#61

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 15:02
von berlin3321 | 2.516 Beiträge

Mir geht da echt der Hut hoch wenn ich das lese. Insgesamt hat der gute Mann eine Einstellung, die ist echt zum Kotzen.

Allein schon Krankheitsgewinn.......selten so eine total gequirlte Sch***** gehört. Weil man das ja nicht messen kann nimmt der Kranke 20- 40 % weniger Einkommen in Kauf, Krankengeld 20 %, Rente 40%, wenn ich mich nicht irre.

Deinen Zynismus solltest Du anderweitig verbreiten. Hier ist er zumindest unangebracht. Unangebracht auch zu diesem Thema.

Vielleicht eins noch zum Abschluss, es gibt viele Sprüche, etwas Wahrheit ist immer mit dabei: Die Wege des Herren sind unergründlich und man sieht sich immer 2 x im Leben. Dann auch den noch hinterher: Du wirst später Deinen hier so offen zur Schau getragenen Zynismus noch bitter bereuen, das rächt sich, davon bin ich überzeugt.

Ich pflege normalerweise noch eine persönliche Widmung auszusprechen, lasse es hier aber denn das verstößt gegen die Forenregeln.

Berlin (und wieder ohne MfG)

Edit: Danke Uwe für die Löschung des Kommentars.


Man sollte vielleicht auch mal über eine andere Löschung nachdenken.


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
zuletzt bearbeitet 19.12.2013 15:07 | nach oben springen

#62

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 15:30
von 94 | 10.792 Beiträge

Na bissel 'ne Modeerscheinung ist dieses Burnout (Z73.0) schon, nicht von ungefähr wird es im ICD-10 nicht als richtige Krankheit (da gilt es für einige Diagnosen sogar als Ausschlusskriterium, z.B. für eine F48.0) gelistet, die schlauen Medizinmännern haben es in den Abschnitt Z73 (Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung) gepackt. So kann nicht nur ein ausgebildeter Psychologe (wie bei F-Diagnosen üblich), sondern jeder dahergelaufene Wald- und Wiesen-Hausarzt die Diagnose 'Volkskrankheit' stellen ... und abrechnen!

Ich möchte jetzt nicht das abgedroschene Eugen-Roth-Gedicht 'Gleichgewicht' hier zitieren, aber neben diesem steht beim VHD e.V. auch der Undank von gleichen Autor auf deren Website, und dieses möchte ich dem Forum dann doch nicht vorenthalten. Übrigens, in der K(l)assenmedizin wird doch nach Stunden abgerechnet oder täusche ich mir da?


Undank - Eugen Roth

Ein guter Arzt weiß gleich oft, wo.
Statt daß man dankbar wär und froh,
Ist man so ungerecht und sagt:
"Der hat sich auch nicht arg geplagt!"
Ein andrer tappt ein Jahr daneben -
Mild heißt's: "Müh hat er sich gegeben!"

(gefunden auf ... http://www.vhd-heilpraktiker.de/humor/humor.htm)

P.S. Ansonsten wage ich mal zu bezweifeln, das hier Nutzer im Besonderen noch ganze Gruppen im Allgemeinen 'beleidigt' wurden, aber dazu müßte man das Thema Resilienz mal emotionslos betrachten, odär?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 19.12.2013 15:47 | nach oben springen

#63

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 15:52
von berlin3321 | 2.516 Beiträge

94, ob Burn Out eine Modeerscheinung ist sei mal dahin gestellt. Jedoch zu behaupten, da man es nicht messen und nachweisen kann und es dann als Krankheitsgewinn darstellt, dass sind 2 ganz verschiedene Schuhe.

Ich persönlich halte das nicht für eine Modeerscheinung weil der Druck auf die Arbeitnehmer immer mehr zunimmt. Immer mehr Arbeit in noch weniger Zeit oder in Zahlen: Der Aufwand in € pro Fall muss runter. Nicht ungewöhnlich ist, dass der Mitarbeiter irgendwann an seine Grenzen kommt. Als nächstes kommen Überstunden, wenn man Glück hat, werden die zumindest bezahlt.

Und irgendwann geht nichts mehr. Dabei spielt es lt den Erhebungen überhaupt keine Rolle ob der Arbeitgeber ein Großbetrieb, ein mittelständisches Unternehmen, der Kleinbetrieb oder die öffentliche Hand ist.

Die Weichen wurden schon vor Jahren falsch gestellt aber es dauert eine Zeitlang bis das Ergebnis sichtbar und messbar wird. Und es wird jetzt immer sichtbarer. Aus dem Grund gibt es seitens der Gewerkschaften, Krankenkassen und des Rentenversicherungsträgers jede Menge Programme und Maßnahmen mit denen versucht wird gegenzusteuern. Mit zweifelhaftem Erfolg, solange die Arbeitgeber das Potenzial Arbeitnehmer nicht als ihr größtes Kapital ansehen.

