzten auskommen, was die Familie
macht und was unsere Probleme sind. Machte ein auf Kumpel ( aber alle wussten Bescheid wo her der Wind weht). Mal ein Beispiel was er für eine
Macht hatte im Regiment. Hatte eine Freundin im Ort und wurde von der Familie eingeladen zu einen größeren Familienfest, beantragte Standort Ausgang,
bekam ihn auch, fragte meine KC Hauptmann Egon ob ich Zivil Ausgang bekomme, der sagte nur ob ich eine Meise habe. Hatte natürlich ein langes Gesicht und lief den Genossen Dienstgrad unbekannt übern Weg, er fragte mich was mein Problem ist, ich erzählte es und keine Stunde später durfte ich
beim KC andrehten , bekam promt den Ausgang in Zivil. Frage von KC war nur ( Ist wohl dein Freund). So, das mal dazu!
Grüsse Steffen


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#100

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 23:49
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Ameisenferdinand im Beitrag #98
@damals wars
Ich merke es jetzt am eigenen Leib, das man mit verdrängen keine Probleme lost sondern im gegenteil, immer noch mehr schafft. Selbst wenn man etwas in den Hintergrund drängen kann, dann ist es nicht weg, sondern schläft nur. Und Irgendwann erwacht es und schlägt noch härter zu. Bis man nicht mehr kann..............Andreas


Hallo,
das stimmt aber nur für physische Erkrankungen ( mit Willen oder Verdrängen kommt man nicht gegen eine Lungenentzündug oder Zahnfäule an.. ) und externe ungelöste Fragen wie Schulden, Mahnbescheide usw.

Leute die einen ärgern wollen samt deren Gelabere kann man schlicht ignorieren, es sei die Vorgesetzten in der Arbeit werden davon erreicht.



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