Ist aber ein anderes Thema, wäre evtl. einen neuen Fred wert.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#64

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 15:57
von Speedbus | 98 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #47

Möglicherweise könnte der Mann, bei entsprechender rechtzeitiger psychologischer Hilfe, noch heute leben?

Gruß Uwe



Wenn er sie angenommen hätte...ganz bestimmt!
Sven


Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.

Konfuzius
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#65

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 17:14
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von seaman im Beitrag #58
Zitat von Barbara im Beitrag #56
Zitat von seaman im Beitrag #50
Zitat von ABV im Beitrag #47
.....

Jahre seines Lebens sinnlos vergeudet zu haben. Und nun zu den Hauptverantwortlichen aller der DDR angelasteten Untaten zu zählen. Gerade einmal sechzigjährig verstarb der ehemalige MfS-Mitarbeiter vor einigen Jahren in einem Pflegeheim an den Folgen des ständigen Alkoholmissbrauchs.
Möglicherweise könnte der Mann, bei entsprechender rechtzeitiger psychologischer Hilfe, noch heute leben?

Gruß Uwe


Denke,
es gab Menschen,die hätten eher psychologische Hilfe benötigt.

seaman




Wer und aus welchen Gründen?
.


Reden ,reden bedeutet doch,dass man sich austauschen kann.
Im vertrauten Umfeld,mit Freunden oder Verwandten.Das hatte nicht jeder.
Im Gegenteil,persönliche Strukturen brachen weg,binnen Stunden.Beruflich und privat incl.physischer Bedrohungen.
Mit einer selbst geknüpften Schlinge am Gefängnisgitter in der Nacht denkt man nicht an psychologische Betreuung.Gab es die damals überhaupt in der Form?
seaman





Nein, das vertraute Umfeld hatte nicht jeder. Es ist auch heute immer noch so, dass Menschen niemanden haben, dem sie sich anvertrauen können. Deshalb sind wir alle immer wieder dazu aufgerufen, einander zuzuhören, Empathie und Mitgefühl zu entwickeln.

Bzgl. der Wende: Ganz sicher hätten sehr Viele psychologischen Beistand brauchen können, denn ein ganzer Staat hatte aufgehört zu existieren mit all den persönlichen Konsequenzen, die du u.a. oben benennst - egal, wie man zu diesem Staat stand bzw. heute noch steht.
Welche Umwälzungen das einzelne Individuum zu bewältigen hatte kann ich nur in Ansätzen erahnen, aber ich kann.
Ich habe da immer Rainmans Worte vor Augen, wenn er sinngemäß beschreibt: "eine Welt brach zusammen, der Boden unter den Füßen rutschte weg.... " und ich habe das verstanden.

Ob jemand mehr oder weniger psychologische Betreuung benötigt hängt sicher mit der individuellen Persönlichkeitsstruktur zusammen, Menschen sind unterschiedlich aufgestellt, unterschiedlich sensibel, mental und seelisch unterschiedlich stark.

Der weiter oben genannte Kompaniechef, der auch heute noch die Notwendigkeit eines Schusswaffengebrauchs an der Grenze verteidigt, hat aus meiner Sicht seine Seele gepanzert, um etwas nicht an sich heran lassen zu müssen, glaube ich. Das ist auch schwer, darum habe ich ein solche Hochachtung vor denen, die sich damit auseinander setzen. Ein einzelner Mensch ist nicht für ein ganzes System verantwortlich.

Nun hoffe ich, dass du nicht persönlich in einer solch schrecklichen Situation in einer Gefängniszelle warst, die du oben beschreibst, dort gab es sicher niemanden, der einem beistand, eine furchtbare Situation.

Zu deiner Frage, ob es zu Wendezeiten Möglichkeiten psychologischer Betreuung prinzipiell gab - ein klares Ja. Psychotherapie und ihre Notwendigkeit war bereits in den 80 Jahren als sinnvolles Mittel der Problembewältigung gesellschaftlich anerkannt und wurde auch von den Krankenkassen bezahlt. Die Frage ist, ob das kommuniziert worden ist und wie bereit jemand ist, solche Hilfen anzunehmen, oder ob es als Zeichen von Schwäche gesehen wird.
Ich halte es persönlich für den Ausdruck großer Stärke, sich sich selbst zu stellen, Selbsterfahrung zu betreiben.

Ist der Kopf erstmal ganz unter Wasser, ist es schwer, ihn wieder hoch zu bekommen, wie im Fall des MfS-Mitarbeiters, den Uwe als Beispiel angeführt hat. Wer weiß, ob ihm die Möglichkeiten therapeutischer Hilfe angeboten wurde, wahrscheinlich schon. Aber wie wir wissen ist die Flucht in den Alkohol sehr sehr schwer aufzuhalten.
.


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#66

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 17:15
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #63
94, ob Burn Out eine Modeerscheinung ist sei mal dahin gestellt. Jedoch zu behaupten, da man es nicht messen und nachweisen kann und es dann als Krankheitsgewinn darstellt, dass sind 2 ganz verschiedene Schuhe.




Hallo,
genau das schrieb ich nicht, ich schrieb da es physikalisch-chemisch-biologisch nicht diagnostisch feststellbar ist EIGNET sich "burnout" dazu einen Krankheitsgewinn einzufahren.



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#67

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 17:16
von ABV | 4.202 Beiträge

Wahrscheinlich hätte er sie tatsächlich nicht angenommen. Meiner Meinung benötigt man einen gewissen Anschub seitens des persönlichen Umfelds. Von alleine nimmt kaum jemand solche Hilfe an.
Jetzt noch einmal zu Barbaras Frage, wie die Praxis der "psychologischen Aufarbeitung" nach der Wiedervereinigung aussah:
Bekanntlich war es eine Zeit immenser Veränderungen. Und des Aufbruchs in eine noch unbekannte Zukunft. Die Vergangenheit, sprich das Leben in der untergegangenen DDR, wurde nicht selten in den "schwärzesten Farben" dargestellt. Ganz schnell wurden diverse Sündenböcke für die Zustände in der DDR ausgemacht: Neben der greisen Partei und Staatsführung sämtliche Mitarbeiter der Staatssicherheit. Völlig unabhängig davon, welche konkrete Position diese früher inne hatten.
Selbst hohen SED-Funktionären gelang es, unter dem Hinweis " auch nichts von dem Treiben der Stasi gewusst zu haben", von ihrer eigenen, meist ungleich höheren Verantwortung für den Zusammenbruch der DDR abzulenken. Ganz zu schweigen, von den vielen, vielen Mitläufern. Die schon immer dagegen waren, schon immer alles gewusst hatten und eigentlich nur aus lauter Angst vor der allgegenwärtigen Staatssicherheit die ganzen Jahre über das offensichtliche Unrecht zum Schweigen verurteilt waren.
Das diese Typen, wegen ihres "schweigenden" Mitmachen immense Vorteile einheimsten, "vergaßen" sie natürlich ganz schnell.
Eine große Rolle spielten nicht zuletzt die Medien. Kaum eine Woche ohne reißerisch verkündete Stasi-Enthüllung. In einem Fernsehbeitrag wurde verkündet, " wie man in Berlin Jagd auf ehemalige Stasi-Spitzel macht". Die BILD-Zeitung witterte 1992 gar einen, von einer ominösen Vereinigung ehemaliger MfS-Mitarbeiter Namens "ODOM" vom Zaun gebrochenen Bürgerkrieg heraufziehen.
In all dem gingen sachliche Beiträge über die Staatssicherheit der DDR, regelrecht unter. Oder besser: sie interessierten kaum jemand. Dabei gab es unzweifelhaft genügend tatsächlich stattgefundenes Unrecht seitens der Staatssicherheit und der anderen DDR-Organe. Auf das man sich jedoch beschränkt und aufarbeiten sollte.
Mir ist auch aufgefallen, dass undifferenzierter Hass auf ehemalige Mitarbeiter der Staatssicherheit nicht oder selten von deren tatsächlichen Opfern, sondern eben von der Fraktion der oben genannten "kleinen Mitläufer" kommt. Möglicherweise kommt dabei bei einigen die perverse Lust auf am Boden liegende herumzutrampeln zum Vorschein? Oder sich, auf Kosten anderer, selbst zu erhöhen?
Ich weiß es nicht. Wäre dieses Verhalten nicht eine interessante Aufgabe für einen Psychologen?
Das in solch einer Atmosphäre sehr viele Betroffene von ihrem persönlichen Umfeld eben keine große Hilfe erwarten konnten, liegt da wohl auf der Hand. Wer irgend konnte, versuchte die Vergangenheit zu verdrängen. Darin sehe ich auch einen Grund, warum sichnoch immer viele ehemalige MfS-Mitarbeiter in tiefem Schweigen hüllen. Und auch einen Grund für die Existenz dieser obskuren "MfS-Vereinigungen", die in Wahrheit nichts anderes sind, als " mentale Wagenburgen". Hinter denen man sich gemeinsam zurückzieht und das in der Vergangenheit gelebte Leben gegen die "Angreifer" verteidigt. Nicht selten wider besseren Wissen!

Gruß Uwe


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#68

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 17:25
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von SET800 im Beitrag #66
Zitat von berlin3321 im Beitrag #63
94, ob Burn Out eine Modeerscheinung ist sei mal dahin gestellt. Jedoch zu behaupten, da man es nicht messen und nachweisen kann und es dann als Krankheitsgewinn darstellt, dass sind 2 ganz verschiedene Schuhe.




Hallo,
genau das schrieb ich nicht, ich schrieb da es physikalisch-chemisch-biologisch nicht diagnostisch feststellbar ist EIGNET sich "burnout" dazu einen Krankheitsgewinn einzufahren.






Und diese Aussage in diesem Thema ist obsolet.
Du versucht etwas zu rationalisieren, dabei geht es um Gefühle, um Trauer, um Schmerz, um Orientierungslosigkeit, um Existenzielle Lebenserfahrungen einzelner Mitmenschen, um Vergangenheitsbewältigung, um tiefe Fragen nach Lebenssinn.
Eine medizinische Exploration von Krankheitsbildern ist hier völlig fehl am Platz.
.


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#69

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 17:38
von ABV | 4.202 Beiträge

Eine Kollegin von mir ist im vergangenen Jahr an "Bourn-Out" erkrankt. Das ist ein schleichender Prozess, dem eine Menge persönlicher Tragödien vorangegangen sind. Tragisch ist auch zu sehen, wie ein Mensch sich, unter dem Einfluss von Psychopharmaka, weiter verändert.
Im Kollegenkreis haben wir uns des Öfteren gefragt, ob wir die Anzeichen der Krankheit nicht hätten erkennen können? Die besagte Kollegin war stets besonders über motiviert. Wollte sich immer um alles und jeden kümmern. So sehr, dass es manchem, auch mir, hin und wieder selbst auf die Nerven ging. Man hatte sogar den Kopf geschüttelt über Äußerungen wie : " ich brauche immer drei volle Tage um von dem Stress hier herunterzukommen." Die spinnt doch, hat man gedacht und ist zur Tagesordnung übergegangen. Bis sie eines Tages nicht mehr zum Dienst erschien.

Gruß an alle
Uwe


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#70

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 17:39
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von ABV im Beitrag #67
Wahrscheinlich hätte er sie tatsächlich nicht angenommen. Meiner Meinung benötigt man einen gewissen Anschub seitens des persönlichen Umfelds. Von alleine nimmt kaum jemand solche Hilfe an.
Jetzt noch einmal zu Barbaras Frage, wie die Praxis der "psychologischen Aufarbeitung" nach der Wiedervereinigung aussah:
Bekanntlich war es eine Zeit immenser Veränderungen. Und des Aufbruchs in eine noch unbekannte Zukunft. Die Vergangenheit, sprich das Leben in der untergegangenen DDR, wurde nicht selten in den "schwärzesten Farben" dargestellt. Ganz schnell wurden diverse Sündenböcke für die Zustände in der DDR ausgemacht: Neben der greisen Partei und Staatsführung sämtliche Mitarbeiter der Staatssicherheit. Völlig unabhängig davon, welche konkrete Position diese früher inne hatten.
Selbst hohen SED-Funktionären gelang es, unter dem Hinweis " auch nichts von dem Treiben der Stasi gewusst zu haben", von ihrer eigenen, meist ungleich höheren Verantwortung für den Zusammenbruch der DDR abzulenken. Ganz zu schweigen, von den vielen, vielen Mitläufern. Die schon immer dagegen waren, schon immer alles gewusst hatten und eigentlich nur aus lauter Angst vor der allgegenwärtigen Staatssicherheit die ganzen Jahre über das offensichtliche Unrecht zum Schweigen verurteilt waren.
Das diese Typen, wegen ihres "schweigenden" Mitmachen immense Vorteile einheimsten, "vergaßen" sie natürlich ganz schnell.
Eine große Rolle spielten nicht zuletzt die Medien. Kaum eine Woche ohne reißerisch verkündete Stasi-Enthüllung. In einem Fernsehbeitrag wurde verkündet, " wie man in Berlin Jagd auf ehemalige Stasi-Spitzel macht". Die BILD-Zeitung witterte 1992 gar einen, von einer ominösen Vereinigung ehemaliger MfS-Mitarbeiter Namens "ODOM" vom Zaun gebrochenen Bürgerkrieg heraufziehen.
In all dem gingen sachliche Beiträge über die Staatssicherheit der DDR, regelrecht unter. Oder besser: sie interessierten kaum jemand. Dabei gab es unzweifelhaft genügend tatsächlich stattgefundenes Unrecht seitens der Staatssicherheit und der anderen DDR-Organe. Auf das man sich jedoch beschränkt und aufarbeiten sollte.
Mir ist auch aufgefallen, dass undifferenzierter Hass auf ehemalige Mitarbeiter der Staatssicherheit nicht oder selten von deren tatsächlichen Opfern, sondern eben von der Fraktion der oben genannten "kleinen Mitläufer" kommt. Möglicherweise kommt dabei bei einigen die perverse Lust auf am Boden liegende herumzutrampeln zum Vorschein? Oder sich, auf Kosten anderer, selbst zu erhöhen?
Ich weiß es nicht. Wäre dieses Verhalten nicht eine interessante Aufgabe für einen Psychologen?
Das in solch einer Atmosphäre sehr viele Betroffene von ihrem persönlichen Umfeld eben keine große Hilfe erwarten konnten, liegt da wohl auf der Hand. Wer irgend konnte, versuchte die Vergangenheit zu verdrängen. Darin sehe ich auch einen Grund, warum sichnoch immer viele ehemalige MfS-Mitarbeiter in tiefem Schweigen hüllen. Und auch einen Grund für die Existenz dieser obskuren "MfS-Vereinigungen", die in Wahrheit nichts anderes sind, als " mentale Wagenburgen". Hinter denen man sich gemeinsam zurückzieht und das in der Vergangenheit gelebte Leben gegen die "Angreifer" verteidigt. Nicht selten wider besseren Wissen!

Gruß Uwe





Uwe, ich möchte dem hinzufügen:

es gab diesbezüglich auch ein klares Versagen "des Westens".
Ich schließe meine Person ausdrücklich mit ein. Auch ich denke erst heute so nach, wie ich nachdenke und schreibe, auch ich habe mehr als 20 Jahre gebraucht um mich überhaupt mit diesem Thema zu beschäftigen. Dafür habe ich mich in den vergangenen Monaten fast geschämt, als ich mir das richtig bewusst gemacht.
Aber nun finde ich es gut, dass wir gemeinsam weitermachen.
.
.


ABV und josy95 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#71

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 17:41
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #65
Zitat von seaman im Beitrag #58
Zitat von Barbara im Beitrag #56
Zitat von seaman im Beitrag #50
Zitat von ABV im Beitrag #47
.....

Jahre seines Lebens sinnlos vergeudet zu haben. Und nun zu den Hauptverantwortlichen aller der DDR angelasteten Untaten zu zählen. Gerade einmal sechzigjährig verstarb der ehemalige MfS-Mitarbeiter vor einigen Jahren in einem Pflegeheim an den Folgen des ständigen Alkoholmissbrauchs.
Möglicherweise könnte der Mann, bei entsprechender rechtzeitiger psychologischer Hilfe, noch heute leben?

Gruß Uwe


Denke,
es gab Menschen,die hätten eher psychologische Hilfe benötigt.

seaman




Wer und aus welchen Gründen?
.


Reden ,reden bedeutet doch,dass man sich austauschen kann.
Im vertrauten Umfeld,mit Freunden oder Verwandten.Das hatte nicht jeder.
Im Gegenteil,persönliche Strukturen brachen weg,binnen Stunden.Beruflich und privat incl.physischer Bedrohungen.
Mit einer selbst geknüpften Schlinge am Gefängnisgitter in der Nacht denkt man nicht an psychologische Betreuung.Gab es die damals überhaupt in der Form?
seaman






Ich habe da immer Rainmans Worte vor Augen, wenn er sinngemäß beschreibt: "eine Welt brach zusammen, der Boden unter den Füßen rutschte weg.... " und ich habe das verstanden.




Mir geht es hier nicht darum eine Wertung zu betreiben,wen traf es am Schlimmsten etc.
Will auch kein Futter für Masochisten hier einwerfen.
Auch ein Rainman wird in dieser Zeit (aufbauend) evtl. seine Partnerin,Eltern,Freunde in seinem direkten Umfeld zum Disput über seine Lage zur Verfügung gehabt haben.
Ohne persönlich zu werden,Leute wie Rainman denke ich,hatten garantiert diesen Effekt(Welt brach zusammen,Boden unter den Füssen....).
Aber,mit seinem Intellekt hat er binnen Monaten sicher den Schalter umgelegt (können) und sich neu justiert.
Ein Lebensabschnitt war abgeschlossen und man stellte(konnte) sich erfolgreich der neuen Situation intensiv widmen.
1990/91 denke ich mal war für diese Klientel der Kalte Krieg total und endgültig vorbei.

seaman
Entschuldige bitte Rainman,wenn ich Dich namentlich als Beispiel für meine Denkweise in diesem Beitrag nutzte.


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#72

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 17:46
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #41
Hallo an alle!
In der besagten Radiosendung wird ja sogar davon gesprochen, dass der Major ... Also nicht nur eine ...Gruß Uwe


Zwischen 1983 und 1985 war ich als GAK öfter auch bei Feiern des Grenzbattaillions zwischen Elend und Schierke gemeinsam mit den Kompaniefahrern dazu eingesetzt, die gut gefüllten Genossen nach Hause zu bringen.
Bei diesen Feiern waren öfter sowohl der ehemalige als auch der damalige KC dieser Einheit zugegen. Streit zwischen ihnen, wobei die jüngeren Offiziere, auch unser KC, eher zusammenhielten und die älteren den Ton angaben, hat es öfter gegeben. Aber so krass war seinerzeit auch nicht andeutungsweise die Rede. Von Belästigung im weitesten Sinne freilich. Was immer geschah, reichte nicht für ein förmliches Verfahren, wohl aber für die nicht nur im Militär übliche Abschiebung auf unbedeutende Posten.
Es sollte mich nicht wundern, wenn in 20 Jahren diesbezüglich noch mehr "aufgetrumpft" würde...


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#73

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 17:47
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #70
[quote=ABV|p314932]Wahrscheinlich hätte er sie tatsächlich nicht angenommen. Meiner Meinung benötigt man einen gewissen Anschub seitens des persönlichen Umfelds. Von alleine nimmt kaum jemand solche Hilfe an.
Jetzt noch einmal zu Barbaras Frage, wie die Praxis der "psychologischen Aufarbeitung" nach der Wiedervereinigung aussah:
Bekanntlich war es eine Zeit immenser Veränderungen. Und des Aufbruchs in eine noch unbekannte Zukunft. Die Vergangenheit, sprich das Leben in der untergegangenen DDR, wurde nicht selten in den "schwärzesten Farben" dargestellt. Ganz schnell wurden diverse Sündenböcke für die Zustände in der DDR ausgemacht: Neben der greisen Partei und Staatsführung sämtliche Mitarbeiter der Staatssicherheit. Völlig unabhängig davon, welche konkrete Position diese früher inne hatten.
Selbst hohen SED-Funktionären gelang es, unter dem Hinweis " auch nichts von dem Treiben der Stasi gewusst zu haben", von ihrer eigenen, meist ungleich höheren Verantwortung für den Zusammenbruch der DDR abzulenken. Ganz zu schweigen, von den vielen, vielen Mitläufern. Die schon immer dagegen waren, schon immer alles gewusst hatten und eigentlich nur aus lauter Angst vor der allgegenwärtigen Staatssicherheit die ganzen Jahre über das offensichtliche Unrecht zum Schweigen verurteilt waren.
Das diese Typen, wegen ihres "schweigenden" Mitmachen immense Vorteile einheimsten, "vergaßen" sie natürlich ganz schnell.
Eine große Rolle spielten nicht zuletzt die Medien. Kaum eine Woche ohne reißerisch verkündete Stasi-Enthüllung. In einem Fernsehbeitrag wurde verkündet, " wie man in Berlin Jagd auf ehemalige Stasi-Spitzel macht". Die BILD-Zeitung witterte 1992 gar einen, von einer ominösen Vereinigung ehemaliger MfS-Mitarbeiter Namens "ODOM" vom Zaun gebrochenen Bürgerkrieg heraufziehen.
In all dem gingen sachliche Beiträge über die Staatssicherheit der DDR, regelrecht unter. Oder besser: sie interessierten kaum jemand. Dabei gab es unzweifelhaft genügend tatsächlich stattgefundenes Unrecht seitens der Staatssicherheit und der anderen DDR-Organe. Auf das man sich jedoch beschränkt und aufarbeiten sollte.
Mir ist auch aufgefallen, dass undifferenzierter Hass auf ehemalige Mitarbeiter der Staatssicherheit nicht oder selten von deren tatsächlichen Opfern, sondern eben von der Fraktion der oben genannten "kleinen Mitläufer" kommt. Möglicherweise kommt dabei bei einigen die perverse Lust auf am Boden liegende herumzutrampeln zum Vorschein? Oder sich, auf Kosten anderer, selbst zu erhöhen?
Ich weiß es nicht. Wäre dieses Verhalten nicht eine interessante Aufgabe für einen Psychologen?
Das in solch einer Atmosphäre sehr viele Betroffene von ihrem persönlichen Umfeld eben keine große Hilfe erwarten konnten, liegt da wohl auf der Hand. Wer irgend konnte, versuchte die Vergangenheit zu verdrängen. Darin sehe ich auch einen Grund, warum sichnoch immer viele ehemalige MfS-Mitarbeiter in tiefem Schweigen hüllen. Und auch einen Grund für die Existenz dieser obskuren "MfS-Vereinigungen", die in Wahrheit nichts anderes sind, als " mentale Wagenburgen". Hinter denen man sich gemeinsam zurückzieht und das in der Vergangenheit gelebte Leben gegen die "Angreifer" verteidigt. Nicht selten wider besseren Wissen!

Gruß Uwe





Uwe, ich möchte dem hinzufügen:

es gab diesbezüglich auch ein klares Versagen "des Westens".
Ich schließe meine Person ausdrücklich mit ein. Auch ich denke erst heute so nach, wie ich nachdenke und schreibe, auch ich habe mehr als 20 Jahre gebraucht um mich überhaupt mit diesem Thema zu beschäftigen. Dafür habe ich mich in den vergangenen Monaten fast geschämt, als ich mir das richtig bewusst gemacht.
Aber nun finde ich es gut, dass wir gemeinsam weitermachen.
.


Das finde ich auch Barbara. So klappt es mit der Einheit.

Viele Grüße von der Oder an den Rhein

Uwe
.


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#74

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 17:48
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #71
Zitat von Barbara im Beitrag #65
Zitat von seaman im Beitrag #58
Zitat von Barbara im Beitrag #56
Zitat von seaman im Beitrag #50
Zitat von ABV im Beitrag #47
.....

Jahre seines Lebens sinnlos vergeudet zu haben. Und nun zu den Hauptverantwortlichen aller der DDR angelasteten Untaten zu zählen. Gerade einmal sechzigjährig verstarb der ehemalige MfS-Mitarbeiter vor einigen Jahren in einem Pflegeheim an den Folgen des ständigen Alkoholmissbrauchs.
Möglicherweise könnte der Mann, bei entsprechender rechtzeitiger psychologischer Hilfe, noch heute leben?

Gruß Uwe


Denke,
es gab Menschen,die hätten eher psychologische Hilfe benötigt.

seaman




Wer und aus welchen Gründen?
.


Reden ,reden bedeutet doch,dass man sich austauschen kann.
Im vertrauten Umfeld,mit Freunden oder Verwandten.Das hatte nicht jeder.
Im Gegenteil,persönliche Strukturen brachen weg,binnen Stunden.Beruflich und privat incl.physischer Bedrohungen.
Mit einer selbst geknüpften Schlinge am Gefängnisgitter in der Nacht denkt man nicht an psychologische Betreuung.Gab es die damals überhaupt in der Form?
seaman






Ich habe da immer Rainmans Worte vor Augen, wenn er sinngemäß beschreibt: "eine Welt brach zusammen, der Boden unter den Füßen rutschte weg.... " und ich habe das verstanden.




Mir geht es hier nicht darum eine Wertung zu betreiben,wen traf es am Schlimmsten etc.
Will auch kein Futter für Masochisten hier einwerfen.
Auch ein Rainman wird in dieser Zeit (aufbauend) evtl. seine Partnerin,Eltern,Freunde in seinem direkten Umfeld zum Disput über seine Lage zur Verfügung gehabt haben.
Ohne persönlich zu werden,Leute wie Rainman denke ich,hatten garantiert diesen Effekt(Welt brach zusammen,Boden unter den Füssen....).
Aber,mit seinem Intellekt hat er binnen Monaten sicher den Schalter umgelegt (können) und sich neu justiert.
Ein Lebensabschnitt war abgeschlossen und man stellte(konnte) sich erfolgreich der neuen Situation intensiv widmen.
1990/91 denke ich mal war für diese Klientel der Kalte Krieg total und endgültig vorbei.

seaman
Entschuldige bitte Rainman,wenn ich Dich namentlich als Beispiel für meine Denkweise in diesem Beitrag nutzte.



Ich denke, Rainman wird Verständnis haben, dass wir ihn als Beispiel zitieren.

Was können wir aus deiner Sicht tun, damit für uns alle der "Kalte Krieg" mental und seelisch vorbei ist?
.


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#75

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 17:53
von berlin3321 | 2.516 Beiträge

Ich glaube, Rainman und auch Vierkrug haben ihren Weg gefunden.

Vierkrug erwähne ich, weil ich ihn ja auch persönlich kennen lernen durfte. Ein Mann, der genau wie Rainman klar zu seiner Vergangenheit stand und auch klar sagte das mit dem Wissen von heute zugegeben werden muss, es war nicht alles richtig. Und beide sind nicht verbittert und verbohrt wie manch anderer.

Letzteres trifft auch auf den einen oder anderen User hier zu.

@ ABV: Die Kollegin, arbeitete die auch für 2? Schnell, zu 100 % fehlerfrei und bekam deshalb immer noch mehr Arbeit aufgebrummt? Das wäre so der klassische Werdegang. Mit sich selbst nicht so ganz im Reinen, Minderwertigkeitskomplexe, Lebensfreude wird nur noch über die Arbeit erreicht....das Rad dreht sich immer schneller und dann kommt es zum großen Knall.

MfG Berlin


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#76

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 17:54
von ABV | 4.202 Beiträge

@ Barbara:
Zum Beispiel ganz unaufgeregt auf einander zugehen. Dem anderen Zuhören und verstehen. Ohne Phrasendrescherei und Vorwürfe. Hier im Forum klappt es ja schon ganz ordentlich.

Gruß Uwe


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Eisenacher hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.12.2013 17:55 | nach oben springen

#77

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 18:10
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #74

Ich denke, Rainman wird Verständnis haben, dass wir ihn als Beispiel zitieren.

Was können wir aus deiner Sicht tun, damit für uns alle der "Kalte Krieg" mental und seelisch vorbei ist?




Für mich zählt der Mensch.
Menschen die zuhören,die etwas aus ihrem gelebten Leben berichten können und ihre eigenen Visionen von einer lebenswerten Welt für Alle plausibel vertreten .
Na ja,da sehe ich das Forum eher als ein zärtliches Pflänzchen.Ein Versuch der sich lohnen kann aber noch weit vom Endziel entfernt ist.
Vielleicht sollte man sich deshalb darüber Gedanken machen, warum hier Manche,aus meiner Sicht wertvolle User sich verabschieden und andere nur kommentarlos mitlesen?
Jeder hat seine Ecken und Kanten und sicher auch Ansichten die nicht jedem gefallen.Gemeinsam Reden ist(wäre)der Anfang.
Gegenseitiges Verständnis als Leitlinie dabei......
Mittlerweise ist mir klar geworden,es gibt hier User unterschiedlicher Prägung,die das praktizieren.
Plane den Tag,an dem ich mit turtle ein gemeinsames Bier trinke.Das nicht nur,weil wir Berufskollegen waren.

seaman


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#78

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 19:08
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von josy95 im Beitrag #33
@ABV. kannst Du den Linktip mal etwas präzisieren!

Ich habe trotz intensiver Suche nichts gefunden.

Übrings, der besagte Polit hieß nicht Hauptmann H. sondern Br***e, war heut Morgen ein Irrtum von mir.

Gerade heute hatte ich mit jemanden Kontakt, der, sagen wir mal die "Szene" der GK Sorge zu damaliger Zeit sehr gut kannte. Er bestätigte mir auch noch einmal, wie extrem uinbeliebt diese beiden Herren nicht nur in ihrer eigenen GK bei Manschaftsdienstgraden und selbst auch bei ihren eigenen Offizierskollegen bis hinein in die Nachbarkompanien waren. Die Titulierung als totale Spinner und "Sacksteiger" erscheint noch harmlos! Und in Offizierskreisen war immer hinter vorgehaltener Hand die Rede, das bei dieser Art rücksichtsloser Einpeitschmentalität (O- Ansage bei Vergatterung: Bei Anruf Magazinwechsel...!") gegenüber den Unterstellten mal irgendwann ein satter Vorfall hinsichtlich Schusswaffengebrauch passieren mußte... .

Eine "Spezialität" des KC, Majors P. und seines Polit, Hauptmann B. war es, sich besonders in den Nachtstunden an Postenpaare regelrecht anzuschleichen, um deren Wachsamkeit zu testen. Für meine Begriffe und gerade unter den damaligen Verhältnissen total hirnverbrannt..., lebensmüde!

Aber wo Geltungsbedürfnis in makaberer Paarung mit menschlichen Abgründen nun mal so alles hinführt...


josy95


Hätten die Kameraden ihn doch kommen lassen! Wussten die Grenzposten ob es ein Flüchtiger ist? Hätten ihn eigentlich stellen müssen und den Kopf in den Dreck legen lassen. Hatten aber alle Angst vor den A....! Steffen


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#79

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 19:46
von Anja-Andrea | 902 Beiträge

Es gab auch keine psychologische Betreuung für Opfer, nicht vor und nicht nach der Wende. Kurz nach der Wende, war es so das ich so eine Hilfe dringend nötig gehabt hätte, ich hab es sogar über mich gebracht um Hilfe zu bitten, sprich einen Psychiatertermin zu bekommen. Die wartezeit lag bei etwa 9 Monaten...........
Ich habe den Termin dann nicht wahrgenommen. Vielleicht hätte ich es tun sollen, dann wäre ich wohl jetzt nicht in ähnlicher Situation. Aber so lange warten wenn man die Hilfe gerade akut braucht, war für mich ein Hohn. Ich blieb allein mit meinen Problemen und Gefühlen und hab versucht alles selbst in den Griff zu bekommen, oder wenigstens zu unterdrücken.Ich dachte sogar daran mich umzubringen so sinnlos erschien mir damals alles.
Aber glaubt mir, Probleme werden nicht kleiner oder verschwinden wenn man sie verschweigt oder unterdrückt.

Andreas


http://kaube-blog.de/


Lutze, seaman und ABV haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#80

RE: Psychologische Hilfe?

in Grenztruppen der DDR 19.12.2013 19:52
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #38
Deine Einstellung möchte ich haben, manmanman.

Erzähle Du mir, dass Du das weg steckst wenn Du jemanden über den Haufen fährst, egal ob mit dem LKW oder der Lok. Wer´s glaubt wird selig.

Schau Dir die Statistiken an wie viele Arbeitnehmer kaputt gemacht werden, Burnout ist mit der größte Anteil derer die in EU Rente gehen.

Selten so´n Blödsinn gelesen. Aber vielleicht bin ich auch zu dämlich das zu verstehen.

MfG Berlin


@berlin3321, das stecken Menschen ohne Gewissen zumindest äußerlich schon weg. Zumindest haben diese Leute ein Gewisses Geschick, es so zu verkaufen. Im Inneren sieht es dann aber oft mehr als düster aus. Probleme in der Familie, mit Nachbarn, Kollegen..., Mitmenschen und meißt natürlich mit Alkohol oder anderen Dingen, die man umgangssprachlich heute als BTM bezeichnet.

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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